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Manuskript:CSH_2012_Q3_Folge7.pdf

In dieser Cannstatt Study Hour-Folge taucht Christopher Kramp tief in das Thema „Ein heiliges Leben führen“ ein, basierend auf 1. Thessalonicher 4,1-12. Er erklärt, dass Heiligkeit kein optionales Extra, sondern Gottes Wille für jeden Gläubigen ist. Die Predigt beleuchtet, wie Heiligkeit im Denken beginnt und sich im gesamten Lebensstil zeigt, und betont die Bedeutung von Gehorsam gegenüber Gottes Geboten und der ständigen Gemeinschaft mit Gott durch den Heiligen Geist. Kramp ermutigt die Zuhörer, ein Leben zu führen, das Gott gefällt und sie auf die Wiederkunft Jesu vorbereitet.

In dieser Cannstatt Study Hour-Folge beleuchtet Christopher Kramp die Bedeutung eines heiligen Lebens im Lichte des 1. Thessalonicherbriefs, Kapitel 4, Verse 1-12. Er erklärt, dass Heiligung Gottes Wille ist und kein optionaler Zusatz für Christen. Anhand biblischer Beispiele wird verdeutlicht, wie Wachstum in der Heiligkeit durch die Erkenntnis Gottes und Gehorsam gegenüber seinen Geboten geschieht. Der Vortrag betont, dass wahre Heiligung durch den Heiligen Geist wirkt und sich im praktischen Lebensstil zeigt, der Gott wohlgefällig ist und zur Vorbereitung auf die Wiederkunft Jesu dient.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2012 Q3: Die Thessalonicherbriefe

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Transkript

[1:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.tv.de. Schön, dass ihr wieder dabei seid und eine weitere Folge euch anschaut zum Studium der Thessalonicherbriefe. Wir bereiten uns heute vor auf unser Bibelgespräch am 18. August. Ein schönes Datum und wir wollen gemeinsam ein Thema behandeln mit dem Titel: Ein heiliges Leben führen.

[1:41] In den folgenden zwölf Versen beginnt Paulus eigentlich mit der inhaltlichen Diskussion im Thessalonicherbrief. Das heißt, die fünf Kapitel im ersten Thessalonicherbrief kann man grob einteilen: Die ersten drei sind mehr oder weniger persönliche Grüße und Bemerkungen und persönliche Interaktionen, und ab dem vierten Kapitel beginnt eigentlich wirklich so richtig der theologische Diskurs. Und es geht gleich mit einem Thema los, das angesichts der Wiederkunft, das, wie wir gesehen haben, immer am Ende eines Kapitels aufscheint als der Höhepunkt der christlichen Hoffnung, eines der wichtigsten überhaupt ist. Wir werden sehen, warum.

[2:18] Schlagen wir gemeinsam auf: 1. Thessalonicher 4, Vers 1. „Nun, ihr Brüder, bitten und ermahnen wir euch in dem Herrn Jesus, dass ihr in dem noch mehr zunehmend, was ihr von uns empfangen habt, nämlich wie ihr wandeln und Gott gefallen sollt.“ Wir haben letztes Mal geschlossen mit dem Gedanken, dass Paulus die Gläubigen in Thessalonich, die fest im Herrn standen, die das, was sie gehört hatten, angenommen hatten, aber denen noch einiges gefehlt hat an Lehrinformationen und an praktischer Gottesfurcht, dass er ihnen das noch sagen wollte, aber nicht zu ihnen kommen konnte, weil der Satan es gehindert hatte. Also schrieb er ihnen den Brief und machte jetzt deutlich, dass es noch mehr gibt, dass man noch zunehmen muss in der Art und Weise, wie man lebt, also wie man wandelt und wie man Gott gefallen soll. Manche Menschen denken, ich habe die und die und die Entscheidung getroffen, jetzt bin ich ein wunderbarer Christ. Aber Paulus lässt uns wissen: Auch wenn wir diese tollen Entscheidungen gefällt haben, es gibt immer noch mehr Entscheidungen zu fällen. Das christliche Leben ist ein Leben des Wachstums.

[3:33] Und diese Idee kommt ganz deutlich raus, zum Beispiel in Epheser 4, Vers 1. „So ermahne ich euch nun, ich, der Gebundene im Herrn, dass ihr der Berufung würdig wandelt, zu der ihr berufen worden seid.“ Jesus hat uns gerufen und wir sollen so leben, dass es auch würdig ist. Nun, was ist dieser Charakter, den wir haben sollten? Kolosser 1, Vers 10 gibt uns da einen wichtigen Hinweis. „Damit ihr des Herrn würdig wandelt und ihm in allem wohlgefällig seid.“ Das heißt, der Charakter, den wir haben müssen, ist, dass wir in allem Gott wohlgefällig sind. Und wenn wir jetzt unser Leben durchgehen und die verschiedenen Bereiche unseres Lebens anschauen und das, was wir denken, was wir tun, was wir essen, was wir trinken, was wir sagen, egal was wir tun, und uns die Frage stellen: Ist das alles wohlgefällig für Gott? Dann können wir erkennen, ob wir noch ein bisschen Wachstum nötig haben.

[4:38] „In jedem guten Werk fruchtbar und in der Erkenntnis Gottes wachsend.“ Das heißt, auch das, was wir über Gott wissen, sollte zunehmen. Wenn wir über einen langen Zeitraum nichts gelernt haben von Gott, dann fehlt da etwas in unserer christlichen Erfahrung. Dieses Prinzip der Zunahme kann man an vielen, vielen, vielen Bibelstellen immer wieder verdeutlichen. Wir haben es ja schon öfter hier angesprochen. Lasst uns gemeinsam Hiob aufschlagen: Hiob 17, Vers 9. „Aber der Gerechte wird an seinem Weg festhalten und wer reine Hände hat, dessen Kraft nimmt zu.“ Das heißt, wer reinlebt mit Gott, der wird immer mehr Segen und Segen und Segen erleben und seine Kraft wird zunehmen. Und wir wissen aus dem Gegenteil, dass, wenn jemand in Sünde lebt, nimmt seine Kraft ab und wird schwächer und schwächer und schwächer.

[5:36] Und so sagt uns die Bibel nicht ohne Grund in 2. Petrus 3, Vers 18: „Wachst dagegen in der Gnade und in der Erkenntnis unseres Herrn und Retters Jesus Christus.“ Ihm sei die Ehre, sowohl jetzt als auch bis zum Tag der Ewigkeit. Wir sollen in der Gnade und der Erkenntnis wachsen, wachsen.

