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In dieser Cannstatt Study Hour-Folge taucht Christopher Kramp tief in das zentrale Thema des Opfers im biblischen Heiligtum ein. Er erklärt die theologische Notwendigkeit von Opfern, beginnend mit der göttlichen Anordnung in 1. Mose und der Verbindung von Sünde und Tod. Die Serie beleuchtet, wie das Opfer Jesu Christi die ultimative Lösung für die Sünde der Menschheit darstellt und wie verschiedene Opfer im Alten Testament symbolisch auf dieses eine große Opfer hinwiesen. Abschließend wird die Bedeutung des Opfers für das christliche Leben heute thematisiert, indem wir aufgefordert werden, uns selbst als lebendige Opfer darzubringen.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2013 Q4: Das Heiligtum

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour. Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt auf www.joelmedia.tv.de. Ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern von Amazing Discoveries zur mittlerweile dritten Folge unserer Serie "Das Heiligtum". Und wir wollen uns heute mit einem besonders interessanten Thema beschäftigen, ein Thema, das mit eines der zentralen Aspekte des gesamten Heiligtums gewesen ist. Denn der gesamte Heiligtumsdienst konzentrierte sich um das Thema des Opfers. Und so wird unser Thema einfach ganz simpel heißen: Opfer. Aber dahinter verbirgt sich eine ganze Welt, ein ganzes Universum an Wahrheiten, die wir natürlich in den verbleibenden Minuten nur kurz ansprechen können.

[0:54] Wir bereiten uns mit diesem Studium vor, das Bibelgespräch am 19. Oktober. Und weil es bei diesem Thema um so viel geht, möchte ich dich, lieber Freund, liebe Freundin, einladen, mit mir gemeinsam ein kurzes Gebet zu sprechen.

[1:06] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir jetzt dein Wort studieren können, dass wir es aufschlagen dürfen und daraus lernen dürfen. Wir möchten dich bitten, dass du mit deinem Heiligen Geist unser Verständnis erleuchtest, dass wir verstehen, was du uns sagen möchtest, und dass wir aus deinem Wort die Belehrung bekommen, die du uns verheißen hast. Halte du alle Störende fern und gib, dass wir deine Stimme zu unserem Herzen hören. Im Namen Jesu beten wir. Amen.

[1:32] Opfer. Warum braucht es eigentlich Opfer? Diese Frage ist eine Frage, wenn man sie genau durchdenkt, die gar nicht so einfach auf den ersten Moment zu beantworten ist. Warum braucht Gott den Tod von irgendjemandem, um die Sünde zu bezahlen oder uns von der Sünde zu befreien? Wir wollen unser Studium beginnen mit einigen sehr einfachen, aber sehr grundlegenden Aussagen der Bibel über das Verhältnis von Tod und Sünde.

[2:08] Die erste Aussage diesbezüglich hat Gott selbst gemacht in 1. Mose 2 und dort Vers 17. Das ist noch vor dem Sündenfall, als Gott dem Menschen die Konsequenzen der Sünde deutlich machen möchte, sagt er folgendes in 1. Mose 2, Vers 16 und 17: "Und Gott daher gebot dem Menschen und sprach: Von jedem Baum des Gartens darfst du nach Belieben essen, aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen, denn an dem Tag, an dem du davon isst, musst du größlich sterben."

[2:45] Wir haben hier ein erstes Gebot in diesem Sinne, so wie auch später die Zehn Gebote haben, wo es heißt: "Du sollst nicht töten, du sollst nicht Ehe brechen, du sollst nicht falsch Zeugnis reden und so weiter und so fort." Es heißt ja, du sollst nicht von diesem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen essen. Der Grund, warum Gott dieses Gebot überhaupt gibt oder diese beiden Bäume geschaffen hat, den Baum des Lebens und den Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen, ist ganz offensichtlich der, dass Gott dem Menschen eine Entscheidungsfreiheit geben wollte.

[3:18] Gott konnte den Menschen nicht fragen: "Möchtest du geschaffen werden?" Er hat ihn einfach geschaffen, aber der liebende Gott, der aus freien Stücken zurückgeliebt werden möchte, der besitzt sozusagen so viel Anstand, in Anführungsstrichen, seine Geschöpfe auch zu fragen, ob sie überhaupt leben wollen. Und hinter all dem, was sich hier in dieser Geschichte verbirgt, steckt die einfache Frage Gottes an den Menschen: "Möchtest du ewig leben?" Wenn ja, gibt es diesen Baum des Lebens, und wenn du von ihm isst, wirst du dein ewiges Leben immer wieder verlängern können.

[3:55] Und dieses Leben hat eben nicht nur theologische Konsequenzen, sondern hat auch ganz praktische Dinge, und Gott möchte, dass das Leben ein schönes Leben ist. Deswegen gab es viele Bäume, die gut anzuschauen waren, die gut geschmeckt haben, die Frucht. Aber die Möglichkeit bestand eben auch zu sagen: "Nein, ich möchte nicht leben mit Gott." Und da Gott die einzige Quelle des Lebens ist, es niemanden gibt, der aus sich selbst heraus nimmt, sondern alles hat seinen Bestand in ihm, folgt daraus: Wenn ich nicht mit Gott leben möchte, dann möchte ich einfach gar nicht leben, denn es gibt dauerhaft kein Leben außerhalb des Lebens von Gott.

[4:39] Und für jeden, der diese Entscheidung treffen wollte, hat Gott vorgesorgt, indem er diesen Baum der Erkenntnis des Guten und Bösen zur Verfügung stellt. Aber in dem Zahlenverhältnis zwischen den Bäumen hat Gott ganz deutlich gemacht, dass er den Menschen da hinführen möchte oder ihm es besonders schmackhaft machen möchte, zu leben. Gott hat nicht 50:50 gemacht, sondern alle Bäume waren erlaubt, nur einer war verboten. Eine Entscheidung für den Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen war unweigerlich eine Entscheidung gegen den Baum des Lebens, und eine Entscheidung gegen das Leben ist unweigerlich eine Entscheidung für den Tod.

[5:25] Und deswegen sagt Gott selbst im Vers 17: "Aber von dem Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen sollst du nicht essen, denn an dem Tag, der davon ist, musst du gewisslich sterben." Gott hat sich nicht einfach eine Strafe ausgedacht, sondern er zeigt, was logischerweise passieren wird, wenn man sich gegen das Leben entscheidet. Man muss dann sterben, und davor wollte er sie bewahren. Das Gebot, das er ihnen gab, bewahrte sie vor dieser offensichtlichen Fehlentscheidung.

