In dieser Vortragsreihe „Ausweg 2012“ thematisiert Christopher Kramp die historische Entwicklung und biblische Grundlage des Sonntags als Ruhetag. Er untersucht, wie sich die Praxis der Sonntagsheiligung in der Christenheit etabliert hat und ob sie biblisch begründet ist. Der Vortrag beleuchtet die Abkehr vom biblischen Sabbat und die Entstehung der Sonntagsheiligung durch historische und theologische Argumente.
Ausweg 2012: 10. Die Täuschung
Christopher Kramp · Ausweg 2012 (Vortragsreihe über die grundlegenden Themen der Bibel)Weitere Aufnahmen
Serie: Ausweg 2012 (Vortragsreihe über die grundlegenden Themen der Bibel)
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Transkript
[0:00] So schön, dass Sie da sind, so schön, dass Sie gekommen sind, dass Sie heute Abend auf Ihrem Weg hierher gefunden haben und dass Sie auch jetzt live vor dem Rechner immer noch sitzen oder sich dazu geschaltet haben.
[0:21] Wir haben heute den zehnten Vortrag mit dem Titel Die Täuschung. Darf ich kurz sehen, wer von uns war gestern Abend da? Okay, wer von uns war nicht da? Einige wenige, okay. Und jetzt habe ich Ihre Hände nicht gesehen, vielleicht haben Sie auch vom Computer sich gemeldet, vielleicht auch nicht. Das heutige Thema ist sozusagen der zweite Teil von gestern Abend und deswegen werden wir gleich ein bisschen uns zwei, drei Minuten Zeit nehmen, noch einmal zu wiederholen in den Hauptpunkten, was wir gestern Abend gesehen haben, damit alle, die das gestern verpasst haben, überhaupt wissen, wovon wir reden und nicht irgendwie überrascht sind.
[1:03] Und dann werden wir hineingehen in ein Thema, das wahrscheinlich uns auf den Magen schlagen wird, wenn wir heute nicht gut gefrühstückt haben. Ich hoffe, Sie haben gut gefrühstückt. Das könnte Sie mich heute ganz schön schocken oder aber auch sehr zum Nachdenken bringen. Ich hoffe, das letzte wird der Fall sein und vor allem zu einer guten Entscheidung führen, zu einer Entscheidung für unseren Herrn Jesus, die wir jetzt kurz beten wollen, bevor wir in unser Thema beginnen.
[1:26] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du uns führst und leitest durch dein Wort, sei du jetzt bei uns, schenke uns deinen Heiligen Geist, gib, dass wir verstehen, was wir lesen und dass wir erkennen, wie wir zur Wahrheit stehen können, auch dann, wenn der Irrtum so nahe liegt und so weltweit akzeptiert wird. Gib, dass wir die Wahrheit der Wahrheit wegen lieben, schenke uns Liebe zur Wahrheit und auch Bereitschaft, dir nachzufolgen, egal, wohin du uns führst. Amen.
[1:57] Wir hatten gestern das Thema der Tag, nachdem wir uns am Wochenende damit beschäftigt haben, dass es ein Gericht gibt, das wann begonnen hat? 1844 und das als Grundlage was hat? Das Gesetz Gottes, die zehn Gebote, der Maßstab. Haben wir gesehen, dass es unter all den zehn im Wesentlichen ein Gebot gibt, das etwas vernachlässigt wird oder, muss man so sagen, oftmals völlig ignoriert wird und das ist das vierte Gebot, nicht wahr? Und wir haben uns gestern Gedanken gemacht über diesen Sabbat. Weiß noch jemand, was Sabbat auf Hebräisch heißt? Sabbat heißt Ruhe, ganz genau. Ein Tag der Ruhe und dieser Tag wurde wo erfunden? Bei der Schöpfung, ganz genau. Das heißt, 1. Mose 2, Vers 3: „Und Gott segnete den siebten Tag und heiligte ihn, denn an ihm schabbatete er von seinem ganzen Werk, das er geschaffen hatte.“ Und wir können uns erinnern, dieser Segen und diese Heiligung bedeuten eine Besonderheit, nicht wahr? Vielleicht können wir uns an den Orangensaft erinnern, womit wir das illustriert haben, ein besonderer Tag. Alle Tage waren wichtig in der Schöpfung, aber dieser siebte Tag war besonders gesegnet und geheiligt. Und können wir uns noch erinnern, wer ist der Schöpfer aller Dinge? Jesus. Das heißt, Jesus selbst, der natürlich damals noch nicht Jesus hieß, sondern das Wort oder Michael, er hat diesen Tag gesegnet, geschaffen, geheiligt und an ihm geruht. Und dann haben wir gesehen, dass deswegen er auch in den Zehn Geboten uns gegeben ist, das heißt, 2. Mose 20, Vers 8 und 9: „Gedenke an den Sabbat-Tag und heilige ihn.“ Das Wort „Gedenke“ zeigt deutlich, dass er schon vorher da war, mehr als zweieinhalbtausend Jahre vor der ersten jüdischen Nationalversammlung sozusagen am Berg Sinai gab es schon den Sabbat. Und auch in den Zehn Geboten selbst gibt es einen Hinweis, dass der Sabbat nicht nur für die Juden ist, nämlich in der Formulierung: „dein Fremdling“, auch der Fremdling sollte den Sabbat-Tag halten.
[3:57] Und dann haben wir gesehen, dass dieser Sabbat nicht nur ein Zeichen der Schöpfung ist, er ist auch ein Zeichen der Heiligung und ist ein Zeichen der Erlösung. Ganz genau, denn Erlösung ist ja dasselbe wie Schöpfung. Und er ist auch ein Zeichen der Heiligung. Und warum war Heiligung nochmal wichtig? Warum brauchen wir Heiligung? Kann dich nicht mehr erinnern. Denn ohne Heiligung wird niemand den Herrn sehen, niemand wird Gott sehen. Deswegen brauchen wir diesen Tag. Und Jesus hatte gesagt: „Der Sabbat wurde um des Menschen willen geschaffen.“ Er selbst hat ihn gemacht und deswegen halten auch wir den Sabbat, weil wir als Christen Jesus nachfolgen wollen. Und nicht nur Jesus hat ihn gehalten, der der Herr auch über den Sabbat ist und deswegen der Sabbat auch der Herren-Tag ist. In welcher Sprache nochmal war das ganz besonders deutlich hervorgekommen? In Ghana gibt es eine Sprache, genau, die Akan-Sprache. Und gestern habe ich den Fehler gemacht, dass ich gesagt habe, es ist der Fante-Dialekt innerhalb der Akan-Sprache. Es ist in Wirklichkeit der Chi, glaube ich, heißt es ausgesprochen. Ich bin mir ganz sicher, Chi. Aber wie auch immer, es ist die Akan-Sprache und dort heißt der Tag, wie? Kann ich mich erinnern? Meme, Meme Neda, genau. Und das heißt der Ich-Bin-Tag, nicht wahr? Er ist der Herr des Sabbats. Der Samstag wird so im Ghanaschen genannt. Und in vielen, vielen Sprachen haben wir gesagt, im Spanischen, im Portugiesischen, Italienischen, im Russischen, im Bulgarischen, im Griechischen, in vielen, vielen Sprachen, über 100 Sprachen der Welt gibt es so eine Ableitung von Sabbat für den Samstag.
[5:32] Und wir haben gesagt, dass auch der Sabbat nach der Kreuzigung noch gelten wird. So hat es Jesus jedenfalls gesagt, dass auch bei der Flucht aus Jerusalem heraus vor der Zerstörung, die dann 70 nach Christus stattfinden sollte, der Sabbat immer noch gelten würde, aus Sicht von Jesus. Und wir haben auch gesehen, dass die Heiden zur Zeit der Apostel den Sabbat gepredigt bekommen haben. Das heißt, Petrus und Paulus und Johannes und all die anderen Missionare, die in die weite Welt zogen, nach Griechenland und nach Indien und nach Ägypten und nach, ich weiß nicht wohin überall, haben den Sabbat gepredigt und keinen anderen Tag als den Tag zur Versammlung. Und eines der schönsten Argumente haben wir gesehen, dass der Sabbat nicht nur in der Vergangenheit Gültigkeit gehabt hat, sondern er wird auch Gültigkeit haben in der Zukunft und zwar in der Ewigkeit, ganz genau. Er kommt von der Schöpfung und geht in die Neuschöpfung hinein auf die neue Erde, den neuen Himmel. An jedem Sabbat wird sich dort alles Fleisch einfinden, um vor Gott anzubeten.
[6:33] Wir können also sehen, das ist nur eine ganz kurze Zusammenfassung. Wir haben gestern viel mehr Fakten, Details aus der Bibel zusammengetragen, um positiv zu zeigen, dass der Sabbat in allen Epochen der biblischen Geschichte, der Menschheitsgeschichte eine entscheidende Rolle gespielt hat und dass der Sabbat immer gültig war und immer gültig sein wird. Und heute wollen wir uns die Frage stellen: Was ist schief gelaufen? Dass man heute auf der ganzen Welt in fast jede Kirche gehen kann und die Gottesdienste, die dort stattfinden, finden nicht an einem Samstag statt, sondern an einem Sonntag. Und wenn das biblische Zeugnis von 1. Mose 1 bis Offenbarung 22 so einheitlich ist, dann wollen wir uns fragen: Moment mal, wie kommen dann all die christlichen Kirchen, fast all die christlichen Kirchen, es gibt ja einige wenige Ausnahmen, dazu diesen Sonntag jetzt heilig zu halten und nicht den Samstag? Und vielleicht haben auch Sie sich, die Sie live zugeschaut haben, diese Frage gestellt. Vielleicht hat das gestern ein bisschen Ihr Weltbild durcheinander gebracht und Sie sagen: Ich habe mein ganzes Leben lang den Sonntag gehalten. Nun, die Bibel sagt, Gott übersieht die Zeit der Unwissenheit. Aber jetzt, wo wir die Bibel genauer studieren und den biblischen Ratschlägen genauer folgen wollen, sollen wir uns auch Gedanken machen, wie kommt es zu dieser Sonntagsfeier in der Christenheit?
[7:51] Eins können wir mit Sicherheit feststellen: Wenn die Sonntagsfeier in der Christenheit eine Berechtigung hat, dann muss sie wo ihre Grundlage haben? In der Bibel. Denn in Amos 3, Vers 7 heißt es: „Nein, Gott, der Herr, tut nichts, absolut gar nichts, ohne dass er es seinen Knechten, den Propheten, geoffenbart hat.“ Also, wenn der Sonntag, wie viele behaupten, doch seine Grundlage in der Bibel hat, wo müssten wir ihn dann finden? Noch konkreter: In welchem Teil der Bibel müsste er dann auf jeden Fall vorhanden sein? Im Neuen Testament, nicht wahr? Dass im Alten Testament der Sonntag keine Rolle spielt, das ist, glaube ich, selbst den härtesten Verfechtern des Sonntags ganz klar. Aber es gibt viele, die sagen: Nun ja, im Alten Testament war der Sabbat, aber dann im Neuen Testament, da gibt es doch Texte oder doch Beweise dafür, dass wir den Sonntag halten können oder dürfen oder sogar müssen. Und die Frage, die wir heute nachgehen wollen: Gibt es dafür einen Beweis? Denn wenn Gott möchte, dass wir am Sonntag Gottesdienst feiern, dass wir am Sonntag einen Ruhetag haben, dann muss es in diesem Buch stehen, zwischen diesen beiden Buchdeckeln sozusagen. Wenn es dort nicht steht, gibt es dafür keinen Grund. Und das ist die Herausforderung, der wir uns gestellt haben und die wir heute angehen wollen.
