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In dieser Folge von „Die Zeit des Endes“ tauchen wir tief in das Jahr 1818 ein und beleuchten das Fundament, auf dem die Adventgeschichte aufgebaut ist. Christopher Kramp erklärt die revolutionären Entdeckungen von William Miller, der durch intensives Bibelstudium die Prinzipien der Bibelauslegung neu definierte. Wir erfahren, wie Miller zu einem tieferen Verständnis der buchstäblichen Wiederkunft Jesu gelangte und wie seine Erkenntnisse die Grundlage für den Adventglauben legten.


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Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)

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Transkript

[0:00] Einen wunderschönen guten Abend, hier live aus Stuttgart, Bad Cannstatt, allen, die hier sind und allen, die dort sind, hinter dem Rechner oder aber dann später bei einer der Aufzeichnungen durchschaut. Herzlich willkommen zu unserer nächsten Folge von "Die Zeit des Endes". Und wir haben heute eine besondere Folge, wir werden gleich sehen, warum. Diese Folge wird ganz anders sein als die anderen, die wir bisher gehabt haben, aber das werden wir dann auch gleich bemerken. Bevor wir hineingehen, und wir haben heute viel Stoff vor und sehr, sehr interessante Sachen, glaube ich. Jeder, der heute nicht da ist, der wird es sein Lebtag bereuen, heute nicht da gewesen zu sein, aber er kann es sich ja später anschauen, nicht wahr? Wir wollen gemeinsam beten und dann direkt hineingehen.

[0:45] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir jetzt dein Wort studieren können und dass wir aus den Erfahrungen von William Miller Dinge auch für unser persönliches Leben lernen dürfen. Wir möchten dich bitten, dass du uns führst und leitest und dass wir erkennen, wie du dein Volk damals geführt hast, wie du auch einzelne Menschen geführt hast und dass wir selbst motiviert werden zum Bibelstudium bei uns zu Hause jeden Tag. Wir danken dir, dass du jetzt bei uns sein wirst, alle Störende fernhalten wirst und uns ansprechen wirst durch deinen Heiligen Geist. Amen.

[1:19] "Die Zeit des Endes", heute überschrieben: "Ein festes Fundament". Wenn dort steht 1818, täuscht das? Nächstes Mal werden wir uns auch noch mal mit 1818 beschäftigen, denn heute werden wir nur einen einzigen Aspekt rausnehmen. Wir werden nicht, wie sonst in jeder Folge, so von Januar zu Februar zu März zu April und so weiter gehen. Das werden wir nächstes Mal machen. Wir wollen halt nur einen besonderen Aspekt aus dem Jahre 1818 herausnehmen, weil der so grundlegend ist für alles, was dann in der Adventgeschichte passiert. Vielleicht hat sich mal einer gefragt, werden wir das ganze Seminar immer nur von irgendwelchen Büchern sehen an der Wand und von Kriegen hören und irgendwelche lustigen Lebensgeschichten erzählen? Vielleicht werden wir dann nebenbei auch entdecken, was die so entdeckt haben und was sie geglaubt haben und was die Lehre der Adventgemeinde ist. Und wir werden heute den ersten Schritt diesbezüglich gehen: das feste Fundament bauen. Und dazu werden wir uns heute ausschließlich nur mit William Miller beschäftigen in diesem Jahre 1818.

[2:13] Und wir wissen ja, er hatte sich 1816 bekehrt und war dann aufgrund der Anregung eines Freundes, eines deistischen Freundes, der gesagt hat: "Wie kannst du jetzt an die Bibel glauben, wo du doch schon vorher so aufgeklärt warst und all die verschiedenen Widersprüche kanntest? Wie kannst du jetzt an die Bibel glauben?" Aufgrund dieser Herausforderung hat er angefangen, die Bibel zu studieren. Er hat gesagt: "Okay, ich will sie verstehen, ich will mal sehen, ob man die Widersprüche harmonisieren kann." Und er hat wo angefangen? Weiß es jemand noch? Wo hat er angefangen? Erste Mose 1, Vers 1. Und dann ist er Vers zu Vers weitergegangen.

[2:46] Ich lade uns jetzt alle ein, gemeinsam in das Jahr 1818 zu reisen, an jenen Ort, Low Hampton, dort im Bundesstaat New York, in dieses Haus. Hier, einige neue Bilder bekommen, noch übrigens als Nachtrag, das sind die Originalgranaten aus der Schlacht von Plattsburg. So, dachte ich mir, müssen wir unbedingt noch zeigen. Und das ist die originale Liste von William Miller, wo sich alle die Freiwilligen gemeldet haben, die in seiner Kompanie mitgekämpft haben. Da hat er oben geschrieben: "Wer möchte in meiner Kompanie mitkämpfen?" Und dann haben alle Leute ihre Namen unterschrieben. Das ist das Original aus dem Jahre 1812. Das haben wir alles unserem Joel Media-Mitarbeiter Lukas Herrmann zu verdanken, der sich momentan gerade dort befindet, um mir noch einige Bilder zukommen zu lassen. Und das ist die Farm, die er gehabt hat, hier William Miller, man sieht noch einige der Gebäude. Und das hier ist wohl sein Studierplatz gewesen, da sieht man noch so ein bisschen hier die Utensilien und auch die Bibeln. Ob das jetzt Originalbibeln sind, weiß ich nicht. Jedenfalls, da hat er gesessen und studiert, und wir versetzen uns in Gedanken jetzt einfach mal in jene Zeit, als er dort saß und die Bibel gelesen hat.

[4:09] Wir wollen ein bisschen heute seine Gedanken nachdenken. Das einzige Ziel, was er hatte beim Bibellesen, war ja einfach mal zu prüfen, ob die Bibel in sich stimmig ist. Er hat vorne angefangen, wusste nicht, was kommt. Und das hat er zwei Jahre gemacht, und im Jahre 1818 ist er damit fertig geworden, und wir werden jetzt sehen, was er in diesen zwei Jahren entdeckt hat. Und das wollen wir uns gemeinsam anschauen. Zunächst mal wollen wir ihn selbst zu Wort kommen lassen. Er sagt: "Ich beschloss, alle meine Vorverständnisse beiseite zu legen." Frage: Ist das total möglich? So ganz hundert Prozent? Wahrscheinlich nicht. Und wahrscheinlich, und wir werden es sehen, hat William Miller sicherlich noch an einem ein oder anderen Punkt manches an Vorverständnis mitgebracht, ohne es zu merken.

[4:47] Übrigens, gleich möchte ich dazu sagen, wenn wir jetzt hier so die verschiedenen Lehrpunkte in ihrer Entwicklung betrachten, wollen wir verstehen, dass nicht alles gleich vom Himmel gefallen ist. Es ist jetzt kein biblischer Vortrag in dem Sinne, wo wir den besten biblischen Beweis zu einer Lehre bringen, sondern so, wie es 1818 verstanden worden ist und dann später nicht. Also nicht wundern, wenn manches ein bisschen anders ist, als wir es heute vielleicht erkennen würden. Aber wir wollen es ja sehen, wie Gott das so Stück für Stück geführt hat. "Ich beschloss, alle meine Vorverständnisse beiseite zu legen, gründlich Schriftstelle mit Schriftstelle zu vergleichen und das Schriftstudium in einer harmonischen und regelmäßigen Weise durchzuführen. Ich begann bei 1. Mose und las Vers für Vers, indem ich nicht eher weitermachte, bevor die Bedeutung einiger Passagen sich mir so klar dargestellt hatte, sodass ich nicht in Verlegenheit wegen irgendwelcher Mystizismen oder Widersprüche geraten musste."