[5:55] Übertretung des Gebotes, Sünde. Denn Sünde, sagt die Bibel, ist ja Gesetzlosigkeit. Übertretung des Gesetzes führt davon, dass ich mich vom Leben entferne. Sünde ist die Entscheidung und die Einstellung, sich dem Leben den Rücken zu kehren. Und deswegen sagt die Bibel, dass Sünde unweigerlich zum Tod führt, denn jede Entscheidung gegen das Leben ist eine Entscheidung für den Tod.

[6:26] Auch im Neuen Testament wird diese Aussage sehr deutlich ausgedrückt. In Römer 6 zum Beispiel, eine bekannte Aussage in Römer 6 und dort Vers 23. Römer 6, Vers 23 sagt uns die Bibel: "Denn der Lohn der Sünde ist der Tod, aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn." Der Lohn der Sünde ist der Tod.

[6:51] Und wir kennen die Geschichte nur zu gut. Adam und Eva haben sich gegen das Leben entschieden, für den Baum, der Erkenntnis des Guten und Bösen, nicht zuletzt deswegen, weil ihnen jemand einflüsterte: "Ihr werdet keineswegs des Todes sterben." Weil sie plötzlich diese irre Idee annahmen, dass es Leben geben könnte außerhalb des Lebens von Gott. Es gibt nur das Leben, das von Gott kommt. Und weil es nur das Leben gibt, das von Gott kommt, führt jede Entscheidung gegen Gott, jede Sünde unweigerlich zum Tod. Und deswegen sagt die Bibel: "Denn der Lohn der Sünde ist der Tod."

[7:39] Adam und Eva, durch ihre Entscheidung, von der Frucht zu essen, machten deutlich, dass sie den Tod sich wünschen, auch wenn ihnen das selbst gar nicht so bewusst war. Und Gott hätte an diesem Punkt die Menschheit sich selbst überlassen können. Als Adam und Eva in Sünde fielen, da hatten sie ihr Recht auf ewiges Leben verwirkt, und sie waren von Gott getrennt. Sie hätten noch eine Zeit lang ein miserables Leben gelebt, wären gestorben, ohne jegliche Hoffnung. Und es wäre gerecht gewesen, denn Gott hat es ihnen gesagt, und es wäre auch in Übereinstimmung mit allen Gesetzmäßigkeiten des Universums gewesen.

[8:24] Aber da gibt es etwas an Gott, was noch tiefer geht. Und der bekannteste Vers der Bibel, Johannes 3, Vers 16, drückt dieses noch tiefer gehende Prinzip aus. In Johannes 3, Vers 16 lesen wir: "Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, die Welt, die sich bewusst gegen ihn entschieden hat und für die Sünde und damit für den Tod. Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht verloren geht, sondern ein ewiges Leben hat."

[8:57] Gott suchte einen Weg, und Gott fand einen Weg, wie er den Menschen, der sich bereits für die Sünde und damit für den Tod entschieden hatte, doch noch für das Leben gewinnen könnte. Und das alles hatte zu tun mit seinem Sohn. Denn die Bibel sagt in seinem Vers, den wir nicht im Sendemanuskript haben, in 1. Johannes 5, da heißt es in Vers 12: "Wer den Sohn hat, der hat das Leben, und wer den Sohn Gottes nicht hat, der hat das Leben nicht." Das Leben ist im Sohn Gottes, in Gott selbst.

[9:32] Deswegen sagt die Bibel: "Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott. Und in ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen." Johannes 1, Verse 1 und 4. "Wer den Sohn hat, der hat das Leben, wer den Sohn nicht hat, der hat das Leben nicht."

[9:46] Adam und Eva hatten sich gegen den Baum des Lebens entschieden, der ein Symbol war für Jesus. Der Baum des Lebens, ein Symbol in den Sprüchen auch für die Weisheit, und Jesus Christus ist die Weisheit. Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben. Und obwohl sie sich gegen Jesus entschieden hatten, wusste Gott, dass in Jesus Leben ist, und nur Jesus konnte ihnen dieses Leben geben. Und deswegen entschied sich Gott, seinen Sohn zu geben für die Menschheit, damit sie durch ihn das Leben ergreifen könnten.

[10:23] Sie sollten nicht verloren gehen, sie sollten nicht die Strafe für ihre eigene Tat bezahlen müssen. Jesus sollte diese Strafe auf sich nehmen. Und das hat Gott schon immer versucht, den Menschen beizubringen, durch verschiedenen Prophezeiungen, Symbolen und Gleichnissen. Zum Beispiel ganz bekannt im Alten Testament, Jesaja 53. Jesaja 53 und dort Vers 4 bis 7. Jesaja 53, Verse 4 bis 7. Dort finden wir eine prophetische Vorausschau auf das, was Jesus Christus für jeden Einzelnen, für dich und für mich erlitten hat.

[11:05] Es heißt hier in Vers 4: "Fürwahr, er hat unsere Krankheit getragen, unsere Schmerzen auf sich geladen. Wir aber hielten ihn für bestraft von Gott, geschlagen und niedergebeugt." Und jetzt kommen die wichtigen Verse, Vers 6: "Doch er wurde um unsere Übertretung willen durchbohrt, wegen unserer Missetaten zerschlagen." Es war nicht seine Sünde, die zu seinem Tod geführt hat, es war meine Sünde, es war deine Sünde, deine Übertretung, deine Missetat, die zum Tod von Jesus geführt hat. Er wurde geschlagen und durchbohrt und getötet, wegen mir und dir.

[11:44] Und dann heißt es ganz deutlich: "Die Strafe lag auf ihm. Wir haben gesündigt, und der Sünde Sold ist der Tod." Sünde ist die Übertretung eines ewigen Gesetzes, die Strafe dafür muss ewiger Tod sein. Und Jesus hat genau das am Kreuz von Golgatha für dich und mich geschnappt, die ewige Trennung von seinem Vater. Die Strafe lag auf ihm, damit wir Frieden hätten, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern ewiges Leben haben, damit wir Frieden hätten. Und durch seine Wunden sind wir geheilt worden.

[12:21] Und dann heißt es in Vers 6: "Wir alle gingen in die Irre wie Schafe." Nicht nur Adam und Eva. Wir werden nicht bestraft, weil Adam und Eva in die Irre gegangen sind, wir alle, du und ich auch, sind in die Irre gegangen. Wir alle brauchen dieses Opfer, das Jesus Christus geben wollte und gegeben hat. Er selbst hat sich geopfert für uns.

[12:50] Es heißt in Vers 6: "Wir alle gingen in die Irre wie Schafe, jeder wanderte sich auf seinen Weg, aber der Herr warf unser aller Schuld auf ihn." Jesus hat nicht nur einen Teil unserer Schuld bezahlt, er hat alle Schuld, alle Sünden, die jemals begangen worden sind, auf sich genommen und hat für sie den ewigen Preis bezahlt.

