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Offenbarung Vers für Vers

Jede Woche geht Christopher Kramp mikroskopisch durch einen Vers des Buches der Offenbarung aus der Bibel. Dies sind Aufnahmen einer Live-Produktion von Joel Media Ministry e.V. Die entsprechende Videoserie findet sich auf https://www.joelmedia.de/serien/offenbarung/.

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Folge der Serie „Offenbarung Vers für Vers“ widmet sich Christopher Kramp der beeindruckenden Anbetungsszene in Offenbarung 5,13. Tauchen Sie ein in die himmlische Perspektive und entdecken Sie, warum das Lamm Gottes alle Ehre und Anbetung verdient.


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Serie: Offenbarung Vers für Vers

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Transkript

[0:45] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar hier auf www.joelmedia.de. Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt zu einer weiteren Folge, in der wir uns in Offenbarung 5 gerade mit der Anbetung Gottes und Jesu Christi im Himmel beschäftigen. Wir wollen uns heute Vers 13 anschauen. Es geht um Anbetung und wie wir es gewohnt sind, möchten wir unser Studium mit einem Gebet beginnen. Und wenn es dir möglich ist, dann lade ich dich ein, auch zu einem Gebet kurz niederzuknien.

[1:25] Lieber Vater im Himmel, ich möchte dir danke sagen für deine Gnade und für deine Güte. Danke sagen, dass du uns heute die Gelegenheit schenkst, über dein Wort nachzudenken und es auch weiterzugeben. Ich möchte dich bitten von ganzem Herzen, dass du durch dein Wort zu mir und zu uns allen sprichst, dass deine Botschaft, die wir heute verstehen müssen, klar und deutlich ist, dass wir als deine Schüler lernen, wie sehr du uns lieb hast und was wirklich wichtig ist. Herr, wir möchten dich jetzt einladen, unser Lehrer zu sein und danken dir für deine Gnade, für deine Güte und für die Kraft deines Wortes. Amen.

[2:16] Offenbarung Kapitel 5, Vers 13. Der Vers beginnt mit einem „und“, das ist in diesem Fall tatsächlich auch ganz wichtig, denn er gehört zu dem, was wir schon in Vers 11 und 12 gesehen haben. In Vers 11 und 12 haben wir gesehen, dass in dieser Anbetungsszene im Himmel, nachdem die vier lebendigen Wesen und die 24 Ältesten in Vers 8 und 9 niedergefallen sind und das Lied gesungen haben: „Du bist würdig, das Buch zu nehmen“, das Lamm auch von den Millionen von Engeln, die dort um den Thron sind – 100.000 mal 10.000 und 1.000 mal 1.000, so ist die Zahl, die Johannes in Vers 11 nennt – angebetet wird. Er hat dann gesehen, dass all diese Engel um den Thron, eine gewaltige Zahl, ebenfalls Jesus mit lauter Stimme anbeten. Wir haben das in Vers 12 gesehen: „Würdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist, zu empfangen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Ruhm und Lob.“

[3:26] Aber selbst dort ist die Anbetung Jesu noch nicht zu Ende. Johannes sieht sozusagen zunächst direkt um den Thron die vier lebendigen Wesen und dann die 24 Ältesten, dann die Millionen Engel, aber dann weitet es sich noch einmal. Dieser Vers öffnet unseren Horizont noch einmal, sowohl was den Raum als auch die Zeit betrifft – dazu gleich mehr. Der Kreis der Anbetung weitet sich sozusagen durch das gesamte Universum. Es heißt in Vers 13: „Und jedes Geschöpf, das im Himmel und auf der Erde und unter der Erde ist und was auf dem Meer ist und alles, was in ihnen ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm gebührt das Lob und die Ehre und der Ruhm und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit.“

[4:20] Vielleicht müsste man besser sagen, nicht durch das gesamte Universum – das ist sowieso selbstverständlich, wenn wir an die Anbetung Gottes im Himmel denken. Der spezielle Fokus hier ist, dass das, was im Himmel geschieht, auch einen Widerhall findet auf der Erde: im Himmel, auf der Erde, unter der Erde, was auf dem Meer ist. Johannes sieht den Thron Gottes. Er sieht die Wesen um den Thron. Er sieht die vielen Engel um den Thron. Und dann sieht er, dass auf der Erde, im Wasser, im Himmel, jedes Geschöpf in das Lob Gottes des Vaters und das Lob Jesu Christi einstimmt. Wir sehen hier, dass es heißt: „Dem, der auf dem Thron sitzt“, das ist Gott der Vater, „und dem Lamm“, Jesus Christus. Wir sehen also, dass die Anbetung in Kapitel 5 nicht auf Jesus allein beschränkt ist. Die Verehrung Jesu geschieht niemals auf Kosten oder zu Lasten des Vaters, sondern wer Jesus ehrt, der ehrt auch den Vater.

