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In dieser Folge der Christ Study Hour taucht Christopher Kramp tief in die Kapitel 5 bis 7 des zweiten Korintherbriefs ein. Erfahre, welche wertvollen Einsichten Paulus über den Verkündigungsdienst vermittelt und wie die Schönheit des Evangeliums dein persönliches Leben heute bereichern kann.


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Serie: Christ Study Hour – Spezial 2026 - Q3: Die Korintherbriefe

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Wie immer möchten wir alle Zuschauer auf dem Sender ganz recht herzlich begrüßen zur nächsten Folge, der insgesamt schon 11. unserer Spezialserie über die Korintherbriefe. Wir haben uns schon eine ganze Menge an spannenden Themen angeschaut und wollen uns heute mit 2. Korinther Kapitel 5 bis Kapitel 7 beschäftigen. Wir sind dabei zu sehen, wie Paulus insbesondere auch über den Verkündigungsdienst schreibt – ganz wertvoll und tiefgehende Worte, die wir schon in Kapitel 2, 3 und 4 letztes Mal betrachten durften. Wir wollen heute weitermachen. Bevor wir das allerdings gleich beginnen, möchten wir Gott einladen, dass er zu uns persönlich spricht, zu mir und zu dir, und dass wir die Schönheit des Evangeliums in diesen Worten für uns persönlich erkennen, annehmen und Gott in unser Herz lassen durch den Heiligen Geist.

[1:32] Lass uns gemeinsam beten. Lieber Vater im Himmel, hab Dank für die Kraft und die Schönheit deines Wortes. Wir möchten dich bitten, dass wir uns jetzt gut konzentrieren können, dass wir deine Botschaft so verstehen, wie du sie meinst, dass wir uns bewusst machen, dass du zu uns sprichst und dass wir uns unter dein Wort beugen und gesegnet und gestärkt werden durch das Wirken deines Heiligen Geistes. Wir möchten über dein Wort nachdenken und dich dadurch besser kennenlernen. Hab Dank, dass du uns das schenkst und dass du deine Verheißung wahr machen wirst, dass dein Wort nicht leer zurückkehren wird, sondern ausführen wird, wozu du es gesandt hast. Dafür danken wir dir und bitten dich jetzt, dass du unser Lehrer bist, im Namen Jesu. Amen.

[2:15] 2. Korinther Kapitel 5, Vers 1: Im Grunde genommen eine Weiterführung des Gedankens von den Versen am Ende von Kapitel 4. Paulus hat ja, wie wir schon oft betont haben, keine Kapiteleinteilung vorgenommen. Das ist eine sehr viel spätere Entwicklung, die halt manchmal glücklich, manchmal nicht so glücklich ist, aber an der wir uns jetzt auch nicht weiter stören wollen. Wir wollen kurz rekapitulieren, was am Ende von Kapitel 4 der Gedanke von Paulus gewesen ist. Er hat gesagt, weil der Dienst in der Empfangenheit so wertvoll ist, so groß, so herrlich und weil Menschen gerettet werden können, das ewige Leben erreichen können, indem sie Jesus Christus kennenlernen, deswegen lässt sich Paulus nicht entmutigen in seinem Aposteldienst.

[3:00] Und wenn er auch äußerlich Tag für Tag zugrunde geht, wird er doch innerlich durch die Kraft des Evangeliums täglich erneuert. Er gibt uns dann sozusagen das Geheimrezept, die Lösung, nämlich indem man auf das unsichtbare ewige Reich Gottes schaut – also das, was jetzt noch unsichtbar ist, das wird irgendwann sichtbar sein – nicht auf die jetzige Welt blickt, sondern auf das, was ewig und über alle Maßen gewichtig und herrlich ist. Und in der Perspektive der Ewigkeit, in der Perspektive des ewigen Reiches Gottes, sind die Bedrängnisse, auch wenn sie wirklich massiv sein mögen, wie im Leben von Paulus, im Vergleich schnell vorübergehend und leicht.

[3:44] Und so hat er in Vers 18 gesagt: „Da wir nicht auf das Sichtbare sehen, sondern auf das Unsichtbare, denn was sichtbar ist, das ist zeitlich. Was aber unsichtbar ist, das ist ewig.“ Und jetzt kommt eine Begründung und Erklärung dessen in Kapitel 5, Vers 1: „Denn wir wissen“ – er führt den Gedanken jetzt aus und erklärt das – „wenn unsere irdische Zeltwohnung abgebrochen wird, haben wir im Himmel einen Bau von Gott, ein Haus, nicht mit Händen gemacht, das ewig ist.“

[4:15] Paulus möchte deutlich machen: Das, was er vorher am Ende von Kapitel 4 gesagt hat, ist keine Tagträumerei, ist kein Vertrösten auf irgendetwas, sondern ist eine ganz konkrete, reale Hoffnung. Wenn er von der Zeltwohnung hier spricht, dann ist das die Idee, dass die Gläubigen Fremdlinge dieser Welt sind, so wie Abraham, Isaak und Jakob Fremdlinge im Land Kanaan waren, in Zelten gelebt haben. Sein Bild von dem temporären Durchgangsstadium, das passt ja bei der Zeltwohnung ganz gut. Kann man in Hebräer 11 nachlesen. Paulus sagt in Philipper 3, Vers 20: „Unser Bürgerrecht ist im Himmel.“ Wenn das Leben der Gläubigen, die hier auf der Erde nur Fremdlinge sind, zu Ende ist, gibt es doch danach ein Leben bei Gott in Ewigkeit. Und Jesus hat deutlich gemacht in Johannes 14, Vers 1 bis 3, dass er Wohnungen vorbereitet hat, die wir empfangen werden, wenn er wiederkommt. Das ist ein wichtiger Gedanke.

[5:13] „Euer Herz erschrecke nicht. Glaubt an Gott und glaubt an mich. Im Haus meines Vaters sind viele Wohnungen. Wenn nicht, so hätte ich es euch gesagt. Ich gehe hin, um euch eine Stätte zu bereiten. Und wenn ich hingehe und euch eine Stätte bereite, so komme ich wieder und werde euch zu mir nehmen, damit auch ihr seid, wo ich bin.“ Wann werden wir also das Haus, das Gott uns bereitet hat, den himmlischen Bau bewohnen können? Wenn Jesus wiederkommt, dann bringt er uns dorthin. Das ist die Hoffnung, die Paulus hat, auf die er schaut, auf das Leben im Himmel, das himmlische Haus nach der Wiederkunft.

[5:50] Vers 2: „Denn in diesem seufzen wir vor Sehnsucht danach, mit unserer Behausung, die vom Himmel ist, überkleidet zu werden.“ Schon jetzt sehnen sich wahre Christen danach, einmal das ewige Leben in Herrlichkeit bei Gott zu haben. Das christliche Leben besteht nicht darin, dass man sagt: „Jetzt lebe ich hier in der Welt und dann habe ich ja später noch was anderes“, sondern schon in dieser Welt wünscht er sich, einmal bei Gott sein zu können. Die himmlische Wohnung, die Gott für uns vorbereitet hat, ist eine extra Kleidung sozusagen. Man wird sozusagen überkleidet. Sie wird über eine schon bestehende Kleidung drüber gezogen. Das ist sozusagen ein wichtiger Gedanke. Das, was wir dann bekommen werden bei der Wiederkunft, nämlich das ewige Leben bei Gott, ist eine Kleidung, die über eine bereits bestehende Kleidung noch drüber gezogen wird.

[6:43] Und jetzt wird deutlich in Vers 3, warum: „Sofern wir bekleidet und nicht unbekleidet erfunden werden.“ Also nur wenn wir bei der Wiederkunft bekleidet sind in einem geistlichen Sinne, dann werden wir mit dem himmlischen Bau überkleidet. Das heißt, man wird noch etwas darüber bekommen. Mit anderen Worten: den verherrlichten Körper bei der Auferstehung, von dem Paulus in 1. Korinther 15 so ausführlich gesprochen hat, den geistlichen Körper, den Auferstehungsleib, den wir erhalten, wenn wir auferstehen oder auch verwandelt werden bei der Wiederkunft Jesu, den bekommen wir nur, wenn wir bereits ein anderes Kleid haben, das wir tragen sollten. Bei diesem Kleid kann es sich natürlich nur um das Kleid der Gerechtigkeit handeln, wie es Jesaja 61, Vers 10 beschreibt: „Ich freue mich sehr in dem Herrn und meine Seele ist fröhlich in meinem Gott, denn er hat mir Kleider des Heils angezogen, mit dem Mantel der Gerechtigkeit mich bekleidet, wie ein Bräutigam sich den priesterlichen Kopfschmuck anlegt und wie eine Braut sich mit ihrem Geschmeide schmückt.“

[7:50] Das Kleid der Gerechtigkeit, das müssen wir tragen. Offenbarung 16, Vers 15 warnt uns davor, die letzten Dinge der Weltzeit, also der Weltgeschichte vor der Wiederkunft, zu erleben: „Siehe, ich komme wie ein Dieb. Glückselig ist, wer wacht und seine Kleider bewahrt, damit er nicht in Blöße hergeht und man seine Schande sieht.“ Die Gemeinde Laodizea wird aufgerufen zu erkennen, dass sie nackt ist, damit sie Kleider anzieht, das Kleid der Gerechtigkeit, das Jesus uns schenkt. Und Offenbarung 19, Vers 7 und 8 macht deutlich, dass die Gemeinde Gottes sich vorbereitet auf den Himmel: „Lasst uns fröhlich sein und jubeln und ihm die Ehre geben, denn die Hochzeit des Lammes ist gekommen und seine Frau hat sich bereit gemacht und es wurde ihr gegeben, sich in feine Leinwand zu kleiden, rein und glänzend, denn die feine Leinwand ist die Gerechtigkeit der Heiligen.“ Übrigens wird mit dem Kleid der Gerechtigkeit immer Freude und Jubel und echte, tiefe, fröhliche Emotion verknüpft, interessanterweise sowohl in Jesaja als auch hier in der Offenbarung.