[5:39] Das heißt, wenn er irgendwas nicht verstanden hat, hat er gesagt: "Ich mache jetzt nicht weiter, bis ich das zumindest einigermaßen erklären kann." Weil er wollte ja seinen Freund nicht treffen, der ihn dann vielleicht auf diese Stelle anspricht und dann William Miller sagen müsste: "Der weiß es ja auch nicht." Er hat sich immer gefragt beim Bibellesen: "Könnte ich das jemandem erklären?" Und wenn er sich überlegt hat: "Ich könnte das jetzt keinem wirklich erklären, dass es zumindest einigermaßen zufriedenstellend ist, zumindest die Basis", dann las er nicht weiter, bis er das verstanden hat. Ich glaube, es würde sich lohnen, wenn wir auch das machen würden, nicht wahr? Zu sagen: "Ich lese nur so weit, bis ich es verstehe. Wenn ich es nicht verstehe, lese ich es so lange, bis ich es verstehe und studiere so lange, bis ich es verstehe." Ansonsten lesen wir oft immer kapitelweise irgendwas und denken, naja, irgendeiner wird es schon verstehen.

[6:19] "Wann immer ich etwas fand, das unklar war, und das war sicherlich eine ganze Menge, war es meine Praxis, diese Stelle mit allen parallelen Passagen zu vergleichen. Und mit der Hilfe von Cruden, wir haben das letzte Mal, glaube ich, schon das Bild gesehen, diese Cruden's Concordance, untersuchte ich alle Bibeltexte, also die Concordance daneben gehabt und wenn er irgendein Vers nicht verstanden hat, wo auch immer, dann hat er geguckt, die entsprechenden Worte nach, hat alle Stellen nachgeschaut, die er finden konnte, in denen sich Schlüsselworte aus dem unklaren Abschnitt vorkamen. Und jetzt Achtung: Wenn dann meine Auslegung mit jeder Parallelstelle der Bibel harmonisierte, in dem jedes Wort seinen angemessenen Beitrag zum Gegenstand des Textes geben konnte, war der Abschnitt nicht mehr schwierig." Das kostet natürlich ein bisschen Zeit, aber ich glaube, das ist ein echtes Fundament, auf dem man bauen kann.

[7:10] Wenn er irgendein Vers nicht verstanden hat, hat er sich die Concordance genommen und hat jeden Vers nachgeschaut, den er finden konnte. Wenn er alle zusammen hatte, alle Texte, hat er belegt: "Okay, wenn ich jetzt diese Auslegung nehmen würde, dann würde das mit dem Text nicht passen. Wenn ich das jetzt so interpretiere, dann passt es mit dem Text nicht." Bis er eine Auslegung gefunden hat, wo alle Texte harmonisieren würden, und das war dann die Wahrheit. Weil dann gibt es keinen Widerspruch in der Bibel mehr.

[7:33] "Auf diese Weise betrieb ich das Studium der Bibel bei meinem ersten Durcharbeiten von ihr, das er in seinem Leben öfter mal getan hat, etwa zwei Jahre lang und wurde völlig zufriedengestellt, dass die Bibel ihr eigener Ausleger ist." Das hat er entdeckt. Das hat er nicht mal vorher richtig gewusst. Er hat gedacht, naja, vielleicht hat es einfach mal angefangen. Hat es beim Bibellesen entdeckt, dass die Bibel sich selbst auslegt.

[7:53] "Ich entdeckte durch einen Vergleich mit der Geschichte, dass alle Prophezeiungen, sofern sie sich bereits erfüllt hatten, sich buchstäblich erfüllt hatten – dazu kommen wir gleich –, dass all die verschiedenen Zahlen, Angaben, Zeichen, Metaphern, Gleichnisse, Ähnlichkeiten etc. in der Bibel entweder in ihrem unmittelbaren Kontext erklärt wurden oder aber ihre Begriffe wurden in anderen Abschnitten des Wortes definiert." Also, wenn man die Bibel liest, stellt man fest, da gibt es eine ganze Reihe von symbolischen Abschnitten. Kann mir jemand sagen, in welchen Büchern ganz besonders? Daniel. Was noch? Offenbarung. Okay, das habe ich gewusst, dass die beiden kommen. Gibt es noch Abschnitte, die ein bisschen symbolisch sind? Die ganzen Propheten. Immer wieder mit den Propheten, nicht wahr? Da kommen ganz viele Stellen vor: Hesekiel, Micha, Joel, wo auch immer. Joel zum Beispiel. Da gibt es ganz viele Abschnitte. Da gibt es eine ganze Menge von Dingen, die nicht direkt sofort buchstäblich zu verstehen sind.

[8:54] Und die meisten protestantischen Bibelausleger ihrer Zeit haben dann gesagt: "Okay, naja, das könnte das bedeuten, das könnte das bedeuten." Und Miller hat erkannt – ich war sicherlich nicht der Erste –, dass die Bibel sich immer selbst auslegt und dass sie, wenn so erklärt, in Übereinstimmung mit dieser Erklärung buchstäblich verstanden werden müssen.

[9:13] "Ich war somit zufriedengestellt, dass die Bibel ein System offenbarer Wahrheiten ist, so einfach und klar gegeben, dass der Wandernde, obgleich ein Tor, nicht darin irren muss." Und während er so studiert hat, hat er gemerkt, dass die Bibel bestimmte Prinzipien der Bibelauslegung kennt. Dass es also ein System gibt von Dingen, die man wissen muss, wenn man die Bibel liest. Und die wollen wir uns angucken. Er hat dann für sich selbst solche Methoden aufgeschrieben, die hat er aus keinem Buch herausgenommen, wie lese ich die Bibel, sondern durch das Bibellesen selbst hat er entdeckt, dass bestimmte Gesetzmäßigkeiten da sind. Ich glaube, es wird schon gut daran, wenn wir die Adventgeschichte verstehen wollen, zu wissen, auf welchem Fundament das bestand, und wir müssen mal schauen, ob das sinnvolle Methoden sind oder nicht.

[9:58] Das waren die Methoden, die Miller in diesen zwei Jahren entdeckt und angewendet hat. Und das sind insgesamt 14. Wir wollen sie uns kurz anschauen. Hier ist die erste: Jedes Wort muss seine angemessene Stellung zum in der Bibel präsentierten Thema haben. Das heißt, ich kann nicht einen Text nehmen und mich auf ein paar Schlüsselworte konzentrieren, das machen wir so gerne. Wenn ich einen Text wirklich verstehen will, muss ich jedes einzelne Wort betrachten und überlegen, was dieses Wort zur Gesamtaussage beiträgt. Wichtiges Prinzip, können wir das sehen? Jedes einzelne Wort hat Bedeutung. Und das kommt aus diesem Bibeltext hier: "Denn wahrlich, ich sage euch: Bis Himmel und Erde vergangen sind, wird nicht ein Buchstabe, noch ein einziges Strichlein vom Gesetz vergehen, bis alles geschehen ist." Mit anderen Worten, da ist kein Wort in der Bibel, was unwichtig ist, kein Wörtchen, das irgendwie weggelassen werden könnte. Alles hat seinen Beitrag. Manche Worte sind wichtiger als andere vielleicht, aber alles ist wichtig, man kann nichts beiseite lassen. Und das erfordert sorgfältiges Lesen. Das war das Erste: Jedes Wort hat seine Bedeutung.

