In dieser Folge der Serie „Offenbarung Vers für Vers“ taucht Christopher Kramp in das spannende sechste Kapitel ein und beleuchtet die Öffnung des ersten Siegels durch das Lamm. Erfahren Sie, wie dieser entscheidende Moment direkt an die himmlische Anbetung aus den vorangegangenen Kapiteln anknüpft und welche tiefere Bedeutung hinter dem göttlichen „Komm und sieh!“ steckt.
Offenbarung 6:1
Christopher Kramp · Offenbarung Vers für Vers ·Themen: Bibel, Bibelstudium, Offenbarung, ProphetiePodcast Diese Aufnahme ist teil eines Podcasts
Offenbarung Vers für Vers
Jede Woche geht Christopher Kramp mikroskopisch durch einen Vers des Buches der Offenbarung aus der Bibel. Dies sind Aufnahmen einer Live-Produktion von Joel Media Ministry e.V. Die entsprechende Videoserie findet sich auf https://www.joelmedia.de/serien/offenbarung/.
Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:
Weitere Aufnahmen
Serie: Offenbarung Vers für Vers
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Transkript
[0:44] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Offenbarungsseminar hier auf www.joelmedia.de. Wir wollen heute mit einem neuen Kapitel starten, obwohl es inhaltlich weitergeht mit dem, was wir in Offenbarung 4 und 5 uns schon angeschaut haben. Es soll heute mit Offenbarung Kapitel 6 losgehen. Und bevor wir uns in den ersten Vers hineinbegeben, möchten wir mit einem Gebet Gott einladen, unser Studium zu segnen, und wenn es dir möglich ist, dann lade ich dich ein, mit mir gemeinsam niederzuknien.
[1:14] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen für dein Wort, danke sagen für die Gelegenheit, es jetzt zu studieren und darüber nachzudenken. Wir möchten dich bitten, dass du uns Weisheit schenkst, dass du uns mit deinem Heiligen Geist erfüllst, dass wir die Wahrheit erkennen, wie sie in dir ist, und dass wir dadurch gestärkt werden und die Einladung annehmen, dich persönlich kennenzulernen. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[1:40] Offenbarung Kapitel 6, Vers 1, ist natürlich eigentlich die Weiterführung von dem, was wir in Offenbarung 4 und 5 gesehen haben. Die Kapitelinteilung ist letztlich ein bisschen willkürlich. Sie beginnt jetzt natürlich die Öffnung der Siegel abzutrennen, aber inhaltlich gehört das zu dem, was wir in Offenbarung 4 und 5 gesehen haben: die himmlische Anbetung von Gott dem Vater und von Jesus Christus, weil Gott der Vater Schöpfer ist und weil Jesus die Macht hat, das Buch mit den sieben Siegeln zu öffnen, weil er Menschen erlöst hat und die Erde erkauft hat. So haben wir das studiert und gesehen in den Versen in Offenbarung 5.
[2:23] Wir lesen jetzt in Offenbarung 6, Vers 1: „Und ich sah, wie das Lamm eines von den Siegeln öffnete, und ich hörte eines von den vier lebendigen Wesen wie mit Donnerstimme sagen: Komm und sieh!“
[2:39] Jesus, das Lamm, beginnt das Buch mit den sieben Siegeln zu öffnen. Er ist angebetet worden als Einziger, der würdig ist, es zu öffnen, weil er durch das vergossene Blut dieses Recht hat, den Kaufvertrag – so haben wir das studiert aus Jeremia 32 und so weiter. Er hat das Recht zu zeigen, dass der Erlösungsplan wirklich vollkommen real und echt ist. Er beginnt dieses Buch jetzt zu öffnen. Er öffnet das erste Siegel. Das steht zwar nicht wörtlich dort, das steht nur „eines der Siegel“, aber wir lesen in Vers 3: „Und als er das zweite Siegel öffnete“, Vers 5: „Und als er das dritte Siegel öffnete“, Vers 7: „Und als das Lamm das vierte Siegel öffnete“. Wir können relativ sicher schlussfolgern, dass es sich bei dem einen Siegel um das erste Siegel handelte.