[9:12] Wie oft kommt der Sonntag im Neuen Testament vor? Und wir haben ja gesagt, der Samstag ist der, wievielte Tag der Woche? Der siebte Tag. Das heißt, der Sonntag wäre jetzt im biblischen Sinne, im biblischen Kalender und auch in dem Kalender vieler anderer Nationen, der welche Tag? Der erste Tag. Und die Frage: Kommt der erste Tag überhaupt vor im Neuen Testament? Ja oder nein? Ja, er kommt vor. Und da beginnt es jetzt richtig spannend zu werden. Er kommt vor. Schätzen Sie mal, vielleicht nicht jemand rausrufen, der es schon weiß, wie oft kommt der Sonntag, also der erste Tag der Woche, da ist immer Sonntag mit gemeint, im Neuen Testament vor? Wie oft könnte das sein? Einmal? Jemand mehr als einmal? Viermal? Jemand mehr als viermal? Mehr als viermal? Siebenmal, sagt jemand? Aber wir kommen schon ganz nah jetzt, wir sind ganz heiß. Es sind achtmal.
[10:07] Der erste Tag der Woche kommt an genau acht Bibelstellen vor. Das ist überschaubar, oder? Das kann man sich mal zu Gemüte führen. Es gibt ja manche Themen, wenn man da das Wort in der Konkordanz nachschaut, dann wird man fast erschlagen. Haben Sie mal ein Bibelstudium gemacht zum Thema Gerechtigkeit? Da legt man die Konkordanz auf und dann findet man gefühlte 200.000 Einträge für Gerechtigkeit. Das ist ein bisschen umständlich, das zu studieren. Aber beim Thema erster Tag der Woche, Sonntag, das kann man ganz gut und sehr simpel studieren. Was man einfach machen muss: Man muss einfach alle acht Texte finden, wo der Sonntag eine Rolle spielt. Das werden wir jetzt tun und werden uns fragen: Steht dort irgendetwas über einen Ruhetag? Sind Sie bereit? Ja. Wunderbar. Anschneiden, los geht's.
[10:51] Der erste Vers, den wir finden, ist in Markus 16, Vers 1 und 2. Und wir wollen gleich von Anfang feststellen, dass es hier heißt: „Und als der was? Der Sabbat vorüber war.“ Das heißt, der Sabbat war schon vorbei. Dann kauft Maria Magdalena und Maria, die Mutter des Jakobus und Salome, wohlriechende Gewürze, um hinzugehen und ihn zu salben. Und sehr früh am was? Am ersten Tag der Woche, war der Sabbat oder war der Sabbat schon vorbei? Der Sabbat war schon vorbei. Es ist der Tag, als der erste Tag der Woche, als die Sonne aufging, kamen sie zu dem Grab. Und jetzt wird beschrieben, wie sie zu dem Grab gehen. Und Sie kennen wahrscheinlich die Geschichte, können Sie weiter nachlesen in Markus 16, dass dort dann beschrieben wird, wie das Grab leer ist und so weiter und so fort. Aber gibt es dort irgendwo einen Hinweis darauf, dass hier der Ruhetag verändert wurde, in diesem Vers an sich selbst erstmal? Nein. Gut. Nächster Vers. Also einen haben wir schon.
[11:44] Jetzt kommt Vers 2, Matthäus 28, Vers 1. Und das ist natürlich der Parallelbericht, deswegen ist es nicht so viel anders als in Markus 16. „Nach dem Sabbat, aber als der erste Tag der Woche anbrach, kam Maria Magdalena und die andere Maria, um das Grab zu besehen.“ Gleiche Geschichte, gleicher Zusammenhang, gleiche Aussage. Der erste Tag der Woche bricht an, der Sabbat ist vorbei. Vers Nummer 2, damit geklärt.
[12:08] Vers Nummer 3, Lukas 23, Vers 56. Das ist der Vers davor: „Dann kehrten sie zurück und bereiteten wohlriechende Gewürze und Salben am Sabbat, aber, ruhten sie nach dem Gesetz.“ Wir haben gesehen, dass Jesus sogar während seines Todes den Sabbat gehalten hat. Er hat am Freitag für die Menschheit gearbeitet, er hat am Sonntag für die Menschheit gearbeitet, aber am Sabbat hat er geruht. Und so haben auch natürlich all die Menschen dort in Jerusalem am Sabbat geruht. Aber im nächsten Vers heißt es dann, in Lukas 24, Vers 1: „Am ersten Tag der Woche aber kamen sie am frühen Morgen zum Grab und brachten die wohlriechenden Gewürze, die sie bereitet hatten, und noch etliche mit ihnen. Sie fanden aber den Stein von dem Grab weggewälzt.“ Auch das ist wieder dieselbe Geschichte, Parallelbericht, nichts Neues, nichts Ungewöhnliches. Und wenn wir jetzt schon Matthäus, Markus und Lukas gehabt haben, dann fehlt uns noch wer? Johannes, ganz genau. Den haben wir auch noch. Und dann haben wir schon die Hälfte aller Verse zum Sonntag angeschaut. Das ist noch Lukas 24, das brauchen wir jetzt nicht.
[13:09] In Johannes 20, Vers 1 heißt es: „Am ersten Tag der Woche, aber, kommt Maria Magdalena früh, als es noch finster war, zum Grab und sieht, dass der Stein von dem Grab hinweggenommen war.“ Also, wir haben jetzt eine und dieselbe Geschichte. Die Auferstehung Jesu fand wann statt? An dem ersten Tag der Woche. Wir haben es gefunden: Matthäus, Markus, Lukas und Johannes. Was auch kein Wunder ist, denn die wichtigsten Ereignisse des Evangeliums werden in allen vier berichtet. Und in diesen vier Berichten gab es irgendeinen Hinweis darauf, dass ab jetzt der Samstag nicht mehr Ruhetag ist? Kein. Das heißt, die Hälfte aller Verse haben wir schon angeschaut. Jetzt kommen wir zur zweiten Hälfte und da wird es ein bisschen spannender.
[13:46] Schauen wir uns erstmal den hier an, in Markus 16, das ist Vers Nummer 5, ab Vers 9. Dort heißt es: „Als er aber früh am ersten Tag der Woche auferstanden war, erschien er zuerst der Maria Magdalena, von der er sieben Dämonen ausgetrieben hatte.“ Und dann heißt es in Markus 16 weiter: „Diese ging hin und verkündete es denen, die mit ihm gewesen waren, die trauerten und weinten. Und als diese hörten, dass er lebe und von ihr gesehen worden sei, und was ist die Reaktion gewesen? Sie glaubten es nicht.“ Warum wohl? Kann mir jemand sagen, warum? Es könnte durchaus sein, weil es eine Frau war. Ganz genau. Wir haben es ja darüber gesprochen schon, dass die Juden und damals der Rest der Welt den Frauen nicht wirklich vertraut haben. Aber Jesus hat es, und Jesus hat seine Auferstehung den Frauen kundgetan. Aber selbst die Jünger, die dreieinhalb Jahre mit Jesus zusammen waren, haben das nicht geglaubt. Und das ist deswegen so bemerkenswert, weil Jesus es ihnen ja vorher schon gesagt hat, oder? Die Bibel macht ganz deutlich, dass er ihnen gesagt hatte: „Wir werden nach Jerusalem gehen, ich werde viel leiden müssen von den Hohenpriestern, sie werden mich umbringen und am dritten Tag wird der Menschensohn wieder auferstehen.“ Relativ eindeutig, oder? Und dann sagt die Bibel: „Und sie verstanden das Wort nicht. Es war ihnen ein Rätsel. Sie wussten nicht, was er meint.“ Und als es ihnen dann gesagt wird, glauben sie es nicht. Das ist jetzt Vers Nummer 5 gewesen.
[15:13] Kommen wir zu Vers Nummer 6. Das sind die letzten drei Verse und da wird es jetzt ein bisschen kniffliger. In Johannes 20, Vers 19a heißt es: „Als es nun an jenem Tag, dem ersten der Woche, Sonntag, Abend geworden war und die Türen verschlossen waren an dem Ort, wo sich die Jünger was getan haben? Sie haben sich versammelt.“ Und jetzt haben wir es. Hier haben wir eine Versammlung von Jüngern, an welchem Tag? Am Sonntag. Und viele haben diesen Vers genommen und gesagt: Schaut her, die Jünger haben sich am Auferstehungssonntag damit angefangen, sich an diesem Sonntag zu versammeln und damit die Auferstehung Jesu zu feiern und zu begehen und darüber nachzudenken, oder? Da haben wir diese Versammlung. Aber warum haben die sich versammelt? Die Bibel sagt es: „Aus Furcht vor den Juden.“ Das heißt, als sie dort saßen, neben dem Obergemach dort, da haben sie keine Lieder gesungen, haben auch nicht gebetet und haben auch keine Predigt gehalten über die Auferstehung Jesu. Sie saßen dort und haben gezittert. Sind wir die Nächsten? Sieht nicht wirklich wie Gottesdienst aus, oder, wenn alle da sitzen und zittern? Und dann heißt es: „Während dieser Versammlung, dieser angeblichen Gottesdienstversammlung, da kam Jesus und trat in ihre Mitte und sprach zu ihnen: Friede sei mit euch.“ Und dann, Achtung, folgendes heißt es: „Danach offenbarte er sich den Elfen selbst, als sie zu Tisch saßen und tadelte ihren was? Ihren Unglauben und die Härte ihres Herzens, dass sie denen, die ihn auferstanden gesehen haben, was? Nicht geglaubt haben.“ Haben also die Jünger überhaupt an die Auferstehung denken können bei ihrer Vollversammlung sozusagen? Nein, denn sie haben ja nicht mal geglaubt, dass er auferstanden ist. Wie kann also ein Text, wo sich Jünger versammeln, als Beweis gelten, dass sie die Auferstehung gefeiert haben, wenn sie selbst nicht mal an die Auferstehung geglaubt haben? Macht doch keinen Sinn, oder?
[17:16] Okay, das war jetzt Vers Nummer 6, ganz genau, gut mitgezählt. Jetzt, wie viele Verse haben wir noch? Zwei. Das heißt, wir sehen, das biblische Fundament für den Sonntag ist schon ziemlich zusammengeschrumpft, oder? Wir sind mittlerweile schon auf ziemlich dünnem Eis. Jetzt ist die Frage: Hält das Eis oder bricht es gleich zusammen? Zwei Verse noch.