[10:56] Zweitens: Die ganze Bibel ist notwendig. Das heißt, ich kann nicht mich einfach aufs Neue Testament konzentrieren oder nur Offenbarung studieren. Die ganze Bibel ist notwendig und kann durch fleißigen Einsatz und Studium verstanden werden. Das ist ein wichtiges Prinzip. Wenn ich an die Bibel rangehe und sage: "Ich werde sowieso nicht verstehen", komme ich woanders raus, als wenn ich sage: "Die ganze Bibel ist notwendig und sie kann verstanden werden, natürlich durch fleißigen Einsatz und durch Studium." Und das kommt aus diesem Text hier: "Alle Schrift ist von Gott eingegeben und nützlich zur Belehrung, zur Überführung, zur Zurechtweisung, zur Erziehung der Gerechtigkeit." Denn wenn die ganze Schrift von Gott gegeben ist und diese Dinge erfüllen muss, muss man sie auch verstehen können, nicht wahr? Das heißt nicht, dass man immer alles gleich sofort versteht, aber prinzipiell ist alles verständlich.

[11:43] Drittens: Wem es hier zu schnell geht, der sei auf die Aufnahme verwiesen. Nichts von dem, was in der Bibel offenbart ist, wird oder kann vor dem verborgen bleiben, der ohne zu zweifeln im Glauben fragt. Jetzt, es gibt manche Dinge, die sind in der Bibel nicht offenbart. Okay? Wenn ich also wissen will, sagen wir mal, was ist die genaue Substanzerscheinungsform des Heiligen Geistes, da sagt die Bibel nicht so viel drüber. Das ist nicht offenbart. Da kann ich lange drüber philosophieren. Oder wenn ich wissen will, wie war das, dieser erste Moment im Gehirn von Satan, als er seine allererste Sünde begann, wie kam das? Es gibt bestimmte Dinge, die können wir nicht erklären, die sind nicht direkt offenbart und die sind verborgen. Aber alles, was offenbart ist, kann von dem verstanden werden, der ohne zu zweifeln im Glauben fragt. Da gibt es eine ganze Reihe von Bibelstellen, die das belegen. Wir haben nur einen rausgegriffen: 5. Mose 29, Vers 29: "Was verborgen ist, das steht bei dem Herrn, unserem Gott; was aber geoffenbart ist, das ist ewiglich für uns." Wenn die Bibel etwas sagt und etwas deutlich macht, dann kann man es verstehen. Es mag Zeit kosten, es mag Einsatz kosten, aber es ist möglich.

[12:59] Die ganze Adventgeschichte basiert auf der Überlegung, dass man durch fleißiges, methodisches Studium, das Achten auf jedes Wort Gottes, Wahrheit erkennen kann.

[13:10] Schauen wir weiter. Viertens: Um eine Lehre zu verstehen, bringe alle Bibelstellen zu dem Thema, das du zu verstehen wünschst, zusammen. Das hat er schon ja in der anderen Aussage gesagt. Und lasse dann jedes Wort seinen angemessenen Einfluss haben, und wenn du dann deine Theorie ohne Widerspruch formen kannst, kannst du nicht im Irrtum sein. Das ist das, was wir vorhin schon gesehen haben, hier nochmal als Methode formuliert. Eine ganze Reihe von Bibelstellen, die hier angeführt werden. Kann man sich, wenn man die Aufnahmen anschaut, einfach das Bild kurz stoppen, abschreiben. Und das ist natürlich nichts weiter als die Methode Jesu, die ich gerne auch als ABC-Prinzip bezeichne. Und er begann bei Mose und bei allen Propheten und legte ihnen in allen Schriften aus, was sich auf ihn bezieht. Jesus hat auch sehr methodisch gearbeitet und er hat zu einem bestimmten Thema, zum Beispiel über das Thema Kreuzigung und Auferstehung, alles zusammengenommen, was man bei den Propheten finden konnte. Und das kostet Zeit, aber wenn man das macht, das ist sehr wichtig, dann kann man wissen, das ist die Wahrheit. Wenn ich einfach nur so einen Psalm hier lese und sage: "Hey, das bedeutet für mich das", dann schwimme ich immer noch im Dunkeln, mehr oder weniger. Aber wenn ich so vorangehe, kann ich tatsächlich biblische Wahrheit ergründen. Und das hat er gemacht.

[14:26] Fünftens: Die Bibel muss ihr eigener Ausleger sein, denn sie ist ein eigenständiger Maßstab. Schön, wie er das beschreibt, finde ich ganz super. Wenn ich mich von einem Lehrer abhängig mache und er vermutet bezüglich der Bedeutung oder möchte etwas mit seinem Glaubensbekenntnis in Übereinstimmung bringen, das gibt es ja auch manchmal nicht. Man ist in einer Kirche XY und man liest einen Text und dann merkt man: "Hui, wenn ich den Text jetzt so lese, wie er da steht, dann kriege ich mit meinem Glaubensbekenntnis ein Problem." Dann muss ein bisschen vergeistigt werden, dann muss ein bisschen geschnippelt werden, dann muss ein bisschen überlegt werden, und dann passt es wieder mit meinem Glaubensbekenntnis. Passiert ganz oft. Und wenn wir ganz ehrlich sind, passiert das manchmal mit uns auch. Wir kommen mit einem Vorverständnis an den Text und sagen: "So muss es sein", und dann basteln wir uns die Texte hin, wie sie sind. Aber das ist dann keine echte Bibelauslegung. Also, der Mann hat wirklich was verstanden von Bibelauslegung.

[15:18] Er sagt: "Und er möchte etwas mit seinem Glaubensbekenntnis in Übereinstimmung bringen oder als Weise gelten." Manch einer möchte ja besonders klug dastehen. Das kommt manchmal auch bei der Bibelauslegung vor. Da gibt es Leute, die schreiben so hochgestochen, damit die Leute denken, sie sind so unglaublich weise, was die Bibel angeht. Wenn man das mal reduziert auf den Istgehalt, dann ist das manchmal wirklich dünner als Knäckebrot. Und wenn ich mich von so einem Lehrer abhängig mache, der einfach nur vermutet oder der die Bibel an seine Glaubensbekenntnisse übereinstimmen bringen möchte oder der als Weise gelten möchte, dann ist seine Vermutung, sein Wunsch, sein Bekenntnis oder seine Weisheit mein Maßstab und nicht die Bibel. Und wieder eine ganze Reihe von Bibeltexten. Und der bekannteste ist vielleicht der: "Ich bin, das ist meine Lieblingsverse, ich bin verständiger geworden als alle meine Lehrer, denn über deine Zeugnisse sinne ich nach." Übrigens, Miller hat diesen Vers, das war eine der Verse, die er angeführt hat, um diesen Punkt deutlich zu machen. "Ich bin verständiger als alle meine Lehrer." Nun, übrigens, Miller hat nichts gegen Kommentatoren gehabt. Er hat wohl auch hin und wieder mal in einen reingeschaut, nach seinem eigenen Studium. Aber er hat es nie zum Maßstab seines Forschens gemacht, hat immer selbst die Bibel erst alleine gelesen, und er hat auch relativ wenig Kommentatoren gelesen, muss man sagen.

[16:37] Und das ist ein wichtiges, ein biblisches Prinzip. Und darauf muss, egal was ich glaube, es ist nicht egal, was ich glaube, aber ich glaube, den Punkt, den ich machen möchte, ist: Bevor wir uns unterhalten, was wir glauben und warum wir es glauben, müssen wir erstmal den Punkt klären, was ist das Fundament, auf dem wir Wahrheit erkennen. Eine Bewertung der Adventbotschaft ist nur dann möglich, wenn man versteht, auf welchem Fundament sie stand und wie sie rausgegraben wurde, nach welchen Prinzipien.

