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Manuskript: CSH Studienmaterial Micha

In dieser Folge der „Großen Lehren von kleinen Propheten“ tauchen wir tief in das Buch Micha ein. Christopher Kramp beleuchtet die Botschaften des Propheten Micha, der sowohl Gericht als auch Hoffnung für das Volk Gottes verkündete. Er erklärt die historischen Hintergründe, die Parallelen zu anderen Propheten wie Jesaja und die tiefgreifenden messianischen Prophezeiungen, die in Michas Worten enthalten sind. Erfahren Sie mehr über Gottes Gerechtigkeit, seine unendliche Gnade und die ultimative Hoffnung, die in Christus liegt.

In dieser Folge der Cannstatt Study Hour wird der Prophet Micha und seine Botschaft für Gottes besonderes Volk beleuchtet. Christopher Kramp erklärt die historischen Hintergründe, die Parallelen zu Jesaja und die Struktur des Buches Micha. Er geht auf die nationalen Schuld und Verderbnis ein, aber auch auf die zentralen messianischen Prophezeiungen und die Aufrufe zur Entscheidung. Die Ausführungen umfassen die prophetischen Aussagen über das Nord- und Südreich, die poetischen Klagelieder, die Sünden des Volkes und die göttlichen Antworten auf die Fragen nach Erlösung. Besonderes Augenmerk wird auf die messianischen Verheißungen in Micha 5 gelegt, die auf die Geburt Jesu in Bethlehem hinweisen, sowie auf die abschließenden Kapitel, die eine Entscheidung zwischen Gottes Wegen und menschlichen Satzungen fordern.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2013 Q2: Die kleinen Propheten

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Transkript

[1:00] Hallo und herzlich Willkommen zur Cannstatt Study Hour. Schön, dass ihr eingeschaltet habt auf joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen auch an die Zuschauer von Amazing Discoveries. Wir haben heute eine weitere Folge in unserer Serie „Große Lehren von kleinen Propheten“.

[1:31] Diese achte Folge wird sich heute ganz besonders um den Propheten Micha drehen, ein sehr interessanter Prophet. Sieben Kapitel hat er uns hinterlassen, und in dieser Folge, mit der wir uns auf das Bibelgespräch am 18. Mai vorbereiten wollen, wollen wir wie gesagt den Propheten Micha hier ins Zentrum rücken. Die Überschrift ist: Gottes besonderes Volk.

[1:55] Micha war ein Prophet des Südreiches, des Reiches Juda, das doch noch, zumindest für einen Zeitraum hinweg, stärker an der Wahrheit festgehalten hat als das Nordreich. Und trotzdem gab es Probleme über Probleme, wie wir gleich sehen werden. Micha, das ist eine Kurzform vom Namen Michaja, den man übersetzen könnte mit den Worten: „Wer ist wie Jahwe?“ Und übrigens, diesen Micha hier, diesen kleinen Propheten, sollte man nicht verwechseln mit dem Propheten gleichen Namens aus 1. Könige 22.

[2:27] Über Micha wissen wir nicht allzu viel hier. Selbst der Name des Vaters wird nicht erwähnt. Wir wissen, dass er aus Moraschet-Gat kommt, einer Stadt in Juda, die in der Nähe der Philisterstädte vermutet wird, wahrscheinlich etwa so 35 Kilometer südwestlich von Jerusalem. Wir lesen in Vers 1: „Dies ist das Wort des Herrn, das an Micha, den Moraschtiter, erging in den Tagen Jothams, Ahas und Hiskias, der Könige von Juda, was er geschaut hat über Samaria und Jerusalem.“

[3:00] Also, Micha kommt aus dem Süden und erwähnt auch nur Könige des Südreiches. Und das ist ein ziemlicher Hinweis darauf, dass er zunächst einmal von Gott berufen worden ist, im Südreich zu dienen. Zeitlich gesehen ist er parallel zu Jesaja und auch Hosea, wobei Jesaja und Hosea etwas früher wohl angefangen haben, denn die beiden erwähnen noch den Vorgänger von Jotham, Usija, in ihrer Aufzeichnung. Also, Micha hat das Zeugnis von Jesaja und Hosea dann verstärkt, indem er kurz danach hinzu kam.

[3:33] Insbesondere ist es interessant, dass Michas Buch im Wesentlichen wie eine Kurzversion insbesondere von Jesaja ist. Man könnte Micha als den inhaltlich, den kleinen Bruder von Jesaja bezeichnen. Wir werden das noch sehen. Viele Ausdrücke und viele Botschaften sind doch recht ähnlich, manchmal sogar identisch.

[3:51] Der geschichtliche Hintergrund für das Buch Micha, genauso wie für das Buch Jesaja, ist der folgende: König Jotham war ein guter König, der durchaus das getan hat, was der Herr wollte. Aber zu seiner Zeit hat man es nicht geschafft, das Volk vom Götzendienst und von diesen Höhen hinweg zu führen. Der König danach, Ahas, war furchtbar, einer der schlimmsten Könige des Südens überhaupt und hat das Heiligtum, den Heiligtumsdienst verändert, irgendwann das Heiligtum ganz geschlossen und hat schwere Missstände eingebracht. Und Micha predigt vor allem auch gegen diese Missstände.

[4:29] Und gegen Ende seines Dienstes ist dann der König Hiskia in die Macht gekommen, der diese Erweckung und Reformation zustande gebracht hat, indem er beim Heiligtum hat anfangen lassen. Und es scheint so zu sein, dass das nicht zuletzt auch die Frucht der jahrelangen Verkündigung von Jesaja und von Micha gewesen ist.

[4:45] Das Buch Micha hat drei Hauptteile. Die ersten drei Kapitel sprechen über die nationale Schuld und Verderbnis, und wir werden einige Beispiele gleich anschauen. Dann Kapitel 4 und 5 sind vielleicht das Herz und Zentrum dieses Buches, denn dort werden messianische Prophezeiungen gemacht, einige sehr bekannte und sehr wichtige. Und dann am Ende, Kapitel 6 und 7 sind so ein Aufruf zur Entscheidung. Gleichzeitig werden dort Strafgerichte angedroht, aber auch die Hoffnung auf Buße und auf Wiederherstellung angedeutet.

[5:19] Interessanterweise, wie wir gerade im Vers 1 gelesen haben, obwohl Micha ein Südreichprophet ist, hat er immer wieder auch Botschaften für den Norden, so ähnlich wie auch der Nordreichprophet Hosea immer wieder auch den Süden mit eingeflochten hat in seine Botschaften.

[5:33] Die Kernbotschaft überhaupt, die findet sich in Vers 2 bis 4. Dort heißt es: „Hört zu, ihr Völker, alle, achtet darauf, o Erde, und alles, was ihr füllt.“ Also Micha hat eine weltweite Botschaft. „Und Gott, der Herr, sei Zeuge gegen euch, der Herr von seinem heiligen Tempel aus. Denn siehe, der Herr wird ausgehen von seiner Stätte und wird herabkommen und auf die Höhen der Erde treten und die Berge zerschmelzen unter ihm wie Wachs vor dem Feuer und die Täler spalten sich wie Wasser, das den Abhang hinunterstürzt.“

[6:01] Hier sehen wir eine sehr poetische Beschreibung des Tages des Herrn, der Wiederkunft. Wir sehen, wie Gott zunächst aus seiner Stätte, aus dem Heiligtum heraustritt, das Ende der Gnadenzeit, und dann wiederkommen wird und letztendlich die Erde vernichtet wird. Das heißt, so wie alle anderen Propheten auch, ist die Kernaussage auch von Micha natürlich auf die Endzeit gerichtet. Und gleichzeitig gibt er eine ganze Reihe von Prophezeiungen, die auch schon für seine Zeit von großer Bedeutung waren. Und entsprechend gibt es dann typologische Beziehungen, die wir noch im Einzelnen besprechen wollen.