[17:36] Und die beiden finden sich bei, oder zumindest dieser findet sich bei Paulus. In 1. Korinther 16, ein Brief, den Paulus geschrieben hat an die Korinther, heißt es: „Was aber die Sammlung für die Heiligen anbelangt.“ Was ist Sammlung für die Heiligen? Was wird da gesammelt? Spenden, Geld. Kirche ist ja immer dafür bekannt, dass Kirche auch Geld sammelt, nicht wahr? Kein guter Gottesdienst ohne Kollektor, oder? Ich meine, Gottesdienst erlebt ohne Kollektor, ich weiß nicht, in welcher Kirche Sie gehen, aber in jeder Kirche, in der ich bisher gewesen bin, gibt es irgendwann eine Kollekte, oder? Und hier gibt es auch eine Sammlung für die Heiligen, und da heißt es: „Was aber die Sammlung für die Heiligen anbelangt, so sollte auch ihr so handeln, wie ich es für die Gemeinden Galatiens angeordnet habe.“ An jedem ersten Wochentag, und das ist der Sonntag, gibt es also eine Sammlung für die Heiligen, und diese Sammlung für die Heiligen findet also am Sonntag statt, deswegen ist es ein Sonntagsgottesdienst, oder? „Lege jeder unter euch etwas beiseite und sammle.“
[18:40] Schauen wir uns mal kurz an. Also, es geht um eine Liebesgabe, nicht wahr? Aus Liebe. Es wurde niemand gezwungen. Sollten Sie jemals einer Kirche beitreten oder einem Verein beitreten, der Sie zwingt, Geld abzugeben, dann gehen Sie ganz schnell wieder rückwärts raus. Denn in der Bibel sind alle Gaben und alles, was wir sammeln und geben, sind immer eine Liebesgabe. Gott möchte keinen erzwungenen Gehorsam, er möchte Gehorsam aus Liebe. Aber schauen wir uns an, wie dieser Text in einigen deutschen anderen Übersetzungen formuliert wird und die diesen Sinn noch deutlicher herausarbeiten, was hier passiert. „An jedem ersten Tag der Woche“, sagt Luther, „lege ein jeder von euch bei sich etwas zurück und sammle.“ Und noch deutlicher ist die Gute Nachricht, die sagt: „Jeden Sonntag legt ihr bei euch zuhause etwas auf die Seite, so viel jeder oder jede entbehren kann.“ Also, was war die Tradition, oder was war das, was der Paulus hier den Urchristen anempfiehlt? Er sagt: Jeden Sonntag, zu Beginn der Woche, bevor ihr Geld ausgebt für Essen und für Kleidung und für das römische Dampfbad oder was auch immer, seht erstmal zu, dass ihr ein bisschen Geld zurückhaltet für, für wen? Für die Heiligen. Wer sind die Heiligen? Die anderen Christen in den anderen Gebieten, zum Beispiel für die verfolgten Christen in Judäa, die dort verfolgt werden, in Jerusalem oder wo auch immer. Legt ein bisschen Geld für die zurück, dass dann durch die Kuriere, durch die Missionare das Geld von einer Stelle zur anderen gebracht werden kann, dass, wenn dann zum Beispiel der Paulus nach Korinth kommt, dann schon das Geld angehäuft worden ist, bei jedem zuhause in seinem Sparstrumpf sozusagen. Also, hier geht es um keinen Gottesdienst, sondern darum, dass der Paulus eine gute Finanzpolitik zuhause empfiehlt, damit die Gemeinde gestärkt wird.
[20:30] Also, wie viele Verse haben wir jetzt noch übrig? Einen einzigen. Meine lieben Freunde, der Sonntag hängt jetzt gerade am, wie sagt man so schön, am seidenen Faden. Einen Vers haben wir noch. Vielleicht der letzte Strohhalm, der letzte Strohhalm, und der ist der interessanteste von allen. Schauen wir uns den an.
[20:54] In der Apostelgeschichte 20, Vers 7 lesen wir: „Am ersten Tag der Woche aber, als die Jünger versammelt waren, um das Brot zu brechen, unterredete sich Paulus mit ihnen, da er am folgenden Tag abreisen wollte, und er dehnte die Rede bis Mitternacht aus.“ Jetzt sollten wir uns genau anschauen, was hier steht. Erstmal haben wir welchen Wochentag? Sonntag. Ersten Tag der Woche. Dann, was haben wir noch? Eine Versammlung. Und wer ist versammelt? Die Jünger, die Jünger Jesu. Das heißt, Christen kommen zusammen. Warum? Um Brot zu brechen. Wie nennt man Brot brechen? Abendmahl. Sie kommen zusammen, um Abendmahl zu feiern. Das sollte uns stutzig machen. Und dann haben sie aber nicht nur Abendmahl, sie haben auch noch was. Sie haben eine Predigt. Und wer predigt? Nicht irgendein Irrlehrer, sondern Paulus, einer der wichtigsten Theologen und Missionare der damaligen Zeit. Er redet zu ihnen und er redet so relativ lange. Und das sollte uns jetzt schon zu denken geben, oder? Und das ist eine der meistzitierten Verse für die Sonntagsfeier. Am Sonntag, am ersten Tag der Woche, kommen die Jünger zusammen, haben Abendmahl und hören eine Predigt. Das ist doch wirklich jetzt Gottesdienst, oder?
[22:08] Schauen wir weiter. Es heißt hier: „Es waren aber zahlreiche Lampen im Obersaal, wo sie versammelt waren.“ Und dieser Paulus muss ein guter Redner gewesen sein. Wissen Sie warum? Man konnte ihm lange zuhören. Ich weiß nicht, wie es Ihnen gehen würde, wenn ich mich heute entschließen würde, diesen Vortrag bis Mitternacht auszudehnen. Es soll ja auch heute noch Vortragende geben, die zwei, drei, vier Stunden predigen. Der Paulus konnte das auch. Der hat einfach stundenlang gepredigt, hat immer noch was anderes zu sagen, und seine Zuhörer hingen ihm förmlich an den Lippen, bis auf einige Ausnahmen. Es gab einen jungen Mann, der hieß Eutychus, und der saß am Fenster und der sank in einen tiefen Schlaf. Schon mal erlebt, dass du in einer Predigt eingeschlafen bist, lieber Freund? Schon erlebt? Das ist so, dass wenn der Prediger merkt, dann alle nur noch nicken. Dann hat er was verkehrt gemacht. Übrigens, wenn ich das ganz kurz erzählen darf. Es hat mir ein erfahrener Prediger mal erzählt. In Amerika gibt es eine Gemeinde, da kommt es auch öfter mal vor, wie in allen anderen Gemeinden und Kirchen dieser Welt, dass Leute einschlafen in der Predigt. Und wann immer das passiert, und dieser Prediger, der mir das persönlich erzählt hat, dieser Pastor, dem ist das auch passiert. Er hat also gepredigt und da ist jemand eingeschlafen und hat angefangen zu schnarchen. Und was dann passiert in dieser Gemeinde, in dieser Kirche, ist, dass der erste Diakon aufsteht, so wie er sieht, dass jemand eingeschlafen ist. Er steht auf, geht durch die ganze Gemeinde, während der Pastor predigt, erhobenen, rückwärts sozusagen, erhobenen Hauptes, geht an das Ende des Gottesdienstraumes, holt einen langen Stab, so einen Riesenteil, geht durch den ganzen Gottesdienstraum zurück und mit diesem Stab kann man jemanden anstupsen. Aber raten Sie, wer angestupst wird? Nicht die Person, die schläft. Der Pastor wird angestupst. Und der Pastor angestupst nach dem Motto: Predige ein bisschen intensiver, damit die Person wieder aufwacht. Und das hätte der Paulus vielleicht auch gebraucht, ich weiß es nicht. Manche Stellen der Bibel machen deutlich, dass er ein toller Schreiber war, aber er ein vielleicht nicht der charismatischste Sprecher. Das heißt, manchmal, dass er in Schwachheit gepredigt hat. Er hat zwar sehr gut gepredigt, aber vielleicht war er jemand, der wirklich die Leute aufgeputscht hat durch seine Predigt. Und zumindest ein Jugendlicher, der vielleicht sein iPod im Ohr hatte und irgendwie an etwas anderes gedacht hatte, ist eingeschlafen und als er da so auf dem Fenstersims sitzt und von vielleicht seiner Freundin denkt oder was auch immer und nicht mehr auf die klaren Worte der Bibel hört, und das ist eine praktische Lektion auch für alle Jugendliche, die zuhören, fällt er aus dem dritten Stock und ist was? Tod. Tod durch Predigt. Tod durch Paulus sozusagen. Nein, nicht wirklich, sondern Tod durch Unaufmerksamkeit in der Predigt. So rum. Aber zum Glück war Paulus der Prediger und als sie dann zurückgegangen sind, nach unten gegangen sind, um diesen jungen Mann aufzuheben, da heißt es: „Da ging Paulus hinab, warf sich über ihn, umfasste ihn und sprach: Macht keinen Lärm, denn seine Seele ist in ihm.“ Er hat ihn auferweckt. Und dann ging er wieder hinauf und brach Brot, aß und redete sich noch lange mit ihm. Das ist nicht so schön. Haben Sie gelesen, was hier steht? Noch lange. Was war die Uhrzeit gewesen vorhin? Mitternacht. Dann stellen wir uns vor, wir predigen hier ab, wir fangen jetzt an und wir predigen bis Mitternacht, bis jemand aus dem Fenster fällt und dann machen wir noch weiter. Und zwar bis wie lange? Bis der Tag an war. Also, wenn ich das zusammenzähle, hat er mindestens acht Stunden gepredigt. Preis den Herrn. Also, ich war vor kurzem, ich erzähle es wahrscheinlich jetzt in jedem Vortrag. In Ghana und in Ghana hatten wir einen Gottesdienst, der ging sechs Stunden. Aber selbst das ist noch mehr als in Ghana. Das war wirklich ein super ewig langer Gottesdienst.
[26:23] Gut, also wir sehen hier ganz deutlich, dieser Vers hat ein bisschen mehr Substanz als Argument, oder? Deswegen wollen wir uns genau anschauen, was sagt der Text wirklich und was sagt er nicht. Zuerst mal folgende Frage: Deutet das Brotbrechen auf einen Gottesdienst am Ruhetag hin? Das ist die erste Frage. Denn wir sehen ja, Brotbrechen heißt Abendmahl. Und das Argument ist: Schaut her, sie haben Abendmahl gemacht, deswegen Abendmahl am Sonntag heißt, der Ruhetag ist vom Sabbat auf den Sonntag verlegt worden. Aber die Bibel sagt, in derselben Apostelgeschichte, geschrieben vom selben Lukas, und was steht dort? „Jeden Tag waren sie beständig und einmütig im Tempel und brachen das Brot in den Häusern.“ Jetzt, wenn ich sage: Am ersten Tag der Woche wurde das Brot gebrochen, deswegen müssen wir dort Ruhetag haben. Wie viele Tage muss ich dann Ruhetag haben? Jeden Tag. Und ob Sie es glauben oder nicht, ich habe vor einiger Zeit hier in Stuttgart liebe Christen getroffen, die mir weismachen wollten aus der Bibel, dass jeder Tag Ruhetag ist. Das heißt, Sonntag, Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, Samstag sind alles Ruhetage nach dem Neuen Testament. Das klingt jetzt interessant, nicht wahr? Klingt schön, oder? Nur noch keine Arbeit mehr, nicht wahr? Ich habe sie dann gefragt: Ja, wie macht ihr das mit der Arbeit? Ihr müsst doch eure Familie ernähren. Ja, das ist schon problematisch, nicht wahr? Aber der Punkt ist, die Bibel sagt nicht nur, dass wir am siebten Tag ruhen sollen, sie sagt auch, wir sollen sechs Tage arbeiten. Deswegen kann das unter keinen Umständen jetzt der Ruhetag gewesen sein. Das heißt also auch, dass man auch Abendmahl durchaus an einem Tag haben kann, der nicht der biblische Ruhetag, der Samstag, ist. Das können wir übrigens davon auch lernen.