[5:57] Gehen wir zurück zu 1. Thessalonicher 4 und dort Vers 2. Paulus, er bittet die Brüder, er ermahnt die Brüder und sagt: Ihr müsst noch wachsen, ihr müsst noch zunehmen. Haltet euch nicht für vollkommen jetzt zu diesem Zeitpunkt. Es gibt noch mehr zu lernen, es gibt mehr zu entdecken. Bleibt am Ball. Er sagt es in Vers 2: „Denn ihr wisst, welche Gebote wir euch gegeben haben im Auftrag des Herrn Jesus.“ Er erinnert sich und sagt: Ihr wisst ganz genau, wir haben einen Standard euch gesetzt im Namen Jesu.

[6:36] Und offensichtlich hat Paulus das ernst genommen, was Jesus selbst gesagt hat in Matthäus 28, Vers 20. Wenn er davon spricht, Gebote gegeben zu haben. „Und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe.“ Jeder, der hinausgeht, um das Evangelium zu verkündigen, der kann nicht einfach nur das sagen, was ihm gefällt, sondern er muss das den Menschen predigen, was Jesus geboten hat, was er befohlen hat, seine Gebote und Gesetze. Und Paulus schreibt den Brief an die Thessalonicher und sagt: Ihr wisst, dass wir euch die Gebote Gottes verkündigt haben. Wer Jesus predigt, predigt auch das Gesetz. Also wer den wahren Jesus predigt. Es gibt viele, die heute Jesus predigen und nicht das Gesetz predigen und deswegen einen falschen Jesus predigen.

[7:31] In Johannes 14, Vers 15, und das ist uns gut bekannt, dieser Vers. „Liebt ihr mich? So haltet meine Gebote.“ Und so konnte Paulus – war was für Paulus selbstverständlich – den Menschen, mit denen er gesprochen hat, die er zu Jesus geführt hat, ihnen auch die Gebote Gottes, das Gesetz Gottes zu predigen und es als Standard ihnen zu zeigen, im Kontext, wie wir jetzt sehen werden, der Heiligung.

[8:07] Und jetzt kommt ein entscheidender Vers, einer der wichtigsten Verse im ganzen Thessalonicherbrief: der 1. Thessalonicher 4, Vers 3. Und es lohnt sich, lieber Freund, liebe Freundin, diesen Vers jetzt wirklich aufzuschlagen und mit eigenen Augen zu sehen und zu lesen, denn das, was hier steht, wird so oft abgestritten. Hier steht in der Bibel: „Denn das ist der Wille Gottes, eurer Heiligung, dass ihr euch der Unzucht enthaltet.“

[8:40] Viele Menschen, viele Christen wollen gerechtfertigt werden, sie wollen Vergebung haben, aber wenn es um das Thema der Heiligung geht, sagen sie: Na ja, das ist vielleicht etwas, was nur für einige besonders fromme Menschen ist, was auf keinen Fall etwas mit der Erlösung zu tun hat und was eigentlich mehr so eine Art Option darstellt. Aber Paulus sagt uns im 1. Thessalonicherbrief, dass die Heiligung Gottes Wille ist. Es ist keine Zusatzoption für die Streber unter den Christen. Es ist Gottes Wille. Es gibt kaum einen anderen Text, der so deutlich zeigt, was Gottes Wille ist. Gottes Wille ist, dass du und ich geheiligt leben.

[9:16] Jetzt, was ist Gottes Wille? Schlagen wir gemeinsam auf: Psalm 40, Vers 8. „Deinen Willen zu tun, mein Gott, begehre ich, und dein Gesetz ist in meinem Herzen.“ Nach dem jüdischen Parallelismus können wir schlussfolgern, dass der Wille Gottes sein Gesetz ist. Als Jesus hier gesagt hat in der Prophetie: „Deinen Willen, mein Gott, will ich tun“, hat er gesagt: „Dein Gesetz ist in meinem Herzen.“ Der Wille Gottes ist ausgedrückt in seinen 10 Geboten. Und wenn dann Paulus sagt: Gottes Wille vor euch ist eure Heiligung, dann können wir feststellen, dass wahre Heiligung unbedingt etwas mit den 10 Geboten zu tun haben muss.

[10:21] Wir wollen heute feststellen, hier in dieser Study Hour, was ist die biblische Lehre der Heiligung? Denn heute gibt es viele konfuse Ideen über Heiligung. Was ist die biblische Lehre? Hier ist sie. In Römer 12, Vers 1 und 2 steht: „Ich ermahne euch nun, ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, gottwohlgefälliges Opfer. Das sei euer vernünftiger Gottesdienst. Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch in eurem Wesen verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist.“ Übrigens, der Wille Gottes steht hier, ist vollkommen. Das heißt, Heiligung ist vollkommen. Das ist gut. Es ist wohlgefällig.

[11:07] Nun, wie können wir den Willen Gottes, die Heiligung erkennen? Nur dann, sagt Paulus, wenn wir vorher unsere Leiber auf den Altar gelegt haben, wenn wir mit anderen Worten uns Gott ganz übergeben haben, nicht nur intellektuell, sondern auch mit unserem Lebensstil, mit unserem Körper, mit all dem, was wir tun und lassen. Und wenn unser Denken verwandelt worden ist durch die Gnade Gottes, dass wir nicht mehr der Welt hinterherlaufen, wie es heißt, dass wir uns nicht mehr dem Weltlauf anpassen, sondern dass wir durch unser Denken neu verwandelt werden. Nur dann können wir überhaupt begreifen, was der Wille Gottes ist. Nur dann können wir erkennen, was Gott mit uns vorhat.

[11:36] Viele Menschen fragen sich: Ich weiß nicht, was Gottes Wille für mein Leben ist. Ich weiß nicht, was Gott vorhat. Der Punkt ist, die Bibel sagt, wir können es erst dann erkennen, wenn wir uns ihm übergeben. Und wenn wir sagen: Herr Jesus, ich komme nicht weiter. Ich möchte mich nicht länger der Welt anpassen. Ich möchte so werden, wie du. Dann, verspricht uns die Bibel, können wir Gottes Willen erkennen. Und Gottes Wille ist unsere Heiligung.

