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In dieser Folge von „Die Zeit des Endes“ tauchen wir in die turbulenten Jahre 1804 bis 1807 ein. Wir beleuchten die persönlichen Entwicklungen von William Miller, der sich vom Deismus abwendet, und werfen einen Blick auf die politischen Umwälzungen durch Napoleon Bonaparte, der Europa in seinen Bann zieht. Von der Gründung der ersten Bibelgesellschaften über revolutionäre Erfindungen bis hin zu entscheidenden Schlachten wie Austerlitz und Trafalgar – diese Zeit war geprägt von tiefgreifenden Veränderungen und dem Beginn einer neuen Ära.


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Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)

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Transkript

[0:00] Einen wunderschönen guten Abend. Heute hier wieder in Bad Cannstatt. Herzlich willkommen auch allen Zuschauern auf joelmedia.tv.de und dann auch all denjenigen, die es später in der Aufzeichnung anschauen werden. Das ist unsere dritte Folge von "Die Zeit des Endes". Heute wollen wir uns aufmachen zu neuen Ufern. So ist unsere Folge überschrieben: "Auf zu neuen Ufern". Wir werden uns die Zeit anschauen 1804 bis 1807. Jeden Abend wollen wir beginnen mit einem kurzen Gebet und dann haben wir heute viel Interessantes vor uns. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir jetzt wieder uns Zeit nehmen dürfen, zu schauen, wie du in der Geschichte gewirkt hast und was wir daraus lernen können für unser Leben heute. Und wir bitten, dass du bei uns bist und uns leitest und führst durch deinen Heiligen Geist. Amen.

[0:45] "Auf zu neuen Ufern." Letzte Woche haben wir den Beginn dieses neuen Jahrhunderts betrachtet, ab 1800. Die ganze Welt stand ja Kopf, ob das nun wirtschaftlich, politisch, militärisch, religiös war, irgendwie war alles neu. Und wir haben ja einen Menschen kennengelernt, den wir besonders verfolgen wollen durch diese ganze Geschichte hindurch. Sein Name war William Miller, ganz genau. Letzte Folge haben wir gesehen, wie er 1803 geheiratet hat, ein zartes Alter von 21 Jahren, und wie er sechs Meilen von Lowhampton im Bundesstaat New York dann über die Staatsgrenze nach Vermont gezogen ist. Und wir haben gesehen, dass er dort sich sehr für die Bücherei interessiert hat und studiert hat, alle Bücher, die er bekommen konnte. Und seine eigenen Erfahrungen dann in den nächsten Jahren beschreibt er wie folgt: Er sagt, als ich erwachsen war, zog ich in ein Dorf, also das Dorf Pulteney in Vermont, wo alle Familienoberhäupter Deisten waren, wie man sie damals nannte. Und sie gaben mir alle deistischen Schriften der damaligen Zeit zu lesen.

[1:56] Wir haben ja schon darüber gesprochen, was der Deismus ist. Der Deismus besagt, es gibt einen Gott und alles andere ist egal. Einige der Hauptvertreter waren zum Beispiel diese beiden hier. Weiß jemand, wer das ist? Sieht eigentlich ganz fromm aus, der Mann. Das war Voltaire, einer der Wegbereiter der Französischen Revolution. Er hat an Gott geglaubt, aber hat alles andere, sozusagen Bibel und alles, was irgendwie mit Kirche zu tun hat, abgelehnt. Und genauso dieser Mann hier, sein Name war Thomas Paine. Auch er hat gesagt, ja, wenn wir in die Natur schauen, dann sehen wir, es gibt einen Gott. Ihr Punkt war nicht so sehr, dass man ja nicht an Gott glaubt, sondern die Bibel. Völlig unglaubwürdig. Wenn man seine Schriften liest, zum Beispiel von Thomas Paine hier, er war ein sehr weit verbreiteter Autor. Seine Schriften wurden nach der Bibel am meisten gelesen in Amerika. Er hat solche Sachen gesagt, wie: Wer kann überhaupt vertrauen, dass die Bibel richtig übersetzt worden ist und dass sie richtig zusammengeschrieben worden ist? Und wer hat sie überhaupt geschrieben? Und 1. Mose 1, das ist nur ein Märchen. Also all das, was heute auch Menschen so von der Bibel glauben, das war so, in dieser Zeit hat man da so sich diese Gedanken gemacht. Und das hat der William Miller alles gelesen. Und ich habe ein bisschen ein paar Sachen davon gelesen und ehrlich gesagt, wenn man einfach nur ein logisch denkender Mensch ist, vieles klingt ziemlich logisch. Der Miller war so ein bisschen ein Kopfmensch. Und so ist Folgendes passiert.

[3:18] Er sagt: "Ich wurde bald einer von ihnen." Und die Konsequenz war, dass ich einen göttlichen Ursprung der Bibel leugnete, es ein Buch der Priesterei nannte. Also mit anderen Worten, das haben irgendwelche Priester dann zusammengestellt, um ihre weltliche Macht zu festigen und argumentierte, dass auch ihre Anhänger, die Anhänger der Bibel, wenn sie ehrlich wären, zugeben müssten, dass sie die Bibel nicht von Gott sein kann. Warum? Er sagt: "Weil sie die Bibel vorgab, eine Offenbarung von Gott zu sein. Und doch war über die Hälfte ein Geheimnis, das man nicht verstehen konnte." Übrigens, der Thomas Paine hat mal gesagt, das Buch Offenbarung sollte nicht Offenbarung heißen, weil es ja so schwer zu verstehen. Man bräuchte eine Offenbarung, um die Offenbarung zu begreifen. Und das waren so die Gründe, die sie vorgebracht haben gegen die Bibel. Einige gingen sogar so weit. Also er zitiert jetzt einige oder bezieht sich auf einige Christen seiner Zeit, dass wir es gar nicht versuchen sollten, sie zu verstehen. Also mit anderen Worten, wenn er da mal einen Christen gefragt hat und gesagt hat: "Schau mal her, du sagst, die Bibel ist das Wort Gottes, dann erklär mir mal die und die Passage." Dann haben die Christen gesagt zu ihm: "Weißt du was, ist das Wort Gottes und wir sollten gar nicht versuchen, es zu verstehen. Es ist so heilig, man darf es gar nicht verstehen." Und unser William Miller hat sich gedacht: "Also so ein Quatsch, das ist ein Widerspruch in sich selbst. Entweder kann Gott zu mir sprechen oder nicht, dann lasse ich es lieber gleich."

[4:41] Und so sagt er: "So war ich von 1804 an ein fester und, wie ich dachte, konsequenter Gegner des christlichen Glaubens." Und da die Autoren, die er gelesen hat, wo vor allem Voltaire auch einen ausgesprochenen Sinn für Parodie hatten und für Ironie, fing er jetzt an, sich auch lustig zu machen über Christen. Das war seine Spezialität, vor allem seine Angehörigen, seine Familienangehörigen. Seine Mutter war ja sehr christlich, sein Onkel war sogar ein baptistischer Prediger und er war mal ganz nett zu ihnen, aber er hatte es ein Spaß gemacht, sie dann durch den Kakao zu ziehen, Witze über sie zu machen und über ihren vermeintlichen Aberglauben zu lächeln. Das also William Miller, sein Zustand 1804.

