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Manuskript: CSH Studienmaterial Nahum, CSH Studienmaterial Zefanja

In dieser Folge der Cannstatt Study Hour werden die Bücher der kleinen Propheten Nahum und Zephanja behandelt. Beide Propheten thematisieren den „Tag des Herrn“, jedoch aus unterschiedlichen Blickwinkeln. Nahum konzentriert sich auf die Zerstörung Ninives als Symbol für das Gericht Gottes über seine Feinde, während Zephanja den Tag des Herrn als universelles Gericht beschreibt, das sowohl die Heiden als auch das Volk Gottes betrifft. Die Predigt beleuchtet die Parallelen zu Endzeitereignissen und betont die Botschaft der Hoffnung und Erlösung, die trotz der Gerichtsworte in diesen Büchern enthalten ist.

In dieser Folge der Cannstatt Study Hour werden die prophetischen Bücher Nahum und Zefanja behandelt, die beide den „Tag des Herrn“ aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchten. Nahum konzentriert sich auf die Zerstörung Ninives als Symbol für das Gericht Gottes über seine Feinde, während Zefanja das Gericht über Juda und Jerusalem ankündigt, aber auch eine Botschaft der Hoffnung und Erneuerung für ein demütiges Volk bereithält. Beide Propheten bieten tiefe Einblicke in Gottes Gerechtigkeit und seine letztendliche Erlösung.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2013 Q2: Die kleinen Propheten

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Transkript

[1:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour. Ich freue mich, dass ihr wieder eingeschaltet habt auf joelmedia.de. Und wir begrüßen natürlich auch wie jedes Mal unsere Zuschauer auf Amazing Discoveries. Wir haben die mittlerweile neunte Folge unserer Serie „Große Lehren von kleinen Propheten“. Und heute sind es gleich zwei kleine Propheten, die wir in annähernd gleichen Teilen besprechen wollen. Es handelt sich dabei um Nahum und Zefanja. Und beide rangieren ganz weit oben in der Liste der wahrscheinlich unbekanntesten Bücher der Bibel. Und es lohnt sich heute, da mal genau aufzupassen, was wir von diesen interessanten kleinen Propheten lernen können. Wir bereiten uns damit vor auf das Bibelgespräch am 1. Juni. Und unsere Folge ist überschrieben: „Der Tag des Herrn“. Beide, Nahum und Zefanja, beschreiben den Tag des Herrn aus unterschiedlichen Perspektiven, wie wir sehen werden. Und wenn man beide zusammennimmt, erhält man ein ganz gut ausgewogenes, komplementäres Bild vom Tag des Herrn. Und das werden wir gemeinsam jetzt betrachten wollen.

[2:25] Wir wollen uns zunächst einmal einige Minuten mit Nahum beschäftigen, der zuerst in der Bibel vorkommt. Zwischen Micha und Habakuk. Nahum heißt wörtlich übersetzt „getröstet“ oder auch „der Tröster“. Und dieses Wort ist im Hebräischen eng verwandt mit dem Namen Nehemia, was übersetzt heißt: „Jahwe hat getröstet“. Über Nahum wissen wir nichts weiter, außer das, was hier in diesem Buch beschrieben ist von ihm. Er sagt selbst, dass er aus Elkosch kommt, so heißt es in Nahum 1, Vers 1. Da heißt es: „Die Last über Ninive. Das Buch der Offenbarung Nahums des Elkoschiten.“ Wo aber Elkosch lag, wissen wir nicht genau.

[3:03] Der historische Hintergrund ist der, Nahum predigt an das Volk in Ninive. Damit ist Nahum sozusagen der zweite Teil oder die Fortsetzung des Buches Jona. Allerdings mit einem nicht so glücklichen Ausgang. Denn diesmal ergibt es keine Buße der Niniviten und Ninive wird dann zerstört. Das fand statt im Jahre 612 v. Chr., als die Babylonier gemeinsam mit den Medern das Assyrische Reich angriffen und die damalige Hauptstadt Ninive zerstörten. Demzufolge muss Nahum wohl vor dieser Zeit gewesen sein. Ein weiterer Hinweis bekommen wir darin, dass in Nahum 3, Vers 8 auch die Stadt No-Amon, die identisch ist mit dem alten Theben aus Ägypten, zerstört worden ist von den Assyrern. Und das war zu Nahums Zeiten bereits Vergangenheit. Also irgendwo zwischen 663 und 612 v. Chr. in diesen Jahrzehnten. Da findet sich Nahum vermutlich durchaus zeitnah verwandt mit Habakuk.

[4:11] Das Buch Nahum hat im Wesentlichen fünf Hauptteile, wovon wir im Einzelnen dann noch sprechen wollen. Der erste Hauptteil, das ist das erste Kapitel. Hier geht es um den Zweck der Bestrafung Ninives. Wir wollen einfach mal die ersten Verse hier lesen. Ab Vers 2 heißt es in Nahum 1, Vers 2: „Nahum beginnt gleich wirklich steil mit einer dreimaligen Erwähnung der Rache als Attribut Gottes. Und es gibt einige Verse, die uns das auch im Neuen Testament verdeutlichen, dass es hier nicht nur um eine alttestamentliche Sicht Gottes geht. In Hebräer 10, und dort Vers 30, da zitiert auch der Paulus folgenden Ausspruch.“ Also Gott sagt ganz deutlich: „Ich werde meine Rache an Ninive ausüben.“ Und wir werden sehen im Laufe dieser Folge, dass Ninive auch eine Parallele in unserer Zeit hat.

[5:25] In Nahum 1, Vers 3 beschreibt dann Gott etwas sehr Interessantes: „Der Herr ist langsam zum Zorn, aber von großer Kraft und er lässt gewiss nicht ungestraft.“ Diese Idee, dass Gott langsam zum Zorn ist, gehört ganz wichtigerweise dazu, wenn es darum geht, dass der Herr ein Rächer ist und voller Zorn. Es braucht lange, bis diese Eigenschaft zum Tragen kommt. Und die vielleicht bekannteste Stelle in dieser Hinsicht ist 2. Mose 34. Das wollen wir kurz aufschlagen. In 2. Mose 34, und dort Vers 6 und 7.

[6:26] Hier wird recht deutlich, dass es lange dauert, bis Gott seinen Zorn offenbart. Aber derselbe gnädige, barmherzige Gott, der hier in 2. Mose 34 beschrieben ist, der kommt irgendwann ans Ende mit seiner Geduld. Auch die göttliche Geduld hat ein Ende. Und das war das, was Nahum den Bewohnern Ninives hier sagen wollte.

[6:46] In Vers 4 lesen wir in Nahum 1, Vers 4. Auf den Auszug Israels durch das Rote Meer. Und dann geht es weiter. Das waren Gebiete, die für ihre Fruchtbarkeit und für ihren Wasserreichtum gut bekannt waren, wie uns die Bibel sagt. Wir haben einige Beispiele aufgeschrieben. Vers 5: „Die Berge erbeben vor ihm und die Hügel zerschmelzen. Das Land hebt sich empor vor seinem Angesicht. Der Erdkreis samt allem, die darauf wohnen.“ Und hier sehen wir wieder, wie aus der lokalen Beschreibung der Zerstörung Ninives, der Prophet, wie die anderen Propheten ebenfalls, den Blick weitet, typologisch auf das Ende. Wenn, wie in Offenbarung 6, Vers 14 bis 16 und Offenbarung 16, Vers 18, diese gewaltigen Erdbeben beschrieben werden, die direkt vor der Wiederkunft stattfinden werden. Und die also den Blick auf den endzeitlichen Tag des Herrn wenden.

