In dieser Predigt beleuchtet Christopher Kramp, wie Gott historische Ereignisse wie die Reformation nutzte, um seine Botschaft weit über menschliche Erwartungen hinaus zu verbreiten. Er führt in eine einfache, aber tiefgreifende Betrachtung der Offenbarung ein und lädt dazu ein, die frohe Botschaft des ewigen Evangeliums neu für das eigene Leben zu entdecken.
„…inmitten des Himmels fliegen…“
Christopher Kramp · Predigten ·Themen: Bibel, Bibelstudium, ProphetieWeitere Aufnahmen
Serie: Predigten
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Transkript
[0:08] Gott möchte, dass die Botschaft nicht im Verborgenen bleibt. Martin Luther wollte eigentlich nur diskutieren, oder dem ist aufgefallen, dass da theologisch was nicht stimmt. Er wollte gern eine Disputation mit Doktoren führen, aber Gott wollte, dass das Ganze öffentlich wird, dass das Ganze sich ausbreitet im Land. Und ohne dass Luther das wusste, haben seine Freunde die Thesen übersetzt, gedruckt, verbreitet. Das war damals also der Buchdruck, der Buchdruck mit beweglichen Lettern, das war ja sozusagen das TikTok von damals, nicht? Das hat sich verbreitet. Luther hat das nicht absehen können, aber Gott wollte, dass die Botschaft vom ewigen Evangelium, wie sie damals verstanden worden ist, er wollte, dass das überall sichtbar und hörbar wird.
[1:06] Es gibt Predigten, die sind nicht so einfach zu verstehen. Die erfordern sehr genaue Konzentration, weil die Argumentation ein bisschen komplex ist und hinterher hat man sie vielleicht doch falsch verstanden. Die Predigt heute ist das genaue Gegenteil. Die Predigt heute ist ganz einfach. Die Botschaft ist so simpel, dass jedes Kind sie verstehen wird. Eine Predigt mit einer Botschaft, von der ich mir sicher bin, dass wenn du ein Ohr heute offen hast, dann wirst du hinterher wissen, was zu tun ist. Und doch liegt die Botschaft mir schwer auf dem Herzen, nicht weil sie traurig ist, sondern weil sie fröhlich ist. Eine ganz fröhliche Botschaft kann einem auch schwer auf dem Herzen liegen. Und ihr werdet noch sehen, warum.
[2:18] Kann sich jemand von euch erinnern, dass wir im letzten Jahr ein paar Predigten hier gemeinsam durchdacht haben über Offenbarung 14, Vers 6? Wir haben angefangen – und „angefangen“ ist vielleicht das richtige Wort –, die dreifache Engelsbotschaft ein bisschen genauer unter die Lupe zu nehmen. Und wir sind, sage ich mal so, ziemlich gründlich vorgegangen, nicht? In der ersten Predigt haben wir uns mit drei Worten beschäftigt – „und ich sah“ –, könnt euch da noch so ganz dunkel erinnern. Okay, in der zweiten Predigt hatten wir dann noch zwei Worte: „einen anderen“. Und in der dritten Predigt vor ziemlich genau einem Jahr, da war es dann nur noch ein Wort: „Engel“.
[3:09] Ihr werdet denken, wenn das Tempo so weitergeht, dann kommt Jesus vorher wieder. Das hoffe ich auch. Aber ich habe gute Nachrichten für euch. Heute gibt es etwas, das noch nie da gewesen ist in dieser Reihe. Wir werden heute über vier Worte sprechen: „inmitten des Himmels fliegen“. Na ja, im Griechischen sind es eigentlich nur drei, aber sei’s drum. Habt ihr schon mal eine Predigt über diese Phrase gehört? „Inmitten des Himmels fliegen“. Man denkt sich, ist doch logisch, oder? Der fliegt halt. Wo soll er sonst fliegen? Wir werden sehen, das hat es in sich und es ist super leicht zu verstehen und trotzdem eine wichtige Botschaft. Bevor wir das uns gemeinsam anschauen, möchte ich euch einladen, wenn es euch möglich ist, dass wir gemeinsam für ein Anfangsgebet niederknien.
[4:19] Lieber Vater im Himmel, hab Dank, dass wir hier jetzt tatsächlich in deiner Gegenwart sein dürfen. Danke, dass dein Heiliger Geist uns alle mit deinem Thron verbinden möchte, dass wir alle die Gelegenheit haben, in deiner Gegenwart dich, deine Botschaft und deinen tiefen Wunsch, Menschen in der ganzen Welt zu erreichen, dass wir das heute für uns praktisch neu verstehen können. Ich möchte dich bitten, dass egal wer wir sind, ob ganz frisch im Glauben oder seit langem in der Gemeinde, ob jung oder alt, dass wir alle diesen einen Ruf an unser Herz heute neu hören, neu verstehen, neu durchdenken und vor allem von Herzen annehmen. Sprich du zu uns. Das bitten wir im Namen Jesu. Amen.
[5:23] Ich weiß, ihr kennt den Vers auswendig, aber es lohnt sich ihn trotzdem aufzuschlagen, weil er einfach so toll ist. Offenbarung 14, Vers 6. Wir wollen ihn noch einmal lesen und dann so richtig reinstarten. Offenbarung 14 und dort Vers 6: „Und ich sah einen anderen Engel in Mitten des Himmels fliegen. Der hatte ein ewiges Evangelium zu verkündigen denen, die auf der Erde wohnen, und zwar jeder Nation und jedem Volksstamm und jeder Sprache und jedem Volk.“ Ich habe euch gerade schon gefragt, habt ihr euch jemals gefragt, warum der nicht einfach steht: „Und ich sah einen Engel fliegen“? Da hätte man doch auch gewusst, dass es im Himmel ist, oder? Auf der Erde kann man nicht fliegen, im Wasser auch nicht. Aus irgendeinem Grund schreibt Johannes: „Und ich sah einen anderen Engel in Mitten des Himmels fliegen.“ Und ihr könnt euch sicher sein, in einem Text wie Offenbarung 14 ist nichts einfach nur Füllmasse.
[6:26] Dahinter steckt eine interessante Idee, denn im griechischen Original steht nicht einfach so „mitten durch den Himmel“, dort steht: „Ich sah einen Engel im Mittelhimmel fliegen.“ Wer von euch hat schon mal etwas vom Mittelhimmel gehört? Kennt ihr den Mittelhimmel? Okay, hier sind wir, nicht wahr, die Adventbewegung, und wir predigen Offenbarung 14, Vers 6. Und der Engel, den wir predigen, der fliegt durch den Mittelhimmel. Werden sagen, gibt’s mehrere Himmel? Ja, Mitte des Himmels. Dieses Wort „Mittelhimmel“, *mesouranema* im Griechischen, kommt noch zweimal vor. Einmal in Offenbarung 8, dort fliegt auch ein Engel oder ein Adler, je nachdem welche Übersetzung ihr habt. Nicht unser Thema, lassen wir gleich beiseite. Soll ja heute einfach sein, nicht wahr? In der Mitte des Himmels, im Mittelhimmel. Und dann in Offenbarung 19, Vers 17, da fliegen die Vögel im Mittelhimmel, „in Mitten des Himmels“ übersetzen die Übersetzungen dann immer, aber das ist ein Begriff, der Mittelhimmel, *mesouranema*.