[5:26] Währenddessen hat sich in der Welt natürlich viel getan und viele Menschen haben die Bibel studiert, etwas, was Miller zu der Zeit nicht tat. Einer von ihnen war George Stanley Faber und sein Werk, hatten wir so einen langen Titel. Ich habe ja schon gesagt, damals haben die Bücher so unglaublich lange Titel gehabt. Es heißt eine Doktorarbeit, eine Dissertation über die Prophezeiung, die sich erfüllt haben oder gerade erfüllen oder sich noch erfüllen werden, in Bezug auf die große Periode der 1260 Jahre. Eines der ersten ganz großen Prophetieauslegungsbücher im neuen Jahrhundert. Und er hat ein paar seltsame Ansichten, nur mal, dass man das mal gesehen hat. Er glaubt nämlich, dass er glaubte damals, dass die 1260 Jahre erst im Jahre 606 begonnen haben, das heißt, sie sind doch gar nicht zu Ende und sie würden erst 1866 zu Ende gehen. Außerdem glaubte er, dass nicht nur der Papst der Antichrist ist, sondern auch der Papst und auch die Mohammedaner, also der Islam. Deswegen hat er gesagt, das kleine Horn in Daniel 7 ist der Papst, das kleine Horn in Daniel 8 ist aber der Islam. Und so hat er einige andere seltsame Dinge geglaubt. Zum Beispiel auch, da haben wir mal so einen Eindruck, womit sich die Menschen damals in der Prophetie beschäftigt haben. Er hatte gedacht, dass die 2300 Abend und Morgen aus Daniel 8 Vers 14 in Wirklichkeit 2400 heißen müssen. Es gibt nämlich ein einziges Manuskript in der ganzen Welt, da steht nicht 2300, sondern 2400 und das hat besser mit seiner Theorie zusammengepasst, dass es bis 1866 gehen soll und so hat er das geschrieben. Das war so einer der ersten Versuche, mal alle Prophezeiungen von Daniel, Offenbarung jetzt mit diesen Dingen zusammenzubringen, aber noch ein bisschen konfus.

[7:12] Aber was er schon herausgefunden hatte, war Folgendes, was er ganz deutlich beschreibt. Er beschreibt dieses große Erdbeben von Offenbarung 11, das war die Französische Revolution. Also da waren sich alle ziemlich einig, dass das auf jeden Fall in der Prophetie vorhergesagt worden ist.

[7:34] Eine andere interessante Meldung hier: Christian Observer, Januar 1804. Es war eine christliche Zeitschrift und da wird über Napoleon gesprochen, über seinen Siegeszug und da heißt es hier: "Es gibt noch ein anderes Argument, warum wir froh sein können und keine Angst haben brauchen vor Napoleon." Und dann heißt es hier: "Ich denke dabei an die Unvereinbarkeit seines, also Napoleons, ultimativen Sieges mit den Vorhersagen des zweiten und siebten Kapitels." Welchem Buch reden die wahrscheinlich da? Daniel, genau. Das heißt, damals zu dem Zeitpunkt, wo Napoleon auf dem Vormarsch war, haben die englischen, britischen Prophetieausleger hier in London und woanders geschrieben: "Wir brauchen keine Angst zu haben, Daniel 2 sagt, es wird kein fünftes Reich geben." Wenn wir gleich die nächsten Minuten weiterschauen werden, werden wir sehen, wie gewagt das war, das damals zu sagen, denn alles sah danach aus, dass Napoleon tatsächlich Europa einnehmen würde. Haben wir dazu gleich noch etwas mehr.

[8:29] Schauen wir mal ein bisschen weiter hier. 14. Februar kam es zu einem Aufstand im Osmanischen Reich und hier gab es den ersten Aufstand gegen die Osmanen. Weiß jemand, welches Volk hier lebt? Ich meine, die Osmanen, die Türken haben ja viele, ja, den Balkan eingenommen, nicht wahr? Und Griechenland und alles, sogar Rumänien hier. Und hier waren die Serben. Der serbische Aufstand 1804. Damit beginnt so ein bisschen die Macht der Türkei zu bröckeln und wie gesagt, das war für die meisten Christen natürlich sehr interessant, weil sie glaubten, die Moslems, die sind hier in Daniel 8 dargestellt als das kleine Horn. Deswegen war das natürlich von großem Interesse.

[9:23] Ebenfalls von großem Interesse, nur sieben Tage später, war das hier: Die erste Schienen-Dampf-Lokomotive der Welt. Der Anfang war noch relativ beschaulich, nicht wahr? Aber war eine revolutionäre Erneuerung in der Technik. Und dann gab es etwas im nächsten Monat, wir gehen vom Februar in den März, das die Welt wirklich verändert hat. Das hat zu tun mit diesem Buch, mit der Bibel. Am 4. März 1804 ist die British and Foreign Bible Society, die britische Bibelgesellschaft, gegründet worden. Das war die erste Bibelgesellschaft in der Welt. Der Grund war, man hatte festgestellt, dass es in Wales kaum noch Bibeln gibt und so hat man sich gedacht, man muss eine Gesellschaft gründen, um mehr Bibeln herzustellen. Zu dem Zeitpunkt gab es in 1804 auf der ganzen Welt eine Milliarde Menschen. Das war das Jahr, wo zum ersten Mal die Milliardengrenze überschritten worden ist. Kann jemand schätzen, wie viele Bibeln es gab zu der Zeit? Und zwar alle, gedruckte Bibeln, handschriftliche Bibeln, Manuskripte in allen Sprachen. Wenn man alle Bibeln, die es gab in der Welt zusammen, wie viele hätte man wahrscheinlich gehabt? Vier Millionen. Vier Millionen Bibeln auf eine Milliarde Menschen, das heißt 250.000 Menschen konnten sich eine Bibel teilen sozusagen.

[10:35] Und diese Bibelgesellschaften, die jetzt begannen zu entstehen, im gleichen Jahr ist auch gleich die Schweizer Bibelgesellschaft gegründet worden, haben jetzt angefangen mit nicht nur der Verbreitung der Bibel, sondern auch Übersetzung. Zur Jahrhundertwende war die Bibel in bisher erst 71 Sprachen übersetzt worden, davon 50 aus Europa und von diesen 50 europäischen Sprachen waren viele schon ziemlich veraltet, wie zum Beispiel die gotische Bibel von Wulfila. Konnte natürlich keiner mehr lesen. Also es gab sie nur in wenig Sprachen und in nur wenig Exemplaren. 4. März, das Gründungsdatum der ersten weltweiten, der britischen Bibelgesellschaft.

[11:07] Ebenfalls im März kam das hier raus: Der Code Civil des Français, der erste Gesetzestext seit dem Mittelalter, der erste neue Gesetzestext seit dem frühen Mittelalter, von Napoleon herausgebracht, das bürgerliche Gesetzbuch der Franzosen, die jetzt eine ganze Reihe von neuen Idealen umgesetzt haben in der Gesetzgebung. Zum ersten Mal war es nicht mehr verboten, Gott zu lästern. Früher war das mit Strafe verbunden, vielleicht sogar mit Todesstrafe, war jetzt alles erlaubt.

[11:41] Und wir haben im letzten Jahr, letzte Woche, würde ich sagen, darüber gesprochen, wie Amerika sich vergrößert hat. Können wir uns erinnern an diesen gewaltigen Grundstückkauf? Im Jahre 1804 haben sich die Amerikaner gedacht, na, jetzt müssen wir erstmal gucken, was wir gekauft haben und haben begonnen, mal den Kontinent zu durchwandern. Da wurde eine Expedition losgesandt, die sogenannte, wie heißt sie? Lewis-Clark-Expedition. Die haben zwei Jahre gebraucht, um mal hier ganz Louisiana und dann die Rocky Mountains bis da an den Ozean zu gelangen, mal anzuschauen, was sie da eigentlich gekauft haben. Ich glaube, sie haben wahrscheinlich nicht viel entdeckt, außer viele Bisons und ein paar Indianer und natürlich viel Gebirge. Also zu diesem Zeitpunkt waren den meisten Amerikanern gar nicht klar, wie es so auf dem Rest des Kontinents aussah. Es war ein richtiges Abenteuer, da durch die Gegend zu marschieren.