[7:48] In Vers 6 heißt es: „Wer kann bestehen vor seinem Grimm und wer widersteht der Glut seines Zornes?“ Das ist genau die Frage, die in Offenbarung 6, Vers 17 gestellt wird: „Der Tag des Herrn ist gekommen, der Tag seines Zornes ist gekommen. Wer kann bestehen?“ Und so sehen wir, dass auch die Zerstörung Ninives ein Typus ist auf das Ende der Zeit. Und interessanterweise hat ja Jesus dann diesen Modus von den Propheten übernommen, als er die Zerstörung von Jerusalem zu einem Typus des Weltendes gemacht hat. Das war etwas, was sich nicht Jesus ausgedacht hat, sondern was wir, wie wir schon bei anderen Propheten gesehen haben, jetzt auch bei Nahum hier entdecken können. Die lokale Zerstörung, die lokale Katastrophe in seiner Zeit ein Typus auf das Weltende.

[8:36] Vers 7 heißt es dann: „Gütig ist der Herr, eine Zuflucht am Tag der Not.“ Auch hier zeigt sich, wie mit der Gerichtsbotschaft ein Evangeliumsbotschaft verknüpft ist, dass Gottes Güte uns zur Buße leiten möchte, wie Römer 2 uns sagt, und dass Gott eine Zuflucht ist. Trotz all der Rache und trotz all dieser schrecklichen Nachrichten, die auf Ninive zukommen, macht Nahum deutlich: Der Tröster, Gott ist gütig und wer Gott sucht, wird Zuflucht beim Herrn finden. Psalm 91 redet ja auch davon.

[9:10] Und dann Vers 8 heißt es aber: „Mit überströmender Flut wird er die Städte jener Widersacher verwüsten und seine Feinde in die Finsternis jagen.“ Dieses Bild der überströmenden Flut wird immer wieder verwendet im Alten Testament, um die Invasion durch feindliche Heere darzustellen. Zum Beispiel in Daniel 9, Vers 26 oder auch Daniel 11, Vers 40.

[9:33] Und dann kommt ein sehr interessanter Vers, den es sich lohnt genau anzuschauen. In Vers 9 heißt es, Nahum 1, Vers 9: „Was denkt ihr euch aus gegen den Herrn? Er wird eine gänzliche Zerstörung anrichten, die Drangsal wird sich nicht zum zweiten Mal erheben.“ Nahum fragt diese Frage: Was glaubt ihr, was ihr gegen Gott tun könnt? Was denkt ihr euch aus gegen den Herrn? Wenn er zerstört, wird es gänzlich sein. Nahum berichtet von einer Zerstörung Ninives, die nicht einfach nur pädagogisch war, wie einige der Gerichte an Israel pädagogische Natur hatten, um sie dann wieder zurückzuführen. Die Zerstörung Ninives ist endgültig und bis heute ist die Stadt nicht wieder aufgebaut worden. Im 19. Jahrhundert hat man ja lange nach ihr gesucht, sie dann irgendwann gefunden, in der Nähe des heutigen Mosul im Nordirak. Bis heute hat sich diese Bezeichnung erfüllt, sie ist nicht wieder aufgebaut worden. Sie ist gänzlich zerstört worden.

[10:28] Dass diese Drangsal sich nicht noch einmal erheben wird, dass die Assyrer nicht noch einmal auf die Oberfläche der Weltpolitik gekommen sind und nie wieder eine Rolle gespielt haben, das ist ein Typus für die größere Drangsal, die sich nach dem Tag des Herrn nie wieder erheben wird. Offenbarung 20, Verse 12 bis 21 sagen uns, die wahre Drangsal, die Sünde, wird mit dem Tag des Herrn ausgelöscht werden. Wir wissen ja, der Tag des Herrn beginnt mit der Wiederkunft, endet mit dem Feuer, das herabfällt. Und wenn das geschehen ist, dann wird sich die Drangsal nicht mehr erheben. Nahum 1, Vers 9 ist einer der deutlichsten Verse zu zeigen, dass es dann eine Sünde nie wieder geben wird. Und das ist eigentlich eine frohe Botschaft. Inmitten dieser dunklen Sprache, dieser düsteren Sprache, wie es auf den ersten Blick scheint, erhebt sich hier ein Glanzlicht, nämlich, dass wenn Gott einmal die Sünde ausrotten wird, er sie für immer ausrotten wird und sie wird sich nicht ein zweites Mal erheben. Und das ist ein sehr, sehr wichtiger und wunderbarer Vers. Und da können wir dankbar sein. Dass Nahum uns das sagt als Tröster, verweist auf diese Zeit, wo Gott jede Träne von unseren Augen abwischen wird.

[11:34] In Vers 10 heißt es: „Sie sind zwar verflochten zu einem Dornengestrüpp und trunken wie von Wein, sollen sie wie Dürrestoppeln völlig verzehrt werden.“ Dornen waren in 4. Mose 33,55, auch in Josua 23,13 ein Symbol für die Unterdrückung durch die Heiden. Die Assyrer schienen unbezwingbar, vor allem zur Zeit von Nahum, als Assurbanipal förmlich die gesamte bekannte Welt unter seinen Händen hatte. Da schien es unmöglich, dass Assyrien jemals untergehen würde. Aber diese selbe Trunkenheit, die später auch von Babylon behauptet wird und die typologisch auch unsere Zeit betrifft, in Offenbarung 14,8, die betraf auch Ninive.

[12:15] Und Vers 12 ist ein interessanter Vers, es heißt hier: „So spricht der Herr: Wenn sie sich auch sicher fühlen und noch so zahlreich sind.“ Die Assyrer haben sich nicht vorstellen können in den zwei Jahrhunderten, wo sie die Vorherrschaft hatten im Nahen Osten, dass sie jemals besiegt werden könnten. Zahlreich waren sie auch. „So sollen sie doch abgehauen werden und es wird aus mit ihnen sein.“ Und jetzt spricht Gott durch den Nahum zu seinem Volk Juda, das so üblich geblieben ist. „Wenn ich dich auch gedemütigt habe, so will ich dich nicht nochmals demütigen.“ Ja, die Assyrer hatten Juda bereits gedemütigt, zur Zeit des Hiskia hatten sie fast das gesamte Land eingenommen. Und es war nur ein Wunder Gottes, als der Engel hundert, also tausende, über hunderttausend Soldaten der assyrischen Armee geschlagen hat, dass sie nicht auch Jerusalem eingenommen haben. Sie waren gedemütigt worden, aber das sollte nicht noch einmal passieren durch die Assyrer.

[13:13] Das heißt weiter in Vers 14: „Gegen dich aber hat der Herr den Befehl erlassen: Dein Name soll nicht mehr fortgepflanzt werden. Aus dem Haus deines Gottes rottes ich gemeißelte und gegossene Bilder aus. Ich will dir das Grab herrichten, denn, und das ist sehr wichtig jetzt, du bist zu leicht erfunden worden.“ Auch das ist eine Sprache, die wir eigentlich von Babylon kennen, aus Daniel 5. Wir sehen also, dass sowohl Assyrien als auch Babylon hier eine ähnliche Rolle spielen im Heilsplan Gottes. Und dass viele dieser Prophezeiungen dann austauschbar sind in gewisser Art und Weise, wenn es um die Typologie geht. So wie das antike Babylon ein Typus auf die Endzeit ist, so ist auch das antike Ninive und auch das antike Tyrus übrigens ein Hinweis auf die Endzeit. Und so sollten wir dann das Buch Nahum auch studieren.

