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In dieser Folge von „Die Zeit des Endes“ tauchen wir in das turbulente Jahr 1812 ein. Erfahren Sie mehr über den Krieg zwischen den USA und England, Napoleons katastrophalen Russlandfeldzug und die damit verbundenen weltweiten Auswirkungen. Entdecken Sie wichtige Entwicklungen in der Adventbewegung, wie die Veröffentlichung von Manuel Lacunzas Werk und die Gründung der ersten deutschen Bibelgesellschaft.


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Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)

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Transkript

[0:00] Den Weg hergefunden haben, dass wir uns gemeinsam treffen können zu einer weiteren Folge zur "Zeit des Endes". Herzlich willkommen auch allen Zuschauern auf joelmedia.tv.de, die jetzt live zugeschaltet sind oder das dann später in der Aufzeichnung sich betrachten.

[0:15] Wir haben eine weitere Folge, wie gesagt, unserer Serie. Wir möchten wie jeden Abend ein Gebet beginnen und dann geht's direkt los. Ich möchte Sie einladen, kurz mit mir zu beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir auch heute wieder Lektionen lernen dürfen aus der Geschichte, wie wir sehen können, wie du Stück für Stück geführt hast und wie hinter all dem deine Hand zur Kenntnis ist. Wir möchten dich bitten, dass wir uns konzentrieren können, dass wir verstehen können, was wir für den Alltag, für uns, gewinnen können an Lektionen und wie wir sehen können, wie du Männer und Frauen durch die Geschichte durchgeführt hast. Wir bitten dich, dass du gegenwärtig bist nach deiner Verheißung und dass du uns segnest. Amen.

[0:57] Unser Titel heute ist "Krieg mit England". Wir werden heute uns auf ein einziges Jahr konzentrieren, das Jahr 1812. Und als das Jahr 1812 beginnt, da ist ein junger Mann immer noch hier im Mittelmeer stationiert. Wer das letzte Mal da war, weiß, um wen es sich handelt, nämlich um Joseph Bates. Genau, nicht um den hier, der kommt gleich ins Spiel. Joseph Bates, 19 Jahre zu dem Zeitpunkt, Gefangener der britischen Navy. Und er muss auf britischen und spanischen Schiffen Dienst tun, die im Sommer immer damit beschäftigt sind, hier die französische Küste zu blockieren. Und im Winter haben sie dann hier immer Aufwand gehabt auf Mallorca und auf Minorca. Und er hat seit drei Jahren keine Post mehr nach Hause schicken können.

[2:00] Und so machen sich seine Eltern natürlich große Sorgen. Sie haben irgendwie mitbekommen, dass es da öfter passiert, dass amerikanische junge Männer in den britischen Kriegsdienst hineingepresst werden. Und so haben sich tatsächlich die Eltern von Joseph Bates an diesen Mann hier gewandt. Weiß jemand noch, wer das ist? Das ist der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Damals, wie gesagt, gab es nur ein paar Millionen Amerikaner. Man konnte sich ganz einfach an den Präsidenten wenden. Und die Eltern von Joseph Bates haben ihm einen Brief geschrieben und gesagt: "Schau her, unser Sohn ist Kriegsgefangener. Also zumindest muss er wieder seinen eigenen Willen Kriegsdienst für die Briten tun. Könntest du bitte Dokumente besorgen, die nachweisen, dass er Amerikaner ist?" Und James Madison, der hat das auch getan. Der kannte sogar noch den Vater von Bates aus dem Revolutionskrieg und hat sich dann darum bemüht, dass die entsprechenden Dokumente bereitgestellt werden. Allerdings war das natürlich so, selbst mit dem Dokument in der Hand hat der arme Joseph Bates hier im Mittelmeer noch nichts anfangen können, denn es musste erst mal zu ihm kommen.

[3:03] Und so hat man jemanden gefunden, einen Freund vom Vater von Joseph Bates, der sich bereit erklärt hat, eine dreimonatige Schiffsreise auf sich zu nehmen, um hier ins Mittelmeer zu reisen, um das dem Joseph Bates zukommen zu lassen. Und da das so lange dauert, vergehen weitere Monate der Ungewissheit für Joseph Bates, wann er denn endlich jetzt frei kommt.

[3:25] In der Zwischenzeit, wir erinnern uns, waren die Briten und die Portugiesen damit beschäftigt, die Franzosen daran zu hindern, Portugal einzunehmen. Und so finden wir am Anfang des Jahres 1812 im Januar, wie die Briten und Portugiesen jetzt auch Grenzstädte zu Spanien angreifen und hier erobern. Das ist die Stadt Ciudad Rodrigo, die im Januar von den Briten und Portugiesen erobert wird.

[3:50] Im Februar, ein geschichtsträchtiges Datum, der 19. Februar. Letztes Mal haben wir gesehen, dass 1810 die erste Auslandsmissionsgesellschaft gegründet worden ist, in den Vereinigten Staaten von Amerika. Bisher hatten das ja nur die Briten getan, dass sie Missionare nach Indien und nach China geschickt haben. Und die Amerikaner hatten ja bisher sich vor allem auf ihre eigene Westgrenze konzentriert mit der Mission. Aber 1810 war die erste Gesellschaft gegründet worden und 1812, am 19. Februar, segeln die ersten Missionare in die weite Welt. Und zwar handelt es sich um diese beiden hier, um Adoniram Judson. Judson, wahrscheinlich ausgesprochen. Ein junger Mann, der kurz vor der Abfahrt seine Frau geheiratet hat. Und die Hochzeitsreise bestand in einer elfmonatigen Schiffsreise nach Britisch-Indien, nach Kalkutta.