[6:35] Ab Vers 5 sehen wir dann einige Aussagen über das Nordreich. Das heißt hier zum Beispiel in Vers 5, dass alles wird geschehen wegen der Übertretung Jakobs und wegen der Sünden des Hauses Israel. „Was ist aber die Übertretung Jakobs? Ist es nicht Samaria? Und welche sind die Höhen Judas? Ist es nicht Jerusalem?“ Er sagt im Vers 6: „Darum will ich Samaria zu einem Steinhaufen im Feld machen und zu einer Pflanzenstätte für Weinberge, und ich will seine Steine ins Tal hinunterwerfen und seine Grundfesten bloßlegen.“

[7:08] Samaria war ja auf einem, wie wir schon an anderer Stelle gesehen haben, auf einem Hügel gebaut, auf dem Hügel Semer von dem bösen König Omri. Dort stand auch der Baal-Tempel, den Ahab hat errichten lassen, und alles, was hier beschrieben ist, hat sich erfüllt. Samaria ist durch die Assyrer eingenommen worden, die haben es ja im Zusammenhang mit Amos und mit Hosea schon lang und ausführlich behandelt.

[7:31] In Vers 8, da finden wir etwas, was ein erster Hinweis darauf ist, über die Parallelität zu Jesaja. In Vers 8 heißt es: „Darüber will ich wehklagen und jammern, ausgezogen und entblößt einhergehen. Ich will eine Wehklage halten wie die Schakale und eine Trauer wie die Strauße.“ Das ist etwas, was fast identisch ist mit dem, was Jesaja beschreibt in Jesaja 20, Vers 2 und 3. Es heißt: „Zu jener Zeit hatte der Herr durch Jesaja, den Sohn des Amos, so gesprochen: Geh, lege das Sacktuch ab von deinen Hüften und zieh die Sandalen von deinen Füßen.“ Und er macht es so, ging entblößt und barfuß. Vers 2 reicht schon aus.

[8:15] Das Wort, das bei Micha verwendet wird für „ausgezogen“, heißt wörtlich auch „barfuß“. Wir sehen also, wie Jesaja und Micha ungefähr zur selben Zeit dieselben Zeichenhandlungen getan haben, auch durchaus in unterschiedlichen Kontexten. Und da sieht man so eine erste Parallele zwischen den beiden.

[8:33] In Vers 9 heißt es: „Denn ihre Wunde ist unheilbar.“ Gemeint ist die Wunde des Nordreiches, Samaria. „Sie erstreckt sich bis nach Juda und reicht bis zu den Toren meines Volkes, bis nach Jerusalem.“ Wir wissen zu der Zeit, als Micha wirkt, da wirken auch Amos und vor allem dann Hosea. Und wir wissen, dass Hosea der letzte Prophet war vor dem endgültigen Ende der Zerstörung des Nordreiches. Und Micha deutet das an. Er sagt, die Wunde ist unheilbar, die letzte Botschaft verhallt ungehört.

[9:09] Und dann sagt er etwas sehr Wichtiges, was auch Hosea schon angedeutet hat: Diese Wunde erstreckt sich bis nach Juda. Die Strafe für den Abfall des Nordreiches wird bis an die Tore Jerusalems herankommen. Und das hat sich natürlich buchstäblich erfüllt, indem die Assyrer, die das Nordreich zerstörten, dann auch in das Südreich einmarschiert sind und dort buchstäblich bis an die Tore Jerusalems gekommen sind. Und wie das dann ausgegangen ist, werden wir gleich sehen.

[9:40] Vers 10 bis 16 stellen eine literarische Besonderheit dar, denn hier finden wir ein Klagelied. Es heißt in Vers 10: „In Gat verkündet es nicht, weint nur nicht, in Bet-Leaphra wälze dich im Staub.“ Dieses Klagelied von Vers 10 bis 16 ist voller Wortspiele und auch voller Anspielungen auf geschichtliche und geografische Bezüge. Allein diese erste Formulierung „In Gat verkündet es nicht“ erinnert uns an 2. Samuel 1, Vers 20, wo David ein Klagelied über Saul anstimmt. Saul, der König Israels, der abgefallen war und dann von Gott gerichtet worden ist.

[10:24] Und mit denselben Worten beginnt jetzt Micha das Klagelied über Juda, denn all die Städte, die inzwischen in Vers 10 und Vers 16 erwähnt werden, sind Städte aus Juda. Und das macht diese ganze Angelegenheit so interessant. Das Volk Juda erleidet hier sozusagen das gleiche Schicksal wie der König Saul.

[10:49] „Gat“ heißt wörtlich übersetzt „Verkündigungsstadt“, und „Bet-Leaphra“ heißt „Haus des Staubes“. Und dementsprechend sehen wir, wie Micha jetzt ganz gezielt bestimmte Orte aus dem Südreich wählt, um sozusagen ständig Wortspiele zu erzeugen.

[11:06] Zum Beispiel: „Mache dich auch auf den Weg, du eine Wunderschaft von Schafir. Schafir heißt ‚schöne Stadt‘, in schimpflicher Blöße.“ „Die Bewohner von Zaanan, Zaanan heißt ‚ausziehen‘, die Bewohner von Zaanan ziehen nicht aus.“ „Die Wehklage von Bet-Ezel nimmt euch die Lust zum Aufenthalt dort.“ Oder Vers 12: „Denn die Einwohnerschaft von Marot, das heißt ‚Bitterkeiten‘, wartet sehnsüchtig auf Gutes, weil Unheil herabgekommen ist vom Herrn bis vor die Tore Judäas.“ Also diese Städte werden ausgewählt, weil in dem Namen schon im Hebräischen entweder ein Kontrast oder eine Parallele zu der Botschaft dieses Klageliedes enthalten ist. Literarisch sehr interessant gemacht.

[11:50] Vers 13 ist ein sehr wichtiger Vers, da heißt es nämlich: „Spanne die Pferde an den Wagen, du Einwohnerschaft von Lachisch.“ Und Lachisch, das klingt so ähnlich wie „Rosse“, auch hier ein Wortspiel. Es heißt jetzt über Lachisch, und das ist sehr interessant: „Sie hat der Tochter Zion den Anstoß zur Sünde gegeben, ja, in dir sind die Übertretungen Israels gefunden worden.“ Nun, wir wissen aus der Geschichte, dass als die Assyrer dann auch in das Südreich einmarschierten, wurde Lachisch zerstört und eingenommen. Noch heute zeugt ein großes assyrisches Relief im Britischen Museum von dieser Tatsache, während Jerusalem nicht eingenommen worden ist, obwohl das lange belagert worden ist. Es zeigt sich hier, dass Gott offensichtlich die Stadt Lachisch unter anderem deswegen bestraft hat, weil sie so ein Zentrum des Abfalls gewesen ist.