[28:01] Schauen wir uns mehr an: Wann fand diese Versammlung statt, die wir hier in Apostelgeschichte gesehen haben? Es heißt hier: „Am ersten Tag der Woche aber, da er am folgenden Tag abreisen wollte, dehnte er die Rede bis Mitternacht aus.“ Es waren aber zahlreiche Lampen. Und dann haben sie einen tiefen Schlaf. Jetzt all diese Details: Wo? Was wollen sie ausdrücken? Es war dunkel, richtig? Wenn es Mitternacht ist, ist es dunkel, außer vielleicht am Nordpolarmeer. Aber Paulus war nicht am Nordpolarmeer, es war dunkel. Deswegen hatten sie Lampen. Und weil es dunkel war, ist jemand eingeschlafen. Das heißt, es war der dunkle Teil von welchem Tag? Vom ersten Tag der Woche, richtig? Okay, gehen wir weiter. Wann beginnt der erste Tag der Woche? Womit beginnt er? Er beginnt mit einem Abend und dann kommt er Morgen. Das heißt, wenn ich am Sonntagmorgen aufstehe und mein Frühstück mache und meinen Sonntagstee trinke, hat der Sonntag gerade angefangen oder sind wir schon in der zweiten Hälfte des Sonntags? In der zweiten Hälfte. Wann hat also der Sonntag angefangen? Am Samstagabend nach Sonnenuntergang, richtig? Logisch. Jetzt, wenn ich am Sonntag, am Kalendersonntag, nach Sonnenuntergang bin, an welchem Tag bin ich dann schon? Montag. Das wäre dann der zweite Tag der Woche. Wenn also die Bibel sagt, dass Paulus am ersten Tag der Woche vor Mitternacht gepredigt hat, an welchem Kalendertag war das? Samstag. Denn am Samstag nach Sonnenuntergang, dem Kalendersamstag, beginnt nach der Bibel der erste Tag der Woche. Der Sabbat endet mit Sonnenuntergang. Der Sabbat beginnt übrigens an welchem Kalendertag? Am Freitagabend geht bis Samstagabend bis Sonnenuntergang und dann beginnt bereits der erste Tag der Woche. Und der erste Tag der Woche, der dunkle Teil, muss also vor dem Kalendersonntag sein, am Kalendersamstagabend sozusagen. Und das bedeutet, Paulus hat an welchem Kalendertag gepredigt? Am Samstagabend. Das heißt, er hat mit dieser Gemeinschaft den ganzen Sabbat verbracht und er hat den Sabbat verbracht und den Sabbat verbracht und irgendwann war der Sabbat vorbei, aber sie haben einfach weiter gepredigt, nicht wahr? So schön war es. Und ist es verboten? Nein. Ist es verboten, ein Abendmahl zu haben? Nein. Es war am Samstagabend, der Samstag ging einfach noch länger als gedacht. Und was hat er am Sonntagmorgen gemacht? Noch einen Gottesdienst gefeiert? Rauf aufs Schiff und quer über das Mittelmeer.
[30:45] Also, meine lieben Freunde, der letzte Faden ist gerissen. Es gibt in der Bibel keinen einzigen Vers, der, wenn wir ihn aufrichtig lesen, uns andeuten würde, dass der Sonntag in der Bibel ein Ruhetag ist. Alle acht Verse, wo das Wort Sonntag als erster Tag der Woche vorkommt, haben alle nichts mit einer Sonntagsfeier am Sonntagmorgen oder wie auch immer zu tun. Aber vielleicht sagt jetzt einer: Ja, Moment mal, Moment mal, Moment mal, das mag ja sein, aber der Paulus sagt doch auch, dass es nicht so genau ankommt, auf welchen Tag wir jetzt uns fixieren. Der Paulus sagt doch: „Dieser hält einen Tag höher als den anderen, jener hält alle Tage gleich. Jeder sei seiner Meinung gewiss.“ Christopher, du hältst jetzt den Samstag höher und ich halte den Sonntag höher und ich bin meiner Meinung gewiss, du bist deiner Meinung gewiss. Aber ist das das, was der Paulus sagt?
[31:42] Schauen wir uns das genauer an. Es heißt hier im direkten Kontext: „Wer isst, verachte ihn nicht, der nicht isst.“ Frage: Welche Tage haben mit Essen oder Nicht-Essen zu tun? An welchen Tagen kommt man in den Konflikt Essen oder Nicht-Essen? Fastentage, richtig? Und gibt es solche Fastentage in der Christenheit, dass man sagt, wir wollen einen Fastentag haben? Gibt es das? Und da kann man manchmal, vielleicht hat das jemand schon mal erlebt, der so in einer Fastenzeit war und plötzlich merkte er: Ich würde gerne was essen. Dann kann man so ein schlechtes Gewissen bekommen, wenn der Rest fastet, oder? Darf ich jetzt was essen? Darf ich nicht essen? Und manch einer glaubt: Ich muss jetzt fasten, weil irgendjemand in irgendeiner Kirche gesagt hat, wir fasten heute alle. Aber Paulus sagt: „Wer isst, verachte ihn nicht, der nicht isst.“ Und umgekehrt: „Jeder sei seiner Meinung gewiss.“ Wer auf den Tag achtet, wer also den Fastentag beachtet, der achtet darauf für den Herrn. Und wer den Tag nicht achtet, der achtet nicht darauf. Und wenn jemand sagt: Oh, ich faste immer am Mittwoch, jeden Mittwoch, das passt für mich, dann ist das gut für dich. Und wenn du sagst: Nein, ich faste einfach mal lieber alle vier Wochen, zwei Tage, dann sagst du: Dann ist es auch gut für dich. Wenn du sagst: Ich faste gar nicht, dann ist es vielleicht nicht ganz so gut, weil Fasten gesund ist, aber auch das ist keine Sünde, nicht zu fasten. Verstehen wir den Punkt? Also, Paulus redet hier nicht vom Samstag, er redet nicht vom Sonntag, er redet von Fastentagen.
[33:10] Und hier finden wir eine interessante Aussage von Paulus. Er sagt: „Denn ich habe, wie viel hat er verschwiegen? Nichts. Denn ich habe nichts verschwiegen, sondern habe euch den ganzen Ratschluss Gottes verkündigt.“ Und wenn Gott vorgab hat, den Samstag auf den Sonntag zu verlegen, dann sagt Paulus: Hätte ich es euch gesagt, denn ich habe nichts vorenthalten, was wichtig ist. Und wenn Paulus nicht darüber schreibt, dann ist es auf jeden Fall nicht der Ratschluss Gottes. Und wenn es nicht der Ratschluss Gottes ist, dann sollten wir diesen Rat nicht annehmen, der uns dort gemacht wird von der Mehrheit.
[33:43] Noch ein interessantes Argument. In Galater 3, Vers 15 sagt derselbe Paulus: „Brüder, ich rede nach Menschenweise. Sogar das Testament eines Menschen hebt niemand auf oder verordnet etwas dazu, wenn es bestätigt ist.“ Wer von uns hat schon sein Testament gemacht? Nicht hochheben. Gibt es da jemanden? Vielleicht der eine oder andere. Jetzt, warum macht man ein Testament? Um das zu regeln, nicht wahr? Jetzt, wenn, vielleicht hat jemand selbst kein Testament gemacht, aber er war schon daran beteiligt, ein Testament zu eröffnen. Das kann ja manchmal Streit geben, nicht wahr? Deswegen sollte das Testament sehr deutlich sein. Frage: Wenn ein Testament eröffnet wird, kann dann noch etwas hinzugefügt werden zum Testament? Kann man auch irgendwie sagen: Naja, wir sind uns sicher, wir haben da mal gehört, dass unsere Omi noch gesagt hat, dass sie eigentlich uns noch 15.000 Euro schenken wollte. Das hat sie jetzt wahrscheinlich vergessen. Sie war halt ein bisschen seniler. Das muss noch rein, oder? Kann ich nicht machen, oder? Und wenn sie es versprochen hat, das ist ärgerlich, aber was geschrieben steht, ist geschrieben. Wenn das Testament bestätigt ist, dann kommt nichts mehr hinzu. Es kann nichts aufgehoben werden und es kommt nichts hinzu. Macht das Sinn? Ein Testament bleibt so, wie es ist. Und ab wann ist das Testament gültig? Wenn jemand tot ist. Und das sagt die Bibel auch, denn es heißt: „Ein Testament tritt auf den Todesfall hin in Kraft.“
[35:11] Frage: Hat Jesus auch ein Testament gemacht? Wie nennt man dieses Testament? Das Neue Testament oder auch der Neue Bund. Und Jesus bestätigt auch, dass dieser Neue Bund seine endgültige Bedeutung, seine endgültige Kraft hat mit seinem Tod. Denn es heißt: „Denn das ist mein Blut, das des Neuen Bundes, das für viele vergossen wird zur Vergebung der Sünden.“ Frage: Ab wann gilt der Neue Bund? Ab dem Tod Jesu. Ab dem Tod Jesu. Kann noch irgendetwas zum Neuen Bund hinzugefügt werden? Kann etwas weggenommen werden? Wie viel der Texte, die wir gelesen haben, der acht Sonntagstexte, sind vor der Kreuzigung und wie viel sind nach der Kreuzigung? Alle acht vermeintlichen Texte über den Sonntag sind nach der Kreuzigung. Können sie also, selbst wenn dort jemand am Sonntag ein Gottesdienst gefeiert hätte, wären sie Teil des Neuen Bundes? Können sie nicht sein. Und das ist sehr wichtig, lieber Zuschauer, der du live zuschaust und vielleicht an dieser Frage gerade kämpfst. Und übrigens, der Sonntag kann niemals Teil des Neuen Bundes sein, denn der Neue Bund war bestätigt, unveränderlich mit dem Kreuz Jesu. Und vor dem Kreuz Jesu gibt es nicht einen einzigen Hinweis auf den ersten Tag der Woche als Ruhetag. Der Neue Bund, haben wir schon gesagt, ist, dass die Gesetze Gottes werden geschrieben werden in unsere Herzen. Im Neuen Bund wird das Gesetz nicht aufgehoben, es wird auch nicht geändert, es wird auch nicht modifiziert, sondern es wird so, wie es ist, vom Stein genommen und auf unsere Tafeln des Herzens geschrieben. Durch wen? Durch den Heiligen Geist. Der Neue Bund hebt das Gesetz nicht auf, der Neue Bund verlagert das Gesetz von Stein auf Herz. Und mit dem ganzen Gebot wird auch das vierte Gebot, das Sabbatgebot, von Stein auf Herz verlagert.