[8:57] Also ohne ein Leben mit Gott auf dieser Erde, ohne das Kleid der Gerechtigkeit, kann es auch kein Leben mit Gott im Himmel geben und auf der neuen Erde. Wir werden den neuen Leib bei der Auferstehung nur dann bekommen, wenn wir schon einen neuen Geist, ein neues Herz hier auf Erden erhalten haben.

[9:14] Vers 4: „Denn wir, die wir in dem Leibeszelt sind, seufzen und sind beschwert, weil wir lieber nicht entkleidet, sondern überkleidet werden möchten, so dass das Sterbliche verschlungen wird vom Leben.“ Paulus redet hier über Zelte und das nicht ohne Grund. Er ist ja selbst ein Zeltmacher, wie wir wissen und wie auch die Korinther wissen, denn er hat ja dort in Korinth auch als Zeltmacher gearbeitet. Und es scheint so, dass er jetzt hier das Zelt für den jetzigen vergänglichen Körper verwendet. Er macht deutlich: In dem jetzigen Körper, den wir jetzt haben, seufzen wir, wir sind beschwert. Und es scheint so zu sein, dass er hier in diesem Vers ausdrücken möchte, dass er nicht entkleidet, also nicht sterben möchte, sondern am liebsten lebendig verwandelt werden möchte und erst gar nicht stirbt. Wir haben ja gesehen, in 1. Korinther 15, Vers 51 bis 54 hat er gesagt: „Ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden, so dass das Sterbliche verschlungen wird vom Leben.“ Sein Wunsch ist also, dass er die Wiederkunft bald erlebt und dass er gar nicht erst stirbt.

[10:31] Vers 5: „Der uns aber hierzu bereitet hat, ist Gott, der uns auch das Unterpfand des Geistes gegeben hat.“ Der Gedanke ist wohl, dass Gott uns auf das ewige Leben vorbereitet und er hat uns sozusagen eine Garantie auf das ewige Leben gegeben, indem er uns den Heiligen Geist gesandt hat. Der Heilige Geist, der in unserem Leben wirkt, soll uns zeigen: Wenn du bei Jesus bleibst, wirst du das ewige Leben haben, so wie es die Bibel vorhersagt. So sehen wir es ja auch zum Beispiel in Epheser 1, Vers 13 und 14: „In ihm seid auch ihr, nachdem ihr das Wort der Wahrheit, das Evangelium eurer Errettung gehört habt, in ihm seid auch ihr, als ihr gläubig wurdet, versiegelt worden mit dem Heiligen Geist der Verheißung, der das Unterpfand unseres Erbes ist, bis zur Erlösung des Eigentums, zum Lob seiner Herrlichkeit.“ Also bis wir tatsächlich einmal einen verwandelten Körper haben im Himmel und dann auf der neuen Erde leben werden. Bis dahin erhalten wir den Heiligen Geist als Unterpfand auf all dieses, was wir dann erhalten werden, wenn Jesus wiederkommt.

[11:56] Vers 6: „Darum sind wir allezeit getrost und wissen: Solange wir im Leib daheim sind, sind wir nicht daheim bei dem Herrn.“ Also, weil wir diese Garantie, dieses Unterpfand des Geistes haben, können wir getrost sein. Wir wissen, wir haben das ewige Leben, solange wir mit Jesus verbunden sind. Das ist der Gedanke, der sich auch in 1. Johannes 5, Vers 11 und 12 offenbart: „Und darin besteht das Zeugnis, dass Gott uns ewiges Leben gegeben hat. Und dieses Leben ist in seinem Sohn. Wer den Sohn hat, der hat das Leben. Und wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht.“ Und der Heilige Geist bezeugt uns, wie uns Römer 8 deutlich macht, dass wir Gottes Kinder sind. Da heißt es dort in Römer 8, Vers 16: „Der Geist selbst gibt Zeugnis zusammen mit unserem Geist, dass wir Gottes Kinder sind.“ Der Geist als das Unterpfand, der uns jetzt schon hier in diesem Leben deutlich macht: Wenn wir dabei bleiben, was wir erkannt haben und geglaubt haben und an Jesus festhalten, dann werden wir das ewige Leben haben. Wir können also aufgrund der Erfüllung mit dem Heiligen Geist tatsächlich mit Zuversicht auf das unsichtbare Reich Gottes schauen.

[13:22] Paulus weiß: Das Leben auf dieser Erde mit dem jetzigen vergänglichen Körper, das ist noch nicht das endgültige Leben mit Gott. Mit anderen Worten: Es kommt noch etwas Besseres. Er sagt: „Solange wir im Leib daheim sind, sind wir nicht daheim bei dem Herrn.“ Da kommt noch etwas, was viel größer ist, auf das es sich lohnt zu schauen, nach 2. Korinther 4, Vers 18. Und hier in diesem Vers, der oft auch für viel Diskussionen sorgt, lohnt es sich noch mal ins Griechische zu schauen. Es heißt hier „nicht daheim bei dem Herrn“. Das griechische Verb bedeutet eigentlich „auswandern“ und davon abgeleitet dann „fern sein“, „nicht daheim sein“. Also, wenn jemand aus seinem Land auswandert und irgendwo anders hinzieht, dann ist er halt fern, dann ist er nicht mehr zu Hause. Es gibt also zwei Bedeutungsebenen: die ursprüngliche Bedeutung, das buchstäbliche Auswandern, und dann davon abgeleitet „nicht mehr zu Hause sein“, „fern sein“. Die Frage ist: Hat Paulus jetzt hier die ursprüngliche Bedeutung gemeint oder die übertragene? Das wird gleich wichtig werden, auch für den Kontext.

[14:38] Schauen wir noch mal Vers 6 an: „Solange wir im Leib daheim sind, sind wir nicht daheim bei dem Herrn.“ Könnte man übersetzen: „Solange wir im Leib daheim sind, sind wir ausgewandert von dem Herrn.“ Das wäre sozusagen, wenn man die ursprüngliche Bedeutung annehmen würde. Aber das ist natürlich Unsinn, weil das würde bedeuten, dass wir vor unserer irdischen Existenz schon einmal im Himmel gewesen sind und von dort ausgewandert sind. Das heißt, Paulus verwendet dieses Wort nicht im Sinne von „auswandern“, denn das würde hier in Vers 6 gar keinen Sinn machen. Er verwendet es also ganz offensichtlich in der übertragenen oder abgeleiteten Bedeutung im Sinne von „fern sein“. Solange wir in diesem irdischen Körper sind, sind wir fern, physisch fern von Gott. Wir sind natürlich nicht geistlich fern von Gott. Gott ist ganz nahe, Gott wirkt durch den Heiligen Geist in uns. Aber physisch vom physischen Körper Gottes, von seiner Gegenwart, sind wir fern. Wir sind nicht im Himmel, wir sind nicht am Thron Gottes. Wir sind fern, solange wir hier in diesem Leib sind.

[15:58] Jetzt kommt Vers 7: „Denn wir wandeln im Glauben und nicht im Schauen.“ Das ist genau der Punkt. Wir sehen das Reich Gottes noch nicht buchstäblich, so wie es einmal in der Ewigkeit und Herrlichkeit sich zeigen wird. Wir stehen nicht am Thron Gottes, wir sehen nicht das gläserne Meer, wir sehen nicht die Engel – das kommt alles, aber jetzt noch nicht.

[16:13] Vers 8: „Wir sind aber getrost und wünschen vielmehr“ – jetzt sagt die Schlachter – „aus dem Leib auszuwandern und daheim zu sein bei dem Herrn.“ Und das wird dann oft verwendet, um zu sagen: „Ah, da heißt es sozusagen, dass die Seele irgendwie den Körper verlässt.“ Aber man muss davon ausgehen, dass in Vers 8 das Wort, was hier mit „auswandern“ übersetzt wird, die gleiche Bedeutung hat wie auch in Vers 6. Und wir haben gesehen, dass dieses Wort in Vers 6 nicht „auswandern“ bedeuten kann. Es bedeutet einfach „fern sein“. Das heißt, wir müssen hier genauso übersetzen in Vers 8: „Wir sind aber getrost und wünschen vielmehr, von dem Leib fern zu sein und daheim zu sein bei dem Herrn.“ Mit anderen Worten: fern von diesem sterblichen Leib, zu Hause bei Gott. Das heißt, es geht hier nicht um ein Auswandern, es geht einfach um ein Fernsein. Die Argumentation ist also ganz simpel: Solange wir in diesem vergänglichen Körper sind, sind wir nicht physisch bei Gott. Wenn wir aber physisch bei Gott sein werden, und zwar mit dem neuen Körper, mit dem verwandelten Körper nach 1. Korinther 15, dann werden wir nicht mehr in diesem vergänglichen Körper sein. Wir werden fern sein von diesem vergänglichen Körper. Das ist das gesamte Argument.

[17:32] Der Punkt ist also: Wir wissen, sagt Paulus, dass wir in dieser vergänglichen Welt noch mit einem sterblichen Körper leben, aber wir sehnen uns nach dem Ewigen und Unvergänglichen, das wir mit einem verwandelten Körper bei der Wiederkunft (1. Korinther 15) erleben werden. Auf diese Weise schauen wir auf das Unsichtbare und nicht auf das Sichtbare, indem wir also zwar jetzt leben, aber mit unseren Gedanken bereits auf das schauen, was nach der Wiederkunft, nach der Verwandlung unseres Körpers und nach der Auferstehung auf uns wartet.