[3:34] Er öffnet das erste Siegel und es ertönt eine Stimme, eines der vier lebendigen Wesen. Auch hier können wir das Gleiche wieder durchdeklinieren. In Vers 3 heißt es: „Da hörte ich das zweite lebendige Wesen.“ In Vers 5 heißt es: „Hörte ich das dritte lebendige Wesen.“ Und in Vers 7 hört er das vierte lebendige Wesen. Wir können wohl davon ausgehen, höchstwahrscheinlich hat er in Vers 1 das erste lebendige Wesen gehört, das so aussah in Offenbarung 4, Vers 7: gleich einem Löwen. Was das bedeutet, das werden wir beim nächsten Mal, wenn wir über Vers 2 dann genauer und tiefer nachdenken, uns auch noch einmal genau überlegen. Aber dieses lebendige Wesen, wohl das, das aussieht wie ein Löwe, das ruft mit einer Donnerstimme. Also, wir haben diese gewaltige Anbetung gesehen und jetzt beginnt das Lamm, das Buch zu öffnen.
[4:32] Und eines der lebendigen Wesen, die haben mir gerade noch „Amen“ gerufen, das ruft jetzt mit Donnerstimme. Eine Donnerstimme ist zunächst einmal etwas, was wir von Gott kennen. Hiob Kapitel 40 und dort Vers 9: „Ist denn dein Arm dem Arm Gottes gleich oder sprichst du mit Donnerstimme wie er?“ Psalm 77 und dort Vers 19: „Deine Donnerstimme erschallte im Wirbelwind. Blitze erhellten den Erdkreis. Die Erde erbebte und zitterte.“ Und hier haben wir schon einen interessanten Punkt, weil hier geht es darum, dass Gott durch seine Donnerstimme und durch all das, was hier beschrieben wird, die Israeliten befreit, als er sie durchs Meer hindurchführt und gleichzeitig die Ägypter dann vernichtet. Es ist Gottes Kriegszug, sozusagen. Aber dazu gleich noch mehr. Psalm 104 und dort Vers 7: „Aber vor deinem Schelten flohen sie, vor deiner Donnerstimme suchten sie ängstlich das Weite.“ Es gibt aber auch einen Text im Buch Hiob, wo die Donnerstimme nicht direkt mit Gott in Verbindung steht, sondern mit einem Menschen. Hiob 39 und dort Vers 25: „So oft das Schofarhorn erklingt...“ – es geht hier um die Pferde, es geht um die Natur in diesem Kapitel, um Tiere – „...ruft es: Hui! Von Ferne wittert es die Schlacht und die Donnerstimme der Heerführer und das Kriegsgeschrei.“ Also hier haben wir das Bild, dass auch Generäle in der Schlacht mit Donnerstimme rufen. Warum? Weil sie zum Angriff rufen, weil sie Befehle für die Schlacht rufen, weil sie Anweisung geben, wie gekämpft werden soll. Und das hat hier dieses Bild von der Donnerstimme.
[6:36] Gott hat auch mit einer Donnerstimme das Volk Israel durch diese große Auseinandersetzung mit den Ägyptern durch das Rote Meer hindurchgeführt. Das ist also bemerkenswert, dass als das Siegel geöffnet wird, eines der lebendigen Wesen mit einer Donnerstimme ruft. Könnte es sein, dass hiermit angedeutet wird, dass die Ereignisse, die jetzt stattfinden, die Entfaltung des Erlösungsplanes, trotzdem einen geistlichen Kampf bedeuten? Mit anderen Worten: Jesus Christus ist im Himmel. Die 24 Ältesten, die vier lebendigen Wesen, die Engel, sie alle beten ihn an. Aber auf der Erde wird um diesen Erlösungsplan noch gekämpft, und Stück für Stück entfaltet Jesus oder öffnet die Siegel, bis schlussendlich aller Widerstand gebrochen ist, weil deutlich wird: Er ist wirklich der Erlöser und König der Könige. Es kommt also auf der Erde, während im Himmel angebetet wird, zu einer Schlacht, zu einer Auseinandersetzung, zu einem Kampf. Wir nennen es auch den „Großen Kampf“. Es geht um die Auseinandersetzung um das Evangelium. Und diese vier apokalyptischen Reiter, die wir in den nächsten Versen dann sehen und studieren werden, die sind also Teil dieses kosmischen – oder in dem Fall auf die Erde beschränkten, jetzt mittlerweile nach dem Kreuz Jesu – geistlichen Kampfes um das Evangelium.
[7:59] Eine Donnerstimme ruft, und was sie sagt, ist „Komm und sieh!“, so zumindest in der Schlachter 2000. Hier ist es tatsächlich so, dass es bei den Varianten – es gibt ja einige Übersetzungen, die auch sagen einfach nur „Komm“ – tatsächlich um zwei unterschiedliche Texttraditionen geht. Es gibt Manuskripte, die sagen „Komm“, es gibt Manuskripte, die sagen „Komm und sieh“. Ich halte „Komm und sieh“ – ohne dass wir jetzt in die Details der Texttradition eintauchen können, beides hat Pro- und Kontraargumente – vom gesamtbiblischen Kontext für interessanter und eigentlich plausibler, denn „Komm und sieh“ sind Worte, die Johannes sehr vertraut vorgekommen sein müssen. Es waren die ersten Worte, die er überhaupt von Jesus gehört hatte.