[7:35] Und wenn wir verstehen wollen, was das ist, dann müssen wir auch außerhalb der Bibel schauen, denn dieser Begriff wurde auch von antiken Autoren verwendet. Und ich habe ein Beispiel mitgebracht und ihr müsst mir heute helfen, ob ihr das rauskriegt. Okay, also hier ist Plutarch. Plutarch war ein antiker Schriftsteller, hat viel geschrieben, nicht alles war besonders lesenswert, aber das sei dahingestellt. Und in diesem Buch „De Iside et Osiride“, das ist also eigentlich ein Traktat, da beschreibt er die ägyptische Religion, ja, von Isis und Osiris. Da geht’s dann darum, wie die Ägypter diese Götter anbeten. Die Ägyptologen, die schätzen den Text, weil da wird zum ersten Mal genau ausführlich beschrieben, wie das eigentlich geht. Interessiert uns aber heute nicht. Aber in diesem Text gibt es hier ein Zitat und das lese ich euch vor und ihr sagt mir, was wohl der Mittelhimmel sein könnte. Okay? „Und jeden Tag räuchern sie, also die Ägypter, dreimal der Sonne. Kiefernharz während des Sonnenaufgangs, Myrrhe...“ Danke schön.
[8:46] Myrrhe, also Smirna beim Mittelhimmel, aber um den Sonnenuntergang herum das sogenannte Küfi. Küfi war so das Lieblingsräucherwerk der Ägypter. Das haben die auch als Parfüm getragen, die Kleopatra und so, ist egal. Kiefernharz beim Sonnenaufgang, Küfi beim Sonnenuntergang und Myrrhe beim... was könnte das denn wohl sein? Sonnenaufgang, Sonnenuntergang und was könnte wohl in der Mitte gewesen sein? Mittagszeit. Also, die Sonne geht auf, die Sonne geht unter und in der Zwischenzeit, in der Mitte, ist sie am höchsten Punkt. Wie nennt man das? Am Zenit.
[9:32] Der Mittelhimmel in der Antike ist der astronomische Begriff für: Ein Himmelskörper geht auf, er geht unter. Aber wenn er seinen höchsten Punkt erreicht in der Mitte, dann ist er im Mittelhimmel sozusagen. Das ist der Zenit. Das Gegenteil davon wäre dann der Nadir auf der anderen Seite, wo man gar nichts sieht, nicht? Das heißt, die Idee ist: Offenbarung 14 sagt, ich sah einen Engel – so müsste man es eigentlich wörtlich übersetzen – im Zenit fliegen.
[10:04] Nun, unsere dreifache Engelsbotschaft, die sehen ja meistens so aus. Ja, das war vor ein paar Jahren mal Sabbat-Schul-Lektion. Wenn wir die drei Engel abbilden, dann hat man den Eindruck, sie werden sozusagen von der internationalen Raumstation aus fotografiert. Oder man ist so irgendwie im Outer Space und dann sieht man die drei Engel um die Erde fliegen. Ja, oder hier bei meinem Freund Steven Bohr auf seinem tollen Buch, die fliegen so quasi um die Erde und dann beobachtet man sie aus dem Weltall. Das ist natürlich nicht falsch, das ist auch spektakulär, das ist ja auch wahr, weil die Engel fliegen ja auch um die ganze Welt, aber das ist nicht, was Johannes gesehen hat. Johannes wurde nicht in der Vision quasi auf den Mars oder auf den Mond transportiert und hat dann die Engel die Erde umrunden sehen. Johannes sieht den Engel im Zenit. Mit anderen Worten, er sieht ihn von der Erde aus. Er schaut sozusagen nach oben, vielleicht so da oben... ein Mensch, der von der Erde aufschaut und da ganz oben einen Engel sieht.
[11:21] Frage: Steht der Engel bei dir im Zenit? Macht ja einen Unterschied, ob die Engel einfach so quasi von Sonnenaufgang so angeflogen kommen, so ein bisschen um die Ecke, oder? Der Zenit ist ja der Punkt, wo man wirklich egal wo man ist, da kann man es sehen. Ich meine, das ist euch in Österreich noch klarer als mir in Norddeutschland, nicht? Wenn man da irgendwo in den Alpen lebt, da geht die Sonne halt oft schneller schon unter, weil die dann hinter dem Berg ist und man sieht sie nicht mehr. Wenn die Sonne im Zenit steht, dann ist es egal, ob man auf dem Stadtplatz steht oder die Häuser dahinter oder egal, wo man ist. Man sieht die Sonne, wo immer man auch ist. Übrigens, in der Antike gilt dieser Begriff Mittelhimmel nicht nur für die Sonne, auch für den Mond, für alle Himmelskörper, wann immer sie sozusagen ihren höchsten Punkt haben.
[12:32] Ich frage euch noch mal: Ist die dreifache Engelsbotschaft so ein Engel, der so an uns vorbeigeht, so in unserem Leben aufgeht oder niedergeht, oder ist er an der höchsten Stelle? Ist die dreifache Engelsbotschaft in unseren Familien im Zenit oder schwebt sie so ein bisschen da im äußeren Weltall so drumherum? Verkündigen unsere Gemeinden die dreifache Engelsbotschaft so, dass die Menschen in Braunau oder sonst wo das Gefühl haben, das ist im Zenit, sichtbar für alle. Die Kernidee in Offenbarung 14 ist nicht, dass der Engel hier die ganze Erde umrundet. Das kommt dann später mit „jeder Nation, jeder Volk“ und so weiter. Die Kernidee von „inmitten des Himmels fliegen“ ist: Er ist sichtbar für alle. Vielleicht wisst ihr, das große Thema für Wirtschaftsunternehmen ist immer: Wie komme ich in die Sichtbarkeit? Wie sehen Leute mein Angebot? Gott möchte, dass die Botschaft sichtbar ist, hoch, quasi im Zenit.
