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In dieser Folge von „Magna Conflictio“ beleuchtet Christopher Kramp die komplexen Entwicklungen der Kirchengeschichte und Endzeitprophetie, mit einem besonderen Fokus auf die französische Revolution. Er analysiert, wie die Ablehnung biblischer Prinzipien zu Chaos und Gewalt führte und wie diese Ereignisse als Warnung für die heutige Zeit dienen. Die Lektionen aus dieser turbulenten Periode werden mit der Gründung Amerikas und der Verbreitung des Evangeliums verglichen.

In dieser Folge von „Magna Conflictio“ beleuchtet Christopher Kramp die tiefgreifenden Auswirkungen der Französischen Revolution auf die Geschichte und die Kirchen. Er analysiert die symbolische Bedeutung der „zwei Republiken“ und zeigt auf, wie die Ablehnung göttlicher Gesetze zu Chaos und Zerstörung führte. Die Ausführungen verdeutlichen die bleibende Relevanz biblischer Prinzipien für Gesellschaft und Individuum.


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Serie: Magna Conflictio (Vortragsreihe über die Kirchengeschichte und die Endzeit)

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Transkript

[30:00] Das Neue Testament weist zurück auf das Leben Jesu, auf seinen Tod und auf all das, was er getan hat. So sind als Neues Testament zwei Leuchter, die von zwei Seiten auf das Leben von Jesu, auf sein Sterben und sein Wirken weisen. Aber die Bibel sagt, dass während dieser 1062 Tage, von was war das Anfangsdatum? 538 bis 1798, dass diese zwei Leuchter in Sacktuch bekleidet worden sind.

[30:29] Wer von Ihnen hat schon mal Sacktuch angehabt? Wann zieht man Sacktuch an? Sind Sie schon mal jemand gesehen, der im Sacktuch zur Hochzeit kommt oder zu seinem Geburtstag oder zum Abiball? Im Sacktuch? Vielleicht wird das ja mal Mode, ich weiß es nicht. Aber in allen Zeiten ist Sacktuch Ausdruck der Trauer. Und hier wird uns gesagt, dass die Bibel, das Alte und das Neue Testament über einen langen Zeitraum trauern sollten. Warum? Weil die Bibel genau in diesem langen Zeitraum ein verbotenes Buch war.

[31:02] Und wir haben über die Waldenser gesprochen, die über Jahrhunderte hinweg fast die einzigen gewesen waren, die die Bibel wirklich in Besitz gehabt haben und sie übersetzt haben in dunklen Höhlen. Und da haben wir lang und breit darüber gesprochen. Hier in der Offenbarung wird das Ganze prophetisch vorhergesagt, was wir schon in der Geschichte gesehen haben.

[31:21] In Offenbarung 11 Vers 5 heißt es dann: Wenn jemand ihnen, also den Zweitzeugen, also das Alte und das Neue Testament, Schaden zufügen will, geht Feuer aus ihrem Mund hervor und verzehrt ihre Feinde. Mit anderen Worten, wer sich an der Bibel vergreift, und es haben sich viele an der Bibel vergriffen, wir haben gesehen, sie wurde verbrannt, sie wurde verboten, sie wurde in einer Sprache gehalten, dass niemand sie lesen kann und so weiter. Wenn jemand sich an der Bibel vergreift, dann nimmt er eine schwere Verantwortung auf sich.

[31:52] Die Bibel erklärt das an anderer Stelle so, da heißt es: Wenn jemand etwas zu diesen Dingen hinzufügt, so wird Gott ihm die Plagen zufügen, von denen in diesem Buch geschrieben steht, oder wenn jemand etwas wegnimmt von den Worten des Buches dieser Weissagung, so wird Gott wegnehmen seinen Teil vom Buch des Lebens und von der heiligen Stadt und so weiter. Lieber Freund, liebe Freundin, wenn du die Bibel liest, nimm nichts weg und füge nichts hinzu.

[32:23] Über einen langen Zeitraum in der Geschichte der Christenheit ist vieles weggenommen worden und manches hinzugefügt worden an Fabeln und Traditionen und komischen Dingen. Und Gott sagt: Das ist mein Zeugnis, manipuliere es nicht, spiele nicht damit, lasse es so, wie es ist. Und das ist eine sehr ernste Warnung, die wir beherzigen sollten. Wir können nicht am Wort Gottes, an seinem Gesetz etwas ändern, ohne dafür nicht dann auch zur Verantwortung gezogen zu werden.