[5:30] Jedes Geschöpf im Himmel, auf der Erde, unter der Erde und auf dem Wasser. Man kann sich vielleicht vorstellen, dass dort die Tiere sogar aus der Tiefe des Meeres hervorkommen, um dann an der Wasseroberfläche teilzuhaben an diesem Lob. Aber was uns hier wichtiger ist, ist die Feststellung, dass „Himmel, Erde, Meer und auch unter der Erde“ eine Formulierung ist, die sich auf alttestamentliche Beispiele bezieht. Das heißt eine Formulierung, die ein Bibelleser, der die gesamte Bibel durchgelesen hat, eigentlich schon kennt und die hier wie ein Echo wieder auftaucht. Schauen wir mal gemeinsam in die vielleicht wichtigste Stelle, wo dieser Gedanke der verschiedenen Ebenen der Schöpfung vorkommt. Und das ist in 2. Mose 20, in den Zehn Geboten.

[6:32] Und da finden wir in 2. Mose 20, Vers 11, folgende Formulierung, bekannt aus dem Sabbatgebot, im vierten Gebot: „Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darin ist, und ruhte am siebten Tag. Darum hat der Herr den Sabbattag gesegnet und geheiligt.“ Wir sehen also hier, wenn wir jetzt über Offenbarung 5, Vers 13 nachdenken, 2. Mose 20, Vers 11: Das ist die Schöpfung. Das Sabbatgebot sagt uns, dass wir den Sabbat halten sollen und am siebten Tag in besonderer Weise Gott anbeten sollen, der gemacht hat Himmel, Erde, Meer und Wasserquellen, weil Gott in sechs Tagen alles geschaffen hat im Himmel und auf Erden und im Wasser.

[7:33] Offenbarung 5, Vers 13 zeigt uns jetzt interessanterweise, dass sogar all die Geschöpfe, die er geschaffen hat, weswegen wir ihn anbeten, dass die Geschöpfe ihn alle auch anbeten, jeder auf seine Art und Weise sozusagen. Und wir finden diesen Gedanken durch die gesamte Bibel, dass Gott all das geschaffen hat, was im Himmel, auf der Erde, unter der Erde und im Wasser ist. Wir finden aber dieselbe Formulierung noch einmal in 2. Mose 20, dort in Vers 5. Hier sehen wir also: Das ist der Grund, um Gott anzubeten, ja, und zwar am Sabbat in besonderer Weise. Der Sabbat ist natürlich hier das Thema, aber grundsätzlich beten wir Gott an, weil er der Schöpfer ist. Offenbarung 4 hat das ja in Vers 11 auch ganz deutlich gemacht.

[8:32] In 2. Mose 20, vielleicht können wir noch ganz kurz der Vollständigkeit halber Offenbarung 4, Vers 11 lesen: „Würdig bist du, o Herr, zu empfangen den Ruhm und die Ehre und die Macht, denn du hast alle Dinge geschaffen und durch deinen Willen sind sie und wurden sie geschaffen.“ Die Schöpfung ist der Grund, warum wir Gott anbeten. Jetzt in 2. Mose 20, Vers 5 finden wir noch einmal die Formulierung von Himmel, Erde und so weiter. Dort heißt es, vielleicht ab Vers 4: „Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Gleichnis machen, weder von dem, was oben im Himmel, noch von dem, was unten auf Erden, noch was von dem, was in den Wassern unter der Erde ist. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht, denn ich, der Herr, dein Gott, bin ein eifersüchtiger Gott...“ Die Idee ist also hier: Die Schöpfung betet Gott an, aber hier sehen wir deutlich, die Schöpfung darf nicht angebetet werden.