[4:56] Wie gesagt, es gab da einige wenige britische Missionare in Indien, und das war eine enorme Herausforderung in dieser Zeit, das auf sich zu nehmen. Während der Überfahrt, wie gesagt, elf Monate, haben sie schon angefangen, Bibelübersetzungen anzufertigen und während sie die Bibel übersetzt haben, dort auf der Reise nach Kalkutta, ist ihnen aufgefallen, dass man durch Untertauchen getauft werden sollte. Sie waren nämlich eigentlich Kongregationalisten, die an die Erwachsenentaufe nicht geglaubt haben und sie haben dann auf dem Schiff sich für den Baptismus entschieden, sind Baptisten geworden. Und das erste, was sie gemacht haben, als sie nach Indien gekommen sind, haben sich dann einen indischen Missionar, einen baptistischen Missionar gesucht und haben sich taufen lassen. Obwohl das bedeutet hat, dass sie alle ihre finanzielle Unterstützung von der amerikanischen Gesellschaft nicht mehr bekommen haben. Sie sind dann übrigens kurze Zeit später von den Briten wieder vertrieben worden aus Indien und was aus ihm später geworden ist, er ist dann nach Burma gesegelt und hat angefangen, die Sprache Burmas zu lernen. Ich glaube, das ist das Burmesische oder so. Die zweitschwerste Sprache der Welt, nach dem Chinesischen. Und er hat es geschafft, diese Sprache so fließend zu reden, dass er wie ein Eingeborener geachtet worden ist. Hat später dann die Bibel ins Burmesische übersetzt. Das waren harte Zeiten. Sechs Jahre lang haben sie nicht einen einzigen Menschen getauft. Ihr einziges Kind ist mit 18 Monaten gestorben und sie waren dem Heidentum ausgesetzt und nach sechs Jahren war dann die erste Taufe. Aber als er 1850 gestorben ist, gab es, glaube ich, 210.000 Christen. Das waren Pioniere, nicht wahr? Das war jedenfalls am 19. Februar der erste amerikanische Missionar nach Übersee.

[6:40] Dann im Februar ist Papst Pius VII., der mittlerweile schon gefangen genommen worden war, haben wir die letzten Male gesehen, nach Fontainebleau weitergeführt worden, interniert worden. Die Franzosen haben ihn gefangen gesetzt, weil er sich gewehrt hat gegen die Eingliederung Roms in das französische Reich. Es war auch im Februar, dass die Franzosen jetzt auch noch Pommern besetzt haben und Rügen. Damit war alles das, was heute zu Deutschland gehört, jetzt mittlerweile unter französischer Herrschaft.

[7:14] Und damit begannen die Spannungen, die jetzt für das Jahr 1812 von so großer Wichtigkeit sind. Hier sehen wir Anfang 1812 Europa und alles das, was so lila ist, ist direkt Frankreich, inklusive Rom und Kroatien. Und all das, was blau ist, ist entweder eine direkte Verbündete von Frankreich oder abhängig von Frankreich, eingenommen von Frankreich oder im Fall von Österreich jetzt viermal besiegt und durch die Hochzeit mit der Prinzessin auch mit alliiert. Das heißt, wir sehen, fast ganz Kontinentaleuropa war jetzt wirklich unter der Kontrolle von Napoleon, bis auf Portugal. Da haben sie es irgendwie nicht geschafft.

[7:54] Und was jetzt passiert ist, im Frühjahr 1812, war, dass es zu Zwistigkeiten kam. Mit welcher Nation? Wer weiß, welche Nation jetzt 1812 sich doch gegen Napoleon gestellt hat. In England war es sowieso die ganze Zeit im Krieg, das war klar. Die haben ja hier die große Blockade gehabt, die Kontinentalsperre. Aber es gab eine Nation, die sich jetzt noch gewagt hat, aus der Allianz wieder herauszutreten und gegen Russland zu... Es war Russland, genau. Sie waren erst alliiert gewesen, hatten sich auch an der Kontinentalsperre beteiligt und im Frühjahr beginnen jetzt die Zwistigkeiten zwischen Russland und Frankreich. Russland hat dann im April ein Bündnis geschlossen, am 5. April, mit den Schweden und französische Truppen sind jetzt an die Grenze verlegt worden, quer durch Deutschland. Man hat das gemerkt im März, April, französische Truppen sind marschiert hier nach Preußen und nach Warschau an die Grenze und der Krieg zog herauf.

[8:58] Währenddessen hier in Portugal haben die Briten und Portugiesen das Land gut gemacht. Hier sehen wir die Erstürmung der Festung von Badajoz und wir werden gleich sehen, wie dieser Krieg in Spanien noch große Bedeutung hat für die Adventbotschaft, das werden wir heute noch deutlicher sehen. Napoleon wollte eigentlich gar nicht Russland angreifen, hat immer wieder Frieden angeboten, aber irgendwie haben die Russen ihn herausgefordert und da kam es bald zur Katastrophe, wie wir sehen werden.

[9:27] Doch zunächst gehen wir ein bisschen nach Amerika. April, 21. April. Hier in Massachusetts hält ein alter Prediger, er ist 81 Jahre alt schon, sein Name ist Joseph Lethrop. Und er ist so ein bisschen, er gibt so ein bisschen das Vermächtnis all seiner Studien und er hält am 21. April eine interessante Predigt mit dem Titel: "Der Engel predigt das ewige Evangelium". Über welchen Bibeltext hat er wohl gepredigt? Auf Markus 14 Vers 6 und 7. Und er erwähnt in seiner Predigt, dass bisher in den vorherigen Jahrhunderten dieser Text immer so ausgelegt worden ist, dass er von der Reformation spricht. Das heißt, im 16., 17., 18. Jahrhundert haben die Christen geglaubt, Offenbarung 14 Vers 6 und 7: "Fürchtet Gott, gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen", bezieht sich auf die Reformation von Luther und von Zwingli und von Calvin. Und er ist einer der Ersten, der sagt: "Hey, Moment mal, das könnte eventuell gar nicht stimmen. Könnte es sein, dass die Stunde des Gerichts erst jetzt gekommen ist, nachdem die 1260 Jahre zu Ende gegangen sind und wir jetzt den Fall Babylons, den Fall der katholischen Kirche, deutlich vor Augen sehen?" Und so ist es also im Jahr 1812, dass der erste Gedanke aufkommt: Wir leben in der Zeit der Erfüllung der ersten Engelsbotschaft.

[10:42] Es war im gleichen Monat, 30. April, dass jetzt Louisiana als neuer, 18. Bundesstaat hinzugekommen ist. Die größte Hälfte der USA war ja nach wie vor unorganisiertes Territorium. Hier gab es viele Kriege, immer noch mit Indianern, Überfälle und hin und her. Und Louisiana war jetzt ein neuer Bundesstaat hier.

[11:02] Und dann springen wir wieder zurück nach Europa in den Mai. Die Russen haben ganz neu noch Frieden gemacht mit den Türken. Seit sechs Jahren hatte man ja Krieg gehabt gegen die Türken, den musste man jetzt aufgeben, weil man merkte, die Franzosen machen mobil. Das war ja eine Kriegsszene noch aus dem russisch-türkischen Krieg. Die Russen hatten eigentlich sogar eine ganze Menge von der Türkei erobert, die Moldau und die Walachei, alles, was heute zu welchem Staat gehört? Rumänien, genau, die Walachei, also Moldawien und Rumänien. Das hatten die erobert gehabt, aber weil sie jetzt so überstürzt Frieden schließen mussten, mussten sie es alle aufgeben. Sie haben nur diese eine Provinz hier, Bessarabien, bekommen. Und dann begann der Aufmarsch gegen Frankreich und die Franzosen haben sich hier an die Grenze begeben.

