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In dieser Folge der „Christ Study Hour“ beleuchtet Christopher Kramp das faszinierende Zusammenspiel von Offenbarung und Inspiration. Erfahren Sie, wie Gott durch Propheten sprach und was es bedeutet, wenn eine Botschaft wahrhaftig den Anspruch erhebt: „So spricht der Herr“. Tauchen Sie gemeinsam in das Wort Gottes ein und entdecken Sie, wie diese göttliche Inspiration bis heute unseren Glauben stärken kann.


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Serie: Christ Study Hour 2026 Q4: Die Gabe der Prophetie

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Transkript

[0:32] Hallo und herzlich willkommen zur Christ Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Wie immer möchten wir alle Zuschauer auf dem Sender das Wort ebenfalls ganz recht herzlich begrüßen zur mittlerweile fünften Folge unserer Serie über die Gabe der Prophetie. Heute wollen wir uns in Vorbereitung auf das Bibelgespräch am 31. Oktober mit dem Phänomen von Offenbarung und Inspiration beschäftigen.

[1:02] Wir haben in den letzten Folgen gesehen, wie Gott Propheten beruft, welche Propheten es gab im Alten und im Neuen Testament und was so ihren Dienst gekennzeichnet hat, ausgezeichnet hat. Wir wollen heute verstehen, was es bedeutet, dass diese Prophetinnen und Propheten nicht einfach nur gesprochen haben, sondern dass das, was sie gesagt haben, wirklich ein „So spricht der Herr“ als Anfang haben konnte, weil tatsächlich Gott durch sie gesprochen hat. Wir wollen verstehen, wie Gott Menschen inspiriert und wie wir das erkennen können. Offenbarung und Inspiration ist das Thema unseres Bibelstudiums. Und bevor wir dort hineingehen, möchten wir Gott bitten, dass er uns in diesem Studium segnet und wir wollen mit einem Gebet starten.

[1:53] Lieber Vater im Himmel, du hast uns dein Wort gegeben. Über einen langen Zeitraum hin hast du Menschen inspiriert und sie dazu gebracht, diese Botschaften niederzuschreiben, damit wir heute noch lernen können, wie du bist und was du dir wünschst und wie unser Leben verändert werden kann. Herr, wir möchten dich von Herzen bitten, dass du jetzt in den kommenden Minuten durch dein Wort zu uns sprichst. Wir möchten dich bitten, dass du alles Störende fernhältst, dass wir lernen können und dass wir in unserem Glauben an dich gestärkt werden, Herr. Das bitten wir, weil du versprochen hast, dass wenn wir über dein Wort nachdenken, wir verständiger sein werden als alle unsere Lehrer und dass dein Wort nicht leer zurückkehren wird, sondern ausführen wird, wozu du es gesandt hast. Darum bitten wir dich im Namen Jesu. Amen.

[2:59] Der Hebräerbrief beginnt mit folgenden interessanten Worten. Hebräer, Kapitel 1, Vers 1 und 2: „Nachdem Gott in vergangenen Zeiten vielfältig und auf vielerlei Weise zu den Vätern geredet hat durch die Propheten, hat er in diesen letzten Tagen“ – also in der jüngsten Vergangenheit für den Paulus, der das hier schreibt – „zu uns geredet durch den Sohn. Ihn hat er eingesetzt zum Erben von allem. Durch ihn hat er auch die Welten geschaffen.“ Dann kommen noch einige Aussagen über Jesus Christus. Paulus sagt uns, dass Gott auf verschiedene Weise, vielfältig, auf verschiedenen Ebenen sozusagen zu Menschen gesprochen hat durch die Propheten. Gott hat nicht nur einen einzigen festgefahrenen Weg, durch den er kommuniziert. Gott hat tausend Wege, von denen wir nichts wissen. Und doch läuft alles darauf hinaus, dass Gott sich in Jesus Christus offenbart.

[4:03] Wir lesen in Johannes Kapitel 1 und dort Vers 1: „Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott.“ Und dann in Vers 14: „Und das Wort wurde Fleisch und wohnte unter uns und wir sahen seine Herrlichkeit, eine Herrlichkeit als Eingeborenen vom Vater, voller Gnade und Wahrheit.“ Jesus offenbart uns, wie Gott der Vater ist. In Vers 18 heißt es: „Niemand hat Gott je gesehen. Der eingeborene Sohn, der im Schoß des Vaters ist, der hat Aufschluss über ihn gegeben.“ Jesus offenbart den Vater. Aber Menschen sollten auch schon in den Jahrtausenden vor der Geburt Jesu wissen, wie Gott ist. Jesus selbst, der ja seit Ewigkeit existiert, wie uns Vers 1, 2 und 3 hier offenbaren, hat kommuniziert auf verschiedene Weisen. Wir sehen im Alten Testament eine ganze Reihe von verschiedenen Möglichkeiten, die Gott nutzt, um sein Wesen und seine Botschaft an Menschen weiterzugeben.

[5:12] Die vielleicht allgemeinst, ja, die generellste Methode, die wir in der Bibel finden können, wird in Römer 1, Vers 20 beschrieben. Immer wieder wird die Frage gestellt, wie können Menschen eine Entscheidung für Gott fällen, wenn sie die Bibel gar nicht kennen, wenn sie vielleicht von Jesus Christus nie gehört haben? Aber in Römer 1 und dort Vers 20 wird uns deutlich, dass alle Menschen einen Zugang haben zu den elementarsten Grundwahrheiten des Evangeliums. Da heißt es in Römer 1, Vers 20: „Denn sein unsichtbares Wesen, nämlich seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrgenommen, sodass sie keine Entschuldigung haben.“ Die Idee hier ist, dass wenn wir die Natur sehen, wenn wir überhaupt Geschöpfe sehen, ja, selbst wenn wir keinen Zugang zur Natur außerhalb unserer Wohnung hätten und wir nur unseren Körper betrachten, wie der geschaffen ist, würden wir zwei Dinge bemerken. Erstens: Es gibt einen Gott und zweitens: Er hat Kraft.