[17:05] Sechstens, und jetzt kommen wir zu einigen interessanten Punkten, die dann mehr mit der Prophetie zusammenhängen. Gott hat Zukunftiges durch Visionen, Zeichen und Gleichnisse offenbart. Und auf diese Weise werden oftmals dieselben Dinge immer und immer wieder durch verschiedene Visionen, Zeichen und Gleichnisse wiederholt. Kennen wir ein Beispiel? Ohne hinzugucken bei den Texten, wo wird einem dasselbe durch verschiedene Visionen immer und immer wieder wiederholt? Daniel zum Beispiel. Das hier, haben wir Babylon, Medo-Persien, Griechenland, Rom und die mittelalterliche Kirche. Kommt mal als Gold, Silber, Bronze, Eisen, Eis und Ton vor, mal als Löwe, Bär, Leopard, Löwe, kleines Horn, mal als Widder, Ziegenbock und kleines Horn. Und Miller sagt ganz einfach: "Wenn du sie verstehen willst, musst du was tun? Du musst sie alle in eins kombinieren." Das passt. Ist auch genauso mit den Gleichnissen. Wenn du jetzt das Gleichnis vom Seemann verstehen willst, dann liest du nicht nur den Matthäus-Bericht, sondern liest Matthäus, Lukas, Markus, kombiniere alle in eins, denn dann hat jedes Wort seinen Beitrag. Ganz, ganz entscheidendes Prinzip.

[18:10] "Wenn du sie verstehen willst, musst du sie alle in eins kombinieren." Nicht gegeneinander ausspielen. Heutzutage wird das oft gemacht, dass man sagt: "Ah, Matthäus sagt es so, aber Lukas sagt es anders." Und dann wird das so subtrahiert. Aber Miller hat verstanden, gemäß der Bibel, dass die verschiedenen Berichte oder die verschiedenen Gleichnisse oder Visionen addiert werden müssen. In der Bibel addieren wir, wir subtrahieren nicht. Das kann man sich so vorstellen. Das ist das, was hier hinter steht. Das war Nummer 6.

[18:37] Nummer 7: Visionen werden immer als solche bezeichnet. Warum ist das wichtig? Das ist ein ganz wichtiges Prinzip, sieht man auf den ersten Moment nicht, aber es ist ganz entscheidend. Warum ist es wichtig, dass Visionen immer als solche bezeichnet werden? Weil ich ansonsten immer der Versuchung nachgeben könnte, diesen Text auch noch als Symbol zu sehen und als Vision. Dann wird alles allegorisiert und vergeistlicht. Aber er hat erkannt, wenn es eine symbolische Bedeutung hat, dann wird das immer im Text selbst deutlich. Dann steht da, dass es eine Vision ist, ein Gesicht, eine Prophezeiung, oder es ist durch den Kontext ganz deutlich, dass es eine Vision ist. Ich kann also nicht einfach behaupten, irgendwas ist eine Vision, wenn es dort nicht explizit steht. Es wird hier ganz deutlich gesagt: "Doch will ich auf die Erscheinung und Offenbarung des Herrn zu sprechen kommen." Wenn es eine ist, dann wird sie angesprochen, dann wird sie benannt.

[19:30] Nummer 8: Symbole haben immer eine symbolische Bedeutung und werden oft in der Prophetie benutzt, um zukünftige Dinge, Zeiten und Ereignisse darzustellen. Ich denke, haben wir uns auch schon gehört, und jetzt gibt es einige Beispiele. Zum Beispiel Berge bedeuten Herrschaften, dann haben wir hier Tiere bedeuten was? Könige oder Königreiche. Wasser bedeutet Völkerscharen, Nationen. Das hat er alles da 1817, 1818 entdeckt. Ein Tag bedeutet ein Jahr und so weiter. Und das ist ein wichtiges Prinzip. All diese verschiedenen Symbole haben eine Bedeutung und man muss diese Bedeutung kennen. Und wenn man sie kennt, kann man die Bibel sozusagen mit diesen Schlüsseln auslegen. Ein wichtiges Prinzip.

[20:25] Und jetzt kommen wir noch zu einem anderen Thema, hier Nummer 9. Gleichnisse. Also, es sind jetzt keine Visionen so sehr, sondern Gleichnisse, so wie zum Beispiel das Gleichnis vom Unkraut und Weizen, das Gleichnis vom Seemann, das Gleichnis von den zehn Jungfrauen. Gleichnisse werden als Vergleiche benutzt, um Themen zu illustrieren und müssen in derselben Weise wie Symbole durch das Thema und die Bibel erklärt werden. Mit anderen Worten, auch ein Gleichnis muss man so angehen wie zum Beispiel eine Prophezeiung. Ich kann also nicht einfach das Gleichnis von den zehn Jungfrauen nehmen und sagen: "Naja, das ist halt eine Parabel und für mich ist die Moral halt das und für dich ist die Moral das." Sondern ich muss anschauen, was sind die Elemente und welche Elemente werden woanders erklärt. Natürlich gibt es in einem Gleichnis auch Elemente, die dienen nur zur Ausschmückung, aber vieles davon hat oftmals einen konkreten Bezug. Und wenn ich so ein Gleichnis verstehen will, muss ich schauen, welche anderen Stellen im unmittelbaren Kontext oder in der ganzen Bibel erklären diese Elemente im Gleichnis. Zum Beispiel sagt Jesus hier als Beweis: "Wenn ihr dieses Gleichnis nicht versteht, wie wollt ihr dann alle Gleichnisse verstehen?" Ich glaube, es müssten alle anderen Gleichnisse heißen. Mit anderen Worten, man kann nicht, anders gesagt, um ein Gleichnis zu verstehen, muss ihr ein anderes verstehen. Die hängen alle miteinander, die sind nicht losgelöst.

[21:49] Ihr könnt also sehen, dass das Prinzip, das Miller erkannt hat, war das, dass die Bibel ein großes Ganzes ist und ineinander verlinkt ist, und das kann man nicht wirklich durchdringen, wenn man nur ab und zu hier mal die Bibel aufschlägt und sagt: "Ach, heute lese ich Psalm 88 und heute lese ich ein Wort aus dem Evangelium und dann fühle ich mich gestärkt." Das ist auch schön und gut. Aber wenn ich die Bibel zu weit erkennen will, muss ich dieses System erkennen. Und das sind ja gar nicht alles einfache Prinzipien, da muss man keine lange Theologie studieren, um das zu erkennen. Das ist alles sehr nüchtern gedacht. Aber wir sehen, glaube ich, alle, es braucht etwas, nämlich Zeit und, wie soll man sagen, Fleiß, um da dran zu bleiben. Und Miller hat entdeckt, wenn man das macht mit Fleiß und Zeit, dann entdeckt man so viele interessante Dinge, wenn man gleich zu Kommas entdeckt hat.

[22:36] Zehntens: Symbole haben manchmal zwei oder mehr Bedeutungen. Das ist auch wichtig, das unterschätzen manche oder übersehen manche. Da kommen manchmal im wahrsten des Wortes Teufelsküche, wenn man das nicht versteht. Ein Tag zum Beispiel wird symbolisch benutzt, um drei verschiedene Zeitabschnitte zu beschreiben, nämlich erstens einen unbestimmten Zeitraum, z.B. im Prediger wird von dem Tag gesprochen, das ist kein 24-Stunden-Tag, sondern ein gewisser Zeitraum, der Tag der Freude oder der Tag der Trauer oder was auch immer. Zweitens ein Jahr, haben wir schon gesehen. Aber dann gibt es auch den Tag drittens für die tausend Jahre. In 2. Petrus 3, Vers 8: "Ein Tag ist bei dem Herrn wie tausend Jahre und tausend Jahre wie ein Tag." Jetzt, woher soll ich also wissen, ob der Tag in meinem Beispiel, in meinem Text jetzt tausend Jahre bedeutet oder ein Jahr oder vielleicht sogar einen unbestimmten Zeitraum? Das wäre das Problem. Das wäre das Problem, das er sich gestellt hat. Und dann hat er folgendes gesagt, das finde ich sehr interessant: "Die richtige Auslegung wird mit der Bibel harmonieren und guten Sinn ergeben, andere Auslegungen nicht."