[18:09] Vers 9: „Darum suchen wir auch unsere Ehre darin, dass wir ihm wohlgefallen, es sei daheim oder nicht daheim.“ Paulus sagt: Weil das ewige Leben, und zwar ewig und zwar wirklich physisch bei Gott, das große Ziel der Gläubigen ist, haben sie jetzt schon in diesem Leben, obwohl physisch noch entfernt von Gott, das oberste Lebensziel, Gott in allem zu gefallen. Weil sie einmal bei Gott leben wollen, wollen sie jetzt schon, wo sie nur geistlich Kontakt zu Gott haben, noch nicht physisch, wo sie sein Angesicht noch nicht sehen können, wollen sie jetzt schon Gott von Herzen gefallen. Mit anderen Worten: Egal ob wir physisch bei Gott leben – das wäre daheim – oder noch in den unvergänglichen, sterblichen Körpern auf dieser sündigen Welt – das wäre dann nicht daheim in Bezug auf Gott –, wir wollen Gott immer gefallen. Das heißt, unsere geistliche Einstellung ist unabhängig davon, welchen Körper wir haben, ob wir einen vergänglichen oder unvergänglichen Körper haben. Das ist ein sehr interessanter Punkt, weil das bedeutet in letzter Konsequenz, dass unser Glaube und unsere Hingabe an Gott auch in einem vergänglichen Körper, in einer gefallenen, sündigen Welt, so sein können, wie sie einmal unser Denken in der Ewigkeit charakterisieren.

[19:25] Es gibt viele Leute, die glauben, dass sie hier auf dieser Welt Gott nicht so lieben können wie im Himmel, weil sie einen sterblichen Körper haben, weil sie einen vergänglichen Körper haben, weil sie im sündigen Fleisch leben. Und Paulus macht ganz deutlich: Wir haben sündiges Fleisch, aber er macht ganz deutlich, wir können jetzt schon Gott von ganzem Herzen lieben in diesem Körper, wie wir einmal Gott im Himmel lieben werden, wenn wir einen anderen Körper haben. Egal, ob wir daheim, das heißt also mit Gott physisch sind, oder noch nicht daheim, fern von ihm in diesem sündigen Körper. In jedem Fall kann unser Denken, unser Wunsch, ihm zu gefallen, unser Leben prägen und die Priorität unseres Lebens sein. Das heißt, der sündige Körper ist nicht das entscheidende Hindernis für völlige Heiligung.

[20:16] Und das ist ein wichtiger Punkt. Vielleicht nur als Fußnote hier: Die Idee ist ja manchmal, wenn wir einen neuen Körper bekommen, dann ist all das Problem der Sünde gelöst. Aber das kann nicht der Punkt sein, denn Luzifer hatte keinen sündigen Körper, Adam hatte keinen sündigen Körper, Eva hatte keinen sündigen Körper und die ganzen Engel, die Luzifer gefolgt sind, auch keinen sündigen Körper. Die Sünde ist nicht von einem vergänglichen, sündlichen Fleisch abhängig. Das heißt, das Evangelium muss uns auf einer anderen, tieferen Ebene verändern. Und selbst im vergänglichen Körper, in dieser sündigen Welt, können wir mit Gottes Kraft durch sein Evangelium eine Lebenseinstellung, ein Herz haben, das Gott wohlgefällig ist durch den Heiligen Geist, der innewohnt, sodass wir dann später noch einen neuen Körper bekommen, aber dass unser Denken gar nicht mehr groß verändert werden muss. Unseren Charakter, den nehmen wir mit. Das ist, was hier sich aus diesen Texten letztlich auch ergibt und was die Bibel uns zeigt.

[21:29] Vers 10: 2. Korinther 5, Vers 10. Paulus bringt hier noch einen sehr wichtigen Gedanken: „Denn wir alle müssen vor dem Richterstuhl des Christus offenbar werden, damit jeder das empfängt, was er durch den Leib gewirkt hat, es sei gut oder böse.“ Alle Menschen werden in einem Gericht geprüft. Das macht Prediger 12, Vers 13 und 14 ganz deutlich. Offenbarung 14, Vers 7: „Verkündet das an, dass dieses Gericht begonnen hat.“ Also Offenbarung 14, Vers 7 zeigt uns, dass es eine Zeit gibt, wo das dann verkündigt wird, von dem wir jetzt heute in der Endzeit glauben, dass das bereits begonnen hat. Das wäre ein Studium von Daniel und Offenbarung, haben wir ganz viel Material auf Joel Media. Das kann man sich dann in Ruhe anschauen. Kann man auch einfach die Suchfunktion „CTO“ verwenden auf unserer Joel Media Seite, um die entsprechenden Videos dazu zu finden, was es mit dem Gericht, dem Beginn des Gerichtes, auf sich hat. Paulus hat auch deutlich gesagt in Römer 2, Vers 16, dass es dieses Gericht geben wird zu seiner Zeit. Für Paulus war es noch zukünftig, wir glauben heute, dass es bereits begonnen hat. Wie gesagt, in diesem Gericht ist Jesus der Richter. So sagt es auch Johannes 5, Vers 22: „Denn der Vater richtet niemand, sondern alles Gericht hat er dem Sohn übergeben.“

[22:53] Das ist ganz deutlich. Der Kerngedanke hier im Kontext ist: Unser sterbliches Leben wird von Gott untersucht. Nicht erst, wenn wir physisch bei Gott leben, soll unser Leben in allem Gott geweiht sein, sondern schon jetzt, wenn wir physisch noch weit entfernt von Gott sind, nämlich in einem sündigen Körper leben. Auch jetzt schon wird unser Leben von Gott untersucht und kann für Gott komplett geweiht sein, denn es ist dieses Leben in diesem vergänglichen Körper, das von Jesus Christus im Gericht geprüft wird und untersucht wird. Das ist die Bedeutung dann auch der Botschaft: „Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen.“

[23:33] Vers 11: Übrigens, wir sehen hier in Vers 10, dass durch dieses „denn“ der Gedanke des Gerichtes mit Vers 9, dass wir egal, ob wir einen vergänglichen Körper haben auf dieser Erde oder dann einen unvergänglichen im Himmel, dass wir zu allen Zeiten Gott die Ehre geben sollen und ihm zu Ehren leben sollen, ja, dass wir ihm wohlgefallen. Das wird begründet mit der Tatsache, dass es ein Gericht gibt, das auch dieses irdische Leben, diesen vergänglichen Körper, prüft. Was also bedeutet das? Dieses „Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen“. Eine ganz wichtige Botschaft ist, dass wir auch in dieser vergänglichen Welt, in diesem vergänglichen Körper, Gott von Herzen lieben können und im Glauben Überwinder der Sünde sein können.

[24:23] 2. Korinther 5, Vers 11: Paulus fährt jetzt fort, die geistliche Bedeutung seines Dienstes zu beschreiben. Hat er ein bisschen auch ausgeholt jetzt, um auch in Bezug auf die Auferstehung und das ewige Leben ein paar wichtige Gedanken auszuführen. Er kommt jetzt zurück auf den Gedanken des Dienstes, den er ausführt. Vers 11: „Im Bewusstsein, dass der Herr zu fürchten ist“ – ja, also das hat noch dieses „Fürchte Gott, gib ihm die Ehre“ Bezug auf das Gericht – „suchen wir daher die Menschen zu überzeugen. Gott aber sind wir offenbar. Ich hoffe aber auch in eurem Gewissen offenbart zu sein.“ Sein Ziel ist es: Paulus arbeitet im Bewusstsein, dass Gott zu fürchten ist. Deswegen Offenbarung 14, Vers 6: Das ewige Evangelium beginnt mit den Worten in Vers 7: „Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre.“ Sein Ziel ist es, die Menschen vom Evangelium zu überzeugen, aber dabei verwendet er keine Tricks, keine Täuschung, keine unlauteren Mittel, wie er schon in 2. Korinther 4, Vers 2 gesagt hat, weil er ja weiß, dass alles, was er tut, vor dem prüfenden Auge Gottes Bestand haben muss. Deswegen ja 2. Korinther 5, Vers 10: „In diesem Bewusstsein arbeiten wir.“ Und Paulus hofft aber jetzt auch, dass sein Wirken nicht nur vor Gott Bestand hat, sondern auch gegenüber den Korinthern. Das heißt, dass auch die Korinther die Aufrichtigkeit und die Lauterkeit seiner Verkündigung und seines Dienstes sehen. Wir haben ja gesehen in Kapitel 1, dass es dort Leute gab, die ihm offensichtlich vorgeworfen haben, nicht so wirklich seine Worte Taten folgen zu lassen, als er angekündigt hatte, nach Korinth zu kommen und dann aber doch erst über Mazedonien gezogen ist. Und er hat das ja erklärt, dass er – was ihn bewogen hat – dass das Beste für sie wäre, wenn er erst ein bisschen wartet. Und er erklärt jetzt hier, wie wichtig es ihm ist, wirklich aufrichtig das Evangelium zu verkündigen.

[26:13] Vers 12: „Denn wir empfehlen uns nicht nochmals selbst euch gegenüber, sondern wir geben euch Gelegenheit, euch unseretwegen zu rühmen, damit ihr es denen entgegenhalten könnt, die sich des Äußeren rühmen, aber nicht des Herzens.“ Also hier bezieht sich Paulus ja natürlich mal auf 2. Korinther 3, Vers 1, dass wir letzte Woche uns angeschaut haben. Er braucht keine Empfehlungsschreiben. Die Korinther kennen seinen Dienst. Sie benötigen keine Bestätigung von irgendjemand Drittem, dass Paulus wirklich vertrauenswürdig ist. Es gab aber offensichtlich solche, die nur auf die Äußerlichkeiten schauen und die deswegen die geänderten Reisepläne von Paulus als einen Beweis seiner Unzuverlässigkeit ansehen, weil sie seine Motive und sein geistliches Urteilsvermögen, das jetzt in diesen ganzen Kapiteln – vor allem auch Kapitel 1 und 2 – so erklärt hat, weil sie das nicht berücksichtigen. Und Paulus wünscht sich, dass die Korinther diesen Kräften – weil sie aus der früheren Erfahrung mit Paulus wissen, dass Paulus sie nicht im Stich lässt, sondern dass er wirklich väterlich für sie sorgt und dass es einen Grund dafür gibt, warum er erst mit Verzögerung zu ihnen kommen wird – entgegentreten.