[13:46] Jesus selbst hat von dieser Idee gesprochen. Er hat gesagt: „Ihr seid das Licht der Welt. Es kann eine Stadt, die auf einem Berg liegt, nicht verborgen bleiben.“ Übrigens, wusstet ihr, dass man diese Stadt sogar kennt? Das ist die Stadt Hippos, liegt am Ostufer des Sees Gennesaret und da war früher eine Stadt, heute ist das nur eine Ausgrabungsstätte. Und wenn man von Kapernaum oder Betsaida oder diesen Orten da im Norden oder Nordwesten vom Gennesaret Richtung Osten schaut, dann hat man hier... muss erst mal mein Dings anmachen, habe ich gar nicht gemacht... da sieht man nicht. Okay, da oben auf dem Berg, da lag die Stadt. Und wenn Jesus gesagt hat: „Ihr seid das Licht der Welt, eine Stadt, die auf dem Berg liegt“, da haben die Jünger, haben die Menschen bei der Bergpredigt direkt eine Stadt gesehen, die auf dem Berg lag, nämlich Hippos. Jesus sagt: Eine Stadt, die auf dem Berg liegt, die oben ist, die kann nicht verborgen sein.
[15:14] Kennt ihr Jesaja Kapitel 2? In Jesaja Kapitel 2 gibt es eine tolle Vision von der Endzeit, von der Zukunft. „Das Wort, das Jesaja, der Sohn des Amoz, über Juda und Jerusalem schaute. Ja, es wird geschehen am Ende der Tage, da wird der Berg des Hauses des Herrn festgegründet stehen an der Spitze der Berge und er wird erhaben sein über alle Höhen.“ Wisst ihr, wer ist der Berg des Hauses des Herrn? Anders gefragt: Was ist das Haus des Herrn? Das Haus des Herrn ist der Tempel, oder? Und wer ist der Berg des Hauses des Herrn? Welcher Berg hat den Tempel getragen? Berg Zion. Okay, kennt euch ein bisschen mit Geografie aus dort in Israel. Ist der Berg Zion so ein richtig großer, krasser, starker, hoher Berg? Eher so ein kleiner Hügel. Hier steht: „Am Ende der Tage wird der Berg Zion hocherhaben sein über alle Berge und alle Völker oder viele Völker werden hingehen zu ihm, weil sie sagen: Ah, schau mal da, der Berg.“ Ihr alle wart schon mal in den Alpen, oder? Die hohen Berge, die kann man von der Ferne sehen. So ein kleiner Berg, der wird von anderen verdeckt. Die Idee ist: Der Berg Zion soll so hoch sein, so sichtbar sein, dass andere sagen: „Ah, das ist das Wort des Herrn.“ Frage: Sagt der Text hier, dass am Ende der Zeit durch tektonische Erdbewegung der Berg Zion sich erhöhen wird? Nein, das ist eine Metapher, oder? Das ist ein Bild. Und die Frage ist: Wofür?
[17:07] Nun, in Jesaja 40 wird uns das Bild erklärt. Ich hoffe, das mögt ihr. Jesaja 40, Vers 9: „Steige auf einen hohen Berg, o Zion, die du frohe Botschaft verkündigst. Erhebe deine Stimme mit Macht, oh Jerusalem, die du frohe Botschaft verkündigst.“ Wer von euch mag gerne Gedichte? Poesie. Okay, das wisst ihr vielleicht. Das hier ist hebräische Poesie. Habt vielleicht schon davon gehört, oder? Der Parallelismus klingt immer wie eine Matheaufgabe, ist aber eigentlich Poesie, nicht? „Steige auf einen hohen Berg, o Zion, die du frohe Botschaft verkündigst. Erhebe deine Stimme mit Macht, oh Jerusalem, die du frohe Botschaft verkündigst.“ Was soll also dieses „auf einen hohen Berg steigen“ bedeuten? Was bedeutet es, auf einen hohen Berg zu steigen? Sichtbar zu sein für alle Menschen. Laut rufen. Ein lauter Ruf, eine deutliche Botschaft, sodass Menschen hören können: „Aha, hier ist das Wort Gottes.“
[18:24] Ich möchte heute mit euch über öffentliche Evangelisation sprechen. Wow, manche kriegen einen Schock, nicht? Öffentliche Evangelisation. Disclaimer: Wenn man über öffentliche Evangelisation spricht, sagen einige: „Moment einmal, ist es nicht viel wichtiger, dass wir eins zu eins arbeiten? Sind die Freundschaften und die persönlichen Kontakte nicht viel wichtiger?“ Ja, ja, ja. Heute geht es nicht um persönliche Evangelisation gegen öffentliche Evangelisation. Es geht um persönliche Evangelisation plus zusätzlich daneben, Addition. Genauso öffentliche Evangelisation. Gott hat schon immer gewollt, dass Menschen, Gläubige persönlich, wo sie sind, den Glauben weitergeben und gleichzeitig, dass die Gemeinde deutlich, hörbar, sichtbar sagt: „Hier ist das Wort Gottes.“ Zu Pfingsten, da waren die Gläubigen in ihren Häusern, Hauskreis, Kleingruppen, Bibelstunden und im Tempel, öffentliche Verkündigung, Konzerte, öffentlich. Der Abraham, der wurde gerufen nach Kanaan zu gehen, um wo er war, ein öffentliches Zeugnis zu hinterlassen und Altäre zu hinterlassen, dass alle Menschen wussten, er betet Gott an. Mose, der hätte sich auch einfach einen schönen Lebensabend machen können in Midian, oder? Gläubiger Schwiegervater, kleine Familie. Gott ruft ihn, um in der Metropole der Macht das Evangelium zu verkündigen. Ein hoher Berg.
[20:16] Ihr Lieben, ist euch das aufgefallen? Öffentliche Evangelisation wird hier verglichen mit einer Bergwanderung. Habt ihr das gesehen? Eine Bergwanderung. Österreicher, wo seid ihr? Sind Bergwanderungen anstrengend oder ein Spaziergang? Jemand Erfahrung mit Bergwanderungen? Sind Bergwanderungen anstrengend oder ein Spaziergang? Ja oder nein? Na, die sind schon anstrengend, oder? Warum machen das denn Menschen? Warum gehen sie nicht einfach immer nur um den See herum? Stellt euch vor, lieber Österreicher, darf jetzt zu euch sprechen und die Schweiz da gleich mit. Stellt euch vor, so ein Flachland-Tiroler wie ich, der kommt zu euch – ihr seid unterwegs hier, habe ich ein Bild, glaube ich, so – ein Österreicher, der müsste jetzt das Herz anfangen zu schlagen, oder? Jetzt kommt so ein Flachland-Tiroler wie ich und sagt: „Ha, können wir nicht einfach unten bleiben? Können wir da nicht einfach ein Bild von unten machen? Das ist ja viel zu anstrengend. Ob sich das überhaupt lohnt? Vielleicht brechen wir unterwegs ab, nicht wahr?“ Was würdet ihr sagen als Österreicher? Vielleicht sowas wie: „Geh, stell dich nicht so an. Ein bisschen Ziehen wird man ja noch schaffen. Es ist vielleicht ein bisschen zäh, erst mal oben, am Ende bist du denkst du: Mein Gott, dass ich gegangen bin.“ Also nicht lang rumtun, auf geht’s, mit dir packst du’s, oder würdet ihr das sagen, so oder so ähnlich? Ja, merkt euch das. Wenn ich euch gleich die Schönheiten der öffentlichen Evangelisation schmackhaft machen möchte, sagt ihr: „Ah, ist anstrengend, da müssen wir planen, da müssen wir das machen, müssen wir vielleicht sogar unter der Woche mal in die Gemeinde kommen.“ Sage ich euch: Wenn du erst mal oben bist und den Blick siehst, wie Menschen sich bekehren, Entscheidungen fällen, ihr Leben Jesus geben und all die Menschen, für die man jahrelang gebetet hat, plötzlich im Taufwasser stehen, dann wirst du sagen: Diese Mühe hat sich gelohnt.