[12:03] Könnte es sein, meine Frage, dass viele Menschen, manchmal sogar in der Gemeinde, gegen die Heiligung reden und ankämpfen, weil sie selbst nicht wirklich ihr Leben vom Denken und vom Körper her Gott übergeben haben? Völlige Übergabe ist die notwendige Fortsetzung zur Heiligung.

[12:19] Hier geht es weiter in 1. Johannes 2, Vers 17. „Und die Welt vergeht und ihre Lust; wer aber den Willen Gottes tut, der bleibt in Ewigkeit.“ Im Gegensatz zur Welt, im Gegensatz zur Lust, im Gegensatz zur Sünde können wir, wenn wir den Willen Gottes, also die Heiligung suchen und danach streben und umsetzen, werden wir ewiges Leben bekommen.

[12:52] In Hebräer 13, Vers 21, immer noch suchen wir den biblischen Gedanken zur Heiligkeit. „Er, Gott, rüstet euch völlig aus zu jedem guten Werk, damit ihr seinen Willen tut, indem er in euch das wirkt, was vor ihm wohlgefällig ist durch Jesus Christus.“ Wie können wir seinen Willen tun, die Heiligung? Indem er in uns das wirkt, was ihm gefällt. Wenn wir Gott erlauben, in unserem Leben das zu tun, was ihm gefällt, dann tun wir den Willen Gottes. Das ist Heiligung. Heiligung bedeutet, nicht ich entscheide, sondern Gott. Du darfst entscheiden, was in meinem Leben passiert. Du darfst entscheiden, was ich esse. Du darfst entscheiden, was ich mir anschaue. Du darfst entscheiden, was ich mit meiner Freizeit mache. Das ist Heiligung.

[13:55] Und die Bibel sagt, das ist Gottes Wille. In 1. Thessalonicher 5, Vers 23 lesen wir: „Er selbst aber, der Gott des Friedens, heilige euch durch und durch.“ Heiligung ist nicht etwas, was man an der Fassade ansteuert und jetzt ein heiliges Gesicht hat. Heiligung geht durch und durch und euer ganzes Wesen, der Geist, die Seele und der Leib, das heißt, was wir denken, was wir fühlen und sogar das, was wir tun und was wir essen und trinken, möge untadelig bewahrt werden bei der Wiederkunft unseres Herrn Jesus Christus.

[14:28] Das ist ja das Thema von Paulus im Thessalonicherbrief, die Vorbereitung auf die Wiederkunft. Deswegen sind die Thessalonicherbriefe so immens wichtig für uns in der letzten Zeit, denn wir leben kurz vor der Wiederkunft. Und die Frage ist: Bist du schon vorbereitet? Lebst du ein heiliges Leben? Bist du schon durch und durch geheiligt? Die Frage stelle ich mir, die Frage stelle ich dir. Sind wir an Leib und Seele und Geist schon geheiligt, dass wir stehen können, wenn Jesus wiederkommt?

[15:04] In Römer 15, Vers 16 lesen wir, dass ich ein Diener Jesu Christi für die Heiden sein soll, der priesterlich dient am Evangelium Gottes, damit das Opfer der Heiden wohlannehmbar werde, geheiligt durch den Heiligen Geist. Wer tut die Heiligung in unserem Leben? Es ist der Heilige Geist. Wenn wir dem Heiligen Geist erlauben, in unser Leben zu kommen, dann tut er es. Es ist nicht unser eigenes Werk, es ist keine Selbstgerechtigkeit. Heiligung hat nichts, aber nullkommal nichts mit Werksgerechtigkeit zu tun. Es ist das, was Gott in uns wirkt, wenn wir ihm alles geben, wenn er sich alles nehmen darf, was er möchte.

[15:49] Und wir wissen, der Heilige Geist führt uns in alle Wahrheit. Es gibt keine Heiligkeit, keine Heiligung, die um bestimmte Wahrheiten einen Bogen macht und sagt, das wäre unwichtig. Der Heilige Geist, der uns heiligt, führt in alle Wahrheit und Heiligung hat immer etwas zu tun mit der Bibel. Warum? Johannes 17, Vers 17 sagt es uns. „Heilige sie in deiner Wahrheit. Dein Wort ist Wahrheit.“ Es gibt nur Heiligung im Wort Gottes. Nur wenn wir die Bibel lesen, können wir geheiligt werden. Es gibt keine Heiligkeit außer im Wort. Das ist das, was Jesus gesagt hat, und das ist die wahre biblische Heiligung.

[16:33] In Römer 6, Vers 22 lesen wir, was es bedeutet, heilig zu sein. „Jetzt aber, da ihr von der Sünde frei und Gott dienstbar geworden seid, habt ihr als eure Frucht die Heiligung, als Ende aber das ewige Leben.“ Wenn wir von der Sünde befreit werden durch Jesus, weil wir ihm die Sünde übergeben und die Sünde bekennen, dann haben wir als Frucht, als natürliche Folge, echte biblische Heiligung, die zum ewigen Leben führt. Möchtest du ewiges Leben haben? Dann brauchst du diese biblische Heiligung.

[17:14] Ganz wichtiger Vers in 1. Korinther 1, Vers 30, der Schlüssel zu wahrer Heiligung. „Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht worden ist, zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung.“ Wenn du fragst: Ja, wie soll ich erlöst werden? Durch Jesus Christus. Wie soll ich gerecht gemacht werden? Durch Jesus Christus. Wie soll ich heilig gemacht werden? Durch Jesus Christus. Wenn du deine Augen auf Jesus richtest, wenn du mit Jesus nachfolgst, wenn du dich an ihn klammerst, dann kannst du nicht verloren gehen. Er wird dich rechtfertigen und er wird dich erlösen, er wird dich gerecht machen und er wird dich sogar heiligen, er wird dich vollenden bis zu dem Tag seiner Wiederkunft. Jesus ist das Geheimnis wahrer Heiligkeit.

[18:02] Ein Vers noch zur biblischen Lehre der Heiligung in Epheser 5, Vers 26 und 27. „Damit er sie heilige, nachdem er sie gereinigt hat durch das Wasserbad im Wort.“ Bibellesen ist wie duschen oder wie baden gehen. Man kommt schmutzig und man geht sauber. Das ist wahres Bibelstudium. Wenn ich mit einem schmutzigen, dreckigen Gewissen zu Gott kommen kann, zu seinem Wort und lesen kann, die Verheißung Gottes in Anspruch nehmen kann und mich reinigen lassen kann, das ist Heiligung.