[14:01] Das heißt, die Zerstörung Ninives ist ein Typus auf die Zerstörung der Feinde Gottes in der Endzeit. Und insofern ist das Buch Nahum eine gute Botschaft von Anfang bis Ende. Gottes Feinde werden besiegt. Und deswegen heißt es auch im nächsten Vers im Kapitel 2, Vers 1: „Das Buch Nahum ist ein Evangelium, obwohl es auf dem ersten Durchlesen fast nur wie eine düstere Gerichtsbotschaft erscheint.“ Aber dass eine Gerichtsbotschaft an den Feinden Gottes ist, ist es eine frohe Botschaft. Es heißt hier: „Der Frieden verkündigt. Feiere, Juda, deine Feste und bezahle deine Gelübde, denn der Freveler wird dort nicht mehr über dich kommen. Er ist gänzlich verzehrt.“ Und wenn wir das verstanden haben, dass die Nachricht vom Fall der Feinde Gottes eine frohe Botschaft ist, dann verstehen wir, warum Offenbarung 14, Vers 8, wo es heißt: „Gefallen, gefallen ist Babylon, die mit dem Glutwein ihrer Unzucht alle Völker getränkt hat“, warum das Teil des ewigen Evangeliums ist. Nahum erklärt es uns hier an dieser Stelle, glaube ich, ganz gut.

[15:06] Die nächsten Verse schauen jetzt sehr praktisch sich an, wie Ninive zerstört werden wird. Es heißt hier in Vers 2: „Der Zerstörer ist gegen dich herangezogen.“ Gemeint sind die Babylonier, die bald heranrücken werden. „Ninive, bewache die Festung, beobachte die Straße, stärke deine Lenden, nimm deine Kraft aufs Äußerste zusammen.“ Man hört fast so einen ironischen Unterton, als ob Gott sagen würde: Nun, nimm mal alles zusammen, was du hast, mal sehen, ob du gegen das Gericht Gottes ankommen kannst. Das erinnert einen an Elia, der beim Wettstreit auf dem Berg Karmel die Wahrheitspropheten erinnert und sagt: „Vielleicht ist er gerade unterwegs, vielleicht ist er gerade austreten gegangen. Wenn ihr es noch intensiver tut, dann wird er euch zuhören.“ Und ein ähnlicher Gedanke scheint hier auch zugrunde zu liegen.

[15:53] In Vers 4 und 5 wird die babylonische Armee beschrieben, die jetzt Ninive umzingelt. Es heißt: „Das heißt, der Schild seiner Helden ist rot gefärbt, die Krieger sind in Scharlach gekleidet. In feurigem Glanz stehen die Beschläge der Streitwagen an dem Tag, da er sich rüstet und die Lanzen werden geschwungen. Die Streitwagen rasen wie toll durch die Straßen und überholen einander auf den Plätzen. Sie sind anzusehen wie Fackeln, fahren daher wie Blitze.“ Es muss ein gewaltiges Spektakel dann gewesen sein, als die Meder und Babylonier gemeinsam Ninive besiegt haben.

[16:23] Und in Vers 6 heißt es dann, wie der König von Assyrien versucht, sich noch zu retten. Das heißt, er bietet seine Würdenträger auf. Sie straucheln auf dem Weg, sie eilen zur Mauer. Schon ist das Schutzdach aufgestellt, ein Hinweis auf die damalige Praxis beim Einbrechen in Stadttore. Also ein Schutzdach über die Armee zu legen, damit von oben keine Steine oder Pfeile auf sie geworfen werden können.

[16:50] Vers 7 heißt es: „Die Tore an den Strömen werden aufgebrochen und der Palast verzagt.“ Interessanterweise berichtet uns ein griechischer Geschichtsschreiber sogar von einer ungewöhnlichen Überschwemmung von Ninive im Vorfeld der Eroberung.

[17:06] Es heißt in Vers 8 aber: „Es steht fest, es wird entblößt, abgeführt und ihre Märkte säumen wie gefangene Tauben und schlagen sich an die Brust.“ Auch das ein Bild, das wir aus der Endzeit kennen, wenn es dort zum Beispiel in Offenbarung 1, Vers 7 oder Matthäus 24, Vers 30 heißt, dass sich alle Geschlechter an die Brust schlagen werden und wehklagen werden, wenn Jesus wiederkommt.

[17:31] In Vers 11, da wird beschrieben, wie dann die Babylonier und Meder die assyrische Stadt Ninive erobern werden und plündern werden. Es heißt hier: „Leer und ausgeplündert, verwüstet wird sie.“ Im Hebräischen gibt es hier ein interessantes Wortspiel, das heißt „buka, umibuka, umibulaka“. Das heißt, man könnte es wörtlich übersetzen, so macht es die Schlachter dann in der Anmerkung: „Leere, Entleerung, Ausleerung.“ Es ist also so leer, wie irgendwie nur leer sein kann.

[17:57] Und es heißt hier weiter: „Verzagte Herzen und schlotternde Knie und Schmerz in allen Hüften und Totenblässe auf allen Gesichtern.“ Auch das eine ähnliche Beschreibung, wie zur Zeit von Belsazar, der in Daniel 5 ebenfalls zu dem Zeitpunkt der Zerstörung Babylons solche körperlichen Zeichen zeigt, Blässe und Knieschlottern, dass sie aneinanderschlagen.

[18:20] Und in Vers 12 wird dann diese rhetorische Frage gestellt: „Wo ist nun die Höhle der Löwen und die Weide der jungen Löwen, wo der Löwe mit der Löwin umherstreifte und das Löwenjunge sicher war, sodass niemand es erschreckte?“ Der Löwe, so sagt uns zum Beispiel Jeremia 50, Vers 17, war ein Symbol auch für die Assyrer, nicht nur für die Babylonier. Und hier steht es natürlich für die Assyrer. Und die Höhle des Löwen, die dann in Vers 12 beschrieben ist, die ist in dem Fall natürlich Ninive, der Rückzugsort und die Hauptstadt der Assyrer.

[18:54] Vers 13 beschreibt dann die Raubzüge, die Invasion der Assyrer mit diesem Bild: „Der Löwe raubte, so viel seine Jungen brauchten.“ Aber dann heißt es in Vers 14: „Sieh, ich komme über dich, spricht der Herr der Herrscher, und ich lasse ihre Streitwagen in Rauch aufgehen. Und deine Löwen soll das Schwert fressen und ich will deine Beute von der Erde vertilgen. Man soll die Stimme deiner Gesandten nicht mehr hören.“ Es war ja einer der Gesandten Assyriens, die Geschichte ist ganz interessant nachzulesen, 2. Könige 18 bis 19 und 19, Vers 23, der den Gott des Himmels verhöhnt hat und dem Hiskia zurufen ließ: „Was kann euer Gott dann ausrichten, was all die anderen Götter nicht konnten?“ Und Gott antwortet auf diese Herausforderung sehr deutlich hier, angekündigt durch den Propheten Nahum.

[19:44] Die letzten Verse hier im dritten Kapitel von Nahum zeigen noch einmal den Grund für die Bestrafung Ninives. Zum Beispiel in Vers 1: „Wehe der blutbefleckten Stadt, die voll ist von Lüge und Gewalt und die nicht aufhört zu rauben.“ Es war ein konstant böses Volk, diese Assyrer, mit der kurzen Ausnahme der Zeit von Jona abgesehen, wo es eine echte Erweckung und Reformation gab, die aber offensichtlich wieder abgeschwächt ist. Und das ist eine wichtige Sache. Ja, es ist eine tröstliche Nachricht, dass Gott Assyrer retten konnte. Die Generation von Jona ist eine genauso ernüchternde Tatsache, dass die Nachfahren danach alle wieder in dieselben Irrtümer gefallen sind und entsprechend vernichtet werden mussten.

[20:31] Wiederum wird uns gesagt in Vers 4: „Und das wegen der vielen Hurereien, der anmutigen Hure, der Zaubermeisterin, die Völker mit ihrer Hurei verkauft hat und ganze Geschlechter mit ihrer Zauberei.“ Wiederum sehen wir hier eine deutliche Parallele zur Endzeit, zu Offenbarung 18, zum Beispiel in Offenbarung 17, wo diese gleiche Sprache verwendet wird vom endzeitlichen Babylon.