[32:55] Rom hatte die Bibel unterdrückt. Bis zu diesem Zeitpunkt war Rom eigentlich fast die einzige Macht gewesen, die das getan hat. Aber jetzt sollte eine neue Macht kommen. Es heißt hier: Wenn sie ihr Zeugnis vollendet haben. Wann hat man das vollendet? Wenn es zu Ende ist, nicht wahr? Also, welche Zeit ist hier wohl zu Ende? Die 1260 Jahre, also gegen Ende dieser Zeitprophezeiung, wo das Ganze jetzt zur Vollendung kommt, würde ein Tier aus dem Abgrund heraufsteigen.

[33:32] Nun, auch hier gilt wiederum, genauso wie bei den Tagen, dass es nicht unbedingt buchstäblich zu verstehen sind. Die wenigsten buchstäblichen Tiere kommen aus dem Abgrund hervor, sondern auch das muss die Bibel erklären. Was bedeutet so ein Tier? Und hier haben wir die Antwort. In Daniel 7, da heißt es: Das vierte Tier bedeutet ein viertes Reich, kann ein Königreich sein, ein anderes politisches Reich, also eine Weltmacht im allgemeinen Sinne.

[34:00] Hier sollte also gegen Ende des 18. Jahrhunderts eine Weltmacht, ein politisches Reich entstehen, dass jetzt diesen Magna Konflikt, so diesen großen, gewaltigen Konflikt gegen die Bibel, die ja schon so mitgenommen war, neu eröffnet. Und über diese Macht heißt es folgendermaßen: Offenbarung 11 Vers 8: Und ihre Leichname werden auf der Straße der großen Stadt liegen, die in einem, was für einem Sinn? Geistlichen Sinn. Hier haben wir wieder einen Hinweis, dass diese Dinge geistlich, also im übertragenen Sinne, gedeutet werden müssen.

[34:35] Im geistlichen Sinn, Sodom und Ägypten. Heißt es jetzt, wenn sie an Ägypten denken, woran denken sie? An Pharaonen, an die Sphinx vielleicht. Wenn man biblisch an Ägypten denkt, dann ist Ägypten natürlich die berühmte Nation, die die Kinder Israels lang in Gefangenschaft gehabt haben. Und als der Mose dann nach Ägypten geht und den Pharao fragt: Kannst du unser Volk freilassen? Dann ist er gar nicht begeistert. Und die Ägypter sind berühmt dafür in der Bibel, dass sie so eine Einstellung gehabt haben in Bezug auf Gott, die sich ganz besonders in jener Aussage vom Pharao widerspiegelt: Wer ist der Herr, dass sie auf seine Stimme hören sollte, um Israel ziehen zu lassen? Ich kenne den Herrn nicht.

[35:21] Jetzt, wenn Sie mit jemandem über Gott sprechen und der andere dann sagt: Wer ist der Herr? Ich kenne diesen Gott nicht. Was für eine Religion hat der wahrscheinlich? Wohl keine, nicht wahr? Der ist ja wohl atheistisch. Und was wir hier haben, ist sozusagen so eine antike Vorform des Atheismus. Diese neue Macht, die entstehen sollte, Ende des 18. Jahrhunderts, sollte in irgendeiner Form einen atheistischen Zug haben.

[35:51] Aber nicht nur das, sie sollte auch in einem geistlichen Sinne nicht nur Ägypten sein, sondern auch Sodom. Jetzt, Sodom ist ja schon sprichwörtlich für Sünden, oder? Das ist ja Sodom und Gomorra, sagt man auch heute noch als geflügeltes Wort. Weiß jemand, was für Sünden ganz besonders Sodom anzulasten waren? Die Sodomiten waren wirklich absolut unmoralisch. Das führte dazu, dass sogar heute noch ein ähnliches Wort gebraucht wird für sehr unmoralische sexuelle Praktiken. Vielleicht kennen wir die Geschichte aus der Bibel, wo dann am Ende Feuer und Schwefel vom Himmel fällt und kurz zuvor wollten die Sodomiter noch Fremde Gruppen vergewaltigen. Das war so ihre Lebenslust.