[9:46] Das ist etwas, was sich in der Menschheitsgeschichte leider immer wieder eingeschlichen hat. Menschen fielen nieder vor der Sonne und dem Mond oder vor irgendwelchen Tieren. Die Schöpfung ist immer wieder von Menschen an die Stelle gerückt worden, wo Gott ist, wo der Schöpfer eigentlich hingehört. Nämlich: Gott ist der Schöpfer und er muss angebetet werden. Deswegen ist die Schöpfung der Grund für die Anbetung Gottes, und die Schöpfung selbst darf aber nicht angebetet werden. Deswegen ist Offenbarung 5, Vers 13 so interessant, weil hier Johannes die Schöpfung im Kontext der Anbetung sieht und er sieht, dass die Engel und die vier lebendigen Wesen nicht die Schöpfung anbeten, sondern die Schöpfung selbst betet mit den Engeln Gott an – Gott den Vater und Jesus. Denn durch den Willen Gottes des Vaters sind sie gemacht worden und Jesus hat sie dann buchstäblich tatsächlich geschaffen.

[10:47] Wann immer also Menschen in die Versuchung kommen, die Schöpfung über den Schöpfer zu stellen, dann ist Offenbarung 5, Vers 13 ein ganz wichtiger Vers, denn dort sehen wir: Jedes Geschöpf betet Jesus an. Jedes Geschöpf betet Gott den Vater an. Entsprechend haben wir die Aufforderung an alle Menschen, den Schöpfer anzubeten. Offenbarung Kapitel 14, dort Vers 7: Der erste Engel in der dreifachen Engelsbotschaft, der sprach mit lauter Stimme: „Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichtes ist gekommen und betet den an, der den Himmel und die Erde und das Meer und die Wasserquellen gemacht hat.“ Das ist also für uns eine ganz wichtige Botschaft. Das ist Teil der dreifachen Engelsbotschaft, die Anbetung des Schöpfers.

[11:52] Und das zeigt uns, welche Bedeutung Offenbarung 5 auch für unsere Botschaft hat. Denn die gesamte Schöpfung, nicht nur die Menschen – alle Völker, Nationen, Stämme und Sprachen –, sondern die gesamte Schöpfung stimmt letztendlich hier ein in die Anbetung von Jesus und dem Vater. Schauen wir gemeinsam in Psalm 96, was uns dort über die Schöpfung gesagt wird. Psalm 96, dort ab Vers 11, dort steht: „Es freue sich der Himmel und die Erde frohlocke. Es brause das Meer und was es erfüllt“ – haben wir Himmel und Erde und Meer – „jauchze das Feld und alles, was darauf ist, dann sollen alle Bäume des Waldes jubeln vor dem Herrn, denn er kommt, denn er kommt, um die Erde zu richten. Er wird den Erdkreis richten mit Gerechtigkeit und die Völker in seiner Treue.“

[12:57] Die Schöpfung jubelt, die Schöpfung lobpreist, weil Gott Gericht hält. Und es ist ja interessant, dass in Offenbarung 14, Vers 7 steht: „Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen und betet den an, der gemacht hat Himmel, Erde, Meer und Wasserquellen.“ Wir werden aufgefordert als Menschen, uns auf das Gericht vorzubereiten und den Schöpfer anzuerkennen. Und hier sehen wir in Psalm 96, Vers 11 bis 13, dass die Schöpfung selbst sich auf das Gericht freut.

[13:44] Schauen wir gemeinsam noch mal in die Offenbarung hinein und dort in Offenbarung Kapitel 5. Und da finden wir jetzt eine sehr interessante Sache. Wir haben das letzte Mal schon im Zusammenhang mit Offenbarung 5, Vers 12 eine Parallele zum Anfang des Kapitels sehen können. Das heißt in Offenbarung 5, Vers 2: „Und ich sah einen starken Engel, der verkündete mit lauter Stimme: Wer ist würdig, das Buch zu öffnen und seine Siegel zu brechen?“ Also, wir haben in Vers 2 diesen einen Engel, der mit lauter Stimme die Frage stellt: „Wer ist würdig?“ Das haben wir letztes Mal schon gesehen, deswegen hier nur als kurze Wiederholung. Und dann haben wir in Vers 12 die Antwort von allen Engeln: „Würdig ist das Lamm.“