[27:19] Vers 13: „Denn wenn wir je außer uns waren, so waren wir es für Gott. Wenn wir besonnen sind, so sind wir es für euch.“ Es gab also offensichtlich einige, die Paulus als verrückt angestellt haben, als fanatisch, als irgendwie nicht ganz recht bei Sinnen. Und das ist eine Anschuldigung, die auch Jesus selbst traf, Markus 3, Vers 21 zum Beispiel. „Und als die, welche um ihn waren, es hörten, gingen sie aus, um ihn zu ergreifen, denn sie sagten: Er ist von Sinnen.“ Und jetzt hat er gesagt: Der Knecht ist nicht über dem Meister. Ja, wenn Jesus sowas erlitten hat, dann müssen wir auch sowas erleiden. Später ist Paulus auch tatsächlich von Festus konkret angeklagt worden, er sei von Sinnen, das viele Studieren würde ihn toll machen. Und Paulus macht deutlich, dass dieses ganze Verhalten, das einige jetzt als unberechenbar, als nicht vertrauenswürdig, als irgendwie unzurechnungsfähig bezeichnet haben, dass das alles für Gott gewesen ist. Er hat das getan, weil er weiß, dass er alle seine Taten vor Gott verantworten muss. Deswegen ist er nicht gleich nach Korinth gekommen, sondern hat sich überlegt, der Führung des Geistes Gottes folgend, was das Beste wäre. Aber die Korinther wissen – anders als die falschen Lehrer, die Paulus verleumdeten –, dass er bei allem Eifer für das Evangelium ein rational denkender und handelnder Mensch ist. Deswegen sagt er: „Wenn wir besonnen sind, so sind wir es für euch.“

[28:55] Vers 14: „Denn die Liebe des Christus drängt uns.“ Die tiefe Motivation für all sein Handeln ist die Liebe Gottes. Die drängt ihn. Dadurch trifft er natürlich mitunter Entscheidungen, die einem weltlich denkenden Menschen unlogisch erscheinen. Ja, denken wir an 1. Korinther 2, Vers 14: „Der natürliche Mensch aber nimmt nicht an, was vom Geist Gottes ist, denn es ist ihm eine Torheit und er kann es nicht erkennen, weil es geistlich beurteilt werden muss.“ Das Wort „drängen“ hier interessanterweise im Griechischen meint gar nicht so den Impuls, wie wir das oft verstehen – „es drängt mich, ich muss jetzt, ich fühle mich gedrängt, das zu tun“, so im Sinne von vorwärts dringen –, sondern es meint eigentlich etwas, was mich einengt, was mich von beiden Seiten sozusagen so einengt, dass ich gar nicht nach links und rechts ausweichen kann. Mit anderen Worten: Die Liebe Gottes – der Gedanke ist gar nicht, die Liebe Gottes pusht mich, sondern der Gedanke ist: Die Liebe Gottes hält mich auf der Spur. Sie hält mich auf der Bahn. Wenn ich in Gefahr laufe, nach rechts abzudriften oder nach links abzudriften, dann ist es die Liebe Gottes, die mich einnordet, zu sagen, die mich einengt, damit ich nicht auf einen falschen Weg gerate. Sie gibt mir sozusagen den Weg vor, den ich zu gehen habe. Es ist die Liebe Gottes, die ihn dazu bringt, auch Pläne umzuschmeißen, weil er merkt, dass es besser ist zu tun, was Gott ihm zeigt.

[30:55] Übrigens, wir haben im Sendemanuskript eine Reihe von anderen Versen, wo dieses Wort auch vorkommt. Da merkt man, es geht darum, dass jemand von einer Volksmenge bedrängt ist, von zwei Optionen bedrängt ist. Die Römer umschließen Jerusalem eng, sie sozusagen ein. Der Gedanke ist also: Paulus wird durch die Liebe auf dem schmalen Pfad der Selbstaufopferung für andere und für das Evangelium gehalten. Und das sehen manche natürlich als verrückt an. Das kommt noch heute vor, dass Menschen, weltlich denkende Menschen, es für unsinnig erachten, wenn Menschen wirklich dem Willen Gottes folgen. Zum Beispiel, wenn sie gefährliche Missionseinsätze machen oder wenig erfolgversprechende Missionseinsätze, wenn sie radikale Lebensveränderungen vornehmen, weil sie echte Bekehrung erleben, weil sie echte Erweckung erleben, wenn sie geistliche Prioritäten im Leben setzen, wenn sie Dinge meiden, die für Menschen der Welt völlig harmlos sind, wenn sie sich im Werk Gottes aufopfern, wenn sie das Werk Gottes mit substanzieller Unterstützung fördern. All das erscheint Weltmenschen als völlig unsinnig, als fanatisch, als verrückt, aber es ist nicht verrückt. Es ist vom Geist Gottes gedrängt, auf dem richtigen Pfad zu bleiben.

[32:16] Er sagt hier: „Wenn einer für alle gestorben ist, so sind sie alle gestorben.“ Paulus ist mit Christus gestorben, sagt er in Galater 2, Vers 20: „Ich bin mit Christus gekreuzigt und nun lebe ich, aber nicht mehr ich selbst, sondern Christus lebt in mir. Was ich aber jetzt im Fleisch lebe, das lebe ich im Glauben an den Sohn Gottes, der mich geliebt und sich selbst für mich hingegeben hat.“ Im Bewusstsein, dass Jesu Tod am Kreuz für ihn eine direkte, umfassende Konsequenz für seine ganze Lebensgestaltung hat. Christus entscheidet jetzt über sein Leben, und wenn er Pläne hat, kann es sein, dass Christus seine Pläne komplett umschmeißt und andere Pläne hat.

[33:00] Vers 15: „Und er ist deshalb für alle gestorben, damit die, welche leben, nicht mehr für sich selbst leben, sondern für den, der für sie gestorben und auferstanden ist.“ Wer Christus nachfolgt, ist nicht mehr Herr des eigenen Lebens und kann nicht mehr nach Gutdünken tun und lassen, was er will, sondern er ist geistlich mit Christus gestorben und auferstanden. Gibt’s eine Reihe von Bibeltexten, die das deutlich machen: Wir sind mit ihm gestorben, mit ihm begraben, mit ihm auferstanden, mit ihm in die himmlischen Regionen geistlich versetzt worden. Christus ist für uns gestorben, deshalb sollen wir für Christus leben. Wenn andere das als verrückt bezeichnen, ist es ihre Sache, weil der Christ weiß, dass er mit Jesus Christus das ewige Leben hat und die Liebe Gottes zeigt ihm, dass dies der einzige Weg ist.

[33:49] Vers 16: „So kennen wir denn von nun an niemand mehr nach dem Fleisch. Wenn wir aber auch Christus nach dem Fleisch gekannt haben, so kennen wir ihn doch nicht mehr so.“ Dieser Vers wird durch Vers 15 und Vers 17, wo es heißt: „Darum ist jemand in Christus, ist eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen. Siehe, alles ist neu geworden“, verständlicher. Weil der Christ mit Christus geistlich gestorben ist und eine völlig neue Schöpfung geworden ist, sind auch alle seine zwischenmenschlichen Beziehungen jetzt anders, nämlich geistlich. Es darf daher in der Gemeinde keine Vetternwirtschaft geben, wo man einfach aufgrund von fleischlichen zwischenmenschlichen Beziehungen Vorteile sich erwirtschaftet oder andere bevorzugt. Es darf kein Schubladendenken nach weltlichen Kriterien geben. Ja, in der Welt werden Menschen eingeordnet, da werden zwischenmenschliche Beziehungen bewertet nach Herkunft, Aussehen, Intelligenz, Faktoren, nach denen die Welt handelt. Aber wer echte Erlösung erlebt hat, der interagiert mit Menschen nicht mehr nach diesen Prinzipien, sondern für ihn ist alles neu geworden. Und das gilt sogar für die Person Jesus. Paulus wird vor seiner Bekehrung Gerüchte gehört haben, menschliche Meinungen über Jesus, Dinge, die er als Pharisäer gehört hat, aufgeschnappt hat. Ja, aber diese Dinge spielen nun, da er mit Christus gekreuzigt ist, keine Rolle mehr. Seine Beziehung zu Christus basiert nicht mehr auf weltlichen zwischenmenschlichen Beziehungen, sondern auf einer geistlichen Verwandlung, auf einer Neuschöpfung.