[37:23] Daher bleibt die Frage: Wenn sie nicht hier aus diesem Buch kommt und es keinen einzigen Vers gibt, und ich habe übrigens auch keine E-Mail bekommen, die 1000 Euro wert gewesen wäre oder überhaupt diese 1000 Euro versucht hätte zu gewinnen. Und das Angebot steht weiterhin, aber jetzt ist es natürlich relativ schwer. Denn wir haben bereits gezeigt, dass alle acht Verse, die überhaupt in Frage kommen, dazu nicht taugen. Wenn also dieses Buch nicht einmal im Ansatz irgendetwas von Sonntagsheiligung spricht und wir als Christen eigentlich sagen, wir folgen der Bibel, dann stellt sich letztendlich die Frage: Woher kommt es? Wer hat es erfunden? So heißt es ja manchmal. Und ich möchte Ihnen heute etwas zeigen, was Sie erstaunen wird. Und einige Zitate kennen vielleicht einige von uns, aber ich habe Ihnen etwas mitgebracht heute, was, soweit ich weiß, heute zum ersten Mal im deutschsprachigen Raum hier gezeigt wird. Diese Vorträge, diese Art gibt es jetzt schon seit geraumer Zeit immer mal wieder. Und bestimmte Texte sind uns bekannt, aber es gibt neueste Forschungen. Die sind so neu, dass ich glaube, sie bisher noch nicht weiter in der Öffentlichkeit hier im deutschsprachigen Raum gezeigt worden sind. Deswegen freuen wir uns, dass Sie heute zuschauen. Aber dazu gleich später.
[38:46] Woher kommt also die Sonntagsheiligung? Sieht doch schön aus, oder? Die Bibel sagt in der Apostelgeschichte 20, Vers 29: „Denn das weiß ich, dass nach meinem Abschied wer kommen wird? Räuberische Wölfe zu euch hineinkommen werden, die die Herde nicht schonen.“ Derselbe Paulus, der den Sabbat den Heiden gebracht hat, der nicht am Sonntag gepredigt hat und Gottesdienst gefeiert hat, der nicht gesagt hat, dass egal ist, welchen Tag wir halten. Dieser Paulus hat gewarnt vor räuberischen Wölfen, die hineinkommen würden. Und er hat gesagt: „Aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen, die was lehren? Verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen in ihre Gefolgschaft.“ Die Frage ist: Hat der Paulus recht behalten mit seiner Prophezeiung? Jesus hat sogar das gesagt. Nicht nur Paulus: „Hütet euch aber vor den falschen Propheten, die in Schafskleidern.“ Jetzt, das Bild von der Herde ist ein Bild für die Gemeinde. Und wenn dort falsche Propheten hineinkommen, dann werden sie offensichtlich vorgeben, Teil der Gemeinde zu sein. Sie werden vorgeben, Christen zu sein. Übrigens, wer hat, wissen wir noch, was das biblische Symbol ist, das prophetische Symbol für einen falschen Propheten, einen Lügenpropheten? Ein Schwanz. Und der Schwanz war das Instrument, womit der Satan, der Drache, ein Drittel aller ungefallenen Engel mitgezogen hat. Und mit demselben Mittel, mit derselben Methode, mit demselben Agenda, nämlich gegen das Gesetz gerichtet, genauso wie im Himmel, so auf Erden sozusagen, hat er sich hineingeschlichen und hat ein Schafskleid angezogen. Paulus hat davon berichtet: „Lasst euch von niemandem in irgendeiner Weise verführen.“ Es gibt offensichtlich verschiedene Weisen, wie man verführt werden kann, denn es muss zuerst unbedingt der Abfall kommen und der Mensch der Sünde geoffenbart werden, der Sohn des Verderbens. Wir haben das schon angesprochen an unserem zweiten Thema, als wir über den Bibelcode gesprochen haben, über denjenigen, über den Menschen der Sünde, über denjenigen, der sich über alles erhebt, was Gott oder Gegenstand der Verehrung heißt, so dass er sich in den Tempel Gottes setzt, als ein Gott und sich selbst für Gott ausgibt. Wir haben gesehen, das war das Charakteristikum des kleinen Horns. Und eines dieser acht Charakteristiken war, oder der neun, dass es Zeiten und Gesetz ändern würde. Frage: Wie viele der zehn Gebote haben etwas mit Zeit zu tun? Eins, nicht wahr? Es war eines der Kriterien, die ihr uns gezeigt habt, da gibt es eine Macht, die nach Babylon, nach Medopersien, nach Griechenland, nach Rom als nächste Macht kommen würde, die sich unterstehen würde, an diesem Gesetz etwas zu verändern. Wir haben ja gesehen, allgemein sind insgesamt 70 Prozent ungefähr des Gesetzes Gottes umgeschrieben worden. Aber besonders ist das wichtig, wenn es hier um den Sabbat geht, wie wir gleich sehen werden.
[41:57] Wir haben gesagt, es war die mittelalterliche Kirche, die bis 1798 hier die Vorherrschaft, vor allem in Europa, aber auch darüber hinaus gehabt hat, die dieses kleine Horn darstellt. Und dort im Mittelalter durch die Kirche, nicht durch Atheisten und nicht durch Religionshasser, sondern durch Christen ist das Gesetz Gottes angegriffen worden. Und wir haben das schon gelesen, nur eine Wiederholung, bevor wir dann in den neueren Fakten hineingehen. „Der Papst ist von so großer Autorität und Macht, dass er sogar göttliche Gesetze modifizieren, erklären und interpretieren kann.“ Und gab es hier eine Modifikation des Gesetzes? Ja oder nein? Definitiv. Das vierte Gebot wurde nicht nur modifiziert, wie viele andere Gesetze modifiziert wurden, es wurde regelrecht bekämpft. Und hier haben wir es noch einmal zum Mitschreiben. Das vierte Gebot im Original heißt: „Gedenke an den Sabbattag und heilige ihn. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Werke tun, aber am siebten Tag ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes. Da sollst du kein Werk tun, weder du noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der innerhalb deiner Tore lebt. Denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und das Meer und alles, was darin ist. Und er ruht am siebten Tag. Darum hat der Herr deinen Sabbattag gesegnet und geheiligt.“ Wird zusammengeschrumpft und verändert auf: „Sollst den Tag des Herrn heiligen.“ Jetzt die Aussage in und aus sich selbst herum wäre ja noch biblisch gesehen richtig, oder? Denn der Tag des Herrn ist eigentlich welcher Tag? Samstag, nicht wahr? Aber zumindest fällt schon mal auf, dass die ganze Begründung weggenommen ist, nicht wahr? Das einzige Wort, das übrig geblieben ist, ist „heilige“. Ein einziges Wort von all diesen Worten. Und übrigens, welches der zehn Gebote hat die meisten Worte? Dieses Gebot hier. Ein einziges Wort ist übrig geblieben. „Sollst den Tag des Herrn heiligen“, so heißt es hier. Die Frage ist, wie kam es dazu? Das kann ja nicht über Nacht passiert sein und wir wollen etwas lernen aus der Geschichte, wie das Schritt für Schritt passiert ist.
[44:01] Haben die ersten Christen den Sabbat gehalten, ja oder nein? Und die ersten Christen hatten ein schreckliches Schicksal, denn sie wurden verfolgt von den Römern, wie wir es uns heute nicht vorstellen können. Ich weiß nicht, wer von uns bereit wäre, für seinen Glauben dort zu stehen oder hier zu knien. Es ist schön hier zu sitzen, am Rechner zu sitzen und zu sagen: Ja, das gefällt mir, das macht Sinn. Das ist eine ganz andere Sache, wirklich Jesus so zu glauben und zu sagen: Ja, ich gehe lieber dort hinein in die Arena, wo perverse Menschen Geld dafür ausgegeben haben, um sich das anzuschauen, weil ich Jesus so sehr liebe, weil ich die Wahrheit so sehr liebe. Liebst du die Wahrheit so sehr, dass du das über dich hättest ergehen lassen? Die Römer haben die Christen nicht besonders gut angesehen und die Bibel, Verzeihung, hier die Geschichte sagt uns: „Die ersten Christen hatten große Ehrfurcht vor dem Sabbat und verbrachten diesen Tag mit Hingabe und Predigen.“ Das galt noch im 2. Jahrhundert, also im 2. Jahrhundert von 100 nach 200. Wann war der letzte Apostel gestorben? Ungefähr? Ungefähr 90, 95, 100. Das war Johannes auf dem Patmos. Und als er starb, auch im nächsten Jahrhundert, hatten die Christen große Ehrfurcht vor dem Sabbat und verbrachten diesen Tag mit Hingabe und Predigen. Es ist zweifellos, dass sie diese Gewohnheit von den Aposteln übernommen haben, so heißt es hier. Aber dann passierte etwas, was der Sache eine neue Dynamik gab und das war folgendes.
[45:42] Das war der Bar-Kochba-Aufstand. Wer hat das von Bar-Kochba-Aufstand gehört? Eine Person. Das freut mich. Zwei. Im Jahre 135 nach Christus, das ist jetzt im 2. Jahrhundert, kam es zum sogenannten Bar-Kochba-Aufstand und das war ein Aufstand der Juden im Römischen Reich. Es gab einen Menschen, den Namen Bar-Kochba-Aufstand und er behauptete, der Messias zu sein. Es gab ja bereits vor Jesus viele Menschen, die behauptet hatten, der Messias zu sein, und es gab auch danach noch Menschen, die behauptet haben, der Messias zu sein, und sie alle hatten natürlich ein Problem: Sie sind nicht im Jahre 31 nach Christus gestorben. Deswegen konnten sie nicht der Messias sein. Aber dieser Bar-Kochba-Aufstand gab dem jüdischen Volk etwas, was das jüdische Volk gerne von Jesus bekommen hätte, was Jesus ihnen aber nicht gegeben hatte, nämlich eine politische Agenda gegen die Römer. Und deswegen waren sie so bereit, diesen Bar-Kochba-Aufstand anzunehmen als den Messias, und sie fingen an, militant gegen das Römische Reich zu kämpfen, mit Terroranschlägen, mit Revolution, mit Aufständen an vielen Orten. Was meinen Sie wohl, wie haben die Römer jetzt die Juden gesehen? Als Fanatiker, Terroristen, als religiöse Spinner, die Gewalt anwenden und so weiter und so fort. Und es heißt hier, Hadrian, der zu der Zeit Kaiser war, vielleicht kennen wir den Hadrianswall in Britannien, der dort von ihm gebaut worden ist. Hadrian verbot zu dieser Zeit die Ausübung der jüdischen Religion im ganzen Kaiserreich und verdammte insbesondere das, was? Das Sabbath-Halten.
[47:22] Und jetzt versetzen wir uns in die Lage der Christen. Da gibt es also die ganzen anderen jüdischen Kirchen, die Sadduzäer, die Pharisäer und wie sie alle heißen, und die versammeln sich in diesem Bar-Kochba-Aufstand und gehen militant gegen die Römer vor. Und die Römer sagen: Moment mal, alle, die diesen Sabbat halten, daran kann man sie erkennen, die Juden. Macht ihr dem Erdboden gleich, das sind fanatische Spinner, das sind militante religiöse Terroristen, die müssen bekämpft werden und diese Ausübung muss verboten werden. Jetzt, welches Problem hatten die Christen wohl? Die Römer kannten sich nicht so gut aus mit biblischer Prophetie. Die Römer haben nur gesehen: Hey, ihr Christen haltet auch den Sabbat. Demzufolge müsst ihr ein Teil der Juden sein, oder? Jetzt, was ist die natürliche Reaktion eines Menschen, wenn er mit Leuten in Verbindung gebracht wird, mit denen er eigentlich in Verbindung gebracht werden möchte, weil sie sozusagen auf der Abschlussliste der Staaten stehen? Was ist die natürliche Reaktion? Distanzieren, nicht wahr? Irgendwie distanzieren. Und das ist einer der ersten Gründe, die zeigen, warum in der Christenheit bestimmte Werte sich verändert haben, weil man wollte sich distanzieren von den fanatischen Fundamentalisten dieser jüdischen Gruppen. Natürlich nicht alle Juden waren militante Fundamentalisten, um das ganz gleich klarzustellen, aber in diesem Bar-Kochba-Aufstand ging es wirklich heiß her und die Christen wollten sich abgrenzend distanzieren, um nicht mit ihnen sozusagen in einen Topf geworfen zu werden. Und ich glaube, dieser Mechanismus greift heute auch noch, oder? Das ist ein ganz, ganz interessanter Mechanismus, den man heute auch beobachten kann.