[14:51] Da haben wir gesehen, wie zwischen Vers 2 und Vers 12 so eine direkte Verbindung ist. Ein starker Engel ruft und fragt: „Wer ist würdig?“ Und dann sieht Johannes das Lamm. Er sieht Jesus als wie ein geschlachtetes Lamm. Er sieht, wie das Lamm das Buch aus der Hand Gottes des Vaters nimmt und würdig ist, es zu öffnen, seine Siegel zu brechen. Und dann beten die vier lebendigen Wesen, die 24 Ältesten ihn an und alle Engel antworten in dieser Gottesdienstszene: „Würdig ist das Lamm.“ Interessant ist jetzt, wenn wir uns dazu Vers 3 noch anschauen, dann sehen wir in Vers 3: „Und niemand“, heißt es hier, „niemand, weder im Himmel noch auf der Erde noch unter der Erde, vermochte das Buch zu öffnen, noch hineinzublicken.“

[15:49] Das heißt, wir haben hier die Idee: Niemand aus der Schöpfung kann es öffnen. Das Buch, das gehört ja zu Vers 2. Ja, Vers 2 ist die Frage des Engels: „Wer ist würdig?“ Und in der gesamten Schöpfung in Himmel, Erde und unter der Erde findet sich niemand. Das ist Vers 2 und Vers 3. Und jetzt haben wir gesehen, in Vers 12 kommt die Antwort von allen Engeln: „Würdig ist das Lamm.“ Und wir sehen jetzt in Vers 13, dass genau aus dieser Gruppe hier, nämlich aus der im gesamten Universum – niemand kann das Buch öffnen – und alle aus der Schöpfung, jedes Geschöpf, sie alle preisen Gott und Jesus.

[16:59] Also noch mal: Ein Engel fragt, wer ist würdig? In der gesamten Schöpfung gibt es niemanden. Dann sieht Johannes das Lamm. Er sieht, wie das Lamm das Buch aus der Hand nimmt. Er sieht, wie die lebendigen Wesen, die 24 Ältesten niederfallen. Alle Engel rufen: „Würdig ist das Lamm“, und die gesamte Schöpfung betet Gott den Vater und Jesus an. Damit wird ganz, ganz deutlich, dass Jesus nicht zur Schöpfung zählt. Er ist auch nicht in so einer Zwischenposition zwischen Gott und der Schöpfung, so halb Gott und halb Geschöpf. Er gehört in der Anbetungsszene des Himmels nicht zur Kategorie der Schöpfung, sondern zur Kategorie Gott. Er ist so wie Gott der Vater eine völlig andere Kategorie als die Schöpfung.

[17:51] Niemand in der Schöpfung kann das Buch öffnen. Jesus kann es öffnen. Deswegen preist jedes Geschöpf ihn und den Vater. Offenbarung 4 und 5: Wenn man sich diese Kapitel sehr gründlich anschaut und die Verse langsam durchdenkt und nebeneinander stellt, dann wird ganz deutlich, dass hier sehr beeindruckend die Göttlichkeit Jesu hervorgehoben und herausgestellt wird. Er wird so angebetet, wie Gott der Vater angebetet wird. Und sein Erlösungswerk ist gleichbedeutend mit einer Neuschöpfung. Seine Schöpfung und seine Erlösung sind Grund, ihn anzubeten. Und die Schöpfung selbst darf nicht angebetet werden, sondern betet ihn an.

[18:51] Wenn wir uns den Gesang der Schöpfung anschauen in Vers 13, dort heißt es ja: „Und jedes Geschöpf, das im Himmel und auf der Erde und unter der Erde ist und was auf dem Meer ist und alles, was in ihnen ist, hörte ich sagen: Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm gebühren das Lob und die Ehre und der Ruhm und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit.“ Dann sehen wir – wir hatten das letzte Mal festgestellt, dass in Offenbarung 4, Vers 11 bei der Anbetung Gottes des Vaters drei besondere Begriffe verwendet wurden, nämlich Ruhm und Ehre und Macht – und dass bei der Anbetung Jesu in Vers 12 Begriffe verwendet werden, nämlich Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Ruhm und Lob. Aber dass das nicht bedeutet, dass Jesus jetzt irgendwie über dem Vater steht, sondern dass beide in Kapitel 7 – oder besser gesagt, verzeih, dass Gott der Vater auch in Kapitel 7, Vers 12 sieben Begriffe erhält, nämlich Lob und Herrlichkeit und Weisheit und Dank und Ehre und Macht und Stärke. Und wir sehen hier in Vers 13, dass sie beide sozusagen auf derselben Stufe stehen. Sie beide erhalten hier diese vier Begriffe, die genannt werden, nämlich Lob und Ehre und Ruhm und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit.