[12:28] Ansonsten war das Jahr 1804 nicht besonders ereignisreich. Es ging vor allem ja in die Geschichte ein als das Jahr der Kaiser. Einer der Kaiser, der sich zum Kaiser ausrufen ließ, war dieser nette Herr hier, Kaiser Franz I. Welche Nation wird das wohl sein? Ja, richtig. Er war schon Kaiser des Deutschen Heiligen Römischen Reiches. Es gab dieses Reich. Das war im Prinzip ein Verbund von vielen Nationen, von Baden-Württemberg, von Bayern, von Sachsen, von Hannover und so weiter. Das war ein Teil von Österreich, ein Teil von Preußen. Da war er schon Kaiser von, aber er ließ sich jetzt auch suchen zum Kaiser von Österreich, Franz I. Und der hier war der Kaiser von Haiti. Hat nicht so eine große Rolle gespielt in der Geschichte, aber auch das war Mode. Es war Mode geworden, sich zum Kaiser auszurufen, unter anderem wegen diesem Ereignis hier.

[13:25] Und das hat wirklich große Bedeutung gehabt. Das war die Kaiserkrönung am 2. Dezember 1804 von Napoleon Bonaparte. Und da haben wir seine Josefin und hier sind seine ganzen Brüder und Verwandten. Die haben übrigens sehr davon profitiert, dass ihr Bruder Kaiser wurde. Sogar der Maler hat sich hier verewigt. Aber die wichtigste Person neben Napoleon in diesem Bild ist der hier. Wer ist denn das? Das ist der Papst Pius VII. Und ich glaube, so mancher Beobachter hat sich gefragt, was in der Welt macht der Papst bei der Kaiserkrönung von Napoleon? Wahrscheinlich hat sich das am meisten gefragt, das ist nämlich Louis-Alexandre Berthier. Weiß jemand noch, wer Berthier war? Der, der den anderen Papst, Pius VI., gefangen genommen hatte, sechs Jahre vorher, also fast sieben Jahre vorher. Und jetzt sieben Jahre später sieht er seinen ehemaligen Kollegen General Napoleon, wie er gekrönt wird, in Gegenwart des Papstes.

[14:16] Das Ganze fand statt in Notre-Dame. Und der Grund, warum das in Notre-Dame war und warum der Papst dabei sein sollte, war, es sollte erinnern an die Krönung von Karl dem Großen. Da wurde nämlich auch vom Papst gekrönt und auch in Notre-Dame. Aber es gab einen kleinen Unterschied. Der Papst hatte nämlich eigentlich gar keine Lust, dahin zu gehen, denn die Franzosen waren ja nicht besonders papstfreundlich, wie wir schon gesehen haben, und hatten die katholische Religion nicht mehr zur Staatsreligion erklärt und so weiter. Und er wurde regelrecht gezwungen, dabei zu sein. Und um das nicht noch, obwohl es nicht schon schlimm genug war, hat Napoleon so richtig gedemütigt. In dem Moment nämlich, als der Papst ihm die Krone aufsetzen wollte, so wie es auch bei Karl dem Großen gemacht hatte, hat Napoleon dem Papst die Krone aus der Hand gerissen und hat sich selbst aufgesetzt. Und das war natürlich starker Tobak. Es ist beinahe zum Eklat gekommen, aber der Papst wusste, er hat keine Handhabe. Wenn er sich jetzt wehrt, dann geht es ihm so wie seinem Vorgänger. Der ist nämlich in elenden Umständen gestorben, haben wir alles angeschaut, und so hat er gute Miene zum bösen Spiel gemacht.

[15:23] Und es war so ein bisschen auch Ausdruck der ganzen Situation der Französischen Revolution. Das neu erstarkte Bewusstsein, wir sind selbst wehrend. Ich meine, wir brauchen nicht den Papst, um uns zu krönen. Wir brauchen den nur noch quasi für die Publicity. Aber wir krönen uns selbst. Und naja, das hat natürlich bei vielen, die die Bibel studiert haben, schon Aufsehen erregt. Es gab eine ganze Reihe von Leuten, die jetzt anfingen zu glauben, vielleicht hat Napoleon doch was mit der Prophetie zu tun. Es gibt nur ein Beispiel. Es gab einen amerikanischen Theologen, John Bacon war sein Name, der hatte schon 1799 etwas Spannendes herausgefunden. Er hatte herausgefunden, dass eventuell das zweite Tier aus Offenbarung 13 der Protestantismus sein könnte und nicht der Katholizismus. Aber fünf Jahre später, als er das hier gesehen hat, hat er gesagt: "Nein, Offenbarung 13 spricht unter keinen Umständen von Protestantismus. Offenbarung 13 spricht von Napoleon." Das zweite Tier, weil es macht dem Tier ja ein Bild. Es führt wieder dazu, dass das Bild sich vereinigt.

[16:21] So hat das dazu geführt, dass diese tagesaktuellen Geschehen diesen Theologen dazu verleitet haben, eine gute Erkenntnis wieder zu verwerfen. Kann man eine gute Lektion daraus ziehen. Ganz oft geschieht es auch uns, dass wir schauen, irgendwelche großen Ereignisse an. Der Papst macht was, nicht wahr, oder ein Präsident macht was und schon sagen wir, das ist eine Erfüllung der Prophetie. Aber das war natürlich nicht die Erfüllung von Offenbarung 13, obwohl es natürlich sehr spektakulär war. Also kann man was von lernen aus dieser Geschichte.

[16:50] Übrigens, zehn Tage später, am 12. Dezember, haben auch die Spanier wieder Krieg erklärt. Wir wussten ja schon vom letzten Mal, die Franzosen befanden sich immer noch im Krieg mit Großbritannien und auch die Spanier erklären jetzt in Großbritannien Krieg, weil ein Schiff von ihnen versenkt worden ist.

[17:06] Und noch was Interessantes: Seit 1804 beginnen immer mehr Bibelausleger, die das Buch Daniel studieren, aufgrund der Ereignisse, hat man jetzt angefangen, Daniel zu studieren. Es beginnen immer mehr Leute, anzufangen, Vegetarismus zu proklamieren. Weil sie im Buch Daniel erkennen, hey, der Daniel, der hat gesund gelebt und wenn wir Daniel studieren und da jetzt die Prophetie erkennen, dann müssen wir auch vegetarisch leben. Und so gab es immer mehr Menschen, die jetzt angefangen haben, das in ihren Büchern zu verbreiten.

[17:37] Es gab auch Präsidentschaftswahlen. Thomas Jefferson ist wiedergewählt worden. Das hat William Miller gefreut, denn William Miller war ein erklärter Demokrat. Damals waren die Republikaner und Demokraten noch eine Partei, die gegnerische Partei waren die Föderalisten und wir sehen, der Demokrat Jefferson hat klar abgeräumt. Und Miller war ein politisch hochinteressierter Mann und zu seiner Freude wahrscheinlich, Jefferson war ebenfalls ein Deist. Also viele von den leitenden Männern Amerikas damals, die haben zwar noch an Gott geglaubt, aber mit der Bibel hatten sie nicht mehr viel am Hut. Und so war wahrscheinlich Freude im Hause Miller in diesem Jahr 1804.