[50:00] Nun, wie ging es weiter? Trotzdem hielten an vielen, an vielen Orten, hielten die Christen am Sabbat fest. Das heißt, obwohl fast alle Kirchen der Welt jede Woche am Sabbat die heiligen Geheimnisse, das Abendmahl des Herrn feierten, weigerten sich wegen einiger, was? Einige alter Traditionen die Christen. Und jetzt gibt es nur zwei Orte, wo das begonnen hat: in Alexandria, weiß jemand, wo Alexandria ist? In der Nähe von heute in Kairo, in Ägypten, genau. Und Rom. Dies zu tun. Das heißt, in Rom oder Alexandria begann zuerst diese leichte Distanz vom Sabbat, um sich ein bisschen mehr von den Juden zu distanzieren. Fast alle Kirchen der Welt hielten den Sabbat bei, aber hier begann sozusagen der Sauerteig sich zu verändern. Und in dieser Zeit fing man an, das Osterfest zu feiern. Jetzt, das Osterfest, nach landläufiger Theorie, hat welchen Bezug? Bezug zur Kreuzigung Jesu, richtig? Wann war die Kreuzigung Jesu? Am 14. Nisan und die Auferstehung war am 16. Nisan, richtig? An welchem Wochentag? Sonntag. Im Jahre 31? Im Jahre 32? An welchem Tag war wohl der 16. Nisan? Am Sonntag? Wahrscheinlich eher Montag, oder? Das heißt, wenn man an die Auferstehung Jesu denken würde, müsste man nicht immer das an einem Sonntag tun, nicht wahr? Aber aus einem bestimmten Grund fing man an jetzt, die Auferstehung Jesu immer an einem Sonntag zu begehen, weil die Römer den Sonntag auch so gern mochten und am Sonntag auch so gern die religiösen Zeremonien hatten. Das war so ein bisschen so eine Anlehnung. Und damit kam, kurze Zeit später, gleich die Idee, auch am Sonntag sich zu versammeln, neben dem Sabbat, um auch dort Gottesdienst zu feiern. Zunächst einmal in Alexandria und in Rom.
[50:51] Und dann passierte folgendes. Kennen Sie, haben Sie etwas von Konstantin gehört? Konstantin der Große, römischer Kaiser, der 312 vor Christus in der Schlacht an den Milvischen Brücken angeblich ein Zeichen gesehen haben soll. Wissen Sie, welches Zeichen er gesehen hat? Das Zeichen des Kreuzes. Und er bekam die Vision: „In diesem Zeichen wirst du siegen.“ Und daraufhin soll er sich angeblich bekehrt haben. Nun, ob er sich bekehrt hat, nun wirklich, oder ob er nur die christliche Religion angenommen hat, um die immer größer werdende christliche Fraktion in seinem Reich auf seine Seite zu bekommen, das sei dahingestellt. Fakt ist, dass er am 7. März 321 nach Christus jetzt ein Gesetz erließ, das erste Gesetz dieser Art, womit er die Christen, vor allem in Rom, die immer mehr mit dieser Tradition jetzt mit dem Sonntag schon gespielt hatten und die Römer verbinden konnte. Und hier ist der Wortlaut seines Gesetzes: „An dem ehrwürdigen, was? Dem Tag der Sonne sollen alle Magistraten und Stadtbewohner ruhen. Auch sollen alle Läden geschlossen bleiben. Denen Arbeitern auf dem Feld hat er erlaubt weiterzuarbeiten, damit sie keine Verluste haben.“ Es war das erste sogenannte Sonntagsgesetz, erlassen von einem römischen Kaiser, um diese christliche Tradition, die jetzt langsam aufkam, um sich von den Juden zu distanzieren, gemeinsam mit den römischen Traditionen zu verbinden. Es wird ja auch ganz deutlich der Tag der Sonne genannt, nicht wahr?
[52:23] Nur vier Jahre später passiert folgendes. 325 nach Christus änderte Silvester, der Bischof von Rom, den Titel des ersten Tages, des Tages der Sonne, und nannte ihn jetzt wie? Herrentag, weil dort der Herr auferstanden ist. Und jetzt verstehen wir, was im Katechismus steht, wenn dort steht: „Du sollst den Tag des Herrn heiligen.“ Das ist etwas, was im Jahre 325 passierte. Trotzdem heißt es, dass die ersten Christen den Sabbat der Juden hielten. So hielten die Christen lange Zeit ihre Versammlung gemeinsam am Sabbat ab. Es gab jetzt also zwei Strömungen. Es gab die Strömung der Christen, die den Sabbat hielten, und die, die immer mehr sich jetzt Richtung Sonntag tendierten, insbesondere in Alexandria, in Rom, in den großen Zentren und vor allem in Rom begann die Kirche immer mehr Macht zu bekommen, weil sie jetzt mit dem Kaiser zusammenarbeitete. Und das führte immer mehr zu einem Verschieben der Gewichte sozusagen. Pro Sonntag, weniger Sabbat.
[53:11] Und einige Jahre später kommt es dann zu einem Konzil in Laodicea. Bis dahin war die Beachtung des jüdischen Sabbats immer noch sehr weit verbreitet, aber im Konzil von Laodicea, übrigens interessanter Name, nicht, 363 bis 364, heißt es: „Christen sollen nicht judaisieren und am Samstag müßig bleiben. Stattdessen sollen sie an diesem Tag arbeiten.“ Jetzt gibt es einen neuen Schritt. Vorher gab es den Sonntag neben dem Sabbat als zweiten Ruhetag. Jetzt wird nicht mehr der Sonntag nur als Ruhetag erklärt, sondern der Sabbat wird jetzt immer mehr zum Wochentag. Können wir sehen, wie das schrittweise sich modifiziert hat? Und dann heißt es sogar: „Wenn sie aber beim Judaisieren entdeckt werden, sollen sie von Christus ausgeschlossen werden.“ Das heißt, die Kirche sagt, er könnte nicht mehr Gemeindeglied sein bei uns.
[54:05] Und diese Verbindung von Kirche und Staat, die jetzt immer mehr wächst und immer mehr Gemeinschaft bekommt, nimmt folgende Form an. Einige Jahre später, am 18. Oktober 530 nach Christus, tritt folgendes Gesetz von Kaiser Justinian, einem Kaiser Ostroms, in Kraft. Er sagt: „Was immer die heiligen Kanons verbieten, das heißt die Kirchengesetze, ist auch durch unsere eigenen, das heißt durch die Staatsgesetze verboten.“ Das ist ein Freibrief. Was der oströmische Kaiser hier sagt, ist: Was immer die Kirche beschließt, wird automatisch Staatsgesetz. Und das ist im Jahre 530 nach Christus.
[54:39] Was ich Ihnen jetzt zeige, ist, so wie ich vermute, noch niemals im deutschsprachigen Raum gezeigt worden. Acht Jahre später kommen in welches Jahr? 538. Und das kennen wir als das Datum, wo das dritte der Hörner ausgerissen wurde, nicht wahr? Die Ostgoten, richtig? Aber im selben Jahr hat man vor einigen Jahren durch Übersetzung von alten byzantinischen Quellen und lateinischen Quellen herausgefunden, gab es eine Synode in Orléans in Frankreich, wo es im Kanon 28 heißt: „Wenn jemand gefunden wird, es geht ja um den Sonntag, die oben verbotenen Tätigkeiten auszuführen, da ging es um landwirtschaftliche Tätigkeiten, soll er was? Bestraft werden.“ Nicht durch die zivilen Autoritäten, sondern gemäß dessen, was die Kirche bestimmt. Es war das Jahr 538, wo das erste mit Strafe versehene Sonntagsgesetz von einer Kirche erlassen wurde. 538 nach Christus, der Startpunkt für die 1260 Jahre.
[55:55] Einige Zeit später, einige Jahrhunderte später, kam dieser Mann, wer war das? Martin Luther. Und er hatte die Kirche herausgefordert, alles, was sie begründet, woran messen zu lassen: Sola Scriptura, allein die Schrift. Und als die verschiedenen Theorien der aufkommenden Protestanten im Mittelalter mit der katholischen Kirche aufeinanderprallten, kam es zu dem Konzil von Trient, 1545 bis 1563. Und dort am 18. Januar 1562, hören wir wie Gaspare Ricci, wie auch immer, der Erzbischof von Reggio, folgendes sagt, auf die Frage hin, nämlich: Was hat jetzt Autorität? Die Kirche an sich oder nur die Bibel? Die Protestanten haben gesagt: Nur die Bibel allein. Die katholische Kirche hat gesagt: Naja, aber die katholische Kirche hat auch ihre eigene Autorität. Und dann sagt er folgendes: „Die Autorität der Kirche kann nicht an die Autorität der Schrift gebunden sein, denn die Kirche hat den Sabbat und den Sonntag geändert, nicht durch ein Gebot Christi, sondern aufgrund der eigenen Autorität.“ Und dann haben sie die Protestanten herausgefordert, haben gesagt: Ihr lieben Protestanten, sagt uns, warum haltet ihr Sonntag? Denn der Sonntag ist eine, wie wir gleich noch sehen werden, reine kirchliche Autorität und hat nichts mit der Bibel zu tun.
[57:22] Ich möchte nur eine Frage stellen. Vielleicht sagt einer: Naja, wenn das jetzt über die Jahrhunderte so gewachsen ist, wenn jetzt Jahrhunderte drüber passiert sind und Gras drüber gewachsen ist und der Sabbat halt verloren gegangen ist, vielleicht sollten wir jetzt einfach den Sonntag feiern, weil es historisch so gewachsen ist.
[57:39] Schauen wir uns folgenden Text an. Es heißt hier: „Und die ganze Gemeinde derer, die aus der Gefangenschaft zurückgekehrt waren, machten Laubhütten und wohnten in den Hütten, denn die Kinder Israels hatten es, das Laubhüttenfest, seit der Zeit Josuas, des Sohnes Nuns, bis zu diesem Tag nicht so gemacht.“ Jetzt, dieser Vers ist gewaltig. Wann hat Josua gelebt in der biblischen Zeitgeschichte? Eher am Anfang, eher am Ende. Vielleicht war es am Anfang, ich war kurz nach Mose. Wann hat Nehemia gelebt? Im Alten Testament. Zieh mich am Ende. Was war dazwischen? Was kam nach Josua? Nach Josua kamen, wer waren die nächsten Herrscher in Israel? Die Richter. Wer waren die Richter? Othniel, Ehud, Schamgar, kennen wir alle nicht, oder? Jefta, Simson und so weiter. Und danach? Danach kam Samuel, dann kam Saul, dann kam David, dann kam Salomo, dann kamen die ganzen Könige von Nord- und Südreich, die beziehen wir nicht alle auf. Und dann kam die Verbannung nach Babylon, und dann kam Serubabel, und dann kam Esra, und dann kam irgendwann Nehemia. Und in all der Zeit, während der Richter und der Könige und von David und von Daniel und all der ganzen Zeit, ist dort das Laubhüttenfest gefeiert worden, wie es sein sollte, ja oder nein? Nein, dort steht: „Denn sie hatten es nicht so gemacht seit der Zeit Josuas.“ Zum ersten Mal, es wurde zur Zeit von Josua richtig gefeiert, und dann wurde durch all die Jahrhunderte, selbst bei Daniel und bei David und bei Salomo, und selbst zu den guten Zeiten wurde es nicht richtig gefeiert, erst zur Zeit von Nehemia.