[36:41] Also, wir haben zwei Kennzeichen. Das eine ist Atheismus und das zweite ist Unmoral, vor allem auch auf erotischem, sexuellem Gebiet. Und das sollen hervorstechende Kennzeichen dieser seltsamen Weltmacht sein, die ja gegen Ende des 18. Jahrhunderts auf die Bühne der Weltpolitik treten sollte. Und das alles hat sich tatsächlich erfüllt. In welcher Nation? Ohne Frage. Die Französische Revolution.

[37:11] Schauen wir mal ein paar historische Zitate an, um das etwas zu untermauern. Hier lesen wir: Heute die Welt zum ersten Mal, dass eine Versammlung von Männern, die gesittet geboren und erzogen waren und sich das Recht anmaßten, eine der schönsten Nationen Europas zu regieren, ihre vereinte Stimme erhob, um die feierlichste Wahrheit, welche die Seele des Menschen empfangen kann, zu verleugnen und einstimmig den Glauben an Gott und die Anbetung der Gottheit zu verwerfen.

[37:38] Zweites Zitat: Frankreich ist die einzige Nation in der Welt, von der berichtet wird, dass sie als Nation ihre Hand in offener Rebellion gegen den Schöpfer des Weltalls erhoben hat. Es gab und gibt noch eine Menge von Lästerern und Ungläubigen, das ist wohl wahr, oder? In England, Deutschland, Spanien und anderswo. Aber Frankreich steht in der Weltgeschichte als einziger Staat da, der durch den Erlass seiner gesetzgebenden Versammlung erklärte, dass es keinen Gott gebe, in dessen Hauptstadt sämtliche Bewohner und eine ungeheure Menge anderswo, Weiber und Männer vor Freude sangen und tanzten, als sie die Bekanntmachung empfingen.

[38:15] Stellen Sie sich vor, der deutsche Bundestag erlässt ein Gesetz: Es gibt keinen Gott. Genau so ist es passiert. Die Nationalversammlung Frankreichs hat während der Revolution 1793 das Gesetz erlassen: Es gibt keinen Gott per Gesetz hier in Frankreich.

[38:29] Das war Ägypten, was war nochmal Sodom? Unmoral. Schauen wir uns das hier an. Eng verbunden mit diesen religionsfeindlichen Gesetzen war jenes, welche das Ehebündnis, die heiligste Verbindung, die menschliche Wesen eingehen können und deren Dauerhaftigkeit am meisten zur Festigung der Gesellschaft beiträgt, wir werden gleich sehen, was das mit der Gesellschaft zu tun hat, auf die Stufe eines rein bürgerlichen Übereinkommens vorübergehender Natur herabwürdigte, welches irgendwelche zwei Personen miteinander treffen und nach Willkür wieder lösen konnten.

[39:09] Wird heute oft als enormer Fortschritt dargestellt in der modernen Geschichtsforschung. Hätten böse Geister es unternommen, ein Verfahren zu entdecken, welches auf die wirksamste Weise alles zugrunde richtet, was sich an ehrwürdigem, anmutigem oder dauerhaften im Familienleben bietet und hätten sie gleicher Zeit die Zusicherung gehabt, dass das Unheil, das sie anzurichten beabsichtigten, von einem Geschlecht auf das andere fortgepflanzt werden sollte, so hätten sie keinen wirksameren Plan ersinnen können, als die Herabwürdigung der Ehe.

[39:40] Sophie Arnaud, eine durch ihren geistreichen Witz berühmte Sängerin, beschrieb die republikanische Hochzeit als das Sakrament des Ehebruchs, weil jeder konnte mit jedem, wann immer und man musste einfach nur eine Unterschrift leisten und entsprechend hat sich in weniger Jahre in Frankreich die Gesellschaft völlig aufgelöst, aber dazu gleich mehr.

[40:02] Wir sehen also diese beiden Kennzeichen der Französischen Revolution sehr deutlich. Aber es gab noch ein drittes Kennzeichen über diese große Stadt, über dieses Weltreich. Und es heißt hier: Wo auch unser Herr gekreuzigt worden ist. Wo ist Jesus gekreuzigt worden? Jerusalem, das stimmt, genau auf Golgatha. Das war der Ort, wo alle Sünde der Welt an einem Ort waren und wo Jesus geschlagen und verfolgt wurde. Nun, Frankreich hat niemals den buchstäblichen Jesus ans Kreuz gebracht, oder? Aber hat Jesus nicht gesagt: Was ihr einem meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan? Gibt es Berichte davon, dass Frankreich Jesu Brüder ans Kreuz gebracht hat?