[20:17] Interessant ist hier vor allem auch der Begriff Macht, denn Macht meint nicht einfach nur Kraft, wie sonst manchmal z. B. in Vers 11 oder Stärke, sondern Macht, das Wort „Kratos“, das hat eigentlich vor allem mit der Herrschaft zu tun. Mit anderen Worten: Angesichts des Erlösungsplanes sagt die gesamte Schöpfung, dass Gott der Vater und Jesus über sie regieren sollen. Die gesamte Schöpfung anerkennt: Niemand sonst kann die Welt wirklich regieren als Gott der Vater und Jesus. Ihnen gehört die Macht, die Herrschaft.

[21:04] Ein bisschen von diesem Gesang können wir schon hören im ersten Kapitel der Offenbarung. Dort heißt es nämlich in Vers 4, 5 und 6: „Johannes an die sieben Gemeinden, die in Asien sind: Gnade sei mit euch und Friede von dem, der ist und der war und der kommt, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind, und von Jesus Christus, dem treuen Zeugen, dem Erstgeborenen aus den Toten und dem Fürsten über die Könige der Erde. Ihm, der uns geliebt hat und uns von unseren Sünden gewaschen hat durch sein Blut und uns zu Königen und Priestern gemacht hat durch seinen Gott und Vater. Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“ Da hören wir schon Johannes, der jetzt beginnt, die Offenbarung zu schreiben, diesen Gruß an die sieben Gemeinden, der nimmt etwas sozusagen von diesem himmlischen oder diesem weltweiten Gesang auf, der dann in Offenbarung 5 noch mal aufgeschrieben wird, den er dort gehört hat. Er hat ja sicherlich zuerst die Vision gehabt und dann angefangen, die Offenbarung hier zu schreiben. Also man sieht, wie das ihn so stark geprägt hat, dass er sogar beim Eröffnungsgruß noch unter dem Eindruck steht dieses Lobgesanges, den er gehört hat, dass die gesamte Schöpfung Gott den Vater und Jesus preist.

[22:30] Nun müssen wir noch eine Frage uns stellen, nämlich: Wann genau ist das hier passiert oder wann wird es passieren? Denn während wir momentan jetzt hier auf der Welt leben, preist das Geschöpf vor allem – also vor allem eigentlich die Menschen nicht – viele Menschen nicht. Sie preisen nicht alle Gott den Vater und nicht alle Jesus. Wie ist das Ganze zu verstehen? Nun, wir haben in dem Buch Jesaja eine ganz ähnliche Situation, als Jesaja bei seiner Berufung eine Vision von Jesus im Tempel gehabt hat, die Seraphim um ihn herum geflogen sind. Und das heißt in Vers 3, wie diese Seraphim folgendes gerufen haben und einer rief dem anderen zu und sprach: „Heilig, heilig, heilig ist der Herr der Heerscharen. Die ganze Erde ist erfüllt von seiner Herrlichkeit.“

[23:31] Nun, auf eine Art und Weise kann man auf jeden Fall sagen, dass durch die Natur und durch das Nachdenken über die Natur es überall auf der Welt möglich war, auch zur Zeit von Jesaja die Herrlichkeit Gottes zu erkennen. Andererseits war es natürlich auch so, dass die Botschaft vom Evangelium längst noch nicht die ganze Erde erreicht hatte zu dem damaligen Zeitpunkt, und das etwas ist, was aber tatsächlich passieren wird, nämlich am Ende der Zeit. Es heißt in Offenbarung 18, dort Vers 1: „Und nach diesem sah ich einen Engel aus dem Himmel herabsteigen, der hatte große Vollmacht und die Erde wurde erleuchtet von seiner Herrlichkeit.“ Bevor Jesus wiederkommt, wird die ganze Erde erleuchtet werden mit der Herrlichkeit Gottes. Auch wenn viele Menschen das Angebot der Erlösung nicht annehmen werden, wird doch das Evangelium die gesamte Welt erreichen. Wenn also die Seraphim in Jesaja 6 rufen, die ganze Erde ist erfüllt von der Herrlichkeit, dann ist das auf einmal natürlich auf einer geistlichen Ebene auch eine definitive Wahrheit, denn Gott ist allgegenwärtig. Seine Herrlichkeit kann überall gesehen werden. Es ist aber auch in gewisser Weise eine prophetische Aussage. Es ist die Absicht Gottes, dass dies in Fülle auch geschieht. Und er beruft ja unter anderem auch Jesaja genau deswegen, damit die Herrlichkeit Gottes sich weiter ausbreitet, damit sie schlussendlich einmal die ganze Erde in dieser Weise erfüllt. Insofern ist Offenbarung 5, Vers 13 auch eine prophetische Aussage.