[11:53] Bevor die Franzosen noch mal angreifen konnten, wieder springen wir zurück, 18. Juni ist das hier passiert. Die USA erklären den Krieg an England. Und das ist ja der Titel unseres heutigen Themas. Einer der Gründe war, dass, wie wir schon gesehen haben, die Engländer sich das Recht rausgenommen haben, amerikanische Staatsbürger einfach in ihren Kriegsdienst einzuziehen. Außerdem haben die Briten immer mal wieder amerikanische Handelsschiffe einfach so aufgegriffen und dann konfisziert. Und die Amerikaner haben gesagt: "Das lassen wir uns nicht gefallen." Und wir erklären jetzt den Krieg.

[12:33] Und so befand sich jetzt Amerika selbst im Krieg mit den Briten. Und wie wir gesehen haben, Miller, der ja momentan sehr im patriotistischen Zustand war, muss davon wahrscheinlich sehr begeistert gewesen sein. Hier ist die offizielle Kriegserklärung vom Kongress. Es war nicht ganz einstimmig. Es waren vor allem die Staaten im Westen und im Süden, die für den Krieg waren. Die Küstenstädte, Küstenstaaten waren nicht dafür. Es waren ungefähr nur 60 Prozent im Kongress und im Senat dafür. Und viele wussten natürlich, worauf sie sich einlassen, wenn man mit Großbritannien in den Krieg zieht, also gegen die in den Krieg zieht.

[13:08] Hier ist prompt die Antwort dann. Und der Krieg sollte vor allem sich abspielen zwischen den USA und der britischen Kolonie Kanada. Jetzt kann man auch schon erkennen, was der eigentliche Sinn dieser Kriegserklärung war. Obwohl es natürlich darum ging, Rache zu üben an den Engländern und sich dafür zu rächen, dass all die armen Amerikaner gefangen genommen worden sind, war das eigentliche Ziel natürlich, hier Kanada zu erobern. Es war also nicht ganz uneigennützig, diese Kriegserklärung. Man wollte hier kanadisches Gebiet erobern. Und das war die Ausgangssituation.

[13:44] Und sieht man ganz deutlich, dass die USA mit 35.000 Soldaten gegenüber den Kanadiern mit den paar britischen Kolonialisten mit nur 5.000 Soldaten klar im Vorteil waren. Die Kanadier hatten ein bisschen Unterstützung von Indianern, aber auf der See waren die Briten natürlich klar im Vorteil. 116 Schiffe gegen 20. Die Amerikaner haben sich gedacht, bei so einem großen Vorteil, da fällt es uns nicht schwer, da erobern wir quasi Kanada im Vorbeigehen.

[14:17] Und so hat wahrscheinlich auch William Miller gedacht, der ja wie gesagt hier in Vermont gelebt hat. Hier ist ungefähr die Stadt Pulteney. Und er war Teil einer dieser Milizen, die sozusagen zu der regulären Armee noch hinzugekommen sind. Die Aufgabe war, falls die Engländer hier die Briten angreifen würden, dann sollte Miller hier mit seinen Truppen dort verteidigen.

[14:37] Gleich im Monat, 24. bis 30. Juni, beginnt dann der große Angriff auf Russland. Wie wir gesehen haben, in Amerika 35.000 Soldaten, 5.000 Soldaten. Damit hätte man in Europa keinen Krieg gewonnen. Die Grande Armée der Franzosen hatte 475.000 Soldaten, 20.000 Pferde und die Russen waren auch nicht viel schlechter. 442.000 Soldaten auf ihrer Seite. Also ungefähr fast eine ganze Million Soldaten, die aufeinander geprasselt sind. Dazu muss man sagen, dass die Franzosen zum größten Teil gar keine Franzosen waren, sondern es waren über der Hälfte waren es Bayern, Baden-Württemberger, Westfalen, Preußen, Österreicher, Italiener, Spanier, Niederländer und ein paar Franzosen waren auch dabei. Es war wirklich ein europäischer Krieg und jeder, der die Prophetie kennt, schon Daniels 2 hat vorausgesagt, es wird so aussehen, sie werden einander halten und es wird doch nicht geschehen.

[15:43] Viele Prophetieausleger zu der Zeit haben natürlich jetzt die Panik bekommen. Kontinentaleuropa ist fast zusammen und wenn die jetzt gegen Russland gewinnen, dann werden sie irgendwann auch noch Portugal besiegen und dann ist Daniels 2 nicht mehr wahr. Und so beginnt der Vormarsch. Hier sehen wir einige der Soldaten aus der Zeit. Die sahen ganz kurios aus. Das sind einige Schweizer. Das ist ein Pole.

[16:07] Und so ging es los. Anfang Juli bereits begann es ganz schwer zu regnen in Russland. Und Napoleon hatte das Ziel, die russischen Armeen, die hier stationiert waren, schnell einzukreisen und zu vernichten. Dazu hat er Eilenmärsche befohlen und so sind sie im großen Tempo haben sie die Russen verfolgt. Aber weil es so sehr geregnet hat, sind die Versorgungskolonnen nicht hinterher gekommen, sind buchstäblich im Schlamm stecken geblieben. Was passiert ist? Nach zwei Wochen war die große Armee schon deutlich reduziert. Man sagt, dass in den ersten Tagen bereits 20.000 Pferde gestorben sind. Es gab Desertionen, die Leute sind einfach weggerannt, die Soldaten. Haben dann die Zivilbevölkerung terrorisiert. Es gab Hunger, es gab Krankheiten. Man sagt, wenn die hunderttausenden Soldaten da in ein Waldstück marschiert sind, dann musste vorher der Wind bestimmt werden. Aber ansonsten gab es Krankheiten wegen Luftverschmutzung. Und es war schon wirklich ziemlich krass. Und die deutschen Soldaten, die Württemberger und die Bayern, haben sich natürlich auch ein bisschen beschwert und haben Briefe zurückgeschrieben nach Deutschland. Und der König von Württemberg hat ihnen verboten, schlechte Nachrichten von der Front zu berichten.