[8:58] In Johannes Kapitel 1: Johannes hatte ja dem Täufer Johannes viel zugehört und seine Predigten angehört. Wir lesen in Johannes 1, Vers 37: „Und die beiden Jünger hörten ihn, also Johannes den Täufer, reden und folgten Jesus nach“, weil Johannes der Täufer auf Jesus hingewiesen hatte: „Siehe, das Lamm Gottes, das der Welt Sünde hinwegnimmt.“ Vers 38: „Als aber Jesus sich umwandte und sie nachfolgen sah, sprach er zu ihnen: Was sucht ihr? Sie sprachen zu ihm: Rabbi – das heißt übersetzt Lehrer –, wo wohnst du? Er spricht zu ihnen: Kommt und seht!“
[9:43] Der Beginn der Nachfolge für Johannes, sein Beginn als Nachfolger Jesu, sind diese Worte: „Kommt und seht.“ Jesus lädt ihn ein, Zeit mit ihm zu verbringen, ihn besser kennenzulernen. Und wir sehen dort: Sie kamen und sahen, wo er wohnte, und blieben den Tag bei ihm. Es war aber um die zehnte Stunde. Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer von den beiden, die es von Johannes gehört hatten und ihm nachgefolgt waren. Dieser findet zuerst seinen Bruder Simon und spricht zu ihm: „Wir haben den Messias gefunden.“ Wer „kommt und sieht“, entdeckt, wer Jesus wirklich ist.
[10:23] Das heißt übersetzt: Der Gesalbte. Sie hätten ihm einfach nur eine Frage stellen können, Jesus hätte eine Antwort gegeben. Aber indem sie Zeit mit ihm verbrachten, indem sie den ganzen Tag bei ihm waren, indem sie kamen und sahen, wussten sie wirklich, wer Jesus ist. „Komm und sieh“ ist eine Einladung gewesen, Jesus persönlich kennenzulernen, als er hier auf der Erde wandelte, eine Einladung, bei ihm zu Hause zu sein und sein Wesen, seinen Charakter, seine Worte, seine Lehre zu verstehen. Und diese Erfahrung hat dazu geführt, dass sie überzeugt waren, schon sehr, sehr früh: Jesus ist der Messias. Johannes hat sein ganzes Leben daran festgehalten. Und jetzt, am Ende seines Lebens in der Offenbarung, als er in den himmlischen Gottesdienst im Geist versetzt wird, den Thron Gottes sieht, die Anbetung von Millionen von Engeln, den Chor, den Gesang, die 24 Ältesten niederfallen und das Buch mit den sieben Siegeln angefangen wird zu öffnen, sagt einer von den lebendigen Wesen: „Komm und sieh!“ Mit anderen Worten: Da gibt es etwas zu entdecken. Da geht es darum, dass wir Zeit verbringen sollen mit dem, was hier geschrieben steht. Es ist eine Einladung, genauer hinzusehen, nicht nur schnell zu lesen und wieder wegzugehen, sondern sich damit zu beschäftigen.
[11:53] Könnte es sein, dass es eine Herausforderung an uns alle ist, die wir mit Offenbarung 6 vielleicht nicht zu viel Zeit bisher verbracht haben, immer mal wieder gelesen haben, aber nie so wirklich lange dort verweilt sind? Die Einladung von Jesus „Komm und sieh“ war ja eine Einladung zum Verweilen. Und die Zeit, die dort mit Jesus verbracht wurde, hat Johannes für immer geprägt. Könnte es sein, dass, wenn wir uns in den nächsten Wochen und Monaten Zeit nehmen werden, Offenbarung 6 mal genau anzuschauen, dort zu verweilen, dass das auch unser Leben verändern wird? Dass wir hier in Offenbarung 6 Dinge erfahren, die uns darin bestätigen, dass Jesus wirklich König der Könige, Herr der Herren, der Erlöser der ganzen Welt ist? So wie das Verweilen bei Jesus auf Erden Johannes und Andreas bestätigt hat: Jesus ist der Messias.