[13:07] Vers 7 heißt es: "Er wurde misshandelt, aber er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf." Achtung, jetzt wird beschrieben, wie das aussah. Jesaja unter Inspiration verwendet ein Bild, das uns nahelegen soll, welchen Charakter es dabei gehabt hat. Es heißt hier: "Er beugte sich und tat seinen Mund nicht auf, wie ein Lamm, das zur Schlachtbank geführt wird, und wie ein Schaf, das verstummt vor seinem Scherer und seinen Mund nicht auftut."

[13:36] Gott war bereit, ein gewaltiges Opfer zu geben, aber die Frage bestand darin: Wie kann er einem von Sünde verkleisterten menschlichen Denken deutlich machen, was für ein Opfer es eigentlich ist? Wie kann er den Menschen, die durch ihre sündigen Gewohnheiten gar nicht in der Lage sind, große, tiefe Wahrheiten zu verstehen, wie kann er es ihnen verdeutlichen in einer Sprache, in Symbolen, die sie gut verstehen können?

[13:59] Und Gott fand den Weg, diesen Opferdienst, diese Entscheidung Jesu für die Menschheit, immer wieder durch Tiere auszudrücken: Lämmer, Schafe, andere Tiere, die zur Schlachtbank geführt werden. Jeder, der schon mal ein Lamm gesehen hat, das gleich getötet werden soll, der hat eine Vorstellung von dem, was gemeint ist, insbesondere die Menschen damals, die noch viel mehr mit solchen Tieren in Berührung standen.

[14:38] Auf der Suche nach einer geeigneten Erklärung für das, was Jesus tun würde, kam Gott auf die Idee, dieses Werk durch Tiere zu veranschaulichen, die getötet werden sollten, obwohl unschuldig. Und diese Identifikation von Jesus mit diesen Tieren, diese symbolische Identifikation ist nicht nur etwas, was wir im Alten Testament finden, auch im Neuen Testament wird es immer wieder deutlich.

[15:05] In Johannes 1, Vers 29, da finden wir Johannes den Täufer, den Vorläufer Jesu, wie er Jesus beschreibt mit folgenden Worten in Vers 29 im ersten Kapitel des Johannes-Evangeliums: "Am folgenden Tag sieht Johannes Jesus auf sich zukommen und spricht: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt!"

[15:28] Was war die Aufgabe Jesu durch sein Opfer? Er sollte die Sünde der Welt hinwegnehmen. Die Strafe sollte auf ihn gelegt werden, damit jeder, der es ihm glaubt, dass das so ist, auch gerettet werden kann. Jeder, der dieses Opfer annimmt, der sagt: "Ja, danke, dass du das für mich getan hast, ich möchte das für mich in Anspruch nehmen." Der darf Frieden haben und ewiges Leben, das allein in Jesus zu finden ist. Deswegen ist er gekommen. "Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt."

[16:06] Jesus wird an vielen anderen Stellen im 9. Lament das Lamm genannt, allein in der Offenbarung x-mal. Opfertiere sollten versinnbildlichen, was Jesus Christus tun würde.

[16:20] Aber Gott hat mit diesen Erklärungen, mit diesen Gleichnissen nicht lange gewartet. Gott wusste, dass von dem Zeitpunkt an, dass als Sünde in die Welt kam und in die menschliche Rasse, in das menschliche Geschlecht sich eingenistet hatte, ab diesem Zeitpunkt brauchte der Mensch eine Erklärung, wie er dort herauskommen könnte. Und Gott gab eine Erklärung: Sobald es Sünde gab im Leben der Menschen, gab es einen Plan, die Sünde zu besiegen.

[16:50] In der 1. Mose 3, nach jenen tragischen Momenten, als zuerst Eva verführt wird und dann auch ihrem Mann zu essen gibt, da finden wir Gott, wie er nach seiner Gewohnheit wieder den Menschen begegnen möchte. In Vers 8 heißt es in der 1. Mose 3, Vers 8: "Und sie hörten die Stimme Gottes, des Herrn, der im Garten wandelte, als der Tag kühl war, und der Mensch und seine Frau versteckten sich vor dem Angesicht Gottes, des Herrn, hinter den Bäumen des Gartens."

[17:17] Gott hat es zur Angewohnheit gehabt, jeden Tag mit Adam und Eva gemeinsam zu sprechen, in Gemeinschaft zu haben. Denn Gott ist ein Gott, der sich nach Gemeinschaft auch sehnt, ist ein Gott der Liebe. Aber Sünde hatte einen Keil getrieben in die Beziehung zwischen Gott und den Menschen. Die Übertretung des Gebotes hatte Trennung zur Folge.

[17:36] Aber Gott lässt den Menschen nicht einfach weglaufen. Er dreht sich nicht eingeschnappt um und sagt: Gott geht auch dem sündigen Menschen nach, Gott geht dem gefallenen Menschen nach. Gott ruft den, der verloren ist, um ihn wieder zurückzuholen.

[17:59] In Vers 9 heißt es: "Da rief Gott der Herr den Menschen und sprach: Wo bist du?" Liebe Freunde, liebe Freundinnen, Gott stellt diese Frage dir und mir immer wieder neu. Wo bist du? Könnte es sein, dass auch wir uns manchmal verstecken hinter geistigen Bäumen, wenn Gott uns nahe kommen möchte, dass wir unsere Nacktheit der Seele bekleiden mit Feigenblättern, die wir selbst gerupft haben, so wie Adam und Eva? Aber Gott geht uns trotzdem nach und Gott stellt immer wieder diese Frage: Wo bist du?

[18:40] Adam und Eva versuchen, naja, auf etwas einzugehen und Gott wird etwas konkreter und fragt: "Wie ist es gekommen? Wer hat dir gesagt, dass du nackt bist und so weiter? Hast du etwa von dem Baum gegessen?" Und dann finden wir eine sehr traurige Tatsache in Vers 12.

[18:57] Vers 12 heißt es: "Die Antwort der Menschen – natürlich Adam ist damit gemeint – die Frau, die du mir zur Seite gegeben hast, die gab mir von dem Baum und ich aß." Hier finden wir die Tragödie, dass eine einzige Sünde ausgereicht hat. Eine einzige bewusste Entscheidung gegen Gott hat ausgereicht, dass der Mensch aus eigenen Stücken, aus eigener Kraft nicht mehr in der Lage war zu sagen: "Es tut mir leid." Es war nur eine Sünde, aber sie hat ihn so sehr von Gott getrennt, dass er keine Hoffnung mehr hatte und nichts anderes tun konnte, als irgendwie versuchen konnte, die Schuld auf jemand anderen zu schieben, ja, die Schuld sogar auf Gott selbst abzuwälzen.