[40:51] Wir haben vorletzten Samstag über die Waldenser gesprochen und ich habe es damals kurz erwähnt, dass wenn man hier über diese Bergkette rüber geht, dann kommt man von Italien nach Frankreich und auf der anderen Seite, da wohnten nicht die Waldenser, da wohnten die sogenannten Albigenser und die lebten in der gleichen Zeit wie die Waldenser, hatten ähnliche Glaubensüberzeugung und wurden im Gegensatz zu den Waldensern im 13. Jahrhundert vollkommen ausgerottet. Vollkommen. Es gab einen Kreuzzug im 13. Jahrhundert, der sie ausgerottet hat. Hier sehen wir einige, die die Festung Carcassonne verlassen müssen.

[41:36] Und dann haben wir schon darüber gesprochen, wie dann auch in späteren Jahrhunderten die Reformatoren Frankreichs in einer Art und Weise aus dem Land geprügelt worden sind, wie es in keinem anderen Land der Fall war. Wir haben über Lefebvre gesprochen. Weiß jemand noch, wer das war? Der Schüler von Lefebvre? Traut sich jemand? Ist ja nur drei Tage her. Aber ich weiß, wir haben viele, viele Namen gehabt am letzten Samstag. Das war mit F. Farel, ganz genau. Und wir haben gesehen, wie sie verbrannt worden sind, wie sie aus dem Land gejagt worden sind.

[42:13] Etwas, was wir am Samstag nicht besprochen haben, was wir hier noch kurz erwähnen wollen, ist jenes Ereignis. Die sogenannte Bartholomäusnacht 1572. Was geschehen war, es gab eine Gruppe von Protestanten, die nannten sich die sogenannten Hugenotten. Und diese Hugenotten waren auf Kriegsfuß mit der herrschenden römischen Partei dort in Frankreich. Und man hatte eine Hochzeit arrangiert, wo ein Protestant und eine Katholikin heiraten sollten. Und man hatte sie alle eingeladen unter dem Vorwand der Versöhnung. Lass uns zusammenkommen, eine Hochzeit feiern und wir versöhnen uns alle gemeinsam. Und dann in der Nacht vom 23. August zum 24. August wurde aus der Versöhnung das hier. Eine Adlige gab den Befehl und es wurden innerhalb von Stunden und Tagen zigtausende von Protestanten in Paris brutal niedergemetzelt. Hier sieht man sie, wie sie das Werk dann begutachtet.

[43:12] Und man sagt, dass in den folgenden Tagen und Wochen, das ging dann auf ganz wellenförmig von Paris auf ganz Frankreich über, etwa 70.000 Hugenotten umgebracht worden sind. Interessanterweise kann man auch lesen, wie man in Rom darüber gedacht hat. Als die Nachricht von dem Blutbad Rom erreichte, kannte die Freude der Geistlichkeit keine Grenzen. Der Kardinal von Lothringen belohnte den Boten mit tausend Kronen. Der Domherr von St. Angelo ließ hundert Freudenschüsse abgeben. Die Glocken läuteten von jedem Turm. Freudenfeuer verwandelten die Nacht in einen Tag und Gregor XIII. zog begleitet von den Kardinälen und anderen geistlichen Würdenträgern in einer großen Prozession nach der Kirche von St. Ludwig, wo der Kardinal von Lothringen einen Te Deum sang. Warum? Weil zigtausende Protestanten kaltblütig gegen bessere Vereinbarung niedergemacht worden waren. Das war die Realität im 16. Jahrhundert.

[44:04] Zur Erinnerung an das Gemetzel wurde eine Gedenkmünze geprägt und im Vatikan kann man drei Fresko-Gemälden von Vasari sehen, welche den Angriff auf den Admiral, den König, wie er ihm rate, das Hinschlachten plante und das Blutbad selbst darstellen. Gregor sandte Karl die Goldene Rose und hörte vier Monate später, ruhigen Gemüts, die Predigt eines französischen Priesters an, der von jenem Tage des Glücks und der Freude sprach, als der Heilige Vater die Nachricht empfing und höchst feierlich hinging, um Gott und St. Ludwig seinen Dank darzubringen. Hier sieht man die Münze, die geprägt worden ist, das Gregor VIII. und hier sieht man die Protestanten und hier sieht man wen? Einen Engel, der trägt ein Kreuz und ein Schwert und schlachtet diese widerlichen Hugenotten alle ab. Das ist die Realität im 18. Jahrhundert gewesen.