[22:24] Wie war das zu Pfingsten? Ich habe schon gesagt, als der Heilige Geist herabkam, da brauchte man natürlich persönliche Evangelisation. Man brauchte die persönlichen Kontakte, dass man wo immer man war, im Arbeitsalltag über Jesus redet, aber gleichzeitig wurde dort öffentlich gepredigt. Petrus hat die öffentlichen gehalten, Andreas hat die Menschen zur Evangelisation gebracht. Persönliche und öffentliche Evangelisation müssen sich immer ergänzen. Und ich weiß nicht warum, aber in der Adventgemeinde der letzten 30, 40 Jahren ist das so oft getrennt worden. Da gibt es dann diejenigen, die machen nur öffentliche, eine Veranstaltung auf sie mit Gebrüll, große Planung, wenig Ergebnis, reiner Aktionismus. Und dann gibt’s andere, die sagen: „Das wollen wir nicht, wir machen einfach, jeder ist halt Zeuge, wo er ist.“ Ja, persönlich. Toll, aber oft ohne Ziel. Ich möchte euch heute ein Stück weit begeistern für die Idee: Wenn man persönliche Evangelisation kombiniert mit einem Ziel, auf das man hinarbeitet, eine öffentliche Evangelisation, dann gewinnt die Gemeindearbeit enorm an Fahrt und an Tiefe und an Sinn.
[24:31] Den kennt ihr, oder? William Miller, tief überzeugt von seinen prophetischen Erkenntnissen. Der hat jahrelang treu die Botschaft gepredigt, 1833, 34, 35, 36, 37, 38, indem er von einer Gemeinde zur nächsten gegangen ist. Kleiner Kreis, bisschen Erweckung, wieder abgeflacht, und er hat so einfach getan, was er konnte. Aber im Jahre 1839 hat er jemanden getroffen, der verstanden hat: Wir müssen das anders aufziehen. Das geht nicht einfach nur, indem du einfach eine Predigt nach der anderen hältst in Gemeinden, die es schon gibt. Du musst die Botschaft richtig rausbringen. Sein Name war Joshua Himes. Das war vielleicht nicht der begnadete Prediger, aber das war ein Wirtschaftsmensch. Das war ein Go-Getter, der hat die Idee gehabt: Wir werden Camp-Meetings haben und wir werden überall in all den großen Städten große Evangelisation machen. Und der hat das nicht nur einfach daher geredet, das ging richtig los. Und dann ging das los mit den großen Zeitschriften und „Signs of the Times“ und das war innerhalb von weniger Jahren so durchschlagend, dass sogar Werbekonzerne, also Werbefirmen, die Miller-Slogans aufgenommen haben. Also gibt’s so eine Geschichte, da konnte man die Zeitung lesen, da stand dann: „Die Zeit ist gekommen, wo Tuberkulose heilbar ist. Kaufe diese Patentmedizin, ja?“ Oder große Überschrift: „Werbung: Die Wiederkunft. Deswegen jetzt noch schnell ein paar Zigarren rauchen, bevor es zu spät ist.“
[26:06] Wir lachen vielleicht ein bisschen drüber, aber warum machen das Werbetreibende? Das ist ein Anzeichen dafür, dass die Botschaft wirklich die Gesellschaft durchdrungen hat. Und deswegen bin ich so fasziniert von der Miller-Bewegung, auch wenn die theologisch noch nicht so weit waren wie wir. Alles klar. Aber die haben eine Durchdringung der Gesellschaft erreicht, wie wir sie seitdem eigentlich nie wieder gehabt haben. Das waren Leute, die waren von dem, was sie überzeugt geglaubt haben, wirklich überzeugt und waren sich nicht zu schade, das offen in die Welt zu tragen. Heute heißt es manchmal: „Na ja, Christopher, aber die Themen, die wir haben, die Leute interessieren sich gar nicht dafür, die reden gar nicht darüber.“ Ja, glaubt ihr, zur Zeit von Miller haben die Leute über die Wiederkunft geredet? Glaubt ihr, die Leute damals haben sich für Prophetie von alleine interessiert? Miller und seine Leute waren so überzeugend, haben ihr Leben so in Einklang mit der Botschaft gebracht, dass das zum Thema wurde, das plötzlich auf den großen Zeitschriften als Titelthema war.
[27:08] Hier tolle Geschichte: 1843 gibt’s ein paar Lausbuben in Washington D.C. und diese Lausbuben denken sich: Wir machen einen Scherz. Und sie drucken Flyer für eine öffentliche Evangelisation für Miller, obwohl der gar keine dort geplant hat. Einfach so, die drucken Flyer für eine Evangelisation, die es gar nicht gibt, setzen das Datum. An dem Tag kommen mehr als 5.000 Leute in Washington D.C. zusammen für eine Evangelisation, die es nicht mal gibt, weil die Leute wussten: Bei diesem Miller, das ist interessant, das ist spannend, da wollen wir mal hören, was der zu sagen hat. Könnt euch natürlich vorstellen, was da los war, als da niemand kam, nicht wahr? Also keine Predigt war. Da musste erstmal die Polizei einschreiten und die ein bisschen zur Ordnung rufen, weil die waren alle sehr erbost. Übrigens, Washington D.C. hatte damals ungefähr so viel Einwohner wie Braunau und St. Peter am Hart zusammen.
[28:17] Die Erde wurde erleuchtet von seiner Herrlichkeit. Der vierte Engel steigt vom Himmel herab und hatte große Vollmacht. Übrigens noch eine tolle Geschichte von den Pionieren, die mir total gefällt. Vielleicht kennt ihr nicht den Pionier Himes. Sagt jemand von euch Bruder Hatchens etwas? Hatchens, Hatchens, Hatchens. Bruder Hatchens war in Vermont unterwegs. Der reitet da durch die Gegend und er trifft auf einen Anwalt. Der Anwalt sagt: „Hey, du bist doch Siebenten-Tags-Adventist, oder?“ Und Hatchens sagt: „Ja.“ Und dann sagt der Anwalt: „Ah, ihr seid alles unbedeutende Leute.“ Also im Englischen „little men“, also nicht, weil sie klein sind, sondern halt keine großen Leute, oder? Und Hatchens guckt ihn an und sagt: „Das stimmt, das wissen wir auch. Wir sind unbedeutende Leute, aber wir behandeln gewaltige Themen.“ Es geht nicht um uns, es geht um die Botschaft. Wir haben eine solch tolle Botschaft. Wir mögen unbedeutend sein. Miller war nur ein Farmer. Petrus war nur ein Fischer. Luther war nur ein Mönch. Aber die Botschaft, das Thema, das Evangelium ist so gewaltig, so groß, dass es sich lohnt, hochgehalten zu werden, damit Menschen es sehen.