[18:24] Springen wir ins Jahr 1805 und schauen uns das Folgende an. Dieser nette Herr hier, sein Name ist Elias Smith. Er war ebenfalls ein Prediger und er hatte im Jahr zuvor einige Bücher in die Hand bekommen, wo etwas drin stand, was er nicht glauben konnte. Nämlich in diesen Büchern, die aus England kamen, stand drin, dass die Seele nicht unsterblich ist. Wir haben das letztes Mal schon gesehen, da gab es schon einen Menschen in Amerika, können wir uns erinnern, diesen Entdecker des Sauerstoffs, der schon mal so ein Buch geschrieben hatte. Das war der einzige bis dahin und keiner hatte ihm gefolgt. Und jetzt kam dieser Elias Smith, hat wieder solche Bücher gelesen aus England, die gesagt haben, die Toten sind gar nicht irgendwie im Himmel oder in der Hölle. Er hat gesagt: "So ein Quatsch, das ist der größte Unsinn, den ich jemals gelesen habe."

[19:16] Und im April 1805 hat er begonnen, die Bibel zu studieren, zu diesem Punkt. Er hat einfach gesagt: "Wo in der Bibel finde ich jetzt noch Stellen, wo steht, dass die Toten irgendwie leiden und dass sie Schmerzen haben und schreien?" Er wollte alle Stellen zusammenschreiben und zu seinem großen Entsetzen hat er keine gefunden. Keine einzige Stelle. Und hat ein Buch geschrieben mit dem Titel "Die Lehre des Friedensfürsten" und hat sich gegen diesen populären Irrtum gewandt. Er hat gesagt: "Nein, die Toten sind ja eigentlich wirklich tot, die leben gar nicht." Und er war jemand, der im Gegensatz zu dem anderen letztes Mal, der einen großen Einfluss hat, hat viele Traktate geschrieben, hat gepredigt auf Erwerbungsveranstaltungen und dadurch hat sich jetzt tatsächlich diese Überzeugung vom Zustand der Toten so langsam ein wenig verbreitet, auch in Amerika.

[20:06] 26. Mai, schon wieder Krönung, schon wieder Napoleon, diesmal nicht als Kaiser von Frankreich, sondern als König von Italien. Also er hat jetzt wirklich zugelegt. Er hat sich mit der Eisernen Krone der Langobarden gekrönt. Eiserne Krone deswegen, weil hier ein Eisennagel drin ist, der angeblich vom Kreuz Jesu stammen soll. Das war so mittelalterliche Arbeit, glaube ich.

[20:31] Und jetzt haben natürlich die Prophetieausleger gesagt: "Schau her, das zweite Tier aus Offenbarung 13 hat ja zwei Hörner. Zwei Hörner stehen für zwei Königreiche. Napoleon ist König von Frankreich, König von Italien. Passt, oder?" Passte halt nicht ganz. Aber das ist so eine Lektion, die man daraus lernen kann. Es schien wirklich gut zu passen, der Napoleon, der sich hier breit gemacht hat in Europa.

[20:52] Eine interessante Notiz aus einem Katalog: "The Lord's Songs". Die Verbreitung der Erweckungsbewegung hat es mit sich gebracht, dass viele neue Erweckungslieder in Amerika entstanden sind und so wurden jetzt diese Lieder gesammelt und viele Lieder, die wir heute auch noch zum Teil singen, stammen aus dieser Erweckungszeit. Die wurden dann hier gesammelt und als Buch rausgegeben zum Preis von 50 Cent in Salem und haben dann ihren Einfluss ausgeübt.

[21:29] 4. Juni 1805. Frankreich ist weiter im Vormarsch. Sie annektieren einige ihrer eigenen Tochterrepubliken, vergrößern ihr Territorium. In England drückt das ein Karikaturist so aus. Die Engländer, die dabei sind, die ganzen Kolonien zu beherrschen, werden ein bisschen ärgerlich, weil Napoleon sich jetzt ganz Europa unter den Nagel reißt. Und so ziehen die Kriegswolken schon wieder auf im Jahre 1804.

[21:54] Und weil das so ist, fängt man in England an, sich Gedanken zu machen über die Mission auf kontinental Europa. Wenn wir heute an Missionen denken, denkt man an Indien und China und Afrika. Aber die Engländer damals haben sich gedacht: "Meine Güte, die armen Menschen auf dem Kontinent. Erst hatten die ein ganzes Mittelalter lang den Papst und jetzt haben die Napoleon. Irgendwann brauche ich mal das Evangelium." Und da hat tatsächlich die Londoner Missionsgesellschaft einen Plan gefasst, wie man den Kontinent mit dem Evangelium erreichen kann. Leider ist das nicht so geglückt. Ansonsten wären wir vielleicht heute weitaus christlichere Länder, als wir es heute sind.

[22:40] Aber so wie die Engländer das Europa mit dem Evangelium erreichen wollten, so wollte Napoleon England erreichen. Und zwar nicht mit dem Evangelium, sondern mit seinem Militär. Aus diesem Grund ließ er dann am 22. Juli seine Flotte in den Ärmelkanal hineingehen, denn er hat jetzt eine Invasion auf England vorbereitet. Leider ging die Schlacht verloren im Ärmelkanal und aus der Invasion wurde nichts. Naja, da war der Plan. Er hatte eine immens hohe Armee zusammengezogen, um England einzunehmen. Und wenn das geschehen wäre, wer weiß, wie die Geschichte Europas ausgegangen wäre. Aber die Schlacht ging verloren, er konnte keine Unterstützung zur See haben, also musste das sein lassen.

[23:34] In der Zeit begann sich erneut Widerstand zu regeln gegen Napoleon. Die verbleibenden Mächte Großbritannien, Russland und Österreich haben erneut all ihre Armeen mobilisiert und gesagt: "Wir müssen den Napoleon zurückdrängen auf die Grenzen von ursprünglichem Frankreich." So haben sich ihre Armeen hier konzentriert. Sie haben geglaubt, der Kampf findet wieder in Italien statt, wie in den beiden Kriegen zuvor. Und es waren insgesamt fünf Nationen: Großbritannien, Russland, Österreich, Sardinien und Schweden, genau. Fünf große europäische Nationen, die zusammenkommen, um einen Krieg vorzubereiten.

[24:14] Einen Monat später kommen fünf junge Männer zusammen, um einen noch größeren Feldzug vorzubereiten. Die Rede ist von fünf jungen Studenten, genau in diesem gleichen Monat, August, die in der Nähe von Williamstown in Amerika von einem Sturm überrascht werden, sich unter einem Heuhaufen zusammenfinden und anfangen zu beten. Sie alle fünf haben eine Last. Ihre Last ist die Mission, aber nicht die Mission, wie bisher in Westamerika oder auf dem eigenen Kontinent. Ihre Last ist die Mission für die Heiden in Asien, in Afrika. Es geht in die Geschichte ein als das Heuhaufen-Gebetstreffen, das berühmteste Gebetstreffen aller Zeiten. Jeder von uns war schon beim Gebetstreffen, oder? Das Gebetstreffen ist der Anfangszeitpunkt des modernen Missionszeitalters. Und wir werden das in den nächsten Wochen noch weiter sehen, wie sich das entwickelt hat.

[25:12] Im gleichen Jahr wurde auch die berühmte Predigt gehalten: "Das Königreich Christi", wo vor der gesamten Versammlung aller Presbyterianer in Amerika ein Prediger gesagt hat: "Wir müssen anfangen, die Welt zu missionieren, ansonsten kommt das Millennium nicht." Und das war die Zeit. "Auf zu neuen Ufern." Ich war weg von der Heimatmission hin zu den großen heidnischen Gebieten. In den letzten fünf Jahren von 1800 bis 1805 sind allein in Amerika fünf Missionszeitschriften entstanden. Das war in der ganzen Christenheit das Thema. Wie erreichen wir die Heiden? Wir haben jahrhundertelang nichts getan, jetzt muss es geschehen.