[17:21] Gleichzeitig zum Einmarsch in Russland gab es auch den Einmarsch in Kanada. Während hier eine halbe Million sich auf den Weg gemacht hat, da haben die Amerikaner gedacht, wir schaffen es mit tausend Soldaten. Hier in Detroit haben sie den Fluss überquert und haben hier die erste Stadt Sandwich eingenommen. Waren mit ihren tausend Soldaten immer noch schwer in der Überzahl und waren ganz stolz und haben gedacht, sie nehmen das eben im Vorbeigehen ein.

[17:48] Das ist aber nicht ganz so passiert. Nur wenige Tage später haben die Briten hier dieses Fort, Fort Mackinac, eingenommen. Und dann haben sich die Amerikaner wieder zurückgezogen, weil sie Angst hatten, dass sie dann hier in den Rücken fällt und haben sich in das Fort Detroit zurückgezogen und haben dann tatsächlich kurze Zeit später kapituliert. Dazu kommen wir gleich.

[18:18] Bevor das passiert ist, noch eine wichtige Sache in Spanien. Man hat das Gefühl, da gibt es nur Krieg in der Zeit, nicht wahr? Eine Schlacht nach der anderen. Ich verspreche, es wird in den nächsten Jahren noch ein bisschen besser werden, aber diese Zeit war wirklich wirklich krass. In Salamanca besiegen die Engländer und die Portugiesen eine französische Macht und erobern jetzt einen Großteil Spaniens zurück. Wir werden gleich sehen, warum das so bedeutsam ist. Wegen dieser gewonnenen Schlacht bei Salamanca müssen sich die Franzosen weit zurückziehen wieder nach Nordspanien und das hat gleich enorme Konsequenzen. Nur im Hinterkopf behalten.

[18:54] Am 23. Juli hält dieser Mann hier eine Predigt. Wer sich noch erinnern kann, das war Timothy Dwight, der ist Präsident in Yale an der Eliteuniversität und er war einer der führenden Männer in der großen Erweckung, die seit 1800 begonnen hat. Und er hält eine interessante Predigt und er hat etwas beobachtet. Er hat nämlich gesehen, wir kämpfen jetzt gegen Großbritannien und Großbritannien ist seit vielen Jahren schon im Krieg mit Frankreich. Und was wäre jetzt naheliegend aus militärischer Sicht? Die USA kämpft gegen Großbritannien, ist im Krieg mit England. Großbritannien ist schon seit langer Zeit im Krieg mit Frankreich. Was wäre naheliegend? Ein Bündnis mit Frankreich, nicht wahr? Die haben sowieso schon fast Europa unter sich. Das wäre doch eine gute Sache. Und so warnt er in dieser Predigt und sagt: "Bitte, liebe Politiker, verbündet euch nicht mit den Franzosen." Und er begründet das mit den Plagen, er begründet das mit der Prophetie, er zeigt, wie der Atheismus vorhergesagt worden ist in der Bibel und als christliche Nation könnte man sich nicht mit den Franzosen verbinden. Er analysiert den Aufstieg des Theismus, des Atheismus und er erwähnt interessanterweise sogar den Illuminatenorden und zeigt, dass die Französische Revolution das Vorspiel zum Begräbnis dieser Welt gewesen sei. Und er predigt, dass die Zeichen der Zeit darauf hindeuten, dass das Millennium bald kommt.

[20:26] Währenddessen ist Napoleon nicht so sehr im Millennium interessiert, sondern mehr daran, die Russen zu stellen, aber die sind so schnell im Rückzug, dass er sie einfach nicht zu fassen bekommt. Und als er dann hier Vitebsk erreicht am 28. Juli, da entscheidet er schon Ende Juli, dass er hier überwintern will, weil er merkt, aufgrund der schnellen Vormarsche ist die rückwärtige Linie so groß geworden, dass er kaum noch seine Soldaten versorgen kann. Zu diesem Zeitpunkt ist die Armee von 475.000 auf etwa 175.000 zusammengeschrumpft, ohne dass es eine große Schlacht gegeben hat. Nur wegen Desertion, wegen Hunger und so weiter. Und es zeichnet sich schon so ein bisschen ab, in was für einer Katastrophe das enden wird. Aber noch will er es nicht wahrhaben und er stellt fest, er kann ja nicht überwintern. Entweder er muss sich zurückziehen oder er muss jetzt versuchen, auf gut Glück weiterzuziehen, um Moskau zu erobern. Und er entscheidet sich für was? Vorwärts. Er wäre ja nicht Napoleon, wenn er nicht vorwärts ziehen würde. Und das war wahrscheinlich ein großer Fehler. Hätte er sich zurückgezogen, hätte er wahrscheinlich im nächsten Jahr mit erneuerten Kräften die Russen besiegen können. Er entscheidet sich aber vorwärts zu gehen.

[21:35] Genau. Ansonsten gibt es einige Scharmützel hier in Amerika mit den Indianern und dann am 16. August kapitulieren die Amerikaner vor den Briten, obwohl sie in einer großen Überlegenheit sind. Der Grund dafür ist, dass die Briten die Indianer benutzen, um mit den Indianern den Amerikanern Angst einzuflößen. Was wir sehen werden in den nächsten Jahren ist, dass die Amerikaner eine unfassbare Angst vor den Indianern haben. Wann immer Indianer irgendwo auftauchen, dann kapitulieren die. Und so haben die Briten sich das zu Nutze gemacht, obwohl sie viel weniger waren und haben hier erst die erste Kapitulation erreicht.

[22:22] Währenddessen kommt es zur ersten großen Schlacht in Russland. Napoleon siegt in der Schlacht von Smolensk. Das sah so aus. Er hat aber nichts davon, weil die Stadt niedergebrannt wird von den Russen. Die Russen haben nämlich eine Taktik angewendet, die vorher niemand angewandt hat, nämlich die Taktik der verbrannten Erde. Weiß jemand, was das bedeutet? Man zieht sich zurück, verbrennt alles, sodass die nachfolgende Armee, die das einnimmt, nichts davon hat. Sie können sich nicht ernähren, sie können keine Infrastruktur aufbauen und das macht den Franzosen zu schaffen.

[22:56] Eine gute Nachricht gibt es für die Amerikaner. Am 90. August wird zum ersten Mal in der Geschichte der amerikanischen Militärgeschichte ein britisches Schiff besiegt. Die USS Constitution besiegt ein britisches Schiff und das hat natürlich den Patriotismus in Amerika angeheizt. Wenn wir sogar auf der See sie besiegen können, wann nicht dann sogar auf Land? Ich denke auch William Miller war ganz begeistert von dieser Nachricht.