[12:39] Vers 14: „Darum musst du Verzicht leisten auf Moraschet-Gat. Moraschet heißt ‚Besitz‘.“ „Die Häuser von Achsib, Achsib heißt ‚Betrug‘ oder ‚Täuschung‘, werden den Königen Israels zur Täuschung.“ „Einen neuen Besitzer will ich dir zuführen, du Einwohnerschaft von Marescha.“ Und Marescha bedeutet wörtlich „Besitz“. „Du nach Adullam wird die Herrlichkeit Israels kommen.“

[13:06] Micha versucht mit poetischen Mitteln das Volk aufzurütteln, dass hier eine große Krise bevorsteht. Und was sind die Sünden dieses Volkes? Schauen wir uns einige an in Kapitel 2. Das heißt in Vers 1: „Wehe denen, die Frevler sind und Böses vorbereiten auf ihren Lagern, am Morgen, wenn es Licht wird, führen sie es aus, weil es in ihrer Macht steht.“ Wir haben es also nicht mit zufälligen Sünden zu tun oder gelegentlichen Fehltritten, sondern mit geplanter Intention, wo die ganze Nacht über etwas nachgedacht wird, um es dann, sobald es Licht wird, sobald es Tag wird, auszuführen. Übrigens, nebenbei gesagt, in Matthäus 27, Vers 1 und 2, da wissen wir, dass die Kreuzigung Jesu die ganze Nacht über beraten worden ist und als es Tag wurde, hat man sich angeschickt, die ganze Sache umzusetzen.

[13:51] Vers 2 heißt es: „Gefällt ihnen ein Feld, so rauben sie es, und wollen sie ein Haus haben, so nehmen sie es weg. Sie üben Gewalt gegen den Besitzer und sein Haus, gegen den Mann und sein Erbteil.“ Wir haben natürlich die berühmte Geschichte von 1. Könige 21, wo Ahab den Weinberg des Nachbarn genommen hat, aber viele andere Stellen der Bibel zeugen auch von ähnlichen Fällen.

[14:15] Und Vers 4 und 5 deuten an, dass eine große Krise naht. Es heißt: „An jedem Tag wird man über euch einen Spruch anheben und ein klägliches Klagelied anstimmen. ‚Es ist geschehen‘, wird man sagen, ‚wir sind gänzlich verwüstet worden, das Erbteil meines Volkes gibt er einem anderen.‘“ Das Erbteil ist das Land Kanaan, das, was Gott schon dem Abraham, dem Isaak, dem Jakob versprochen hatte, was aufgeteilt worden ist durch das Los. Und hier heißt es jetzt, dass dieses Erbteil jetzt anderen Nationen gegeben werden würde. Mit anderen Worten, das, was Gott alles für das Volk Israel getan hatte in der Landnahme Kanaans, wird alles rückgängig gemacht.

[14:50] Deswegen heißt es in Vers 5: „Darum wirst du niemanden haben, der die Messschnur wirft bei der Verlosung des Landes in der Versammlung des Herrn.“ Gott deutet an, das Volk Juda wird aus dem Land, in das es hineingebracht worden ist von Gott selbst, in das verheißene Land, wieder herausgeführt werden.

[15:08] Und das war natürlich eine harte Botschaft, und die wollte nicht jeder hören. Und so finden wir, dass es nicht nur im Nordreich bei Amos, sondern hier auch im Südreich bei Micha Tendenzen gibt, den wahren Propheten und den Verkündigern der Wahrheit Redeverbote zu erteilen.

[15:23] In Vers 6 heißt es: „Weh sagt nicht, weh sagen sie, weh sagen diese nicht, so hört die Schande nicht auf.“ Und Gott stellt einige ganz wichtige Fragen dem Volk Juda. Er sagt: „Du Haus Jakob, wie du genannt wirst, ist denn der Herr ungeduldig?“ Das ist eine rhetorische Frage, die deutet: Gott sagt, ich bin so geduldig mit dir, ich habe so viele Jahrzehnte, Jahrhunderte dich ertragen.

[15:48] Er sagt: „Sind seine Handlungen danach? Sind meine Worte nicht gütig gegen den, der aufrichtig wandelt?“ Gottes Wort ist voller Güte. Jeder Mensch, der es aufrichtig meint, kann in Gott einen Freund und Erretter und Heiland finden. Und Gottes Handlungen zeugen nicht von schnellem Zorn und von unüberlegtem Strafsucht. Sie zeugen vielmehr – und wir haben einige Verse im Sendemanuskript aufgeschrieben – von einem Gott, der sich genau überlegt, was er tut, und der nur dann straft, um uns zurückzubringen, und der langsam ist zum Zorn. Und wenn er straft, er selbst es als eine seltsame Handlung, ein fremdartiges Werk beschreibt.

[16:28] In Vers 12 und 13, da wird eine erste Verheißung auf den Messias gegeben. Es heißt dort: „Ich will dich, Jakob, sammeln, und zwar ganz sammeln, ich will den Überrest Israels vollständig zusammenbringen, will sie vereinigen wie die Schafe in der Hürde, wie eine Herde auf ihrem Weideplatz, dass es von Menschen wimmeln soll.“ Gott verheißt, es wird eine Gruppe von Übrigen geben. Und Gott möchte, dass alle gerettet werden, das wissen wir aus der Bibel, zum Beispiel 2. Petrus 3, Vers 9 und viele andere Verse. Aber nur die Übrigen werden gerettet, und nicht alle folgen dem Ruf, Teil der Übrigen zu werden.

[17:09] Und dieser „Durchbrecher“, das ist natürlich ein Bild auf Jesus, der uns aus der Knechtschaft der Sünden herausholt und uns in das Königreich Gottes bringt, der unsere gute Hirte ist, der hier angekündigt worden ist. Natürlich in einem beschränkten Sinne beziehen sich diese Prophezeiungen auch auf die Rückkehr aus dem Exil, wo auch Christus natürlich sie herausgeführt hat. Aber interessanterweise werden wir noch gleich später darauf kommen, haben sich diese Prophezeiungen auf die Rückkehr aus dem Exil niemals vollständig erfüllt, weil die meisten Israeliten niemals zurückgekommen sind, sondern in Babylon geblieben sind.

[17:46] Kapitel 3 spricht jetzt über die falschen Propheten und die gottlosen Führer. Und wir wollen nur einen Vers herausgreifen. Ihr könnt das ja dann zu Hause noch ausführlicher studieren. In Vers 8, da kontrastiert Micha den Dienst der falschen Propheten, die um Gewinn und Lohn weissagen und bestechlich sind, mit seinem eigenen Dienst als eines wahren Propheten.

[18:09] Er sagt in Vers 8: „Ich aber bin erfüllt mit Kraft, mit dem Geist des Herrn.“ Unweigerlich muss man an Apostelgeschichte 10, Vers 38 denken, wo es heißt, dass Jesus mit dem Heiligen Geist und mit Kraft gesalbt worden ist. Er sagt weiter: „Mit Recht und Stärke, um Jakob seine Übertretung zu verkünden und Israel seine Sünde.“ Dort, wo der Heilige Geist einen Menschen erfasst, wird Sünde beim Namen genannt, und zwar im Geist Jesu. Das ist die Kernbotschaft des Buches Micha.

[18:40] In Kapitel 12, Verzeihung, in Vers 12, da wird dann ausdrücklich und unmissverständlich durch Micha vorhergesagt, was auch mit dem Südreich passieren wird. Wir wissen, dass Hosea und Amos eine Wegführung aus dem Nordreich angekündigt haben, aber Micha ist einer derjenigen, die ganz deutlich sagen, es wird auch das Südreich treffen.

