[0:26] Nun, wir haben dir versprochen, dass wir heute Abend das Thema Diabetes behandeln werden. Und wir wollen darüber sprechen, wie wir diese führende Krankheit in der westlichen Welt wieder umkehren können. Aber zunächst habe ich eine Frage für Sie. Könnte es vielleicht sein, dass Sie sich schon in den Anfängen von Typ 2 Diabetes befinden und es gar nicht wissen können? Das ist sehr gut möglich.
[1:02] Wir wollen über einige der Schlüsselfaktoren für einen optimalen Metabolismus sprechen. Denn wenn Ihr Metabolismus nicht optimal ist, dann haben Sie ein Risiko für Typ 2 Diabetes. Sehen Sie, die zugrunde liegenden Probleme mit einem Typ 2 Diabetes ist ein Zustand, den wir Insulinresistenz nennen. Insulinresistenz ist sozusagen der Anfangspunkt dafür, dass sich Typ 2 Diabetes entwickeln kann. Aber bevor man dahin kommt, Typ 2 Diabetes zu haben, hat man gewöhnlich andere Problembereiche.
[2:05] Eines dieser Probleme nennt man das metabolische Syndrom oder im englischsprachigen Raum auch Syndrom X. Vor zehn oder zwölf Jahren haben noch nicht sehr viele Ärzte über dieses metabolische Syndrom gesprochen. Aber hier gab es in den USA eine Forschungsarbeit, die dann die Aufmerksamkeit der Menschen erregte. In dieser Studie, die sich unter Rassenaspekten verschiedener Bevölkerungsgruppen anschaute, hat man herausgefunden, dass ungefähr ein Viertel der amerikanischen Bevölkerung dieses metabolische Syndrom hat. Wenn man sich die Personen nach Altersklassen getrennt anschaute, war es sogar noch schlimmer. Das heißt, wenn die 60er überschritten wurden, dann war der Prozentsatz an Personen in der Bevölkerung, die davon betroffen waren, ungefähr 50 Prozent. Das heißt, in der westlichen Welt haben wir wirklich ein riesiges Problem.
[3:34] Wir werden heute Abend herausfinden, ob Sie vielleicht auch dieses Problem haben. Wir haben fünf Fragen für Sie. Und wenn drei von diesen Fragen positiv beantwortet werden, dann heißt es, dass Sie ein metabolisches Syndrom haben. Bevor wir jetzt diese Zahlen uns näher anschauen, müssen einige Freunde mir mal eben helfen. Wir benutzen die gleichen Einheiten, wir brauchen die also nicht, um zu rechnen. Das sind doch die Zahlen, wie sie normalerweise auch in Deutschland benutzt werden. Für Blutzucker zum Beispiel benutzen wir den Wert in Milligramm pro Deziliter. Wir brauchen es also nicht umrechnen. Jetzt geht es mir schon sehr viel besser. Also lasst uns diese Punkte betrachten.
[4:54] Also beim ersten Punkt geht es um abdominale Adipositas, also den Bauch betreffend, wenn man hier seine Fettreserven hat. Wenn man also ein Mann ist und man hat einen Taillenumfang von mehr als 102 Zentimeter, dann hat man hier also einen Punkt. Bei einer Frau sind es 88 Zentimeter. Seien Sie vorsichtig, manchmal treffe ich Personen und sie sagen Dr. DeRose, ich kann immer noch den gleichen Gürtel tragen, wie ich ihn im Gymnasium getragen habe. Aber wenn man sie sich anschaut, dann ist oberhalb des Gürtels so eine riesige Beule. Das heißt, die Taille ist nicht unbedingt gleichbedeutend mit der Größe des Gürtels. Sondern worum es geht, ist, dass wir an der dicksten Stelle messen.
[6:13] Sehen wir uns den nächsten Punkt an. Und denken Sie dran, bei drei Punkten haben Sie das metabolische Syndrom. Einige von Ihnen haben schon einen Punkt. Jetzt kommen wir zu Triglyceriden. Wenn Ihre Triglyceride nüchtern gemessen 150 oder mehr sind, haben Sie einen weiteren Punkt. Einige von Ihnen sagen vielleicht, ich weiß gar nicht, wie hoch meine Triglyceride sind. Wenn Sie nett für sich selbst sein wollen, dann sollten Sie da einen Punkt sich geben. Das heißt, wenn Sie nicht wissen, wie hoch Ihre Triglyceride sind, sollten Sie vom schlechtesten ausgehen, denn Sie möchten ja, dass Ihre Gesundheit gut ist. Das heißt, wenn wir nicht wissen, wo wir sind, das heißt, wir kümmern uns nicht so richtig um unsere Gesundheit. Und es ist wichtig, dass wir ab und zu unsere Laborwerte messen lassen und wissen, wo wir uns befinden.
[7:14] Als nächstes gehen wir zum HDL-Cholesterin. Das ist das sogenannte gute Cholesterin. Wir nennen es das gute Cholesterin, weil HDL dazu beiträgt, dass das Cholesterin aus den verstopften Arterien hinaus befördert wird. Und das Cholesterin wird dann zur Leber transportiert und dann kann der Körper es ausscheiden. Das heißt, das Ziel muss sein, dass das HDL möglichst hoch ist. Als Mann ist es also wichtig, dass das HDL höher ist als 40. Wer ein niedrigeres HDL hat als 40, kriegt einen Punkt als Mann. Und Frauen bekommen einen Punkt, wenn es unter 50 ist. Das heißt, wir haben hier jetzt schon drei Punkte abgearbeitet. Das heißt, einige von Ihnen haben vielleicht an dieser Stelle schon drei Punkte. Und einige von Ihnen sitzen hier an der Stuhlkante.
[8:30] Und jetzt schauen wir uns die nächsten Punkte an. Blutdruck. Wenn Ihr diastolischer Blutdruck 130 oder höher ist, oder Ihr diastolischer Blutdruck ist 85 oder höher, gibt es einen Punkt. Ich weiß, einige von Ihnen lächeln jetzt. Und sagen sich, bin ich froh, dass ich diese fünf Bluthochdruckmedikamente nehme. Aber ich möchte Ihnen jetzt sagen, was dieser kleine Stern dort bedeutet. Der Stern bedeutet, selbst wenn Ihre Zahlen hier gut sind, kriegen Sie trotzdem einen Punkt, wenn die Zahlen nur deswegen so gut sind, weil Sie Medikamente nehmen. Also, wer Medikamente nimmt gegen Bluthochdruck, kriegt einen Punkt auf jeden Fall. Das heißt, dieser Blutdruck hier, dieser Blutdruckwert, muss ein Wert sein ohne Medikamente. Sobald man Medikamente nimmt gegen Bluthochdruck, gibt es einen Punkt.
[9:44] Zum Schluss haben wir hier den Zuckerwert, nüchtern. Wenn man 100 oder mehr hat, gibt es einen Punkt. Das ist der Punkt, wo wir Diabetes diagnostizieren. Wissen Sie, ab wann man das als Diabetes bezeichnet, beim Lüchterner Blutzucker? 123. 123 ist ziemlich nah dran. 125. Es ist 125. 125 ist der Grenzwert zum Diabetes. Über 125, das ist Diabetes. Also über 125 wird als Diabetes definiert. Das heißt, 100 ist noch nicht Diabetes. Sondern das nennen wir ein Prä-Diabetes.
[11:01] Ich möchte also nicht, dass Sie Ihre Hand heben. Aber es kann möglich sein, dass einige von Ihnen gerade festgestellt haben, dass Sie ein metabolisches Syndrom haben. Was ist denn jetzt nun tatsächlich das metabolische Syndrom? Das metabolische Syndrom tritt auf als Folge einer Insulinresistenz. Und jetzt fragen Sie, was ist denn das? Ich weiß, dass ich hier in Bezug auf das Kamerateam mich schon auf dünnem Eis bewege. Ich werde jetzt also nicht zur Tür hingehen und das illustrieren. Aber wir stellen uns jetzt einfach mal vor, wir haben hier eine Tür. Wir haben hier eine Tür.