[18:39] Vers 27: „Damit er sie, die Gemeinde, sich selbst darstelle als eine Gemeinde, die herrlich sei, sodass sie weder Flecken noch Runzeln noch etwas ähnliches habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei.“ Liebe Freunde, Gott hat etwas vor mit seiner Gemeinde. Er möchte eine tadellose Gemeinde, eine heilige Gemeinde, ohne Flecken und Runzeln. Und du fragst dich vielleicht, wenn du die Gemeinde anschaust: Wie soll das jemals möglich werden? Jesus möchte seine Gemeinde baden im Wasserbad des Wortes. Lasst uns zurückkehren zur Bibel, lasst uns die Bibel studieren, lasst uns Vers mit Vers vergleichen und gereinigt werden in seinem Wort. Und dann werden wir nach seiner Verheißung – nicht wir werden es selbst schaffen, aber er hat es versprochen – dann werden wir ohne Flecken und ohne Runzeln, tadellos und heilig vor ihm stehen bei der Wiederkunft, hinein in das Wasserbad des Wortes.

[19:44] Und diese Heiligung beginnt im Herzen, denn Paulus hat gesagt, in 1. Thessalonicher 4, Vers 3, dass ihr euch der Unzucht enthaltet. Und Jesus lässt uns wissen, in Matthäus 15, Vers 19: „Denn aus dem Herzen kommen böse Gedanken, Mord, Ehebruch, Unzucht, Diebstahl, falsche Zeugnisse, Lästerung und so weiter.“ Deswegen muss Heiligung beim Herzen beginnen, bei unserem Denken. Das Wort, muss unser Denken, der Heilige Geist muss unser Denken verändern. Wir müssen über Jesus nachdenken, damit all die Dinge, die unseren Körper und unser Denken verunreinigen, hier in unserem Herzen, in unserem Hirn beseitigt werden. Heiligung beginnt am Herzen und geht von dann in den ganzen Körper.

[20:43] Heiligung hat nur ein wahres Zeichen. Das haben wir ganz deutlich gesehen durch alle Bibelverse. Es gibt nur ein echtes, wahres Zeichen echter Heiligung. Und das ist der Gehorsam gegenüber den Geboten Gottes. Heiligung ist nichts anderes als die ständige Gemeinschaft mit Gott, wenn der Charakter in Harmonie mit Gottes heiligem Gesetz ist.

[21:10] Und weißt du was, liebe Freunde? Das ist möglich für jeden. Es ist möglich für dich. Meine Bibel sagt, dass jeder Mensch das haben kann, wenn er auf Jesus schaut. Auch du und auch ich. Und es zeigt sich im praktischen Leben, in der praktischen täglichen Gottesfurcht.

[21:33] Lasst uns aufschlagen: Philipper 2, Verse 12-15. „Denn was nützt das größte Bekenntnis der Heiligkeit, wenn es nicht im praktischen Leben sichtbar wird?“ Philipper 2, Verse 12-15, dort steht: „Darum, meine Geliebten, wie ihr alle Zeit gehorsam gewesen seid, nicht allein in meiner Gegenwart, sondern jetzt noch viel mehr in meiner Abwesenheit, verwirklicht eure Rettung mit Furcht und Zittern. Denn Gott ist es, der in euch sowohl das Wollen als auch das Vollbringen wirkt nach seinem Wohlgefallen. Tut alles ohne Murren und Bedenken, damit ihr unsträflich und lauter seid, untadelige Kinder Gottes inmitten eines verdrehten und verkehrten Geschlechts, unter welchem ihr leuchtet als Lichter in der Welt.“

[22:30] Die Bibel weiß, dass um uns herum Sodom und Gomorra ist. Aber gerade deswegen sollen wir leuchten durch echte biblische Heiligung. Warum können uns so viele Menschen nicht als Christen erkennen? Weil uns die Kraft biblischer Heiligung fehlt. Und ich glaube, wir müssen mehr darüber reden, was es bedeutet, wirklich geheiligt zu sein und Heiligung in unserem Leben zu erfahren. Es muss wieder ein Thema sein in unseren Predigten, in unseren Gemeinden, in unseren Bibelschulgesprächen. Und hoffentlich wirst du auch diese Study Hour benutzen, das Thema tiefer zu studieren und dann am 18. August etwas dazu beizutragen, die biblische Lehre der Heiligung wieder hochzuhalten.

[23:08] Gehen wir weiter im 1. Thessalonicherbrief, Kapitel 4. Paulus macht diesen Punkt der Heiligung jetzt noch etwas deutlicher. Er sagt in Vers 4: „Dass es jeder von euch versteht, sein eigenes Gefäß in Heiligung und Ehrbarkeit in Besitz zu nehmen.“ Also Paulus macht ganz deutlich: Heiligung ist nicht etwas für die kollektive Gemeinde, sondern für jeden einzelnen Gläubigen selbst. Jeder einzelne Gläubige muss verstehen, was Heiligung ist. Es reicht nicht, wenn die Theologen es verstehen. Es reicht nicht, wenn die Prediger es verstehen. Es reicht nicht, wenn die Gemeindeältesten es verstehen. Jeder einzelne Gläubige muss es verstehen.

[23:50] Was bedeutet dieses Gefäß, von dem er spricht? Schauen wir gemeinsam in 1. Petrus 3, Vers 7. „Ihr Männer sollt gleichermaßen einsichtig mit eurer Frau als dem schwächeren Gefäß zusammenleben und ihr Ehre erweisen, weil ihr gemeinsam Erben der Gnade des Lebens seid, damit eure Gebete nicht verhindert werden.“ Paulus verwendet das Wort Gefäß als ein Symbol, als eine Metapher für den Körper. Und das wiederum sagt uns: Heiligung beginnt zwar im Denken, es beginnt in unserem Herzen, aber es endet dort nicht. Paulus sagt, wir sollen unser Gefäß, unseren Körper in Heiligkeit bewahren. Das, was wir in unseren Körper hineintun, das, was wir mit unserem Körper tun, sollte nach den Prinzipien der Heiligkeit und der Ehrbarkeit geschehen.

[24:46] In Hebräer 13, Vers 4 sehen wir, was es bedeutet, ehrbar zu sein. „Die Ehe soll von allen in Ehren gehalten werden und das Ehebett unbefleckt. Die Unzüchtigen und Ehebrecher wird Gott richten.“ Und das ist ein wichtiges Thema für mich und für dich, für jeden Einzelnen von uns. Ehrbarkeit, Aufrichtigkeit im praktischen Leben.

