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Manuskript: CSH Studienmaterial Habakuk

In dieser Cannstatt Study Hour-Folge taucht Christopher Kramp tief in das Buch des Propheten Habakuk ein. Er beleuchtet die Bedeutung dieses oft übersehenen Propheten, seine einzigartige Dialogform mit Gott und die zeitlose Relevanz seiner Botschaften für die heutige Zeit. Die Lektionen aus Habakuks Fragen nach Gottes Gerechtigkeit und seinem Vertrauen in Gottes Güte werden anhand von biblischen Zusammenhängen und Endzeit-Typologien erklärt.

Erlebe eine tiefgehende Analyse, wie Habakuks prophetische Visionen und seine persönliche Glaubensreise uns lehren, auch in schwierigen Zeiten auf Gottes Verheißungen zu vertrauen und die Kraft des Glaubens zu erkennen. Entdecke die Parallelen zwischen Habakuks Zeit und den Herausforderungen des Endes der Zeit.

In dieser Cannstatt Study Hour-Folge taucht Christopher Kramp tief in das Buch des Propheten Habakuk ein. Er beleuchtet die historische Einordnung, die einzigartige Dialogform zwischen Prophet und Gott und die prophetische Bedeutung des Buches, insbesondere für die Endzeit. Die Lektionen aus Habakuk, von der Kraftlosigkeit des Gesetzes durch Fleischlichkeit bis hin zur Bedeutung des Glaubens, werden anhand biblischer Bezüge und typologischer Auslegungen verständlich gemacht. Ein besonderer Fokus liegt auf der Interpretation von Habakuk 2, Vers 4, „Der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben“, und dessen Relevanz für die adventistische Glaubensgeschichte.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2013 Q2: Die kleinen Propheten

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Transkript

[1:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour. Schön, dass ihr angeschaltet habt auf joelmedia.de. Wir möchten alle diejenigen auch herzlich begrüßen, die uns auf Amazing Discoveries zuschauen. Und wir freuen uns, dass wir eine weitere Folge mit euch gemeinsam studieren können. Hier zu unserem Thema: Große Lehren von kleinen Propheten. Heute die neunte von insgesamt 13 Folgen. Und heute steht ein kleiner Prophet auf dem Menü, sozusagen, der mir ganz besonders ans Herz gewachsen ist. Und das ist der Prophet Habakuk. Er gehört wahrscheinlich zu den am wenigsten studierten Büchern der ganzen Bibel. Aber ich glaube, gerade für uns in der Endzeit eines der entscheidendsten und wichtigsten Bücher überhaupt, wie wir sehen werden, hoffentlich in dieser Folge, mit der wir uns vorbereiten wollen auf das Bibelgespräch am 25. Mai. Habakuk, ein kleiner Prophet im wahrsten Sinne des Wortes. Nur drei Kapitel sind überliefert. Aber die haben es in sich.

[2:13] Der Name Habakuk heißt "Umarmung". Jemand, der einen anderen umarmt. Und der Name kommt sonst im Alten Testament nicht vor. Auch wissen wir über Habakuk sonst nichts weiter als das, was wir hier in diesem Buch finden. Er wird sonst nirgendwo in der Bibel erwähnt. Auch sein Vater wird nicht erwähnt. Und er gibt auch keinerlei Könige an, die eine genaue zeitliche Einordnung möglich machen würden. Allerdings warnt er vor der kommenden babylonischen Invasion. Und zwar in einer Sprache, die deutlich macht, dass die Babylonier schon im Aufstieg sich befanden. Das babylonische Weltreich datiert seinen Anfang von 605 vor Christus. Und so können wir durchaus in den Jahrzehnten vorher den Dienst von Habakuk ansetzen. Und das könnte ein Hinweis darauf sein, dass er zur Zeit von Manasseh unter anderem gewirkt hat. Er beschreibt ja auch einen tiefen moralischen Abfall im Volk Juda. Das Nordreich war zu seiner Zeit bereits nicht mehr existent, war ja bereits Jahrzehnte vorher von den Assyrern vernichtet worden. Es gab nur noch das Südreich Juda. Und das, wie gesagt, über einen langen Zeitraum unter König Manasseh in einem tiefen Abfall. Und Habakuk scheint sich hier auf diese Zeit zu beziehen, die dann mündet in die Gefangennahme und die Wegführung in das babylonische Exil, als die Babylonier die vorherrschenden Assyrer niedergerungen haben.

[3:44] Das Buch Habakuk ist insofern interessant, als hier keine Botschaften an das Volk gepredigt werden, sondern vielmehr sich der Prophet mit Gott über das Volk unterhält. Und das ist auch eine ziemlich außergewöhnliche Situation und relativ einzigartig auch in der Bibel. Das Buch Habakuk ist übrigens aus einem anderen Grund auch von großem Interesse: Unter den berühmten Qumran-Rollen, den Rollen vom Toten Meer, die oft in der Archäologie, wenn es darum geht, die Glaubwürdigkeit der Bibel zu beweisen, erwähnt werden, befindet sich neben der berühmten Jesaja-Rolle auch eine ganz berühmte Habakuk-Rolle in Form eines Habakuk-Kommentars, wo der Text von Habakuk 1 und 2 mit fortlaufendem Kommentar versehen ist. Und auch dieser Fund gehört zu den wichtigsten überhaupt. Und hin und wieder lohnt es sich dann auch, dort in diesen Originaltext reinzuschauen, wo sich ganz kleine, aber manchmal ganz interessante Abweichungen noch von unserem Text hier ergeben. Das werden wir aber im Laufe der Folge dann noch sehen. Habakuk hat drei Hauptabschnitte und die drei Kapitel beschreiben auch diese drei Hauptabschnitte. Da gibt es das Problem in Kapitel 1, dann die Lösung in Kapitel 2 und in Kapitel 3 Habakuks Antwort auf die Lösung. Nun fangen wir an mit Habakuk 1 und dort Vers 1 bis 4.

[5:04] Das heißt hier: "Die Last, die der Prophet Habakuk geschaut hat." Übrigens Habakuk, einer der wenigen kleinen Propheten, die sich selbst Prophet nennen.