[44:58] Und der französische König wurde beglückwünscht, dieser weisen Entscheidung sein Wort nicht zu halten und sie alle im kalten Blut zu ermorden zu haben. Und das war der Geist, der sich zurückgezogen hat bis zur französischen Revolution. Weiß jemand, wer das ist? Das ist Voltaire. Und er hat die Angewohnheit gehabt, seine Briefe zu unterschreiben mit den Worten: Vernichtet den Schurken. Wir meinten mal Christus, vernichtet ihn, vernichtet den Schurken. Und als dann 1794 die Massen sich gegenseitig umgebracht haben, da gab es einen Schrei auf den auf den Straßen von Paris: Vernichtet den Schurken!

[45:30] Es heißt, dass dieses Tier, das aus dem Abgrund heraufsteigen wird, diese französische Revolution, würde mit ihnen, wer sind ihnen? Die zwei Zeugen mit der Bibel, Krieg führen und sie überwinden und sie töten. Wir haben schon gesehen, dass die französische Verfassung oder die französische Nationalversammlung 1793 entschieden hatte: Es gibt keinen Gott. Aber damit nicht genug. Die Bibeln wurden eingesammelt, wurden dann an öffentliche Stellen gebracht und was hat man wohl mit ihnen gemacht? Man hat sie allesamt verbrannt, hat sich gefreut, dass man endlich, dass die Bibel los ist.

[46:10] Man hat aber nicht nur die Bibel verbrannt, man wollte die Menschen so wirklich von der Bibel entfernen. Weiß jemand, was das hier ist? Das ist ein französischer Revolutionskalender, eine Kalenderuhr. Diese Kalenderuhr soll sozusagen die Tage erscheinen, 30 Tage. Und was ist das Besondere hier? Diese 30 Tage sind keine 7er Einheit, es ist eine 10er Einheit. Man hat damals versucht, die 7-Tage-Woche in eine 10-Tage-Woche zu ändern. Warum? Na ja, 7-Tage-Woche kommt halt woher? Nicht vom Mond, nicht von der Sonne, wie alles andere, sondern aus der Bibel.

[46:58] Man hat Stadtnamen geändert, man hat alles versucht, um die Bibel aus dem Denken der Leute zu bekommen. Man hat sogar versucht, übrigens auch die Zeiteinteilung in 10 Stunden und in 10 Minuten und in 10 Sekunden und so einzuteilen. Das war ein totales Chaos. Die Leute sind übrigens reihenweise ins Irrenhaus gekommen, weil die damit nicht fertig wurden. Aber jeder 10. Tag sollte ein Tag sein, wo man der Vernunft die Ehre erweist. Abendmahl wurde gesetzlich verboten. Wenn man Abendmahl feiern wollte, musste man heimlich auf See fahren und auf See Abendmahl feiern. Es gibt Gemälde von Situationen, wo das vorgekommen ist.

[47:46] Und auf den Friedhöfen hat man an den Gräbern ein Schild angebracht, darauf stand: Der Tod ist ein ewiger Schlaf. Es gibt keine Hoffnung über den Tod hinaus. Das hat man da herangeschrieben, um den Leuten klar zu machen: Ihr sterbt und es ist aus, fertig. Man hat also versucht, ganz systematisch nicht nur die Bibel zu verbrennen, sondern einen Angriff zu starten auf das Denken der Menschen. Und es ist tatsächlich so, dass die Französische Revolution ein Umbruch ist in dem Denken der Menschheit. Wenn wir heute sagen, die Französische Revolution ist etwas, worauf sich unsere Gesellschaft basiert, dann hat das auch damit zu tun. Dieser Kampf gegen die Bibel.