[35:31] Die Applikation ist eine ganz praktische: Die Korinther sollen nicht auf die Gerüchte hören, nicht auf den Tratsch bezüglich Paulus, sondern ihre Beziehung zu ihm soll aufgrund ihrer Erlösungserfahrung basieren. Statt wie Weltmenschen einfach nur etwas über jemand wissen, weil ich da ein Gerücht gehört habe, sollen sie ihre Beziehung zu Paulus allein auf diesem Gedanken: „Ich bin eine neue Kreatur, eine neue Schöpfung“, ausrichten. Ein wichtiger Punkt auch für uns: Wie oft handeln wir oft in der Gemeinde nach weltlichen Kriterien und glauben irgendeinem Klatsch und Tratsch? Aber Paulus sagt in Vers 17: „Darum ist jemand in Christus, so ist er eine neue Schöpfung. Das Alte ist vergangen. Siehe, alles ist neu geworden.“ Wir dürfen wirklich in Christus komplett neu anfangen, ein neues Leben leben. Ein fundamentaler Vers, der zeigt, so wie 2. Korinther 4, Vers 6: Erlösung ist Neuschöpfung. Damals hieß es ja in Vers 6 von Kapitel 4, „denn Gott, der dem Licht gebot, aus der Finsternis hervorzuleuchten, er hat es auch in unseren Herzen Licht werden lassen, damit wir erleuchtet werden mit Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi.“

[36:46] Hier zeigt sich, dass die Erlösung etwas Umfassendes ist. Erlösung ist nicht nur eine Veränderung eines Teilbereiches. Ein Gläubiger ist nicht halb Christ und halb Mensch. Das Alte ist vergangen. Es kann zwar sein, dass von Zeit zu Zeit das Alte ihn einholt. Es kann sein, dass er untreu oder schwach wird, aber dann kann er zu Christus zurück und in Christus vergebende und neuschöpfende Gnade erhalten. Solange wir in Christus sind, sind wir eine völlig neue Schöpfung.

[37:11] Vers 18: „Das alles aber kommt von Gott, der uns mit sich selbst versöhnt hat durch Jesus Christus und uns den Dienst der Versöhnung gegeben hat.“ Die Neuschöpfung ist Gottes Werk. Epheser 2, Vers 8: „Wir sind seine Schöpfung, erschaffen in Christus Jesus zu guten Werken, die Gott zuvor bereitet hat, damit wir in ihnen wandeln sollen.“ Wir sind Gottes Werk und durch den Tod Jesu können wir mit ihm völlig versöhnt werden. Römer 5, Vers 1 sagt, dass wir Frieden mit Gott haben. Und weil wir Versöhnung erlebt haben, die Gott uns durch Jesus Christus geschenkt hat, dürfen wir jetzt auch den Dienst der Versöhnung erhalten. Das heißt, wir sollen anderen Menschen von diesem wunderbaren Evangelium erzählen.

[37:54] Vers 19: „Weil nämlich Gott in Christus war und die Welt mit sich selbst versöhnte, indem er ihnen ihre Sünden nicht anrechnete und das Wort der Versöhnung in uns legte.“ Paulus erklärt jetzt diesen Gedanken aus Vers 18 noch ein bisschen ausführlicher. Der Glaube an den Tod Jesu als Vergebung für die eigenen Sünden führt deshalb zur Versöhnung mit Gott, weil Gott in Christus war. Also, wer an Jesus glaubt, der glaubt auch, dass in dem Tod Jesu der sündige Mensch und der ewige, sündlose Gott sich versöhnt haben. Jesus war nicht nur ein Mittelsmann, sondern er war vollfänglich Repräsentant der Gottheit. Er ist Gott mit uns, Immanuel (Matthäus 1, Vers 23). Johannes 1, Vers 14: „Das Wort wurde Fleisch, das Wort war Gott.“ Und Jesus hat dabei die Sünden der gesamten Welt getragen. Johannes 1, Vers 29: „Wir dürfen wissen im Glauben, dass Gott alle unsere Sünden auf ihn geworfen hat“ (Jesaja 53, Vers 6). In diesem Sinn hat Gott die ganze Welt mit sich versöhnt. Er hat die Sünden der ganzen Welt getragen. Alle unsere Sünden sind auf ihn geworfen worden. Es ist an uns, ob wir das glauben oder nicht. Aber wenn es hier heißt, dass Gott die Welt mit sich versöhnt, dass er am Kreuzestod von Jesus, am Kreuz von Golgatha, die Möglichkeit geschaffen hat, dass jeder einzelne Mensch der Welt gerettet werden kann, wenn er es glaubt. Menschen müssen nicht ihre Sünde zu Jesus bringen. Die Sünden sind auf Jesus gelegt worden. Es ist unsere Aufgabe, es zu glauben oder nicht. Und wenn wir es glauben, dann sind wir eine neue Kreatur, dann sind wir eine neue Schöpfung. Und ich möchte das in meinem Leben so wirklich ganz tief im Herzen glauben.

[39:54] Wir sehen also, dass dieser Vers nicht lehrt, dass alle Menschen gerettet werden, aber alle Menschen können gerettet werden, wenn sie im Glauben das Geschenk annehmen. Die Versöhnung besteht darin, dass Gott die Sünden nicht anrechnet, weil er in der Person von Jesus Christus die Sünden auf sich selbst genommen hat. So kann er uns vergeben und gleichzeitig gerecht sein. In Römer 3, Vers 24 bis 26 ist das deutlich erklärt. Und das Wort der Versöhnung, das ist die Botschaft vom Evangelium, die gute Nachricht, dass Jesus für uns gestorben ist und dass jeder von uns ein Kind Gottes sein kann durch den Glauben an das Opfer Jesu (Johannes 1, Vers 12).

[40:33] Vers 20: „So sind wir nun Botschafter für Christus und zwar so, dass Gott selbst durch uns ermahnt. So bitten wir nun stellvertretend für Christus: Lasst euch versöhnen mit Gott.“ Paulus hat damit seinen Dienst definiert. Er ist ein Botschafter für Gott. Er möchte das Angebot der Versöhnung überall bekannt machen. Wenn Paulus spricht, spricht eigentlich letztlich Gott, denn Gott hat den tiefen Wunsch, dass sich die Menschen zu ihm bekehren (Hesekiel 18, Vers 31, 32). Gott hat kein Gefallen am Tod der Gottlosen. Die Botschaft des Paulus und der anderen Apostel ist also ganz klar: „Lasst euch versöhnen mit Gott.“ Das muss unsere Kernbotschaft sein. Wenn das nicht unsere Kernbotschaft ist, dann gehen wir an der Predigt des Evangeliums vorbei. Gerade jetzt, wo wir im antitypischen Versöhnungstag, dem Herzstück von dem Gericht, wo es eben um die Versöhnung geht, da sind die Tiefen und die Konsequenzen des Evangeliums noch viel deutlicher zutage getreten. Offenbarung 10, Vers 7 spricht davon, dass jetzt in der 7. Posaune das Evangelium vollendet werden soll. Wie viel mehr müssen wir dann jetzt die Versöhnung mit Gott zum Zentrum unserer Botschaft machen?

[41:45] Vers 21: Hier bringt Paulus das Evangelium auf den Punkt: „Denn er hat den, der von keiner Sünde wusste, für uns zur Sünde gemacht, damit wir in ihm zur Gerechtigkeit Gottes würden.“ Hier ist das Evangelium definiert. Jesus war absolut sündlos, aber Gott hat alle Sünden der Welt auf ihn geworfen und ihn so behandelt, als hätte er alle diese Sünden selbst begangen. Dafür werden wir, die wir dies glauben, so behandelt, als hätten wir nie gesündigt. Wir erhalten die Gerechtigkeit Jesu. Jeremia 23, Vers 5 und 6: „Der Herr ist unsere Gerechtigkeit.“ Was für eine wunderbare Botschaft, was für ein herrliches Evangelium, was für eine großartige Botschaft, die wir der Welt verkündigen dürfen!

[42:35] Kapitel 6, Vers 1: „Aber als Mitarbeiter ermahnen wir euch auch, die Gnade Gottes nicht vergeblich zu empfangen.“ Und das ist jetzt ein interessanter Vers. Vers 2: „Denn es heißt: Zur angenehmen Zeit habe ich dich erhört und am Tag des Heils dir geholfen. Siehe, jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils.“ Wenn man das liest – so habe ich auch oft verstanden –, hat man den Eindruck, dass es darum geht, das Evangelium anzunehmen. Aber schauen wir uns den Vers genau an. Das ist natürlich selbstverständlich, dass wir das Evangelium annehmen sollen. Aber was meint Paulus hier wirklich, wenn er sagt: „die Gnade Gottes nicht vergeblich empfangen“? Die Korinther werden sich erinnert haben, dass in 1. Korinther 15, Vers 10 steht: „Aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin, und seine Gnade, die an mir erwiesen hat, ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe mehr gearbeitet als sie alle, jedoch nicht ich, sondern die Gnade Gottes, die mit mir ist.“ Die Tatsache, dass die Gnade Gottes nicht vergeblich war, hat sich bei Paulus daran gezeigt, dass er für das Evangelium gearbeitet hat. Wenn also er sagt: „als Mitarbeiter ermahnen wir euch auch, die Gnade Gottes nicht vergeblich zu empfangen“, ist es ein Aufruf zur Mitarbeit in der Mission, ist ein Aufruf zur Mitarbeit in der Verkündigung des Evangeliums. Paulus tut nicht nur erklären, warum er etwas später nach Korinth kommt und begründet nicht nur seinen eigenen Dienst, er ruft auch dazu auf, sich zu beteiligen, mitzumachen an diesem Werk der Verkündigung.