[23:38] Machen wir ein Beispiel. Wir lesen in unserem Text da etwas von 1260 Tagen. Jetzt habe ich drei Möglichkeiten: Entweder diese 1260 Tage sind 1260 unbestimmte Sachen, oder es sind 1260 Jahre, oder es sind eine Million zweihundertsechzigtausend Jahre. Jetzt, was macht guten Sinn und ergibt mit den anderen Aussagen der Bibel Harmonie? Also, letztes auf jeden Fall nicht, weil so große Zeiträume kommen der Bibel gar nicht vor. Und auch die 1260 unbestimmten Zeiten ergeben keinen guten Sinn und passen dann nicht zu den anderen Aussagen mit den 42 Monaten und so weiter. Das heißt, wiederum ist es so, dass wenn ich da so mehrere Varianten habe, wenn ich also weiß, es könnte das sein oder das sein oder das sein – und ihr Lieben, das kommt öfter mal vor in der Bibel, dass ein Text das oder das oder das bedeuten könnte –, dann gibt es andere Texte, die sagen: "In der Richtung geht es weiter" oder "In der Richtung geht es weiter." Immer im Zusammenhang sehen. Hier haben wir die Beispiele: "Ein Tag wie tausend Jahre."

[24:41] Zwölftens, das ist auch sehr schön, das ist das Prinzip von den Visionen umgekehrt. Wenn ein Wort so wie es steht guten Sinn ergibt – übrigens, welches Wort kommt immer wieder vor hier? Hat es jemand bemerkt? "Guten Sinn". Ich spreche mal von "guten Sinn". Die Adventpioniere waren Leute mit gesundem Menschenverstand. Die haben klar und nüchtern gedacht und haben sich nicht von jeder Schwärmerei hinwegreißen lassen. Das finde ich sehr interessant. Wenn ein Wort so wie es steht guten Sinn ergibt und den einfachen Gesetzen der Natur keine Gewalt antut, dann muss man es was? Buchstäblich verstehen. Wenn nicht, dann symbolisch. Beispiel. Die Bibel sagt zum Beispiel: "Abraham zog von Haran aus Richtung Kanaan." Ist das buchstäblich zu verstehen oder symbolisch? Buchstäblich. Kann ich also hingehen und sagen, das ist in Wirklichkeit eine Vision, eine Beschreibung der dreifachen Engelsbotschaft und das ist der eigentliche Sinn und der Abraham ist niemals von A nach B gelaufen, sondern es ist nur eine Metapher? Kann ich nicht machen. Es mag sein, dass manche der Handlungen auch eine Reflexion sind von geistlichen Dingen, das mag sein, aber der primäre Sinn ist immer zunächst ein buchstäblicher, es sei denn, dass es keinen guten Sinn ergibt und die Gesetze der Natur übertreten werden.

[26:10] Zum Beispiel hier haben wir ein Beispiel. Da haben wir in Offenbarung 12, Vers 1, eine Frau. Diese Frau ist mit der Sonne bekleidet, sie hat einen Mond unter ihren Füßen und auf ihrem Haupt eine Krone mit zwölf Sternen. Jetzt, ergibt das guten Sinn? Es ist schon schwierig mit dem guten Sinn und vor allem haben wir Probleme mit den Gesetzen der Natur, denn man kann nicht mit der Sonne bekleidet sein und deswegen kann das nicht buchstäblich gemeint sein. Es kann also keine buchstäbliche Frau sein. Ja, noch ein Beispiel. Hier: "Er brachte mich im Geist in eine Wüste und ich sah eine Frau auf einem scharlachroten Tier sitzen, das voll der Name der Lästerung war und sieben Köpfe und zehn Hörner hatte." Gleiches Prinzip. Macht keinen guten Sinn, denn es widerspricht den Gesetzen der Natur, dass da ein Tier sieben Köpfe und zehn Hörner hat. Und deswegen, ihr Lieben, und deswegen alleine deuten wir das symbolisch.

[27:00] Das heißt, in der Bibel ist es so, und das hat Miller herausgefunden: Zunächst einmal ist immer der buchstäbliche Sinn das Entscheidende, es sei denn, der Text zwingt mich, es symbolisch zu sehen. Jetzt, der gemeine Bibelausleger, was mag der wohl lieber? Das Buchstäbliche oder das Symbolische? Das Symbolische. Da kann man nämlich zeigen, wie viel Kreativität man hat und was man alles entdeckt und so, wow, das habe ich ja noch nie gesehen. Wenn man einfach sagt: "Abram zog von Haran nach Kanaan", dann ist das ja, naja, klar. Das ist klar und verständlich. Also, für den Hörer ist es vielleicht angenehmer, aber für den Bibelausleger, den Prediger, den Evangelisten ist es toll, wenn man da alles Mögliche herauszaubert, was da gar nicht drinsteht. Und Miller hat das von Anfang an erkannt, dass das Quark ist.

[27:46] Nächstens: Um die Bedeutung eines Symbols zu finden, verfolge das Wort durch deine Bibel. Ihr seht, eigentlich diese Prinzipien sind alle sehr eng beieinander, sind sehr systematisch aufgeschrieben. Verfolge das Wort durch deine Bibel und wenn du eine Erklärung findest, setze diese Erklärung für das Wort ein. Wenn es guten Sinn macht, brauchst du nicht weiter zu schauen. Wenn nicht, suche erneut. Frage mal: Ist das ein gutes Prinzip hier? Das ist das einzige Prinzip, wo er kein Bibelfest dazu hat, weil ich glaube, das ist schon ganz gut. Aber das Ende gefällt mir nicht ganz, denn selbst wenn es guten Sinn macht, würde es sich trotzdem lohnen, noch weiter zu suchen, oder? Also, ich glaube, das ist schon gut gemeint, aber wie gesagt, der Miller war auch nicht unfehlbar und nicht inspiriert. Also, der erste Teil ist absolut klasse, aber beim zweiten, glaube ich, wir werden später sehen, dass ab und zu mal diese Falle getappt ist, dass er irgendwo eine Erklärung gefunden hat und das eingesetzt hat und das hat guten Sinn gemacht und das ist dann weitergegangen und hat übersehen, dass es für das Wort noch eine bessere Erklärung gab, die besseren Sinn gemacht hat und im Ganzen harmonischer gewesen wäre, und die hat er dann übersehen und ist dann in der falschen Richtung abgezweigt. Also durchaus gründlich suchen, nicht wahr? Aber dieses Prinzip, ein Symbol einzusetzen für die Erklärung, das ist natürlich selbstverständlich richtig.