[25:20] Denn was nützt das beste Bekenntnis, die klarste Erkenntnis der Theologie, wenn in unserem praktischen täglichen Leben wir unseren Körper, unsere Triebe nicht in Heiligkeit unter Kontrolle haben? Was nützt es uns? Es ist alles umsonst. Paulus fordert dich und mich auf, die, die ein tolles Bekenntnis haben, die, die wartet auf die Wiederkunft Jesu, wie die Thessalonicher: Haltet euer Gefäß in Ehren.

[25:51] Heilig. Heiligung hat mehr zu tun, als einfach nur zu beten. Heiligung bedeutet im praktischen Lebensstil Gottes Anweisung hundertprozentig ernst zu nehmen und zu befolgen.

[26:07] Gehen wir zurück zu 1. Thessalonicher 4 und dort Vers 5. Dort heißt es: „Nicht mit leidenschaftlicher Begierde, wie die Heiden, die Gott nicht kennen.“ Paulus grenzt jetzt Heiligung ab von dem, was die Welt tut, was die Heiden tun, die Leidenschaft haben und Begierde ist ein Kontrast. Und ein anderes Beispiel für so einen Kontrast findet sich in Römer 1, Verse 24 und 26. „Darum hat sie Gott auch dahingegeben in die Begierden ihrer Herzen zur Unreinheit, sodass sie ihre eigenen Leiber untereinander entehren.“ „Darum hat sie Gott auch dahingegeben in entehrende Leidenschaften, denn ihre Frauen haben den natürlichen Verkehr vertauscht mit dem widernatürlichen.“ Und dann geht es weiter und weiter.

[26:53] Paulus sagt, wenn Menschen aufhören nach Heiligkeit zu streben, dann geht es abwärts mit ihnen, abwärts. Das einzige Mittel dagegen ist echte biblische Heiligkeit.

[27:04] In der Apostelgeschichte 17, Vers 23, da geht Paulus durch die Stadt von Athen und er weiß, die Griechen, die haben schwache moralische Vorstellungen, schwache moralische Standards. Sie erlauben sich viel mehr, als Gott ihnen erlauben würde. Sie behalten ihre Gefäße nicht in Heiligkeit. Und als Folge davon beobachtet er etwas in Vers 23: „Denn als ich umherging und eure Heiligtümer besichtigte, fand ich auch einen Altar, auf dem geschrieben stand: Dem unbekannten Gott.“ Nun verkündige euch den, welchen ihr verehrt, ohne ihn zu kennen.

[27:51] Paulus sagt, durch euren ausschweifenden Lebensstil, den die Griechen gepflegt haben, durch euren totalen Fokus auf Sport und auf Unterhaltung und auf Sexualität und auf die ganzen Leidenschaften dieser Welt, habt ihr den einen wahren Gott völlig aus den Augen verloren. Für euch, sagt er in Athen, ist es ein unbekannter Gott. Und da sehen wir den engen Zusammenhang zwischen Lebensstil, zwischen dem, was wir mit unserem Körper tun und unserer Beziehung zu Gott. Und Paulus sagt: Ich bin gekommen, obwohl ihr ihn nicht mehr kennt, diesen Gott euch wieder zu verkündigen, dass ihr euch ändern könnt und ein neues Leben anfangen könnt. Und dass ihr jetzt eure Gefäße, euren Körper in Heiligkeit und Ehrbarkeit behalten könnt, denn Gott hat euch geschaffen. So geht er dann weiter, die Argumentation des Paulus.

[28:45] Gehen wir zu 1. Thessalonicher 4 und dort Vers 6. Es heißt dort: „Dass niemand zu weit geht und seinen Bruder in dieser Angelegenheit übervorteilt, denn der Herr ist ein Rächer für alle diese Dinge, wie wir euch zuvor gesagt und ernstlich bezeugt haben.“

[29:04] Paulus macht ganz deutlich: Es gibt Dinge, von denen habe ich euch ernstlich bezeugt. Ich habe euch gewarnt. Wehe dem, der für das Evangelium Gottes arbeitet und die Menschen nicht vor den Gefahren der Sünde warnt. Wehe dem, der sie einlädt und sagt: Es wird alles schon nicht so schlimm sein, mach mal, wie du denkst. Paulus sagt: Ich habe euch gewarnt und ich möchte euch helfen.

[29:29] Und außerdem sagt er, und das ist interessant: Recht eure Sünden nicht selbst, oder recht die Sünden anderer nicht selbst, sondern Gott recht die Sünden. In Römer 12, Vers 19 haben wir dazu noch interessante Gedanken. „Recht euch nicht selbst, Geliebte, sondern gebt Raum dem Zorn Gottes, denn es steht geschrieben: Mein ist die Rache, ich will vergelten, spricht der Herr.“ Wenn jemand dir etwas Böses getan hat, außerhalb der Gemeinde oder innerhalb der Gemeinde, ist es nicht deine Aufgabe, für Rache zu sorgen und für Gerechtigkeit zu sorgen. Das ist auch ein Zeichen wahrer Heiligkeit. Nicht nur, wie wir mit unserem Körper umgehen, sondern auch, wie wir mit Angriffen von anderen umgehen. Ein Zeichen wahrer Heiligkeit kann daran gesehen werden, ob wir bereit sind, Unrecht zu ertragen, weil wir wissen: Gott ist unser Richter.

[30:19] Gott ist unser Richter und er wird in Gerechtigkeit richten.

[30:24] Kommen wir jetzt zu 1. Thessalonicher 4, Vers 7. Und hier macht Paulus diesen Punkt so deutlich, wie man ihn nur deutlich machen kann: „Denn Gott hat uns nicht zur Unreinheit berufen, sondern zur Heiligung.“ Gott ruft, er ruft dich, er ruft mich, er ruft jeden Menschen, nicht zur Unreinheit, sondern zur Heiligung. Mit anderen Worten, wenn wir zur Unreinheit gehen, wenn wir Dinge tun, die uns verunreinigen, geistlich oder körperlich, dann ignorieren wir den Ruf Gottes.

[30:58] Und wenn Gott ruft, wenn jemand ruft, dann macht er deutlich, dass es ihm ernst ist, dass es wichtig ist. Niemand ruft, es sei denn, es ist wichtig. Und wenn wir uns der Unreinheit zuwenden, dann ignorieren wir etwas, was Gott sehr, sehr wichtig ist. Denn er ruft uns zur Heiligung, er ruft uns zur Heiligung.