[23:29] Übrigens im August ist noch was ganz anderes passiert, was gar nicht mit Krieg zu tun hat, vielleicht ist das ein bisschen interessanter. Und zwar hat ein Schweizer eine archäologische Entdeckung gemacht. Und zwar hat er das hier entdeckt. Weiß jemand, welche Stadt das ist? Das ist Petra in Jordanien. Es ist zum ersten Mal, dass ein Europäer diese Stadt entdeckt und das war natürlich auch ganz interessant, denn das war ein weiterer Beweis für die Glaubwürdigkeit der Bibel. Wir haben ja gesehen, in den letzten Jahren der Rosettastein ist gefunden worden, der Moabitastein ist gefunden worden und jetzt auch diese Stadt in Petra. Und es ist gerade in dieser Zeit, wie gesagt, wo der Atheismus immer mehr aufgekommen ist, dass Gott durch diese archäologische Entdeckung die Autorität der Bibel bestätigt hat.

[24:12] Und dann im August passiert noch etwas, was die gesamte Adventgeschichte auf ein ganz neues Level bringt. Und das hat zu tun mit diesem Sieg der Briten und Portugiesen in Spanien. Denn weil die Briten und Portugiesen dort gewonnen haben in Spanien, kann in einigen spanischen Städten jetzt etwas mehr Pressefreiheit durchgesetzt werden, als die Spanier alleine dort waren. Und unter dem spanischen König gab es sowieso keine Pressefreiheit. Und da gab es Inquisition. Die Franzosen haben auch keine Pressefreiheit erlaubt, aber als die Briten kommen, erlauben sie für eine kurze Zeit die Pressefreiheit. Und diese kurze Lücke, dieses kurze Zeitelement, dieses kurze Zeitfenster wird für etwas Epochales genutzt. Nämlich für die erste Veröffentlichung dieses Buches.

[24:51] Jetzt bin ich mal gespannt, wer kann sich noch erinnern, wer das war? Den haben wir schon vor einigen Wochen kennengelernt. Genau, Manuel Lacunza, dieser Jesuit, dieser chilenische Jesuit, der 1801 gestorben war und der nur ein Manuskript hinterlassen hatte, das so brisant war, dass niemand gewagt hat, in den katholischen Ländern zu drucken. Und hier in Spanien, während dieser kurzen Zeit, wo die Briten diesen Vorschuss gemacht haben und Südspanien jetzt befreit ist, kann zum ersten Mal, hier sehen wir 1812, zum ersten Mal dieses Buch gedruckt werden. "La Benida del Messias en Gloria il Majestat." Die Ankunft des Messias in Herrlichkeit und Majestät. Und das ist eine Bombe im Ganzen, in allen katholischen Ländern. Denn wie wir damals schon festgestellt haben, er war der erste katholische Theologe seit Augustinus, der festgestellt hat, das Millennium kommt noch und vor dem Millennium gibt es eine buchstäbliche, sichtbare, persönliche Wiederkunft von Jesus. Und deswegen wird das Jahr 1812 als ein Wendepunkt in der Adventgeschichte gesehen. Ähnlich wie 1798 oder andere Daten, weil hier zum ersten Mal dieses Buch öffentlich gemacht wird und jetzt von viel mehr gelesen werden kann. Wir werden später noch in weiteren Folgen sehen, wie dieses Buch auch viele Protestanten schwer beeindruckt hat, die ja meistens immer noch geglaubt haben, das Millennium ist nur ein Friedensreich ohne Wiederkunft von Jesus.

[26:23] Auch am 7. September wird eine weitere Predigt gehalten von Arthur McFarland. Er predigt vor der New Hampshire Missionary Society über Matthäus 24 Vers 14 und er sagt ebenfalls im gleichen Jahr, wenige Monate später als der andere, dass Offenbarung 14 ein Symbol für den Missionsauftrag ist und dass jetzt durch die Bibelgesellschaften, die entstehen, durch die Missionsgesellschaften, diese Botschaft verkündigt wird.

[26:48] Währenddessen zieht Napoleon, der hier in Smolensk gewonnen hatte, immer weiter gegen Russland. Und hier bei Borodino kommt es zu der bis dahin blutigsten Schlacht der Weltgeschichte. 80.000 Soldaten sterben allein in dieser Schlacht. Hier haben wir ein Bild. Man sagt, dass die Toten sich so sehr gestapelt haben im Zentrum des Schlachtfeldes, dass die russische Artillerie nicht mal mehr richtig schießen konnte. Die waren in ihrem Schussfeld behindert. Hier sehen wir Napoleon. Der war nicht ganz so begeistert, weil er viel zu viele Leute verloren hat. Er hat gewonnen, aber zu viele Leute verloren. Man nennt das ein Pyrosieg, nicht wahr? Er hat gewonnen, aber seine Armee war so sehr dezimiert, dass es gefährlich wurde. Sein Kontrahent, der russische General, und da haben sie sich abgeschlachtet. Wie gesagt, die meisten von denen waren weder Franzosen, noch hatten die irgendwas für Napoleon besonders übrig. Sie wurden einfach von ihrem König in Baden-Württemberg oder in Baden oder in Württemberg oder in Bayern gezwungen dort zu kämpfen. Dementsprechend hatten viele gar keine Lust darauf. Und es war eine ziemliche Katastrophe.

[27:56] Zurück in Deutschland am 11. September. Das Datum hat ja heutzutage einen etwas negativen Touch, 11. September, oder? Es sollte aber einen ganz positiven Touch haben, denn am 11. September 1812 ist die erste Bibelgesellschaft in Deutschland gegründet worden. Und weiß jemand, in welcher Stadt? In Stuttgart, ganz genau. Hier haben wir dann das spätere Haus. Die Bibelgesellschaft wurde am 11. September auf dem Stuttgarter Marktplatz gegründet, in einem Kaufhaus. Und zwar auf Initiative dieses Pfarrers hier, Pfarrer Steinkopf. Und so sah das dann später aus hier in Stuttgart. Noch im gleichen Jahr, im Dezember, hat dann der König Friedrich I. das Ganze auch bestätigt und Privilegien gegeben. Man hat mit 500 oder 600 Bibeln angefangen. Und das war die erste Bibelgesellschaft in Deutschland. Übrigens ist auch eine Bibelgesellschaft in Finnland gegründet worden. Also wir sehen, Jahr für Jahr kamen immer mehr Bibelgesellschaften hinzu.