[12:00] Ich möchte Ihnen einmal erklären, was das Insulin eigentlich macht. Die Aufgabe des Insulins ist, die Türen in Ihren Zellen zu öffnen. Damit der Zucker vom Blut in das Gewebe, also in die Zellen hineingehen kann. Also stellen Sie sich für unsere Illustrationen einfach diese Türen so ähnlich vor wie die Türen in Ihrem Haus. Und das Insulin ist sozusagen der Türsteher. Der jetzt für Sie die Tür da öffnet.
[12:51] Was passiert jetzt, wenn die Tür klemmt? Und der Türsteher versucht, die Tür zu öffnen. Und er ist nicht stark genug, um die Tür aufzubekommen. Das ist Insulinresistenz. Das heißt, das Insulin kann seine Aufgabe nicht erfüllen, weil das Gewebe, die Zellen, nicht entsprechend reagieren. Und die Zellen können nicht so reagieren, wie sie sollten.
[13:30] Was macht der Körper dann damit? Es wird mehr Insulin produziert. Wenn also ein Mann diese Tür nicht aufbekommen kann, vielleicht holt man dann einen zweiten oder dritten Mann dazu und alle ziehen, wie wild, an dieser Tür. Und schließlich haben sie die Tür aufgekriegt. Das heißt, ihr Blutzucker ist durchaus auf einem guten, normalen Niveau. Aber der Spiegel des Insulins im Blut ist sehr viel höher, als er sein sollte.
[14:09] Und dieser hohe Insulinspiegel und diese Insulinresistenz bewirkt Veränderungen in Ihrem Stoffwechsel. Sie sagen, es ist doch egal. Welchen Unterschied macht das? Zunächst einmal kann es letzten Endes zu Diabetes führen. Aber damit wir hier wirklich auf einer Ebene reden, ist es wichtig, dass Sie alle verstehen, was die zwei unterschiedlichen Typen von Diabetes jetzt sind. Denn Insulinresistenz führt nur zu Typ 2 Diabetes.
[15:01] Also reden wir hier kurz mal über Typ 1 Diabetes. Typ 1 Diabetes ist ein völlig unterschiedlicher Entstehungsprozess der Krankheit. Es hat überhaupt nichts mit Insulinresistenz zu tun. Sondern es ist ein Problem mit der Insulinproduktion. Und wenn man Typ 1 Diabetes hat, sollte man anstelle von Insulin wegzukommen, ist es wichtig, dass man so früh wie möglich mit der Insulinzufuhr beginnt.
[15:48] Die häufigste Ursache für einen Typ 1 Diabetes ist ein autosomaler Prozess. Das heißt, Ihr eigenes Immunsystem greift Ihre Bauchspeicheldrüse an. Dadurch wird die Fähigkeit der Bauchspeicheldrüse, Insulin zu produzieren, zerstört.
[16:18] Das heißt, es gibt verschiedene Risikofaktoren, die das Risiko für Typ 1 Diabetes erhöhen. Eine der Risikofaktoren ist, wenn man als Kind, sehr junges Kind, Kuhmilch trinkt. Dadurch wird dieser Autoimmunprozess gefördert. Und ein weiterer Faktor, der das Risiko hierfür erhöht, ist, wenn man in der frühen Kindheit niedrige Vitamin-D-Spiegel hatte.
[17:02] In Skandinavien hat man diese Verbindung erkannt. Und uns ist ja bewusst, Skandinavien liegt so weit im Norden, dass man, wenn man sechs Monate lang wirklich rausgeht und in der Sonne ist, ist man nicht in der Lage, genug Vitamin-D zu produzieren. Und das ist nicht nur, weil dort die Sonne nicht so viel scheint, selbst wenn die Sonne wirklich den ganzen Tag scheint, steigt sie nicht hoch genug am Horizont, damit die ultravioletten B-Strahlen durch die Atmosphäre durchkommen.
[18:06] Also wenn wir jetzt drei Monate vor Ende des Jahres nehmen und drei Monate nach, also die obere Hälfte des Winters quasi, und man diese gesamten sechs Monate nimmt, also in diesen sechs Monaten, drei Monate vor Dezember, drei Monate nach, kann man in Skandinavien nicht genug Vitamin-D produzieren. Man hat also dort diese Verknüpfung mit dem Diabetes entdeckt und man fing an, allen Säuglingen Vitamin-D zu geben. Und die Raten für Typ-1-Diabetes sind ungefähr ums Zehnfache gesunken.
[19:03] Es gibt also bestimmte Faktoren, die das Risiko für Typ-1-Diabetes senken können, aber manchmal bekommen Menschen trotzdem Typ-1-Diabetes aus Gründen, die wir nicht kennen. Es kann zum Beispiel ein Virus sein, das man vielleicht anstößt.
[19:19] Es gibt einige Hinweise darauf, dass man diesen Autoimmunprozess verlangsamen kann, indem man zum Beispiel Nikotinamid, das ist, glaube ich, ein bestimmtes Vitamin, weiß jetzt nicht genau, und Vitamin E benutzt. Nikotinamid ist ein anderer Name für Nikotinamid. Niacin ist ein Vitamin, ein B-Vitamin, aber technisch gesehen ist das nicht ein Vitamin. Es ist ein Vitamin-Derivat.
[20:04] Eine typische Dosierung von diesen Stoffen wäre 500 Milligramm dreimal täglich. Und wir haben gewisse Hinweise darauf, dass es möglicherweise auch eine Substanz ist, die bei Schilddrüsenproblemen hilft. Also ganz bestimmte Autoimmunkrankheiten im Bereich der Schilddrüse, wie zum Beispiel in der Hashimoto-Schilddrüse. Aber auch hier ist es wichtig, dass man die Insulin-Zufuhr aufrechterhält, wenn es ein Typ-1-Diabetes ist.
[20:44] Lassen Sie mich das noch mal auf andere Weise erklären. Weil es ein Autoimmunprozess ist, dann ist es oft so, dass der eigene Antikörper gegen das Insulin produziert. Wenn man also jetzt Insulin spritzt, muss man sich das folgendermaßen vorstellen. Die Antikörper greifen das Insulin ein, was man injiziert, und greifen dann nicht so sehr die eigene Bauchspeicheldrüse an. In diesem Typ-1-Diabetes ist es gut und richtig, wenn man so früh wie möglich Insulin zuführt.
[21:38] Und jetzt zurück zum Typ-2-Diabetes. In der westlichen Welt sind 90 bis 95 Prozent aller Diabetesfälle Typ-2-Diabetes. Das heißt, wir kehren jetzt zurück zu unserer Frage. Warum soll man sich Sorgen machen wegen des metabolischen Syndroms?
[22:02] Der Punkt ist, es ist wirklich ein ernstes Problem. Und hier ist einer der Gründe. Tatsächlich ist es so, dass einige von Ihnen vielleicht Schwierigkeiten hatten, letzte Nacht zu schlafen. Und es ist möglich, dass einer von Ihnen vielleicht deswegen nicht geschlafen hat, weil Sie sich Sorgen gemacht haben über Ihren Von-Wille-Brand-Faktor. Die meisten von Ihnen lachen, weil sie noch nie von diesem Faktor gehört haben. Es ist also vielleicht wahrscheinlicher, dass Sie kommende Nacht nicht gut schlafen, weil Sie sich Sorgen machen über Ihren Von-Wille-Brand-Faktor.
[22:52] Aber worum es mir geht, ist Folgendes. Obwohl Sie vielleicht noch nie von irgendeinem dieser Dinge, die hier aufgezählt sind, gehört haben, sind alle diese aufgezählten Dinge Faktoren, die die Gerinnung Ihres Blutes wahrscheinlicher machen, dass Ihr Blut sich zu klumpen. Wodurch das Risiko erhöht wird, dass man einen Schlaganfall bekommt oder einen Herzinfarkt zum Beispiel.
[23:28] In dem Moment, wo der Spiegel von einem dieser Faktoren nach oben geht, wenn der Insulinspiegel steigt, dann gehen auch diese Faktoren nach oben. Genau. Wenn man also Insulinresistenz hat, als Konsequenz daraus, produziert der Körper mehr Insulin. Automatisch gehen diese Faktoren auch nach oben und dadurch wird das Risiko für einen Schlaganfall oder für einen Herzinfarkt erhöht.