[31:19] Und was ist der Maßstab der Heiligung? Schauen wir in 3. Mose 19, Vers 2. „Rede mit der ganzen Gemeinde der Kinder Israels und sprich zu ihnen: Ihr sollt heilig sein, denn ich bin heilig.“ Mit anderen Worten, wenn Gott uns zur Heiligung ruft, ruft er uns zu sich. Und umgekehrt, wenn Gott uns zu sich ruft, ruft er uns automatisch zur Heiligung. Es gibt nichts Paradoxeres, als zu sagen: Gott hat mich zu sich gerufen, aber mit der Heiligung möchte ich nichts zu tun haben. Das ist was für die anderen. Ich bin ein fleischlicher Christ, ich bin halt noch mit einem Bein in der Welt, aber Jesus hat mich erlöst. Das ist ein Paradoxon, das ist Quatsch, das ist Unsinn und das ist tödlich. Wenn Gott uns zu sich ruft, dann ruft er uns immer dazu, dass wir heilig sind in unserem Denken, in unserem Handeln und in unserem körperlichen Dasein.

[32:54] Und das Gegenteil ist genauso wahr. In 2. Petrus 2, Vers 10, dort heißt es: „Das gilt besonders für die, welche unreiner Lust dem Fleisch nachlaufen.“ Das sind die, die den Ruf Gottes ignorieren und die Herrschergewalt verachten, verwegen und frech, wie sie sind, fürchten sich nicht, Majestäten zu lästern. Paulus sagt, wenn jemand diesen Ruf Gottes zu sich zur Heiligung ignoriert und der Unreinheit und dem Bösen immer weiter nachläuft, nachläuft und nachläuft, dann wird er irgendwann Gott ignorieren, er wird Gott lästern und frech die Gewalten und Mächte ignorieren.

[33:46] Paulus fühlte sich so verantwortlich für das geistliche Wohl der Neubekehrten. Er wollte ihnen deutlich machen, wie wichtig es ist, eine enge Beziehung zu Jesus zu haben, denn Heiligung ist ja nichts anderes als ständige Gemeinschaft mit Gott. Denn wenn ich gerade an Gott denke und mit Gott lebe, dann bin ich ihm auch gehorsam. Niemand kann Gott ernsthaft in seinem Leben haben und ernsthaft mit ihm leben und mit ihm Gemeinschaft haben und in Harmonie sein und gleichzeitig sein Gebot übertreten. Das Geheimnis, Gott gehorsam zu sein, liegt darin, eine ständige Verbindung zu Jesus zu haben und mit ihm zu leben und zu sagen: Herr Jesus, ich möchte mit dir leben. Eine völlige Übergabe an ihn, wenn alle Gedanken Gott untertan sind.

[34:45] Schauen wir weiter in 1. Thessalonicher 4, Vers 8. Paulus bringt jetzt die Schlussfolgerung: „Deshalb, wer dies verwirft, wovon spricht er? Von der Heiligung. Wer dies verwirft, der verwirft nicht Menschen, sondern Gott, der doch seinen Heiligen Geist in uns gegeben hat.“ Und das ist sehr, sehr wichtig, liebe Freunde. Wenn jemand sagt: Heiligung ist nicht wichtig für die Erlösung, Heiligung ist nicht wichtig, um gerettet zu werden am Tag der Wiederkunft, Heiligung ist etwas, was optional ist – wer das verwirft, der verwirft Gott. Es ist an der Zeit, dass wir den wahren Platz der Heiligung im Erlösungsplan wiedererkennen. Heiligung ist nicht zu verachten, wer sie verachtet, verachtet Gott. Das sagt Paulus und das habe nicht ich gesagt, das steht hier.

[35:44] Denn Paulus war inspiriert und wir haben mehr Texte, die das illustrieren. Wir wollen nur ein Vers hier über die Heiligung noch hineinführen, in Johannes 12, Vers 48. „Wer mich verwirft und meine Worte nicht annimmt, der hat schon einen Richter; so sagt Jesus. Das Wort, das ich geredet habe, das wird ihn richten am letzten Tag.“ Lieber Freund, liebe Freundin, lasst uns das Wort Gottes nicht verwerfen. Wenn es jetzt zu uns gekommen ist, wir zum ersten Mal verstanden haben, was ist biblische Heiligung eigentlich wirklich, wie wichtig es ist und was bedeutet es, dann lasst es uns nicht verachten und nicht sagen: Ach, so ein Quatsch, das ist zu fanatisch, das ist zu gesetzlich, das brauchen wir nicht. Lasst uns das nicht tun. Lasst uns den Ruf hören. Gott ruft heute dich. Nicht zur Unreinheit, sondern zur Heiligung. Er ruft mich. Und wir alle haben noch Wachstumsbedarf. Wir alle müssen diesen Ruf noch deutlicher hören. Ich und auch du. Lasst uns das Wort nicht verwerfen. Lasst uns Jesus nicht verwerfen. Lasst uns ihn nicht ignorieren, sondern ihm folgen, dem Ruf folgen.

[37:08] Gemeinsam haben wir jetzt in den letzten Minuten noch einige weitere Gedanken hier im Thessalonicherbrief betrachten. In 1. Thessalonicher 4, Vers 9, da geht Paulus jetzt etwas von der Heiligung hinweg zu einem anderen Thema. Er sagt in Vers 9 über die Bruderliebe: „Aber braucht man euch nicht zu schreiben, denn ihr seid selbst von Gott gelehrt, einander zu lieben.“ Was für eine schöne Beschreibung der Gemeinde in Thessalonich. Er sagt: Von all dem, was ich höre, was ich selbst gesehen habe damals, als ich bei euch war, und was ich gehört habe vom Bericht des Timotheus, habt ihr so eine Liebe unter euch, Geschwistern, dass ich euch nichts weiter sagen brauche. Wäre es nicht schön, wenn wir das von unserer Ortsgemeinde sagen könnten, dass das so eine Liebe ist, dass man da nichts weiter zu sagen braucht? Dass selbst ein inspirierter Schreiber wie Paulus sagen kann: Da weiß ich auch nicht mehr, was ich zu schreiben soll. Da habt ihr den Punkt getroffen.