[19:39] Gott wusste, wenn er wartet, dass der Mensch den ersten Schritt auf ihn zurück, auf ihn zumacht, dann wartet er bis in Ewigkeit. Gott musste den ersten Schritt gehen, wenn er noch einmal eine Verbindung zu dem Menschen haben wollte, und das wollte er. Nichts war ihm zu teuer, um diese Verbindung wiederherzustellen. Er war bereit, den ganzen Preis zu zahlen, alles zu geben, ja, sich selbst zu geben, nur um noch dem Menschen eine Chance zu geben.

[20:09] Liebe Freunde, auch wenn wir aus uns selbst heraus nicht einen einzigen Zentimeter auf Gott zugehen können, wenn wir an Sünden festhalten, nicht mal das Bedürfnis haben, zu Gott zu kommen, hat Gott das Bedürfnis, zu uns zu kommen und ist bereit, lieber sich selbst zu geben, als diese Chance ungenutzt zu lassen.

[20:32] So finden wir in Vers 15, wie Gott in dem Gerichtswort gegen die Schlange einen Samen der Hoffnung in die Seele von Adam und Eva spricht. Er sagt in Vers 15 zur Schlange: "Und ich will Feindschaft setzen zwischen dir und der Frau, zwischen deinem Samen und ihrem Samen. Er, der Samen der Frau, wird dir den Kopf zertreten, und du wirst ihn in die Ferse stechen."

[20:56] Adam und Eva, als sie das gehört haben, hörten sie zum ersten Mal von einer Möglichkeit, dass vielleicht die Kraft und die Macht des Satans, die Kraft des Todes gebrochen werden könnte, denn sie wussten, durch ihre Entscheidung hatten sie sich dem Satan unterstellt. Und plötzlich hören sie, dass Gott einen Weg finden könnte, sie vielleicht doch noch herauszuholen, sie doch noch von dem Tod, ja, von der Sünde zu retten. Damals wussten sie noch nicht, dass derjenige, der kommen würde, Jesus heißen würde, was heißt "Retter von den Sünden", wie uns Matthäus 1 sagt. Aber sie hatten plötzlich Hoffnung, dass der Sieg doch noch möglich ist.

[21:41] Und damit sie von Anfang an auch ein praktisches Verständnis davon hatten, hat Gott ihnen es anschaulich gemacht. Was ich an Gott so besonders liebe, ist, dass er kein theoretischer Gott ist, der nur philosophische Weisheiten in das Universum hineinruft, sondern der es praktisch macht, zum Anfassen macht, sodass Adam und Eva wussten, wovon er spricht, zumindestens im Prinzip.

[22:03] Wir lesen Vers 21: "Und Gott, der Herr, machte Adam und seiner Frau Kleider aus Fell und bekleidete sie." Adam und Eva hatten ihr Lichtkleid verloren, sie waren nackt gewesen, hatten sich dann mit eigenen Blättern versucht, irgendwie zu bedecken, aber als Gott sie fragt, da sagt Adam immer noch: "Denn ich bin nackt." Alle eigene Selbstgerechtigkeit, alle eigenen Werke können vor dem durchdringenden Auge Gottes nichts bewirken. Sie brauchen einen besseren Schutz, eine bessere Kleidung, einen besseren Ersatz.

[22:34] Und dieser Ersatz wächst nicht an Bäumen. Es sind keine Blätter, die Gott benutzt, es ist Fell. Und Fell wächst nicht an Bäumen, Fell wächst an Tieren. Das erste Tier musste sterben, obwohl es keine Sünde getan hat, um zu illustrieren, dass der einzige Weg, Adam und Eva und damit die ganze Menschheit zu retten, darin besteht, dass jemand für sie stirbt, obwohl er doch nicht gesündigt hat. Das war die einzige Möglichkeit.

[23:08] Und dieses erste Tier, wie alle anderen Tiere, die später in den Opfern geopfert werden sollten, waren Gleichnisse, sie waren Schatten, sie waren Erklärungen auf das eine große Opfer hin, das Jesus sein sollte. Als Adam und Eva mit dem Kleid aus Fell bekleidet waren, da waren sie in einem symbolischen Sinne in Christus. Christus bekleidete sie, ein Kleid der Gerechtigkeit. Und wenn man sie von außen sah, dann konnte man von außen schon sehen, dass dort jemand für sie gestorben war. Das Fell war Zeuge davon.

[23:51] Im gleichen Sinne sagt das Neue Testament, dass wir in Christus sein sollen, dass das Kleid der Gerechtigkeit von Jesus uns bekleiden soll. Und die Frage ist: Sieht man das auch in unserem Leben äußerlich? Kann man so, wie man an Adam und Eva erkennen konnte, dass dort jemand für sie gestorben ist, kann man an deinem Leben und an meinem Leben erkennen von außen, dass dort jemand für uns gestorben ist? Ist das Kleid der Gerechtigkeit in deinem Leben sichtbar, oder redest du nur davon?

[24:26] Adam und Eva haben nicht nur von diesem Fellkleid gesprochen, sie hatten es buchstäblich an, es war sichtbar. Wir sollten vom Kleid der Gerechtigkeit nicht nur reden, wir sollten es anziehen, und dann wird es sichtbar sein.

[24:40] Und sobald es Opfer gab, und damit der Weg gewiesen war, dass eine Lösung gefunden werden wird für das Sündenproblem, war nicht nur Hoffnung für die Menschheit da, sondern auch Besorgnis beim Satan, der plötzlich verstand, dass Gott vielleicht ihn doch noch besiegen könnte hier auf der Erde, und dass all das zusammenhängen würde wohl mit diesen Opfern, dass, wenn man die Opfer genau versteht, man auch den Plan Gottes verstehen würde.

[25:12] Und so kam es darauf an, die Menschheit in Konfusion zu bringen, wie man dann eigentlich opfern sollte, die Details des Planes Gottes in Konfusion und in Finsternis zu hören. Und so finden wir das nächste Kapitel der Bibel, Erste Mose 4, von einem Kampf zwischen zwei Brüdern, spricht keinem buchstäblichen Kampf zunächst einmal, sondern von zwei Arten zu opfern. In Erste Mose 3 Vers 4, Erste Mose 4 Vers 3, Verzeihung, heißt es:

[25:39] "Und es geschah nach geraumer Zeit, dass Kain, der Erstgeborene von Adam und Eva, dem Herrn ein Opfer darbrachte von den Früchten des Gartens, Früchten des Erdbodens. Vers 4: Und auch Abel brachte ein Opfer dar von den Erstlingen seiner Schafe und von ihrem Fell, und der Herr sah Abel und sein Opfer an. Vers 5: Aber Kain und sein Opfer sah er nicht an."