[6:17] Der Paulus sagt, dass das durch Nachdenken wahrgenommen wird. Mit anderen Worten, man kann auch durch den Wald gehen und einfach nur sagen: „Ah, es ist aber schön hier, es freut mich“ und nicht weiter nachdenken. Und dann merkt man das auch nicht. Aber jeder hat die Möglichkeit, durch ein Betrachten der Natur und ein Nachdenken über das, was er dort sieht, zu dem Schluss zu kommen: Es muss einen Gott geben. Dieser Gott hat Kraft. Und diese Kraft ist ja letztlich das, was im Evangelium steckt. In gleichem Kapitel in Römer 1, Vers 16 heißt es: „Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht. Denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen.“ Das Evangelium rettet uns. Es ist die Kraft Gottes, die uns rettet durch den Glauben. Vers 17: „Es wird darin geoffenbart die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben. Wie geschrieben steht: Der Gerechte wird aus Glauben leben.“

[7:13] Man kann in der Natur erkennen, dass es Gott gibt und dass er Kraft hat. Die Natur sagt uns nichts über die exakten Ereignisse der biblischen Prophetie. Die Natur gibt uns keine genauen Hinweise, wie Heiligung und Rechtfertigung voneinander zu unterscheiden sind und wie sie zusammenwirken. Viele Wahrheiten, die wir theoretisch in der Bibel dann auch wiederfinden, können in der Natur nicht so explizit ausgesprochen werden. Aber das Wesentliche, dass Gott existiert und er Kraft hat, das kann man auch in der Natur sehen. In Römer 2 wird deswegen deutlich, dass auch Menschen, die nie die Bibel in der Hand gehabt haben oder lesen konnten oder gehört haben, trotzdem die Möglichkeit haben. Die Möglichkeit ist keine Selbstverständlichkeit, aber die Möglichkeit haben sie, dass sie gerettet werden können. Das heißt nicht, dass alle Heiden gerettet werden, aber es heißt, auch ein Heide kann ohne Besitz der Bibel, ohne Kenntnis der Bibel gerettet werden, wenn er durch Nachdenken erkennt, dass es Gott gibt, dass er Kraft hat und diese Kraft für sein Leben in Anspruch nimmt.

[8:19] Da heißt es in Vers 14 von Römer 2: „Wenn nämlich Heiden, die das Gesetz nicht haben, doch von Natur aus tun, was das Gesetz verlangt, so sind sie, die das Gesetz nicht haben, sich selbst ein Gesetz, da sie ja beweisen, dass das Werk des Gesetzes in ihre Herzen geschrieben ist, was auch ihr Gewissen bezeugt, dazu ihre Überlegungen, die sich untereinander verklagen oder auch entschuldigen.“ Wir können das als Menschen nicht beurteilen. Wir können das Herz nicht sehen und wir wissen nicht, wie Menschen denken und warum sie Dinge tun. Aber das wird offenbar werden am Tag des Gerichtes. Vers 16: „An dem Tag, da Gott das Verborgene der Menschen durch Jesus Christus richten wird nach meinem Evangelium.“ Paulus macht deutlich: Die Natur an sich und das, was sie über Gott sagt, würde ausreichen, dass ein Mensch, der wirklich nachdenkt und im Glauben das annimmt, was er dort erkennt, gerettet wird.

[9:11] Gottes Offenbarung ist also für alle Menschen, nicht nur für die, die lesen können oder die einen Zugang zur Bibel haben. Gott offenbart sich allen Menschen und erwartet von Menschen nur, dass sie das im Glauben annehmen und umsetzen, was sie verstanden haben. Gott übersieht die Zeit der Unwissenheit, aber es heißt ja in Römer 1, Vers 20: „Niemand ist ohne Entschuldigung.“ Also, keiner kann eine Entschuldigung haben. Niemand kann sagen: „Ich konnte es nicht erkennen.“ So wie es hier steht: „sodass sie keine Entschuldigung haben.“ Dennoch ist es so, dass die Sünde die Natur auch durchaus entstellt hat. Nicht alles, was wir in der Natur sehen, ist eine direkte Darstellung dessen, was Gott sich eigentlich gedacht hat. Wenn Katzen mit Mäusen spielen, bevor sie sie dann töten, dann ist das nicht das, was Gott eigentlich gedacht hat, sowohl für Katzen als auch für Mäuse.

[10:22] In 1. Mose Kapitel 3 und dort ab Vers 16 lesen wir: „Und zur Frau sprach er: Ich will die Mühen deiner Schwangerschaft sehr groß machen. Mit Schmerzen sollst du Kinder gebären und dein Verlangen wird auf deinen Mann gerichtet sein. Er aber soll über dich herrschen. Und zu Adam sprach er: Weil du der Stimme deiner Frau gehorcht und von dem Baum gegessen hast, von dem ich dir gebot und sprach: Du sollst nicht davon essen, so sei der Erdboden verflucht um deinetwillen. Mit Mühe sollst du dich davon nähren, dein Leben lang; Dornen und Disteln soll er dir tragen und du sollst das Gewächs des Feldes essen.“ Es gibt viele Spuren der Sünde in der Natur. Und obwohl Gott auch viele dieser Dinge benutzt, um uns dann wieder das Evangelium zu erklären, ist es doch ohne Frage so, dass nicht alles in der Natur uns eins zu eins erklärt, was Gott eigentlich wirklich uns sagen möchte.

[11:12] Wir sehen in Römer Kapitel 8 und dort in Vers 22: „Denn wir wissen, dass die ganze Schöpfung mitsäufzt und mit in Wehen liegt bis jetzt.“ Die Schöpfung ist von der Sünde mitgezeichnet. Es braucht noch eine konkretere Offenbarung als nur die Schöpfung. Und die zeigt sich im Wort Gottes. Die Bibel sagt in Psalm 119, Vers 105, dass Gottes Wort ein Licht ist auf unserem Weg. Und Jesus, so sagt es in Johannes 8, Vers 12, er ist das Licht. Da heißt es in Vers 12 in Johannes 8: „Nun redete Jesus wieder zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis wandeln, sondern er wird das Licht des Lebens haben.“ Dieses Licht offenbart sich in Jesus und es offenbart sich in seinem geschriebenen Wort. Dieses Wort Gottes ist der Maßstab.

[12:15] Es bezeugt Jesus. Viele Menschen haben eine Idee, wie sie denken, Jesus hätte sein sollen oder sein können oder wie er gewesen sein könnte, aber die Bibel offenbart, wie Jesus wirklich ist. Johannes 5, Vers 39: „Ihr erforscht die Schriften, weil ihr meint, in ihnen das ewige Leben zu haben, und sie sind es, die von mir Zeugnis geben.“ Auch die Natur offenbart, dass Jesus die Welt geschaffen hat. Sie offenbart, dass es einen Schöpfer gibt und dass er Kraft hat. Aber ein genaueres, ein präziseres Bild von Jesus erhalten wir durch sein Wort, durch die Bibel.