[25:09] Wann wird es denn konkret so sein, dass alle Geschöpfe, buchstäblich alle Geschöpfe, Jesus als Herrn anerkennen und Gott den Vater preisen? Wir wissen aus der Bibel, dass dies passieren wird. Das ist also nicht nur eine idealistische Utopie, sondern es wird einen solchen Zeitpunkt geben. Wir sehen das z. B. im Philipperbrief vom Apostel Paulus in Philipper Kapitel 2, dort ab Vers 5: „Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es Christus Jesus auch war, der, als er in der Gestalt Gottes war, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein, sondern er entäußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Knechtes an und wurde wie die Menschen. Und in seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod, ja, bis zum Tod am Kreuz“ – das Lamm, das geschlachtet ist. Und jetzt kommt’s, Vers 9: „Darum, weil er das geschlachtete Lamm ist, darum, weil er sich selbst erniedrigt hat, darum hat ihn Gott auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über alle Namen ist, damit“ – und jetzt kommt das große Ziel – „damit in dem Namen Jesu sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind.“ Haben wir genau die Formulierung aus Offenbarung 5, Vers 13. „Und alle Zungen bekennen, dass Jesus Christus der Herr ist, zur Ehre Gottes des Vaters.“

[26:43] Hier wird beschrieben: Es gibt einen Zeitpunkt, wo alle Knie sich beugen werden. Alle Menschen, die gesamte Schöpfung wird anerkennen, dass Jesus Christus Herr ist, und sie werden Gott dem Vater die Ehre geben. Genau das, was in Offenbarung 5, Vers 13 beschrieben ist. Zur Zeit von Paulus, auch zur Zeit von Johannes war das in der Form noch nicht geschehen. Es wird geschehen nach den 1.000 Jahren, wenn am Ende das Buch ganz entsiegelt ist, wenn die Beweise, warum Jesus diese Welt tatsächlich gekauft hat und er tatsächlich rechtmäßiger Besitzer ist, weil er sie geschaffen und erlöst hat, wenn alle Belege offengelegt sind, dass der Erlösungsplan, wie Gott ihn durch die Propheten und Apostel hat verkündigen lassen, dass das tatsächlich genauso wahr ist, wenn das siebte Siegel geöffnet ist sozusagen, wenn die Buchrolle entrollt werden kann, wenn in Panoramaschau der gesamte Plan der Heilsgeschichte noch einmal gezeigt wird, dann werden alle, auch die Gottlosen, die nach den 1.000 Jahren noch einmal auferstehen werden – das heißt in Offenbarung 20, dass es eine zweite Auferstehung geben wird, da lesen wir, dass die übrigen der Toten aber nicht wieder lebendig wurden, bis die 1.000 Jahre vollendet waren – dann werden sie noch einmal auferstehen. Der Satan wird noch einmal Gelegenheit haben, sie zu verführen, wie es dann ab Vers 7 in Offenbarung 20 beschrieben wird. Und bevor dann die Gottlosen endgültig vernichtet werden, wird Gott, indem das Buch vollständig entsiegelt ist, sämtliche Belege offenlegen und sämtliche Zweifel an der Gültigkeit des Kaufvertrages beseitigt haben.