[20:54] Und dann heißt es in Vers 7: „Und es wird geschehen, dass alle, die dich sehen, von dir wegfliehen und sagen: Wer ein verwüstetes Ninive! Wer will ihr Beileid bezeugen? Wo soll ich dir Tröster suchen?“ Auch hier ein interessantes Wortspiel, denn Nahum heißt ja Tröster. Und in dem die Niniviten die Botschaft von Nahum abgelehnt haben, ist ihnen kein weiterer Nahum entstanden, kein weiterer Tröster hat sich gefunden. Wer den Tröster ablehnt, für den wird es keinen anderen Tröster geben. Und ist nicht interessant, dass es im Neuen Testament einen Tröster gibt, den Jesus uns verheißt, den Heiligen Geist, der uns an unsere Sünden erinnert und an die Gerechtigkeit erinnert und an das Gericht, genauso wie es der Prophet Nahum hier gemacht hat. Und wenn wir diesen ablehnen, wenn wir den Heiligen Geist ablehnen und gegen den Heiligen Geist wirken, dann nennt das die Bibel die Sünde gegen den Heiligen Geist und dann gibt es keinen anderen Tröster. Insofern kann das Buch Nahum gesehen werden als eine Beschreibung dessen, was passiert, wenn man dem Heiligen Geist widersteht.

[22:05] Vers 8 bis 10 beschreiben dann die Zerstörung von No-Amon, wie schon angesprochen am Anfang. Das ist der hebräische Name für Theben, die berühmte Stadt in Ägypten, die lange Hauptsitz auch verschiedener Pharaonen gewesen ist, wo der Gott Amun verehrt worden ist, wo sich die Königsgräber, die Sphinxen, die Tempel von Karnak und Luxor befinden. Und diese Stadt lag sehr günstig am Nil gelegen, das heißt, sie soll es hier besser gehen als No-Amon, die an den Nilarmen lag, die ringsum von Wasser umgeben waren, deren Bollwerk der Nil bildete, deren Mauer die Flut war. Ähnlich war ja auch Ninive am Tigris gelegen und gut befestigt.

[22:44] Vers 9 heißt es über Theben, über No-Amon: „Kuschiten waren ihre Stärke. Ägypter, ja, ohne Zahl. Put und Libyer gehörten zu ihren Hilfsvölkern.“ Put und Libyen, das sind die Völker westlich von Ägypten. Kusch natürlich die Völker südlich von Ägypten, der Nubier, was heute vor allem im Sudan und dann auch Nordäthiopien liegt. Zu der Zeit waren sogar Äthiopier an der Macht, Kuschiten, die 25. Dynastie Ägyptens war eine nubische Dynastie. Und all das, dieses gewaltige Heer, wie es auch in anderen Parallelstellen, zum Beispiel 2. Könige 12, Vers 3, beschrieben wird, konnte Theben nicht helfen, als es zerstört worden ist.

[23:26] Und dann heißt es in Vers 10: „Dennoch verfiel auch sie. Die Verbannung musste in die Gefangenschaft ziehen, auch ihre Kindlein wurden an allen Straßenecken zerschmettert, man warf über ihre Vornehmen los und alle ihre Großen wurden mit Ketten gefesselt.“ Genau das wird auch Ninive erreichen. Ninive sollte am Schicksal anderer Städte sehen, dass Gott es ernst meint und dass es endgültig sein wird.

[23:53] Und so endet das Ganze in Vers 15 und 16. Dort heißt es: „Dort wird das Feuer dich verzehren, das Schwert dich aussortieren, es wird dich verzehren wie Heuschrecken. Magst du auch zahlreich sein wie die Heuschrecken, magst du auch zahlreich sein wie das Heupferd.“ Hier werden übrigens dieselben Worte verwendet wie in Joel 1, was ein Hinweis darauf ist, dass Joel tatsächlich mit seinen Heuschrecken vermutlich die Assyrer gemeint hat.

[24:16] Und dann heißt es in Vers 16: „Deine Kaufleute sind zahlreicher geworden als Sterne am Himmel, wie Heuschrecken breiten sie sich aus und fliegen davon.“ Vers 18: „Während deine Hirten schlummerten, deine Würdenträger schliefen, hat dein Volk, oh König von Assyrien, über die Berge zerstreut sich und niemand sammelt es mehr.“ So wie in der Zerstörung Ninives das gesamte Volk der Assyrer auseinanderbrach und nie wieder gefunden worden ist und das Ganze reichte und aufhörte zu existieren, so wird auch am Ende der Zeit diese große Zusammenkunft aller Völker, die dann das geistige Babylon genannt wird, auseinanderbrechen.

[24:59] Vers 17 beschreibt es da, wie die Könige die Hure hassen werden und sie verwüsten werden. Dort wird beschrieben, wie der Euphrat austrocknet, ein Symbol für die Völker, die Babylon unterstützen, so wie der Euphrat durch die Stadt Babylon geflossen ist.

[25:16] Vers 19: „Dein Unglück wird durch nichts gemildert. Keine Gnade ist diesem Urteil beigemengt.“ Und damit natürlich ein Typus auf die Plagenzeit, die ohne Gnade sein wird, so sagt uns Offenbarung 14, Vers 10 und auch Offenbarung 16.

[25:44] „Deine Wunde, alle die davon hören, klatschen die Hände über dich, denn über wen ist deine Bosheit nicht ohne Unterlass hingegangen.“ Der Fall Ninives war ein Anlass zur Freude für die, die unter ihr gelitten haben. Der Fall Babylons wird ein Anlass zur Freude sein und deswegen ist es Teil des ewigen Evangeliums in Offenbarung 14, Vers 8 und Offenbarung 18, Verse 1 bis 4. Und ich denke, allein das ist schon eine ganz wichtige Erkenntnis aus dem Buch Nahum.

[26:18] Wir wollen jetzt gemeinsam noch überdenken zum Propheten Zefanja, der aus einer ähnlichen Perspektive mit einem etwas anderen Ziel schreibt, ungefähr zur gleichen Zeit. Zefanja, ebenfalls drei Kapitel. Zefanja heißt übersetzt: „Jahwe hat verborgen.“ Und es gab durchaus andere Personen, die auch denselben Namen gehabt haben wie Zefanja, aber diesen Zefanja wissen wir nicht viel mehr als über das, was hier in dem Buch über ihn geschrieben ist. Und er ist der Einzige, der eine genaue Abstammung angibt. Zefanja 1, Vers 1 heißt es: „Das Wort des Herrn, das an Zefanja erging, den Sohn Kuschis, des Sohnes Gedaljas, des Sohnes Amarias, des Sohnes Hiskias.“ Und er ist der Einzige, der das so ausführlich tut und die Vermutung liegt nahe, dass es sich hier um einen königlichen Sprössling handelt. In Hiskia höchstwahrscheinlich hier ist der König damit gemeint und so könnte Zefanja aus königlichem Hause sein, so wie auch Daniel zum Beispiel.

[27:19] Zefanja ist in den Tagen Josias aktiv gewesen, es sagt in Vers 1 hier: „In den Tagen Josias, des Sohnes Amons, des Königs von Juda.“ Und damit war er ein Zeitgenosse von Jeremia, von höchstwahrscheinlich von Habakuk und eventuell auch von Nahum. Auch er hat vor der Zerstörung Ninives noch gelebt, also vor 612 vor Christus hat er noch mit angekündigt, wie wir gleich sehen werden.

[27:44] Und ähnlich wie Nahum und vor allem auch wie Joel hat Zefanja den Tag des Herrn als Hauptabschnitt oder als Hauptthema. Und wie in den anderen Büchern ist es auch hier so, dass natürlich in einem begrenzt lokalen Sinne dieser Tag des Herrn, der sich auf das Volk Gottes und auf die Ereignisse in der Zeit bezieht, aber in einem übertragenen, größeren, wichtigeren Sinne auf die Endzeit typologisch.