[59:25] Kann es also sein, dass eine Wahrheit über Jahrhunderte verloren geht und trotzdem wahr bleibt? Kann das sein? Es ist in der Bibel passiert, also kann es auch in der Kirchengeschichte passieren, oder? Können wir jetzt also sagen: Naja, die Zeiten haben sich halt geändert und jetzt haben wir halt das so? Nein. Die Wahrheit bleibt Wahrheit, auch wenn Tausende von Jahren dazwischen gegangen sind.
[59:44] Aber die Frage ist: Ist der Sabbat von anderen gehalten worden in dieser Zeit? Und ich habe nur einige wenige Zeiten mitgebracht, die mich sehr beeindruckt haben. Es heißt hier: „Die Kushan-Dynastie, in wo? In Nordindien, rief das berühmte Konzil von Vaisali ein, zu dem sie alle, was für Priester? Buddhistischen Priester einlud, um unter den Mönchen eine Einheit bezüglich der Beachtung des wöchentlichen Sabbats zu wirken.“ Manche waren von den Schriften des Alten Testaments so beeindruckt, dass sie begonnen hatten, den Heiligen Sabbat zu halten. Haben Sie das gewusst? Buddhisten, die den Sabbat halten? Als die Christen angefangen haben, sich vom Sabbat zu distanzieren, hat Gott die Buddhisten aufgeweckt. Wenn die Christen anfangen, den Sabbat zu verlieren, dann muss ich halt andere finden, die den Sabbat halten. Hauptsache, jemand hält den Sabbat, damit der Sabbat nicht verloren geht.
[1:00:32] Aber wie wir gesagt haben, auch während dieser Zeit des Wechsels gab es viele Christen, die am Sabbat festgehalten haben. Das heißt nicht, dass die Ostkirche oder irgendeine andere von den anderen, die diesen Tag heiligte, sich dem Judentum zuneigte, sondern dass sie am Sabbat zusammenkamen, um Jesus Christus, den Herrn des Sabbats, anzubeten. Aus dem 4. Jahrhundert.
[1:00:52] Oder auch in Persien, das finde ich interessant. Da heißt es über diese Christen: „Sie verachten unseren Sonnengott. Unser heiliger Gründer des göttlichen Glaubens hat schon vor tausend Jahren den Sonntag zur Ehren der Sonne eingesetzt.“ Übrigens, das gleiche wie in Rom, auch in Persien. Und den Sabbat aus dem Alten Testament beseitigt. Wow, das, was in Persien passiert ist, ist auch in Rom passiert. Trotzdem halten diese Christen am Samstag, den Sabbat. 8. Jahrhundert.
[1:01:27] In den persischen Bergen und Tälern des Tigris und Euphrat, heute, wo nur noch Krieg und Zerstörung ist, halten damals ihre Loblieder wieder. Sie brachten ihre Ernte ein und zahlten ihre Zehnten. Sie begaben sich am Sabbat in ihre Kirchen, um den Gottesdienst zu feiern.
[1:01:40] In China heißt es hier: „Am 7. Tag bringen wir Opfer dar. Nachdem wir unsere Herzen gereinigt und Vergebung für unsere Sünden erhalten haben, diese Religion, so vollkommen und ausgezeichnet, ist schwer zu beschreiben. Doch sie erhellt die Finsternis durch ihre brillante Lehre.“ Da gab es Chinesen in der Zeit, als das Christentum ins finstere Mittelalter hinein tapste, immer tiefer und tiefer und tiefer, der Abfall immer weiter wurde, da gab es Chinesen, die erstaunt waren von so viel Licht in der Bibel. Ist das nicht interessant? Das Licht schien auch in der Finsternis des Mittelalters, vielleicht nicht in Mitteleuropa, aber in China.
[1:02:18] In Bulgarien heißt es, dass zur Zeit der Evangelisierung am Sabbat keine Arbeit nachgegangen werden sollte. In Schottland hielten sie den Samstag und arbeiteten am Sonntag. Ich war vor zwei Jahren in Schottland gewesen, in Nordwestschottland. Nordwestschottland ist am Ende der Welt. Wenn Sie nach Nordwestschottland auf die äußeren Hebriden wollen, dann müssen Sie erstmal von England, also wir kamen von Birmingham, durch ganz Nordengland durch, das dauert viele Stunden, und dann durch Schottland, und dann haben wir da so ein Hostel gefunden, von Schottland bis an die Küste, und dann auf eine Fähre, und dann über das Meer, auf eine Insel, und dann in ein Auto, und dann wieder viele Stunden über die Insel, und dann wieder auf eine Fähre, und dann über dieses Meer, bis zu dieser Insel, wirklich am letzten Ende der Welt. Iona.
[1:03:10] Diese Insel war eine der Orte, wo Christen im Mittelalter über Jahrhunderte den Sabbat gehalten haben. Ich bin da damals hochgekraxelt, da oben hoch, habe mich da hingesetzt, neben die blökenden Schafe, es war ein gewaltiger Wind, ich konnte kaum meine Bibel festhalten, es hat mir die Bibel zerzaust, habe mich dort hingesetzt und habe Offenbarung 12 gelesen. Es war ein erhebendes Ereignis. Übrigens, hier gibt es auch viele Delfine, die schwammen immer und sind gesprungen, aber das nur nebenbei.
[1:03:44] Weiter heißt es hier, in der Zeit von Gregor, im 12. Jahrhundert, findet man in der Lombardei – Lombardei liegt wo? In Italien – Spuren von Sabbathaltern. In Wales gibt es viele Hinweise, dass der Sabbat an der Universität von Wales bis 1115 nach Christus beachtet wurde. Aber sie mussten sich nicht verstecken, wie die Waldenser. Es heißt hier in ihren Dokumenten: „Es wird die Beobachtung des Sabbats, die man von weltlichen Geschäften ablässt, vorgeschrieben.“ Diese Waldenser, die in Norditalien, in Südfrankreich sich versammelt haben.
[1:04:14] In Böhmen heißt es, um 1500 herum, dass sie nicht nur den siebten Tag gewissenhaft hielten, sondern auch Sabbaterianer genannt wurden. Überall hatte Gott seine treuen Zeugen. Sie waren nicht viele, aber man kann überall ihre Spuren finden, durch alle Jahrhunderte hindurch.
[1:04:27] In Norwegen, da heißt es hier: „Der erste Fall betraf das Heilighalten des Samstags. Es war dem Erzbischof zu Ohren gekommen, dass es Menschen an verschiedenen Orten des Königreiches in Norwegen gibt, die gewagt hatten, den Samstag heilig zu halten.“ Achten wir gleich, was für eine Strafe denen aufgebrummt wird.
[1:04:45] In Finnland genau das Gleiche. Da heißt es: „Vor einiger Zeit hörten wir, dass einigen Menschen in Finnland ein großer Irrtum gefallen ist und den siebten Tag halten, der Sabbat genannt wird.“ Es waren immer Menschen, die angefangen haben, die Bibel zu lesen.
[1:04:57] In Abessinien – wo liegt Abessinien? Weiß das jemand von Ihnen? Wo liegt Abessinien? Das ist Ägypten, Äthiopien. Ein Diplomat am Hof von Lissabon sagte: „Wir beachten den Tag nicht, um die Juden zu imitieren, sondern weil wir Christus und den heiligen Aposteln gehorchen.“ Frage: Wissen Sie, wie lange der Sabbat in Äthiopien gehalten worden ist? Bis in die Neuzeit. Und wissen Sie, dass Äthiopien eines der Ziele war, kurz vor dem Ersten Weltkrieg, wo Italien in Gemeinschaft mit anderen Mächten diese Kirche angegriffen hat? Eine Sabbath-haltende Kirche? Und dass im Zweiten Weltkrieg auch eine Gruppe angegriffen wurde, ganz besonders, die den Sabbat gehalten hat?
[1:05:44] Norwegen. „Einige von euch halten entgegengesetzt der Warnung den Samstag. Es heißt, ihr sollt schwer bestraft werden. Wer immer gefunden wird, dass er den Samstag hält, muss eine Strafe von 10 Mark zahlen.“ Nicht überall war das so mild.
[1:05:59] Und dann heißt es hier von Dr. Peter Chamberlain, einem Arzt von König James und Queen Anne, dass er den siebten Tag Sabbat über 32 Jahre gehalten hat. Immer und immer wieder.
[1:06:12] Fast ganz Schweden können wir das verfolgen. Viele Priester hielten den Sabbat in dieser Zeit. Ein Großteil der gläubigen Leute. Immer wieder gab es zu bestimmten Zeiten an bestimmten Orten Sabbath-Halter.
[1:06:22] In China heißt es, wenn die Taipings gefragt wurden, weshalb sie den siebten Tag Sabbat hielten, erwiderten sie: „Erstens, weil die Bibel es lehrt.“ Zu einer Zeit, wo kaum ein Christ in Europa die Bibel überhaupt lesen konnte, konnten die Chinesen sagen, die Taipings: „Es lehrt die Bibel. Der Sabbat ist der richtige Tag.“
[1:06:42] Und auch in Amerika um 1845 ist diese Wahrheit wiederentdeckt worden. Und dazu in einem späteren Vortrag einmal mehr.
[1:06:50] Zum Schluss wollen wir folgenden Gedanken noch andeuten und dann den heutigen Abend beenden. Die Bibel spricht von einem Engel, der ein ewiges Evangelium zu verkündigen hatte denen, die auf der Erde wohnen, und zwar wem? Jeder Nation und jedem Volkstamm und jeder Sprache und jedem Volk. Und er sagt: „Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen.“ Frage: Wann ist die Stunde seines Gerichts? Können wir es schon beantworten? Wann ist sie begonnen? 1844.
[1:07:25] Das heißt, wir haben gerade gesehen, wie war die Situation des Sabbats während der mittelalterlichen Kirche hier. Aber jetzt gibt es eine Botschaft in der Bibel, die sagt: „Die Stunde seines Gerichts ist gekommen.“ Und das ist seit 1844. Das heißt, diese Botschaft in Offenbarung 14 spricht von dieser Zeit, von der Zeit des Gerichts, von der Zeit der Reinigung des Heiligtums. Und achten wir, was die Botschaft in dieser Zeit ist: „Betet den an, der was? Der den Himmel und die Erde und das Meer und die Wasserquellen gemacht hat.“ Und das ist ein was? Das ist ein Zitat. Ein Zitat woher? Aus dem vierten Gebot. Wir haben gesehen, Anbetung gebührt dem, der uns geschaffen hat. Und Anbetung ist am siebten Tag, denn in sechs Tagen hat der Herr Himmel und Erde gemacht und alles, was darin ist. Die Stunde seines Gerichts ist gekommen, und die Bibel ruft uns auf zu predigen, dass wir Gott an seinem siebten Tag anbeten sollen.