[26:00] Zwei Brüder, beide glauben an Gott, beide glauben sogar, dass man opfern soll, aber eine opfert so, wie Gott es vorgeschrieben hatte, und eine opfert so, wie er selbst denkt. Satan hat es geschafft, auch wenn er es nicht geschafft hat, das Opfern ganz sein zu lassen, hat es doch geschafft, das Opfern so zu verändern, dass es nicht mehr auf den kommenden Erlöser weisen würde, eben Beispiel von Kain. Ein Opfer ohne Blut, ein Opfer ohne Tod. Ja, vielleicht ist Dank es, aber Dank allein reicht nicht. Dem Herrn das zu bringen, was wir getan haben, reicht nicht aus für eine völlige Versöhnung, denn der Sünde Sold ist der Tod, und dieser Sold muss bezahlt werden.

[26:48] Die Art des Opfers ist entscheidend. Und Gott hat versucht, in all diesen Opfern im Alten Testament den Menschen wichtige Lehren beizubringen. Vielleicht die berührendste Geschichte diesbezüglich ist 1. Mose 22. Denn Gott sah schon bald, dass die Menschen gerne Zeremonien tun und kultische Handlungen vornehmen und Opfer bringen, aber kaum darüber nachdenken, was das wirklich bedeutet, kaum den tieferen Sinn dahinter sehen. Und so hat Gott sein Herz ausgeschüttet seinem Freund gegenüber. Sein Freund war Abraham.

[27:20] Und Gott hatte dieses Bedürfnis, den Menschen wenigstens ansatzweise teilhaben zu lassen an dem, was es bedeutet, seinen eigenen Sohn zu geben. Gott ist nicht einfach nur eine Maschine, bei der man auf Erlösung drückt und kommt Erlösung heraus. Gott ist ein Wesen, Gott ist eine Person, und Gott hat Gefühle. Dann 1. Mose 22 versucht er dem Abraham das deutlich zu machen, indem er von Abraham etwas verlangt, was er selbst bereit ist zu tun, nur mit dem Unterschied: Abraham soll nur die Vorbereitung dessen erleben, nicht die eigentliche Tat, weil das wäre zu schrecklich.

[28:08] Sagt er zum Abraham in Vers 2: "Und er sprach: Nimm doch deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast, Isaak, und geh hin in das Land Moria und bring ihn dort zum Brandopfer, da auf einem der Berge, den ich dir nennen werde." Nimm deinen Sohn, deinen einzigen, den du lieb hast.

[28:36] Später, nachdem Abraham früh am Morgen aufsteht und voller Verzweiflung gehorsam ist, die Sache selbst in die Hand nimmt, selbst das Holz spaltet, selbst den Esel sattelt und dann drei Tage marschiert bis zu diesem Berg Moria. Nachdem er seinen Sohn fragt, wo ist das, wo ist das Lamm zum Brandopfer, und geantwortet hat: "Gott wird für ein Lamm zum Brandopfer sorgen." Und nachdem er ihn auf den Altar gelegt hat, gebunden hat und das Messer genommen hat und seine Hand ausgestreckt hat und dann der Engel ihn gestoppt hat und deutlich wurde, er sollte diesen Sohn gar nicht opfern.

[29:22] Es ging nur darum, einmal nachzuempfinden, wie es sein würde, wenn. Da verstand er, dass das, was er erlebt hat, nur ein Schatten, nur ein Gleichnis von etwas sein würde, was noch in der Zukunft liegt. Denn ja, Gott hatte zwar einen Widder gesandt, der jetzt anstelle von Isaak geopfert werden konnte, aber dieser Widder war nicht das Entscheidende. Das Entscheidende war, dass das Lamm, das Gott sich ersehen würde, noch kommen würde.

[29:51] In Vers 14 heißt es: "Und Abram nannte den Ort: Der Herr wird dafür sorgen." So, dass man auch heute sagt: "Auf dem Berg wird der Herr dafür sorgen." Abram bekam einen kleinen Einblick und durch die Geschichte auch wir in das Herz Gottes, der bereit war, seinen Sohn zu opfern.

[30:05] Denn ein Opfer ist nicht einfach nur ein Kavaliersdelikt oder eine Liebesgabe, eine Kleinigkeit. Ein Opfer ist etwas Radikales. Und jeder von uns, der diese Geschichte beim ersten Mal gelesen hat, hat vielleicht das Gefühl in der Magen: "Wie kann Gott so etwas verlangen?" Dieses Gefühl ist genau so kalkuliert von Gott. Aber es sollte sich nicht gegen Gott richten, denn Gott hatte am Ende nie verlangt von Abraham das zu tun. Gott wollte nur in Abraham und damit in uns ansatzweise ein Bewusstsein schaffen, welche Gefühle er selbst hatte, als er sich bereit erklärte, seinen Sohn zu opfern.

[30:56] Es war ein Kampf im Himmel für Gott, den Vater, ob er seinen Sohn geben sollte oder nicht. Und weil es so ein schwerer Kampf war, in dem die Liebe für die Welt gesiegt hat, wollte er das auch in den Gleichnissen, in den Schatten, das deutlich wird, zumindest in einem begrenzten Maß, so weit es für einen Menschen erfassbar ist.

[31:25] Die Opfer in der Bibel sind nicht einfach nette Gute-Nacht-Geschichten. Sie sollen etwas von dem Herzen Gottes offenbaren. Denn Gott hat sich so gefühlt wie Abraham, als klein Jesus mit zehn, elf Jahren zu seiner Mutter gefragt hat: "Wer ist dieses Lamm, von dem die Bibel spricht?" All diese Opfer wiesen auf Jesus.

[32:03] Und als Jesus Christus am Kreuz von Golgatha hing, kam kein Engel vom Himmel und hat gesagt: "Stopp, jetzt." Diesen letzten Schritt, den Abraham nicht gehen musste, den er nur quasi im Voraus mal vorausdenken sollte, aber niemals selbst tun sollte, diesen Schritt ist Gott gegangen bis zum bitteren Ende. Das ist das Opfer, das einzige Opfer, das hilft, das Opfer von Jesus Christus auf Golgatha.

[32:23] Denn die altestestamentlichen Opfer konnten selbst ja nichts wirklich bewirken. Die Bibel macht das ganz deutlich, wenn wir den Hebräerbrief anschauen, zum Beispiel Hebräer 10, Verse 4 und 10. Hebräer 10 und dort Verse 4 und 10. Das heißt dort: "Denn unmöglich kann das Blut von Stieren und Böcken Sünden wegnehmen." Kein Mensch wurde jemals so durch gerettet oder wirklich gerecht gesprochen oder wirklich gereinigt, dass ein Ziegenbock für ihn gestorben ist. Das waren nur Gleichnisse. Wir sollten das Denken der Menschen nur vorwärts richten, dass ein Opfer was kommen würde.