[28:11] Und auch Zefanja beginnt mit einer Botschaft, die wirklich wie bei Nahum sofort aufs Ganze geht und keinen Raum für irgendwelche Spekulationen lässt. Es heißt in Vers 2, das sind die ersten Worte des Buches Zefanja: „Ich will alles vom Erdboden gänzlich wegraffen, spricht der Herr.“ Und das ist eine krasse Botschaft. Das Buch Zefanja beginnt mit diesen Worten: „Ich will alles vom Erdboden gänzlich wegraffen.“ Und das erinnert uns natürlich sofort an die Sintflut, die ja auch nach Jesu Worten, zum Beispiel in Matthäus 24, Vers 37, ein Typus auf das Weltende gewesen ist.

[28:43] Und damit Gott wirklich nicht missverstanden wird, macht er es noch ganz deutlich in Vers 3 und sagt: „Ich will wegraffen Menschen und Vieh, ich will wegraffen die Vögel des Himmels und die Fische im Meer und die Ärgernisse, das sind die Stolpersteine im Hebräischen, mitsamt den Gottlosen und ich will die Menschen vom Erdboden vertilgen, spricht der Herr.“ Dass sich dieser Vers nicht ausschließlich nur auf die Zeit von Zefanja und auf Jerusalem und auf Ninive bezieht, das ist glaube ich ganz deutlich, wenn man diese Verse liest. Der primäre Sinn aller Propheten war der echte Tag, der endgültige Tag des Herrn, aber sie haben diese Prinzipien veranschaulicht an den Ereignissen ihrer Zeit, die sozusagen eine Vorschattung waren, ein Typus auf das, was kommen würde, so wie die Zerstörung von Jerusalem 70 nach Christus ein Typus war auf das Weltende. Genau in diesem Sinne müssen wir all diese Bücher hier lesen und verstehen.

[29:35] In Vers 4 sagt Gott dann: „Und ich will meine Hand ausstrecken gegen Juda und gegen alle Bewohner von Jerusalem.“ Zefanja, im Gegensatz zu Nahum, der ja sich allein auf das heidnische Ninive bezogen hat, predigt Zefanja jetzt gegen das Volk Gottes hier, also für das Volk Gottes eigentlich, aber im Südreich, das Nordreich gab es ja zu dem Zeitpunkt gar nicht mehr. Und Gott macht deutlich, dass das Gericht sich auch über die Gemeinde, über das Volk Gottes gießen wird.

[30:06] Seine Hand, ein Symbol für seine Macht, und es heißt ja, warum er das tut. „Ich will meine Hand ausstrecken gegen Juda und gegen alle Bewohner von Jerusalem und will von diesem Ort den Überrest des Baalkultes ausrotten, den Namen der Götzendiener samt den Priestern.“ Offensichtlich war der Baaldienst vom Nordreich Israel über die Jahrhunderte hinweg immer weiter hineingedrungen in das Südreich und vor allem unter Manasse, dem Vorgänger von Josia, war das Volk ja völlig abgefallen. Dort war auch die Praxis ganz stark in Mode gekommen, wie in Vers 5 beschrieben wird: „Auch die, welche auf den Dächern des Herrn, des Herrn des Himmels anbeten, also Sonne, Mond und Sterne, samt denen, die den Herrn anbeten und beim Schwören zugleich aber auch bei ihnen, bei ihrem König schwören.“ Das Wort „König“ hier im Hebräischen ist fast identisch mit dem Wort für Milkom oder Moloch, dem Hauptgott der Ammoniter.

[30:57] Und dann Vers 6 heißt es: „Und die, welche abweichen von der Nachfolge des Herrn und weder den Herrn suchen noch nach ihm fragen.“ Vers 5 und 6 beschreiben uns vier Gruppen von Menschen im Volk Gottes. Da haben wir erstmal die, die auf den Dächern des Herrn, des Herrn des Himmels anbeten, d.h. die ganz offensichtlich, ganz offen Götzendienst betreiben. Dann haben wir diejenigen, die zum Herrn beten und eben zum Milkom oder zum König, also geteilten Herzens sind. Dann haben wir diejenigen, die abgewichen sind von der Nachfolge des Herrn, d.h. die treu Gott nachgefolgt sind, aber ihm abgewichen sind. Und dann haben wir diejenigen, die es gar nicht interessiert, die weder nach dem Herrn suchen noch nach ihm fragen, die gleichgültig sind. Und alle vier stehen in großer Gefahr, gegen alle vier richtet sich der Zorn Gottes. Und ich denke, alle vier Gruppen können wir auch heute finden. Da gibt es Menschen, die ganz offen sich für heidnische Ideen interessieren und sie offen in die Gemeinde hineinbringen wollen. Da gibt es Menschen, die ja so zwischen den Stühlen sind. Auf der einen Seite wollen sie dem Herrn dienen, auf der anderen Seite aber auch Menschen oder Götzen, was auch immer dieser Götze sein mag. Dann gibt es Menschen, die waren treu bei Gott, haben sich aber langsam abbringen lassen vom Weg. Und dann Menschen, die es gar nicht interessiert, die gar nicht nach dem Herrn suchen und fragen.

[31:11] Und dann heißt es in Vers 7: „Seid still vor dem Angesicht Gottes des Herrn. Denn nahe ist der Tag des Herrn. Denn der Herr hat ein Schlachtopfer zubereitet, er hat seine Geladenen geheiligt.“ Diese Stille vor dem Herrn kommt interessanterweise in Habakuk 2,20, hier in Zefanja und dann noch in Sacharja auf. Und in allen Fällen, in Sacharja 2,17 hat es zu tun mit dem Heiligtum und mit der Nähe des Tages. In Sacharja 2,17 heißt es dann: „Alles Fleisch sei still vor dem Herrn, denn er hat sich aufgemacht aus seiner heiligen Wohnung.“ Das ist dieser Moment, wo Gott das Heiligtum verlässt. Endzeitlich typologisch bedeutet natürlich der spannende Moment, wenn die Gnadenzeit zu Ende ist.

[32:54] Nahe ist der Tag des Herrn. Das Buch Zefanja ist von höchster Aktualität, wenn wir glauben, dass Jesus wirklich bald wiederkommt. Und Zefanja hat sich nicht gescheut, auch die Führer des Volkes zur Verantwortung zu ziehen. Er sagt in Vers 8: „Und es wird geschehen am Tag des Schlachtopfers des Herrn, dass ich die Fürsten und die Königssöhne strafen werde und alle, die sich in fremde Gewänder hüllen.“ Und hier ist eine interessante Beobachtung zu machen. Gott wollte, dass das Volk Israel auch durch die äußere Kleidung deutlich sichtbarer als das Volk Gottes erkennbar bleibt. Aber hier gab es offensichtlich die Tendenz, den Kleidungsstil der Heiden zu imitieren. Und ich denke, da kann man eine ganz praktische Lektion für uns lernen, inwieweit wir auch versuchen, den Kleidungsstil der Welt zu imitieren. Kleidungsreform ist letztendlich, wenn auch nicht das Wichtigste, aber doch auch ein nicht unwichtiger Teil des ewigen Evangeliums.

[33:55] Vers 9: „Auch werde ich an jedem Tag alle diejenigen strafen, welche über die Schwelle springen, die das Haus ihres Herrn mit Frevel und Betrug erfüllen.“

[34:04] Vers 10 und 11: „An jedem Tag, spricht der Herr, wird ein Geschrei vom Fischtor her erschallen. Es war in der Nähe des Fischmarktes. Und ein Geheul vom zweiten Stadtteil her und ein großes Krachen von den Hügeln her. Holt dir Magdeschwon, offensichtlich ein Stadtteil, in dem vor allem Handel getrieben wurde. Denn das ganze Krämerfolk ist vernichtet. Alle Geldabwäger sind ausgerottet.“ Enttypologisch sicherlich auch interessant, dass die Wirtschaft mit den Offenbarung 18 mit erwähnt ist.