[5:39] Und darum kommt das Urteil verkehrt heraus. Habakuk beschreibt hier die Situation im Volk Juda. Er beschreibt die Bosheit Judas und er versteht nicht, warum Gott nicht eingreift. Und ich denke, wir können uns da gut hineinversetzen in den Habakuk. Wenn wir Missstände im Volk Gottes sehen, dann fragen wir uns manchmal: Gott, wie lange soll ich das noch ansehen? Warum schaust du dem scheinbar tatenlos zu? Eine Frage, die auch ganz oft von den Psalmdichtern beschrieben worden ist. Wir haben einige Psalmzitate hier aufgeschrieben. Und interessanterweise heißt es hier in Vers 4, das ist einer der wichtigsten Verse hier in diesem Zusammenhang: "Darum wird das Gesetz kraftlos." Hier steht nicht, dass das Gesetz vollkommen abgeschafft worden war, aber es war kraftlos. Und die Frage ist, wie wird das Gesetz kraftlos? Darauf gibt die Bibel eine interessante Antwort. Es lohnt sich, das auch mit aufzuschlagen hier in Römer 8 und dort Vers 3.

[6:40] Römer 8 und dort Vers 3, es heißt: "Denn was dem Gesetz unmöglich war, weil es durch das Fleisch kraftlos war." Dann geht es weiter: "Das tat Gott, indem er seinen Sohn sah und in der gleichen Gestalt wie das Fleisch der Sünde und um der Sünde willen und die Sünde im Fleisch beurteilte." Das Fleisch macht das Gesetz kraftlos. In anderen Worten: Ein Mensch, der fleischlich denkt, kann nicht gleichzeitig das Gesetz Gottes halten. Das ist das, was dann Römer 8 weiter sagt. Das Fleisch unterwirft sich dem Gesetz Gottes nicht und kann es auch nicht. Das ist Feindschaft gegen Gott. Im Volk Israel, im Volk Juda, hat sich also Fleischlichkeit breit gemacht. Augenlust, Fleischeslust, Hochmut des Lebens, so wie es in 1. Johannes 2, Vers 16 beschrieben wird. Und diese Fleischlichkeit, die verhindert, dass es zur Einigkeit kommt und dass das Volk seinen Auftrag erfüllt. Stattdessen gibt es Streit und Zank. Und ich glaube, wir können uns da ein bisschen hineinversetzen. Wenn wir mehr nach dem eigenen Fleisch wandeln, als nach dem Geist, dann sind solche Dinge, Streit und Zank und Gewalt und Bosheit die unweigerliche Folge.

[8:04] Übrigens auch durch menschliche Tradition kann das Gesetz kraftlos gemacht werden. Das hat Jesus selbst gesagt in Markus 7, Vers 9, wenn wir das auch ganz kurz aufschlagen hier. In Markus 7 und dort Vers 9, da sagt uns Jesus: "Und er sprach zu ihnen: Trefflich verwerft ihr das Gebot Gottes, um eurer Überlieferung festzuhalten." Das heißt, durch Menschentradition, durch eigene Gedanken, durch den Wunsch des Fleisches wird das Gesetz kraftlos. Und das war der Zustand des Volkes Gottes. Und Habakuk beschwert sich und sagt: "Wie lange?" Und ich glaube, diese Frage ist eine Frage, die wir wirklich alle auch auf unseren Lippen haben. Wie lange noch? Wie lange soll das so noch gehen?

[8:51] Und die Antwort, die Gott jetzt gibt, ist außergewöhnlich und durchaus auch ein wenig furchteinflößend. Schauen wir mal gemeinsam ab Vers 5.

[9:01] Es heißt hier in Vers 5: "Seht euch oben unter den Heidenvölkern und schaut umher, verwundert und entsetzt euch, denn ich tue ein Werk an euren Tagen, ihr würdet es nicht glauben, wenn man es erzählte." Gott lenkt den Blick auf heidnische Nationen, mit denen er jetzt das Volk Gottes strafen wird. Gott deutet an: Diese heidnische Nation, die ich jetzt beschreiben werde, die wird mein Gericht ausführen. Und Paulus hat übrigens diesen Vers in der griechischen Übersetzung zitiert in Apostelgeschichte 13.

[9:33] Das wollen wir kurz anschauen. Und dort Vers 41, oder Vers 40 und 41. Dort sagt Apostelgeschichte 13, Vers 40 und 41: "So habt nun acht, dass nicht über euch kommt, was in den Propheten gesagt ist: Seht ihr Verächter und verwundert euch und werdet zunichte; denn ich tue ein Werk an euren Tagen, ein Werk, dem ihr nicht glauben würdet, wenn es euch jemand erzählte." Paulus verstand also, dass Habakuk 1 nicht nur von der Zeit von Habakuk sprach, sondern typologisch anzuwenden ist auf spätere Generationen. Ein wichtiger Gedanke. Wir werden heute sehen noch, dass das gesamte Buch Habakuk eine Endzeit-Applikation, eine Endzeit-Typologie darstellt und da wollen wir später noch darauf zu sprechen kommen. Also freut euch auf die folgenden Minuten.

[10:15] Offensichtlich ist die Antwort, die Gott geben wird, durch dieses Gericht außergewöhnlich und zwar in einem Maße, das man nicht erwarten kann. Er sagt nämlich: "Ihr würdet es nicht glauben, wenn man es erzählte." Es ist ja oft so, dass wenn man sich Dinge ausmalt, sie am Ende gar nicht so schlimm eintreffen. Bei Gottes Gerichten, in dem Fall hier zumindestens, ist es anders. Das Gericht Gottes wird schwerer sein, als man es in Worte hätte sich als Mensch vorstellen können. Und Gott wird dann sehr konkret. Er sagt in Vers 6: "Denn ich erwecke die Chaldäer." Die Chaldäer waren die herrschende Elite des babylonischen Reiches. Und wenn wir das Buch Daniel kennen und studieren, wissen wir, die kommen dann immer wieder vor. Und es heißt hier: "Ein bitterböses und ungestümes Volk, das die weiten der Erde durchzieht, um Wohnsitze zu erobern, die ihm nicht gehören." Hier wird die Expansion des babylonischen Reiches beschrieben. In den Jahrzehnten vorher waren die Babylonier nur ein Vasallenstaat Assyriens, aber um 600 herum, den Jahren zuvor, begann der Aufstieg dieses neubabylonischen Reiches. 612 wurde Ninive zerstört, gemeinsam mit den Medern. 610 dann die Zerstörung von Haran und die Reste des assyrischen Reiches haben sie noch über den Euphrat gerettet. Und dann 605 vor Christus die berühmte Schlacht bei Karkemisch, wo Kronprinz Nebukadnezar ein gemeinsames ägyptisch-assyrisches Heer vollständig aufgerieben hat. Assyrien war ausgelöscht und Nebukadnezar hat sich dann Richtung Süden gewandt, in die Levante, um dort in Syrien und in Palästina die ganzen von Assyrien abhängigen Gebiete jetzt für Babylon einzunehmen. Das war dann auch der Grund, wie er 605 vor Christus vor Jerusalem stand und dort die ersten Judäer gefangen mitgenommen hat, darunter auch Daniel. Das ist hier in Vers 6 angedeutet und beschrieben.