[28:56] Und jetzt kommen wir zu Wolf. Wer kann sich noch letztes Mal an Wolf erinnern? Diese wunderbare Geschichte. Er hat immer noch auf der Suche nach einem Menschen, der ihn endlich tauft. Wir haben ihn zuletzt zurückgelassen, als er in Weimar gewesen ist, dort diese Begegnung mit Goethe gehabt hat und dann in die Schweiz gegangen ist, um dort Hebräisch zu unterrichten. In der Schweiz geht er in ein neues Kloster, und zwar nach Solothurn. Und er will dort jetzt Philosophie studieren. Und dort in diesem Abschnitt der Schweiz sind die Leute so antisemitisch eingestellt, dass er sich nicht traut, seinen jüdischen Glauben preiszugeben. Und er studiert mehrere Monate lang dort Philosophie. Und er bekommt einen ganz guten Draht zu seinem Zimmernachbarn. Und nach vielen Monaten wagt er es dann, er ist ja mittlerweile 17 Jahre alt, zu sagen: "Hey, weißt du eigentlich, wer ich wirklich bin?" Der Zimmernachbar kriegt schon so ein fahles Gesicht und sagt: "Bist du etwa ein Berner?" Denn die im Kanton Bern sind Protestanten und keine Katholiken, so wie hier in dem Kanton. Und er sagt: "Nein, ich bin ein Jude." In diesem Moment berichtet er, hat sein Freund einen Schrei ausgestoßen, ist aus dem Bett gefallen, woraufhin dann diejenigen, die das Haus bewacht haben, nackt in den Raum reingelaufen sind, weil sie aus dem Bett gesprungen sind, und gesagt haben: "Was ist hier los?" Und dann war dieser Freund ganz unfähig, irgendwas zu sagen, hat nur auf den Wolf gezeigt, und sie haben gesagt: "Ja, ist er denn vom Teufel besessen?" Und der Freund sagt: "Nein, noch schlimmer, er ist ein Jude." Da kann man sich vorstellen, was für einen extremen Antisemitismus es gab. Aber Wolf war clever genug, das Ganze dann runterzuspielen und zu erklären. Dann hat es am Ende keine Konsequenzen gegeben.

[30:50] Und das ist natürlich deswegen, weil nur zwei Tage später, seit diese Bibelgesellschaft gegründet worden ist, am 13. September, der Wolf ist dann nach Prag gegangen, hat sich da aus der Schweiz verabschiedet. Am 13. September ist sein großer Traum in Erfüllung gegangen. Er wurde in einem Benediktinerkloster getauft. Er wurde endlich getauft, als Katholik. Und als guter Christ braucht man jetzt auch einen Vornamen. Man kann nicht einfach nur Wolf heißen. Und er hat sich einen Vornamen ausgewählt. Weiß jemand, wie er mit Vornamen dann hieß? Wer den "Großen Kampf" gelesen hat, ist über den Vornamen schon mal gestolpert. Er hat sich den Namen Josef gegeben. Josef Wolf. Er ist dann eine kurze Zeit später noch nach Leitmeritz gegangen, hat seine Firmung erlebt, da hat er noch zwei weitere Vornamen bekommen, nämlich Stanislaus Wenzeslaus. Die hat er aber nie benutzt. Die mochte er nicht so sehr.

[31:52] Jetzt haben wir also ihn, und er ist mit 17 Jahren getauft. Und er geht erst nach Klattau und soll da unterrichten, wird dann dort so populär, dass die anderen Mönche eifersüchtig werden und so zieht er wieder von dannen, jetzt nach Wien. Und er möchte in Wien orientalische Sprachen studieren, Philosophie und Theologie. Also er hat wirklich was erlebt. Nächstes Mal werden wir sehen, was er dort in Wien erlebt hat. Das wird sehr spannend werden.

[32:20] Währenddessen gehen wir zurück nach Russland. In Moskau erfahren die Menschen am 13. September, dass die Franzosen anrücken. Der Grund dafür liegt, dass sie es so spät erst erfahren. Als die Franzosen in Borodino gewonnen haben, dieser großen Schlacht mit den vielen tausenden Toten, war der russische General so wütend, dass er einfach erklärt hat, sie hätten gewonnen. Und so hat man in Sankt Petersburg sogar den Sieg gefeiert, während die Franzosen auf Moskau marschiert sind. Und die Russen haben gar nicht gewusst, dass die Franzosen kommen. Erst einen Tag, bevor dann die Russen einmarschiert sind, ist die Nachricht gekommen. Die Moskauer waren völlig geschockt und sind Hals über Kopf geflohen.

[33:01] Und dann am 14. Die Franzosen haben sie sogar noch ein bisschen ziehen lassen, waren sogar in dem Fall etwas nett. Und am 14. haben die Franzosen dann Moskau besetzt. Es sah so aus, als ob sie gewonnen haben. An diesem Tag brechen Feuer aus. Jetzt am nächsten Tag waren die Feuer unter Kontrolle. Am 15. September am frühen Morgen war alles unter Kontrolle. Am 16. bricht das Feuer wieder aus. Und am 16. September am Nachmittag kommt es zu einem gewaltigen Sturm, ein gewaltiger Wind, der jetzt das ganze Feuer durch die Stadt verbreitet. Im Laufe der nächsten Tage brennen 75 Prozent der Stadt Moskau nieder. Und damit wird klar, die Russen können ja nicht überwintern. Sie müssen bei Zeiten zurück. Was habe ich gesagt? Die Franzosen müssen bei Zeiten zurück. Deswegen wird Napoleon unruhig. Er residiert im Kreml und bietet dem Alexander jetzt Friedensgespräche an. "Bitte erkenne meinen Sieg an, damit ich abziehen kann." Und der Zar, der rührt sich nicht. Der macht gar nichts. Also erst wartet Napoleon, dass endlich die Friedensgespräche kommen und der Zar macht gar nichts. Dann gibt er selbst die Initiative vor und möchte Friedensgespräche haben und der Zar rührt sich immer noch nicht. Und Napoleon weiß gar nicht, was er tun soll. Er hat gewonnen, aber wird nicht als Sieger anerkannt. Und das irritiert ihn ein wenig. Und die russische Regierung tut so, als ob die Besetzung von Moskau völlig unwichtig wäre und es gar nichts zu sagen hat und gar nicht kriegsentscheidend ist und eigentlich gar nichts passiert ist. Und in Russland wissen viele gar nicht, dass Moskau besetzt ist.