[34:34] Vers 12: „Und es wird geschehen, dass ich zu jener Zeit Jerusalem mit Leuchten durchsuchen werde und ich will die Leute heimsuchen, die auf ihren Häfen liegen.“ Das ist eine sehr interessante Formulierung. Und Jeremia 48, Vers 11 erklärt sie uns besser. Jeremia 48, Vers 11, dort heißt es:

[35:08] „Moab ist von seiner Jugend an sorglos gewesen und ungestört lag es auf seinen Häfen.“ Dieses Bild steht also für Sorglosigkeit, für „es kann mir nichts passieren“. Zefanja warnt das Volk damals und warnt uns heute vor Sorglosigkeit, vor der Einstellung: „Es wird schon nichts passieren.“ So wie es hier heißt.

[35:34] Das ist im Prinzip eine deistische Vorstellung. Ja, Gott gibt es, aber er wird sich nicht wirklich einmischen. Wir können einfach immer so weitermachen. Und Zefanja zeigt uns ganz deutlich, dass das nicht so ist.

[35:45] Lieber Freund, liebe Freundin, das Buch Zefanja macht deutlich, dass Gott tatsächlich eingreifen wird und dass er alle diejenigen richten wird, die sich gegen ihn aufgelehnt haben oder sich sorglos von ihm abgewandt haben.

[36:03] In Vers 14 und 15 wird das sehr eindringlich beschrieben. Es heißt:

[36:12] „Ein Tag des Zorns ist dieser Tag, ein Tag der Angst und der Bedrängnis, ein Tag des Ruins und der Zerstörung, ein Tag des Finsternisses und des Dunkels, ein Tag des Gewölks und des Wolkendunkels, ein Tag des Schoferschalls und des Alarmblasens gegen die festen Städte und gegen die hohen Zinnen.“ Dieser Tag des Herrn, von dem auch Joel in so beeindruckender Weise spricht, ein Tag des Gewölks und Wolkendunkels.

[36:36] Und Vers 18 macht dann deutlich, dass wir nichts bringen können, was Gott besänftigen könnte, was materieller Natur ist. Vers 18: „Weder ihr Silber noch ihr Gold wird sie retten können am Tag des Zornes des Herrn. Und durch das Feuer seines Eifers soll das ganze Land verzehrt werden. Und eine Vernichtung, einen plötzlichen Untergang wird er allen Bewohnern des Landes bereiten.“

[37:01] Der Tag des Herrn ist eine sehr ernste Sache, lieber Freund. Und der Tag des Herrn wird nicht nur die Heiden treffen, der Tag des Herrn wird auch die Gemeinde Gottes treffen. Alle diejenigen, die vielleicht nominell in der Gemeinde sind, aber innerlich das tun, was die Heiden draußen tun. Aus Gottes Sicht macht das keinen Unterschied, ob ich in Ninive wohne und dort Götzendienst betreibe oder in Jerusalem wohne und dort Götzendienst betreibe. Alle, die Götzendienst betreiben, werden bestraft, sowohl in Ninive als auch die in Jerusalem. Wir können also nicht sagen: Oh, ich bin in der richtigen Gemeinde, ich habe ein Bekenntnis abgelegt und jetzt kann mir nichts mehr passieren.

[37:43] Wenn ich in meinem Herzen, wenn ich Gott nachfolge, mit ihm verbunden bin, dann ist der Tag des Herrn eine feierliche Nachricht, auf die wir mit Buße und Umkehr reagieren sollten. Und so ist dieser Aufruf in Zefanja auch formuliert. Denn Zefanja 2, Vers 1: „Tut euch zusammen, sammelt euch, du Volk ohne Scham.“ Dieser Aufruf, kommt zusammen, ist ein Aufruf, den wir auch in Joel finden, wo alle zusammenkommen sollen, wo das Schofohorn geblasen werden soll, das Volk gesammelt werden soll, die Alten und die Jungen, die Erbeuteten und die Kinder und die Alten, alle zusammen, um gemeinsam Buße zu tun, um Erweckung und Reformation zu beten.

[38:22] Denn das Volk, so sagt Zefanja, ist ohne Scham, wie Jeremia 3, Vers 3 sagt, wie mit einer Hurenstirn behaftet. Sie schämen sich nicht über ihre Sünden. Könnte es sein, dass wir heute in der selben Situation sind, dass wir Sünde tun und uns nicht mehr dafür schämen und sie wegrationalisieren und sagen: Es geht halt nicht anders. Kommt zusammen, lasst uns beten, lasst uns den Herrn suchen, solange er noch zu finden ist, wie Jeremia 55 sagt.

[38:47] Denn es heißt in Vers 2: „Ehe der Ratschluss sich erfüllt, wie Spreu verweht, geht der Tag vorüber, ehe der grimmige Zorn des Herrn über euch kommt, ehe der Tag des Zornes des Herrn über euch kommt.“ Die Bibel macht ganz deutlich, wenn der Tag kommt, ist es zu spät. Bevor er kommt, müssen wir den Herrn suchen. Wir können nicht warten, ob sich die Endzeit-Prophezeiungen alle erfüllen und eintreffen, um dann vielleicht umzukehren. Wir müssen jetzt umkehren, denn die Bibel sagt: „Heute, da ihr seine Stimme hört, verhärtet eure Herzen nicht.“

[39:17] Was ist es, lieber Freund, das dich zurückhält, ganz umzukehren? Lasst uns nicht sorglos in die Endzeit gehen. Zefanja warnt das Volk Gottes und sagt: Kommt zusammen.

[39:33] Vers 3: „Sucht den Herrn, all ihr Demütigen im Land, die ihr sein Recht übt, sucht Gerechtigkeit, sucht Demut. Vielleicht werdet ihr Bergung finden am Tag des Zornes des Herrn.“ Das sind genau die gleichen Worte, die auch Joel verwendet, nur in anderen Formulierungen. Die gleiche Idee, dass wenn wir Gott suchen, wenn wir unser Herz zerreißen, wie es Joel sagt, mit Fasten und mit Beten, dann wird er sich finden lassen. Hier ist heute gesagt: „Sucht und ihr werdet finden. Wer anklopft, dem wird aufgetan.“

[40:08] In Matthäus 5, Entschuldigung, Matthäus 11, da lesen wir Matthäus 11 und dort Vers 28 bis 29: „Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, so will ich euch erquicken. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig. So werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen.“ Jesus ist so demütig und wir können von ihm lernen. Sucht den Herrn, sucht Christus. Nimm deine Zeit und Energie zusammen, um ihn zu suchen, um ihn zu erkennen, um von ihm zu lernen.

[40:50] Ich möchte mich entscheiden, heute, jetzt hier, Christus mehr zu suchen. Wie ist es mit dir? Angesichts der Dinge, die um uns herum passieren, angesichts der Nähe, der Wiederkunft Jesu, angesichts dieser beeindruckenden Beschreibung des Tages des Herrn, möchte ich Christus besser suchen, näher, noch näher zu ihm kommen. Wie ist es mit dir, lieber Freund, liebe Freundin?

[41:15] Zefanja beschreibt jetzt in den nächsten Versen das Gericht über einige Völker. Ihr könnt das dann zu Hause nachschauen, wie er über die Philister, über Moab, über Ammon, über Kusch spricht. Vielleicht wollen wir ganz kurz hier zu Assyrien noch eingehen, wo er in Kapitel 2, Vers 13 sagt: „Er wird auch seine Hand nach Norden ausstrecken und wird Assyrien vernichten und Ninive zur Wüste machen, dünn wie eine Steppe.“ Das ist dieselbe Vorhersage, die auch Nahum ungefähr fast zur gleichen Zeit getroffen hat, zu einem Zeitpunkt, wo Assyrien die Welt beherrschte. Interessanterweise ist es gar nicht so unvorstellbar, dass Ninive zur Wüste wurde, selbst damals. Denn Ninive war nur durch ein Bewässerungssystem fruchtbar gemacht worden. Als das zerschlagen worden ist, ist dieses Land tatsächlich ausgedörrt und zur Wüste geworden.