[12:51] Die Bibel ist die spezifische Offenbarung Gottes. In Jesaja Kapitel 8 und dort Vers 20 wird uns gesagt: „Zum Gesetz und zum Zeugnis“, das heißt zur Bibel, zum Wort Gottes. „Wenn sie nicht so sprechen, gibt es für sie keinen Morgenrot.“ Jede Religion, jede Weltanschauung, jede christliche Denomination, die nicht das Wort Gottes zum alleinigen Maßstab für alles macht, wird an der Wahrheit vorbeigehen. Das Wort Gottes zeigt uns, wie Jesus ist. Es bezeugt Jesus. Es ist der Maßstab für unseren Glauben. Und deswegen ist es sehr wichtig zu verstehen, was der Paulus in 2. Timotheus 3, Vers 15 bis 17 uns sagt. Paulus spricht hier über die Inspiration der Bibel. Damit ist gemeint, dass die Worte, die Gedanken, besser gesagt, die Aussagen der Bibel nicht nur das Denken von Menschen wiedergeben, sondern dass sie vom Heiligen Geist, wie das Griechische sagt, eingehaucht sind, gottgehaucht. Sie sind eingegeben.

[14:09] Es sind Gedanken, die man zurecht als Gottes Wort bezeichnen kann. So wie das Paulus im 1. Thessalonicherbrief Kapitel 2, Vers 13 sagt, wo er sagt: „Darum danken wir auch Gott unablässig, dass ihr, als ihr das von uns verkündigte Wort Gottes empfangen habt, es nicht als Menschenwort aufgenommen habt, sondern als das, was es in Wahrheit ist, als Gottes Wort, das auch wirksam ist in euch, die ihr gläubig seid.“ In 2. Timotheus 3 und dort ab Vers 15 steht: „Und weil du von Kindheit an die heiligen Schriften kennst, welche die Kraft haben, dich weise zu machen zur Errettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist.“ Und jetzt kommt der entscheidende Satz. Also, wir haben in Vers 15 gesehen, die Schriften haben die Kraft Gottes. Ja, wir haben gesehen in Römer 1, Vers 16, das Evangelium ist die Kraft Gottes. Wir sehen hier, das Evangelium zeigt uns, wie wir gerettet werden können. Deswegen brauchen wir die Bibel, wenn wir sie haben können.

[15:14] Das heißt in Vers 16: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung in der Gerechtigkeit.“ Wenn Paulus sagt, dass die gesamte heilige Schrift tatsächlich von Gott eingegeben ist, dann dürfen wir das so glauben. Dann müssen wir das so glauben, denn Paulus offenbart uns das hier als ganz wesentliche Sache, die für unseren Glauben notwendig ist. Manchmal gibt es Leute, die sagen: „Ja, die Bibel ist zum Teil inspiriert. Da sind einige Kapitel ganz klar Gottes Wort und andere sind nur menschliche Meinung.“ Aber Paulus war nicht dieser Meinung. Paulus hat ganz deutlich hier uns gesagt: Die gesamte Bibel ist gottgehaucht. Sie ist inspiriert, sie ist wichtig für unser Glaubensleben. Und sie tut vier Dinge.

[16:05] Erstens: Sie informiert uns. Das heißt, sie lehrt uns die Wahrheit. Sie sagt uns, was die Bibel zu einem bestimmten Thema sagt, sei es der Zustand der Toten oder sei es die Frage der letzten Dinge, der Wiederkunft Jesu oder die Frage der Heiligung oder die Frage, wie man im Glauben wächst oder die Frage des Gebetes. Sie sagt uns, was die Wahrheit für dieses jeweilige Thema ist. Aber das ist nur einer von vier Punkten. Der zweite Punkt ist: Sie ist nützlich zur Belehrung, zur Überführung. Sie zeigt uns also, wo wir in diesem Thema selbst Fehler gemacht haben oder gerade Fehler machen, wo wir sündigen, wo wir zu kurz kommen, wo wir in eine falsche Richtung denken oder reden oder handeln. Die Bibel zeigt uns nicht nur, was die Wahrheit ist, sie zeigt uns auch den Spiegel vor, was in unserem Leben nicht richtig läuft. Und wenn man die Bibel nur als ein theologisches Handbuch liest, um zu wissen, was früher Menschen zu einem Thema gedacht haben, dann verpasst man dreiviertel dessen, was die Bibel eigentlich tun möchte.

[17:20] Sie ist nützlich zur Belehrung, zur Überführung und dann heißt es interessanterweise zur Zurechtweisung. Das klingt wie Tadel. Das Interessante ist, dass das Griechische wörtlich bedeutet: Sie stellt wieder her. Die Schriften sind dazu da, uns nicht nur zu zeigen, was die Wahrheit ist, nicht nur zu zeigen, wo wir falsch liegen, sondern sie weisen uns auch den Weg. Sie weisen uns zum Recht, sozusagen – „zurechtweisen“ steckt im Deutschen so ein bisschen drin. Sie stellen wieder her, sie zeigen uns, wie Jesus genau dieses Problem gelöst hat am Kreuz von Golgatha und wie er es in unserem Leben lösen möchte und wie durch den Heiligen Geist wir Vergebung und Veränderung erleben können und wie wir neu geschaffen werden können und wie wir diese Dinge nicht mehr tun müssen, von denen wir im zweiten Punkt überzeugt worden sind. Die Bibel ist also nicht nur eine Information, sie ist nicht nur eine Überführung, ein Spiegel, sondern auch eine konkrete Hilfe in den Schwierigkeiten des Lebens.

[18:23] Und dann heißt es in Vers 16 noch: „zur Erziehung in der Gerechtigkeit“. Das heißt, die Bibel stellt uns nicht nur wieder her durch das Wirken des Evangeliums in unserem Leben, sondern sie erzieht uns auch, sie bildet uns aus. Wir lernen immer mehr dazu. Wer die Bibel studiert, kann ernsthaft sagen – das kann ich wirklich nach vielen Jahren Bibelstudium mit voller Überzeugung sagen – man lernt bei der Bibel nie aus. Es bleibt immer spannend. Man stößt immer auf Dinge, die man noch nie gelesen hat oder nie verstanden hat oder noch nie so gesehen hat. Es ist nie zu Ende. Man lernt ständig neue Dinge über Gott, über sich, über das Leben. Die Bibel zu lesen ist wie eine Schule ohne Ende. Eine Erziehung in der Gerechtigkeit. Gott möchte, dass wir die Prinzipien seiner Gnade und seiner Gerechtigkeit immer besser kennenlernen, immer besser verstehen, immer tiefer durchdringen und in unserem eigenen Leben immer besser auch umsetzen.