[12:11] Jetzt werden die Babylonier etwas genauer beschrieben. Vers 7: "Es ist schrecklich und furchterregend, sein Recht und sein Ansehen gehen von ihm selbst aus." Immer wieder betont Habakuk oder betont Gott in diesem Buch Habakuk, dass die Babylonier auf sich selbst vertrauen und ihre eigene Macht, ihre eigene Stärke, ihre eigene Autorität zum Maßstab erheben. Wer Daniel 4, Verse 28 bis 30 gelesen hat, der weiß, was für ein übermäßiger Stolz und ein Selbstvertrauen in Babylonien zu eigen war, sogar beim König. Vers 8 heißt es dann: "Schneller als Leoparden sind seine Rosse." Leoparden waren sprichwörtlich für ihre Schnelligkeit, werden ja mit dieser Hinsicht auch als Symbol für Griechenland verwendet. Und dann heißt es: "Und rasch als Wölfe am Abend, dass die sehr gefährlich sind." Das sagt uns Jeremia 5, Vers 6. Und der Vers geht weiter in Vers 8: "Seine Reiter kommen im Galopp daher. Von fern her kommen seine Reiter. Sie fliegen daher wie ein Adler, der sich auf den Fraß stürzt." Das ist ein wichtiger Vers, denn hier wird ganz deutlich und hier dieser Vers ist ein Identifizierungsmerkmal für Daniel 7.

[13:20] Daniel 7, vielleicht gehen wir ganz kurz dorthin, da werden ja berühmterweise die großen Weltreiche der Geschichte in ihrer Reihenfolge dargestellt. Daniel 7 beginnt das Ganze in Vers 4 mit dem ersten Tier, das aus dem Völkermeer hervorkommt. Da heißt es: "Das erste glich einem Löwen und hatte Adlerflügel. Ich schaute, bis ihm die Flügel ausgerissen wurden und es von der Erde aufgerichtet wurde und wie ein Mensch aufrecht auf seine Füße gestellt wurde und wie ihm ein menschliches Herz gegeben wurde." Die Bibel macht deutlich, dass in der Prophetie im Kontext von Weltreichen der Löwe sowohl für Assyrien als auch für die Babylonier steht. Da gibt es entsprechende Verse zu im Buch Jeremia. Allerdings ist es der Adlerflügel, der Assyrien sozusagen dann ausschließt. Es ist die Kombination von Löwe plus Adler gemäß Habakuk hier, dass nämlich auch der Adler allein für die Chaldäer steht, der uns aus der Bibel her beweist, dass dieser Löwe mit Adlerflügeln das babylonische Reich gewesen sein muss. Und wir wissen natürlich aus der Archäologie, dass der Löwe mit Adlerflügeln auch tatsächlich das Zeichen Babylons gewesen ist. Das kann man heute noch im Pergamonmuseum bestaunen.

[13:39] Habakuk 1, Vers 9: "Sie gehen alle auf Gewalttaten aus, ihre Angesichter streben unaufhaltsam vorwärts und sie fegen Gefangene zusammen wie Sand." Interessanterweise wird hier dasselbe Wort verwendet für Gewalttaten wie schon in Vers 3, wo die Judäer selbst Gewalttaten ausübten. Die Idee dahinter ist: Die Judäer haben gewalttätig gelebt gegenüber ihrem eigenen Volk. Als Strafe lässt Gott es zu, dass diese gewalttätigen Babylonier sie auch angreifen und dann siegen werden. Als dasselbe Volk Juda sich zu Gott kehrte, einige Jahrzehnte vorher unter Hiskia, da konnten die Assyrer sie nicht einnehmen. Die Babylonier werden es können, weil das Volk selbst so gewalttätig ist. Gott muss seinen Schutz zurückziehen, weil das Volk Juda sich verhält wie die Heiden selbst. Das heißt dann hier: "Gefangene wieder Sand", und das ist natürlich metaphorisch für eine sehr große Anzahl. Wird ja auch in 1. Mose 13, 16 verwendet für die Nachkommenschaft Abrams.

[15:48] In Vers 10 heißt es: "Es spottet über die Könige und für Fürsten hat es nur Gelächter übrig. Es lacht über alle Festungen, schüttet Erde auf und erobert sie." Hier wird uns der militärische Schachzug dargestellt, solche Belagerungswälle aufzuschichten mit Erde, die dann zur Einnahme der Städte geführt haben.

[16:08] Vers 11: "Dann fährt es daher wie ein Sturmwind, geht weiter und lädt Schuld auf sich, denn diese seine Kraft macht es zu seinem Gott." Offensichtlich haben die Babylonier zwar Gottes Plan erfüllt, aber dabei selbst gesündigt. Ähnlicherweise haben wir es ja schon über Jehu gelernt, in Hosea 1, Vers 4, der zwar das Ziel Gottes ausgeführt hat, aber mit falschen Motiven und deswegen selbst dafür zur Verantwortung gezogen worden ist. Die Babylonier sind bestraft worden für ihre falschen Motive und ihren Egoismus und ihren Stolz. Und Habakuk versteht es nicht so richtig. Wie kann Gott diese Babylonier, diese gottlosen Babylonier nehmen, um sie jetzt als Instrument zu benutzen? Er stellt diese Fragen ab Vers 12. Er sagt: "Bist du, o Herr, nicht von Urzeiten her mein Gott, mein Heiliger?" Und dann ein ganz tröstlicher Ausspruch: "Wir werden nicht sterben." Habakuk versteht: Auch wenn das ganze Volk zugrunde geht, jeder Einzelne, der eine persönliche, direkte Beziehung zu Jesus hat, zu Gott hat, der wird nicht zugrunde gehen. Wir werden gleich später in Kapitel 2 noch mehr darauf kommen.