[24:10] Die anderen Faktoren, die man kennt, werden durch Insulinresistenz verschlechtert. Wenn das Insulin in unserem Blut ansteigt, dann geht das gute Cholesterin nach unten und die schlechten Triglyceride steigen. Sehen Sie also, wie hier Probleme verursacht werden, die uns nicht wünschen.
[24:44] Wie ist das? Was wir bis jetzt gehört haben, wer von Ihnen ist der Meinung, dass jeder von uns sich Gedanken machen sollte über das metabolische Syndrom? Jeder einzelne von uns sich wünschen sollte, dass unser Insulin so gut wie möglich funktioniert?
[25:02] Aber das ist noch nicht alles. Es gibt zwei Symptome, die verknüpft sind mit der Insulinresistenz und dem metabolischen Syndrom. Das ist das polycystische Ovarien-Syndrom, also Zysten in den Eierstöcken. Und dann werden wir noch über bestimmte Krebsarten sprechen.
[25:28] Zunächst sprechen wir über diese Ovarialzysten, abgekürzt PCOS. In Amerika ist es so, dass jede Frau dieses Problem hat. Und eine der stärksten Sorgen, die man hat in dem Zusammenhang, ist, dass es dazu führen kann, dass eine Frau nicht in der Lage ist, Kinder zu empfangen. Wenn Sie also jemanden kennen und derjenige wünscht sich Kinder und sie können keine Kinder bekommen, dann ist es möglich, dass sie diese Ovarialzysten hat.
[26:12] Die Behandlung hierfür ist, dass man sich um die Insulinresistenz kümmert. Es gibt Medikamente, die das tun, aber wir werden darüber sprechen, wie unser Lebensstil hier eine Wirkung haben kann. Aber bevor wir darüber sprechen, möchte ich das Thema Krebs ansprechen.
[26:40] Es gibt einige Krebsarten, die mit Insulinresistenz verknüpft sind. Einige der hauptsächlichen Krebskiller finden wir hier auf dieser Liste. Wenn Sie nie geraucht haben und niemals in der Nähe eines Rauchers gelebt haben, dann wird der Krebs, der am wahrscheinlichsten ein Killer für Sie sein kann, auf dieser Liste sein. Es könnte Darmkrebs sein oder Brustkrebs oder Prostatakrebs. Das sind bei Nichtrauchern die drei führenden Krebskiller und alle drei sind mit Insulinresistenz verknüpft.
[27:28] Das Fazit ist also, jeder einzelne von uns sollte daran Interesse haben, die Prozesse, die zu Typ-Diabetes hinführen, umzukehren. Denn diese Prozesse sind zum Beispiel Insulinresistenz. Und Insulinresistenz für sich genommen führt schon zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Hat nur die Insulinresistenz trägt zu Bluthochdruck bei. Oder Unfruchtbarkeit. Und kann nur diese Insulinresistenz für sich genommen dazu beitragen, dass wir Krebs bekommen. Das heißt, selbst wenn wir nie Diabetes bekommen, ist die Insulinresistenz etwas Schlechtes.
[28:28] Wir haben hier ein... Bei diesem Bild die unteren Dinge, die wir hier finden, sind die Dinge, die wir bereits abgehandelt haben. Die vier Punkte. Die blauen Pfeile, die hier wegzeigen. Von dem Quadrat in der Mitte wegzeigen. Die haben wir bereits behandelt. Und die Punkte im oberen Bereich, wo die Pfeile auf das Quadrat hinzeigen, sind die Punkte, über die wir noch sprechen werden. Das sind Dinge, die uns helfen, wie wir Diabetes umkehren können. Wir wollen uns den Bereich unten zunächst anschauen.
[29:20] Bis jetzt sollten wir also erkannt haben, dass Insulinresistenz zu Krebs beiträgt. Es fördert. Und es ist ein Faktor, der zu Typ 2 Diabetes hinführt. Es ist der entscheidende Faktor, der zu Typ 2 Diabetes hinführt. Gleichzeitig wird das Risiko für Bluthochdruck erhöht. Unsere Triglyceride, unser Cholesterinwert wird erhöht. Das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Herzinfarkt, Schlaganfall und irgendwelche Ablagerungen in den Gefäßen allgemein wird erhöht. Und gleichzeitig wird das Risiko für polycystisches Ovarien-Syndrom in Frauen erhöht.
[30:28] Das ist also jetzt der kurze Überblick über das, was wir gesagt haben. Jetzt wollen wir über die Punkte dort im oberen Bereich sprechen. Ich möchte, dass Sie gleich von Anfang an einige wichtige Dinge hier sich anschauen. Wir können nicht verändern. Wir können zum Beispiel unsere genetischen Anlagen nicht verändern. Und wir können auch nicht die Tatsache verändern, dass wir älter werden. Es sei denn, wir sterben vorher. Und es gibt vielleicht bestimmte Grundkrankheiten, die wir haben, die wir auch nicht verändern können. Aber selbst wenn wir diese Grundkrankheiten behandeln, ist das schon ein Faktor, der uns hilft.
[31:24] Wenn wir zum Beispiel irgendwelche Krankheiten haben im Bereich der Schilddrüse, dann kann das ein Störfaktor sein bei der Insulinresistenz. Aber wir schauen uns jetzt mal die Dinge an, die wir verändern können. Wir werden etwas detaillierter darüber sprechen. Wir haben hier zum Beispiel Übergewicht. Schlechte Ernährung. Mangelnde körperliche Bewegung. Zu wenig Schlaf. Und Tabak.
[32:04] Ich möchte also nicht zu viel Zeit mit jedem einzelnen Punkt hier aufwenden. Sondern wir wollen uns auf die wichtigsten Faktoren konzentrieren. Ich denke, die meisten von Ihnen wissen inzwischen, dass wenn wir Tabak benutzen, dass das keine gute Sache ist. Aber wenn Sie das noch nicht wussten, dass dadurch Ihre Insulinresistenz verschlechtert wird, dann ist das etwas Wichtiges, was wir wissen sollten. Das heißt, wenn man Diabetes hat, dann sollte man aufhören, Tabak zu kauen. Man sollte aufhören zu rauchen. Besonders wenn man in Bezug auf Diabetes dort die guten Resultate haben möchte.
[32:56] Lass uns über eine andere Sache sprechen. Und das ist Stress. Ich muss etwas Interessantes sagen. Es hat mir sehr gut gefallen, hier in Bad Cannstatt zu sein. Weil Sie alle so nett zu mir waren. Und ich habe so den Eindruck, dass Sie mir da nicht nur etwas vorgespielt haben. Ich werde also nach Amerika einen guten Bericht mitbringen über Sie. Sie haben das nicht nur gemacht, damit ich etwas Gutes über Sie erzähle, sondern ich glaube, dass Sie wirklich echt nette Menschen sind, die hier in diese Gemeinde gehen.
[33:46] Ich möchte Ihnen deswegen etwas empfehlen. Wenn Sie kein Mitglied in dieser Kirche sind, sondern nur ein Gast, dann würde ich Ihnen empfehlen, dass Sie häufiger hierher kommen. Und wir wissen, dass einer der wichtigsten Faktoren, wenn wir mit Stress zu tun haben, der ist, dass wir eine soziale Unterstützung haben. Und mit Menschen zusammen zu sein, die einen unterstützen und die einem helfen bei einem gesunden Lebensstil.
[34:30] Wissen Sie, dass einer der Gründe, warum Sie einen gesunden Lebensstil haben, der ist, dass Sie einfach mit Menschen zusammen sind, die Sie davon abhalten, diese gesunden Dinge umzusetzen. Ich spreche an vielen unterschiedlichen Orten. Und oft sind die Orte, wo man spricht, an den Orten bekomme ich nicht so wunderbares Essen wie hier. Sie geben ihr Nahrungsmittel, gute Nahrungsmittel, die die Insulinresistenz verschlechtern. Und wir werden gleich noch die Ernährung ein bisschen weiter ansprechen. Aber Stress ist jetzt unser Thema.