[19:28] Die Bibel ist dazu da, dass alle diese vier Dinge in unserem Leben passieren. Und da die gesamte Bibel dafür vorgesehen ist, muss auch die gesamte Bibel vom Heiligen Geist inspiriert sein. Sonst gäbe es ja Dinge in der Bibel, die würden uns gar nicht die Wahrheit sagen und sie würden uns dann auch gar nicht helfen, uns selbst zu erkennen, wo wir wirklich stehen. Sie würden uns auch nicht helfen können, das Evangelium zu sehen. Und sie würden uns auch nicht helfen können, dass wir in der Gerechtigkeit wachsen können. Wenn nur Teile der Bibel inspiriert sind, dann sind nur Teile der Bibel für diese vier Punkte gut und dann wäre der Rest völlig bedeutungslos. Aber Paulus sagt uns: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben“ zu diesem Zweck. Das ist nicht nur eine theologische Diskussion, nicht nur ein akademisches Fechten jetzt zwischen Vertretern verschiedener Inspirationsmodelle. Das ist eine ganz konkrete Sache. Die Frage ist: Kann ich, wenn ich die Bibel aufschlage mit den Texten, die ich lese, kann Gott zu mir sprechen? Spricht er zu mir? Oder sind das, wenn ich Pech habe, wenn ich sozusagen den falschen Text aufschlage, nur menschliche Worte ohne Bedeutung für mein Leben?

[20:32] Wer behauptet, dass die Bibel nur teilweise inspiriert ist, wer behauptet, dass nur Teile davon wirklich Gottes Wort sind, der stellt ein zusätzliches Hindernis auf für Sünder, die Gott kennenlernen wollen, denn er behauptet, dass der Sünder erst einmal feststellen muss, was denn überhaupt Gottes Wort ist und was nicht, damit er nicht dann zufälligerweise einen falschen Text findet und dann von dem gar nicht wirklich Gott begegnen kann. Wer behauptet, dass die Bibel nur teilweise inspiriert ist, der macht den Zugang zu Gott komplizierter, als er ist, denn dann muss man erst einmal die Bibel auseinandernehmen. Dann muss man erst einmal nach bestimmten Prinzipien erarbeiten, wonach man entscheiden möchte, was inspiriert ist und was nicht. Eine Aufgabe, die Gott uns nicht gegeben hat. Es gibt auch in der Bibel überhaupt keine Kriterien, nachdem man das ja entscheiden sollte: „Dieser Vers inspiriert und dieser nicht.“ Es wäre allein das eigene Gutdünken, das eigene Urteil. Aber darauf können wir uns nicht verlassen, denn die Bibel sagt uns in Jeremia 17, Vers 9: „Übertrügisch ist das Herz und bösartig. Wer kann es ergründen?“ Wir können also mit unserem eigenen Denken keine Maßstäbe aufstellen, um herauszufinden, was inspiriert und nicht inspiriert ist.

[21:48] Wenn also die Bibel nicht vollständig inspiriert wäre, wenn nur Teile davon das Wort Gottes wären – manche sagen dann sowas wie „die Bibel enthält das Wort Gottes“ oder das wäre dann so die Mitte der Schrift und andere Dinge am Rand wären dann irgendwie unwichtig –, wenn das der Fall wäre und wir gleichzeitig in der Bibel ja ganz deutlich sehen, dass nirgendwo gesagt wird: „Achtet, welche Verse ihr lest, einige sind inspiriert, einige nicht.“ Wenn wir das also aus der Bibel nicht haben und es wäre so, dann müssten wir mit unserem eigenen Verstand, auf den wir uns nach der Bibel nicht verlassen können, mit unserem eigenen Verstand herausfinden, was inspiriert ist und was nicht. Wer also leugnet, dass die Bibel als Ganzes inspiriert ist, stellt ein quasi unüberwindliches Hindernis zwischen den Sünder und Gott. Dem Sünder wird dann zugemutet, mit seinem eigenen sündigen Herz, auf das er sich nicht verlassen kann, herauszufinden, was für ihn ist und was nicht. Aber Gott arbeitet nicht so. Gott weiß, dass in der Frage, wie wir ihm begegnen können, nicht wir entscheiden können, was jetzt richtig und was falsch ist, sondern er will uns retten.

[23:01] Er streckt uns den Arm aus. Er wirft uns die Seile aus, damit wir uns festhalten können. Was wäre von jemandem zu halten, der zehn Seile auswirft, um einen in den Fluten ertrinkenden Menschen zu retten, aber in Wirklichkeit helfen nur drei von den zehn oder nur fünf? Und der Ertrinkende muss jetzt herausfinden, welches von den Seilen rettet und welches nicht. Einen solchen Menschen könnte man gar nicht Retter nennen. Das wäre ja grausam. Wenn Gott die Bibel geben würde und den Eindruck erwecken würde, alles wäre inspiriert, aber es ist gar nicht alles inspiriert, dann mag man gar nicht weiterdenken, was das über Gott sagen würde. Paulus macht uns deutlich: „Alle Schrift ist von Gott eingegeben.“ Und dann Vers 17: „damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet“. Die ganze Bibel inspiriert, damit der Mensch auch zu jedem guten Werk ausgerüstet ist.

[24:00] Wir können der Bibel vertrauen. Und das wird auch aus anderer Perspektive in der Bibel deutlich. Jakobus Kapitel 1, Vers 17: „Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab.“ Das, was Gott uns schenkt, ist vollkommen. Jesus Christus, das Wort Gottes, er ist vollkommen. Er ist zwar Mensch geworden und als Mensch ist er müde gewesen und er hat Hunger gehabt und Durst gehabt und Schwierigkeiten erlitten und er ist traurig gewesen und trotzdem war er vollkommen. Die Bibel ist auch ein Geschenk Gottes. Sie ist das Wort Gottes, das sozusagen Buch geworden ist – nicht Mensch, aber Buch sozusagen. Und ja, die Manuskripte, manchmal fehlt ein Vers und manchmal sind Rechtschreibfehler drinne, und so wie Jesus mal müde war, so haben die Manuskripte ihre Macken sozusagen, und trotzdem ist die Botschaft in der Bibel so vollkommen, wie Jesus vollkommen war als Mensch.

[25:12] „Jede gute Gabe und jedes vollkommene Geschenk kommt von oben herab von dem Vater der Lichter, bei dem keine Veränderung ist, noch ein Schatten infolge von Wechsel.“ Heute glauben viele Menschen, Gott würde seine Meinung ändern. Er hätte im Alten Testament gesagt, so würde die Rettung funktionieren und dann zum Neuen Testament hätte er seine Meinung geändert. Und deswegen sei das Alte Testament nicht mehr relevant. Aber Gott ändert seine Meinung nicht. Bei ihm gibt es keine Veränderung. Maleachi 3, Vers 6 sagt: „Ich habe mich nicht verändert. Gott, der Herr, verändert sich nicht.“ Und es gilt nicht nur für Gott, es gilt auch für sein Wort.