[25:46] In Europa war davon nichts zu spüren. Europäer haben nur an Krieg gedacht. Und so haben die Franzosen, äh, die Österreicher angefangen, jetzt hier Bayern zu besetzen, um gegen Frankreich vorzugehen. Das hat den Bayern nicht gefallen, nicht wahr? Und was interessant war, sowohl die Bayern als auch die Baden als auch die Württemberger haben sich jetzt auf die Seite von Napoleon geschlagen. Und das führte dazu, dass am 1. Oktober die gesamte Armee Napoleons auf breiter Front durch Süddeutschland marschiert ist, sogar durch Stuttgart sind sie hier, Teil nicht, oder? Gelaufen. Um dann hier eine Woche später die Donau zu überqueren und die gesamte österreichische Armee zu teilen. Das war eine große Gefahr jetzt für die Österreicher. Die haben dann Augsburg genommen und haben dann diesen Teil der österreichischen Armee plötzlich abgeschnitten.

[26:34] Napoleon war ein Genie. Er hat gewusst, wenn ich warte, bis die Russen kommen und die Schweden kommen und alle ihre Armeen zusammen kriegen, habe ich keine Chance. Also hat er so schnell wie möglich hat er seine Armee, die eigentlich England besetzen sollte, umgruppiert auf den Rhein und hat dann die Österreicher hier geschlagen. Hat sie auf Ulm gedrängt und dann waren alle Österreicher hier in Ulm eingeschlossen, hat sie von allen Seiten eingekesselt und dann am 20. Oktober musste Ulm kapitulieren, fast die gesamte österreichische Armee. Und das war natürlich ein schwerer Schlag. Und jetzt stand der Weg nach Wien offen. Und die Österreicher haben die Reste, haben sich zurückgezogen aus lauter Angst, haben sich in Braunau am Inn, das ist in der Nähe von Bogenhofen übrigens, mit einer russischen Armee vereinigt und sind dann zurückgezogen. Und die Franzosen immer hinterher. Und es gab viele kleine Gefechte. Irgendwann sind dann die Franzosen bis nach Wien gekommen, haben Wien eingenommen und dann kam es zu der berühmten Drei-Kaiser-Schlacht von Austerlitz.

[27:45] Jemand was von der Drei-Kaiser-Schlacht gehört? Ganz berühmte Schlacht. Napoleon hat sie gestellt und das, was passiert ist, haben wir eine Aufstellung. Drei Kaiser: Kaiser Napoleon, Kaiser Franz für die Österreicher und der Zar Alexander I. standen sich gegenüber. 75.000 gegen 85.000 Soldaten. Und Napoleon war ein Genie. Ansonsten werden wir uns hier nicht so viel mit Kriegshistorie beschäftigen, aber das ist ganz interessant mal zu sehen. Wenn man das hier sieht, nicht wahr? Lernen wir mal, warum Napoleon ein Genie war, okay? Dann sehen wir hier, dass es für die Österreicher und Russen ganz logisch war, die rechte Flanke von den Franzosen anzugreifen, weil hier waren nur wenig Leute stationiert und wenn man die angegriffen hätte und hier besetzen hätte können, dann hätte man den Weg nach Wien abschneiden können, ihn einschneiden, einkesseln können und das wäre der Sieg gewesen. Napoleon wusste das und trotzdem hat er nur ganz wenig Einheiten hingestellt und hat seine Hauptmacht hier hingestellt und während zwei Drittel der gesamten Koalitionstruppen hier ihn versucht haben zu umzingeln, hat er um 9 Uhr morgens sie von der Seite angegriffen, im Zentrum, Verzeihung, und hat sie eingeschlossen und nach fünf Stunden war der Krieg gewonnen. Viele sind über den See geflohen und sind ertrunken und der Sieg war so vollständig, dass es die bitterste Niederlage in der Geschichte Österreichs war. Und dieser dritte Feldzug, dieser dritte Krieg, der jetzt an Frankreich gewonnen ging, stellt eine ganz neue Entwicklung dar, ganz neue Entwicklung. Viel mehr Soldaten, noch schneller, noch revolutionärer, noch brutaler. Es war langsam der totale Krieg, der hier stattfand.

[29:20] Da sehen wir, was er alles eingenommen hatte. Bis nach Wien ist er gegangen und als Entschädigung bekam er dann noch eine ganze Reihe von Gebieten hier zugesprochen und so hat Österreich sämtliche Gebiete, die sie hier gehabt haben, verloren. Entweder an Bayern, an Italien, das ja auch zu Napoleon gehörte, oder in Baden-Württemberg und das war schon ein enormer Einschnitt.

[29:49] Währenddessen, das haben wir vorhin gerade übersprungen, kam es zu der Seeschlacht von Trafalgar. War jemand mal in London? Trafalgar Square? Kommt von dieser Schlacht. Das waren die Briten, das waren die Franzosen. Während die Franzosen auf dem ganzen Kontinent erobert haben, haben sie auf der See keine Chance gehabt. Die Briten haben die gesamte Flotte der Franzosen und Spanier restlos vernichtet und das ist der Grund, warum für die nächsten 100 Jahre die Briten die Vorherrschaft auf allen Ozeanen hatten. Aber auf dem Festland, wie gesagt, war Napoleon der Held und war nicht zu übertrumpfen.

[30:31] So kommt es also zum Frieden zwischen Österreich und Frankreich, wie wir es angesprochen haben. Vielleicht eine Sache noch aus dem Jahre 1805, ganz interessant. Ein Schulmeister aus Bayern schreibt ein Buch, das heißt "Vernünftige und schriftgemäße Gedanken über die Schöpfung und Dauer der Welt". Und darin sagt er, dass sogar schon die 2300 Abendmorgen zu Ende gegangen sind und dass die Welt in der Zeit der Versuchung sei. Und er glaubt, dass 1836 das Millennium beginnt. Er ist nämlich beeinflusst von Bengel. Haben wir was von Bengel gehört? Bengel war ein württembergischer Pastor und er hatte geglaubt, aufgrund der Zahl 666, dass Jesus im Jahre 1836 wiederkommen würde. Und dieser Kälber war einer seiner Anhänger. Also in Deutschland, gerade im süddeutschen Raum, gab es viele Christen, die geglaubt haben, 1836, also von ihrer Zeit noch 31 Jahre, dann würde das Millennium beginnen. Und aus diesem Grund haben sie Bücher geschrieben, um die Menschen zu warnen.

[31:34] Kommen wir zu 1806 und schauen uns diese beiden Herren an. Das sind zwei Brüder von Napoleon. Es war ein großes Vorrecht, ein Bruder von Napoleon zu sein. Warum? Man musste nicht viel tun, man musste nur der Bruder sein und man wurde König. Denn Napoleon hat sich gedacht, die beste Art und Weise, dieses große Imperium zu regieren, ist, wenn ich in allen verschiedenen Gebieten Königreiche bilde und meine eigenen Brüder da als Könige einsetze. Und so haben wir hier Joseph Bonaparte, der wurde König von Neapel, das ist der gesamte Süden Italiens. Und hier haben wir Louis Bonaparte, und er wurde König von Holland.