[29:47] Ich sah einen Engel in Mitten des Himmels fliegen. Johannes sieht da nicht einfach nur einen fliegenden Engel. Er sieht, wie das ewige Evangelium so sichtbar ist, so hoch erhaben, dass jeder Mensch sehen kann.
[30:04] Ich möchte ganz kurz mit euch eine Textstelle hier anschauen. Paulus sagt in 2. Korinther 6, Vers 1: „Aber als Mitarbeiter ermahnen wir euch auch, die Gnade Gottes nicht vergeblich zu empfangen.“ Nun, ich habe lange Zeit gedacht, der Paulus redet hier davon von der eigenen Erlösung, also dass man die Gnade Gottes halt irgendwie nicht verspielen soll und so weiter. Ich habe jetzt im Zuge der Sabbat-Schul-Lektion noch mal nachgeschaut: Was meint denn Paulus mit „die Gnade Gottes nicht vergeblich empfangen“? Und da bin ich drauf gestoßen, dass er in 1. Korinther 15 sagt: „Durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin.“ Noch so ein unbedeutender Mann, Paulus. Alles, was er ist, ist durch die Gnade Gottes. Und dann sagt er: „Und seine Gnade, die er an mir erwiesen hat, ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe mehr gearbeitet als sie alle, jedoch nicht ich, sondern die Gnade Gottes, die mit mir ist.“ Paulus sagt: Weil ich die Gnade Gottes angenommen habe, habe ich jetzt auch angefangen, die Gnade weiterzuerzählen. Ich habe über die Gnade gesprochen. Ich habe diese Gnade emporgehoben und deswegen war sie nicht vergeblich. Und wenn der Paulus den Korinthern sagt: „Wir ermahnen euch als Mitarbeiter Gottes, lasst die Gnade Gottes euch nicht vergeblich sein“, dann meint er nicht: „Jetzt hast du Vergebung bekommen, jetzt streng dich mal an.“ Er meint: „Lass die Gnade Gottes dein Herz wirklich erfüllen. Lass die Gnade wirklich dein Herz durchleuchten, weil dann möchtest du anderen davon erzählen.“
[32:11] Die Referenz ist falsch. Das muss Jesaja 49 heißen. Dort steht: „So spricht der Herr: Zur angenehmen Zeit habe ich dich erhört und am Tag des Heils dir geholfen. Und ich will dich behüten und dich dem Volk zum Bund geben, damit du dem Land wieder aufhilfst und die verwüsteten Erbteile wieder als Erbesitz austeilst, damit du zu den Gefangenen sagst: Geht hinaus! Und zu denen in der Finsternis: Kommt hervor!“ Ich habe früher mal gedacht, bei der „angenehmen Zeit“, da geht es darum, dass ich eine Entscheidung für Jesus fälle. Aber wenn ihr den Text genau anschaut: Die angenehme Zeit ist die, wenn Gott uns beruft, andere aus der Finsternis hervorzuholen. Könnt ihr das sehen? „Zur angenehmen Zeit habe ich dich erhört, am Tag des Heils dir geholfen. Ich will dich behüten, damit du dem Land wieder aufhilfst, dass du das Erbesitz austeilst, dass du zu den Gefangenen sagst: Kommt heraus, geht hinaus! Dass du zu denen in der Finsternis sagst: Kommt hervor!“ Der angenehme Tag ist der, wenn Gott uns hilft, dass wir mit seiner Gnade nicht nur selbst erlöst werden, sondern anderen helfen, das Evangelium zu sehen.
[33:24] Nun, ihr werdet euch fragen: Wann ist die Zeit gekommen? Wann ist die angenehme Zeit? Wann bin ich berufen, das Evangelium hochzuheben? Wann bin ich berufen, im Zenit zu fliegen? Paulus hat eine klare Antwort, denn es heißt: „Zur angenehmen Zeit habe ich dich erhört und am Tag des Heils geholfen. Siehe, jetzt ist die angenehme Zeit. Jetzt ist der Tag des Heils.“ Ich habe früher immer geglaubt: Erst mal wird man Christ, man ist bekehrt, man lebt mit Jesus und irgendwann später dann wird man vielleicht missionarisch berufen, dann bekommt man eine Aufgabe. Oder das einzige, was dich in der Mission befähigt, ist die Gnade, die du bei deiner Bekehrung bekommst. Ein Mensch, so sagt Ellen White, wird in das Reich Christi als ein Missionar geboren. Wusstet ihr, dass ihr alle Missionare seid? Ihr seid sogar Missionare, wenn ihr nicht bekehrt seid. Jeder Mensch ist ein Missionar. Ich kenne viele Bayern-Fans, die sind echte Bayern-Missionare, oder Kino-Fans, die sind Kino-Missionare, die reden von dem, was sie begeistert. Bekehrung bedeutet nur, dass deine Missionstätigkeit sich wechselt. Das ist Bekehrung. Du bist nicht mehr Missionar für das, sondern Missionar für die Herrlichkeit des Evangeliums.
[35:08] Ich sag euch die Wahrheit. Der Martin da oben, der ist mein Zeuge. Seit langer Zeit habe ich es auf dem Herzen: Wir müssen im nächsten Jahr was machen. Wenn nächstes Jahr 2000 Jahre Jesus ist, dann können wir das nicht einfach an uns vorüberziehen lassen, so Gemeindespiel, also machen wie immer, und dann zwei Jahre später, wenn dann der Vatikan sagt: „Jesus wurde vor 2000 Jahren getauft“, und sagen: „Ach, es war eigentlich ja zwei Jahre früher, nicht, hätten was sagen sollen, aber haben wir irgendwie nicht dran gedacht.“ Wir müssen die Gelegenheit nutzen. Jesus wurde vor 2000 Jahren nächstes Jahr getauft. Und ich weiß, ich weiß, ich weiß, ich weiß, die Menschen jetzt in Braunau, St. Peter, die reden nicht ständig über die Taufe Jesu. Die reden nicht ständig über die Wunder Jesu und über das, weiß ich. Aber ist es nicht an der Zeit, dass wir, wenn wir schon so einen historischen Anlass haben, diese Themen in die Gesellschaft bringen? Denn die Menschen reden über ihre Krankheiten und Jesus kam, um zu heilen. Die Menschen reden über ihre Kindererziehungsprobleme und Jesus kam als ein Lehrer. Die Menschen reden über das „Warum das Böse in der Welt ist“ und Jesus kam und wurde nach der Taufe vom Satan versucht. Die Themen, die wir haben, sprechen genau zu dem, was die Menschen eigentlich interessiert. Sie wissen nur nicht, dass die Themen die Antwort sind.