[18:57] Vers 12 heißt es: „Darum soll um euren Willen Zion wie ein Feld gepflügt werden, und Jerusalem soll zu einem Steinhaufen werden, und der Tempelberg zu einem bewaldeten Hügel.“ Interessanterweise wissen wir aus Jeremia 26, Vers 17 bis 19, dass diese Worte hier schon zur Zeit Hiskias, das heißt schon in der Zeit der Weck-Reformation, weitergetragen worden sind und dass sie Jahrzehnte später, zur Zeit Jeremias, als dann diese Sache wirklich brenzlig wurde und Juda an dem Abgrund stand, von einigen einflussreichen Menschen zitiert worden sind, um Jeremia, der die gleiche Botschaft predigte, dann Jahrzehnte später zu schützen und zu sagen: „Schaut her, schon der Micha hat das gepredigt, was Jeremia jetzt predigt.“

[19:40] Und die historische Erfüllung dieses Verses natürlich, die Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier und Zerstörung des Tempels im Jahre 587 oder bzw. 586 vor Christus. Und das ist dann das traurige Ende dieses Abschnittes.

[19:57] Aber jetzt kommen wir zu Kapitel 4 und 5, wo Micha deutlich macht, es gibt Hoffnung, und zwar Hoffnung in Christus. Besonders interessant sind die Verse 1 bis 3, die eine fast wörtlich identische Wiederholung von Jesaja 2, Vers 2 und 4 sind. Beide Propheten, Jesaja und Micha, predigen die exakt gleiche Botschaft, und im Hebräischen ist es noch identischer als im Deutschen oder Englischen.

[20:21] Und wir lesen das mal. Dort heißt es: „Dort wird es geschehen, am Ende der Tage, da wird der Berg des Hauses des Herrn fest gegründet an der Spitze der Berge stehen und wird über alle Höhen erhaben sein, und alle Völker werden ihm zuströmen.“ Das Ende der Tage, zunächst einmal, ist das der Moment, wo Christus seinen Dienst beginnen wird, wo der Messias kommen wird. Aber dieser Dienst des Messias wird ja einen langen Zeitraum gehen und wird letztendlich erfüllt sein, wenn dann die Endzeit eintrifft und Jesus dann bald wiederkommen wird.

[20:49] Und insofern finden wir also einen Hinweis auf die Heidenmission im Allgemeinen, aber natürlich auch auf die besondere Weltmission am Ende der Zeit, wenn der Berg des Hauses des Herrn fest gegründet steht und weithin sichtbar ist. Jesus sagt: „Eine Stadt, die auf dem Berg ist, kann nicht verborgen sein.“

[21:09] Jesaja 40, Vers 9 gibt uns in einem interessanten Parallelismus die Bedeutung des Berges Zion, der angesprochen ist. Jesaja 40, Vers 9 heißt es: „Steige auf einen hohen Berg, o Zion, die du frohe Botschaft verkündest, erhebe deine Stimme mit Macht, o Jerusalem, die du frohe Botschaft verkündigst, erhebe sie, fürchte dich nicht, sage den Städten Judas: Seht, das ist euer Gott!“

[21:35] Und dieser laute Ruf, dieses Erheben der Stimme des ewigen Evangeliums wird dann in Vers 10 und 11 in Jesaja ganz deutlich beschrieben. Vers 10 ist die Botschaft der Wiederkunft: „Siehe, Gott, er kommt mit Macht, und sein Arm wird herrschen. Für ihn, siehe, sein Lohn ist bei ihm und was er sich erworben hat, geht vor ihm her.“ Und in Vers 11 zeigt dann, was zuvor passieren muss: „Er wird seine Herde weiden wie ein Hirte, die Lämmer wird dann seinen Arm nehmen und den Baustein des Gewandes tragen, die Mutterschafe wird er sorgsam führen.“

[22:03] Das heißt, in dieser Endzeitbotschaft sind zwei Dinge miteinander verbunden, die so erstes kommen, die so zweites kommen. Und aus Sicht des Alten ist der Mensch, sind die beiden Dinge oft miteinander verwoben als eine Gesamtbotschaft, die als das Reich Gottes beschrieben wird. Und dieses Reich Gottes muss erwachsen vom Same bis zur Vollendung.

[22:18] Und in Vers 2 sehen wir, wie diese Botschaft, die Botschaft von Christus, das ewige Evangelium Menschen aller Nationen und Völker und Stämme herzutragen wird. In Vers 2 heißt es: „Und viele Heidenvölker werden hingehen und sagen: Kommt, lasst uns hinaufziehen zum Berg des Herrn, zum Haus des Gottes Jakobs, damit er uns über seine Wege belehre und wir auf seinen Pfaden wandeln.“ „Denn von Zion wird das Gesetz ausgehen und das Wort des Herrn von Jerusalem.“ Was die Menschen brauchen und suchen, ist das unverfälschte Wort Gottes und das Gesetz Gottes.

[22:55] Und so werden wir sehen oder sehen wir, dass am Ende der Zeit es dort eine Gruppe von Menschen gibt, in Offenbarung 14, Vers 12 und 12, Vers 17, die das Wort Gottes, den Glauben Jesu, das Zeugnis Jesu und das Gesetz Gottes bewahren. Der Berg Zion in der Endzeitprophetie übrigens, in Joel 3, Vers 5, und auch der Ort der Übrigen, in Offenbarung 14, Vers 1 bis 5, der Ort der 144.000. Und diese Botschaft hier, die angesprochen wird, ist eine Parallele zu Offenbarung 18, Vers 1 und 4, wo die Herrlichkeit des Evangeliums die ganze Erde erleuchtet und viele, viele Menschen aus Babylon herauskommen.

[23:32] Und in Vers 3 lesen wir: „Und er wird das Urteil sprechen zwischen großen Völkern und starken Nationen zu rechtweisen, die weit weg wohnen, sodass ihre Schwerter zu Pflugscharen schmieden und ihre Spieße zu Rätmessern.“ Wir haben ja, als wir über Joel gesprochen haben, das in Joel gesehen, in Joel 4, Vers 10, dass dort genau das Gegenteil beschrieben wird, dass dort viele Völker kommen werden und ihre Pflugscharen zu Schwertern schmieden werden.

[23:53] Und wir haben damals schon gesagt, es gibt in der Endzeit zwei Bewegungen, die sich beide an dem Berg des Herrn ausrichten, an der Botschaft des ewigen Evangeliums. Die einen, die aus den Nationen kommen, um Teil dieser Bewegung zu werden, die anderen, die sich in dem Bündnis der Nationen zusammenschließen, um diese Bewegung auszulöschen. Gegensätzlicher geht es nicht. Und jeder Mensch wird in einer dieser beiden Gruppen sein, entweder auf dem Berg Zion oder gegen den Berg Zion kämpfend.

[24:19] Und hier wird sozusagen die positive Seite beschrieben, so wie auch in Jesaja 2. Die Menschen, die zum Berg des Tempels des Herrn kommen, um gerettet zu werden. Denn dort wird Rettung sein, sagt uns Joel 3, Vers 5. Und weil das so ist, sollten wir das Heiligtum studieren und sollten wir die Botschaft des ewigen Evangeliums studieren, um diesen lauten Ruf geben zu können, damit die Völker den Berg auch sehen, zu dem sie kommen sollen.

[24:44] Und es heißt dort in Vers 4: „Sondern jeder Mann wird unter seinem Weinstock und unter seinem Feigenbaum sitzen.“ Wir haben schon im Zusammenhang mit Hosea gesehen, dass Weinstock und Feigenbaum ein Symbol für Frieden und Sicherheit sind. Und da habt ihr die Bibelverse noch im Manuskript angegeben. Und es heißt hier: „Und niemand wird ihn aufschrecken, denn der Mund des Herrn, der Herrscher, hat es geredet.“ Gott tut immer, was er sagt. Er kann nicht lügen, so sagt uns Titus 1, Vers 2 und auch Jesaja 55, Vers 10 und 11.