[17:08] Das heißt: "Herr, zum Gericht hast du ihn eingesetzt und zur Züchtigung hast du, o Fels, ihn bestimmt." Er versteht also, die Babylonier kommen als Gericht Gottes. Aber er fragt dann, Vers 13: "Deine Augen sind so rein, dass sie das Böse nicht sehen können. Du kannst dem Unheil nicht nachschauen. Warum siehst du denn den Frevler schweigend zu, während der Gottlose den verschlingt, der gerechter ist als er?" Warum benutzt du die gottlosen Babylonier für deinen Zweck?

[17:37] Vers 14 heißt es: "Du lässt die Menschen so behandeln wie die Fische im Meer, wie das Gewürm, das keinen Herrscher hat." Übrigens hier in der Habakuk-Rolle, in der Qumran-Rolle vom Toten Meer steht: "wie das Gewürm, das zu beherrschen ist." Gemäß 1. Mose 1, Vers 26. Und dann beschreibt er die Art und Weise, wie die Babylonier jetzt die ganze Welt erobern in Vers 15 und 16.

[18:07] "Er fischt sie alle mit der Angel heraus, fängt sie mit seinem Netz und sammelt sie in seinen Garnen. Darüber freut er sich und frohlockt." Vers 16: "Darum opfert er auch seinem Netz und bringt seinem Garn Räucheropfer, denn ihnen verdankt er seine fetten Bissen und seine kräftige Nahrung." Hier wird das Fischen als Symbol dargestellt, wie Babylon Expansion betreibt und Menschen in das babylonische Reich einverleibt. Das ist sehr interessant, denn hier geht es sozusagen um eine Art Menschenfischerei. Babylonier waren Menschenfischer, sie haben Menschen gefischt. Und das bringt uns natürlich zu jenem Gedanken, den Jesus ausgesprochen hat in Matthäus 4, Vers 19, wo er sagt: "Schauen wir uns das kurz an."

[18:44] Matthäus 4 und dort Vers 19, wo er sagt: "Und er sprach zu ihnen: Folgt mir nach, und ich will euch zu Menschenfischern machen." Da gibt es zwei Methoden der Menschenfischerei. Es gibt die göttliche Methode, die dem Beispiel Jesu nachfolgt, um Menschen für das Evangelium zu gewinnen. Und dann gibt es die babylonische Menschenfischerei, die nach den satanischen Prinzipien Menschen einkassiert. Und beide diese Menschenfischer-Konzepte resultieren in Offenbarung dann in zwei großen Botschaften: in der dreifachen Engelsbotschaft Offenbarung 14 und der dreifachen Frösche-Botschaft in Offenbarung 16. In der Typologie dann sehr, sehr interessant zu sehen, wie es immer zum Original auch eine Fälschung gibt.

[19:31] Vers 17: "Darf er dann aber sein Netz beständig ausleeren und ohne Erbarmen Völker hinmorden?" Diese Frage, die brennt im Habakuk auf der Seele. Wie kann Gott diese Babylonier benutzen? Wo wird das alles? Übrigens, in diesem ganzen Abschnitt wird oftmals Babylon hier personifiziert, unter einer Person dargestellt. Auch das ein Hinweis sicherlich typologisch auf den Mann der Sünde, 2. Thessalonicher 2, Vers 3 und 4, der ganz offensichtlich auch in seiner Funktion gegen Gottes Volk gekämpft hat. Und es lohnt sich über die Typologie dieses Kapitels nachzudenken.

[20:10] Hier wird ein abgefallenes, zerstrittenes Südreich beschrieben, während Babylon langsam aber sicher an die Macht kommt. Und ich denke, im Endzeitkontext dürfen wir das so anwenden, dass nach der tödlichen Wunde von 1798 auch Babylon langsam aber sicher wieder im Kommen war und expandiert und zwar auf globaler Ebene. Während gleichzeitig der Protestantismus, das Volk Gottes zu der Zeit ab 1798 sehr stark zerstritten war. Das Gesetz Gottes war kraftlos. Es war zwar bekannt, dass das Gesetz Gottes wichtig ist, aber es wurde nicht wirklich gehalten. Und in diesem Kontext auch, wenn man diese Typologie so ein bisschen versteht, dann kann man jetzt einige der ganz spezifischen Erfüllungen von Habakuk 2 besser nachvollziehen. Lesen wir mal Habakuk 2, Vers 1. Dort heißt es: "Auf meine Warte will ich treten und auf den Turm mich aufstellen, damit ich Ausschau halte und sehe, was er mir sagen wird und was ich als Antwort weitergeben soll auf meine Klage hin." Habakuk stellt sich auf einen Turm und möchte sehen, was Gott antworten wird. Er möchte Gottes Botschaft kennen. Und das ist ein sehr interessantes Bild, denn wer auf einen Turm steigt, der kann weiter sehen. Er sieht Dinge, die die Menschen unten noch nicht kommen sehen. Das ist ein Bild für das Prophetiestudium. Und wir haben auch einige Texte, die da in die Richtung gehen, zum Beispiel in Daniel 12, Vers 11 und 12, wo Menschen durch das Studium der Prophetie jetzt als Wächter sehen, was kommt und entsprechend das Volk warnen sollen.

[21:45] Hier haben wir den Hinweis auf ein ganz besonderes Prophetiestudium, um zu erkennen, wie lange wird es noch dauern. Und wenn wir bei unserer typologischen Anwendung bleiben, dann würde uns das zu dieser großen Prophezeiungsauslegungsbewegung in den Jahren 1798 und folgende führen. Und ganz interessant ist an dieser Stelle, dass etwas hier noch nicht verstanden worden ist. Und der Grund, warum es nicht verstanden werden kann, wird uns in Psalm 73 und dort Vers 16 und 17 gegeben.