[36:40] Ich habe jahrelang, ich kann mittlerweile fast schon jahrelang immer wieder Leute versucht anzusprechen und ihr könnt euch nicht vorstellen, wie ich gejubelt habe, als letztes Jahr im Herbst die Generalkonferenz beschlossen hat: „Wir machen etwas weltweit.“ Jetzt stehe ich also nicht alleine da mit meinem Wunsch, da was zu machen. Jetzt habe ich die ganze Generalkonferenz hinter mir. Okay, aber sei’s drum, auch ohne Generalkonferenz hätten wir es machen müssen, oder? Wir haben vor ein paar Wochen in einem Team hier zusammengesessen. Ich werde euch gleich sagen, worum es geht. Und da hatte ich schon gesagt: „Hey, ich werde im September predigen und ich werde über ‚in der Mitte des Himmels‘ predigen. Das passt ganz gut. Da kann ich ja auch über unser Vorhaben predigen.“ Was ich nicht wusste, ist, dass jetzt vor wenigen Wochen die GK diesen heutigen Sabbat, 5. September, zum „English Global Launch Day“ erklärt hat. Mit anderen Worten: Heute, jetzt werden auf der gesamten Welt, in den Philippinen, in Brasilien, in Südafrika, in Amerika, in Norwegen, in Neuseeland, Menschen in den Gemeinden ermutigt: „Wir machen was 2027. Wir lassen unser Licht leuchten mit Technik, mit Gesundheit, mit Erziehung, mit öffentlichen Evangelisationen, mit allem, was wir zur Verfügung haben.“ Also, ihr hört heute nicht allein diese Predigt. Fühlt euch als Teil der weltweiten Adventgemeinde.
[38:13] Und ich weiß, die Österreich-Union macht eine tolle Sache. Sie macht dieses „Echt“-Projekt und da könnt ihr euch informieren, da gibt’s viele tolle Möglichkeiten. Ich möchte euch aber ganz kurz – wir sind gleich am Ende – teilhaben lassen an einer Idee, die hier in Bogenhofen geboren ist. Stellt euch vor, im nächsten Jahr, im Oktober, das heißt so in ungefähr einem Jahr, wollen wir hier in Bogenhofen eine wirklich große öffentliche Evangelisation, zwei Wochen lang, 12 Themen, verschiedene Sprecher, mit einem ganzen Jahresprogramm als Vorbereitung vorne weg, das Menschen vorbereitet, hier dann im Herbst nächsten Jahres Entscheidung für Jesus zu treffen. Ihr würdet sagen: „Haber, schaffen wir das?“ Hier ist die tolle Sache: Als Gemeinde Bogenhofen haben wir schon ganz viele missionarische Veranstaltungen. Ja, wir haben die Konzerte, wir haben die ganzen Gesundheitsmessen, die Gesundheitsarbeit. Wir machen verschiedenste Sachen. Wir haben Hauskreise, Bibelstunden, alles Mögliche, was wir machen wollen. Wir wollen all diese Dinge koordinieren, in eine Gesamtlinie bringen. Nicht einfach nur Veranstaltung, Veranstaltung, Veranstaltung, sondern als einen großen Bogen hin auf den Höhepunkt, auf die große Evangelisation. Alles, was wir machen wollen im Hinblick darauf, dass im Herbst 2027 hier wir Menschen einladen für eine Ernte-Evangelisation. Ich weiß, das hat schon lange in Bogenhofen nicht mehr gegeben, aber ich glaube, wenn jetzt nicht, wann dann? Und ich möchte euch einladen, diesen Gedanken mal mitzudenken: Kann ich etwas dazu beitragen, kann ich Teil der Sache sein? Denn der Wunsch ist, dass es eine gemeinsame Aktion von der Schule, von der Gemeinde mit allen Schülern, Studenten, Gemeindegliedern, Predigern, was alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Die Generalkonferenz-Initiative heißt „One Voice“, alle gemeinsam.
[40:20] Aber vielleicht sagst du: „Christopher, ich habe nichts, habe keine Gaben, ich kann nicht predigen, kann kein Hauskreis leisten, bin nicht so versiert wie einige Leute hier.“ Lass mich dich fragen: Kennst du fünf Bibelverse, fünf Bibelverse, die du erklären kannst? Hast du zwei Erfahrungen mit Jesus gemacht in deinem Leben? Ja, wenn du fünf Bibelverse kennst und zwei Erfahrungen, dann bringst du deine fünf Brote und zwei Fische zu Jesus. Und wisst ihr, dass er mit deinen fünf Bibelversen und deinen zwei Erfahrungen die ganze Einwohnerschaft von Braunau ernähren könnte? Denn so viele sind sie ungefähr gewesen, nicht? Ja, 5.000 Männer, Frauen, Kinder, 20.000 Mann. Und wenn du gerade nicht die Bibel aufschlagen kannst, vielleicht bist du ein toller Planer, vielleicht bist du ein wunderbarer Bauer, vielleicht bist du eine wunderbare Krankenschwester, was immer du tust, lass in deinem Leben, in deiner Familie, in deinem Alltag, in deinem Beruf das Evangelium im Zenit fliegen, damit Menschen wissen, wie attraktiv die Nachfolge Jesu ist. Und dass, wenn du sie dann ansprichst und für sie betest und die nächsten Wochen und Monate dafür betest und ringst, dass diese Menschen zur Evangelisation kommen. Stellt euch vor, jeder von uns bringt nur einen Freund mit, dann kriegt unser Brandschutzbeauftragter hier die Panik. Wollen wir dem Klaus schlaflose Nächte bereiten? Wollen wir den Gemeindesaal füllen? Nicht einfach nur Flyer verteilen und hoffen, dass die Leute kommen, sondern mit Freunden, Bekannten. Wenn der Engel in unserem Privatleben im Zenit fliegt, dann fliegt er auch für die ganze Gemeinde im Zenit.