[29:05] Vorletztes: Um zu wissen, ob wir das richtige historische Ereignis für die Erfüllung einer Prophetie haben, wenn jedes Wort der Prophezeiung, nachdem die Symbole verstanden worden sind, sich buchstäblich erfüllt hat, dann kannst du wissen, dass dein Geschichtsereignis das richtige ist. Das ist ja bei der Prophetie immer das Spannende. Jetzt habe ich irgendwas gelesen hier, wo hat es sich erfüllt? Wann hat es sich erfüllt? Da kann man ganz schnell, das passiert heute auch, da sieht man irgendwo die World Trade Center Türme zusammenbrechen, dann: "Oh, wo, wo in der Offenbarung steht das? Ah, das hier, da gibt es, oh, das könnte vielleicht das gewesen sein, nicht wahr?" Oder China, er kommt zur Weltmacht jetzt, das hat doch bestimmt irgendwas hier mit Jesaja, da gibt es doch so ein Vers, das klingt so ähnlich. Aber er sagt: "Warte, warte, warte, warte, nur wenn jedes einzelne Wort in der Prophezeiung sich erfüllt, dann ist es eine Erfüllung. Aber wenn ein Wort nicht erfüllt ist, dann musst du nach einem anderen Ereignis ausschauen oder die zukünftige Entwicklung abwarten, denn Gott trägt dafür Sorge, dass Geschichte und Prophetie übereinstimmen und zwar nicht nur vage, sondern richtig, sodass das wahrhaft glaubende Kind Gottes sich nie schämen muss." Ein Vers führt er an: Apostelgeschichte 3, 18. Da heißt es: "Auf diese Weise erfüllt." Wir wissen nämlich von Jesus, dass er jede einzelne Prophezeiung erfüllt hat, nicht wahr? Er hat nicht nur vage ein paar erfüllt, sondern jede einzelne der über 300 Prophezeiungen hat er erfüllt, und deswegen wissen wir, dass Christus der Messias ist, nicht wahr?

[30:27] Letztes Prinzip, das ist das schönste von allen, das gefällt mir am besten. Die wichtigste Regel von allen ist – das hat er auch verstanden, das ist die wichtigste –, dass du was haben musst? Glauben haben musst. Was nützen dir all die Techniken des Bibelstudiums, wenn du kein Glauben hast? Es muss ein, und jetzt erklärt er diesen Glauben, das finde ich so toll, weil bei Miller, wenn man den studiert, ist man schnell bei irgendwelchen Zahlen, aber das gefällt mir sehr gut. Es muss ein Glaube sein, der ein Opfer erfordert und der, wenn geprüft, den liebsten Gegenstand der Erde, die Welt und ihre Wünsche aufgeben würde: Charakter, Leben, Beruf, Freunde, Heim, Komfort und weltliche Ehren. Wenn irgendetwas davon uns hindert, einen Teil des Wortes Gottes zu glauben.

[31:08] Kommt es mal vor, dass unsere Familie, unsere Freunde, unser Beruf, unser Komfort uns daran hindert, ein Wort Gottes richtig zu verstehen? Oder es halt so zu verstehen, wir wissen doch, wie wir es verstehen müssen, aber wir wollen es nicht so verstehen, weil wir dann Probleme hätten, sagt er. Dann würde es zeigen, dass unser Glaube nicht richtig ist. Noch können wir jemals glauben, solange noch eines dieser Motive in unseren Herzen lauert. Wir müssen glauben, dass Gott sein Wort niemals aufgibt. Und das ist, finde ich, auch sehr schön.

[31:35] Achtung jetzt. Und wir können Vertrauen haben, dass derjenige, der den Fall des Spatzen bemerkt und die Haare auf unserem Kopf zählt, die Übersetzung seines Wortes bewacht und eine Barriere darum errichtet und diejenigen, die Gott aufrichtig trauen und vorbehaltlos seinem Wort vertrauen, daran hindern wird, weit von der Wahrheit wegzirren. Mit anderen Worten, wenn Gott im Himmel deine Haare gezählt hat und du hast eine ganze Menge und wenn jeder einzelne Sperrling, der da irgendwo lang flattert, von ihm bemerkt wird, dann wird er dafür gesorgt haben, dass die Bibel, die du heute in den Händen hältst, vertrauenswürdig ist und dass, wenn du aufrichtig seinem Wort vertraust, wirst du nicht weit von der Wahrheit wegirren. Ja, man kann mal einen Fehler machen in der Anwendung, aber man wird nicht die Wahrheit weit verfehlen.

[32:18] Das waren die Prinzipien. Tolle Prinzipien, oder? Ich glaube, es lohnt sich, die nochmal gründlich zu Hause nachzuarbeiten und sich mal daran zu halten beim Bibelstudium, und ich glaube, wir werden alle ganz neue Christen werden.

[32:34] So will er auch. Und als er das gemacht hat, diese zwei Jahre, ist ihm was aufgefallen, nämlich das hier. Das wollen wir kurz anschauen. Ihm fiel auf, dass die populäre Ansicht einer geistlichen Herrschaft des Christus, dieses Millennium auf der Erde, ein zeitliches Millennium vor dem Ende der Welt und die Rückkehr der Juden nicht vom Wort Gottes gestützt werden. Beim Lesen ist ihm aufgefallen, dass das, was er ständig hört in den Kirchen, dass jetzt in Kürze Christus geistlich regieren wird, dass die ganze Welt zum Frieden kommen wird, alle Heiden sich bekehren, die Juden werden zurückkehren nach Jerusalem und sie werden dort auch sich bekehren zu Christus und alle werden tausend Jahre im Frieden leben. Er denkt: "Das steht doch in der Bibel gar nicht."

[33:13] Und als er es weiter studiert hat, ist er auf etwas gestoßen, nämlich auf das hier: auf die Lehre von der buchstäblichen Wiederkunft Jesu. Wir wollen uns ganz kurz die Stichpunkte anschauen, was er dort entdeckt hat, denn das war und ist das Fundament des ganzen Adventglaubens. Denn Advent heißt was? Wiederkunft, Ankunft. Wir wollen mal sehen, was Miller 1818 nach zwei Bibelstunden erkannt hatte.

[33:36] Er hatte erkannt: Es muss eine buchstäbliche Wiederkunft Jesu sein, keine geistliche, sondern buchstäblich. Er kommt wirklich. Das war für die damalige Zeit eine relative Revolution. Wir wissen, er war nicht der Erste. Wir haben einige andere gesehen, die es vorher schon entdeckt haben, zum Beispiel Lacunza und einige andere, aber er kannte die noch gar nicht und hat es einfach selbst in der Bibel erkannt.

[33:55] Zweitens: Er hat entdeckt, Jesus kommt in den Wolken des Himmels. Ich meine, das hat er wiederentdeckt, nicht wahr? Die Jahrhunderte vorher war das ja schon mal bekannt gewesen. Er kommt in der Herrlichkeit des Vaters, und bei der Wiederkunft erhalten die Gläubigen mit Jesus das Königreich für immer. Hier noch ein paar Bibeltexte, die er angeführt hat. Er gibt ganz viele Bibeltexte an. Einer der bekanntesten ist Matthäus 24, 13: "in den Wolken des Himmels." Matthäus 16, 27: "in der Herrlichkeit seines Vaters."

[34:21] Und dann hat er weiter gesagt: Die Erde, und das ist wichtig jetzt. Er hat geglaubt, dass, wenn Jesus wiederkommt, wird bei dem Zeitpunkt die Erde vom Feuer zerstört werden, so wie bei der Sintflut durch das Wasser. Das hat er aus 2. Petrus 3 rausgenommen. Und die gereinigte Erde wird dann zur neuen Erde neu geschaffen werden. Er hat auch gefunden, dass die gläubigen Toten auferstehen werden. Das ist alles das Rückgrat des Adventglaubens, 1818. Die gläubigen Toten werden auferstehen und die Lebenden werden verwandelt werden. Ich glaube, wir kennen alle die Bibeltexte, die das sagen. 1. Thessalonicher 4, 16: "Die Toten in Christus werden zuerst auferstehen." 1. Korinther 15: "Ich sage euch ein Geheimnis: Wir werden zwar nicht alle entschlafen, wir werden aber alle verwandelt werden."

[35:11] Dann hat er weiter folgendes gesagt. Er hat gesagt: Alle Gläubige treffen Jesus in der Luft. Das ist dieser berühmte Vers, den wir gleich anschauen, wo wir ihm entgegengejagt werden. Und die Gläubigen werden ohne Makel vor Gott gebracht. Das ist Judas 24: "Dem, der mächtig genug ist, euch ohne Straucheln zu bewahren und euch unsträflich mit Freuden vor das Angesicht seiner Herrlichkeit zu stellen."