[32:59] Vers 10 heißt es: "Aufgrund dieses Willens sind wir geheiligt durch die Opferung des Leibes Jesu Christi und zwar ein für allemal." Jesus ist ein einziges Mal gestorben. Es ist nur ein einziges Opfer, das wirklich zählt. Alle anderen Tieropfer vorher waren nur Hinweise darauf. Sie sollten weisen auf dieses eine große Opfer.

[33:23] Im Heiligtumsdienst, den wir in dieser Quartal besonders ausführlich betrachten wollen, finden wir dann, dass Gott am Berg Sinai eine ganze Reihe von verschiedenen Opfern vorschreibt, die die verschiedenen Aspekte jenes großen Opfers deutlich machen sollen. Da gab es zum Beispiel in 3. Mose 1 und wir können aus Zeitgründen nicht besonders tief hineingehen, da gab es in 3. Mose 1 zum Beispiel das Brandopfer. Das war vielleicht das wichtigste Opfer von allen. Das Brandopfer war deswegen besonders, weil beim Brandopfer alleine alles verbrannt wurde. Man nannte es auch das Ganzopfer.

[34:10] Das Brandopfer, das Ganzopfer war ein Symbol für völlige Hingabe ohne Reserve, ohne Rückhalten, ohne Kompromiss. So wie Jesus sich ganz dem Willen Gottes hingegeben hat, so wie Gott aufs Ganze gegangen ist, um uns zu retten. Und ja, es soll uns inspirieren, auch alles für Gott zu geben. Das Brandopfer.

[34:41] Übrigens, nur eine Kleinigkeit nebenbei. Interessant ist, dass bei diesem Brandopfer, es heißt im Vers 9: "Seine Eingeweide und seine Schenkel soll er mit Wasser waschen, und der Priester soll das Ganze auf dem Altar in Rauch aufgehen lassen, als ein Brandopfer, ein Feueropfer zum lieblichen Geruch für den Herrn." Und wenn wir mehr Zeit hätten, können wir viel mehr dieser Details anschauen, noch weiter studieren. Aber ist nicht interessant, dass etwas, was völlig verbrannt werden soll, vorher gewaschen werden sollte? Sieht es nicht aus wie Verschwendung von Wasser, zudem noch in der Wüste, etwas zu waschen, was danach sofort verbrannt werden soll?

[35:14] Es sieht vielleicht auf den ersten Moment so aus, aber im zweiten Moment ist eine tiefe geistliche Wahrheit. Auch wir, die wir uns als lebendiges Opfer Gott völlig zur Verfügung stellen sollen, müssen zuerst im Wasser gewaschen sein. Ja, wir werden im Wasser getauft und werden danach mit Feuer getauft. Und so enthalten viele dieser scheinbar obskuren Details tiefe geistliche Wahrheiten, von denen ich euch einlade, sie tiefer noch zu studieren in einem persönlichen Studium.

[35:40] Es gab also die Brandopfer. Dann gab es im 3. Mose 2 die Speisopfer. Und diese Speisopfer waren die einzigen Opfer, die Gott vorschrieb hier, die nicht blutig sein mussten, sondern man hat dort Öl, Gebäck, Kuchen, Mehl und solche Dinge geopfert. Und diese Speisopfer sollten ausdrücken, dass der Mensch abhängig ist von Gott, um ernährt zu werden. Eine Wahrheit, die Jesus schon in seinem Leben, vor seinem Tod deutlich illustriert hat, als er gesagt hat: "Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeglichen Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht." Jesus Christus selbst ist das Wort. Und diese Speisopfer sollte die Abhängigkeit des Menschen, die ständige Abhängigkeit von Gott illustrieren.

[36:36] Dann gab es das Friedensopfer, oftmals in Verbindung mit Dank. Es sollte deutlich machen, dass man Frieden im Herzen hat und dankbar ist für das, was Gott für einen getan hat. Durch den Tod Jesu, sagt uns die Bibel, haben wir Frieden. Auf ihm lag die Strafe, damit wir Frieden hätten. Das Friedensopfer sollte diesen Aspekt verdeutlichen. Römer 5 sagt, wenn wir Frieden haben, wenn wir gerechtfertigt sind durch den Glauben, dann haben wir Frieden mit Gott.

[37:05] Dann gab es das Sündopfer in 3. Mose 4. Das Sündopfer war für all jene Sünden, die aus Versehen geschehen sind. Zum Beispiel heißt es in Vers 2: "Rede zu den Kindern Israels und sprich: Wenn sich eine Seele aus Versehen versündigt, gegen irgendeines der Gebote des Herrn, dass sie etwas tut, was man nicht tun darf und so weiter und so fort." Das Gleiche finden wir in Vers 13. Das Gleiche finden wir in Vers 27. Oftmals passiert es, dass wir Dinge tun, die uns zum Zeitpunkt der Tat gar nicht als Sünde bewusst sind, oder wir werden überrascht von etwas und tun etwas, und wir hatten es gar nicht so geplant. Und trotzdem ist es Sünde, und das Sündopfer sollte diese Dinge wieder ins Reine bringen.

[37:49] Und dann gab es allerdings auch die Schuldopfer. Die Schuldopfer waren nicht nur für versehentlich begangene Sünden, sondern auch für Sünden, wo man ein Wissen mit gehabt hat, wo Wissen mit impliziert ist. Zum Beispiel heißt es gleich in 3. Mose 5, Vers 1: "Und wenn eine Seele dadurch sündigt, dass sie etwas nicht anzeigt, obwohl sie die Flucht an Drogen vernommen hat und ein Zeuge ist, weil sie es gesehen oder erfahren hat und so Schuld auf sich bringt." Wenn also jemand weiß, was er tun soll und es doch nicht tut, dann war das Schuldopfer das angemessene Opfer.

[38:21] Gott hatte für all die verschiedenen Phasen des christlichen Lebens sozusagen entsprechende Opfer. Es gab Opfer für die Sünden, die wir bewusst getan haben. Es gab Opfer für die Sünden, die uns gar nicht bewusst gewesen sind. Es gab Opfer, die ausdrücken durften und sollten, dass wir mit Frieden mit Gott erleben. Es gab Opfer, die unsere Abhängigkeit zu Gott beschreiben sollten. Und es gab Opfer, die unsere völlige Hingabe illustrierten.

[38:54] Könnte es sein, dass diese fünf Dinge sogar in umgekehrter Reihenfolge sozusagen von Wirkung zu Ursache die Erfahrung eines jeden Menschen machen, der sich dem Kreuz nähert? Wer zum Kreuz kommt, dann ist das Erste und das Wichtigste, dass wir die Sünden, die uns bewusst sind, die wir in Wissen, was wir getan haben, dass wir diese Sünden von Jesus uns vergeben lassen, das Schuldopfer. Aber je mehr wir uns mit dem Kreuz beschäftigen, desto mehr werden wir auch Dinge in unserem Leben sehen, die wir vorher vielleicht gar nicht als Sünde erkannt haben. Das Licht, das vom Kreuz scheint, wird unsere dunkle Seele immer mehr auffallen und plötzlich werden wir Sünden sehen und schlechte Gewohnheiten, die wir vorher als normal erachtet haben. Und auch dafür wird das Kreuz Versöhnung erwirken oder Versöhnung bereitstellen. Vielmehr, Verzeihung, Versöhnung bereitstellen.