[25:17] Und so beschreiben die nächsten Verse, wie dort etwas hergestellt wird, wie Gott das Volk aus Babylon herausführen wird. Und diese buchstäbliche Herausforderung aus Babylon nach dem Exil wird somit zum Typus für die endzeitliche Herausforderung aus Babylon.

[25:37] Das heißt in Vers 6 und 7: „An jenem Tag, spricht der Herr, will ich das Hinkende sammeln und das Verstoßene zusammenbringen und die, denen ich Unheil zugefügt habe. Und ich will aus dem Hinkenden einen Überrest machen.“ Gott ist es, der die Übrigen formt. Die Übrigen sind diejenigen, die aus Babylon herauskommen, das ist, was hier steht. Diejenigen, die dem Ruf folgen und gesammelt werden aus Babylon, aus dem Exil, entweder aus dem buchstäblichen oder aus dem symbolischen Exil, aus Babylon herausgesammelt werden, das sind die Übrigen.

[26:12] Heutzutage gibt es sehr viel Diskussion darüber, wer die Übrigen aus Offenbarung 12 und 17 sind. Dieser Vers klärt es: Die Übrigen sind diejenigen, die herausgeführt worden sind, das sind die Übrigen. Es heißt hier: „Und aus dem, was weit entfernt ist, ein starkes Volk, und der Herr wird über sie als König herrschen auf dem Berg Zion von nun an bis in Ewigkeit.“

[26:33] Vers 9 und 10 bringen uns abrupt wieder zurück zur Realität. Das Volk ist Israel, zur Zeit von Micha. Was schreit aber jetzt so laut? „Ist kein König bei dir?“ Die letzten Könige wurden fast alle gefangen genommen, angefangen mit Manasse, über Jojakim und Zedekia.

[26:50] Es heißt dann weiter: „Sind deine Ratsherren umgekommen, dass dich Wehen ergriffen haben wie eine Gebärende? Winde dich und brich in Geschrei aus, du Tochter Zion, wie eine Gebärende.“ Und ist es nicht interessant, dass kurz vor der, dass die Zeit von dem Exil bis zur Geburt Jesu auch in Offenbarung 12, Vers 1 und 2 und 5 als eine Zeit der Trübsal wie einer Gebärenden beschrieben werden. Das ist kein Zufall, denn schon in den nächsten Versen kommt es jetzt zu einer der deutlichsten messianischen Prophezeiungen der ganzen Bibel.

[27:13] Wir wollen es jetzt mal direkt anschauen. Wir springen ein bisschen zu Micha 5 und dort Vers 1. Es heißt hier: „Und du, Bethlehem-Efrata, du bist zwar gering unter den Hauptorten von Juda, aber aus dir soll hervorkommen, der Herrscher, der über Israel herrschen soll, dessen Hervorgehen von Anfang, von den Tagen der Ewigkeit her gewesen ist.“

[27:42] Dies ist die berühmte, eine der berühmtesten messianischen Prophezeiungen, die genau angibt, wo der Messias geboren werden soll. Selbst die Schriftgelehrten, die Pharisäer, wussten, dass der Messias in Bethlehem geboren werden sollte. Bethlehem heißt übersetzt „Haus des Brotes“, Efrata heißt übersetzt „Fruchtbarkeit“. Und Bethlehem war natürlich auch der Geburtsort von David. Jesus war ja sozusagen der typologische Sohn Davids.

[28:06] Und dieser Vers ist ein interessanter Vers, denn er sagt: „Seine Hervorgehen sind von den Tagen der Ewigkeit her.“ In Vers 2 heißt es: „Darum gibt es sie hin, bis zu der Zeit, da die, welche gebären soll, geboren haben wird.“ Und haben wir den gleichen Gedanken, den wir gerade angesprochen haben, bis zu dieser Zeit wird es Wehen geben. Die Gebärende soll gebären, und diese Frau, manche denken da an Maria, aber wahrscheinlicher ist hier aber die Gemeinde selbst gemeint, so wie in Offenbarung 12 deutlich wird, dass die Frau, die Gemeinde, das Kind gebiert unter schweren Trübsalen.

[28:55] Und diese Trübsale, diese Wehen, die lassen sich ab der Zeit des Exils deutlich verfolgen. Erst das babylonische Exil, dann die Verfolgung unter den Persern, dann die Unterdrückung unter den Griechen, vor allem unter den Diadochen, schließlich das harte Joch der Römer. Es war eine schwierige Zeit und Trübsal wird hier prophezeit. Aber der Überrest, die herauskommen aus dem Exil, sowohl dem buchstäblichen als auch dem geistlichen, die werden zurückkehren und sie werden Israel formen.

[29:27] In Vers 3 heißt es: „Und er wird auftreten und sie weiden in der Kraft des Herrn und in der Hoheit des Namens des Herrn, seines Gottes.“ Christus wird die Autorität und die Macht Gottes mit sich bringen. „Sie werden sicher wohnen, denn nun wird er groß sein bis an die Enden der Erde.“

[29:43] Und Vers 4 ist ein interessanter Vers, es heißt nämlich: „Und dieser wird der Friede sein, wenn der Assyrer in unser Land kommt.“ Assyrien war damals die stärkste Macht zu der Zeit von Micha und also ein Symbol für Feinde Gottes. „Und unser Paläste betritt, so werden wir sieben Hirten, ja acht Menschenfürsten gegen ihn aufstellen.“ Diese literarische Formulierung „sieben, ja acht“ kennen wir schon aus Amos 1 und 2, sie bedeutet überfließend viel, mehr als genügend. Sieben wäre ja schon die Vollzahl, aber sieben, ja acht bedeutet, wenn wir bei Christus sind und mit Christus verbunden sind, dann können die Feinde Gottes kommen, wir werden eine ausreichende, überfließende, überbordende Anzahl von geistlichen Führern haben, die das Volk bewahren werden. Was für eine tröstliche Verheißung, auch in unseren Zeiten.

[30:31] Die restlichen Verse von Kapitel 5 beschreiben dann vor allem, wie Gott den Götzendienst aus Israel abschaffen wird und dort all das zerstört, die Aschera-Bilder und die Zauberei und die Zeichendeutelei. Wir haben einige Parallelverse dazu noch aufgeschrieben. Wir wollen jetzt aber noch zu den letzten beiden Kapiteln kommen, zum Kapitel 6 und 7, denn hier geht es um eine Entscheidung, die das Volk treffen sollte zu jener Zeit.

[31:02] Das heißt in Micha 6, Vers 1: „Hört doch, was der Herr spricht: Mache dich auf, führe den Rechtsstreit an Gewicht der Berge, und lass die Hügel deine Stimme hören.“ Schon in Jesaja 1, das können wir kurz aufschlagen, da beginnt das Buch sogar mit so einem Rechtsstreit, den Gott mit seinem Volk hat. Wir lesen dort in Jesaja 1, Vers 2: „Hört ihr Himmel und horche auf, Erde, denn der Herr hat gesprochen: Ich habe Kinder großgezogen und emporgebracht, aber sie sind von mir abgefallen.“ In Vers 18 sagt er: „Kommt doch, wir wollen miteinander rechten.“ Gott sagt: „Was habe ich falsch gemacht? Ich habe alles für euch getan, warum folgt ihr mir nicht?“

[31:45] Und so ist es also auch Micha hier, der in Micha 6, Vers 1 diesen Rechtsstreit führt für die Sache Gottes. In Vers 3 stellt Gott diese fast verzweifelte Frage und sagt: „Mein Volk, was habe ich dir angetan und womit habe ich dich beleidigt? Lege Zeugnis ab gegen mich.“ Gott hat alles getan, was er konnte. In Jesaja 5, Vers 1 bis 5 ist ein schönes Gleichnis, wo deutlich wird, wie Gott diesem Weinberg Israel alles getan hat, was er konnte, die besten Bedingungen gegeben hat, und er mit gutem Recht auf gute Früchte hätte warten können, aber der Weinberg brachte nur schlechte Früchte. Ich denke, auch hier können wir etwas lernen: Wie viel hat Gott Gutes für uns getan? Hat er nicht ein Recht darauf zu warten und zu erhoffen, dass wir gute Früchte bringen? Wie sehr ist er enttäuscht, wenn wir das tun, was ihm nicht gefällt.