[22:15] Psalm 73, da schreibt der Asaf, der das gleiche Problem hatte wie der Habakuk, und dann sagt er in Vers 16: "So sah ich nach, um dies zu verstehen, aber es war vergebliche Mühe in meinen Augen." Er konnte nicht verstehen, warum es den Bösen gut ging. Und dann sagt er in Vers 17: "Bis ich in das Heiligtum Gottes ging und auf das Ende achtgab." Asafs Fragen wurden beantwortet, als er das Heiligtum studierte. Hier in Habakuk 2 sind die Fragen noch nicht beantwortet, denn das Heiligtum, die Heiligtumslehre, war zu diesem Zeitpunkt noch nicht wirklich völlig begriffen worden. Aber wir nähern uns jetzt diesem Zeitpunkt in Habakuk 2, typologisch wohlgemerkt.

[22:51] Vers 2: "Der antwortete mir nachher und sprach: Schreibe die Offenbarung nieder und grabe sie in Tafeln ein, damit man sie geläufig lesen kann." Vers 3: "Denn die Offenbarung wartet noch auf die bestimmte Zeit und doch eilt sie auf das Ende zu und wird nicht trügen. Wenn sie sich verzögert, so warte auf sie, denn sie wird gewiss eintreffen und nicht ausbleiben." Wenn wir das genau verstehen wollen in der Endzeitanwendung, um die es uns heute hier besonders gehen soll, dann müssen wir die Frage stellen: Gibt es eine Vision, gibt es eine Offenbarung, die auf die bestimmte Zeit des Endes weist, die sich offensichtlich oder scheinbar verzögert hat? Und ja, die gibt es. In Daniel 8 wird uns in Daniel 8, Vers 14, diese bedeutende Prophezeiung gegeben: Daniel 8, Vers 14: "Er sprach zu mir: Bis zu 2300 Abende und Morgen, dann wird das Heiligtum gerechtfertigt werden." Und dann heißt es später in Vers 17: "Da kam er an den Ort, wo ich stand. Als er aber kam, erschrak ich so sehr, dass ich auf mein Angesicht fiel, und er sprach zu mir: Du sollst wissen, Menschensohn, dass das Gesicht auf die Zeit des Endes bezieht." Vers 19: "Ich verkünde dir, was in der letzten Zeit des Zornes geschehen wird, denn es bezieht sich auf die bestimmte Zeit des Endes." Und jeder, der die Adventgeschichte, die Miller-Bewegung studiert hat, wo dieses vertiefte Prophetiestudium in einem ganz besonderen Maße stattfand, der weiß, es gab dort tatsächlich eine scheinbare Verzögerung.

[24:13] Vorher gab es aber noch etwas Interessantes, was in Vers Habakuk 2, Vers 2 hier beschrieben ist, nämlich die Tatsache, dass die Erkenntnisse über die Prophetie, die gewonnen worden sind, geläufig aufgeschrieben worden sind. Das Hebräische meint hier an dieser Stelle: Es soll so eingeschrieben sein, dass jemand es lesen kann, während er rennt. Das heißt, man kann sich vorstellen, wie ein Läufer an einem großen Werbeplakat vorbeiläuft und im Vorbeilaufen noch die Hauptbotschaft begreift, nur beim flüchtigen Drüberlesen. So deutlich und so einfach muss es sein. Und so deutlich und so einfach haben es die Milleriten tatsächlich gemacht, als sie in diesen Charts, die ab 1842 verwendet worden sind, entworfen, die erste von Charles Fitch, die Prophezeiung von Daniel und Offenbarung geläufig gemacht haben. Und das war der erste Baustein in jener Bewegung, die bis heute anhält, wo man das Prophetiestudium so einfach wie möglich den Menschen machen möchte, indem man auch Medien und Hilfsmittel verwendet. Eine Erfüllung der Prophezeiung.

[25:13] Und dann in Vers 3 natürlich der Hinweis auf die vermeintliche Verzögerung. Die Milleriten hatten für das Enddatum von Daniel 8, Vers 14 das Jahr 1843 angegeben. Nach sehr gründlicher Berechnung und Verbindung von Daniel 8 und 9. Wer das nicht kennt, sollte das ausführlich studieren. Unsere Vortragsreihe "Ausweg 2012", dort vor allem die Vorträge ab Vortrag 5 bis 8. Und damals hatte man einen kleinen Fehler gemacht. Man hatte das Jahr Null vergessen und so geglaubt, dass zwischen dem Frühjahr 1843 und dem Frühjahr 1844 sich diese Prophezeiung erfüllen würde. Und das hat es nicht getan. Und dann erkannte man diesen Fehler. Und die Prophezeiung hat sich tatsächlich erfüllt: 1844 am 22. Oktober. Aber dazu kommen wir jetzt. Man hatte ja gehofft, dass dort die Wiederkunft Jesu stattfinden wird. Und die fand offensichtlich nicht statt. Und das bringt uns jetzt zu Habakuk 2 und dort Vers 4.

[26:17] "Siehe, der Vermessene, unaufrichtig ist seine Seele in ihm. Der Gerechte aber wird durch seinen Glauben leben." Dies ist wahrscheinlich einer der wichtigsten Verse der gesamten Bibel, zumindest auch des Alten Testaments. Paulus zitiert diesen Vers gleich dreimal und zwar an den wichtigsten Stellen seiner Briefe überhaupt. Unter anderem in Römer 1, Vers 17. Als er seinen gesamten Römerbrief zusammenfasst, benutzt er diesen Vers als Schriftbeweis. Und Galater 3, Vers 11 und dann Hebräer 10, 38. Der ist besonders wichtig für uns, denn Hebräer 10 bedeutet, dass auch Paulus diesen Vers in Habakuk im Zeichen der Endzeit verstand. Wir können Hebräer 10 schon ab Vers 36 lesen.

[27:07] Hebräer 10, Vers 36, da finden wir die Aussage. Paulus bringt diesen Habakuk-Vers in Verbindung mit dem standhaften Ausharren, dass dann in Offenbarung 14, Vers 12 auf die dritte Engelsbotschaft bezogen wird, auf die Menschen, die kurz vor der Wiederkunft stehen. "Eine kleine Weile, noch eine ganz kleine Weile." Was war passiert? 1844 war Jesus nicht wiedergekommen. Und so haben sich viele von dem Glauben, den sie gehabt haben, wieder getrennt, obwohl sie in der Bibel keine bessere Antwort gefunden haben. Aber es gab eine kleine Gruppe, die hielt am Wort Gottes fest, obwohl sie es nicht sahen. Und genau das ist der Glaube von Habakuk 2, Vers 4.