[35:39] Und dann, interessanterweise, sagt er: Die Körper der Gottlosen werden zerstört, ihre Geister ins Gefängnis geworfen. Miller hat an eine Unsterblichkeit der Seele geglaubt. So hat er das aufgeschrieben. Die Körper der Gottlosen werden zerstört, ihre Geister ins Gefängnis geworfen für die tausend Jahre, bis sie dann endgültig vernichtet werden.

[36:00] Hier haben wir den Bibeltext für die Entrückung in die Wolken, den er entdeckt hatte: 1. Thessalonicher 4, 17 und einige andere auch.

[36:07] Und dann noch einige wichtige Dinge im Zusammenhang mit der Wiederkunft. Er hat entdeckt, dass es eine erste und eine zweite Auferstehung gibt und dass das Millennium dazwischen ist und deswegen das Millennium nach der Wiederkunft sein muss. Man nennt das auch Prämillenarismus. Das heißt, die Wiederkunft ist vor dem Millennium. Die meisten Christen zu der Zeit haben geglaubt, dass die Wiederkunft nach dem Millennium sein wird, in über tausend Jahren.

[36:38] Weiter hat er entdeckt und beschrieben: Das Papsttum wird bei der Wiederkunft zerstört werden. Allein das war ein Grund dafür zu sagen, es gibt keine Weltbekehrung, weil wenn da Menschen zerstört werden, können nicht alle bekehrt sein. Deswegen keine Bekehrung der ganzen Welt.

[36:52] Und die Wiederherstellung der Juden, etwas, was damals hochpopulär war und auch heute noch von den meisten Protestanten oder von vielen protestantischen Christen geglaubt wird, ist eine Erfindung. Denn diese Prophezeiung des Alten Testamentes in den Propheten Jesaja, Jeremia, Micha und so weiter, Hosea, das wird geistlich auf das geistliche Israel übertragen. Immer dann, wenn es um Hosea und Amos davon spricht, dass Israel zurückkehren wird, dann hätte das passieren können in Christus, aber da sie Christus abgelehnt haben, wurde das auf die Christen übertragen. Und deswegen spricht die Bibel nicht von einer Rückkehr der Juden nach Jerusalem in den Nahen Osten. Damit hat er die Adventbewegung vor einem ziemlichen theologischen Irrtum bewahrt.

[37:33] Da haben wir den Text über die Auferstehung. Und dann hat er entdeckt, dass es die Bibelprophezeiung gibt, hat die studiert, alles, was wir wahrscheinlich auch gut kennen, mit Babylon, mit Medo-Persien, Griechenland, Rom. Wenn es jemanden gibt, der jetzt zuschaut und sich fragt, wovon spricht er da vorne, sei er verwiesen auf Ausweg 2012, wo wir einige dieser Themen ausführlicher behandeln.

[37:54] Und er hat entdeckt, und damit kommen wir langsam zum Schluss, dass in der Prophetie oder in der Bibel immer wieder Prophezeiungen mit Zeit verknüpft sind. Er hat zum Beispiel entdeckt, dass es da die 120 Jahre gibt. Weiß jemand, was die 120 Jahre waren in 1. Mose 6, Vers 3? Das war die letzte Gnadenzeit vor der Sintflut, wo die Arche gebaut werden sollte. Was waren die 7 Tage und die 40 Tage in 1. Mose 7, Vers 4? Beides zwei angekündigte Zeitperioden. Die 7 Tage waren die Zeit zwischen dem Schließen der Tür und dem Regen, und die 40 Tage war der Regen. Das war eine Prophezeiung, er hat gesagt, es wird 40 Tage Regen, und es hat dann 40 Tage geregnet.

[38:40] Was sind die 400 Jahre in 1. Mose 15, Vers 13? Genau, das war die Zeit, wo sie als Knechte dienen sollten im Land Kanaan und in Ägypten. Das Volk Israel. Die drei Tage in 1. Mose 40, Vers 12-20. Auch eine Prophezeiung, die mit Zeit zu tun hatte. Drei Tage in 1. Mose 40. Das sind nur einige Beispiele, die er erwähnt hat. 1. Mose 40 ist die Geschichte von Josef im Gefängnis, wo es diese Prophezeiung gibt. "In drei Tagen wird der eine gehängt und der andere wird wiederhergestellt werden."

[39:17] 7 Jahre. Jetzt wird es einfach. 1. Mose 41, das waren die Hungerjahre. Auch dort eine Prophezeiung mit einer Zeit verknüpft. Die 40 Jahre in 4. Mose 14, Vers 34. Das war die Wüstenwanderung. Das war damals sogar verknüpft mit dem Jahr-Tag-Prinzip.

[39:36] Dreieinhalb Jahre, 1. Könige 17, Vers 1. Das war die Zeit Elias, wo auch eine Prophezeiung mit Zeit verknüpft war. 65 Jahre. Wer das rausbekommt, kriegt von mir 5 Euro. 65 Jahre. Hier Jesaja 7, Vers 8. Das hat er auch rausgefunden und geschrieben. Das ist eine Prophezeiung, da geht es um Ephraim, dass Ephraim zerbrochen werden soll innerhalb von 65 Jahren. Jeremiah 25, Vers 11, das ist einfacher, 70 Jahre. Jeremiah 25, Vers 11: 70 Jahre. Es waren diese 70 Jahre, die das Volk in Babylon bringen sollte, wo Gott durch Jeremiah gesagt hat: "In 70 Jahren werdet ihr zurückkommen."

[40:29] Und dann die 7 Jahre oder 7 Zeiten, Daniel 4. Worum geht es in Daniel 4? Um die Bekehrung. Genau, die Bekehrung. Da gab es auch die Prophezeiung: "Du wirst 7 Jahre lang Gras essen wie ein Ochse." Hat sich genauso erfüllt.

[40:46] Der Punkt war der: Immer wieder in der Bibel gab es Prophezeiungen, die mit einer Zeit verbunden waren. Und jedes Mal hat sich die Prophezeiung genau in dieser Zeit erfüllt. Und das hat einen Punkt bei Miller verdeutlicht: Gott verknüpft Zeit mit Prophetie. Und wenn diese Zeiten dort genannt werden, sind sie immer ernst zu nehmen. Nicht einfach nur irgendwie, sondern sie erfüllen sich mal buchstäblich. Und das hat etwas ausgelöst. Wenn es etwas gibt in Bezug auf die Wiederkunft, könnte es sein, dass dann auch die Prophezeiung über die Wiederkunft an so eine Zeit geknüpft ist.

[41:16] Er hat jetzt schon eine ganze Menge neue Dinge gedacht über die Wiederkunft, die unten populär waren, die kaum einer kannte. Hat sich gefragt: Gibt es da auch Prophezeiungen diesbezüglich? Denn er hat sich überlegt: Von allen Weltreichen – Babylon, Äthiopien, Griechenland, Rom – sind alle schon weg. Wir sind in der letzten Phase, Eisen und Ton. Da kommt nichts mehr. Das nächste, was kommen müsste, ist die Wiederkunft. Gibt es da irgendeine Zeitprophezeiung? Das hat er sich gefragt.

[41:38] 70 Wochen haben wir noch vergessen. Aber da kommen wir jetzt gleich zu. Und er hat dann drei Zeitperioden entdeckt. Wir müssen das noch ganz kurz ansprechen. Die erste ist die aus Daniel 8, Vers 14: die 2300 Tage, die werden hier genannt. "Er sprach zu mir: Bis zu 2300 Abend und Morgen, dann wird das Heiligtum gerechtfertigt werden."