[12:57] Die Beweise dafür, dass Jesus wirklich die Erde zurückgekauft hat und Menschen erlöst hat, das wird jetzt in den sieben Siegeln entfaltet. Johannes wird eingeladen: Sieh dir das genauer an. Johannes ist ja ein Typus auf die Gemeinde. Wir wissen das aus Offenbarung Kapitel 10. Als er dort das Büchlein essen soll, geht es ja nicht um Johannes selbst. Es geht um die Gemeinde, die zu einem späteren Zeitpunkt prophetisch dann das Buch Daniel nach 1798 lesen soll, studieren soll, verstehen soll und predigen soll. Johannes als Typus auf die Gemeinde: Wenn Johannes eingeladen ist „Komm und sieh“, kann es sein, dass der Himmel Gottes Gemeinde einlädt, Zeit zu verbringen mit den sieben Siegeln? „Komm und sieh.“
[13:49] Damals bei Johannes dem Täufer, da waren viele, die über Jesus hörten, aber sich nicht Zeit nahmen, mit Jesus Zeit zu verbringen. Sie hörten Johannes den Täufer, der von Jesus predigte, von dem kommenden Messias, von dem Reich Gottes, der von dem predigte, der mit Feuer und Heiligem Geist taufen würde. Sie hörten Predigten über den kommenden Messias, aber sie verbrachten nicht Zeit mit ihm. Er schien so unscheinbar. Aber zwei taten das und wurden für ihr ganzes Leben lang geprägt als Apostel, als Jünger und Apostel. Wir hören vielleicht viel über die Offenbarung, viel über die Endzeit, viele Dinge von anderen, aber haben wir uns Zeit genommen, dort zu verweilen, damit wir selbst verstehen, was dort steht?
[14:38] Liebe Freunde, wir sind eingeladen. So wie Jesus Johannes und Andreas einlud zu sich nach Hause, lädt uns Gott in der Offenbarung hier explizit in den Siegeln ein, Zeit zu verbringen. „Komm und sieh.“ Wir dürfen den himmlischen Gottesdienst verstehen. Wir dürfen die Entfaltung des großen Kampfes um das Evangelium auf dieser Welt verstehen. Vielleicht sind auf den ersten Blick diese Siegel, diese apokalyptischen Reiter, etwas unscheinbar, kurz, vielleicht nicht immer ganz klar in ihrer Bedeutung auf den ersten Blick. Aber wollen wir nicht diese Einladung annehmen? Ich möchte für mich neu diese Entscheidung treffen: Ich möchte tatsächlich Offenbarung 6 besser verstehen. Ich möchte die Einladung annehmen, dort zu verweilen, Zeit damit zu verbringen und zu sehen, was wir alles noch lernen können, wovon wir noch nie vielleicht etwas gehört haben, weil Jesus uns Dinge offenbaren möchte, die uns noch viel tiefer führen als alles, was uns andere bisher gesagt haben.
[15:46] Und eins wird sicher sein: Wenn wir wirklich kommen und sehen, dann werden wir davon überzeugt sein, dass Jesus unser Erlöser ist, dass er wirklich der König der Könige ist. Es geht nicht einfach nur um Reiter und ihre Bedeutung. Das alles müssen wir studieren, um Jesus besser zu verstehen. Und diese Herausforderung möchte ich für mich annehmen und dich einladen, in den nächsten Wochen und Monaten hier gemeinsam mit uns dieses wunderbare Kapitel, diese wunderbaren sieben Siegel mal ganz neu zu studieren und Zeit zu nehmen, dort zu verweilen und zu sehen, was Gott uns alles zeigen möchte. „Komm und sieh“, ruft uns das lebendige Wesen zu. Das ist die Einladung Jesu, die an alle Menschen gilt. Lasst uns noch gemeinsam niedergehen und beten.
[16:41] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir danke sagen, dass du durch dein Wort zu uns gesprochen hast. Danke, dass du uns gern hast. Danke, dass du für uns da bist und danke, dass du uns einlädst, tiefer zu graben, mehr nachzudenken, zu verweilen bei den Texten. Herr, vergib uns, vergib mir, dass wir zu oft zu schnell über Texte hinübergehen, denken, wir kennen schon alles, oder denken, wir können es jetzt gerade nicht verstehen. Gib, dass wir so wie Johannes und Andreas Zeit mit Jesus verbrachten, wir Zeit mit deinem Wort und insbesondere mit deiner biblischen Prophetie verbringen, bis die Erkenntnis in uns wirklich reift und gefestigt ist, dass du, Herr Jesus, König der Könige, Herr der Herren und unser persönlicher Erlöser bist. Hab Dank dafür von ganzem Herzen. Segne uns und führe uns durch deinen Heiligen Geist nach deiner Verheißung in alle Wahrheit, die für uns hier zur Erlösung wichtig und notwendig ist. Danke dafür, dass du uns so viel mehr gibst, als wir überhaupt bitten können. Hab Dank von ganzem Herzen.
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