[28:47] Wir haben gesehen: Dieses Buch in der Hand Gottes, dieses Büchlein, das ist letztlich dieser Kaufvertrag, der Beweis, dass Jesus der tatsächliche Erlöser dieser Welt ist. Es gibt sozusagen einen offenen und es gibt einen verschlossenen Teil. Der offene Kaufvertrag ist das, was wir als Evangelium in der Welt verkünden, das, was überall gepredigt wird. Und der geschlossene zeigt, dass all das wahr ist, dass da nichts verfälscht wurde, dass die Texte nicht verändert worden sind, dass es keine neuen Gedanken gegeben hat, die jetzt da hineingebogen worden sind, sondern dass das Evangelium tatsächlich so, wie wir es hier in der Bibel haben, genauso von Gott gedacht ist. Wenn das gezeigt ist – und das wird passieren, nachdem das siebte Siegel geöffnet ist –, dann wird – und das sieht Johannes jetzt sozusagen in dieser Vision schon im Voraus, er antizipiert das – er sieht sozusagen, dass die Anbetung dann nicht auf den Himmel beschränkt sein wird, sondern wenn einmal dieses Buch seine Mission erfüllt hat, wenn es komplett offen ist, dann werden tatsächlich alle Geschöpfe einstimmen in das Lob der vier lebendigen Wesen und der Ältesten. Mit anderen Worten: Die gesamte Schöpfung wird anerkennen: Die Sicht des Himmels ist die korrekte. Gott hat recht und alle Zweifel an dem Kaufvertrag sind nichtig. Sie sind falsch und alle werden ihre Knie beugen, inklusive Satan. Sie werden zwar nicht alle Gott lieben, sie werden noch nicht alle ewiges Leben haben können, aber sie werden alle ihn anerkennen und anerkennen, dass er tatsächlich recht hat, dass Jesus zurecht der Herr ist.

[30:33] Es wird ein trauriger Moment, denn viele werden dann ihn anerkennen, ohne davon noch etwas zu haben. Mit anderen Worten: Sie werden dann zwar feststellen, dass Gott recht hat, aber sie haben ihm nie geglaubt. Sie stellen es erst fest, als die überwältigende Masse der Beweise keinen anderen Schluss mehr zulässt. Wie viel besser wäre es gewesen? Wie viel besser ist es, wenn wir Gott jetzt glauben, wo auch noch etwas Glauben dazu gehört, wenn wir ihm vertrauen, weil es dieses Vertrauen und das Glauben ist, das uns letztlich befähigt, für alle Ewigkeit im Himmel zu leben, ohne wieder die Rebellion zu starten. Gott sucht Menschen, die ihm glauben. Und wenn wir seine Herrschaft erst anerkennen, wenn es keinen Zweifel mehr gibt, dann können wir auch keinen Glauben, keine Liebe, keine Beziehung zu ihm entwickeln. Es ist nur noch eine Zustimmung, so wie wir mathematischen Wahrheiten einfach zustimmen, weil man ihnen nicht widersprechen kann.

[31:42] Offenbarung 5, Vers 13 weitet also den Blick, nicht nur was den Raum betrifft. Johannes wird in der Vision quasi ermöglicht, nicht nur den Thron Gottes zu sehen und dann den himmlischen Gottesdienst mit all den Millionen Engeln, sondern er sieht plötzlich die gesamte Welt, die mit einstimmt. Aber dadurch wird auch die Zeit geweitet, denn er sieht jetzt, wo er am Ende des ersten Jahrhunderts Jesus im himmlischen Heiligtum sieht, die Auswirkung dieses Erlösungsplanes bis ans Ende der Zeit. Er sieht schon am Anfang dieser Einleitung zu den sieben Siegeln, wie es am Ende ausgehen wird. Und das ist ein wichtiger Punkt, den wir am Ende noch kurz ansprechen wollen.

[32:31] Wir haben eine ganz gewichtige Einleitungsszene in Offenbarung 4 und 5. Das ist so großartig und gewichtig, dass man eigentlich kaum sich traut, das „Einleitung“ zu nennen, weil das klingt nur wie so ein Vorwort. In Wirklichkeit ist es eigentlich das Entscheidende. Es ist die Szene im Himmel, der Gottesdienst im Himmel. Und dann sehen wir – und das wird uns ja die nächsten Wochen und Monate beschäftigen – wir sehen die sieben Siegel, vor allem in Kapitel 6 und 7, wobei dann das siebte Siegel dann in Kapitel 8, Vers 1 noch kommt. Und ohne jetzt vorauszugreifen, was die Siegel alles bedeuten, sehen wir aber, dass ganz am Ende, wenn das Buch geöffnet wird, wenn all das, was jetzt hier in den Siegeln nach und nach sich entfaltet, klar ist, dann sehen wir, wie am Ende alle niederfallen werden. Und das ist wieder Offenbarung 5, Vers 13. Man könnte also sagen, bevor die Entfaltung der Siegel jetzt beschrieben wird, wird schon am Anfang einmal quasi vorgespult. Man darf schon einmal das Ende antizipieren. Man darf sehen, wie es ist, wie wenn man ein Buch liest und einmal auf die letzte Seite schaut und guckt, wie es ausgeht und dann weiß: „Ah, okay, so wird es ausgehen.“ Und dann kann man mit diesem Verständnis die gesamten Siegel auch noch besser verstehen.