[28:07] Paulus geht dann in Hebräer 10 weiter und erklärt diesen Glauben aus Habakuk 2, Vers 4 in seinem berühmten Glaubenskapitel in Hebräer 11, wo er immer wieder davon spricht, wie schon die Alten geglaubt haben, ohne zu sehen. Aber das ganze Kapitel Hebräer 11 ist in Wirklichkeit eine Auslegung von Habakuk 2, Vers 4, das eine direkte Prophezeiung ist auf jenen großen Glaubenstest, als 100.000 Milleriten geglaubt haben, Jesus kommt wieder. Und als das Datum kam und Jesus nicht wiederkam, nur 50, circa 50, festhielten an der biblischen Wahrheit von 1844 und das Heiligtum entdeckten und dann die Fragen beantwortet wurden durch den Glauben. 1844, weit davon entfernt, eine Sonderlehre zu sein, ist er in ganz enormer Weise mit Gerechtigkeit aus Glauben verknüpft, hier in dieser Endzeit-Typologie.

[29:16] Weiter geht es dann in Hebräer, in Habakuk 2, wir werden jetzt nur einige Highlights hier anschauen, mit dem Fall Babylons. Das wird schon deutlich in Vers 5. Und dazu kommt noch, dass der Wein tückisch ist. Der übergemütige Mann wird nicht bleiben, er, der seinen Rachen weit aufgesperrt hat, wie das Totenreich, und unersättlich ist wie der Tod, dass er alle Völker zu sich sammelt und alle Nationen an sich ziehen will. Nach der Verkündigung der Stunde des Gerichts, auf dem Marken 14, Vers 6 und 7, kommt jetzt auf dem Marken 14, Vers 8: "Gefallen ist Babylon." Schon das buchstäbliche Babylon war gefallen in Verbindung mit Wein. Daniel 5 kündet davon. Und hier auf dem Marken 14, 8, 17, 1-5 wird der Wein Babylons dann als ein Symbol für das Falschverständnis des Neuen Bundes, wie wir es hier noch ausgeführt haben, im Sendemanuskript verwendet, der dann Babylon selbst zu Fall bringen wird. Sie hatten versucht, alle Völker zu sammeln für die Schlacht von Harmagedon, gehen aber zugrunde. Und zwar die Völker, die sie versammelt haben, die werden sie dann vernichten.

[30:11] Vers 7: "Werden nicht plötzlich die aufstehen, die dich beißen werden, und die aufwachen, die dich wegjagen werden, so dass du ihnen zur Beute wirst? Denn wie du viele Völker geplündert hast, so sollen alle übrig gebliebenen Völker dich plündern, wegen des vergossenen Menschenblutes und wegen der Vergewaltigung des Landes, der Stadt und aller ihrer Bewohner." Das wird in Offenbarung 17, Vers 16 typologisch ausgedeutet, wo die Menschen, die der Hure Babylon gefolgt sind, dann die Hure fressen werden und ihr Fleisch verbrennen werden. Die Bibel sagt, dass vor der Wiederkunft die Ungläubigen sich gegenseitig vernichten werden.

[30:41] Und dann in Vers 14 wird uns gesagt: "Denn die Erde wird erfüllt werden von der Erkenntnis der Herrlichkeit des Herrn, gleich wie die Wasser den Meeresgrund bedecken." Das ist ein Zitat aus Jesaja 11, Vers 9. Die Herrlichkeit des Herrn, das ist Gottes Charakter, sagt uns 2. Mose 34, Verse 18 bis 20. Die Erkenntnis ist eine innige, tiefe Beziehung. Die Bibel sagt immer wieder: Adam erkannte sein Weib, und sie war schwanger. Johannes 17, Vers 3: "Denn das ist das ewige Leben, dass sie dich, den du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen." 2. Korinther 4, Vers 6: "Und Gott, der dem Licht gebot, aus der Finsternis hervorzuleuchten, er hat es auch in unseren Herzen Licht werden lassen, damit wir erleuchtet werden mit der Erkenntnis der Herrlichkeit Gottes im Angesicht Jesu Christi." Diese Verbindung mit dem Charakter Gottes, die soll die ganze Erde erleuchten. Und die Endzeittypologie weist uns dann auf den lauten Ruf von Offenbarung 18, Verse 1 und 4, wo Gott die Menschen, die noch in Babylon sind, die dabei erkennen, die seine Stimme hören, als den guten Hirten herausruft. Und dieses Licht der Herrlichkeit Gottes wird ganz offensichtlich die ganze Erde erleuchten. Auch Jesaja 60, Verse 1 bis 5 ist in diesem Zusammenhang von größtem Interesse. Das ist sozusagen die endgültige, endzeitliche Anwendung von Habakuk 2 hier an dieser Stelle.

[32:14] Vers 15 wird nochmal auf diesen Wein Babylons Bezug genommen. Vers: "Wehe dir, der du deinem Nächsten zu trinken gibst und ihm deinen Gluttrank einschenkst, dass er fast ein wörtliches Zitat aus Offenbarung 14, Vers 8 und ihn auch betrunken macht, um seine Blöße zu sehen." Blöße natürlich ein Symbol für die Sünde. Wir denken dort auch ganz unweigerlich an 1. Mose 9, die Geschichte mit Noah und seinen drei Söhnen und 1. Mose 19, die Geschichte mit Lot und seinen beiden Töchtern, die ihn dann durch Inzest beschämt haben.

[32:56] Und dann heißt es hier in Vers 18 interessanterweise: "Ein gemeißeltes Bild, was nützt es, dass der Bildhauer es geschaffen hat, was nützt ein gegossenes Bild? Dann lügen Lehrer dazu, denn der, der es gemacht hat, vertraut auf sein eigenes Machwerk, so dass er stumme Götzen verfertigt." Interessanterweise berichtet auch die Bibel im Endzeitkontext von Babylon und dem Wein Babylons und der Endzeitsammlung Babylons auch von einem Bild, nämlich dem Bild des Tieres. Wir sehen hier also, wie Habakuk in sehr gedrängter, poetischer Form wesentliche Elemente von Daniel und Offenbarung zusammennimmt und hier in diese Frage des Propheten Habakuk hineinbindet.