[25:56] In Jesaja Kapitel 40 und dort ab Vers 6: „Es spricht eine Stimme: Verkündige! Und er sprach: Was soll ich verkündigen?“ Wenn wir den Auftrag bekommen, Gottes Botschaft in die Welt zu tragen, wenn wir verkündigen sollen, predigen sollen, Menschen einladen, das Evangelium anzunehmen, dann ist ja die Frage: Was sollen wir verkündigen? Was ist die Botschaft, die wir haben? Die Antwort kommt auf die Frage „Was soll ich verkündigen?“: „Alles Fleisch ist wie Gras und alle seine Anmut wie die Blume des Feldes. Das Gras wird dürr, die Blume fällt ab, denn der Hauch des Herrn hat sie angeweht. Wahrhaftig, das Volk ist Gras. Das Gras ist verdorrt, die Blume ist abgefallen, aber das Wort unseres Gottes bleibt in Ewigkeit.“

[26:36] Menschliche Theorien haben keine lange Halbwertszeit. Menschliche Meinungen sind heute da und morgen verworfen. Menschliche Meinungen, auf die kann man sich nicht verlassen, aber das Wort Gottes bleibt in Ewigkeit, weil es Gottes Wort ist. Ja, es ist von Menschen aufgeschrieben. Gott hat mit Menschen kooperiert, so wie Jesus als ewiges Wort Gottes Mensch geworden ist. Und er kam nicht in der Herrlichkeit des ersten Menschen Adam vor dem Sündenfall, als der vier Meter groß war und sich alles merken konnte. Er kam in einer Menschheit, die gekennzeichnet war von den Folgen der Sünde nach 4000 Jahren. Und trotzdem war Jesus vollkommen und man kann sich auf die Worte Jesu verlassen, auf sein Handeln verlassen. Und so ist es auch mit dem Wort Gottes, der Bibel. Das Wort Gottes bleibt in Ewigkeit.

[27:35] Wir müssen nicht glauben, dass einige Verse, einige Bücher, einige Kapitel veraltet sind und nicht mehr gelten. Ja, es mag sein, dass Gott tatsächlich selbst Anordnungen gibt, die nur bis zu einer bestimmten Zeit gehen. Es gibt die Anordnung, Opfer zu bringen bis zum eigentlichen Opfer am Kreuz von Golgatha. Das bedeutet aber nicht, dass die Gesetze über die Opfer veraltet sind. Wir studieren sie heute immer noch, aber wir verstehen, dass wir keine Opfer mehr bringen müssen. Aber die Botschaft ist immer noch dieselbe. Genauso studieren wir auch die Prophezeiungen noch, obwohl sie sich schon erfüllt haben. Die Prophezeiungen, die auf ein bestimmtes Ereignis hinweisen und sich mittlerweile erfüllt haben, sind dadurch nicht veraltet. Sie haben sich lediglich erfüllt. Der Inhalt des Textes war sozusagen auf eine bestimmte Zeit hin ausgerichtet. Und wenn sich das erfüllt hat, bleibt die Botschaft bestehen als Zeugnis dafür, dass man Gott vertrauen kann.

[28:35] Wenn wir die Bibel anschauen, sehen wir verschiedene Arten der Inspiration. Wir sehen z.B. in 4. Mose 12, wie Gott in der Regel zu Prophetinnen und Propheten spricht. In 4. Mose 12 und dort Vers 6: „Und er sprach: Hört doch meine Worte. Wenn jemand unter euch ein Prophet des Herrn ist, dem will ich mich in einem Gesicht offenbaren oder ich will in einem Traum zu ihm reden.“ Durch Visionen und durch Träume hat Gott sehr oft gesprochen zu verschiedenen Zeitaltern. Trotzdem ist das nicht das einzige. Das sieht man schon in der Geschichte hier. Denn Gott sagt im nächsten Vers in Vers 7: „Aber nicht so mein Knecht Mose, er ist treu in meinem ganzen Haus. Mit ihm rede ich von Mund zu Mund, von Angesicht zu Angesicht und nicht rätselhaft.“ Und er schaut die Gestalt des Herrn. Mit anderen Worten, Gott ist nicht auf Träume und Visionen angewiesen als einziges Kommunikationsmittel. Wie wir gesehen haben, er hat auf vielfältige Weise, auf vielerlei Weise mit den Vätern geredet, zum Beispiel in dem besonderen Fall von Mose sogar quasi von Angesicht zu Angesicht.

[29:44] Ein anderes Beispiel findet sich in 1. Johannes Kapitel 1. Johannes, der Jünger, berichtet, woher er weiß, was er schreibt. Er hatte keine Vision, er hatte keinen Traum, sondern er hat einen anderen Zugang zu der Wahrheit gehabt. Er sagt nämlich ab Vers 1 in 1. Johannes: „Was von Anfang an war, was wir gehört haben, was wir mit unseren Augen gesehen haben, was wir angeschaut und was unsere Hände betastet haben vom Wort des Lebens.“ Und dann in Vers 3: „Was wir gesehen und gehört haben, das verkündigen wir euch, damit auch ihr Gemeinschaft mit uns habt.“ Johannes brauchte keine Vision, er brauchte keinen Traum. Er hat Jesus gesehen. Er hat gehört, er konnte neben ihm sitzen. Er hat das Wort des Lebens als Augenzeuge aufgenommen.

[30:31] Dann gibt es aber auch Leute im Neuen Testament, die waren keine Augenzeugen. Die haben Jesus nicht buchstäblich gesehen, gehört und sie haben auch keine Visionen und Träume gehabt und trotzdem sind auch sie inspiriert. Lukas ist ein Beispiel dafür in Lukas Kapitel 1, Vers 1 bis 4: „Nachdem viele es unternommen haben, einen Bericht über die Tatsachen abzufassen, die unter uns völlig erwiesen sind, wie sie uns diejenigen überliefert haben, die von Anfang an Augenzeugen und Diener des Wortes gewesen sind.“ Also Lukas stützt sich auf Augenzeugen. Er hat Jesus nie gesehen, so er hat nie ihn buchstäblich predigen hören. Er hat Menschen gesehen und gehört, die das erlebt haben. Er hat Augenzeugenberichte gesichtet, ausgewertet, gesammelt. Es heißt hier dann in Vers 3: „So schien es auch mir gut, dass ich allem von Anfang an genau nachgegangen bin, es dir der Reihe nach zu beschreiben, vortrefflichster Theophilus.“ Man kann das auch übersetzen: „es in eine Reihe zu stellen“. Das könnte sogar bedeuten, dass er bereits vorhandene schriftliche Quellen auch benutzt hat und sie geordnet hat und sie eingebaut hat in seinen Bericht, damit du die Gewissheit der Dinge kennst, in denen du unterrichtet worden bist. Lukas hatte keine Vision, er hatte keinen Traum, er hat Jesus nicht persönlich getroffen und trotzdem ist er inspiriert, denn der Heilige Geist hat ihn in seiner historischen Recherche geleitet. Das heißt nicht, dass alle Historiker inspiriert sind. Das heißt nicht, dass jeder, der in der Vergangenheit sucht, plötzlich immer die Wahrheit sagt, aber Lukas ist vom Heiligen Geist geführt worden. Das gleiche gilt mit hoher Wahrscheinlichkeit auch für Markus, der ebenfalls wohl zumindest für einen wesentlichen Teil dessen, was er beschreibt, kein Augenzeuge gewesen ist, anders als Johannes und Matthäus.