[34:06] Die Offenbarung zeigt uns in dieser Anbetungsszene, dass nicht nur der Himmel der Meinung ist, dass Jesus rechtmäßiger Herrscher ist, dass er anbetungswürdig ist. Nicht nur die Engel sind der Meinung und die vier lebendigen Wesen und die 24 Ältesten, sondern sie zeigt uns, dass am Ende der Zeit jedes einzelne Geschöpf einstimmen wird. Niemand wird mehr zweifeln, niemand wird mehr dagegen rebellieren. Also, das stimmt nicht: Die Menschen werden dann trotzdem weiter gegen Gott kämpfen wollen, weil sie Gott hassen. Aber sie werden diesen Gedanken, dass Gott recht hat, nicht mehr negieren. Sie werden zustimmen, dass es so ist und werden trotzdem weiterkämpfen. Das macht Offenbarung 20, Vers 9 ganz deutlich und damit zeigen sie, wie absurd und wie unverständlich ihre Position ist und wie unheilbar diese Sünde gegen den Heiligen Geist ist, die einfach dann jede Einladung abgelehnt hat und dann lieber kämpft, obwohl sie weiß, dass es verloren ist. Aber dazu dann ein andermal sicher noch mehr.

[35:21] Wir nehmen heute mit: Offenbarung 5, Vers 13 erweitert die Perspektive in der Zeit und im Raum. Und wir sehen, dass es darum geht, dass die gesamte Schöpfung einmal anerkennen wird: Das, was am Kreuz von Golgatha geschah, ist das Schlüsselereignis für die gesamte Geschichte des Universums. Es wird nicht einen einzigen Menschen geben, der das leugnet. Nicht einen einzigen, keinen einzigen Engel, kein Wesen. Die Frage ist: Glaubst du das heute schon? Die Frage ist nicht, ob du das irgendwann glauben wirst oder es irgendwann anerkennen wirst. Die Frage ist: Glaubst du es heute schon? Jetzt, wo du noch im Glauben eine Beziehung zu Jesus formen kannst, Vertrauen aufbauen kannst, glaubst du es ihm, damit dein Lobgesang, deine Verehrung des Vaters, unsere Verehrung des Vaters und des Sohnes jetzt schon mit dem himmlischen Gesang sich vereint, nicht erst nach den 1.000 Jahren? Ist das dein Wunsch heute für dein Leben, zu sagen: „Dem, der auf dem Thron sitzt, und dem Lamm gebührt das Lob und die Ehre und der Ruhm und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit“? Ich möchte heute neu für mich sagen: „Dem, der auf dem Thron sitzt, dem Vater, und dem Lamm gebührt in meinem Leben das Lob und die Ehre und der Ruhm und die Herrschaft in meinem Herzen, in meinem Leben, in meiner Familie von Ewigkeit zu Ewigkeit.“ Ist das auch dein Wunsch? Lass uns gemeinsam noch beten.

[37:15] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du durch dein Wort zu uns gesprochen hast, Herr. Wir möchten dir danke sagen, dass wir in diesem Vers sehen können, dass am Ende der Zeit alle Lebewesen anerkennen werden, dass du liebevoll und gerecht bist, dass du recht hast und dass du rechtmäßig diese Erde besitzt. Herr, wir wünschen uns, dass wir nicht erst dann zum ersten Mal das aussprechen, sondern dass wir jetzt schon durch unser Leben, unser Handeln, unseren Glauben mit einstimmen können in die Anbetung, die im Himmel geschieht. Herr, wir sehen hier, wie eng Himmel und Erde miteinander verbunden sind und dass das, was im Himmel geschieht, nicht abgetrennt ist von dem, was hier auf der Erde geschieht. Lass uns bewusst sein, dass wir mit unserem Dank, unserer Anbetung Teil des Himmels jetzt schon sein können auf eine geistliche Art und Weise. Und hilf uns, Herr, zu verstehen, Herr Jesus, dass dir alle Macht, alle Ehre, aller Ruhm gebührt, weil du alles für mich und für uns gegeben hast. Deswegen wollen wir dich erhöhen. In deinem Namen beten wir. Amen.


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