[1:08:24] Abschließend folgendes Zitat: „Sonntag ist eine katholische Institution“, das ist The Catholic Press Sydney. Und seine Beachtung kann – was ist das nächste Wort? – nur durch katholische Prinzipien verteidigt werden. Von Anfang bis zum Ende der Schrift gibt es nicht eine einzige Passage, die den Wechsel des wöchentlichen öffentlichen Gottesdienstes vom letzten Tag der Woche, dem siebten Tag, auf den ersten Tag erlaubt. Und Kardinal James Gibbons hat gesagt: „Sie können die Bibel von Erstem Mose bis zur Offenbarung durchlesen, und sie werden nicht einen einzigen Vers finden, der die Heiligung des Sonntags autorisiert.“ Wir haben das heute gesehen, wir haben alle acht Verse angeschaut. Die Schrift erzwingt die religiöse Beobachtung des Samstags, einen Tag, den wir niemals heiligen.
[1:09:11] Was sagt Jesus dazu? Jesus ist an diesem Punkt sehr deutlich. Er sagt: „Vergeblich aber, was? Verehren Sie mich. Sie beten zu mir. Sie gehen in den Gottesdienst, es ist aber vergeblich, wenn Sie leeren vortragen, wie was sind? Menschengebote.“ Lieber Freund, liebe Freundin, lieber Zuschauer, der du heute zuschaust, vielleicht geht es dir heute wie vielen Tausenden vor dir, dass es dir wie Schuppen vor den Augen fällt, dass du bisher Menschengeboten gefolgt bist und das, was du geglaubt hast, dass es die biblische Wahrheit ist, gar nicht in der Bibel zu finden ist. Dann sei getrost, Gott übersieht die Zeit der Unwissenheit, aber er fordert uns auf: „Man muss Gott mehr gehorchen als den Menschen.“
[1:09:56] Vielleicht sagst du: Was wird meine Familie sagen? Was wird mein Arbeitgeber sagen? Was wird mein Ehepartner sagen, wenn ich jetzt anfange, den Sabbat zu halten? Ich möchte abschließen mit einer Geschichte, die mein Vater erlebt hat. Mein Vati hält den Sabbat. Und in einer Zeit unserer Familie war mein Vati arbeitslos. Jemand schon mal arbeitslos gewesen? Das ist keine lustige Situation, oder? Vor allem dann, wenn man drei kleine Kinder zu Hause hat. Nein, wir waren nicht mehr ganz so klein, wir waren immer noch so, dass wir dringend die Unterstützung unserer Eltern brauchten. Und meine Mutter hat auch keine Arbeit gehabt.
[1:10:41] Und eines Tages ging er zu einem Vorstellungsgespräch auf dem Amt und bewarb sich für eine Stelle auf dem Amt. Und alles lief gut, bis zu dem Punkt, dass es hieß: „Um diese Stelle zu bekommen, müssen Sie einen Ausbildungslehrgang machen.“ Und wann wird denn der sein? Immer jede Woche Freitag, Samstag. Also Freitag, Samstag. Und mein Vater hat gesagt: „Das ist schade, aber dann kann ich diesen Beruf nicht ergreifen, ich kann die Stelle nicht annehmen, denn das ist mein Sabbat-Tag.“ Eine Frau zu Hause, die keine Arbeit hat, drei Kinder zu Hause, selbst keine Arbeit. Aber der Sabbat war ihm so wichtig. Er ging nach Hause, hat sich keine Hoffnung mehr gemacht.
[1:11:26] Und dann, einige Zeit später kam ein Anruf: „Herr Kramp, wir hatten noch 70 andere Kandidaten, aber niemand von denen war geeignet, wir wollen Sie haben. Kommen Sie bitte. Wir finden eine Lösung.“ Er kam nochmal und siehe da, man fand einen Lehrgang, der nicht jede Woche war, sondern nur alle drei Wochen von Montag bis Freitag. Gesagt, getan, Unterschrift gegeben, und er hatte den Job, er hatte die Arbeit und konnte arbeiten. Und er ging dann nach drei Wochen zum ersten Mal auf den Lehrgang.
[1:11:58] Am Montag kam er dort an, bekam den Stundenplan. Und als er den Stundenplan bekam, traf ihn der Schock. Vielleicht war es ein Versehen, vielleicht war es auch nicht so sehr ein Versehen. Der Lehrgang ging nicht von Montag bis Freitag, der Lehrgang ging von Montag bis Samstag. Jetzt war der Vertrag schon unterschrieben, jetzt war die Arbeit schon angenommen, jetzt war er schon beim Lehrgang, was sollte er tun? Was hätten Sie getan? Was hättest du getan, lieber Freund, liebe Freundin?
[1:12:27] Mein Vater hat eine Entscheidung getroffen. Er hat gesagt: „Ich bin hier Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag, und am Freitagnachmittag fahre ich nach Hause und dann werden wir sehen. Ich werde Sabbat halten.“ Er fuhr am Freitagnachmittag nach Hause und hat den Sabbat gefeiert.
[1:12:44] Am Montag kommt er auf Arbeit und erfährt, dass der Kurs am Samstag ausgefallen ist. Die Heizung ist ausgefallen. Große Begeisterung. Was für ein Zufall, nicht wahr? Was für ein Zufall?
[1:13:05] Drei Wochen später, genau das Gleiche. Er geht Montag, Dienstag, Mittwoch, Donnerstag, Freitag auf Kurs, Freitagnachmittag fährt er nach Hause. Am Montag kommt er wieder in die Arbeit und hört: „Du Wunder, du wirst es nicht glauben, am Samstag ist der Kurs ausgefallen. Der Lehrer war krank.“ Und ob Sie es glauben oder nicht, ein Dreivierteljahr, alle drei Wochen ging der Kurs von Montag bis Freitag, und am Samstag fiel er aus. Die Heizung war kaputt, der Lehrer fiel aus, dann waren zu viele Leute krank. Es war jedes Mal, sogar noch ein anderer Grund, mal war der Raum anderweitig belegt. Gott hat jedes Mal einen anderen Grund gefunden. Beim letzten Mal gab es keinen Unterricht, sondern nur Konsultation, die er nicht brauchte. Er hat die Ausbildung mit wunderbarer Auszeichnung abgeschlossen und hat alles wunderbar gemacht.
[1:13:57] Und daraus können wir eine Lektion lernen, die mir sich eingebrannt hat. Und ich habe selbst viele ähnliche Erfahrungen gemacht. Und vielleicht gibt es den einen oder anderen heute, der zuschaut oder hier ist, der auch sagen kann: Wenn ich treu bin, wenn ich Gott an die erste Stelle setze, selbst wenn es so aussieht, dass ich dadurch einen Nachteil habe, denn ich möchte Gott mehr gehorchen als den Menschen, dann wird Gott mich segnen. Jesus möchte dich segnen, denn der Sabbat soll keine Last sein, er soll ein Segen sein. Denn Jesus hat den Sabbat für dich geschaffen. Der Sabbat ist für den Menschen geschaffen. Er ist der Herr, auch über den Sabbat.
[1:14:29] Und Jesus sagt: „Ich bin der gute Hirte. Und er sagt: Meine Schafe, hören meine Stimme und ich kenne sie. Ich habe mein Leben gelassen für dich. Du bist mein Schaf.“ Höre nicht auf die anderen Schafe, die mehr nach Wolf klingen. Höre auf den Hirten. Höre auf den einen Hirten. Es gibt heute viele Hirten, die sagen, dass sie Hirten sind. Aber es gibt nur einen Hirten, der bereit war, sein Leben zu geben.
[1:14:53] Und lieber Freund, liebe Freundin, der du vielleicht live zuschaust oder die Aufnahme siehst, vielleicht hast du auch Hirten in deiner Kirche, in deiner Gemeinde, die sich als Hirten ausgeben, aber sind sie für dich gestorben? Jesus ist für dich gestorben. Und Jesus ist der Herr des Sabbats. Und wenn du seine Stimme heute gehört hast und gestern gehört hast und siehst, dass die biblische Wahrheit völlig eindeutig ist, dann lade ich dich ein: Folge Jesus. Folge nicht mir, aber folge Jesus. Und Jesus wird dich hindurchbringen. Und Jesus wird dich reich segnen.
[1:15:29] Vielleicht gibt es jemanden, der heute zuschaut, der wirklich ein klein wenig geschockt ist. Das kann ich mir vorstellen. Und ich hoffe, dass die Liebe zur Wahrheit jeden Einzelnen von uns beseelt. Dass wir sagen: Egal, was ich bisher geglaubt habe, egal, was ich bisher gesehen habe, wenn Gottes Wort sagt, das ist der Weg, den gehe, dann möchte ich bereit sein, all das über den Haufen zu werfen, was ich vorher gedacht habe. Und ich hoffe, das ist auch dein Wunsch, lieber Freund, liebe Freundin, dein Wunsch, dass du heute hier bist.
[1:16:07] Und wenn das dein Wunsch ist, Traditionen nicht so hoch zu achten wie Jesus, Jesus höher zu achten als alle Traditionen, und sei es auch dann, wenn wir dafür vielleicht Nachteile haben. Wir haben kurz über die Christen gesprochen in Rom. Wenn das dein Wunsch ist, durch eine lebendige Beziehung zu Jesus zu einem festen, starken Glauben zu haben, das uns nichts erschüttern kann, dann möchte ich bitten, dass Gott zu zeigen. Du sagst: Das ist mein Wunsch auch. Dein Wunsch auch? Das ist mein Wunsch. Und wir wollen gemeinsam beten, dass Gott uns diesen festen Glauben geben kann.
[1:16:44] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du uns durch dein Wort Klarheit schenkst über Dinge, die viele verwirren. Dass wir durch dein Wort eine Täuschung aufdecken können, die sich so breit gemacht hat. Und diese Täuschung kommt letztendlich von demjenigen, der schon im Himmel gegen das Gesetz Gottes gekämpft hat, der schon im Himmel sich verstellt hat als ein Lügenprophet und der schon im Himmel viele wohlmeinende Engel verführt hat. Und Herr Jesus, wir möchten diesen Fehler nicht wiederholen. Bitte vergib uns dort, wo wir schon klaren Einweisungen von dir nicht Folge geleistet haben. Wir möchten heute uns neu entscheiden, dir zu folgen, koste es, was es wolle. Wir möchten diesen Sabbatfrieden, diese Sabbatruhe erleben und wir wollen uns distanzieren von allen Menschengeboten, die gegen deine Wahrheit stehen. Danke, Herr Jesus, dass du uns herausholst aus der Finsternis, nicht nur unserer persönlichen Sünde, sondern auch aus der Finsternis der Unkenntnis und aus der Finsternis der Täuschung und des Betrugs. Hab Dank, dass wir deine Wahrheit deutlich und klar sehen können. Hab Dank, dass du bei uns bist und dass du uns weiterführen möchtest, auch in dieser Serie, in den nächsten Themen. Amen.
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