[48:20] Hier sehen wir, wie Kirchen entweiht werden. Und ganz besonders dramatisch war es hier. Das war der Bischof von Paris. Jetzt stellen Sie sich vor, Sie sind der katholische Bischof dieser Stadt. Und bis dahin war ja Frankreich treue katholische Stadt gewesen. Und hier ist Notre Dame. Und jetzt kommen diese Revolutionshorden und wollen die gesamte Religion außer Kraft setzen. Was hätten sie wohl gemacht? Ich sage Ihnen, was er gemacht hat. Er hat am 7.11.1793 öffentlich dem Christentum abgesagt und sich zum Kult der Vernunft bekannt.

[49:05] Das ging so. Der konstitutionelle Bischof von Paris wurde herbeigeholt zur Nationalversammlung, also in die gesetzgebende Versammlung, um in der schamlosesten und anstößigsten Posse, die sich je zuvor eine Nationalvertretung abspielte, die Hauptrolle zu übernehmen. Was ist passiert? Man führt ihn in einer förmlichen Prozession vor, um der Versammlung zu erklären, dass die Religion, welche er so viele Jahre lang gelehrt hatte, in jeglicher Hinsicht ein Stück Pfaffen trug, ohne irgendeinen Grund in der Geschichte noch in der heiligen Wahrheit sei. Er verleugnete mit feierlichen und deutlichen Worten das Dasein der Gottheit, zu deren Dienst er eingesegnet worden war und widmete sich in Zukunft der Verehrung der Freiheit, Gleichheit, Tugend und Sittlichkeit. Dann legte er seinen bischöflichen Schmuck auf den Tisch und empfing eine brüderliche Umarmung von dem Präsidenten des Konvents. Verschiedene abgefallene Priester folgten dem würdelosen Beispiel dieses Prelaten.

[50:01] Übrigens, es hat ihm nichts genützt. Als ein Jahr später ein Mann namens Robespierre zumindest wieder ein höheres Wesen anbeten wollte, galt der reine Atheismus wieder etwas verächtlich und dieser Priester wurde dann doch unter die Guillotine gebracht, weil er zu atheistisch war. Nur mal so als Nebeninformation, es lohnt sich niemals seinen Glauben aufzugeben, auch wenn es vielleicht nicht mal der reinste Glauben gewesen ist.

[50:28] Es heißt in Offenbarung 11 Vers 10: Und die auf der Erde wohnen, werden sich über sie freuen und frohlocken und werden ihnen Geschenke schicken. Das, weil diese zwei Propheten diejenigen gequält hatten. Diese zwei Propheten sind die zwei Zeugen. Wer ist nochmal die zwei Zeugen? Als neues Testament. Hat sich jemand schon mal gequält von der Bibel? Was bedeutet das, sich von der Bibel gequält fühlen? Wer von uns hat schon mal Bibel gelesen und irgendwie ein ungutes Gefühl gehabt? Die Bibel, die schlägt eigentlich nicht, die Bibel hat auch keine Guillotine, aber die Bibel weist immer wieder hin auf das Gewissen. Manchmal quält einen das Gewissen. Man hat dann meistens zwei Optionen. Was sind die zwei Optionen? Entweder ich entscheide mich für das, was Gott gesagt hat, oder ich mache die Bibel zu und sage: Brauche ich nicht. Ende aus der Diskussion. Und dann geht es mir gut, oder? Dann bin ich frei. Dann habe ich ja keine Beschränkung mehr.

[51:39] Und genau das, was wir manchmal so oft im Kleinen erleben in unserem Leben, spielte sich im Großen Nationalen Frankreich ab. Bis dahin hatte man ja immerhin noch angenommen, dass die Bibel Gottes Wort irgendwie ist, auch wenn man sie nicht lesen wollte oder nicht lesen konnte. Aber man hatte immer noch eine gewisse Verehrung für die Bibel. Jetzt hat man sie einfach abgelehnt, weil man mit dieser Sündenschuld nicht mehr fertig geworden ist und einfach gesagt: Wir haben keine Sünde, es gibt keine Sünde, es gibt keinen Gott. Ende aus. Jetzt geht uns gut. Viele Menschen versuchen, wenn sie mit der Wahrheit in Kontakt kommen, sich einfach für die Gegenseite zu entscheiden, um ihr Gewissen zu beruhigen und denken, dann ist alles gut.