[35:16] Mangelnde körperliche Bewegung. Diejenigen von Ihnen, die den vorigen Vortrag schon gehört haben, wir haben in dem letzten Teil unseres vorherigen Vortrags über Training und körperliche Bewegung gesprochen. Und ich möchte noch einmal betonen, wie wichtig es ist, dass man wirklich täglich sich körperlich bewegt. Und bevor wir hier mit dem Vortrag zu Ende sind, werden wir da noch weiter ins Detail gehen.
[35:52] Wie steht es mit diesem Punkt? Schlechter Schlaf. Es gibt etliche Gründe für schlechten Schlaf. Wenn einige von Ihnen hier während meines Vortrags geschlafen haben, dann sollten Sie sich vielleicht eine Kopie der DVD bestellen und diese DVD anschauen, um einzuschlafen. Im Übrigen, das ist sehr interessant. Selbst etwas, was vielleicht beim ersten Mal, wenn man es hört, sehr anregend ist, stimulierend, nachdem man es mehrere Male gehört hat, kann es eine gute Schlafkassette sein. Ein Schlaf-MP3.
[36:56] Ich will erklären, was ich meine. Viele Menschen haben Probleme mit dem Schlaf wegen der vielen Sorgen, die ihnen durch den Kopf gehen. Sie denken darüber nach, was morgen sein wird. Also, ich schläge mich meinetwegen heute Abend ins Bett und fange an, mir Sorgen zu machen, was dann morgen los sein wird. Ich habe zum Beispiel einen Zug, der morgen abfahren soll. Wann fährt unser Zug ab, Sonja? Sie glaubt, es ist 9.51 Uhr. Aber das klang nicht wirklich überzeugend. Das kann sein, ich kann also heute Nacht im Bett liegen und ich nicht mit ihr geredet habe und sie nicht noch mal einen Blick auf das Ticket geworfen hat. Und ich liege dann vielleicht im Bett und mache mir Gedanken, geht der Zug um neun ungefähr oder ungefähr um zehn?
[38:04] Manche Leute liegen die ganze Nacht im Bett und machen sich über irgendetwas Sorgen. Das ist doch wirklich dumm, da zu sitzen und nicht Sorgen zu machen. Man steht einfach auf, weckt die Frau auf, sagt, holt das Ticket raus, guckt drauf und fertig. Aber die meisten anderen Menschen, die machen sich keine Sorgen über diese einfachen Dinge. Sondern sie machen sich Sorgen über Dinge, für die es gar keine Antwort gibt. Zum Beispiel, was wird passieren mit meiner Arbeitsstelle? Oder wie wird nächstes Jahr die Wirtschaft sich entwickelt haben? Oder wird meine Tochter oder mein Sohn eine gute Ehefrau oder einen guten Ehemann finden? Wissen Sie, was ich sagen will? Verstehen Sie, was ich sagen will? Oder wie werde ich die Prüfung nächste Woche bestehen?
[39:04] Wir können also da im Bett liegen und über alle diese Dinge nachdenken. Und was passiert? Wir bleiben wach. Eine der Dinge, die ich hier über diese Gemeinde gelernt habe, und das hat mich ermutigt, ist, dass Sie wirklich überzeugt davon sind, dass Bibelstudium etwas Gutes ist. Und nach meiner eigenen Erfahrung ist es eines der besten Dinge, wie man Stress unter Kontrolle bekommen kann. Dadurch erfährt man, dass Gott wirklich alles in der Hand hat. Wir brauchen uns nicht irgendwelche Sorgen zu machen.
[39:46] Und wenn Sie die Bibel nicht lesen und Sie sind auf der Suche nach Leuten, die mit Ihnen zusammen die Bibel studieren, da habe ich gelernt, hier gibt es in der Kirche wirklich ein paar sehr gute Bibellehrer. Aber selbst wenn Sie alle diese guten, stressreduzierenden Dinge kennen, kann es immer noch Dinge geben, über die Sie sich abends beim Einschlafen Gedanken machen. Und das ist also der Punkt, wo diese Schlaf-MP3 ins Spiel kommt.
[40:24] Stecken Sie einfach Dr. DeRose's Vortrag rein, und nachdem Sie den Vortrag zehnmal gehört haben, dann haben Sie kein Interesse mehr daran, was ich sage. Sondern das trägt einfach dazu bei, dass Ihre Gedanken sich konzentrieren können. Dass Sie sich konzentrieren können auf etwas anderes, was nicht aufregend für Sie ist. Und Sie sagen jetzt vielleicht, Dr. DeRose, das war kein gutes Beispiel. Und Sie sagen mir alle diese Dinge, die ich verändern muss, die ich nicht richtig mache. Holen Sie sich einfach was, was ich sage. Holen Sie sich irgendetwas von jemand anders, der Ihnen hilft, dass Ihre Gedanken sich konzentrieren können auf etwas, das die Gedanken weglenkt von diesen Sachen, über die Sie sich Sorgen machen.
[41:38] Ich möchte Ihnen etwas erzählen, was ich in letzter Zeit in der Öffentlichkeit erzählt habe. Wissen Sie, was ich in letzter Zeit als Schlafmittel sozusagen benutzt habe, wenn ich es brauchte? Das könnte sein, dass das sogar Aufnahmen sind aus dieser Kirche. Das ist etwas, wo jemand in Englisch spricht und es wird auf Deutsch übersetzt. Deutsch zu sprechen. Gute Praxis, Deutsch zu sprechen. Das stimmt, Sie haben es verstanden.
[42:18] Lasst uns mit diesem Hintergrund weitergehen. Und ich möchte Ihnen ein paar Einblicke geben, besonders in die Ernährung. Denn Ernährung spielt eine ganz, ganz wichtige Rolle, wenn es darum geht, Diabetes umzudrehen. Worüber wir eigentlich reden, ist, dass wir Insulinresistenz zurückgängig machen.
[42:48] Weiß irgendjemand von Ihnen, welche Bevölkerungsgruppe in der Welt am stärksten zu Diabetes neigt? Ich glaube, ich habe die Antwort gehört. Es sind wahrscheinlich die Eingeborenen von Nordamerika. Es gibt im Pazifik andere Bevölkerungsgruppen, die auch ein relativ hohes Risiko haben. Aber die Indianer aus Nordamerika haben ein sehr, sehr hohes Risiko.
[43:24] Hier haben wir eine Übersicht, wie die Zahlen in Nordamerika sind. Ungefähr 6% der Erwachsenen in Nordamerika haben Diabetes. Oben haben wir die Weißen. Bei den Asiaten und bei den Latinos ist es höher als bei den Weißen. Und noch höher unter der schwarzen Bevölkerung. Aber die höchsten unter den eingeborenen Amerikanern. Also am höchsten der Diabetes unter den eingeborenen Indianern und unter denen wiederum diejenigen, die im Süden leben. Im Südwesten, also in der Arizona-Gegend. Bei denen ist es am höchsten. Und hier kann man an den Zahlen sehen, dass es dort ungefähr einer von dreien ist, der Diabetes hat.
[44:38] Ich erzähle Ihnen jetzt etwas über die Eingeborenen, weil sie eine ganz erstaunliche Geschichte haben. Im Jahre 1902 haben wir sehr detaillierte Berichte, in einer Bevölkerung der Native Americans, die heute sehr hohe Diabetesraten haben. Und es gab nur einen Fall von Diabetes in einer Bevölkerung von 4.000. Jetzt nur für den Rekord. Die Hinweise, um das nur gesagt zu haben, sind, dass es, bevor die Europäer nach Amerika gekommen sind, überhaupt gar kein Diabetes gegeben hat. Aber jedenfalls 1902 ein einziger Fall.
[45:44] Innerhalb der nächsten 40 Jahre blieb die Bevölkerungszahl ungefähr bei 4.000. Und dann, als im Jahre 1940 die berühmte Diabetes-Studie von Dr. Joslin durchgeführt wurde, fand er innerhalb dieser 4.000 Personen, die dann lebten, 21 Fälle von Diabetes. Ist das ein signifikanter, prozentualer Anstieg? Prozentual gesehen ist es ein sehr, sehr hoher Anstieg. Das heißt, wir haben eine 20-fache so hohe Inzidenz, wie sie vorher war. Aber relativ zu der Bevölkerungszahl ist es immer noch ein sehr kleiner Prozentsatz.