[43:59] Und das wird jetzt durch das Zitat gestützt. Es heißt in Vers 2: „Denn es heißt: Zur angenehmen Zeit habe ich dich erhört und am Tag des Heils dir geholfen.“ Das ist ein Zitat aus Jesaja 49 und es lohnt sich, das einmal genau anzuschauen. Jesaja 49, Vers 8: „So spricht der Herr: Zur angenehmen Zeit habe ich dich erhört und am Tag des Heils dir geholfen. Und ich will dich behüten und dich dem Volk zum Bund geben, damit du dem Land wieder aufhilfst und die verwüsteten Erbteile wieder als Erbesitz austeilst, damit du zu den Gefangenen sagst: Geh hinaus! Und zu denen in der Finsternis: Kommt hervor!“ Der Punkt ist also, dass hier in Jesaja 49 es nicht so sehr um die Annahme des Evangeliums geht, sondern um die Weitergabe des Evangeliums. Wenn er sagt: „Zur angenehmen Zeit habe ich dich erhört, am Tag des Heils dir geholfen“, bedeutet das: Gott hat am Tag des Heils uns die Aufgabe und die Gnade gegeben, andere Menschen aus der Finsternis hervorzuholen, Gefangene zu befreien im Sinne der Verkündigung des Evangeliums. Der angenehme Tag ist also der Tag, wo Gott uns mit dem Privileg ausstattet, das ewige, herrliche Evangelium zu verkündigen, dem Volk ein Bund zu sein, also quasi das Evangelium dem Volk darzustellen, zu personifizieren, zu illustrieren. Und wenn sich jetzt die Korinther fragen: „Also ja, aber wann ist der angenehme Zeitpunkt? Wann ist der Zeitpunkt gekommen, wo wir auch mitarbeiten, wo wir das Evangelium weitertragen, wo wir sagen: Versöhnt euch mit Gott, wo wir sagen zu den Gefangenen: Kommt aus?“ Die Antwort von Paulus ist ganz deutlich: „Jetzt ist die angenehme Zeit, jetzt ist der Tag des Heils.“ Ihr lieben Korinther, mit anderen Worten: Ihr habt von mir das Evangelium empfangen. Ihr solltet ebenfalls euch an dem Dienst der Verkündigung beteiligen. Und wenn ihr euch die Frage stellt, wann wäre denn der beste Zeitpunkt? Kann ich euch sagen: Der beste Zeitpunkt ist jetzt.

[46:24] Vers 3: „Wir geben niemand irgendeinen Anstoß, damit der Dienst nicht verlästert wird.“ Paulus macht deutlich, dass er sehr darauf achtet, wie er arbeitet, damit niemand den Dienst Gottes in Misskredit bringt. Das haben wir schon gesehen in 1. Korinther 10, Vers 32 und 33. „Sondern in allem empfehlen wir uns als Diener Gottes: in viel Standhaftigkeit, in Bedrängnissen, in Nöten, in Ängsten, in Schlägen, in Gefängnissen, in Unruhen, in Mühen, im Wachen, im Fasten, in Keuschheit, in Erkenntnis, in Langmut, in Freundlichkeit, im Heiligen Geist, in ungeheuchelter Liebe, im Wort der Wahrheit, in der Kraft Gottes, durch die Waffen der Gerechtigkeit in der Rechten und Linken, unter Ehre und Schande, bei böser und guter Nachrede, als Verführer und doch wahrhaftig, als unbekannt und doch wohl bekannt, als Sterbende und siehe, wir leben, als Gezüchtigte und doch nicht getötet, als Betrübte, aber immer fröhlich, als Arme, die doch viele reich machen, als solche, die nichts haben und doch alles besitzen.“

[47:22] Seine Empfehlung als Mitarbeiter und Diener Gottes besteht darin, die vielen Widrigkeiten im Evangeliumsdienst geduldig zu ertragen. Und dabei zeigt er christlichen Charakter. Standhaftes Ausharren wird die Gläubigen am Ende der Zeit charakterisieren. Die Bedrängnisse ist das, was die Gläubigen erleben werden (Offenbarung 7, Vers 14). Er hat Nöte, er hat Angst, aber er weiß (Römer 8, Vers 35), dass die Ängste ihn nicht von der Liebe Gottes trennen können. Die Schläge – das sehen wir in Apostelgeschichte 16, Paulus ist geschlagen worden in Philippi, auch ins Gefängnis geworfen worden. Unruhen hat er gerade in Ephesus erlebt, wie uns Apostelgeschichte 19 deutlich macht. Er hatte neben seiner Tätigkeit als Missionar auch noch gearbeitet, was ihm große Mühe gemacht hat. Er hat oft die Nacht gewacht und den Schlaf nicht gehabt, den er eigentlich gebraucht hätte, weil er gearbeitet hat und verkündigt hat. Er hat gefastet (Apostelgeschichte 14, Vers 23). Das Wort „Keuschheit“ hier in Vers 6 meint eigentlich Reinheit oder Unschuld. Er hat tatsächlich ein reines Gewissen vor Gott und vor den Menschen. Er hat Erkenntnis, das bescheinigt auch der Petrus in 2. Petrus 3. Langmut und Freundlichkeit, das sind die beiden Worte im Griechischen, auch die als die ersten beiden Charakteristika von 1. Korinther 13 von der Liebe beschrieben werden. Im Heiligen Geist: Die Arbeit von Paulus war ganz deutlich im Heiligen Geist geführt. 2. Korinther 3, Vers 3 sagt: „Ihr seid ein Brief, geschrieben mit dem Geist des lebendigen Gottes.“

[48:59] Die ungeheuchelte Liebe, die haben wir gesehen beim Schreiben des ersten Korintherbriefes, wie er es noch mal in 2. Korinther 2 ausgerückt hat, dass er unter Tränen das geschrieben hat. Das Wort der Wahrheit, das ist natürlich das Wort Gottes, und Paulus war ein Mann der Schrift, das zeigt sich an vieler Stelle. Die Kraft Gottes, das Evangelium, das er hier anführt. Die Waffen der Gerechtigkeit, wir kennen sie aus Epheser 6, die Waffenrüstung Gottes. Interessant ist, dass er hier sagt „zur Rechten und zur Linken“, das heißt, er ist von allen Seiten auf jeden Angriff vorbereitet, denn für Paulus war das christliche Leben ein geistlicher Kampf.

[49:31] Vers 8: „Unter Ehre und Schande.“ Egal wie die äußere Beurteilung sich wandeln mag, für ihn bleibt der Dienst immer derselbe. Besonders krass hatte er das in Lystra erlebt, wo er erst zum Gott erhoben worden ist und danach gesteinigt worden ist. In böser und guter Nachrede: Paulus hat seine Verkündigung nie nach der Masse angepasst, egal ob die jetzt gut oder schlecht über ihn dachte. Er wurde oft als Verführer bezeichnet, als jemand, der die Menschen in die Irre führt. Aber er gibt das jetzt hier wieder, ohne sich zu eigen zu machen, wenn er sagt in Vers 8: „als Verführer und doch wahrhaftig“. Er wird zwar oft als Verführer bezeichnet, aber er weiß, er ist selbst wahrhaftig. „Unbekannt“ – in Athen kannte ihn niemand – „und doch wohl bekannt“ – in Galater 1 sagt er, dass sein Dienst sich weiter herumgesprochen hat. „Als Sterbende“ – und da haben wir ja mehrere Beispiele jetzt in den Korintherbriefen schon gesehen, wie er oft dem Tode nahe war. „Betrübte“ (2. Korinther 2, Vers 4): Die Sorge um die Gemeinden. „Und immer fröhlich“: Das Gefängnis in Philippi macht es deutlich, dass er dort in tiefster Not gesungen hat. Er hat ja den Philipper gesagt oder wird ihnen dann sagen, noch hat er den Brief ja nicht geschrieben: „Freut euch allezeit. Freut euch in dem Herrn.“ Und Paulus hat das ausgelebt, was er dann in Philipper geschrieben hat. Er war tatsächlich ohne materielle Reichtümer und doch hat er viele reich gemacht, denn das Evangelium, so hat uns ja 2. Korinther 4, Vers 7 gelehrt, ist ein Schatz. In dieser Hinsicht ist er Jesus gefolgt, wie wir noch in 2. Korinther 8, Vers 9 sehen werden nächste Woche.

[51:17] Und dann bringt er das sozusagen auf den Punkt in der deutlichsten Fassung, die uns überhaupt machen kann: „als solche, die nichts haben und doch alles besitzen.“

[51:33] Vers 11: „Unser Mund hat sich euch gegenüber geöffnet, ihr Korinther. Unser Herz ist weit geworden. Ihr habt nicht engen Raum in uns, aber eng ist es in euren Herzen. Vergeltet uns nun Gleiches. Ich rede zu euch als zu meinen Kindern und lasst es auch in euch weit werden.“ Er spricht die Korinther, die Geschwister, direkt an. Er hat wirklich aus seinem Herzen gesprochen, ganz tief. Er hat sie wissen lassen, wie es ihm geht als Missionar und Evangelist. Er hat ihnen von seinen emotionalen Befindlichkeiten erzählt, seine Erlebnisse kundgetan und er wünscht sich, dass die Beziehung zu den gläubigen Korinthern noch herzlicher wird. Er merkt, dass es da noch – er hat keine distanzierten Gefühle, aber sie haben teilweise noch eine gewisse Distanz zu ihm. Da sind noch Fragen, da sind skeptische Vorbehalte, die immer noch ihren Einfluss in Korinth ausüben. Und er sagt es erneut als ihr geistlicher Vater, wie er schon in 1. Korinther 4, Vers 15 gesagt hat. Er wünscht sich, dass sie ihn so vorbehaltlos lieben und annehmen, so wie er es mit ihnen tut. Und hier sehen wir ein interessantes Bild für Jesus, der uns unendlich liebt, aber sich auch danach sehnt, von uns ohne skeptische Fragen, ohne Vorbehalte, ohne Herzensenge geliebt zu werden. Durch Paulus spricht Jesus zu dir und zu mir. Wie oft behandeln wir Jesus so wie die Korinther Paulus behandelt haben und machen ihm Vorwürfe, weil die Dinge nicht so gekommen sind, wie wir gedacht haben, weil er einen Plan geändert hat und wir seine Motive nicht durchdringen? Wollen wir es nicht weit werden lassen in unseren Herzen für Jesus, unseren Freund und Erlöser?