[42:21] Mein guter Freund Timo Hoffmann, den habe ich gerade letzte Woche besucht, ist Mikro-Farmer, der kann toll Gemüse anbauen und das macht er so toll, das macht er so exzellent, dass die Nachbarn total begeistert sind, die Zeitung auf ihn aufmerksam geworden ist, das Radio jetzt da gewesen ist, das Fernsehen ihn besucht hat, RTL ist bei ihm gewesen, könnt ihr nachschauen. Um mit seiner Gabe, Gemüse anzubauen, lässt er den Engel – denn auch Landwirtschaft gehört letztlich dazu, nicht wahr? – in seinem Bereich im Zenit fliegen. Und du hast eine andere Gabe. Aber darf der Engel in deinem Leben im Zenit fliegen? Stellt euch vor, mit all den Gaben, all den Fähigkeiten, den verschiedenen Persönlichkeiten, den verschiedenen Altersgruppen in unserer Gemeinde, wenn jeder in seinem Leben den Engel im Zenit fliegen lässt, was dann passiert. Und noch eine Sache, das ist mir ganz wichtig, das habe ich von Heinz gelernt: Diese Predigt wird immer von denen gehört, die sowieso schon alles machen. Ja, die hören genau hin und: „Ah, ich mache schon 32 Aufgaben hier in Bogi, ich müsste noch mehr machen.“ Nein, nein, nein, nein, nein. Möge diese Predigt vor allem die Herzen erreichen, die vielleicht momentan so ein bisschen an den Seitenlinien stehen und nicht wissen, wie sie mitarbeiten dürfen oder können oder sollen. Gott ruft uns niemals in den Burnout. Und wenn du schon völlig am Limit bist, dann ruft dich Gott manchmal auch zu einer Ruhepause. Aber wenn man über die Ruhepause predigt, dann hören immer die zu, die sowieso schon Ruhe machen. Also fühl dich angesprochen, wenn du merkst: „Ich glaube, ich könnte in meinem Leben das Evangelium ein bisschen höher stellen.“
[44:06] Letzter Gedanke, dann sind wir am Ende. Ihr alle kennt Johannes 3, Vers 16, oder? „Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an den glaubt, nicht verloren geht, sondern ein ewiges Leben hat.“ Übrigens, was ich euch heute jetzt gerade präsentiert habe, ist erstmal so die Kernidee. Wir haben ein Arbeitsteam. Wir werden jetzt das in den Gemeindestunden, in der Schule, in allen Stunden überall präsentieren. Das wird sich ausdeklinieren. Werden auch alle Leute mitnehmen und einbinden und fragen und machen. Aber ihr sollt heute schon mal diese Idee verstehen: Wir wollen im nächsten Jahr unser Licht leuchten lassen hier in Bogenhofen für die ganze Umgebung und auch durch den Livestream für alle Menschen, wo sie immer sein mögen. Und wenn ihr jetzt live zuschaut, liebe Geschwister in anderen Gemeinden, überlegt euch auch was. Wäre doch schön, wenn im nächsten Jahr das Evangelium im ganzen deutschsprachigen Raum im Zenit fliegt.
[45:04] Muss noch eine Sache sagen, dann kommen wir gleich dazu. Vielleicht schaut jetzt jemand zu und sagt: „Aber Christopher, das geht nicht. Bei uns in der Gemeinde sind alle zerstritten. Die singen aus dem gleichen Liederbuch, aber gucken sich nicht an. Wir müssen erst warten, bis die Gemeinde wieder friedlich ist.“ Dann sage ich dir: Wenn du so lange wartest, dann wartest du bis zum St.-Nimmerleins-Tag. Fang an, bete, lass dein Licht leuchten, gewinne andere in der Gemeinde und du wirst sehen: Je mehr die Gemeinde das Evangelium hochhält, desto weniger hat sie Zeit, sich gegenseitig zu streiten. Denn der eigentliche Grund, warum es Streit in der Gemeinde gibt, liegt nur daran, dass wir unsere Aktivitäten und unsere Aufmerksamkeit auf uns richten, statt auf die Mission nach draußen. Ihr kennt alle den Gennesaret und das Tote Meer, oder? Ihr kennt es bald, oder? Der Gennesaret, da kommt Wasser rein und geht Wasser weg. Das Tote Meer ist tot, weil da geht es nur rein, rein, rein, rein, rein. Eine tolle Bogi-Predigt nach der anderen. Aber wenn es immer nur reingeht, immer nur rein und nie raus, ist man selbst durch Bogi-Predigten tot. Weiß nicht, ob ich das sagen darf, aber stimmt. Wenn es immer nur reingeht und nie raus, bist du irgendwann, hast so viel „Salz der Erde“, bist du tot. Du musst es weitergeben.
[46:28] Jetzt kommt Johannes 3, 16. Wir sind am Ende. Ihr wisst, Jesus hat in Johannes 3, Vers 14 dem Nikodemus gesagt, dass Jesus erhöht werden sollte. Möchte eine Frage stellen: Wisst ihr, womit die bronzene Schlange erhöht worden ist? Womit ist die bronzene Schlange erhöht worden? Hat Mose die einfach hochgehalten? Womit ist die bronzene Schlange erhöht worden? Könnt gerne reinrufen. Ein Stab, Holz. Das stimmt. Aber kann es jemand genauer sagen? Es war eine bronzene Schlange. Aber was war das für eine Stange? Ein Kreuz vielleicht. Ich glaube ehrlich gesagt nicht mal, aber es wird manchmal so dargestellt. Kann sein. Ich glaube, es war eine gerade Stange. Aber weiß man, was das für eine Stange war?
[47:35] „Da sprach der Herr zu Mose: Mache dir eine Schlange und befestige sie an einem Feldzeichen.“ Wisst ihr, was ein Feldzeichen ist? Ist eine Standarte. Wozu braucht man die? Im Krieg. Wenn man damals in der Antike Krieg war, dann war das nicht wie heute, wo die Soldaten mit GPS da mit ihrem Kommando verbunden sind, nicht wahr? Das nicht, gab’s keine Präzisionswaffen, das war große Ebene, alle aufeinander, Staub und du weißt kaum, ob links oder rechts Feind oder Freund ist. Und wenn du da kämpfst und wissen willst: „Wo sind meine Leute?“, dann guckst du wohin? Nach oben. Denn die Standarten, wo sind die? Die werden hochgehalten. Und wenn du nicht mehr weißt: „Wo bin ich eigentlich?“, dann guckst du: „Ah, da ist meine Fahne, da muss ich kämpfen, da sind meine Leute.“ Oder die bronzene Schlange wurde auf eine militärische Standarte gebracht. Das war das Banner, das war die Flagge sozusagen. Wir wissen heute, wie die ägyptischen Standarten aussahen, denn wahrscheinlich werden die Standarten, die Mose gebaut hat für die Israeliten, vom Militär, vom ägyptischen Militär inspiriert worden sein, weil er war ja ägyptischer Feldherr, nicht? Was fällt euch auf? Was ist auf diesen Standarten drauf? Tiere. Ja, aber nicht, weil die Ägypter so tierfreundlich waren. Das sind alles Götter. Die Götter Ägyptens waren auf ihren Standarten, weil man dachte, die Götter schenken den Sieg, wie die alle heißen, Sonne. Und wenn Gott zu Mose sagt: „Nimm dir so eine Standarte, aber tu da nicht so ein Ibis oder so ein Schakal oder die Sonne drauf, sondern die bronzene Schlange, Symbol für den Kreuzestod Jesu“, dann hat er damit gesagt: „Das soll euer Kriegsbanner sein. Das sollt ihr hochheben, damit Menschen, wenn sie im geistlichen Kampf verwundet sind, nicht mehr wissen, wo sie hingehören, nicht mehr wissen, wo sie Hoffnung finden, dass wenn sie das hocherhobene Evangelium sehen, sagen können: Das ist meine Armee, da gehöre ich hin.“