[33:32] Und dann Vers 20: "Aber der Herr ist in seinem heiligen Tempel, sei still vor ihm, du ganze Erde." Ja, es mag so aussehen, als ob die Welt zugrunde geht, es mag so aussehen, als ob das Volk Gottes zugrunde geht, aber solange Gott in seinem heiligen Tempel ist, ist da Hoffnung. Und solange können wir zu ihm treten. Und wenn er hinausgeht, so wie uns Sacharja 2, Vers 13 sagt, dann wird es erst recht stille werden, denn dann wird das Ende der Gnadenzeit gekommen sein. Und Habakuk 2, Vers 20 scheint auch auf diese Hinsicht hinzuweisen, diese letzte Zeit, Christus im Allerheiligsten, der letzte Dienst im himmlischen Heiligtum, all diese Elemente sind hier in Habakuk 2 schon vorgeschattet. Obwohl natürlich diese Verse auch ihre Anwendung haben auf die Zeit von Habakuk, auf die Zeit des buchstäblichen Babylons, weisen sie alle hinaus, hinaus in diese letzte Zeit.

[34:23] So ist es dann auch mit Kapitel 3. In ihrer primären Applikation sind diese Verse natürlich eine Beschreibung, was Gott tun wollte für das Volk durch den Auszug aus dem buchstäblichen Babylon, aber letztendlich wird sich dieses ganze Kapitel vollends erfüllen, wenn Jesus Christus wiederkommt. Wir lesen in Habakuk 3, Vers 1 und 2 ein Gebet des Propheten Habakuk, eine heftige Wehklage. Das Wort wird in dem Psalm öfter auch für Psalmen verwendet, wahrscheinlich ein Lied gewesen hier. "Oh Herr, ich habe deine Botschaft vernommen, ich bin erschrocken." Bist du auch mal erschrocken, wenn du die Botschaft Gottes hörst? Habakuk war erschrocken. "Oh Herr, belebe dein Werk inmitten der Jahre." Er bittet um eine Erweckung und Reformation. Ich denke, wir können uns dieser Bitte Habakuks anschließen: Belebe dein Werk, oh Gott. Das Werk Gottes liegt am Boden, Gott muss es wieder beleben.

[35:23] Dann heißt es in Vers 3: "Jetzt haben wir eine sehr poetische Darstellung der Wiederkunft. Gott kommt von Theman her." Wer das weiter studieren will, kann in Jesaja 63, 1-4 das vergleichen. "Und der Heilige vom Berg Paran." Interessanterweise wird das hier in 5. Mose 33, Vers 2 in Verbindung gebracht mit der Gabe der 10 Gebote am Berg Sinai. Mit der gleichen Macht und Herrlichkeit, noch mehr Macht und Herrlichkeit, wie Gott damals auf den Berg Sinai herabkam, um die 10 Gebote zu bringen. Mit derselben Macht und Herrlichkeit, noch größer und noch fantastischer, wird er wiederkommen. "Seine Pracht bedeckt den Himmel und die Erde ist voll von seinem Ruhm. Ein Glanz ersteht wie ein Licht, Strahlen gehen aus seiner Hand hervor." Die Bibel ist voll von diesen Beispielen, dass Gott Licht ist. Aber dann steht interessanterweise: "Und dort ist seine Kraft verborgen, in seinen Händen." Wenn Jesus Christus wiederkommen wird, dann werden seine Hände noch die Wundmale des Kreuzes der Nägel tragen. In seinen Händen ist die Kraft, die Kraft des Evangeliums.

[36:25] Vers 5 wird ganz deutlich, dass er kommt, um die Gottlosen zu vernichten. "Vor ihm geht her die Pest und die Fiebersäuche folgt ihm auf den Fuß." Vers 6: "Er bleibt stehen und misst die Erde." Das Messen, ein Hinweis auf das Richten, Matthäus 7, Vers 2, auch Offenbarung 11, Vers 1. Es heißt: "Er sieht hin und die Heidenvölker erschrecken, er zerbirst in die uralten Berge. Es sinken die Hügel aus der Vorzeit." Berge sind ein Symbol, eine Metapher für Stärke, für Stabilität. Aber wenn Jesus wiederkommt, gibt es da keine irdische Stabilität. Das Einzige, was stabil bleibt, ist sein Weg. Er wandelt auf ewigen Pfaden. Gottes Weg ist unerschütterlich, auch wenn die Berge, die uralten Berge zugrunde gehen.

[37:03] Und dann heißt es in Vers 9: "Bloß enthüllt ist dein Bogen, deine Eide sind Pfeile, gemäß deinem Wort." Gott ist zum Kampf bereit. Der Bogen, ja auch im ersten Siegel ein Symbol für das Evangelium.

[37:16] Vers 10 haben wir eine Beschreibung eines Erdbebens. "Wenn die Berge dich sehen, erzittern sie, ein Platzregen flutet hinher, der Ozean lässt seine Stimme hören, hoch gehen seine Wellen." Wir sind erinnert an Lukas 21, Verse 25 und 26, wo die Menschen von Toben und von Brausen des Meeres vor Schrecken vergehen werden.

[37:41] Vers 11: "Sonne und Mond treten in ihre Wohnungen." Das heißt, sie werden nach Hause gehen, poetisch gesprochen. Sie werden sich also verfinstern, sie werden nicht mehr scheinen. Auch dort gibt es zahlreiche Endzeitverse, Matthäus 24, 29, Joel 2, Vers 10 und so weiter, die diese Himmelszeichen mit der Wiederkunft verbinden. "Beim Leuchten deiner fliegenden Pfeile, beim Glanz deines blitzenden Speers."

[38:03] Und dann heißt es in Vers 13: "Du ziehst aus zur Rettung deines Volkes, zum Heil mit deinem Gesalbten." Gott kommt, um sein Volk zu retten. Und dort wird es Menschen geben, die werden das erkennen. Sie werden, wie Jesaja 25, Vers 9 sagt, ausrufen: "Seht, das ist unser Gott, auf den wir hofften. Lasst uns fröhlich sein in seiner Rettung."