[32:30] Und weil das Volk so vergesslich ist, erinnert Gott jetzt noch einmal Juda an das, was er getan hat in der Vergangenheit. Schauen wir mal Vers 4 und 5 an, wo drei große Ereignisse aus der Vergangenheit aufgelistet werden. Zunächst einmal heißt es: „Habe ich dich doch aus dem Land Ägypten heraufgeführt und dich aus dem Haus der Knechtschaft erlöst und Mose, Aaron und Miriam vor dir hergesandt.“ Hier ist natürlich eine klare Referenz zum Exodus in 2. Mose, der ein wirklich hervorragendes Beispiel der Liebe und Fürsorge Gottes ist. Wir haben das schon in Hosea, in Amos gesehen, auch in Jesaja wird es erwähnt. Immer wieder bezieht sich Gott zurück auf diese Anfangszeit, diese Anfangsliebe, wie er sie bei anderen Propheten nennt. Und auch wir sollten uns immer wieder daran erinnern, wie Gott uns aus der Sünde herausgeholt hat, aus der Welt, aus der Sklaverei von schlechten Gewohnheiten und was er alles für uns getan hat, aus lauter Liebe uns gezogen hat. Das würde uns helfen in unserem gegenwärtigen Zustand.

[33:32] Und dann erwähnt Gott hier eine zweite Sache in Vers 5. „Mein Volk, bedenke doch, was Bileam, der König von Moab, vorhatte und was Bileam, der Sohn Peors, ihm antwortete.“ Und das ist natürlich die Geschichte, die wir in 4. Mose 22 bis 24 finden, wo Bileam, ein abgefallener Prophet, von außen versuchte, dem Volk Schaden zuzufügen, und es nicht konnte, weil Gott offensichtlich dieses Volk beschützte.

[34:07] Das heißt am Ende des Verses Micha 6, Vers 5: „Damit du die gerechten Taten des Herrn erkennst.“ Wörtlich könnte man auch übersetzen: „Damit du die Gerechtigkeit Gottes erkennst.“ Wenn wir die Geschichte von Bileam betrachten, dann sehen wir die Gerechtigkeit Gottes. Warum? Solange das Volk an Gott festhielt, konnte niemand von außen das Volk verfluchen. Als das Volk anfing, sich von Gott zu entfernen, ein Kapitel weiter in 4. Mose 25, als sie mit den Töchtern Moabs Unzucht begangen, war der Schutz Gottes weg. Das ist das Wesen der Gerechtigkeit Gottes. Wenn wir an Gott festhalten, dann kann von außen kommen, was da will, Gott beschützt uns und nichts wird uns anhaben können. Wenn wir anfangen, uns gegen Gott zu wenden, kann er uns nicht beschützen.

[34:48] Aber noch eine dritte Sache wird erwähnt, und das ist etwas versteckter hier. In Vers 5 heißt es auch: „Und was geschah von Schittim bis Gilgal.“ Schittim bis Gilgal, dahinter verbirgt sich die Durchquerung oder der Durchzug durch den Jordan. Denn Schittim war der letzte Lagerplatz vor dem Jordan, also östlich des Jordan. Und Gilgal der erste Lagerplatz westlich des Jordan, im neuen Land Kanaan. Insofern finden wir hier auch den Durchzug durch den Jordan als eines der herausragenden Beispiele, wie Gott sein Volk geführt hat und es geliebt hat.

[35:33] Und jetzt in Vers 6 und 7 werden Fragen gestellt, die deutlich machen, wie sehr das Volk, auch Juda, konfus war über die richtige Art und Weise, über das Wesen des Evangeliums. Das heißt ja: „Womit soll ich vor den Herrn treten, mich beugen vor dem erhabenen Gott? Soll ich mit Brandopfern, mit einjährigen Kälbern vor ihn treten? Hat er wohlgefallen an Tausenden von Widdern oder unzähligen Strömen von Öl? Soll ich meinen Erstgeborenen geben für meine Übertretung, die Frucht meines Leibes für die Sünde meiner Seele?“

[35:58] Die Frage ist: Kann ein Mensch etwas tun, um Gott gefällig zu stimmen? Ist es vielleicht die Menge der Opfer oder der Wert des Opfers, dass Gott gefällig stimmt? Das ist ein heidnisches Konzept, und wir sehen, wie sehr dieses heidnische Konzept durch die Berührung, durch die Einführung heidnischer Gottesdienst-Elemente in diese heidnischen Konzepte, in das Denken des Volkes hineingedrungen ist. Könnte es sein, dass auch wir durch die Einführung von unbiblischen Gottesdienst-Elementen, heidnisches oder unbiblisches Gedankengut in unser Evangeliumsverständnis hinein mischen und plötzlich das Evangelium gar nicht mehr richtig verstehen, wie es die Bibel es sagt? Sogar vor Kinderopfern, vor Menschenopfern haben sie offensichtlich keinen Halt mehr gemacht. Dabei waren das sie in 3. Mose eindeutig verboten. Gott hatte schon 1. Mose 9, Vers 6 gesagt, das Leben ist heilig, und schon 1. Mose 22 hatte deutlich gemacht, dass ein Mensch nicht für die Sünde, nicht als Opfer geopfert werden kann. Erstgeborene, so sagt es 2. Mose 13, Vers 13, sollten immer mit Geld ausgelöst werden. Aber durch den beständigen Kontakt mit dem Heidentum waren diese Konzepte in Vergessenheit geraten.

[37:01] Also Gott gibt die Bibel hier eine eindrucksvolle Antwort auf diese vielen Fragen. Wie wird man gerettet? Vers 8: „Es ist dir gesagt, o Mensch, was gut ist und was der Herr von dir fordert. Was anders als Recht zu tun, Liebe üben und demütig wandeln mit deinem Gott.“

[37:13] „Recht zu tun“, das wird dieselbe Worte verwendet in 2. Mose 21, Vers 1, wo die ganzen praktischen kleinen Gesetze erwähnt werden, die die zehn Gebote in den Alltag bringen. „Liebe üben“, das glaube ich, kann man sehr gut erklären, wenn man einfach sich anschaut, was die Liebe Gottes ist. Die Liebe Gottes ist die Erfüllung des Gesetzes, so sagt es Römer 13, Vers 10. Aber damit die Liebe in unser Herz kommt durch den Heiligen Geist, Römer 5, Vers 5, müssen wir zunächst einmal die Liebe Gottes erkennen, die sich zeigt, dass er für uns gestorben ist, so sagt es Römer 5, Vers 8 und 10, als wir noch seine Feinde, als wir noch Sünder waren. Und dann, wenn wir aus Liebe zu ihm gezogen werden, wie Hosea 11, Vers 4 sagt, dann werden wir ihn lieben und deswegen seine Gebote halten, 1. Johannes 5, Vers 3 und Johannes 14, Vers 15.