[50:06] Ein Feldzeichen. Kennt ihr Philipp Schwarzer? Philipp Schwarzer kennt ihr wahrscheinlich unter seinem griechischen Namen. Er war ein Mitarbeiter von Martin Luther. Aber damals war es irgendwie Mode, sich griechisch zu nennen. Man dachte, die deutschen Namen sind irgendwie komisch. Und aus Schwarzer wurde Schwarz-Melan und Erdton, Melanon. Kennt ihr Philipp Melanchthon? Eigentlich nicht Melanchthon, sondern Melanchthon. Kennt ihr das Wappen von Philipp Melanchthon? Das war sein Wappen. Der hatte zwar keine Ahnung von Ägyptologie, aber er wusste irgendwie: Diese Schlange, diese erhöhte Schlange, das ist nicht einfach nur eine Metapher, das ist ein Wappen. Das ist ein etwas, womit man sich identifiziert. Wusstet ihr, dass Ellen White auch von einem Wappen, von einem Banner spricht, von einer Flagge, die wir alle tragen? Sie haben jetzt in Bogi ein neues Wappen. Habt ihr schon das mitbekommen? Tolles Wappen aus dem Mittelalter. Bin ganz begeistert. Aber Ellen White spricht noch von einem anderen Wappen. Sie spricht von einem Banner. Sie spricht von dem weißen, blutbefleckten Banner als Symbol für alle, die an den gekreuzigten Jesus glauben. Und wenn wir dieses Banner hochheben und sagen: „Hier sind die, da halten die Gebote Gottes und haben den Glauben Jesu.“ Wenn wir das hochheben, dann sagt uns Jesaja: „Es wird geschehen an jenem Tag. Da werden die Heidenvölker fragen nach dem Wurzelspross.“ Und ich danke dem Martin, der hat mich mal drauf aufmerksam gemacht, dass eigentlich die Wurzel Isais ist, der als Banner für die Völker da steht. Jesus kam als einfacher Zimmermann, als einfacher Lehrer, aber dennoch soll er hoch erhoben werden. Er sagt: „Wenn ich erhöht bin, werde ich alle Menschen zu mir ziehen.“ Und wir haben die Aufgabe, nicht uns selbst zu erhöhen, sondern Jesus und sein Evangelium sichtbar zu machen, hörbar zu machen, damit Menschen sehen: Da ist die Ruhe zu finden.
[52:27] Lieber Freund, liebe Freundin, vielleicht kämpfst du auch im Alltag und manchmal wissen wir vielleicht gar nicht genau, wo wir eigentlich stehen. Manchmal verlieren wir ein bisschen die Orientierung. Manchmal kämpfen wir mit äußeren Problemen, manchmal mit inneren Sorgen, Schwierigkeiten, Nöten. Und es ist wichtig, dass dieses Banner nicht irgendwo liegt, sondern dass es hochgehoben ist, dass wir auch in der Gemeinde hinschauen können und sagen: „Ah, da gehöre ich hin.“ Er hat die Schmerzen getragen. Er hat die Krankheiten auf sich genommen. Er hat die Sünden getragen. Er hat diese Nöte für mich gelitten, damit ich jetzt auch in diesem Kampf in der Welt weiß: Es gibt Hoffnung, weiß, es gibt ein ewiges Leben, und daran werde ich mich ausrichten. Und glaub mir, wenn wir das schon haben, wie viel mehr die Menschen draußen. Und Gott sucht heute Menschen, die sagen: „Ich möchte das Banner hochheben. Ich möchte mich einbringen, dass Menschen das sehen.“ Wenn du heute diesen tiefen Wunsch hast: „Ich möchte mich einbringen, vielleicht ein bisschen mehr als ich bisher getan habe.“
[53:41] Ist der Josef Porkolab heute da? Macht ihm mal eine Freude. Nutzt die Gelegenheit in zwei Wochen bei der Herbstmesse, das Banner der Gesundheitsbotschaft hochzuhalten. Kostet nicht viel. Kostet euch ein zwei Stunden, drei Stunden, keine Ahnung. Einsatz. Wir könnten leuchten. Und das ist nur der Anfang, wenn wir immer wieder Veranstaltungen haben, Möglichkeiten haben, sich einzubringen. Liebe Freunde, wir existieren als Gemeinde nur aus einem Grund: um das Banner des Evangeliums hochzuhalten. Wir sind kein Debattierclub, der sich immer tiefer in die Theologie reinfräst. Wir sind da, um das Banner Jesu so hochzuhalten, dass Leute, die das Leben suchen, das ewige Leben, wissen, wo sie hingehen müssen. Und ich möchte dich einladen, wirklich dich persönlich teilzuhaben, mitzumachen. Und wenn du vielleicht nicht so geübt bist darin, nicht so gewohnt bist, probier einfach. Und wenn du ganz tief in deinem Herzen sagst: „Nein, nein, das wird sowieso nichts. Ich habe meine höchsten Zweifel“, habe ich nur einen Wunsch an dich, nur eine Bitte: Stell dich an die Seitenlinie, mach den Mund einfach zu. Habe deine Zweifel für dich selbst. Beobachte ein Jahr und wenn nächstes Jahr nach der Evangelisation hier Menschen sich für Jesus entschieden haben und im Taufwasser stehen, dann kriegst du Feuer frei. Du darfst dann deine Zweifel loswerden. Der wird sich in der Sonne der Gerechtigkeit zerschmolzen haben. Ich lade dich ein. Sei dabei.
[55:21] Wer von euch möchte heute sagen... nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein, nein. Diese Predigt braucht keinen Aufruf mit Hände zeigen. Hände zeigen ist einfach, man hebt sie hoch, man gibt sie runter. Diese Predigt braucht einen anderen Aufruf. Der Aufruf besteht darin: Wenn du sie verstanden hast, dann wirst du es dadurch zeigen, dass wenn wir jetzt in den nächsten Wochen und Monaten anfangen zu planen, euch zu informieren, was alles vorhaben, wie das gehen wird. Diese Predigt hat ihren Aufruf darin, dass wenn du es verstanden hast, dann wirst du mitmachen, dich einbringen mit deinen Gaben, mit deinen Fähigkeiten. Und glaub mir, Gott wird mich und dich so reich segnen, dass ihr euch das noch nicht vorstellen könnt. Ich habe in meinem ganzen Leben nie so große Freude erlebt, wie in den Momenten, wo ich durch Gottes Geist andere Menschen zu Jesus führen konnte. Die größte Freude, die es gibt, noch schöner als auf einem Berg zu stehen. Dafür lohnt sich die kleine Anstrengung. Amen.
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