[32:23] In all diesen Fällen sagt uns die Bibel, sind die Schreiber inspiriert gewesen. Ob es durch einen direkten Traum war, durch eine Vision, durch ein direktes Erlebnis, so wie Mose es mit Jesus hatte im Alten Testament oder dann die Jünger, die Jesus begegnet sind, oder ob es durch gründliche Recherche von historischen Quellen gewesen ist, wie wir sie auch bei den Schreibern der Könige- und Chronikenbücher finden können. In allen Fällen gilt, was in 2. Petrus 1, Vers 21 steht: „Denn niemals wurde eine Weissagung durch menschlichen Willen hervorgebracht, sondern vom Heiligen Geist getrieben haben die heiligen Menschen Gottes geredet.“

[33:09] Der Heilige Geist ist die entscheidende Kraft hinter der Inspiration der Menschen. Ja, die Menschen haben geredet, aber es ist der Heilige Geist, der sie getrieben hat, der sie angetrieben hat, der sie bewegt hat. Vers 20: „Dabei sollt ihr vor allem das erkennen, dass keine Weissagung der Schrift von eigenmächtiger Deutung ist.“ Wir können also nicht einfach Bibeltexte interpretieren, wie wir wollen. Wir müssen uns die Frage stellen: Was wollte der Heilige Geist uns damit sagen? Manchmal wird Bibelstudium darauf reduziert: „Okay, was hat Petrus verstanden? Was wollte Petrus sagen? Was wollte Paulus ausdrücken? Was war Mose wichtig?“ Aber die Frage ist nicht nur, was wollte Petrus und Johannes und Matthäus ausdrücken. Die Frage ist: Was will der Heilige Geist uns sagen? Und wenn der Heilige Geist hinter Petrus und Lukas und den Autoren von Chroniken steht, dann können wir schwierige Passagen auch dadurch verstehen, dass wir denselben Heiligen Geist dort studieren, wo er durch andere Personen spricht. Also, wenn ich Paulus nicht verstehe, muss ich nicht einfach denken: „Ah, Paulus ist halt einfach kompliziert. Ich verstehe sein Denken nicht.“ Hinter Paulus steht der Heilige Geist und derselbe Heilige Geist hat auch Petrus inspiriert, der vielleicht manchmal etwas einfacher schreibt. Und deswegen können wir Bibelvers mit Bibelvers erklären, weil hinter allen biblischen Passagen der Heilige Geist steht und der ist in sich nicht uneins. Nur wenn man an die gesamte Inspiration der Bibel glaubt, gibt es eine Möglichkeit, auch die Gesamtbotschaft der Bibel harmonisch zu erkennen und zu studieren und nach und nach kennenzulernen.

[35:01] Nun ist es so, dass tatsächlich es Propheten gibt, die keine Bücher geschrieben haben. Menschen, Männer und Frauen, die in der Bibel als Prophetinnen und Propheten bezeichnet werden, von denen wir kein Buch haben. Die Liste ist lang. Ich habe nur ein paar Beispiele hier: Elia, Elisa, Johannes der Täufer, Agabus, die vier Töchter des Philippus, Hulda, Debora, Miriam, Nathan, Gad, Henoch, Abraham. Einige von denen wie Gad oder Nathan haben zwar Bücher geschrieben, von denen die Bibel auch berichtet, aber wir haben sie nicht mehr als Bücher. Andere wie Abraham, der hat sicherlich gar kein Buch geschrieben. Johannes der Täufer hat auch, soweit wir das wissen, nichts Schriftliches hinterlassen.

[35:40] Mitunter hat Gott Propheten aufgefordert, die Botschaften selbst aufzuschreiben. 2. Mose 17 und dort Vers 14 ist so ein Beispiel. Da sprach der Herr zu Mose: „Schreibe das zum Gedenken in ein Buch und präge es den Ohren Josuas ein. Ich will das Andenken Amaleks ganz und gar austilgen unter dem Himmel.“ Damit ist nicht gemeint, dass jetzt zum ersten Mal etwas aufgeschrieben worden ist. Das gibt der Vers auch gar nicht her. Wir wissen, dass zu dieser Zeit bereits andere biblische Bücher aufgeschrieben worden sind, z.B. das Buch Hiob, das Buch Mose, die haben schon existiert. Und doch gibt es einen Grund, warum er hier jetzt diese Sache aufschreiben soll, denn das, was aufgeschrieben werden soll, hat eine besondere Relevanz für die Zukunft. Es soll aufgeschrieben werden für die zukünftigen Generationen. Amalek soll ausgelöscht werden, auch wenn es jetzt in dem Moment nicht möglich ist. Aber es soll aufgeschrieben werden, damit es nicht in Vergessenheit gerät.

[36:57] Und diesen Gedanken können wir im Neuen Testament wieder aufgreifen. 1. Korinther Kapitel 10 und dort in Vers 11. Dort heißt es über Geschichten aus dem Alten Testament, aus den Mosebüchern: „Alle diese Dinge aber, die jenen widerfuhren, sind Vorbilder und sie wurden zur Warnung für uns aufgeschrieben, auf die das Ende der Weltzeiten gekommen ist.“ All das, so sagt das Griechische, sind Typen, das sind Beispiele, Illustrationen, die uns zeigen: Auch wenn die exakte Geschichte nicht mehr genauso an demselben Ort sich wiederholen wird, sind doch die Prinzipien in der Geschichte genau das, was wir heute auch in der Endzeit brauchen. Die Geschichten der Bibel sind deswegen aufgeschrieben worden, weil sie einen Mehrwert haben für zukünftige Generationen, insbesondere auch für uns am Ende der Zeit. Römer Kapitel 15 und dort Vers 4: „Denn alles, was zuvor geschrieben worden ist, wurde zu unserer Belehrung zuvor geschrieben, damit wir durch das Ausharren und den Trost der Schriften Hoffnung fassen.“ Alles, was geschrieben worden ist, wurde für uns geschrieben. Wenn also Propheten Botschaften niederschreiben, dann deswegen, weil sie nicht nur für ihre Zeit sind. Deswegen ist der Ansatz zu sagen: „Ich will einfach nur dieses prophetische Buch so studieren, wie es damals verstanden worden ist, was damals die Menschen damit wohl gemacht haben und wie sie es gedacht haben“, gerade deswegen ist es ja nicht aufgeschrieben worden, damit wir es darauf beschränken, sondern es ist aufgeschrieben worden, weil es über die damalige Zeit hinaus eine aktuelle Relevanz hat.