[38:21] In Vers 15 scheint es eine Anspielung zu geben auf den Exodus. "Du betrittst das Meer mit deinen Rossen, die schäumenden Wassermassen", so wie Gott das Volk durch das Rote Meer geführt hat, aus der scheinbar ausweglosen Situation. So wird Gott am Ende der Zeit sein Volk zum Sieg führen, in einer scheinbar ausweglosen Situation. Wer 2. Mose 15 gelesen hat, hat dort gesehen, wie Gott als ein Kriegsheld beschrieben wird. Und auch bei der Wiederkunft werden solche Attribute eben gegeben. Offenbarung 19, ab Vers 11, zeigt deutlich, wie Jesus Christus als Herrführer der himmlischen Herrschaften kommen wird, um Gericht an den Heiden zu üben.

[39:08] Es heißt dann in Vers 17: "Denn der Feigenbaum wird nicht ausschlagen und der Weinstock keinen Ertrag geben. Die Frucht des Ölbaums wird trügen und die Felder werden keine Nahrung liefern. Die Schafe werden aus den Hürden getilgt und kein Rind mehr wird in den Ställen sein." Und wir wissen auch aus dem Studium von Joel, dass hier der Effekt der Plagen und der Wiederkunft beschrieben werden. Wenn Gott dann die Wiederkunft beendet haben wird, wird die Erde verwüstet sein.

[39:42] Aber trotz dieser scheinbar schrecklichen Botschaft, die auch Habakuk zum Erschrecken gebracht hat, sagt er doch und ruft aus in Vers 18: "Ich aber will mich freuen in dem Herrn und frohlocken über den Gott meines Heils." Er hatte schon in Habakuk 1, Vers 12 gesagt: "Bist du, o Herr, nicht von Urzeiten her, mein Gott, mein Heiliger? Wir werden nicht sterben." Ist Gott dein Gott, ist er dein Heiliger, dann wirst du am Leben bleiben. Denn wer glaubt, der Gerechte wird aus Glauben leben.

[40:23] Ist der Herr deine Kraft, wie es in Vers 19 heißt: "Gott, der Herr, ist meine Kraft." Die Kraft, so sagt unser Römer 1, Vers 16: "Ich schäme mich des Evangeliums nicht, denn es ist Gottes Kraft zur Rettung für jeden, der glaubt." Ist Gott deine Kraft? Hast du das Evangelium angenommen? Hast du es in dich hineingelassen? Nur wenn du glaubst, kannst du durch die Endzeit hindurchkommen. Nur wer damals geglaubt hat, konnte die Invasion der Babylonier überstehen und er gehörte dann zu den Übrigen. Nur wenn du Glauben hast, wirst du durch die Endzeit kommen.

[41:01] Nur wenn wir uns, wie der Name Habakuk es sagt, uns in die Arme Gottes werfen und festhalten an seinem Wort, auch wenn wir es nicht sehen, auch wenn wir es nicht spüren, wenn wir keinen sichtbaren Beweis dafür haben, wie damals diese 50 zur Zeit von 1844, die sich in die Arme Gottes warfen und festhielten, als alle anderen mit tollen Argumenten die Bibel beiseite legten oder aber uminterpretierten. Wirf dich in die Arme Gottes, auch wenn es so aussieht, als ob die Gemeinde fällt, auch wenn es so aussieht, als ob alles zugrunde geht. Wirf dich in die Arme Gottes, umarme ihn, sei ein Habakuk und stelle deine Fragen und nimm die Antwort Gottes an. Im Glauben, und du wirst nicht sterben. Der Herr wird deine Kraft sein.

[41:39] Es heißt: "Er macht meine Füße denen der Hirsche gleich." Hirsche haben eine Angewohnheit. Wenn sie durch das Gebirge gehen, dann können sie selbst durch unwegsamstes Terrain gehen, ohne zu stürzen. Hast du schon mal gesehen, wenn ein Hirsch beim Laufen durchs Gebirge gestürzt ist? Das kommt nicht vor. Ja, wir haben unwegsames Gelände vor uns. Ja, wir haben steile Schluchten, steile Berge vor uns. Aber Gott ist in der Lage, unsere Füße denen der Hirsche gleich zu machen. Er sagt uns, dass er mächtig genug ist, uns ohne Straucheln zu bewahren. Er sagt, dass wenn wir diese Dinge tun, 1. und 2. Petrus 1, Verse 10, werden wir niemals zu Fall kommen. Er möchte deine Füße zu Hirsch-Füßen machen. Kannst du gehen und laufen und springen wie ein Hirsch? Das wird in der Endzeit wichtig sein.

[42:29] Die Kraft dazu kommt nicht aus dir. Das wäre babylonisch. Die Kraft kommt von Gott. Dem Vorsänger, so endet er das Buch, auf meinen Saiteninstrumenten. Das war ein öffentliches Lied. Es wurde gesungen im Tempel und es zeigt, was Gott sich wünscht, was in unseren Gottesdiensten gesungen werden soll, welche Themen dort eine Rolle spielen sollen: Echter Glaube, Prophetie, persönliche Beziehung zu Jesus, die Wiederkunft, das Gericht. Sprechen unsere Lieder von diesen gleichen Themen? Ist Gott deine Kraft? Springst du wie ein Hirsch durch die Schwierigkeiten der Endzeit, weil du dich an ihn klammerst, ihn umarmst, festhält im Glauben, selbst dann, wenn du es nicht verstehst? Das ist die Botschaft des Habakuk. Ich denke, wir haben viel, viel, viel als Adventvolk aus diesem kleinen Buch zu lernen. Wir sollten es weiter studieren, noch tiefer hineindringen. Gott gebe, dass ihr das tut. Wir wünschen euch Gottes Segen dabei und laden euch natürlich ein, nächste Woche wieder einzuschalten, wenn wir gleich zwei interessante kleine Propheten gemeinsam studieren werden, nämlich Zephania und Nahum. Auch die sind natürlich relativ unbekannt. Es gibt viele interessante Dinge dort zu entdecken, bin ich mir ganz sicher, und ihr werdet davon profitieren. Und wir wollen euch hinweisen auf unser Sendemanuskript. Da könnt ihr viele Dinge noch weiter studieren, vertiefen, einige weitere Anmerkungen noch mitnehmen. Und wir wünschen euch Gottes Segen beim Studium seines Wortes. Bis zum nächsten Mal. Amen.

[44:48] Diese Sendung wurde vom NDR live untertitelt.


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