[39:41] Wenn wir das erleben, dann wird unser Herz mit Frieden erfüllt sein. Und je mehr wir uns mit dem Opfer auf Golgatha beschäftigen, desto mehr werden wir Frieden erleben. Nicht nur mit Gott, sondern dann irgendwann auch in unserem Herzen und mit den Menschen, die uns vielleicht sogar feindlich gesinnt sind. Und wenn wir uns dann mehr und mehr mit diesem Opfer beschäftigen, dann werden wir feststellen, selbst dann, wenn wir Frieden mit Gott haben, wenn unsere Sünden beglichen sind, wenn unsere Sünden bezahlt und vergeben sind, dass wir immer noch abhängig von Gott sind.

[40:16] Und wenn uns das wirklich bewusst wird, dass wir als diejenigen, die gesündigt haben, bis in eine Ewigkeit abhängig sind davon, dass Jesus am Kreuz uns gestorben ist, dann werden wir uns ihm ganz weinen wollen. Denn je mehr wir uns mit dem Kreuz beschäftigen und sehen, wie viel Gott gegeben hat, dann wird es in uns diesen Wunsch wecken. Denn durch Anschauen werden wir verändert, auch alles zu geben. Und dann erleben wir das Brandopfer in unserem Leben.

[40:45] Die Bibel sagt uns in Römer 12 und dort Vers 1 und 2, dass obwohl es keine buchstäblichen Opfer mehr gibt, diese Dinge aus 3. Mose und anderen Kapiteln immer noch ihre ganz wichtige Rolle spielen in unserem Leben. In 3. Mose 12, Vers 1 heißt es: "Ich ermahne euch nun", sagt uns Paulus, "ihr Brüder, angesichts der Barmherzigkeit Gottes, die sich wo am meisten ausgedrückt hat? Im Kreuz des Todes Jesu. Angesichts der Barmherzigkeit Gottes, dass ihr eure Leiber darbringt als ein lebendiges, heiliges, gottwohlgefälliges Opfer. Das soll euer vernünftiger Gottesdienst."

[41:45] Was ist Gottesdienst? Gottesdienst ist, wenn wir mit unserem ganzen Leben, mit unserem Körper sogar, ein Opfer sind für Gott. So wie die Opfer damals heilig sein sollten und nicht einfach irgendwelche Makel haben sollten, soll auch unser Leben heilig sein und frei von Makel. Und es hat Konsequenzen für unser praktisches Leben. Vers 2 heißt es: "Und passt euch nicht diesem Weltlauf an, sondern lasst euch in eurem Wesen verwandeln durch die Erneuerung eures Sinnes, damit ihr prüfen könnt, was der gute und wohlgefällige und vollkommene Wille Gottes ist."

[42:16] Bist du, lieber Freund, liebe Freundin, bin ich, sind wir ein lebendiges, heiliges, gottwohlgefälliges Opfer? Ist das wirklich das, was wir in unserem Leben erleben? Denn das wäre ein vernünftiger Gottesdienst. Heute wird viel über verschiedene Gottesdienstformen debattiert und gesprochen, aber der wahre Gottesdienst, wie er sich im Heiligtum zeigt und in den Opfern illustriert worden ist, findet sich in einem heiligen, gottwohlgefälligen, lebendigen Leben. Nicht nur in der Theorie, sondern auch praktisch im Leben mit unserem Körper.

[42:50] Und das alles angesichts der Barmherzigkeit Gottes. Je mehr wir uns mit dem wahren Opfer beschäftigen, desto mehr wird auch unser Leben ein Opfer sein. So wie die buchstäblichen Opfer vorausgewiesen haben auf das kommende eine echte reinigende Opfer, so weist dann unser Leben als geistliches Opfer zurück auf das, was Jesus Christus für uns getan hat. So wie das Opferfell, das Adam und Eva getragen haben, auf Jesus wies, so weist unser heiliges, gottwohlgefälliges Leben zurück auf das Opfer, das Jesus gebracht hat.

[43:33] Und dass diese Opfer tatsächlich eine geistliche Bedeutung haben, steht außer Frage, wenn wir 1. Petrus 2 und dort Vers 5 studieren. 1. Petrus 2 und dort Vers 5. Es heißt dort: "So lasst auch ihr euch nun als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, als ein heiliges Priestertum, um geistliche Opfer darzubringen, die gottwohlgefällig sind durch Jesus Christus."

[44:01] Müssen wir noch Opfer bringen? Ja oder nein? Definitiv. Nein, wir müssen keine Lämmer mehr schlachten, wir müssen keine Turteltauben mehr den Kopf abknicken, wir müssen keine Stiere mehr zu einer Stiftzute bringen. Aber wir müssen noch Opfer bringen, geistliche Opfer. Gott verlangt von uns genauso Brandopfer, Speisopfer, Friedensopfer, Sündopfer und Schuldopfer. Nicht mehr buchstäblich, sondern geistlich. Sowohl durch unsere Worte, als auch durch unsere Taten.

[44:44] Denn das ist das, was uns die Bibel sagt in Hebräer 13, Vers 15 und 16. Schauen wir gemeinsam in Hebräer 13, Verse 15 und 16. Dort heißt es: "Durch ihn lasst uns nun Gott beständig ein Opfer des Lobes darbringen, das ist die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen. Wohlzutun und mitzuteilen vergesst nicht, denn solche Opfer gefallen Gott wohl." Unsere Worte und unsere Taten werden zeigen, ob wir wirklich ein Opfer für Gott sind, ob wir wirklich opfern.

[45:16] Und genauso wenig, wie die Opfer der Israeliten sie gerecht machen konnten vor Gott, sondern nur vorausweisen konnten auf das Opfer, das sie gerecht macht. Genauso wenig können unsere Worte und unsere Taten uns gerecht machen vor Gott. Sie können nur zurückweisen auf das eine Opfer, das uns gerecht macht und beweisen, dass wir diesen Glauben wirklich haben.

[45:32] In 3. Mose 17, Vers 11 steht einer der entscheidendsten Gedanken überhaupt. In 3. Mose 17, Vers 11 steht, warum Gott diese Methode des Opferns gewählt hat. In 3. Mose 17, Vers 11 finden wir die Aussage, was an dem Blut, das vergossen werden musste, so entscheidend ist. Es heißt so: "Denn das Leben des Fleisches ist im Blut. Und ich habe es euch auf den Altar gegeben, um Sühnung zu erwirken für eure Seelen. Denn das Blut ist es, das Sühnung erwirkt für die Seele."