[38:35] Nun ist es sicherlich immer hilfreich und nützlich zu verstehen, wie der historische Hintergrund war und die damit das damalige Verständnis auch mit einzubeziehen. Aber wenn wir die Bergpredigt oder die Worte Jesu nur so verstehen würden, wie die Menschen, die zu seiner Zeit ihn direkt gehört haben, das verstanden haben, wir würden das Evangelium nicht mehr verstehen, denn die Menschen, die Jesus gehört haben, haben in aller Regel gar nicht verstanden, was er ihnen eigentlich wirklich sagen wollte bezüglich seines eigenen Todes. Wir können also beim Studium der Bibel uns nicht darauf beschränken auf das, was die Menschen, die damals vor Ort waren, schon verstanden haben. Die Botschaft ist, wenn sie aufgeschrieben ist, immer auch für nachfolgende Generationen. Das Wort Gottes ist ewig.

[39:26] Und wenn wir die inspirierten Schriften der Bibel uns anschauen, dann stellen wir fest: Kein Buch hatte den Anspruch, die gesamten Ereignisse der Geschichtsdarstellung komplett aufzuschreiben. Kein Buch ist eine Komplettbiografie, kein Buch eine systematische Darstellung geschichtlicher Ereignisse, sondern Johannes bringt das ganz gut auf den Punkt in Johannes 20, Vers 30 und 31. Er sagt: „Noch viele andere Zeichen tat Jesus nun vor seinen Jüngern, die in diesem Buch nicht geschrieben sind.“ Johannes weiß auch, es gab mehr als das, was er aufschreibt. Er hat nicht den Anspruch, alles zu erfassen, was Jesus getan hätte. Das wäre vielleicht für uns ganz interessant gewesen aus Neugier oder so. Er sagt ja in Vers 25 von Kapitel 21: „Es sind aber noch viele andere Dinge, die Jesus getan hat. Und wenn sie eines nach dem anderen beschrieben würden“ – also wenn man sie tatsächlich chronologisch im Sinne einer lückenlosen Biografie aufgeschrieben hätte – „so glaube ich, die Welt würde die Bücher gar nicht fassen, die zu schreiben wären.“ Amen.

[40:32] Mit anderen Worten: Die biblischen Schreiber wollten uns nicht mit ihrem gesamten Wissen überfordern. Sie wollten uns nicht überwältigen mit einer Flut von Fakten. Sie haben Dinge ausgewählt. Der Heilige Geist hat sie dazu gebracht, Dinge auszuwählen für einen bestimmten praktischen Grund. Zurück zu Johannes 20. Wir lesen dort in Vers 31, nachdem er sagt, es gab viele Dinge, die nicht geschrieben sind. Aber warum sind die Dinge geschrieben, die geschrieben worden sind? Vers 31: „Diese aber sind geschrieben, damit ihr glaubt, dass Jesus der Christus, der Sohn Gottes ist, und damit ihr durch den Glauben Leben habt in seinem Namen.“ Die Bibel hat einen praktischen Grund. Sie ist nicht die Gesamtdarstellung alles, was passiert ist. Sie ist nicht die Gesamtdarstellung alles, was Jesus gesagt hat, sondern es sind Dinge ausgewählt mit dem praktischen Grund, damit nicht nur die Leute, die damals vor Ort waren, sondern damit Menschen der nächsten Generationen, der nächsten Jahrhunderte und Zeitalter Jesus auch kennenlernen. Ausgewählte Beispiele, damit wir durch das Lesen und Nachdenken Jesus kennenlernen, Glauben an ihn haben und dadurch gerettet werden.

[41:50] Und ich glaube, das gilt nicht nur für die Evangelien, das gilt für 1. Mose. Wie viele Geschichten sind dort ausgelassen? Wie sehr würden wir uns vielleicht wünschen, mehr Geschichten über Henoch zu haben oder zwischen der Sintflut und Abraham, was alles los gewesen sein muss. Vieles davon ist ausgelassen. Von Abraham und Jakob wissen wir mehr als von Isaak. Und wir könnten die ganzen biblischen Bücher durchgehen. Man könnte sicherlich viel mehr berichten aus der Zeit der Richter. David und Saul, die Geschichte ist relativ ausführlich, aber selbst da vermuten wir, gab es noch viel andere Dinge, die passiert sind, wenn wir an die Königsbücher denken. Viele Könige werden nur kurz erwähnt, meistens ein, zwei Handlungen als Beispiel für ihre Charakterisierung als gut oder schlecht. Man hätte wirklich viele, viele Bände schreiben können mit Sicherheit, aber dann wäre die Bibel wieder ein Hindernis geworden. Man hätte den Eindruck, man muss erst Tausende von Büchern lesen, um überhaupt Gott kennenzulernen. So haben wir eins, in denen exemplarisch all das drin steht, was wir wissen müssen, um erlöst zu werden. Ein Buch mit den Geschichten, mit den Ereignissen, mit den Worten, die ausreichen, um ewiges Leben zu haben.

[43:15] Und ja, ich glaube, wir werden in der Ewigkeit noch viel von dem hören, was jetzt nicht aufgeschrieben worden ist. Wir werden noch sehen, wir werden noch Jesus fragen können, was er alles erlebt hat als Kind, als Jugendlicher. Wir werden die vielen Lücken füllen können. Wir können Henoch fragen. Wir können Hiob fragen. Wir können so viele Fragen stellen von Dingen, die in der Bibel nicht erwähnt werden. Wir brauchen jetzt unsere Zeit nicht dafür einsetzen, uns den Kopf zu zerbrechen über Dinge, die nicht geschrieben sind. Wir sollten jetzt die Zeit nutzen, die Dinge, die geschrieben sind, zu verstehen, zu glauben, umzusetzen und dann uns darauf freuen, dass wir in der Ewigkeit die ganzen Lücken noch füllen können. Jetzt ist es wichtig, Jesus kennenzulernen und dazu dient die gesamte Bibel von Mose 1 bis Offenbarung 22. Gott sei Dank, dass wir die Bibel haben.