[53:34] Es kommt jetzt noch ein ganz wichtiger Punkt, den Paulus anspricht hier in 2. Korinther 6, Vers 14: „Zieht nicht in einem fremden Joch mit Ungläubigen. Denn was haben Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit miteinander zu schaffen? Und was hat das Licht für Gemeinschaft mit der Finsternis?“ Christen können nicht gleichzeitig mit Ungläubigen an einem Strang ziehen. Offensichtlich hatten einige Gläubige kein Problem damit, Gemeinschaft mit den Heiden intensiv zu pflegen, die wir schon aus 1. Korinther 15, Vers 33 abgeleitet haben und überhaupt aus den ersten Kapiteln des ersten Korintherbriefes, wo deutlich wurde, dass einige in Korinth so ein bisschen mit der griechischen Philosophie geliebäugelt haben. Gerechtigkeit und Gesetzlosigkeit sind unvereinbar. Licht und Dunkelheit sind seit Anbeginn der Welt deutlich getrennt. So sagt es schon die 1. Mose 1 und 1. Johannes 1, Vers 5 sagt: „Bei Gott ist Licht und gar keine Finsternis.“

[54:27] Vers 15: Weitere rhetorische Fragen. „Wie stimmt Christus mit Belial überein?“ Belial ist aus dem Alten Testament, hebräisch „Belial“: Schlechtigkeit, Bosheit, Nichtswürdigkeit, Verderben, Verderber, Nichtsnutziger. So wird es übersetzt, schon in Qumran auch als Eigenname für den Satan. Und vielleicht – man kann es nicht so wirklich beweisen, vielleicht aber an vielen Stellen im Alten Testament eigentlich schon noch als Bezeichnung für den Satan gemeint. Wenn zum Beispiel in 5. Mose 13, 14 von „Söhnen Belials“ die Rede ist, dann drängt der Vergleich zu Johannes 8, Vers 44 auf, wo Jesus seine Verfolger als so bezeichnet, dass sie den Teufel zum Vater haben. Paulus hier auf jeden Fall bezeichnet Belial als den Gegner von Christus und damit als den Satan. Das dürfte ein gewichtiges Argument dafür sein, dass im Alten Testament auch Belial ein Name für Satan ist. Die Übersetzung ist übrigens extrem schwierig. Keiner weiß ganz genau, wie dieses Wort eigentlich zusammengesetzt ist, und deswegen gibt’s eine Vielzahl von Überlegungen. Es ist nur ungefähr klar, dass es hier etwas Böses ist, das ist ganz deutlich.

[55:32] Diese fünf rhetorischen Fragen von Paulus drücken alle denselben Gedanken aus. Das heißt weiter: „Und was hat der Gläubige gemeinsam mit dem Ungläubigen? Wie stimmt der Tempel Gottes mit Götzenbildern überein?“ Wir haben Christus, die Gerechtigkeit, das Licht, die Gläubigen und den Tempel Gottes. Auf der anderen Seite den Satan, den Belial, die Sünde, die Gesetzlosigkeit, die Finsternis, die Ungläubigen und die Götzenbilder. Das sind zwei Dinge, die sich nicht vermischen dürfen. Damit nimmt Paulus auch noch einmal Stellung gegen jede Form von Götzendienst. Auch noch mal interessant im Hinblick auf den ersten Korintherbrief. Die Christen in Korinth können keine Verbindung mit den heidnischen Philosophen zum Beispiel dort eingehen. Und die Idee mit dem Tempel Gottes war ja schon in 1. Korinther 3 und gewisserweise auch 1. Korinther 6 thematisiert worden.

[56:15] Und dann kommt hier ein Zitat, wie Gott gesagt hat: „Ich will in ihnen wohnen und unter ihnen wandeln und ich will ihr Gott sein und sie sollen mein Volk sein.“ (3. Mose 26, Vers 11 und 12, leicht gekürzt, von der zweiten in die dritte Person gesetzt). Und dann Vers 17: „Darum geht hinaus aus ihrer Mitte.“ Auch das eigentlich ein Zitat aus Jesaja 52, Vers 11, aber etwas freier zitiert. Das heißt hier: „Und sondert euch ab, spricht der Herr, und rührt nichts Unreines an und ich will euch aufnehmen.“ Jesaja 52, Vers 11 sagt: „Weicht, weicht, geht hinaus von dort, rührt nichts Unreines an, geht hinaus aus ihrer Mitte, reinigt euch, die ihr die Geräte des Herrn tragt.“ Der Kontext ist dort, Babylon zu verlassen, und das ist natürlich eine interessante Parallele auch zu Offenbarung 18, Vers 4. Und dann Vers 18: „Und ich will euch ein Vater sein und ihr sollt mir Söhne und Töchter sein, spricht der Herr, der Allmächtige.“ Das könnte hier auf die Verheißung von 2. Samuel 7, Vers 14 zurückgehen, die ja eigentlich eine messianische Prophezeiung ist und sich besonders auf Jesus Christus bezieht, aber natürlich auch im unmittelbaren Kontext sich auf Davids Sohn Salomo bezieht, der ja im Glauben dann auch mit Jesus verbunden ist. Insofern kann Paulus das dann wohl auch auf alle Gläubigen anwenden, denn wenn wir in Christus sind, sind wir dadurch, durch den Glauben an Christus, auch Kinder Gottes. So macht es Johannes 1, 12 und 13 deutlich, Römer 8, Vers 14 bis 16 ebenso.

[57:42] Wir lesen weiter: Kapitel 7, Vers 1: „Weil wir nun diese Verheißung haben, Geliebte, so wollen wir uns reinigen von aller Befleckung des Fleisches und des Geistes zur Vollendung der Heiligkeit in Gottes Furcht.“ Der Gedankengang geht ununterbrochen weiter. Die Kapiteleinteilung ist später hinzugefügt worden. Diese großartigen Verheißungen, die wir gerade hier gelesen haben in den Versen 16, 17 und 18 von Kapitel 6, die sollen uns dazu bringen, in der Heiligung konsequent voranzuschreiten. Diese großartigen Verheißungen werden auch in 2. Petrus 1, Vers 3 und 4 beschrieben, dass wir dort Teilhaber der göttlichen Natur werden, diese überaus großen Verheißungen. Die Gläubigen sollen also nicht auf halbem Weg stehen bleiben, sondern sie sollen Gott erlauben, das angefangene Werk in ihnen auch zu vollenden (Philipper 1, Vers 6). Und deswegen sollen sie bereit sein, wie Jakobus 1, 21 sagt, auch allen Rest von Bosheit abzulegen und alle Verbindung zum populären Heidentum zu kappen.

[58:39] Vers 2: „Gebt uns Raum in euren Herzen.“ Das ist noch mal der Gedanke von Kapitel 6. „Wir haben niemand Unrecht getan, niemand geschädigt, niemand übervorteilt.“ Paulus macht ganz deutlich, er hat keinerlei Schaden der Gemeinde zugefügt. Der Aufruf zwischen Kapitel 6, Vers 12, 13 und Kapitel 7, Vers 2, dieser Aufruf, sich von der Welt zu trennen, scheint darauf hinzuweisen, dass das eigentliche Problem, warum in Korinth man immer noch ein zum Teil getrübtes Verhältnis zu Paulus hatte, dass sie in manchen Punkten zu weltlich geprägt waren und sich von heidnischer Gemeinschaft haben mitprägen lassen (1. Korinther 1 bis 3).

[59:25] Vers 3: „Ich erwähne das nicht, um zu verurteilen, denn ich habe vorhin gesagt, dass ihr in unseren Herzen seid, so dass wir mit euch sterben und mit euch leben.“ Er möchte nicht so verstanden werden, dass er ihnen die Schuld zuweist. Er möchte sich nicht moralisch überheben, aber er erinnert sie daran, wie sehr er sie liebt, wie sehr er an sie denkt und welchen Platz sie haben. Und er wünscht sich, dass sie verstehen, dass sein ganzes Leben mit dem Wohlergehen der Gemeinde in Korinth verbunden ist.

[59:51] Vers 4: „Ich bin sehr freimütig euch gegenüber und rühme euch viel. Ich bin mit Trost erfüllt. Ich fließe über von Freude bei all unserer Bedrängnis.“ Paulus nimmt gegenüber den Korinthern kein Blatt vor den Mund. Er ist freimütig. Das Wort heißt „Redefreiheit“, weil sie ihm so vertraut sind, weil er ihnen so nah ist wie ein richtig guter Freund, dem man auch deutlich sagt, was wirklich wichtig ist. Er ist stolz auf diese Gemeinde. Er rühmt sich ihrer und er ist so froh, dass der Brief gut angenommen worden ist, wie wir gleich sehen werden in Vers 6. Und das ist gerade das, was ihm diesen Trost und diese Freude bereitet. Deswegen steht wörtlich: „Ich bin mit Trost erfüllt. Ich fließe über von der Freude, die offensichtlich von dem...“

[1:00:30] her rührt, was jetzt ab Vers 5 erklärt wird. „Denn als wir nach Makedonien kamen, hatte unser Fleisch keine Ruhe, sondern wir wurden auf alle Art bedrängt: von außen Kämpfe, von innen Ängste.“ Er war ja von Troas aufgebrochen, weil er in Troas Titus nicht gefunden hatte. Er kam dann in die nordgriechische Provinz Makedonien und da ging es ihm nicht gut. Es gab Widerstand gegen die Verkündigung des Evangeliums und gleichzeitig hatte er Angst, immer noch Angst, dass sein Brief von den Korinthern vielleicht nicht positiv aufgenommen worden sein könnte. Er hat sich oft gewünscht, vielleicht doch anders formuliert zu haben, aber alles löste sich in Wohlgefallen auf. Vers 6: „Aber Gott, der die Geringen tröstet, er tröstete uns durch die Ankunft des Titus.“

[1:01:11] Als Titus ankam und die Nachricht von der positiven Aufnahme brachte, hat sich Paulus von Gott sehr getröstet gefühlt. Wir haben es ja schon im ersten Kapitel gesehen, dass er der Gott allen Trostes ist. Und er tröstet wirklich die Geringen. Er selbst sieht sich als ein Geringer, wie in 1. Korinther 15, Vers 9 ganz deutlich wird. Vers 7: „Und nicht allein durch seine Ankunft, sondern auch durch den Trost, den er bei euch empfangen hatte, als er uns berichtete von eurer Sehnsucht, eurer Klage, eurem Eifer für mich. Da freute ich mich noch mehr.“ Paulus hat eine doppelte Freude: Zum einen hat er endlich wieder Titus gesehen, zum anderen hat er gehört, dass der Brief gut aufgenommen worden ist. Die Korinther waren also wirklich traurig, dass sie Paulus so abschätzig behandelt haben teilweise, und sie wünschten sich Wiedergutmachung.