[46:40] Aber was passierte zwischen 1940 und heute? Von 21 Fällen hat es einen Anstieg gegeben zu ungefähr 2.000 Fällen, das heißt ungefähr 50% der Gesamtbevölkerung. Was hat sich verändert? Über 100 Jahre. Glauben Sie, dass sich ihre genetischen Anlagen verändert haben? Nein. Was hat sich verändert? Ihr Lebensstil.
[47:16] Das ist eine ganz faszinierende Studie, die veröffentlicht wurde in dem Journal Diabetes Care. Da geht es um Diabetes. Die Forscher haben dort zwei unterschiedliche Bevölkerungsanteile von Pima-Indianern identifiziert. Das ist also die Gruppe von Indianern, über die wir gerade gesprochen haben, die diese dramatische Zunahme innerhalb von 100 Jahren hatten. Und diese zwei Gruppen sind miteinander verwandt.
[47:52] Einige dieser Pimas leben im südwesten der Vereinigten Staaten, im Staat Arizona. Der andere Teil der Pimas lebt südlich von den Vereinigten Staaten, in dem Land Mexiko, was dort oben angezeigt ist. Natürlich ist das jetzt nur der Umriss des Landes. Die Proportionen stimmen nicht. Aber diese beiden Bevölkerungsgruppen haben eine gemeinsame Geschichte. Sie sprechen die gleiche Sprache. Sie leben im Südwesten der Vereinigten Staaten. Und die genetischen Messungen zeigen, dass sie Cousins sind.
[48:54] Die Hinweise, die Forschungsergebnisse zeigen, dass sich diese beiden Bevölkerungsgruppen so ungefähr vor 700 Jahren getrennt haben. Wir wollen jetzt die Unterschiede zwischen diesen beiden Gruppen betrachten. Genetisch sind sie sehr ähnlich, aber sie haben sehr unterschiedliche Lebensstile.
[49:24] Die Pimas in Mexiko leben sehr abgeschottet, irgendwo auf dem Lande. Während die Pimas in Arizona in einem Bereich leben, der sehr dicht bevölkert ist. Die mexikanischen Pimas sind körperlich sehr aktiv. Sie arbeiten sehr viel körperlich. Aber die Arizona-Pimas sind sehr viel weniger körperlich aktiv.
[50:04] Als die Forscher diese Studie veröffentlicht haben, haben sie die Ernährung der mexikanischen Pimas untersucht. Sie haben herausgefunden, dass sie eine fettarme Ernährung zu sich nehmen. Nur ungefähr 20% der Kalorien waren von Fett. Gleichzeitig haben sie eine Ernährung zu sich genommen, die einen sehr hohen Ballaststoffgehalt hatte. Sehen Sie jetzt mal, wie sie die Ernährung zu sich nehmen. Fleisch und Geflügel wurden ungefähr nur einmal, alle ein bis zwei Monate verzehrt. Wie würde man diese Leute bezeichnen? Ja, man würde sagen, im Prinzip sind das Vegetarier.
[51:06] Aber die Pimas in Arizona hatten viel Fett und nur wenig Ballaststoffe. Hat das einen Unterschied bewirkt? Wir schauen uns einmal an, was die Forscher herausgefunden haben. Ich werde jetzt nicht alle Zahlen im Detail betrachten, aber es reicht vielleicht zu sagen, dass die Frauen und Männer aus Arizona sehr viel mehr Gewicht auf die Waage gebracht haben. Aber was wir uns hier anschauen wollen, ist die unterste Zeile.
[51:47] Diese Pimas haben genetisch gesehen eine Neigung zu Diabetes. Und wir können sehen, dass sogar die Pimas aus Mexiko ungefähr 10% der Frauen Diabetes haben. Das waren junge Frauen, der Durchschnittsalter war 36. Aber jetzt vergleichen wir das mal mit den Frauen in Arizona im gleichen Alter. Beinahe vierfach so hohes Risiko für Diabetes. Bei den Männern war es noch schlimmer. Sie waren älter, aber immer noch verhältnismäßig jung. 48 Jahre im Durchschnitt. Und man kann sehen, dass von den mexikanischen Pimas nur ungefähr 6,3% Diabetes hatten. Und bei den Arizona-Männern beinahe neunmal so viel Diabetes.
[52:53] Was war der Unterschied? Der Lebensstil. Der Lebensstil hat enorme Auswirkungen, wenn es darum geht, Diabetes zu verhindern oder wieder umzukehren.
[53:11] Einige von Ihnen sind hier begeistert. Denn Sie haben Diabetes. Dann sagen Sie, in den nächsten 700 oder 1000 Jahren kann ich den wieder umkehren. Aber die Forschung sagt uns, so lange dauert es nicht. Es gibt viele Studien, einschließlich der Studien, die wir selbst an unserem eigenen Zentrum durchgeführt haben, zeigen, dass man diese Veränderungen, diese Umkehr in wenigen Wochen bewirken kann.
[53:48] Das bedeutet natürlich nicht, dass man alles umkehrt innerhalb dieser Wochen, aber man kann seinen Blutzucker dramatisch verringern, seinen Cholesterin reduzieren, das Gewicht, alle diese Dinge kann man innerhalb relativ kurzer Zeit tun. Die Botschaft hat also hier wirklich eine starke Aussage.
[54:17] Insulinresistenz ist der Faktor, der zu Typ 2 Diabetes führt und zu anderen Problemen. Aber wenn wir uns den Faktoren zuwenden, die dazu beitragen, dann kann man alle diese Probleme im unteren Bereich verbessern. Wir wollen uns jetzt ganz besonders mal die Ernährung anschauen. Und ich möchte hier noch etwas stärker in die Lektionen, die wir aus den Indianern lernen können, einsteigen.
[54:50] Einige von Ihnen stellen sich vielleicht die Frage, warum ich da so starkes Interesse daran habe. Sehen Sie, als Arzt habe ich im Laufe der Jahre viele Patienten gehabt und sie hatten so den Eindruck, ich habe eine Krankheit, weil es einfach in meinen Genen ist. Aber wenn man versteht, was diese Studie über die Indianer uns wirklich zu sagen hat, das heißt nämlich, selbst wenn man genetisch gesehen eine Neigung zu Diabetes hat, kann der Lebensstil dazu beitragen, dass man entweder verhindert, den Diabetes zu bekommen oder den Diabetes wieder umzukehren.
[55:42] Und es gibt noch einen weiteren Grund, warum ich Interesse an diesen Indianer-Studien habe. Der Grund ist, dass ich in einem Bereich gelebt und gearbeitet habe, wo wir den höchsten Anteil von Indianern in den Vereinigten Staaten haben. Während ich da war, haben die Indianer gesehen, was wir dort in unserem Gesundheitszentrum gemacht haben und dann ihre Häuptlinge zu uns zu schicken und sie haben uns dann eingeladen, dass wir in ihre Reservate kommen sollen. Und sie haben mich gebeten, dass ich für sie eine Radioshow durchführe.
[56:46] Bis heute habe ich also eine wöchentliche Show auf ihrem Radio ausgestrahlt auf ungefähr 100 verschiedenen Radiostationen in den USA. Man kann also auch auf dem Internet diese Sendung hören. Und diese Sendung heißt American Indian Living, also Leben der amerikanischen Indianer. Und wir sprechen dort über Gesundheitsfragen, die von besonderem Interesse für die amerikanischen Indianer sind. Und ich habe ziemlich viel mit dieser Bevölkerungsgruppe gearbeitet.
[57:28] Und ich habe gesehen, dass eingeborene Amerikaner, also die Indianer, innerhalb von Wochen ihren Diabetes umkehren können. Aber das trifft natürlich nicht nur für Indianer zu. Es gibt Menschen aus allen möglichen genetischen Hintergründen, aber wir wollen sehen, ob wir von dieser ganz bestimmten Bevölkerungsgruppe etwas lernen können. Denn diese Prinzipien sind auf jeden anwendbar, egal wie sein genetischer Hintergrund ist.