[44:11] Wir sehen, dass die Propheten verschiedene Methoden angewandt haben. Wir sehen, dass die Bibel nicht alles immer im gleichen Stil schreibt. Wir sehen dort nicht alles immer nur Paragraph 1, Paragraph 2, Paragraph 3. Zum Glück gar keine Paragraphen. Wir sehen Geschichten. Wir sehen, dass Propheten manchmal Dinge bildlich veranschaulichen mussten. Der Prophet Hesekiel ist ein Beispiel, der dann die Belagerung von Jerusalem bildlich darstellen muss, sich selbst hinlegen muss, eine bestimmte Anzahl von Tagen, um Jahre darzustellen. Wir sehen den Propheten Hosea, der eine dramatische Lebensgeschichte gehabt hat als Illustration für die Botschaft, die Gott dem Volk geben wollte. Wir sehen das Buch Daniel, wo z.B. in Daniel Kapitel 8, Vers 20 und 21 Symbole gegeben werden, die dann erklärt werden, wo es heißt: „Hier der Widder mit den beiden Hörnern, den du gesehen hast, das sind die Könige der Meder und Perser. Der zottige Ziegenbock aber ist der König von Griechenland. Das große Horn zwischen seinen beiden Augen, das ist der erste König.“

[45:20] Wir sehen, dass die Propheten verschiedene Methoden verwendet haben. Wir sehen das Heiligtum, von dem es in Hebräer Kapitel 8 heißt, dass dadurch der Erlösungsplan illustriert worden ist. Hebräer Kapitel 8 und dort ab Vers 1: „Die Hauptsache aber bei dem, was wir sagen, ist: Wir haben einen solchen Hohenpriester, der sich gesetzt hat zur Rechten des Thrones der Majestät im Himmel, einen Diener des Heiligtums und der wahrhaftigen Stiftshütte, die der Herr errichtet hat und nicht ein Mensch.“ Und dann steht in Vers 5: „Diese dienen einem Abbild und Schatten des Himmlischen, gemäß der göttlichen Weisung, die Mose erhielt, als er die Stiftshütte anfertigen sollte. Achte darauf, heißt es nämlich, dass du alles nach dem Vorbild machst, dass dir auf dem Berg gezeigt worden ist. Nun aber hat er einen umso erhabeneren Dienst erlangt, als auch der Mittler eines besseren Bundes ist, der aufgrund von besseren Verheißungen festgesetzt wurde.“ Das Heiligtum in der Wüste ist ein Schatten, ein Vorbild, eine Illustration für den Erlösungsplan. Durch die gesamte Bibel zieht sich diese Tatsache, dass der Erlösungsplan durch Geschichten, durch Metaphern, durch Symbole, durch Handlungen illustriert wird.

[46:38] Und wer das versteht, wer das umsetzt, wer das zu seinem Bibelstudienprinzip macht, der kann erleben, was die Jünger auf dem Weg nach Emmaus erlebt haben. Da heißt es in Vers 32 von Lukas 24: „Und sie sprachen zueinander: Brannte nicht unser Herz in uns, als er mit uns redete auf dem Weg und als er uns die Schriften öffnete?“ Wünscht du dir, dass dein Herz brennt vor Freude beim Bibellesen, dann müssen wir die Bibel so lesen, wie Jesus sie gelesen hat und wie er hier auf dem Weg nach Emmaus den beiden Jüngern es gezeigt hat. In Lukas 24, Vers 27 steht: „Und er begann bei Mose und bei allen Propheten und legte ihnen in allen Schriften aus, was sich auf ihn bezieht.“ Jesus ist der beste Bibelausleger und er hat gezeigt, dass in der gesamten Schrift, die er damals zur Verfügung hatte im Alten Testament, in allen Propheten, in allen Schriften, nicht nur bei dem einen und dem anderen – Jesus war nicht der Meinung, dass die Bibel teilweise inspiriert ist. Er konnte aus allen Propheten, aus allen Schriften, anfangen bei Mose, konnte er zeigen, was sich auf ihn bezieht. Er konnte das Evangelium, er sah das Evangelium überall. Und wenn Jesus das Evangelium im gesamten Alten Testament gefunden hat, dann ist es dort auch da. Und wir tun nicht gut daran, wenn wir behaupten, das Evangelium sei nur auf das Neue Testament beschränkt oder das Alte Testament sei irgendwie weniger wichtig. Jesus hat auch im Alten Testament das ganze Evangelium gesehen, erklärt, sein eigenes Leben, Wirken, Sterben und Auferstehen mit dem Alten Testament begründet.

[48:28] Ich möchte persönlich dem Wort Gottes vorbehaltlos vertrauen. Ich möchte dem Rat seiner Prophetinnen und Propheten vertrauen. Möchtest du dir vornehmen, das Wort Gottes zu studieren in dem Bewusstsein, dass wirklich durch die Worte von Paulus und Mose und Daniel und Lukas Gottes Geist zu dir spricht? Es mögen verschiedene Methoden sein. Es mögen verschiedene Arten der Inspiration sein. Es ist immer inspiriert. Es ist Gott, der zu uns spricht, um uns das Evangelium, die ewige Kraft Gottes, nahezubringen. Ist dein Wunsch, davon wirklich von Herzen zu profitieren? Dann lass uns auch gemeinsam beten.

[49:18] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir Danke sagen, dass du in deinem Wort dich wirklich offenbart hast, dass wir nicht erst Experten werden müssen, um herauszufinden, welche Verse inspiriert sind und welche nicht inspiriert sind, dass wir nicht Geschichten gegeneinander ausspielen müssen und Kapitel gegeneinander abwägen müssen, sondern dass wir, wenn wir mit einem offenen Herzen und der Bereitschaft eines Lernenden zu dir kommen, an jeder Stelle der Bibel etwas über dich, dein Wesen, deinen Charakter und den ewigen Plan der Erlösung erfahren können. Herr, danke, dass du es uns offenbart hast und zwar auf eine solche Art und Weise, dass jeder gerettet werden kann, so pragmatisch, so praktisch, dass wir nicht erst große Leistungen vollbringen müssen, um es zu verstehen. Du hast es so einfach gemacht, dass jedes Kind es verstehen kann und doch so tief, dass es uns niemals langweilig wird. Und Herr, das zeigt, dass du der Autor dieses Erlösungsplanes bist. Dafür möchte ich dir danken im Namen Jesu. Amen.

[50:32] Damit verabschieden wir uns heute von euch und freuen uns, wenn ihr nächste Woche wieder einschaltet. Dann werden wir noch mal genauer darauf uns konzentrieren, was es bedeutet, dass Propheten Bücher geschrieben haben. Wir werden die prophetischen Schriften etwas genauer unter die Lupe nehmen und dann uns diesem Thema aus der Bibel heraus widmen. Bis dann wünsche ich euch Gottes reichen Segen und viel Freude im Studium seines Wortes.


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