[46:06] Es ist das Blut, und im Blut ist das Leben. Es ist das Leben des Opfers, das uns reinigt. Die Tatsache, dass er, Jesus Christus, ein sündloses Leben gelebt hat in schwachem menschlichen Fleisch und die Strafe vollends bezahlt hat und sein Leben uns anrechnet und schenken möchte, ist die Grundlage für unsere Errettung.

[46:35] Und so heißt es in Offenbarung, Kapitel 7 und dort Vers 14, im zweiten Teil des Verses: Offenbarung 7, Vers 14. "Und sie haben ihre Kleider gewaschen und sie haben ihre Kleider weiß gemacht in dem Blut des Lammes." In dem Blut ist das Leben des Fleisches. Wo ist das Leben des Lammes? Das Leben des Lammes ist im Blut des Lammes. Wo werden unsere Kleider weiß gemacht? Im Blut des Lammes, im Leben des Lammes. Das Leben und Sterben von Jesus ist das, was dich und mich rein machen kann.

[47:24] Könnte es sein, dass wir uns mehr mit dem Leben und Sterben von Jesus beschäftigen müssten, damit unsere Seelen rein werden, so wie Gott es verheißt?

[47:30] Und zum Schluss wollen wir noch einen Punkt hier ganz deutlich ansprechen. Gott hatte sich gewünscht von Anfang an, dass der Mensch gehorsam ist. Aber als der Mensch ungehorsam wurde, erfand er einen Plan B. Das Opfer, dass Jesus Christus am Kreuz gestorben ist, war nur Plan B. Es ist der herrlichste Plan B, den es jemals gegeben hat. Eine Tiefe, unergründlich, wir werden eine Ewigkeit daran erforschen. Aber es war nur Plan B.

[48:06] Und das ist eine Wahrheit, die wir auch vor Augen uns führen müssen. Denn sie wird in 1. Samuel 15, Vers 22 mehr als deutlich von Gott durch seinen Propheten Samuel ausgesprochen. In 1. Samuel 15, Vers 22 heißt es: "Samuel aber sprach zu Saul: Hat der Herr dasselbe Wohlgefallen an Schlachtopfern und Brandopfern wie daran, dass man der Stimme des Herrn gehorcht?" Gott stellt diese Frage und er beantwortet sie selbst. Er sagt: "Siehe, Gehorsam ist besser als Schlachtopfer, und Frömmigkeit besser als das Fett von Widdern."

[48:47] Es gibt noch etwas Besseres als Brandopfer und Schlachtopfer, und es ist Gehorsam. Gott hätte sich gefreut, wenn Adam und Eva niemals gesündigt hätten. Und sie hätten nicht sündigen brauchen. Und preis den Herrn, Gott war bereit, alles zu geben, um sie zurückzugewinnen. Es war sein Ausdruck seiner Liebe. Es war Plan B. Plan A war Gehorsam.

[49:09] Und an dieser Einstellung Gottes zum Opfer hat sich nie etwas geändert. Auch im Neuen Testament lesen wir genau von dieser Idee in 1. Johannes 2, Vers 1. 1. Johannes 2, Vers 1 als letzter Vers für heute. Dort heißt es, Verse 1 und 2: "Meine Kinder, dies schreibe ich euch, damit ihr nicht sündigt. Plan A ist nicht zu sündigen. Und wenn jemand sündigt – auf Deutsch: Plan B – so haben wir einen Fürsprecher bei dem Vater, Jesus Christus, den Gerechten. Und er ist das Sühnopfer für unsere Sünden, aber nicht nur für die unseren, sondern für die der ganzen Welt."

[49:57] Gott hat durch den Tod Jesu genügend Sühnung bereitgestellt, dass jede Sünde der Welt vergeben werden kann. Plan B ist ausreichend für jede Sünde der Welt. Aber Plan B führt immer wieder zurück zu Plan A. Gott hat keinen Gefallen an Menschen, die einfach bei Plan B bleiben und Plan A ignorieren. Die Propheten sind voll der Aussprüche Gottes, wo er sagt: "Was sollen wir die Menge eurer Schlachtopfer?" Gott hat keinen Gefallen an Menschen, die Opfer und Opfer und Opfer und an der Sünde festhalten.

[50:26] Plan B führt zu Plan A. Das Opfer führt zu Gehorsam, denn in 1. Johannes 1, Vers 7 heißt es: "Wenn wir beim Licht wandeln, wie er im Licht ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde." Es vergibt nicht nur, es reinigt. Je mehr wir uns mit dem Opfer beschäftigen, desto mehr werden nicht nur unsere Sünden vergeben, desto mehr werden wir auch Sünden erkennen, die uns vorher gar nicht bewusst waren. Wir werden immer mehr Frieden erleben, eine Abhängigkeit von Gott und eine völlige Übergabe, sodass Gott regieren kann und in uns den Gehorsam bewirken kann, den er uns verheißen hat durch seinen Heiligen Geist.

[51:13] Das ist nur möglich durch das Opfer, aber jede wahre Wertschätzung des Opfers führt in diese Richtung. Alles andere ist eine Täuschung. Bist du dankbar, dass Gott dieses Opfer auf Golgatha gebracht hat? Bist du dankbar für die Illustration, die er in seinem Wort gegeben hat? Und möchtest du durch Gottes Gnade ein lebendiges, heiliges Opfer selbst sein? Zurückweisen auf das Opfer, das dich gerecht macht und durch Plan B und durch Gottes Gnade Richtung Plan A gehen und Plan A erleben aufgrund Plan B. Das ist dein Wunsch. Gott segne dich in deiner Entscheidung.

[52:00] Liebe Freunde, liebe Freundinnen, nächste Woche sehen wir uns wieder, wenn wir weitere Lektionen aus dem Heiligtum studieren wollen, und es wird sehr, sehr spannend. Und wir möchten euch ganz herzlich einladen zu der Vortragsserie "Magna Confliction". Bitte verpasst es nicht, ab dem 25. Oktober, 19 Uhr, live aus Stuttgart auf www.magnakonfliction.de. Eine ganz besondere Themenreihe, die viele spannende Aspekte der Geschichte, der Kirchengeschichte und der biblischen Prophetie in ein ganz neues Konzept zusammenbringen wird. Und wir sind gespannt, darauf euch dann begrüßen zu dürfen und hoffentlich auch all die vielen Menschen, die ihr dafür noch einladen werdet und es verbreiten werdet. Denn je mehr Menschen die gute Nachricht vom bald wiederkommenden Jesus erfahren, desto besser wird es sein. Gott segne euch und viel Freude beim Studium seines Wortes. Bis dahin. Amen.


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