[58:07] Ich habe Ihnen einige Forschungsergebnisse von den Pima Indianern gezeigt. Hier haben wir anthropologische Forschungsergebnisse. Und hier hat Dr. Jackson sehr interessante Dinge herausgefunden über die Ernährung der Indianer. Sie hat also festgestellt, dass von dem Zeitpunkt an, wo die Europäer nach Amerika gekommen sind, es bei den Indianern einen ständigen Zunahme in der Ernährung der Indianer gab. Der Fettzufuhr hat sich mehr als verdoppelt.
[58:58] Wir haben vor einigen Jahren eine Studie veröffentlicht, als ich an einem anderen Gesundheitszentrum gearbeitet habe. Und als wir dieses Gesundheitszentrum entwickelt haben, ich war einer der Ärzte, der das mit eröffnet hat, da wollten wir unseren Patienten die bestmögliche Ernährung geben, die dazu beiträgt, den Diabetes umzukehren. Und zu der Zeit kannte ich noch nicht diese Studie, die über die Pima Indianer und den Diabeteszusammenhang gemacht worden ist.
[59:40] Ich war also einige Jahre später sehr überrascht, als ich feststellte und hörte, dass die Ernährung der mexikanischen Pimas fast identisch war mit der Ernährung, die wir gewählt haben, als eine ideale Ernährung für die Umkehr von Diabetes.
[1:00:10] Wir wollen uns jetzt also diese grundsätzlichen Prinzipien anschauen in unserer Ernährung, die Ihnen helfen können, wie Sie Ihren Diabetes umkehren oder verhindern können. Das erste Prinzip ist, dass man die Zufuhr von Fett drastisch erniedrigen muss. Der schlimmste Anteil in der Ernährung für Insulinresistenz ist das Fett. Viele Menschen sind überrascht, wenn sie das hören.
[1:00:49] Also folgende Aussage, dass nämlich die meisten Indianer eine fettarme, pflanzenbasierte Ernährung gegessen haben, bevor die Europäer kamen. Die meisten Leute sagen, ich habe immer gedacht, die Indianer reiten auf ihren Pferden rum und dass sie viel Fleisch gegessen haben. Weiß irgendjemand von Ihnen, woher die Pferde und die Gewehre gekommen sind? Die kamen aus Europa. Die hatten die vorher nicht. Das heißt, die meisten von Ihnen haben eine Ernährung zu sich genommen, die pflanzenbasiert war.
[1:01:33] Hier haben wir wieder Dr. Jackson. Und sie erklärt hier, wie die Indianer auf dem ganzen Kontinent viele pflanzliche Nahrung gegessen haben. Kartoffeln. Kürbisse. Tomaten. Beeren. Reis. Erdnüsse. Interessant. Aber jetzt sagen Sie vielleicht, Dr. Rose, haben Sie nicht irgendwelche anderen tierischen Produkte zu sich genommen? Ja, sie haben einige Tiere gegessen, die sie gefangen haben. Zum Beispiel irgendwelches Wild. Aber das sind Fleischsorten, die wir heute in den Vereinigten Staaten oder in Deutschland essen.
[1:02:43] Jetzt schauen wir uns mal diese Folie an. Indianer haben niemals ihre Nahrungsmittel gebraten. Sie haben sie gekocht oder geröstet, gedämpft, gebacken, getrocknet, aber sie haben sie niemals gebraten. Was können wir von diesen Leuten lernen, die bevor die Europäer kamen, niemals Diabetes hatten? Je mehr Pflanzennahrung wir essen, umso besser. Wenn wir niemals wieder gebratene Sachen essen würden, umso besser. Und der Grund ist der, dass ein hoher Fettkonsum die Insulinresistenz verschlechtert. Und die schlimmsten Fette sind die tierischen Fette.
[1:03:47] Hier ist eine Studie, die das in Relation setzt. Hier zeigen wir, wie diese Prinzipien auf andere Bevölkerungsgruppen zu treffen. Das sind Daten aus der berühmten Studie, die wir schon erwähnt haben, die Adventistische Gesundheitsstudie. Was man sich hier angeschaut hat, ist die Beziehung zwischen Fleischkonsum und dem Risiko, dass Menschen sterben.
[1:04:25] Ich möchte, dass Sie hier darauf achten, dass diejenigen, die Fleisch seltener als einen Tag pro Woche essen, hatten relativ geringe Todesraten. Im Vergleich zu denen, die sechs oder mehr Tage pro Woche Fleisch aßen, hatten sie beinahe viermal das Risiko, an Diabetes zu sterben. Es geht hier also nicht nur darum, Diabetes zu haben, sondern wir sprechen hier darüber, an Diabetes zu sterben.
[1:05:05] Wenn man also die Krankheit umkehren möchte, wovon möchte man jetzt weniger essen? Fett und Fleisch. Das stimmt. Und wovon wollen wir mehr essen? Gemüse. Andere Pflanzenprodukte.
[1:05:31] Ich möchte Ihnen einige weitere gute Sachen sagen. Und das ist, wenn Sie viel Eiweiß essen, besonders tierisches Protein, dann ist es eine Belastung für Ihre Nieren. Und wenn Sie Diabetes haben, sollten Sie mit Ihren Nieren sehr vorsichtig umgehen.
[1:06:01] Welche anderen Dinge können wir mit unserer Ernährung noch tun, die dazu beitragen, dass man Diabetes umkehrt? Und das sind alles die Dinge, die wir schon genannt haben, die die Indianer ursprünglich in ihrer Ernährung so gemacht haben. Sie haben viele Mineralstoffe gegessen. Und was man herausgefunden hat, ist zum Beispiel, wenn man mehr Magnesium zuführt, dass man damit das Risiko für Diabetes erniedrigt. Wenn man mehr Vollkorn isst oder mehr Ballaststoffe, sind alles Faktoren, wie man diese Dinge am optimalsten bekommt. Alle diese Dinge sind in den pflanzlichen Nahrungsmitteln, in Vollkorn, Getreide.
[1:06:55] Wir wollen ein wenig mehr über Magnesium sprechen. Sagen wir mal, Sie wollen Ihre Magnesiumzufuhr erhöhen. Wo finden Sie Magnesium? Hier haben wir eine Liste, die wir direkt aus dem Department für Landwirtschaft in den USA genommen haben. Und Sie können hier sehen, die obersten sind alles Getreideprodukte. Ich sehe, dass einige von Ihnen lächeln, und Sie sehen, was hier auf der Liste an vierter Stelle steht, und da steht Süßigkeiten und Schokolade.
[1:07:39] Ich möchte hier etwas erklären. Tatsächlich gibt es in der Schokolade etwas gutes Magnesium. Es gibt auch einige gute Phytochemikalien in Schokolade, aber ich möchte hier ganz eindeutig sagen, ich bin mehr als 25 Jahre Arzt. Ich habe noch niemals einen Patienten in meiner Praxis gesehen, der da war, weil er nicht genug Schokolade gegessen hat. Verstehen Sie? Und ich habe eine ganze Menge an Patienten in meiner Praxis gesehen, die da waren, weil sie Probleme hatten, zu denen das Schokoladeessen beigetragen hatte. Das heißt also, Schokoladeessen wäre für mich nicht eine Empfehlung, die ich Ihnen gebe, wie Sie Ihre Magnesiumzufuhr erhöhen. Essen Sie Vollkornmehl, Spinat, Gerste und Maismehl, Sojabohnen, weiße Bohnen, schwarze Bohnen, Tomaten, Nüsse, Artischocken, Lima-Bohnen.
[1:09:01] Sehen Sie, worum es mir geht? Und übrigens, Bohnen sind eine der besten Nahrungsmittel, die zur Stabilisierung des Zuckerspiegels beitragen. Wenn Sie Diabetes haben und zu Ihren Mahlzeiten Bohnen essen, dann wird Ihr Blutzucker besser sein.