[1:01:57] Vers 8: „Denn wenn ich euch auch durch den Brief betrübt habe, so bereue ich es nicht, wenn ich es auch bereut habe, denn ich sehe, dass euch jener Brief betrübt hat, wenn auch nur für eine Stunde.“ Paulus hatte zwischenzeitlich wirklich daran gezweifelt, ob es richtig war, im ersten Korintherbrief teilweise so deutlich und so klar zu schreiben, aber da er jetzt die guten Resultate erfährt, bereut er das nicht mehr, denn der Brief hat zwar Trauer ausgelöst, aber diese Trauer ist nicht von langer Dauer.

[1:02:24] Vers 9: „Nun freue ich mich nicht darüber, dass ihr betrübt wurdet, sondern darüber, dass ihr zur Buße betrübt worden seid, denn ihr seid in gottgewollter Weise betrübt worden, sodass ihr von uns keinerlei Schaden genommen habt.“ Er freut sich ja nicht darüber, dass die Gemeinde traurig ist. Er freut sich darüber, dass die Gemeinde Buße tut. Diese Buße zeigt sich natürlich in Trauer über die Sünde. Und diese Trauer ist kein Anzeichen dafür, dass Paulus Schaden zugefügt hat, sondern dass der Geist Gottes an den Herzen der Gläubigen gewirkt hat. Echte Buße zeigt sich in echter Trauer über die Sünde. Matthäus 5, Vers 4: „Glückselig sind die Trauernden, denn sie sollen getröstet werden.“

[1:03:02] Vers 10: „Denn die gottgewollte Betrübnis bewirkt eine Buße zum Heil, die man nicht bereuen muss. Die Betrübnis der Welt aber bewirkt den Tod.“ Es gibt zwei Arten von Trauer. Wenn Gott echte Buße schenkt, wie in Apostelgeschichte 5, Vers 31, dann bringt diese Buße Traurigkeit, wie in der zweiten Seligpreisung beschrieben. Die Folge dieser Buße ist Vergebung, Erlösung und eine solche Trauer muss man nicht bereuen, denn sie ist von Gott gewirkt, zu unserem Heil. Im Gegensatz dazu steht die Trauer, die von der Welt kommt. Sie bringt keine Veränderung. Sie ist ohne Hoffnung. Sie führt zum Tod. Aber die Trauer, die von Gott kommt, die führt zum ewigen Leben und ist nicht dauerhaft, sondern nur für einen Moment, um uns wieder die Freude des ewigen Evangeliums zu bringen.

[1:03:47] Vers 11: „Denn siehe, wie viel ernstes Bemühen hat dies bei euch bewirkt, dass ihr in gottgewollter Weise betrübt worden seid, dazu Verantwortung, Entrüstung, Furcht, Verlangen, Eifer, Bestrafung. Ihr habt in jeder Hinsicht bewiesen, dass ihr in der Sache rein seid.“ Die Reaktion der Gläubigen in Korinth auf den Tadel des ersten Briefes hat die Ernsthaftigkeit und die Gründlichkeit ihrer Buße offenbart. Das heißt, echte Umkehr zeigt sich an dem Verhalten.

[1:04:20] Jemand, der einfach so weitermacht, hat keine echte Buße erlebt, sondern echte Buße zeigt sich daran, dass man wirklich eine Veränderung vornimmt, dass man die Sünde bereut und, soweit es in der eigenen Macht steht, auch wiedergutmachen möchte. Wer von dem aufrichtigen Wunsch beseelt ist, sein Verhalten zu ändern, Gottes Wort vollständig zu folgen und begangenes Unrecht wiedergutzumachen, soweit es in seiner Macht steht, darf wissen, dass seine Reue bei Gott angenommen ist und dass ihm vergeben worden ist. Das ist es, was der Vers sagt: „dass ihr in der Sache rein seid.“

[1:04:56] Denn diese Buße ist ein Geschenk von Gott und Gott gibt sie niemandem, der auf dem Irrweg ist. Er schenkt sie demjenigen, der wirklich bereuen möchte. Denn das, was hier steht – die Verantwortung, der Eifer, die Bestrafung –, das ist alles das Wirken Gottes. Und wenn wir dieses Wirken in unserem Leben sehen, dürfen wir auch wissen, dass Gott uns vergeben hat. Das ist die gute Nachricht.

[1:05:19] Vers 12: „Wenn ich euch also geschrieben habe, so geschah es nicht um dessen willen, der Unrecht getan hat, auch nicht um dessen willen, dem Unrecht geschehen ist, sondern damit unser Eifer für euch zu euren Gunsten offenbar würde vor dem Angesicht Gottes.“ Paulus hatte seinen Brief nicht geschrieben, weil er den Sünder an den Pranger stellen wollte, sondern weil er einen tiefen Wunsch für das geistliche Wohlergehen der Gemeinde gehabt hat, denn er ist sich seiner Verantwortung für die Gemeinde vor Gott bewusst gewesen.

[1:05:44] Vers 13: „Deswegen sind wir getröstet worden in eurem Trost. Wir haben uns aber noch viel mehr über die Freude des Titus gefreut, denn sein Geist ist von euch allen erquickt worden.“ Paulus hat sich besonders gefreut, wie begeistert Titus offensichtlich von der Gemeinde in Korinth gewesen ist, weil er dort diese Erweckung und Umkehr selbst sehen konnte.

[1:06:04] Vers 14: „Denn wenn ich euch ihm gegenüber gerühmt habe, bin ich damit nicht zu Schanden geworden, sondern wie wir euch gegenüber stets die Wahrheit gesprochen haben, so ist auch unser Rühmen dem Titus gegenüber wahr geworden.“ Offensichtlich hatte Titus die Korinther noch nicht gesehen und nur positive Berichte von Paulus gehört. Paulus hat offensichtlich sehr gut über die Korinther gesprochen und nun hatte Titus die Gelegenheit, sich selbst zu überzeugen, und er war von der geistlichen Einstellung der Korinther sehr angetan. Das hat Paulus gefreut, weil er jetzt auch sozusagen recht behalten hat, indem er gut über die Korinther gesprochen hat. Auf die Korinther war Verlass, sozusagen.

[1:06:47] Vers 15: „Und sein Herz ist euch jetzt noch viel mehr zugetan, da er sich an den Gehorsam von euch allen erinnert, wie ihr ihn mit Furcht und Zittern aufgenommen habt.“ Titus war beeindruckt von der freundlichen und demütigen Aufnahme, die er in Korinth erfahren hat. Die Gläubigen waren nicht widerspenstig. Sie waren bereit, auf sein Wort zu hören. Das Wort „Furcht und Zittern“ bedeutet ja auch, die Grundhaltung eines Sklaven gegenüber seinem Herrn zu haben (Epheser 6, Vers 5). In dem Bewusstsein der Abhängigkeit eine Bereitschaft, die Anordnung tatsächlich vollumfänglich zur Zufriedenheit des Herrn auszuführen. In diesem Sinne natürlich auch Philipper 2, Vers 12: Dass wir unsere Erlösung mit Furcht und Zittern ausführen, bedeutet, dass wir uns völlig von Gott abhängig machen, der das Wollen und Vollbringen schenkt.

[1:07:34] Vers 16: „Ich freue mich nun, dass ich mich in allem auf euch verlassen kann.“ Paulus ist zutiefst zufrieden. Er freut sich über die Gemeinde in Korinth. Er kann sich wirklich auf sie verlassen. Was nehmen wir uns heute vor? Ich möchte mir vornehmen, so wie die Korinther zu reagieren, wenn Gott mich ermahnen und tadeln muss. Meine Buße soll nicht gespielt, sondern aufrichtig sein. Ehrlich. Ich möchte alle noch verbleibenden Verbindungen zur Gegenseite abbrechen, in Gottes Kraft, in der Heiligung des Geistes und des Körpers voranschreiten. Ich möchte in Christus eine neue Schöpfung sein – und jetzt, nicht irgendwann später. Jetzt ist der Tag des Heils, den mir aufgetragenen Dienst der Versöhnung in dieser Welt auszuüben. Ich möchte Mitarbeiter Gottes sein. Ist das auch dein Wunsch? Dann lass uns auch gemeinsam beten.

[1:08:24] Lieber Himmelvater, hab Dank, dass du zu mir, zu uns gesprochen hast durch dein Wort. Wir hätten noch so viel mehr Zeit uns nehmen können und so viel mehr Details anschauen können, aber wir haben im Großen und Ganzen den roten Faden dieses Briefes sehen können: wie tief und wie groß und wie stark deine Liebe ist, wie wunderbar dein Evangelium ist und welche großen Vorrechte du uns geschenkt hast. Herr, wir möchten dich bitten von ganzem Herzen, dass, wenn du uns tadeln musst, wir es so aufnehmen wie die Korinther und dass wir lernen, dir zu folgen, dass wir die Erlösung in Christus wirklich wertschätzen, annehmen und anderen davon erzählen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.

[1:09:06] Nächste Woche wollen wir uns dann mit den nächsten Kapiteln beschäftigen. Bis dahin wünschen wir euch Gottes reichen Segen und Freude im Studium seines Wortes. Besucht uns gerne auf joelmedia.de.


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