[32:11] Und so hat Napoleon jetzt immer mehr von Europa besetzt. Dieses Jahr, 1805, 1806, ist endgültig der Wendepunkt in der europäischen Geschichte aus folgendem Grund. Und zwar, diese Akte hier, unterzeichnet von Napoleon, besagte, dass einige Staaten Deutschlands aus dem Römischen Reich, aus dem Heiligen Römischen Reich austreten. Und ich weiß nicht, ob uns bewusst ist, was das bedeutet hat. Dieses Heilige Römische Reich mit all den kleinen Staaten existierte seit 800 nach Christus. Über 1000 Jahre. Die Reformation hat es überstanden. Es hatte den 30-jährigen Krieg überstanden. Es hatte alles überstanden. Aber als Napoleon kam, ging es unter. Und das war ein Schlag. Baden-Württemberg, Bayern, sie alle haben sich diesem neuen Rheinbund angeschlossen, wurden jetzt Verbündete von Napoleon. Und hier wird kommentiert: "Sein Fall, der Fall vom Heiligen Römischen Reich, inmitten der großen Katastrophe, die das Gesicht Europas veränderte, markierte eine Ära in der Geschichte." Also diese Zeit, uns ist das heute nicht mehr so bewusst, aber diese Zeit ist ein absoluter Wendepunkt in der Weltgeschichte. 1798, der Papst gefangen genommen worden. 1806, das Römische Reich geht zugrunde. Das sind Dinge, die Jahrhunderte für Stabilität auf dem Kontinent gesorgt haben. Und plötzlich war es alles nicht mehr da.

[33:36] Aufgrund dieser Rheinbund-Akte, dass einige Könige ausgetreten sind, hat dann auch Kaiser Franz seine Kaiserkrone niedergelegt und das Römische Reich hörte auf zu existieren am 6. August. Es war einfach nicht mehr da.

[33:56] Wie gesagt, immer nur noch zur Erinnerung, wir haben es ja letztes Mal schon angesprochen, in dieser Zeit gab es einen Haufen von Erweckungsveranstaltungen in Amerika. 1806 zum Beispiel ein großes Campmeeting in Maryland. 580 Bekehrungen an einem Campmeeting. Damals ging wirklich sozusagen die Post ab in der Evangelisation. Vor allem waren es jetzt die Methodisten. Die Methodisten wurden zur größten Kirche Amerikas, haben wir letztes Mal schon gesagt, und dadurch haben sie ihren Einfluss groß verbreitet.

[34:29] Nun ja, was soll man sagen? 1806 war schon wieder Krieg. Diesmal nicht mit Österreich, sondern mit den Preußen. Die Preußen hatten sich bis dahin versucht, ein bisschen zurückzuhalten, waren neutral geblieben. Aber jetzt, als sie sahen, dass ein Staat nach dem anderen entweder besetzt wurde oder ein Alliierter von Napoleon wurde, haben sie gedacht: "Wir müssen jetzt kämpfen. Wenn wir jetzt nicht kämpfen, ist es zu spät." Es war aber schon zu spät. Der Krieg begann am 9. Oktober, aber schon 5 Tage später haben sie verloren in der Doppelschlacht von Jena und Auerstedt. Doppelschlacht deswegen, weil es waren zwei Schlachten am gleichen Tag. Das lag daran, dass keiner von beiden wusste, wo der andere steht. Napoleon hatte seine Hauptmacht hier bei Jena und hat nur ein paar nach oben geschickt. Die Preußen hatten ihre Hauptmacht hier und hatten nicht vermutet, dass Napoleon da ist. So haben die sozusagen an beiden Stellen gekämpft. Die Franzosen haben auf beiden Seiten gewonnen. Und dann war Preußen besiegt.

[35:25] Was dazu führte, dass Napoleon nicht nur Wien bereist hat, sondern auch diese Stadt. Welche Stadt ist das? Berlin. Großer Einzug am 27. Oktober 1806. Napoleon jetzt schon in Berlin. Man weiß nicht, wer mal in Berlin gewesen ist, da durchmarschiert ist. Da sind früher die französischen Soldaten durchgelaufen. Die Reste der Preußen, die noch weiter kämpfen wollten, haben sich verschanzt, sind aus Preußen nach Norden gezogen, nach Mecklenburg und nach Lübeck. Lübeck war neutral. Und sie wollten sich in Lübeck verschanzen. Jetzt, die Lübecker wussten, was das bedeutet. Sie waren nicht begeistert. Als die Preußen anrückten, sagten sie: "Macht uns auf, macht die Stadttore auf." Die haben gesagt: "Bitte nicht." Aber sie hatten keine Chance gegen die Preußen, also wurden die Tore aufgemacht. Die Preußen gingen hinein und hinter ihnen kamen die Franzosen her. Und dann kam es zur Schlacht um Lübeck. Die Lübecker hatten nichts verbrochen, waren mit niemandem im Krieg. Sie waren halt einfach mal gerade da. Und die Stadt wurde verwüstet. Die Franzosen haben die restlichen Preußen vernichtend geschlagen.

[36:24] Und dann hat der Krieg sein wahres Gesicht gezeigt. Massenvergewaltigung, Misshandlung der Zivilbevölkerung war an der Tagesordnung. Und das hat zum großen Aufschrei geführt, aber es hat gezeigt, dieser Krieg ist nicht wie sonst. Früher war das so gewesen, in den Jahrhunderten vorher, man hat sich irgendwo auf dem Schlachtfeld getroffen, man hat sich gegeneinander gestellt, der Kommandant hat gesagt: "Schuss!" Und wer zuerst alle, wenn er tot war, der hat verloren gehabt. Aber plötzlich nahm der Krieg ganz neue Dimensionen an, die die Zivilbevölkerung schwer, schwer getroffen haben. Deswegen kann man sich vorstellen, warum die Menschen in so einer Endzeitstimmung gelebt haben. Das waren die Eroberungen Napoleons, 1806. Er ist bis nach Warschau gegangen. Preußen war ja ziemlich groß und hat alles hier, Nordeuropa, Hamburg wurde besetzt. Das war am 19. November. War alles jetzt in französischer Hand.

[37:31] Schauen wir uns das an. In dieser Zeit, wir haben letztes Mal was gehört von Manuel de la Kunze. Können wir uns erinnern an Manuel de la Kunze? Diesen Jesuiten, der herausgefunden hat, dass es eine Wiederkunft geben wird. Es gab noch einen anderen, fünf Jahre später. Er ist auch kein Jesuit gewesen, aber ein katholischer Mönch. Er war Dominikaner. Sein Name war Vater Bernard Lambert. Er kam aus der Provence und hat dieses Buch geschrieben: "Exposition des Prédictions et des Promesses fait à l'Eglise." Also eine Auslegung der Vorhersagen und Verheißungen, die der Kirche gemacht werden, in Bezug auf die Zeit der Heiden, die letzte Zeit. Und darin sagt er auch als Dominikanermönch: "Achtung, die Kirche ist die Hure aus Babylon, Offenbarung 17. Und der Papst wird in Zukunft den Abfall vollenden." Und er hat ebenfalls entdeckt, unabhängig von de la Kunze, dass da das Millennium erst kommen wird und dass vor dem Millennium eine Wiederkunft ist. Man sieht also, wie Gott an verschiedenen Stellen, zu unterschiedlichen Zeitpunkten, Männer und Frauen mit dieser Erkenntnis gesegnet hat, ohne dass sie voneinander wussten. Das ist ein interessantes Zeichen der damaligen Zeit.

[38:41] Vielleicht eine Geschichte noch aus dem Jahre 1806 und dann kommen wir gleich zum Ende. Wir wollen ja noch einige Personen kennenlernen, die in der Adventgeschichte eine Rolle gespielt haben. Und eine Person war ein gewisser Wolf. Wir lernen ihn kennen im Jahre 1806, als er elf Jahre alt ist und die Schule in Stuttgart besucht. Wer hätte das gedacht, nicht wahr? Das ist einer der großen Helden der Adventbewegung, mal in Stuttgart gewesen ist. Und dieser Wolf ist der spannendste von allen, denn er hat das mit Abstand schillerndste und abenteuerlichste Leben gehabt von allen. Aber dazu später mehr. Aber schon mit elf Jahren war sein Leben nicht von schlechten Eltern. Er war geboren worden 1795 in Bayern. Er war Sohn eines Rabbis, also Jude. Und er hieß wirklich nur Wolf, mit Doppel-F. Er hat später einen Vornamen angenommen, aber in dem Jahr 1806 war er einfach nur der kleine Wolf. Er ist in Preußen aufgewachsen. Sein Vater, wie gesagt, war Jude, Rabbi und hat ihm beigebracht: "Wir warten auf den kommenden Messias." Mit vier Jahren begann sein Training in Hebräisch und den hebräischen Riten. Er ging auch zur deutschen Schule und hat dann im Alter von acht Jahren den christlichen Glauben kennengelernt durch einen Dorfbarbier. Also einen Schneider. Allerdings nicht beim Haareschneiden, sondern beim Milch holen. Wann immer er Milch holen ging zu diesem Menschen dort im Dorf, hat er ihm was vom christlichen Glauben erzählt.