[1:09:27] Wir wollen einmal über Kaloriendichte sprechen. Ich brauche einige Dinge, um das zu illustrieren. Mal sehen, was ich finden kann. Okay, ich arbeite hier hart. Sie sind alle entspannt. Okay, ich habe hier einige Demonstrationsobjekte. Wie viele von Ihnen wissen, was das hier ist? Das ist Wasser. Richtig, Wasser.
[1:10:13] Stellen Sie sich mal vor, ich nehme hier diese zwei Behälter und ich schneide von jeder Flasche den oberen Teil ab. Und ich gieße das ganze Wasser aus dieser Flasche raus. Und in diesen Zylinder fülle ich mit Salat. Und diesen Zylinder fülle ich mit Fleisch. Welches von diesen beiden hat mehr Kalorien? Das Fleisch. Natürlich, das Fleisch. Und warum ist das so? Die kalorische Dichte ist höher.
[1:11:15] Die kalorische Dichte ist ein Maß dafür, wie viele Kalorien in einem definierten Volumen enthalten sind. Und Pflanzen haben allgemein eine niedrige kalorische Dichte.
[1:11:35] Betrachten wir einen weiteren Punkt, der dazu beiträgt, dass Sie Ihren Blutzucker erniedrigen können und Ihren Diabetes verbessern. Und das ist wiederum ein Prinzip, was die Indianer praktiziert haben. Sie haben nicht sehr viel von diesen Einfachzuckern gegessen. Das sind Nahrungsmittel, die einen hohen glykämischen Index haben.
[1:12:07] Der glykämische Index ist ein Maß, wie stark ein Nahrungsmittel den Blutzucker erhöht. Und die Forschungsergebnisse zeigen, dass wenn man eine Menge Nahrungsmittel mit einem hohen glykämischen Index ist, dass man dann eher zu dick wird. Und das Risiko für Insulinresistenz und das metabolische Syndrom wird ebenfalls erhöht.
[1:12:43] Was wären also ein paar Dinge, die dazu beitragen, dass man den glykämischen Index erniedrigt? Hier sind einige Nahrungsmittel, die einen hohen glykämischen Index haben. Das heißt nicht, dass das schlechte Nahrungsmittel sind. Zum Beispiel Karotten sind sehr nährstoffreiche Nahrungsmittel. Aber angenommen, Sie haben jetzt Diabetes und Sie essen eine Mahlzeit, die besonders viele Karotten hat, dann ist es wahrscheinlich, dass Ihr Blutzucker ziemlich hoch steigt.
[1:13:33] Wenn Sie also Karotten essen, dann sollte man das ergänzen mit Nahrungsmitteln, die einen ziemlich niedrigen glykämischen Index haben. Das sind zum Beispiel Sachen wie Bohnen. Bohnen haben einen glykämischen Index, der gewöhnlich bei 10 oder 20 liegt. Das heißt, was wir hier auf der Liste haben, sind die Nahrungsmittel, die einen relativ hohen glykämischen Index haben.
[1:14:05] Wenn Sie Diabetes haben und Sie Früchte essen wollen, dann ist es besser, einen Apfel zu essen oder einen Better Than. Dann ist es besser, einen Apfel zu essen als z.B. eine Ananas.
[1:14:37] Andere glykämische Nahrungsmittel. Anwendungen für den glykämischen Index. Wenn jetzt diese ganzen Sachen, die Sie hier hören, Sie durcheinander bringen und Sie Diabetes haben, dann untersuchen Sie Ihren Blutzucker bevor Sie essen und zwei Stunden nach der Mahlzeit. Und wenn Ihr Blutzucker dann sehr hoch steigt, dann bedeutet das, dass die Sachen, die Sie zu der Mahlzeit gegessen haben, nicht so die guten Entscheidungen waren.
[1:15:15] Das heißt, man sollte versuchen, mehr Bohnen hinzuzufügen und weniger Früchte. Mehr grüne Gemüse und weniger Wurzelgemüse. Das bedeutet also weniger Kartoffeln und Karotten und weniger Kohl und Brokkoli. Sehen Sie, wie das funktioniert?
[1:15:45] Im Übrigen, mit welchen Mahlzeiten kann man Bohnen essen? Das heißt, man kann Bohnen zu allen Mahlzeiten essen und dadurch wird Ihr Cholesterin gesenkt und erstabilisiert.
[1:16:15] Wenn Sie mit diesem Konzept hier nicht so sehr vertraut sind, dann müssen wir da vielleicht etwas mehr drüber sprechen. Nämlich das Prinzip der Mäßigkeit. Folgendes Zitat stammt von Jacques Lemoyne und das hat er geschrieben über die Indianer. Lemoyne kam aus Frankreich und er ist an einen Punkt gekommen, der heutzutage der Bereich, der heute Nordflorida ist. Er und die anderen Mitreisenden, die aus Europa gekommen waren, waren die ersten, die in diesem Bereich Indianer beobachtet haben. Und er beschreibt, was sie gegessen haben.
[1:17:13] Er beschreibt hier, die Indianer waren also sehr nüchtern in ihrem Essen und Trinken und haben als Konsequenz daraus sehr lange gelebt, weil sie die Natur nicht unterdrücken. Obwohl sie große Feste feiern, essen sie nie zu viel und leben deswegen gewöhnlich zu einem sehr hohlen Alter. Und jetzt hören Sie mal, was er als nächstes sagt. Solche Tatsachen können uns Christen sehr wohl beschämen, denn wir sind so unmäßig, sowohl in unserem Essen als auch in unseren Trinkgewohnheiten, dass wir unser Leben dadurch verkürzen. Wir könnten sehr leicht Nüchternheit und Weisheit lernen von diesen Menschen, die wir als Wilde und Tiere ansehen. Ist das nicht interessant?
[1:18:29] Das heißt, es waren Menschen, die sehr mäßig gelebt haben. Verstehen Sie, was eigentlich das Prinzip der Mäßigkeit bedeutet? Dieser Begriff, Temperance, im Englischen bedeutet mehr als das deutsche Mäßigkeit. Das heißt, dass man bei Dingen, die schädlich waren, mäßig ist, so wie die Indianer es waren, aber es ist völliges Vermeiden von Dingen, die schädlich sind.
[1:19:07] Wenn Sie neue Gewohnheiten entwickeln wollen, dann sollten Sie die Dinge, die Ihnen Schaden zugefügt haben, die schädlich waren, für Sie nicht mäßig sein, zum Beispiel wenn Sie ein Problem mit Eis haben. Ich gebe Ihnen dieses Beispiel, weil viele meiner Patienten gerade in diesem Bereich Probleme haben. Sie sagen, wenn sie Eiscreme essen, dann können sie nicht nur wenig essen, dann essen sie ganz viel und das trägt dazu bei, dass sie ein Problem mit Übergewicht haben.
[1:19:51] Also anstatt, dass man sagt, ich reduziere meinen Eiskonsum und esse nur wenig, wenn Sie einfach da einen Schnitt machen und sagen, ich esse überhaupt gar kein Eis mehr, ist es auf lange Sicht gesehen gewöhnlich leichter für sie, weil sie anstattdessen andere Freuden sich suchen, also ab und zu immer wenig Eis essen und dieses Verlangen immer am Leben erhalten. Verstehen Sie, was ich meine?
[1:20:27] Gehen Sie jetzt nicht hier raus und zitieren mich falsch. Ich habe nicht gesagt, dass jeder von Ihnen nie wieder Eis essen darf. Verstehen Sie, worum es mir geht? Aber wenn es ganz speziell persönlich für Sie ein Problem ist, ist es das Beste, dass man eben dieses Problemnahrungsmittel nicht nur reduziert, sondern dass man einfach sagt, gar nicht mehr.
[1:20:57] Ich glaube, dass wir hier zum Schluss kommen müssen. Ich will Ihnen noch einige wenige andere Dinge sagen im Zusammenhang mit dem Thema der Mäßigkeit. Wenn Sie von mir noch nicht genug gehört haben über die Schädlichkeit von mäßigem Alkoholkonsum, dann möchte ich jetzt sagen, Alkohol ist etwas Schlechtes, etwas Schädliches, wenn Sie Diabetes haben.