[34:40] Und bevor aber Napoleon zurückzieht, versuchen die Amerikaner noch einen zweiten Invasionsversuch. Diesmal nicht von der Seite, der völlig gescheitert ist. Diesmal von der Seite, über den Niagara-Fluss, da wo die Niagara-Fälle sind. Das ist am 13. Oktober. Und um drei Uhr morgens fangen sie an den Fluss Niagara zu überqueren mit vielen tausend Soldaten. Sechstausend Soldaten sind in der gewaltigen Überzahl. Drei-vierfache Überzahlen. Und es kommt zu einer Schlacht, die sie prompt wieder verlieren. Hier sehen wir einige wenige Briten gegen eine Übermacht von Amerikanern und auch diese Schlacht verlieren sie wieder. Und das hat natürlich einen völlig demoralisierenden Effekt auf die Amerikaner. Und ich denke auch William Miller in seinem großen Patriotismus war ein wenig geknickt. Hier sehen wir, wie sie die Schlacht verlieren gegen die Briten.

[35:31] Das können wir überspringen. Genau, und dann muss Napoleon sich zurückziehen. Und es liegt nur daran, dass die Russen selbst, die verschiedenen Befehlshaber, uneinig sind und sich streiten und irgendwie nicht gemeinsam helfen, dass sie ihn nicht schon frühzeitig vernichten und so kann er sich Stück für Stück zurückziehen. Aber es kommt jetzt richtig zu einer Katastrophe. Hier eine Schlacht von Tarutino, wo sie die Franzosen besiegt haben. Die nächste Schlacht bei Malo Yaroslavets. Und es wird immer schlimmer. Napoleon verliert immer mehr Soldaten und naja, es kommt zu einer richtigen Katastrophe. Im Herbst erfährt dann auch hier genau, im Herbst erfährt dann auch Bates, während eines 24-Stunden-Ausgangs auf Mallorca, dass Krieg ausgebrochen ist mit England. Er hat immer noch gehofft, das muss man sich mal vorstellen, er war bis dahin zweieinhalb Jahre in Gefangenschaft bei den Briten und hat jetzt endlich sogar alle Dokumente bekommen, die es braucht, um frei zu werden, die nachweisen, dass er amerikanischer Staatsbürger ist und als er die hat, erfährt er, dass mittlerweile Amerika im Krieg mit England ist und dass sie ihn niemals freilassen werden. Und das einzige, was er jetzt noch machen kann, er kann sich als offizieller Kriegsgefangener sozusagen deklarieren lassen. Das macht er auch. Daraufhin bekommt er nur noch ein Drittel der Verpflegung, keine starken Getränke, der zweite Punkt ist wahrscheinlich gar nicht so schlimm gewesen, und wird jetzt nur noch für Pumparbeiten eingesetzt. Und solange der Krieg dauern wird mit England, wird er auch nicht freikommen, das ist jetzt klar.

[37:08] Im Herbst passiert dann noch etwas, was sehr wichtig ist für unsere Geschichte Millers. Er ist immer noch Sheriff, noch ist seine Miliz in Vermont nicht mobilisiert worden für den Krieg und eines Abends in einem Gespräch mit einem anderen Beamten reden sie über die Idee, was kommt nach dem Tod. Und er sagt dann folgendes: "Ich war mir nun vollkommen im Klaren darüber, dass Deismus, also dieser Fast-Atheismus, untrennbar mit einer Leugnung eines zukünftigen Lebens verbunden war und dahin tendierte. Und ich dachte mir, anstatt solch eine Sichtweise anzunehmen, bevorzuge ich den Himmel und die Hölle der Schrift. Aber noch immer konnte ich die Bibel nicht als inspiriert ansehen." Also wir sehen, im Herbst 1812 hat er so einen ersten Schritt wieder Richtung Christentum zurückgemacht. Er konnte sich einfach nicht vorstellen, dass mit dem Tod alles vorbei ist. Das hat ihn irgendwie, das hat mir Angst gemacht. Und er hat gesagt: "Ich glaube daran, dass irgendwas danach kommt, nur die Bibel, die kann ich noch nicht als inspiriert ansehen." Und so sehen wir, wie Gott ihn Schritt für Schritt geführt hat in seiner Erfahrung.

[38:22] 3. November. Die übrigbleibenden französischen Verbände werden jetzt auch von Schnee noch eingeholt und von den nachsetzenden Russen, die dezimieren sich und dezimieren sich. Ähm, das ist am 3. November hier in Wjasma. Am 6. November wird dann Miller zum Kommandanten ernannt, der Miliz von Vermont und seine Aufgabe besteht jetzt darin, Freiwillige anzuwerben. Also er hat jetzt die Aufgabe bekommen, von Dorf zu Dorf zu gehen und zu sagen: "Wer von euch möchte nicht alles in diesen wunderbaren Krieg gegen die Briten ziehen?" Und da er so ein toller Patriot war, hat er es bestimmt auch ganz toll gemacht. Wir wissen nämlich, dass er dann zehn Tage später einen Aufruf erlassen hat: "Wer möchte alles mit mir in den Krieg ziehen als euer Käpt'n?" Und es haben sich eine ganze Reihe von Leuten gemeldet, weil sie wussten, Miller ist der Käpt'n. Das zeigt, dass er ziemlich viel Ansehen gehabt hat in seiner Gesellschaft.

[39:22] Tja, und das wurde das Bild des Jahres, nicht wahr? Napoleon im Rückzug. Währenddessen, wie gesagt, das ist nicht so wichtig. Das Elend wurde immer größer. Wir sehen, Pferdefleisch war damals kein Skandal. Zu der Zeit, ja. Die waren froh über alles, was irgendwie noch noch essbar war. Und der russische Winter gibt jetzt den Rest, aber man darf nicht vergessen, es war nicht der russische Winter, der die Niederlage beigeführt hat, es war nur der russische Winter, der es am Ende alles nur noch schlimmer gemacht hat.

[40:01] Und dann, Ende November kommt es dann zur endgültigen Katastrophe beim Übergang über die Beresina. Müssen hier Brücken gebaut werden und es ist wie so ein Nadelöhr. Von allen Seiten kommen die zurückziehenden Franzosen, verfolgt von den Russen, die über zwei Brücken dann zigtausend Soldaten, die noch übrig geblieben sind, hinüberbringen wollen und von den siebzigtausend Soldaten schaffen es über dreißigtausend nicht. Es sind jetzt also nur noch etwa vierzigtausend Soldaten, von denen mal fast eine halbe Million. Und auch die werden kaum alle das rettende Deutschland erreichen.