[38:06] Interessanterweise wurden die Thessalonicher von Gott über diesen Punkt belehrt, ohne dass sie ein biblisches Buch im Sinne des Thessalonicherbriefes gehabt hätten. Denn das ist ein wichtiges Prinzip: Manchmal belehrt uns Gott ohne die Bibel, weil wir die Bibel noch gar nicht kennen oder bestimmte Aussagen der Bibel noch gar nicht kennen. Aber Gott zeigt uns das Prinzip bereits durch seinen Heiligen Geist. Aber obwohl Gott manchmal ohne die Bibel uns belehrt, belehrt er uns niemals gegen die Bibel. Das heißt, all das, was er uns auch dann zeigt, wenn wir die Bibel vielleicht nicht kennen, ist immer in Harmonie mit der Bibel und kann an der Bibel geprüft werden.

[38:41] Schauen wir gemeinsam zur Bruderliebe: Psalm 133 an, eine der kürzesten Psalmen in der Bibel. „Siehe, wie fein und wie lieblich es ist, wenn Brüder in Eintracht beisammen sind.“ Was für eine Freude, wenn Brüder und Schwestern in Harmonie miteinander sein können, sowohl in der Familie als auch in der Gemeindefamilie. Die Thessalonicher hatten das. Wie steht es mit deiner Gemeinde? Welchen Part kannst du in der Gemeinde spielen, um das zu tun?

[39:25] In Johannes 13, Verse 34 und 35 sagt uns Jesus: „Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr einander lieben sollt, damit, wie ich euch geliebt habe, auch ihr einander liebt.“ Der Maßstab für die Liebe, genauso der Maßstab für die Heiligung, ist immer Gott. Gottes Liebe ist unser Maßstab für die Liebe, die wir haben sollen. Gottes Heiligkeit ist der Maßstab, den wir für unsere Heiligkeit haben sollen. Gott sagt mit anderen Worten: Folgt mir nach, werde so wie ich, in meinem Charakter, in meiner Liebe, in meiner Heiligkeit, in all den verschiedenen Punkten.

[40:03] Vers 35: „Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid.“ Viele werden es vielleicht nicht zugeben. Viele werden äußerlich Widerstand leisten, äußerlich lustig machen oder einfach gleichgültig sein. Aber die Bibel verspricht uns, Jesus sagt uns: Jeder Mensch wird irgendwo in seinem Gehirn erkennen, ob er es möchte oder nicht, das zugeben. Er wird erkennen, dass wir seine Jünger sind, wenn wir Liebe untereinander haben. An dieser Liebe werden wir erkannt sein. Und das ist das, was uns dann auszeichnet, was uns heilig macht.

[40:39] Denn heilig sein bedeutet ja in der Sprache des Wortes eigentlich abgesondert sein. Besonders sein. Und in dieser liebelosen Welt ist man besonders, wenn man solch eine Einigkeit hat, wie Jesus sie uns vorgelebt hat.

[40:56] In 1. Johannes 3, Vers 11 steht: „Denn das ist die Botschaft, die ihr von Anfang an gehört habt, dass wir einander lieben sollen.“ Das ist eine der wichtigsten Dinge, die man lernen kann als Christ, einander zu lieben, so wie Jesus uns geliebt hat. Nicht mit egoistischen Motiven oder zum eigenen Nutzen, sondern selbstlos, selbst aufopfernd.

[41:26] Dieses Prinzip des eigenen Aufopferns. Denn die Bibel sagt: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, darauf, dass jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ein ewiges Leben hat.“ Das ist das Kennzeichen der Liebe Gottes, dass er sich selbst gibt, dass er selbst opfert, dass er etwas verzichtet und aufgibt, um andere zu retten. Und von Anfang an in unserer christlichen Erfahrung wollen wir das lernen und umsetzen, dass wir andere lieben mit dieser Liebe. Nicht uns fragen: Was bringt mir das? Was habe ich davon? Habe ich davon irgendeinen Nutzen? Sondern: Wem kann ich helfen? Was kann ich für den anderen tun? Das ist das, was wir lernen wollen.

[42:05] Und dann ist doch dieser Punkt, dass Paulus sagt: Ihr hattet Gott als Lehrer. Gott hat euch selbst belehrt. Auch das ist ein wichtiges Prinzip, das wir nicht unbeachtet lassen wollen. Es gibt zwei Texte, die wir hier gemeinsam dazu lesen wollen. Einmal in Johannes 6, Vers 45. „Und es steht geschrieben in den Propheten: Und sie werden alle von Gott gelehrt sein.“ Jeder nun, der vom Vater gehört und gelernt hat, kommt zu mir. Jesus sagt: Ich möchte, dass jeder meiner Nachfolger, die zu mir kommen, von Gott selbst gelehrt wird. Ich möchte nicht, dass jemand sagt: Alles, was ich von der Bibel weiß, weiß ich nur, weil Bruder X oder Schwester Y mir das gesagt haben. Alles, was ich weiß, habe ich in einem Vortragssaal gehört. Alles, was ich weiß, weiß ich von meinem Prediger. Gott möchte, dass wir etwas von ihm gelernt haben. Dass wir unsere Bibeln aufschlagen, dass wir beten und sagen können: Gott, das hast du mir heute gezeigt. Ich erkenne in meinem Leben, dass das für mich wichtig ist. Das ist das, was die echte christliche Erfahrung ausmacht. Was uns in den Schwierigkeiten, in den Versuchungen halten kann, wenn wir wissen: Gott hat zu mir gesprochen. Er hat mir etwas beigebracht. Er ist mein persönlicher Lehrer.

[43:39] Der andere Vers, der das illustriert, ist Johannes 14, Vers 26. „Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“ Lehren bedeutet nicht immer nur neue Sachen erkennen und neue Dinge herausfinden, sondern sich auch an das erinnern, was man einst mal gewusst hat. Gott als unser Lehrer, der Heilige Geist, wenn er in unser Leben kommt, gibt es nicht nur schöne Gefühle, sondern vor allem primär ist er unser Lehrer. Und wenn wir keine neuen Dinge lernen in unserem Leben, wenn wir nicht regelmäßig neue Dinge lernen in unserem christlichen Wandel, dann ist die Wahrscheinlichkeit recht hoch, dass es uns am Heiligen Geist mangelt. Aber der Heilige Geist kommt, er klopft heute an deiner Tür und sagt: Ich möchte dich lehren, ich möchte dir etwas beibringen.