[38:02] Und „demütig wandeln“, das ist letztendlich das Folgen auf die Einladung von Matthäus 11, Vers 28, wo es sagt: „Kommt her zu mir alle, die ihr müde und beladen seid. Ich will euch erquicken. Lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und demütig von Herzen.“ Demütig. Interessanterweise sind diese drei Dinge, das Recht tun, Liebe üben und demütig mit Gott wandeln, eigentlich in einem für unser Denken falschen Reihenfolge. Sie sind in hebräische Denkweise angeordnet, die von Wirkung zur Ursache geht. Also wir sollen Gottes Gebote im Alltag halten, mit allen Anordnungen, die er gegeben hat. Aber warum? Weil wir vorher ihn lieben, Liebe üben. Und woher kommt die Liebe? Weil wir mit ihm wandeln, weil wir uns vor ihm demütigen.

[38:49] Wenn wir so ein europäisches Denken übersetzen würden, würden wir diese Dinge genau umgekehrt sagen. Wir würden sagen: Weil wir Gottes gnädiges Angebot, zu ihm zu kommen, angenommen haben, uns demütigen, mit ihm wandeln, werden wir erfüllt mit der Liebe, die wir bei ihm gesehen haben. Diese Liebe kommt in unser Herz. Wir halten aus Liebe die zehn Gebote, und das wird dann ganz konkret im Alltag, indem wir all die Anweisungen der Bibel konkret praktizieren. Und das ist dann Gerechtigkeit aus Glauben, wie es sich auch in Offenbarung 14, Vers 12 zeigt.

[39:30] Doch leider hat das Volk diese Botschaft nicht angenommen. So dessen heißt es in Vers 9: „Die Stimme des Herrn ruft der Stadt zu, Jerusalem, und Weisheit ist es, auf deinen Namen zu achten. Hört auf die Zuchtrute oder auf den, der sie bestellt hat.“ Die Zuchtrute nach Jesaja 10, Vers 5, ein Hinweis auf die Syrer, die kommen würden, weil das Volk das Evangelium nicht annehmen möchte. Viele Dinge werden hier erwähnt, viele Sünden nochmal aufgeschrieben, die unrechte Waage, der Betrug, die Gewalttat, die falschen Zungen.

[40:01] Und dann bedeutet in Vers 15: „Du wirst sehen, aber nicht ernten, du wirst Oliven pressen, aber dich nicht mit Öl salben, Most keltern, aber keinen Wein trinken.“ Das Gleiche, was wir schon in Joel 1 und 2 gefunden haben, die Ernte bleibt aus. Und wiederum, interessanterweise sind hier Öl, Kornöl und Traubensaft, also Most, gemeinsam erwähnt.

[40:17] Und dann kommt ein sehr trauriger Vers in Vers 16: „Denn man befolgt eifrig die Satzungen Omris und handelt genauso wie das Haus Ahabs und wandelt nach ihrem Rat.“ Statt Gottes Geboten zu folgen und sein Evangelium anzunehmen, hat sich das Südreich exakt an dem orientiert, was der Norden gemacht hat. Die Satzungen Omris, Ahabs, die schlimmsten Könige des Nordreiches überhaupt. Könnte es sein, dass wir uns manchmal an den Satzungen von Menschen mehr orientieren, als an dem Evangelium Gottes und an der Botschaft der Bibel? Das war der Fallstrick für das Südreich. Möge es nicht der Fallstrick für uns heute sein.

[41:11] In Kapitel 7 finden wir einige weitere Aspekte diesbezüglich. Es heißt hier: „Der Getreue ist aus dem Land verschwunden, und es ist kein Redlicher mehr unter ihnen.“ In Vers 2: „Sie lauern alle auf Blut, jeder jagt seinen Bruder mit Netzen.“ Nicht nur gegenüber Gott, sondern untereinander ist da kein Vertrauen mehr möglich.

[41:28] Es heißt in Vers 3: „Zum Bösen brauchen sie beide Hände, um es ja recht gut zu machen. Der Fürst fordert und dem Richter ist es um den Lohn zu tun. Der Große sagt, wie er es haben will, und danach drehen sie es.“ Wir finden hier einen Mechanismus, den wir leider auch heute manchmal beobachten, wo jemand mit Position und Autorität etwas sagt und jetzt das Recht verdreht wird, um es ihm passend zu machen. Menschenfurcht war damals mehr wert als Gottesfurcht. Die Hörigkeit einem Oberen im Volke war höher eingeschätzt als der Gehorsam dem Gesetz Gottes gegenüber. Was zählt für dich mehr? Der Gehorsam Gott gegenüber und seinem Evangelium oder die Hörigkeit zu Menschen in Position und Amt und Würden?

[42:15] In Vers 5 und 6 lesen wir: „Verlasst euch nicht auf den Nächsten, vertraut dem Verwandten nicht. Bewahre die Pforte deines Mundes vor dem, der in deinen Armen liegt, denn der Sohn verachtet den Vater, die Tochter lehnt sich auf gegen die Mutter, die Schwiegertochter gegen ihre Schwiegermutter. Die Feinde des Menschen sind seine eigenen Hausgenossen.“ Jesus hat diesen Vers genommen und ihn in Matthäus 10, Vers 21, 35 und 36 auf diejenigen angewandt, die aufgrund des Evangeliums, das sie annehmen, von ihren eigenen Verwandten abgestoßen werden. Sicherlich haben das einige von euch erlebt.

[42:51] Micha endet sein Buch mit dieser interessanten Botschaft hier in Vers 7: „Ich aber will nach dem Herrn Ausschau halten, ausschauen, ich will harren auf den Gott meines Heils, mein Gott wird mich erhören.“ Auch wenn alle anderen abfallen. Lieber Freund, liebe Freunde, du kannst so wie Micha sagen: „Ich aber will nach dem Herrn Ausschau halten.“ Denn wenn wir nach ihm suchen, wenn wir auf ihn schauen, werden wir verwandelt in sein Bild. „Die, die schauen, werden leben“, so sagt es schon die Bibel in Jesaja 8, Vers 17, Jesaja 45, Vers 22 und so weiter und so fort. Johannes 3, Vers 14 natürlich.

[43:32] Und dann kommen diese Worte, die durchaus für das ganze Volk gesprochen sind, stellvertretend: „Freue dich nicht über mich, meine Feinde.“ Gemeint sind die Assyrer. „Denn wenn ich auch gefallen bin, so stehe ich doch wieder auf. Wenn ich auch in der Finsternis sitze, so ist doch der Herr mein Licht.“ Lieber Freund, liebe Freundin, wenn du in der Finsternis sitzt, gib den Mut nicht auf. Lass den Herrn dein Licht sein. In Jesaja 60, Vers 1, das heißt: „Mache dich auf, werde Licht, denn die Herrlichkeit des Herrn geht über dir auf.“ In 2. Korinther 4, Vers 6, da steht: „Denn Gott hat dem Licht geboten, aus der Finsternis hervorzuleuchten, er hat es auch in unseren Herzen Licht werden lassen, damit wir erleuchtet werden mit der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi.“ Wenn es dunkel und düster ist in deinem Herzen, der Herr möchte dein Licht sein.

[44:22] Vers 9 heißt es: „Den Zorn des Herrn will ich tragen, denn ich habe gegen ihn gesündigt.“ Jemand, der bekehrt ist, der wird die Strafe ertragen. Jemand, der nicht bekehrt ist, der bittet Gott, die Strafe wegzunehmen. Ein Bekehrter bittet Gott, die Sünde wegzunehmen, und er trägt die Strafe gerne, denn er weiß, die Strafe dient der Züchtigung und damit der Reinigung und ist ein Liebeswerk Gottes.