[40:07] Er hat sich gefragt: "Stimmt das?" Und eines Tages, also acht, neun Jahre alt, hat er die Bibel zur Hand genommen und hat gelesen. Das verbotene Kapitel. Kennt jemand das verbotene Kapitel im Judentum? Jesaja 53. Er hat mit seinen neun Jahren, acht, neun Jahren Jesaja 53 gelesen. Er erinnert, was der Dorfbarbier ihm gesagt hat. "Das gibt es ja gar nicht. Jesus Christus ist der Messias, der ist schon gekommen. Und wir brauchen eben auf den Messias warten." Er ist sogar zum lutheranischen Pastor gegangen und hat gesagt: "Ich möchte gerne Christ werden." Hat sich aber nicht getraut, natürlich mit seinen wenigen Jahren, seinem Vater zu sagen: "Ich möchte gerne Christ werden." Das war damals eine Schande für die Juden. Also hat er das bleiben lassen, erstmal. Und ist dann auf die Schule geschickt worden nach Stuttgart. Das ist nicht lange geblieben, wir werden ihn in den nächsten Wochen weiter kennenlernen. Er hat unglaublich spannende Dinge erlebt, unser kleiner Wolf.

[40:57] Gehen wir noch zum Ende, ins Jahr 1807. Schauen uns noch einige wenige Dinge an. Der Krieg tobte weiter. Die Russen hatten jetzt ein Bündnis geschlossen mit den Preußen und wollten die Überlebenden, oder die Reste des preußischen Imperiums noch retten. Der König von Preußen hatte sich nach Königsberg, nach Ostpreußen, zurückgezogen und die Franzosen waren ihm hinterher marschiert. In der Schlacht bei Preußisch Eylau, da kommt es zu einem Unentschieden. Es waren minus 30 Grad. Können Sie sich das vorstellen? Bei minus 30 Grad zu kämpfen. Zu kämpfen ist an sich schon schlimm, nicht wahr? Und die Schlacht hat zigtausenden das Leben gekostet. Eine der blutigsten Schlachten des ganzen Krieges. Napoleon soll danach gesagt haben: "Naja, eine Nacht in Paris macht alles wieder wett." Also sein Menschenleben galt nicht viel in der damaligen Zeit.

[41:52] Und die Geschichte wollen wir auf jeden Fall noch kennenlernen. Wir haben schon vor zwei Wochen ihn kennengelernt als einen kleinen Jungen. Joseph Bates. Was war sein Wunsch nochmal? Seefahrer werden, ganz genau. Und jetzt im Jahre 1807 ist er schon 14 Jahre alt. Und aus dem kleinen Jungenwunsch ist der Wunsch des großen Jungen geworden. Seine Eltern haben ihn versucht, das auszureden. Sein Vater war Christ. Er hat gesagt: "Das ist kein Platz für dich." Und um ihn zu kurieren, haben sie ihn auf eine Schiffsreise geschickt nach Boston. Weil sie gedacht haben, wenn er erstmal auf dem Wasser ist, kriegt er solche Angst und wird dann seekrank, dass er das nie mehr machen möchte. Das Gegenteil war der Fall. War so begeistert, dass er gesagt hat: "Ich weiß jetzt ganz genau, das ist das, was ich machen möchte."

[42:38] 1807. Das ist übrigens das Haus, wo er gewohnt hat. Noch eine Ansicht. Also natürlich, damals gab es noch keine Autos, nicht wahr? In New Bedford, an der Küste. Und in diesem Jahr, 1807, kurz bevor er seine Laufbahn begann als Matrose, gab es in New Bedford eine große Erweckung. Die erste in der Stadt. Diese große Erweckung ging ja von Stadt zu Stadt, nicht wahr? Und bevor der Erweckung waren nur seine Familie und eine andere überhaupt christlich. Und jetzt plötzlich gab es eine gewaltige Erweckung. Und Joseph mit seinen 14 Jahren hat das geliebt. Er ist von einem Gebetstreffen zum anderen gegangen. Er war wirklich interessiert am christlichen Glauben. Hat auch gespürt, dass da wirklich was ist, nicht wahr? Aber er sagt später, er hat einen großen Fehler gemacht. Er hat niemandem öffentlich davon berichtet. Hat sich nie dafür öffentlich bekannt. Und bevor er eine echte Entscheidung fällen konnte, war seine Aufmerksamkeit jetzt auf die weite Welt gelenkt.

[43:34] Vorbereitung auf seine Schiffsreise. Und so ging er im Juni als Kabinenjunge auf die Fanny, ein großes Schiff, ohne von der Erweckung profitiert zu haben. Das ist eine Lektion für uns drin, nicht wahr? Manchmal kommt Gott schon ganz nahe, aber unser Lebenstraum erfüllt sich plötzlich und wir haben keine Zeit mehr für die notwendige Entscheidung. Joseph Bates geht an Bord der Fanny, die mit Getreide beladen nach London segelt, kommt heil in London an und wieder zurück. Auf der Rückfahrt bekommt er seine Seekrankheit. Seefahrer brauchen die Seekrankheit, hat sie mal gehabt, nicht wahr?

[44:13] Und dann passiert etwas Merkwürdiges, eine interessante Geschichte. Während die Fanny so segelt, sehen sie, wie ein Hai hinter dem Schiff herkommt. Ein Hai zu sehen auf dem Ozean ist nichts Besonderes, aber wenn der Hai über mehrere Tage lang das Schiff verfolgt, dann ist das immer ein bisschen merkwürdig. Der hat Hunger und oftmals, die Seefahrer fangen dann an mit ihren Schauergeschichten, die Haie wissen genau, wenn irgendjemand krank ist, und sie warten, bis er dann tot ist und ins Meer geworfen wird, dann wird er zernagt. Und das haben die dem kleinen Joseph auch erzählt, mit seinen 14 Jahren. Und sie haben versucht, den Hai zu fangen, und es ist nicht gelungen. Der hat immer guten Abstand gehalten und hat das Schiff verfolgt.

[44:50] Dann, eines Tages, Joseph geht da hoch, nicht wahr? Die müssen immer hochkrabbeln, um das Segel zu hissen und so weiter. Passiert etwas Schlimmes. Er hängt an einem Seil, lässt los und fällt nach unten. Normalerweise hätte er auf dem Deck aufkommen müssen und wäre tot. Aber er fällt so glücklich, hat Glück im Unglück, dass er auf einem Seil nochmal aufkommt und dadurch abgefedert wird und jetzt über Bord geht und ins Wasser fällt. Und er hat viele Sachen an, kann nicht richtig schwimmen, aber nicht schnell genug. Und das Schiff fährt weiter. Sein Glück ist, dass ganz schnell jemand es bemerkt und ein Seil nach ihm auswirft und er es festhalten kann und sie ihn dann ziehen können.