[44:37] Schauen wir gemeinsam in 1. Thessalonicher 4, Vers 10. Es heißt dort: „Und das tut ihr auch an allen Brüdern, die in ganz Mazedonien sind.“ Mit anderen Worten, die Thessalonicher waren ein Vorbild für viele Gemeinden um sie herum. Was für ein schönes Bild, wenn man für andere ein Vorbild sein kann. Aber dann sagt Paulus: „Wir ermahnen euch aber, ihr Brüder, dass ihr darin noch mehr zunehmt.“ Sei nicht zufrieden mit dem, was du erreicht hast, strebe nach mehr. Und wenn du das erreicht hast, dann strebe noch nach mehr. Und wenn du das erreicht hast, strebe noch nach mehr. Paulus sagt, es gibt kein Limit.

[45:13] Jemand hat ja mal gesagt: Es gibt kein Limit für die Brauchbarkeit dessen, der das Ich beiseite legt. Wenn du dein eigenes Ich, dein eigenen Stolz, dein eigenes Ego beiseite legst, gibt es kein Limit, wo Gott sagt: Ich könnte dich nur bis hier gebrauchen, mehr kannst du nicht schaffen. Es heißt, es gibt kein Limit für den, der bereit ist, dieses eine Opfer zu geben und sagt: Okay, ich stelle mein Ich, mein Ego, mein Stolz auf die Seite und ich folge Gott und mache das, was er mir zeigt. Kein Limit.

[45:48] In 1. Thessalonicher 4, Vers 11 heißt es: „Und eure Ehre darin sucht, ein stilles Leben zu führen, eure eigenen Angelegenheiten zu besorgen und mit euren eigenen Händen zu arbeiten, so wie wir es euch geboten haben.“ Das Evangelium ist nicht nur theoretisch, das Evangelium ist sehr praktisch. Es heißt nämlich, wir sollen nicht einfach nur faul dasitzen, sondern wir sollen etwas tun. Wir sollen arbeiten. Praktisch. Egal in welchem Beruf Gott uns gerufen hat, egal was wir tun können, es muss nichts Großes sein, aber wir sollen uns nicht auf andere verlassen, sondern selbst für uns sorgen. Etwas tun, mit dem wir Geld verdienen können. Gott hat keinen Gefallen an Fanatikern, die einfach nur glauben, sie warten auf die Wiederkunft und tun gar nichts. Oder die einfach nur den Tag hineinleben. Gott möchte, dass wir fleißig sind. Auch darin zeigt sich echte Heiligkeit.

[46:52] In Römer 12, Vers 11 können wir das ebenfalls betrachten. „Seid brennend im Geist, dient dem Herrn. Lasst nicht nach im Eifer.“ Und wenn du mal müde bist, dann gönn dir ein bisschen Ruhe, tanke auf, erfrische dich mehr und dann mach weiter. Ja, stimmt, wir brauchen Ruhezeiten, wir haben unseren Sabbat und wir haben andere Zeiten, wo wir uns zurückziehen müssen, wo wir auftanken müssen, wo wir uns mit Gottes Wort erneut beschäftigen müssen, um persönlich zu wachsen, aber dann sollen wir weiterarbeiten. Nicht nachlassen im Eifer, denn das gibt uns echte Kraft.

[47:25] Der letzte Vers im Thessalonicherbrief hier im vierten Kapitel für heute. 1. Thessalonicher 4, Vers 12 heißt: „Damit ihr anständig wandelt gegenüber denen außerhalb der Gemeinde und niemand nötig habt.“ Es ist wichtig, anständig zu wandeln.

[47:42] Schauen wir gemeinsam in Titus 2, Verse 8 bis 10. „Gesunde, untadelige Rede, damit der Gegner beschämt wird, weil er nichts Schlechtes über euch sagen kann.“ Wie wäre es, wenn wir, Daniel und seine Freunde, egal wo wir sind, uns so verhalten, dass unsere Gegner nichts Schlechtes über uns sagen können? Weder über unseren Charakter, noch über unsere Arbeit, noch über unser Verhalten, über unsere Worte. Hast du so einen Charakter heute, dass deine Gegner nichts Schlechtes über dich sagen können? Das ist das Einzige, was sie finden können, lieber Daniel, deine Religion ist. Und für die gehen wir dann hoffentlich gerne auch in die Löwengrube.

[48:31] Vers 9: „Die Knechte ermahnen, dass sie sich ihren eigenen Herrn unterordnen, in allem gern gefällig sind, nicht widersprechen, nichts entwenden, sondern alle Gute treu beweisen, damit sie der Lehre Gottes, unseres Retters, in jeder Hinsicht Ehre machen.“ Wir können Gott nicht nur Ehre machen, indem wir große Inflation halten, wir können Gott auch Ehre geben, indem wir an unserem Arbeitsplatz, an unserem Studium, an unserer Ausbildungsstelle, in der Schule, wo auch immer, uns so verhalten, dass die anderen sagen können: Dieser Mensch ist wirklich anders.

[49:02] Es ist dein Wunsch, Heiligkeit neu zu erkennen als ein wichtiger, unverzichtbarer Bestandteil deines Erlösungsplans, um vorbereitet zu sein auf die Wiederkunft. Und diese Heiligkeit nicht nur theoretisch zu erfassen, sondern in deinem Leben praktisch umzusetzen, indem was du isst, trinkst, wie du sprichst, wie du dich benimmst, selbst dort in deinen säkularen, weltlichen Berufspflichten. Durch und durch geheiligt zu sein. Es ist dein Wunsch, solch einen Charakter zu haben, durch den Heiligen Geist, durch Jesus Christus, durch seine Gnade, dass dein heiliger Charakter durch andere wahrgenommen wird. Es ist dein Wunsch heute. Gott segne dich in deiner Entscheidung.

[49:46] Und wenn wir weiter studieren, wollen wir weiter lernen, wie Paulus uns vorbereiten möchte auf die Wiederkunft durch diesen Brief an die Thessalonicher. Nächste Woche werden wir die restlichen Verse im vierten Kapitel anschauen und ich kann euch versprechen, es ist der Höhepunkt im ganzen ersten Thessalonicher-Brief. Unglaublich spannend, unglaublich bewegende, tiefe Worte. Wir werden sie gründlich analysieren, gründlich untersuchen und den gesamten biblischen Kontext erfassen. Gott segne euch im Studium seines Wortes. Und bis zur nächsten Woche.

[50:28] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


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