[1:21:29] Auch wenn Sie nur gesellschaftlich trinken, dann wird dadurch die Willenskraft geschwächt. Personen mit Übergewichtsproblemen tendieren dahin, mehr zu essen, wenn sie Alkohol gleichzeitig trinken. Und wir sollten daran denken, dass der Alkohol selbst einen hohen Kaloriengehalt hat. Alkohol kann den Blutzuckerspiegel erhöhen. Es ist schlecht für die Leber. Wenn der Blutzucker zu niedrig wird, von Medikamenten, die wir nehmen, und man gleichzeitig Alkohol trinkt, dann kann der Alkohol dazu führen, dass die Leber nicht in der Lage ist, den Blutzucker wieder anzuheben.
[1:22:21] Eine der Komplikationen im Zusammenhang mit Diabetes sind neurologische Probleme, Nervenprobleme. Und der Diabetes trägt gleichzeitig dazu bei, dass das Risiko für diese neurologischen Probleme steigt.
[1:22:37] Koffein ist nicht gut. Aus vielerlei Gründen. Aber zusätzlich kommt noch dazu, dass es auch den Blutzucker erhöht.
[1:22:51] Ich möchte hier noch mit zwei Punkten enden. Ein Punkt ist Fasten. Ein medizinisch überwachtes Fasten kann tatsächlich helfen, den Diabetes unter Kontrolle zu bekommen. Aber das sollte immer unter Aufsicht eines Arztes geschehen. Und zum Schluss gibt es noch ganz bestimmte Kräuter, die dazu beitragen können, dass der Blutzucker erniedrigt wird.
[1:23:29] Haben wir hier Fragen mit einkalkuliert, die in Bezug auf Diabetes gestellt werden könnten? Wie viele Minuten? 10 Minuten. Also 10 oder 15 Minuten, wenn Sie Fragen zum Diabetes haben.
[1:23:53] Wir haben hier vorne eine Frage. Die Frage ist, ob es einen Unterschied macht, ob man rohe oder gekochte Möhren isst mit diesem glykämischen Index.
[1:24:19] Es gibt einige Unterschiede, wenn sie gekocht sind. Ich kann jetzt nicht hundertprozentig genau sagen, wie es bei Karotten ist. Aber ich nehme mal an, dass der glykämische Index für die gekochten Möhren höher ist als für die rohen. Allgemein gesprochen ist es so, dass je mehr das Nahrungsmittel zubereitet wird, desto schlechter ist der glykämische Index. Das heißt, Weißbrot zum Beispiel hat mehr Weißbrot als Vollkornbrot. Also Raffinierung des Nahrungsmittels trägt dazu bei, dass der glykämische Index steigt. Weißbrot hat mehr als Vollkornbrot. Das heißt, es geht nicht nur darum, welche Zutaten habe ich, sondern die physische Form der Zutaten spielt eine Rolle.
[1:25:15] Andere Fragen? Die Frage heißt, wie ist es mit alkoholfreien Getränken? Die sind ja im Moment Mode. Wenn man also zum Beispiel alkoholfreies Bier meint, oder andere alkoholfreie Getränke, einige von ihnen sind gut. Und hier haben wir das beste alkoholfreie Getränk.
[1:25:55] Das Problem ist folgendes. Wenn Sie versuchen, Gewicht zu verlieren, jedes Getränk, was kalorienhaltig ist, wird Ihnen eine ganze Menge Kalorien mit relativ wenig Sättigung zuführen. Das wurde bei einer klassischen Studie mit Äpfeln gezeigt. Man hat also Personen ganze Äpfel zum Essen gegeben. Und ich weiß jetzt nicht mehr, was genau ist, sagen wir mal 100 Kalorien. Und als sie jetzt diese 100 Kalorien an Äpfeln gegessen haben, haben sie eine ganze Menge an Sättigung, also Friedigung gehabt. Und diese Sättigung hat relativ lange angehalten.
[1:27:07] Und sie haben dann mit den gleichen Personen folgendes gemacht und haben die Äpfel genommen und sie zu Apfelmus verarbeitet. Und als sie dann 100 Kalorien Apfelmus gegessen haben, war der Sättigungsgrad geringer. Das heißt, sie haben sich nicht so satt gefühlt und die Sättigung dauerte auch nicht so lange. Und dann haben sie die Äpfel genommen und haben daraus Apfelsaft gemacht. Und als die Leute dann den Apfelsaft getrunken haben, war das Sättigungsgefühl noch weniger und die Sättigung dauerte auch nur kurze Zeit. Zusätzlich dazu war der Blutzucker deutlich schlechter mit dem Apfelsaft.
[1:28:03] Worum es mir geht, ist folgendes. Diese kalorienhaltigen Getränke, obwohl sie vielleicht den Blutzucker nicht so stark erhöhen wie Apfelsaft, sind sie gewöhnlich schädlich in dem Zusammenhang, dass da Dinge drin sind, die zu Diabetes und Insulinresistenz führen. Wie zum Beispiel, dass eben dadurch Gewichtszunahme gefördert wird.
[1:28:37] Bevor alle von Ihnen jetzt mein Material wieder verbrennen, gibt es eine Gruppe von Personen, die aus diesen kalorischen Getränken Vorteile zieht. Und ich empfehle gewöhnlich solchen Patienten Säfte. Und das sind Personen, die ihr Gewicht nicht halten können. Personen, die sehr dünn sind. Sie sind vielleicht körperlich sehr aktiv. Vielleicht sind sie Athleten. Und wenn sie nicht in der Lage sind, ihr Gewicht zu halten, vielleicht sind sie Vegetarier geworden. Sie sollten sich erinnern, Vegetarier zu sein, ist gut für Gewichtsverlust. Aber wenn man sehr dünn ist und man gleichzeitig sehr aktiv ist, dann kann das eine Herausforderung sein, sein Gewicht zu halten.
[1:29:47] Ich möchte Ihnen ein Beispiel geben. Es gibt einen sehr berühmten Athleten in Amerika mit Namen Carl Lewis. Vielleicht haben Sie von ihm schon gehört. Er hat viele Medaillen vor einigen Jahren in den Olympischen Spielen gewonnen. Er war Vegetarier. Und als er Vegetarier wurde, und er die ganzen tierischen Produkte nicht mehr aß, hat er so viel Sport getrieben, war die einzige Möglichkeit, dass er genug Kalorien zu sich nahm, dass er neben seiner vegetarischen Ernährung eine Menge von Säften getrunken hat.
[1:30:37] Ich kann sehen, dass einige von Ihnen vielleicht diese High Caliber, also ganz Top-Sportler sind hier, Athleten, und ich möchte jetzt also nicht, dass Sie denken, ich habe Ihnen gesagt, Sie können Ihren Saft hier nicht trinken. Frischgepresster Saft ist da am besten.
[1:31:05] Die Uhr läuft. Wir haben da hinten eine Frage. Die letzte Frage. Entschuldigung, nochmal. Was wurde gelobt? Bohnen. Bohnen wurden gelobt wegen dem Magnesiumgehalt. Was ist, wenn man Harnsäure, meinst du? Harnsäure. Ich habe die Frage schon wiederholt.
[1:31:49] Harnsäure ist ein Produkt, was durch die Verdauung von Proteinen entsteht. Und es ist stimmt, wenn man seine Eiweißzufuhr sehr stark steigert, dann kann man Probleme mit Gicht oder mit Harnsäure haben. Aber selbst wenn man diese Tendenz zur Harnsäureerhöhung hat, dann kann man sehr oft Bohnen in Maßen durchaus essen. Und was passiert, besonders wenn diese Person in der Lage ist, Gewicht zu verlieren und die Abhängigkeit von anderen Medikamenten verringern kann, dann wird, gewöhnlich bessert sich der Harnsäuregehalt und man kann dann die Zufuhr von Bohnen steigern. Aber am besten ist es, wenn man solche Entscheidungen in Zusammenarbeit mit einem Ernährungsberater oder einem Arzt, der einen persönlich kennt, abspricht.
[1:33:03] Danke für die sehr guten Fragen. Vielen Dank für's Zuschauen. Bis zum nächsten Mal.