[42:01] Und hier sehen wir jetzt einen kleinen... Können wir uns erinnern, dass es ein Prinzip gab, das nicht ganz so schlüssig war? Das war dieses: Wenn du eine Erklärung findest, setz sie ein, und dann brauchst du nicht weiter zu suchen. Er hat eine Erklärung eingesetzt, nämlich dafür, dass das Heiligtum die Erde sei. Die hat er nicht mal ganz aus der Bibel gefunden. Das war allgemeines Verständnis damals. Er hat das eingesetzt und gesagt: "Die Erde wird gerechtfertigt werden, gereinigt werden." Und dann hat das bedeutet, wenn die Erde gereinigt werden soll, wenn sie gerechtfertigt werden soll, wenn sie wiederhergestellt werden soll, wodurch geschieht das? Durch das Feuer. Wann kommt das Feuer auf die Erde? Bei der Wiederkunft. Und auf diese beiden Verknüpfungen, dass das Heiligtum die Erde darstellen sollte – in seinem Kopf, ohne die Tatsache, dass die Erde gereinigt werden muss, das Wort bedeutet Rechtfertigung – das hat zu ihm geführt, das ist eine Prophezeiung auf die Wiederkunft. Nur, dass wir das verstehen. Okay, da gibt es eine Prophezeiung auf die Wiederkunft, 2300 Abend und Morgen.

[43:03] Und er wusste ja, einen Tag vor einem Jahr. Er hat dann noch zwei andere Prophezeiungen gefunden, die ihm wichtig vorkamen. Die eine, die sogenannte sieben Zeiten. Das ist eine Prophezeiung, das ist eigentlich gar keine richtige Prophezeiung, würden wir heute sagen. Wir würden denken, dass er das ein bisschen übertrieben hat. Das lag daran, in 3. Mose 26, da werden die Flüche aufgezählt, so nach dem Motto: "Wenn du ungehorsam bist, dann wirst du siebenmal das erleben, und dann wirst du das erleben, und dann wirst du siebenmal das erleben." Und im Englischen heißt "siebenmal" "seven times". Und "seven times" könnte man auch übersetzen: sieben Zeiten. Jetzt, im Hebräischen ist das ganz deutlich: siebenmal. Aber Miller kannte kein Hebräisch. Und er hat das ausgelegt als sieben Zeiten. Und sieben Zeiten, durch das Jahr-Tag-Prinzip, kommt dann zu einer langen Zeitperiode raus, werden wir gleich sehen.

[43:50] Und das dritte, was er entdeckt hat, waren die 1.335 Tage, von den 12 bis 12, wo es heißt: "Wenn du die erreichst, glückselig ist, wer ausharrt bis zu den 1.335 Tagen." Was ist die Glückseligkeit, wenn man ausharrt? Das muss ja bei der Wiederkunft sein. Glückselig, die bis dahin ausharren, dann wird Jesus wiederkommen.

[44:09] Er hat ja gesehen, dass diese prophetischen Zeitperioden immer mit dem Jahr-Tag-Prinzip ausgelegt werden. Die 70 Wochen waren in Wirklichkeit 490 Tage, sind in Wirklichkeit 490 Jahre und haben sich im Kommen des Messias erfüllt. Er hat ja auch gesehen, dass die 1.260 Tage in Wirklichkeit 1.020 Jahre waren, hatten sich erfüllt im Papsttum. Auch das hat er dann mit der Geschichte verglichen.

[44:31] Und jetzt kommen wir zum Schluss, zu diesen drei Zeitperioden. Das erste, was er gemacht hat, hat sich diese sieben Zeiten genommen, diese vermeintliche, obwohl es gibt heute noch einige wenige, die behaupten, es ist wirklich eine Prophezeiung. Ich denke aber nicht. Aber wir werden später noch darauf kommen. Und diese sieben Zeiten sind 2.520 Tage, im Jahr-Tag-Prinzip wären das dann 2.520 Jahre. Und er hat das ein bisschen rumgerechnet oder ein bisschen überlegt und hat sich dann gedacht, das erste, was als Fluch über das Volk Gottes kam, war die Gefangennahme des Manasse. 617 bis vor Christus ist ein bisschen, naja, nicht so ganz schlüssig. Aber so hat er es jedenfalls gesagt.

[45:11] Und das zweite waren dann die 2.300 Tage. Und da hat er ziemlich präzise erkannt, und ich denke, wir kennen alle, das haben wir in der Bibel schon mal gesehen, dass diese 2.300 Jahre beginnen mit dem Erlass des Artaxerxes im Jahre 457 vor Christus. Ja, das kennen wir.

[45:28] Und dann die 1.335 Tage, das sind in Wirklichkeit 1.335 Jahre. Das ist im Text in Daniel, es müsste Daniel 12, Vers 12 sein, Entschuldigung, nicht 8 Vers 14, steht, dass von der Wegnahme des Täglichen, was immer das ist, er hat das als das Heidentum verstanden und hat das dann gedeutet auf 508 nach Christus, wo Chlodwig sich zum Katholizismus taufen lassen. Von da an.

[45:56] Jetzt bin ich mal gespannt, wer mathematisch gut ist. 2.520 Jahre vorwärts von 677 vor Christus, wo kommen wir raus? Man muss einfach 2.520 minus 677 rechnen. Ganz einfach. Würde ich sagen? 1843. Wo kommt man raus, wenn man 2.300 minus 457 rechnet? 1843. Wo kommt man raus, wenn man 508 plus 1.335 rechnet? 1843. Bingo.

[46:37] Drei verschiedene Prophezeiungen. Eine ganz klare Prophezeiung, eine, es ist auch eine ganz richtige Prophezeiung, zwei ganz richtige und eine, die eigentlich ein bisschen nervt. Aber es hat halt super gepasst. Wenn man zwei richtige hat und noch so einen halben, dann ist man noch mehr überzeugt, dass es auch richtig sein muss. So funktioniert das in unserem Gehirn. Kann man was von lernen. Man kann manchmal drei Dinge haben, zwei sind richtig, eine ist falsch, aber es passt so gut zusammen, da nimmt man das Falsche gleich noch mit. Aber jedenfalls, da kommen wir später noch zu, wie das in sich ausgegangen ist.

[47:06] Drei verschiedene Prophezeiungen scheinen hinzu deuten auf das Jahr 1843 und wie er meinte, dort die Wiederkunft. Deswegen schreibt er, und damit enden wir: "So zog ich 1818 am Ende meines zweijährigen Studiums in Schrift die feierliche Schlussfolgerung, dass in etwa 25 Jahren alle Angelegenheiten unserer gegenwärtigen Situation abgeschossen sein würden." Und er sagt, wenn das Ende so nah war, dann war es wichtig, dass die Welt es erfahren sollte. Man kann sich vorstellen, wer so nach zwei Jahren Bibelschule kommt und sagt, es sind noch 25 Jahre.

[47:40] Und wie gesagt, alles, was er entdeckt hat, hat er selbst entdeckt, da war keiner, dem das vorgesagt hat. Und ob er jetzt losgegangen ist, oder was er jetzt gemacht hat, und wie das weiterging, das sehen wir nächstes Mal, wenn wir uns durch die Geschichte wagen in unserem Thema "Ein sicherer Hafen 1818 bis 1819". Da freue ich mich schon. Seid herzlich eingeladen, dann wieder einzuschalten, zu kommen. Und ihr seht, jetzt geht es richtig los. Jetzt nimmt die Adventgeschichte so richtig Fahrt auf. Und wir werden jetzt viel mehr mit diesen Dingen uns beschäftigen und sehen, wie das Stück für Stück sich entwickelt hat. Es wird sehr, sehr spannend werden. Nicht verpassen, nächste Woche. Bis dahin.


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