[42:03] Vers 14: „Dass sich inmitten darin allen Herden lagern werden, Tiere aller Arten scharren, der Pelikan und die Trappe werden auf ihren Säulenknäufen übernachten, vollgeschrei wird in den Fenstern der Türen, auf der Schwelle wird ein Schutthaufen liegen, denn er hat das Zedernwerk bloß gelegt.“

[42:20] Vers 15: „Das ist die ausgelassene Stadt, die so sicher wohnte, die in ihrem Herzen sprach: Ich bin’s und sonst niemand.“ Und das ist eine Formulierung, die in der Offenbarung wiederkommt, nämlich in der Offenbarung 18, Vers 7, und auch dort auf das endzeitliche Babylon angewendet wird. Also wir sehen sowohl in Nahum als auch Zefanja Hinweise darauf, dass die Zerstörung von Ninive, 612 vor Christus, ein Typus ist für die Zerstörung des endzeitlichen Babylons, der Weltmächte und Kirchen, die sich in Offenbarung 18 und 16 und 17 gegen Gott erheben.

[42:51] Aber dann in Kapitel 3 schwenkt Zefanja von den heidnischen Nationen, die auch gerichtet werden am Tag des Herrn, zurück auf das Volk Gottes, das er mehr im Fokus hat. In Vers 1 spricht er wieder über Jerusalem und sagt: „Wehe der Widerspenstigen und Befleckten der grausamen Stadt. Sie hat nicht auf die Warnung gehört, die Züchtigung nicht angenommen, sie hat nicht auf den Herrn vertraut, sich nicht zu ihrem Gott genahm.“ Dieser Aufruf von Kapitel 2, Verse 1 bis 3 ist nicht angenommen worden. Und es gibt viele im Volk Gottes, auch heute, denen der Aufruf ergeht, und sie nehmen ihn nicht an, sie hören der Stimme Gottes, wie sie durch die Bibel und durch den Geist der Weisung zu uns spricht, nicht zu.

[43:31] Und dann wird hier beschrieben auch, wie sich die Führer im Volk verhalten. Es heißt in Vers 3: „Ihre Fürsten in ihrer Mitte sind brüllende Löwen.“ Man möchte fast an 1. Petrus denken, wo der Satan als ein brüllender Löwe beschrieben wird. „Ihre Richter Wölfe am Abend, die nichts übrig lassen für den Morgen.“

[43:48] Vers 4: „Ihre Propheten sind leichtfertige, betrügerische Menschen. Ihre Priester entweihen das Heiligtum, tun dem Gesetz Gewalt an.“ Sie können also nicht mehr zwischen heilig und unheilig unterscheiden. Und sie sollten eigentlich das Gesetz lehren, tun das aber nicht mehr.

[44:01] Interessanterweise ist bei all dem der Herr in ihrer Mitte. Vers 5 sagt: „Der Herr ist gerecht in ihrer Mitte. Er tut kein Unrecht. Jeden Morgen stellt er sein Recht ins Licht. Er lässt es an nichts fehlen, aber der Verkehrte weiß nichts von Scham.“ Gott hat sich nicht von seinem Volk entfernt, er ist jeden Tag da. So wie damals das Volk jeden Tag im Heiligtumsdienst erneut die Gerechtigkeit Gottes sehen konnte, so kann jeder Einzelne von uns im Volk Gottes die Gerechtigkeit Gottes morgen für morgen sehen. Er ist da, aber selbst seine Gegenwart kann nichts daran ändern, dass wenn Menschen sich für sein Licht verschließen, sie verloren gehen. Werden das Volk Gottes, ging verloren im Alten Testament oder Anfang des Neuen Testamentes, während Gott in ihrer Mitte war, Jesus Christus. Dort sind sie verloren gegangen, endgültig. Ja, Jesus mag in unserer Mitte sein, aber trotzdem können wir verloren gehen, selbst wenn Jesus in unserer Mitte ist. Gott war inmitten seines Volkes während der Wüstenwanderung und trotzdem ist diese Generation damals verloren gegangen. Es ist keine Frage, dass Gott in der Mitte dieser Gemeinde ist, aber das heißt noch lange nicht, dass jeder in dieser Gemeinde gerettet wird, trotz der Gegenwart Gottes, so wie damals.

[45:14] Und dann sagt es in Vers 6:

[45:31] Und dann sagt er: „Ich sprach, mich sollst du fürchten, nimm doch Züchtigung an.“ Das Beispiel der Kanaaniter hätte eine Warnung sein sollen für das Volk Israel. Sie hätten gesehen, was mit den Kanaanitern passiert, und trotzdem haben sie genau das gleiche getan wie die Kanaaniter. Ja, so sagt die Bibel, manchmal haben sie es sogar schlimmer getrieben. Jesus bietet in Offenbarung 3, Vers 19 seiner Gemeinde Laodicea Züchtigung an. Er sagt: „Wen ich liebe, den überführe und züchtige ich.“ Aber wie es hier heißt in Vers 7b: „Dann würde ihre Wohnung nicht vertilgt, so wie ich es über sie beschlossen habe, aber sie haben trotzdem beharrlich alles Böse getan.“ Im Hebräischen heißt es, sie sind früher aufgestanden am Morgen, um das Böse zu tun. So wie Gott, wie es Jeremia immer gesagt hat, früher am Morgen sich aufmachte, um sie zu retten, um ihnen zu helfen, um sie zu sich zu ziehen, so haben sie sich früher am Morgen aufgemacht, das Böse zu tun. Sie waren mit Intention dabei.

[46:27] Vers 8 bringt dann alles zusammen, sowohl das Volk Gottes als auch die Heiden, wenn es heißt: „Darum wartet auf mich, spricht der Herr, bis zu dem Tag, da ich mich aufmache, um Beute zu machen. Denn mein Ratschluss ist es, Heidenvölker zu versammeln, Königreiche zusammenzubringen und über sie meinen Grimm auszugießen, die ganze Glut meines Zornes, denn durch das Feuer meines Eifers soll die ganze Erde verzehrt werden.“ Und das ist ein Hinweis natürlich in erster Linie auf das Ende, so wie es in dem Neuen Testament immer wieder beschrieben wird.

[47:01] Aber das Buch Zefanja hört sich nicht auf. Das Buch Zefanja endet mit einer unglaublich schönen und wunderbaren Nachricht. Es heißt hier, Vers 9: „Dann aber will ich dem Volk andere reine Lippen geben, dass sie all den Namen des Herrn anrufen und ihm einträchtig dienen.“ Gott verheißt, dass er sein Volk reinigen wird. Und diese übrig gebliebenen, wie sie später heißen, werden reine Lippen haben. Sie werden einträchtig, wie es wörtlich heißt, mit einer Schulter gemeinsam dienen. Sie werden mit einer Schulter gemeinsam das Joch tragen. Gott möchte uns ein neues Herz geben. Hier Hesekiel 36, 24 bis 28, auch Psalm 51, Vers 12: Ein reines Herz.

[47:43] Vers 10: „Von jenseits der Ströme Kusch.“ Kusch war im äußersten Süden der damals bekannten zivilisierten Welt in Nubien. Von jenseits der Ströme Kusch würde bedeuten, wirklich vom äußersten Ende der Welt. „Wird man meine Anbeter, die Tochter meiner Zerstreuten, mir als Opfergabe bringen?“ Gott zeigt an, dass aus der ganzen Welt, aus allen Völkern, Stämmen, Nationen und Sprachen, Menschen kommen werden, um ihn anzubeten an dem Tag, den er gemacht hat.