[45:40] Und als er dann völlig durchnässt auf Deck ist, fragen sie ihn: "Wo ist der Hai?" Und er sagt später: "Erst da fiel ihm auf, dass da ein Hai im Wasser gewesen ist." Der Hai hat es völlig verdrängt gehabt. Sein Glück, wahrscheinlich wäre er sonst panisch geworden und wäre ertrunken. Man hat dann gesucht, wo ist der Hai? Und ohne jegliche Erklärung hat man gefunden, dass der Hai, der sonst immer auf der einen Seite des Schiffes geschwommen war, an diesem Tag auf der anderen Seite des Schiffes schwamm und von alledem nichts mitbekommen hatte. Interessant, nicht wahr? Wir wissen diese Geschichte nur, weil er überlebt hat. Ansonsten würden wir sie wahrscheinlich nie erzählen und Joseph Bates hätte keine große Bedeutung in der Weltgeschichte gehabt. Aber so ist das manchmal nicht.

[46:20] Kommen wir zum Schluss. 1807, dann wird im Juni die Schlacht um Ostpreußen gewonnen. Napoleon siegt in der Schlacht von Friedland. Und er macht Frieden mit Preußen und Österreich, im Frieden von Tilsit, auf einem Floß. Da haben wir die Friedensakte unterschrieben. Und die bewirkte Folgendes: Das ist Frankreich, nicht wahr? Das war Italien, da ist er auch König. Das war französisch besetzt, da war sein Bruder König. Das waren seine Alliierten. Sein eigenes Königreich, Alliierte. Die Hälfte von Preußen musste an Alliierte von Napoleon gegeben werden. Preußen verlor die Hälfte seines Territoriums, war außerdem besetzt. Hier entstand das Herzogtum Warschau, also eine Art Polen. Und Russland hat dadurch diesen Frieden zu seinem Freund gemacht. Das hat bewirkt, dass auf der ganzen Breite des Kontinents alle Häfen für Großbritannien gesperrt waren. Er hatte also quasi überall Einfluss in ganz Europa.

[47:34] Am 17. August, dann geschah ein Wunder. Ein großes Wunder. Das erste Schiff, das ohne Wind segeln kann. Das erste Dampfschiff, die Clermont. Man sagt, dass einige Leute bis an dem Tag, wo es auslief, nicht geglaubt haben, dass es funktioniert. Und erst als sie es gesehen haben, sie gejubelt haben: "Wie ist das nur möglich, was für ein Wunder!" Und hier folgender Kommentar dazu: "Da war noch eine andere Kraft, die nötig war, um die Kirche für ihre universelle Aufgabe völlig auszurüsten. Das war der Dampfantrieb, der die Lokomotive zu einem Boden des Königreiches Gottes und das Dampfschiff zum Morgenstern des herannahenden Tages machte." Während auf der einen Seite die Menschen überlegt haben, wie können wir die Heiden erreichen? Wie können wir dahin kommen? Wie können wir effektiv das Evangelium verbreiten? Das hat Gott auf der anderen Seite dazu bewirkt, dass jetzt die Lokomotive erfunden wurde, das Dampfschiff und plötzlich Verkehr viel einfacher wurde in den nächsten Jahren.

[48:32] Der Mann hier, das Bruder von Napoleon, bekam auch noch ein Königreich ab. Er war der Bruder, wo haben wir ihn? Genau, Jérôme. Er wurde König in Westfalen. Und das hier ist einer meiner Lieblingsmissionare, Robert Morrison. Er war der erste Missionar nach China. Ich weiß nicht, wer von uns mal überlegt hat, Chinesisch zu lernen. Der ist dahin gefahren, konnte kein Wort Chinesisch, wollte dort China-Missionar sein. Er kam an, man hat ihm gesagt, das war übrigens im September, man hat ihm gesagt: "Schön, dass Sie gekommen sind, Sie hatten keine Chance. Es ist den Chinesen bei Todesstrafe verboten, jemand anderem Chinesisch beizubringen. Außerdem in Makao, da wo Sie jetzt gerade sind, sind die Portugiesen, die Portugiesen sind katholisch, wollen nichts mit Protestanten am Hut haben, sie können gleich wieder abreisen." Er hat sich in ein Zimmer eingesperrt, hat über Monate dort mit einzelnen Straßenjungen versucht, Kontakt zu haben, die ihn wieder verraten haben. Er musste flüchten, um wenigstens erstmal Chinesisch zu lernen, um dann die Bibel zu übersetzen, um dann vielleicht irgendwann mal jemanden zu bekehren, die alle keine Ahnung vom Christentum haben. Diese Menschen haben noch größere Opfer gebracht, nicht mehr als heute. Robert Morrison, 1807, auf zu neuen Ufern. Das war ein Leid, er ist fast verrückt geworden, aber er hat viel erreicht.

[49:50] So sah die Welt 1807 aus, am Ende unseres heutigen Vortrags. Wie gesagt, ganz Europa in den Händen von Napoleon, mehr oder weniger, bis auf dieses Land. Portugal war noch neutral gewesen, deswegen begann jetzt Napoleon auch hier einzumarschieren, in Lissabon. Er wollte eine vollständige Kontinentalsperre. Er wollte die Briten völlig vom Kontinent isolieren, dass sie nirgendwo mehr Handel treiben konnten und somit wirtschaftlich zugrunde gehen sollten.

[50:23] Allerletzter Punkt für heute und dann zum Schluss. Aufgrund dieser ganzen Entwicklung, schreibt jemand im Christian Observer, Dezember 1807, er zählte die ganzen Königreiche auf, sagt: "Schau, was in Frankreich passiert ist, schau, was im Deutschen Reich existiert nicht mehr, Preußen fast vollständig aufgelöst, Holland nur noch eine Provinz von Frankreich, Neapel nur noch eine Provinz von Frankreich, Venedig gibt es nicht mehr, Sardinien gibt es nicht mehr, Genua gibt es nicht mehr, Schweiz nur noch eine Provinz von Frankreich, Spanien nur noch Alliierte von Frankreich, Portugal auch bald nur noch eine Provinz von Frankreich." Und er ruft aus und sagt: "Niemand wird leugnen, dass wir in einer äußerst gewaltigen Krise leben." Alle Christen haben seit Jahrhunderten gesagt, alle Protestanten, sie werden nicht zusammenkommen, aber die Jahre 1805 bis 1807 scheinen das Gegenteil zu beweisen. Sie kommen zusammen, sie kommen zusammen, sie kommen zusammen. Und sie fragen, und Prophetieausleger auf der ganzen Welt haben sie gefragt, wie soll man das erklären. Und deswegen lohnt es sich weiter die Prophetie hier zu studieren.

[51:25] Es ist ab diesem Zeitpunkt, ab dem Ende 1807, dass nicht mehr nur einzelne Leute anfangen, über Prophetie zu reden, sondern dass jetzt eine Diskussion losgeht. Eine Diskussion in den verschiedenen Zeitungen über Prophetie, vor allem in England. England war die Speerspitze der Prophetieauslegung, wie zum Beispiel hier im Christian Observer. Man fängt an darüber zu debattieren, sind die 1260 Jahre jetzt abgelaufen oder nicht? Ist die endgültige Erfüllung in der Zukunft oder ist sie schon erfüllt worden? Hin und her geht das zwischen verschiedenen Leuten.

[51:53] Und wie das alles weitergegangen ist, ob Napoleon sie tatsächlich vereint hat und was Joseph Bates auf Vorersee so alles noch erlebt hat, außer von Haien nicht gefressen zu werden. Und ob Miller sich glücklich geworden ist mit seinem Deismus. Das sehen wir nächste Woche, wenn es heißt: "Enttäuschte Hoffnung 1808 bis 1811." Und dazu sind wir natürlich alle wieder recht herzlich eingeladen, denn wir haben nichts zu befürchten, es sei denn, wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat. Amen.


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