[40:36] Am 27. November hat man noch mal versucht, Kanada einzunehmen. Ist wieder misslungen und diesmal war es noch blamabler. Diesmal ist man von Vermont ausgegangen und hat hier eine Mühle eingenommen. Hier dort stand ein erster amerikanischer Trupp und die haben die Mühle besetzt und dann kam der zweite amerikanische Trupp, weil aber damals die Offiziere nicht besonders gut waren, miteinander zu kommunizieren, hat der zweite amerikanische Trupp gedacht, das wäre noch die britische Besatzung. Dann haben die die eigenen Leute abgeschossen und die haben zurückgefeuert und als man dann gemerkt hat, dass man sich gegenseitig beschießt, war man so dezimiert, als dann die Briten kamen, musste man nicht zurückziehen. Also der Patriotismus der Amerikaner hat in diesem Jahr 1812 wirklich herbe Dämpfer erlitten. Obwohl die immer in der Überzahl waren, haben sie eine Schlacht nach der anderen verloren. Wir werden noch sehen, wie in den nächsten ein, zwei Jahren, dass im Denken von Miller eine entscheidende Rolle gespielt hat. Denn Miller hat immer in Logik gedacht, nicht wahr? Was ist Logik? Was ist logisch und was ist vorstellbar? Und das war so unlogisch, dass sie einfach nicht in der Lage waren, diese paar Hansel dort in Kanada zu besiegen.

[41:47] Es ist dann so, dass Napoleon am 5. Dezember seine Armee verlässt, hat jetzt Wichtigeres zu tun, er muss seine Herrschaft retten in Paris und die armen Rest-Franzosen, die jetzt noch überlebt haben, die müssen bei minus 39 Grad im Freien übernachten. Und alle, die das überleben, werden dann von den Kosaken niedergemacht. Allein in Wilna werden 20.000 Kranke und Verwundete zurückgelassen, die stapeln sich in den Leichenhäusern, da liegen dann Tote neben Schwerverletzten. Die Schwerverletzten, sagt man, sind so hungrig gewesen, dass sie an den Toten genagt haben. Es war ein unvorstellbares Ende und alle, die das noch überlebt haben, sind dann durch die Kosaken niedergemacht worden. Und am 14. Dezember sind die restlichen französischen Soldaten zurückgekommen. Es waren genau 4.300 Soldaten. 475.000 plus 100.000 Hilfstruppen sind hinmarschiert und 4.300 sind zurückgekommen. Napoleon ist dann am 18. Dezember in Paris angekommen, hat erklärt, naja, das war halt der russische Winter, ich brauche eine neue Armee. Er hat in seinem Bericht sogar gesagt, der Kaiser erfreut sich bester Gesundheit. Übrigens, interessanterweise, als die Franzosen zurückgekommen sind, haben sie viele Pferde verloren gehabt und anstatt dann die restlichen Pferde einzusetzen, um die Menschen abzutransportieren, haben sie mit den restlichen Pferden dann das ganze Gold und Silber und die Pelze und die Gemälde abtransportiert und haben ihre eigenen Leute verrecken lassen. Also das war eine Katastrophe sondergleichen und hat dazu natürlich geführt, dass ganz Europa angefangen hat, Napoleon richtig zu hassen.

[43:33] Ja, damit endet das Jahr 1812. Einige letzte kurze Punkte und dann sind wir am Ende angelangt. Am 23. Dezember ist dann Millers Vater gestorben, im Alter von nur 55 Jahren, ist an einer Krankheit gestorben und kurz zuvor war schon Millers Schwester gestorben, es waren einige Schicksalsschläge in diesem Jahr für ihn. Und noch eine interessante Person, ich habe kein Bild von ihm gefunden, aber Ignaz Lindl beginnt in diesem Jahr in Bayern und Österreich öffentlich über Prophetie zu verkündigen, also auch nicht nur in Amerika und in England, sondern auch in Bayern und Österreich. Hier fast bei uns in der Nähe hat es um 1812 biblische Verkündiger gegeben, die gesagt haben, das Ende naht.

[44:16] Noch ein ganz interessanter Buch, das rausgekommen ist zu der Zeit, war dieses Buch, "Eine neue Analyse der Chronologie" von William Hills. Er ist einer der fünf Leute, der ersten fünf, die erkannt haben, dass Daniel VIII und Daniel IX eine Verbindung haben. Er war ein bisschen in der Anwendung, ein bisschen zu weit weg, er hat geglaubt, das geht bis 1880, aber er gehört zu diesen ersten fünf, die diese Verbindung gesehen haben zwischen Daniel VIII und Daniel IX.

[44:47] Und dann wollen wir es nicht vergessen, ah, das ist noch ganz wichtig, dieser Mann haben wir schon öfter kennengelernt, Alexander Campbell, ein Gründer der Christian Connection, hat in diesem Jahr auch die biblische Taufe erkannt und hat sich durch Untertauchen, untertauchen, taufen lassen. Und wir sehen, wie immer mehr Menschen, immer mehr einflussreiche Leute in diesen Jahren die biblische Taufe erkannt haben, dass es immer mehr um sich gegriffen hat, diese Taufe durchzuführen.

[45:17] Und wie jedes Mal, wollen wir es auch diesmal erwähnen, obwohl man schon das fast auswendig mitsagen kann, es gab viele Campmeetings. Wir machen das deswegen, einfach, dass wir immer im Hinterbewusstsein haben, dass die USA eine christliche Nation geworden sind, hängt damit zusammen, dass über viele Jahre, über 30 Jahre hinweg, diese Campmeetings das ganze Land quasi durchsäuert haben. Im Jahre 1812 war ein Höhepunkt erreicht, jedes Jahr allein 400 methodistische Campmeetings. Und trotz dem Krieg, trotz allem, hat sich das Christentum dort stark verbreitet.

[45:53] Was mit Miller passiert ist, wie er dann in den Krieg selbst involviert worden ist, ob Bates jemals freigekommen ist, was Joseph Wolf mittlerweile, muss ich sagen, in Wien erlebt hat und was Napoleons Schicksal gewesen ist, das sehen wir alles nächste Woche, wenn es heißt: "Im Sog des Krieges 1813." Bis dahin sind wir Gott dankbar, dass wir wissen dürfen, wir haben nichts zu verlieren für die Zukunft, nicht zu befürchten, danke. Wir haben nichts zu befürchten für die Zukunft, es sei denn, wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat. Amen.


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