[48:06] Vers 11: „An jenem Tag brauchst du dich nicht mehr zu schämen wegen all deiner Taten.“ Das ist das, was Paulus meint, wenn er sagt in Römer 1, Vers 16: „Ich schäme mich des Evangeliums nicht, denn es ist Gottes Kraft zur Rettung, für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen.“ „Mit denen du dich gegen mich vergangen hast, denn dann will ich die stolzen Prahle aus deiner Mitte hinweg tun und du wirst dich künftig nicht mehr überheben auf meinem heiligen Berg.“ Gott möchte durch das Gericht und durch das, was er an seinem Volk tut, den Stolz ein volles Mal hinaustun.

[48:41] Vers 12: „Und ich will in deiner Mitte ein demütiges und geringes Volk übrig lassen.“ Die Übrigen werden gering sein, also werden demütig sein. Und diese Demütigen oder auch Sanftmütigen, wie sie im Neuen Testament genannt werden, ihnen wird das Himmelreich gehören. Sie werden das Land erben, wie schon die Bergpredigt in Matthäus 5, Vers 5 sagt. Diese Demütigen, die den Aufruf ernst genommen haben, von Zefanja 2, Vers 3, die den Herrn gesucht haben, die nach Demut gesucht haben, die sind fündig geworden. Und sie sind vielleicht nicht die Angesehensten im Volk, nicht die Einflussreichsten, nicht die Reichsten, nicht die Besten. Während alle anderen verloren gehen, bleiben sie übrig. Und sie werden das Volk Gottes sein.

[49:24] Es heißt in Vers 13: „Der Überrest von Israel wird kein Unrecht tun und keine Lüge reden. Man wird auch in ihrem Mund keine trügerische Zunge finden.“ Ja, sie werden weiden und ruhen, ohne dass sie jemanden aufschreckt. Und das ist natürlich letztendlich eine Prophezeiung auf das, was die Offenbarung in Offenbarung 14, Verse 1 bis 5 beschreibt, die 144.000, in deren Mund kein Falsch gefunden worden ist.

[49:47] Möchtest du zu diesen 144.000 gehören? Zu diesen Übrigen, die von Gott reine Lippen bekommen? Wahrscheinlich geht es so wie mir, dass wir alle ausrufen, wenn wir Gott näher kommen: Ich bin unreiner Lippen, ich wohne in einem Volk mit unreinen Lippen. Aber Gott kann uns reine Lippen geben. Er kann uns verwandeln, sodass wir zu diesen wahren Übrigen gehören werden.

[50:09] Vers 14: „Jauchze, o Tochter Zion, du Tochter Zion, juble Israel, freue dich und sei fröhlich von ganzem Herzen, du Tochter Jerusalem.“ Trotz dieser vielen Gerichtsbotschaften ist auch Zefanja eine Evangeliumsbotschaft. „Freue dich, der Herr, dein Hirte, der wird dich weiden. Er wird uns zu Quellen des Wassers des Lebens führen.“

[50:30] Vers 15: „Denn der Herr hat die Gerichte von dir abgewendet. Er hat deinen Feind weggeräumt. Der Herr, der Gott Israels, ist in deiner Mitte. Du brauchst kein Unheil mehr zu fürchten.“ Endgültig wird sich das erfüllen. Offenbarung 21, Offenbarung 22, wenn es heißt, dass Gott alle Tränen von ihren Augen abwischen wird. Wenn es heißt, dass das Zelt Gottes bei den Menschen ist, sodass er ihr Gott sein wird und sie werden sein Volk sein. Wenn er mitten unter uns wohnen wird.

[50:59] Vers 16: „In jenen Tagen wird man zu Jerusalem sagen: Fürchte dich nicht, Zion, lass deine Hand nicht sinken.“

[51:09] Vers 17: „Der Herr, dein Gott ist in deiner Mitte.“ Und hier sind es dann all diejenigen, die diese Gegenwart Gottes angenommen haben, die sich haben verändern lassen durch die Gegenwart Gottes. „Ein Held, der errettet. Er wird sich über dich freuen mit Wonne.“

[51:23] Lieber Freund, liebe Freundin, kann Gott sich über dich freuen jetzt, heute? Wenn nicht, dann gibt es etwas zu tun in deinem Leben. Dann gibt es etwas zu übergeben ihm. Dann gibt es etwas, was er reinigen muss, damit er sich über dich freuen kann. Er wird still sein in seiner Liebe. Manche sagen auch, er wird ruhen in seiner Liebe oder er wird seine Liebe erneuern. Dann heißt es, er wird über dich jubelnd frohlocken. Manche übersetzen auch, er wird singen mit Jubel über dich. Kannst du dir vorstellen, dass Gott über dich singt mit Freude? Das ist das, was Zefanja uns sagt. Zefanja berichtet nicht nur von dem Gott, der leider die Gottlosen vernichten muss. Er berichtet auch von dem Gott, der singt vor Freude über jeden Einzelnen. Und wenn er noch so gering ist, der nach Gott gefragt hat, der nach Gott gesucht hat und der die Demut ergriffen hat und Christus nachgefolgt ist und Christus ähnlich geworden ist.

[52:16] Vers 18 und 19 verwendet er eine Sprache, die wir von Micha her kennen, aus Micha 4 und 5. „Die Bekümmerten, welche die Festversammlungen entbehren mussten, will ich sammeln. Sie waren von dir auf ihnen lastete Schmach. Sie, ich will zu jener Zeit vorgehen gegen alle, die dich bedrücken und will dem Hinkenden helfen und das Versprengte sammeln. Ich will sie zu Ruhm und Ehren bringen in allen Ländern, wo sie jetzt verachtet sind.“ So wie damals das Volk nach dem babylonischen Exil zurückgebracht werden sollte, die Übrigen. Auch wenn sie gehinkt haben, wenn sie verachtet waren, so möchte Gott die Hinkenden und Verachteten dieser Welt aus Babylon herausführen in seine kleine, aber kostbare Herde. Die Gemeinde der Übrigen.

[52:56] Vers 20: „Zu jener Zeit will ich euch herbeibringen, zu der Zeit, da ich euch sammeln werde. Denn ich will euch zu Ruhm und Ehren bringen unter allen Völkern der Erde, wenn ich euer Geschick vor euren Augen wenden werde, spricht der Herr.“ Gott verheißt diese letzte große Sammlung. Möchtest du Teil sein dieser Sammlung? Bist du schon in der Gemeinde der Übrigen? Oder musst du noch gesammelt werden? Und wenn du schon dort bist, sammelst du mit Gott und hilfst ihm. Denn das, was sich verweisen wird, wird gewiss eintreffen. Denn die letzten drei Worte des Buches Zefanias entspricht der Herr. Titus 1, Vers 2 sagt, Gott kann nicht lügen. Jesaja 55 sagt uns, dass Gottes Wort nicht leer zurückkehrt, sondern dass es das ausführen wird, wozu es gesandt ist. Jesus sagt, wir leben von jedem Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht.

[53:47] Möchtest du aus dem Wort, das Nahum und Zefanja gesagt haben, leben? Und das, was wir studiert haben, umsetzen in deinem Leben? Möchtest du Demut suchen, damit du vorbereitet bist auf jenen großen Tag des Herrn? Möchtest du zu jener kostbaren, kleinen, aber demütigen Herde zählen, über die sich Gott freut mit Singen? Dann komm zu Christus. Komm erneut zu ihm und übergib dein Leben ihm. Gott segne dich in deiner Entscheidung.

[54:14] Nächste Woche werden wir uns mit den Propheten beschäftigen, die nach dem Exil gewirkt haben. Wir werden als erstes nächste Woche Haggai betrachten, ein kurzer Prophet, 2 Kapitel, aber voller wichtiger Lektionen für unsere Zeit. Wir werden das gemeinsam anschauen. Wird herzlich eingeladen, wieder einzuschalten auf joelmedia.tv. Bis dahin wünsche ich euch Gottes Segen und viel Weisheit und Kraft im Studium seines Wortes. Amen.
[54:39] Copyright WDR 2021


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