[44:50] Das heißt, bis er meine Sache hinausführt und mir Recht verschafft, er wird mich herausführen ans Licht. Ich werde seine mit Lust seine Gerechtigkeit schauen. Gott hat wunderbare Verheißungen hier. Und in Vers 14, da finden wir dieses Gebet: „Weide dein Volk mit deinem Stab, die Schafe deines Erbteils, die abgesondert wohnen im Wald, mitten auf dem Karmel. Lass sie in Baschan und Gilead weiden, wie in uralter Zeit.“ Baschan und Gilead waren die berühmten Weideländer, die im Ostjordanland lagen. Hier gerade Micha hat immer wieder diese Bilder von der Herde und von dem Hirten und hat damit dieses Bild von Jesus als dem guten Hirten, der uns führen und leiten möchte.

[45:40] Das heißt in Vers 15: „Ich will sie Wunder sehen lassen, wie zu der Zeit, als du aus dem Land Ägypten zogst.“ Gott verheißt einen zweiten Exodus, so wie auch schon in Hosea. Der zweite Exodus, das ist Jesus, der Weg aus der Knechtschaft heraus. Die Völker, die Heidenvölker, Vers 16, werden es sehen und zu schanden werden, trotz aller ihrer Macht. Sie werden ihre Hand auf den Mund legen und ihre Ohren werden taub sein. Schon Jesaja sagt in Jesaja 52, Vers 15, dass sie etwas hören werden, was ihnen nicht erzählt worden ist.

[46:13] Und dann die letzten drei Verse sind vielleicht die schönsten überhaupt im ganzen Buch. Micha spielt sogar auf seinen eigenen Namen an, wenn er in Vers 18 sagt: „Wer ist ein Gott wie du, der die Sünde vergibt und dem Überrest seines Erbteils die Übertretung erlässt, der seinen Zorn nicht allezeit festhält, sondern Lust an der Gnade hat.“ Denn Christus kommt die Gnade Gottes zum Greifen nahe, auch für das Volk Israel. Das ist die Verheißung, und hätte das Volk diese Gnade in Christus ergriffen, dann wären all diese Verheißungen eines großen Israel, zu dem alle Völker hinschauen werden, in Christus erfüllt worden. Denn die Bibel sagt ganz deutlich, dass nur in Christus jede Verheißung ihr Ja und Amen hat. Da sie aber Christus verworfen haben, konnten diese Prophezeiungen sich nicht erfüllen. Sie mussten sich an denjenigen erfüllen, die Christus angenommen haben, die Christen.

[47:05] Vers 19: „Er wird sich wieder über uns erbarmen und unsere Missetaten bezwingen.“ Das ist ein Kampf. Gott kämpft für uns diesen Kampf. Wörtlich heißt es: „Er wird sie niedertreten.“ Wir denken da an Römer 16, Vers 20 zum Beispiel, wo es heißt, dass Gott in Kürze der Gottesfrieden, in Kürze den Satan an unseren Füßen zertreten wird. Und dieses Bild erinnert uns natürlich auch an die erste Prophezeiung über das Evangelium, in 1. Mose 3, 15, wo der Same der Frau den Kopf der Schlange zertreten wird. Er wird unsere Missetaten bezwingen, er wird sie niedertreten. Gott kann dieses Werk in dir tun, und er möchte es tun. Nimmst du ihn als deine Löse an? Das ist die Frage, die Micha so deutlich stellt.

[47:49] Micha ist ein Evangeliumsprophet in einem ganz besonderen Sinne, so wie Jesaja auch. Micha ist nur die Kurzvariante von Jesaja, und er stellt Christus so sehr in den Mittelpunkt. „Er wird sich wieder über uns erbarmen, er wird unsere Missetaten bezwingen.“ Ja, du wirst alle ihre Sünden in die Tiefe des Meeres werfen, weit, weit weg. Und ja, es stimmt, Hesekiel 18, Vers 21 bis 24 sagt, dass wenn ein Gerechter von seiner Gerechtigkeit wieder abkehrt, er mit den Sünden konfrontiert wird, die ihm ansonsten hätten vergeben werden können. Und das ist ein klarer Hinweis darauf, dass wenn wir unsere Sünden zu Gott bringen, sie nicht plötzlich nicht mehr da sind, sondern dass sie immer noch dort aufgezeichnet sind, aber als vergeben. Und das erst ganz am Ende, nach Abschluss des Gerichtes, des Untersuchungsgerichtes, die Sünden, oder innerhalb dieses, im Laufe dieses Untersuchungsgerichtes dann, gegen Abschluss, diese Sünden endgültig getilgt werden. Jesus will uns vergeben, und er will die Sünden tilgen.

[48:58] Vers 20: „Du wirst Jakob Treue erweisen und an Abraham Gnade üben, wie du unseren Vätern von den Tagen der Vorzeit her geschworen hast.“ Gott hatte ganz deutlich dem Abraham und dem Isaak und dem Jakob Verheißungen gegeben, wie wir sie in 1. Mose 17, 22, 28 und so weiter finden. Und Paulus macht ganz deutlich, dass diese Verheißung an Christus gebunden war. Wir lesen einen Vers, um das deutlich zu machen, in Galater 3. In Galater 3 und dort Vers 16 heißt es: „Nun aber sind die Verheißungen dem Abraham und seinem Samen zugesprochen worden. Es heißt nicht ‚und dem Samen‘ als von vielen, sondern als von einem, ‚und deinem Samen‘, und dieser ist Christus.“

[49:40] All diese Verheißungen in Micha sollten das Volk Israel vorbereiten, das Volk Juda vorbereiten, Christus anzunehmen. Und sie hätten eine herrliche, eine glorreiche Zukunft gehabt. Sie haben es versäumt, und die Chance ging auf einen anderen über, auf die Christen, die jetzt dieses Volk Gottes bilden.

[50:03] Liebe Freunde, liebe Freundinnen, auch dir gelten die Verheißungen. Willst du sie annehmen, oder willst du sie versäumen, wie das Volk Israel? Vers 29, Galater 3, Vers 29: „Wenn ihr aber Christus angehört, so seid ihr Abrahams Samen und nach der Verheißung Erben.“ All das, was in Micha steht, an Zukunftsvisionen und an Verheißungen und Wiederherstellung gilt dir, wenn du Christus angehörst. Hast du Jesus Christus angenommen? Hast du sein Gnadenangebot angenommen, sodass du durch ihn Liebe üben kannst, demütig wandeln kannst mit deinem Gott und Recht tun kannst? Er möchte seine Verheißungen in deinem Leben realisieren. Nimm ihn an und lebe mit ihm. Gott segne dich in deiner Entscheidung.

[50:54] Nächste Woche werden wir eines, einen der spannendsten kleinen Propheten überhaupt studieren, nämlich Habakuk. Darauf freue ich mich sehr besonders. Das dürft ihr unter keinen Umständen verpassen, insbesondere dann, wenn ihr auch ein Faible für Adventgeschichte und für Endzeitprophetie habt. Habakuk, ein kleiner Prophet, im wahrsten des Wortes nur drei Kapitel, aber voller interessanter Lehren und Lektionen. Und das werden wir nächste Woche sehen, hier auf joelmedia.de. Bis dahin wünsche ich euch Gottes Segen und viel Freude beim Studium seines Wortes. Amen.


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