[52:22] Aber wenn das vielleicht auch heute in ihrem oder in deinem, lieber Freund, in deinem Kopf ist, du sagst vielleicht: Ich möchte nicht aller Wahrheit folgen. Ich möchte einfach frei sein. Dann pass jetzt die nächsten Minuten auf, was diese Freiheit bedeutet. Denn die französische Revolution ist ein Beispiel dafür, was passiert, wenn wir uns gegen offenbartes Licht wissentlich entscheiden. Psalm 73 war sozusagen ihr Motto. Sie sagen: Wie sollte Gott es wissen?

[52:48] Schauen Sie mal, was einer dieser Vernunftpriester ausgerufen hat: Gott, so du existierst, räche deinen beleidigten Namen. Ich bitte dich, trotz du schweigst, du wagst es nicht, deinen Donner zu schleudern. Wer wird hinfort an dein Dasein glauben? Stellen Sie sich vor, durch die Straßen von Paris gehen diese Priester der Vernunft und schreien zum Himmel: Gott, wo bist du? Wir fordern dich heraus. Zeig dich doch. Donnerst du nicht? Die Leute schreien: Ja, ja, es gibt keinen Gott. Wir sind frei. Das war alles nur Fanatismus, war alles nur Tradition, war alles nur Unfug. Jetzt sind wir intelligent.

[53:22] Klingt fast ein bisschen so wie der moderne Mensch, der sagt: Brauche ich nicht. Das ist alles nur Fabeln. Für die Schwachen ist das, für die, die das Licht der Wahrheit nicht ertragen können, die mit dem Leben nicht zurande kamen. Gott, wo bist du denn? Achtung, aufgepasst. Das war nichts anderes als das, was der Pharao gesagt hat. Und dem Pharao ist das nicht gut bekommen, wenn Sie die Geschichte kennen. Wenn nicht, lesen Sie nach. 2. Mose.

[53:51] Die Bibel sagt im Psalm 14, Vers 1: Der, der was? Der Narr spricht in seinem Herzen: Es gibt keinen Gott. Jetzt, was ist ein Narr? Ein anderes Wort für ein Narr. Ein dummer Mensch, jemand, der nicht wirklich denken kann. Die Bibel sagt, wenn jemand seinem Herzen sagt: Es gibt keinen Gott, dann ist er in Wirklichkeit ein sehr dummer Mensch, ein Narr.

[54:21] 2. Timotheus sagte uns: Aber sie werden es nicht mehr viel weiter bringen, denn ihre Torheit wird jedermann offenbar werden. Hier sind wir in den Anfangsjahren der Französischen Revolution und man hat, schmeißt alles über den Haufen und sagt: Gott, wo bist du? Zeige dich. Die Bibel sagt, sie werden es nicht viel weiter bringen, ihre Torheit wird jedermann offenbar werden. Hat sich das erfüllt? Schauen wir mal nach.

[54:43] Es hat nicht lange gedauert, da hat man doch wieder Anbetung angeführt und zwar folgendermaßen. Eine der Zeremonien dieser wahnsinnigen Zeit ist unübertroffen in ihrer geschmacklosen Art verbunden mit Gottlosigkeit. Die Tore des Konvents wurden einer Schar von Musikanten geöffnet, deren feierlichem Zug die Mitglieder der Stadtbehörde folgten, während sie ein Loblied auf die Freiheit sangen. Weinselig hat man Massenparaden abgehalten und hat die Freiheit besungen und als Gegenstand ihrer zukünftigen Anbetung eine, was? Verschleierte Frau geleiteten, die sie die Göttin der Vernunft nannten.

[55:25] Jetzt kam sie, diese schöne Frau, verschleiert, die Göttin der Vernunft. Als man sie innerhalb der Schranken gebracht, mit großer Förmlichkeit, was? Entschleiert hat, wenn die denken, sodann nicht, ja? Und zur Rechten des Präsidenten hingesetzt hatte, erkannte man sie allgemein als eine Tänzerin aus der Oper. Das ist ungefähr so wie eine Popsängerin heute. Das wäre so das Äquivalent. Bekannte Frau, leichte Moral, leicht bekleidet, so eine Blondine, die da entkleidet wird und sich dann ganz entzückt neben den Präsidenten setzt. Und das war die Göttin der Vernunft. So etwas würden wir heute nicht mehr anbeten, oder? Wir sind ja zu aufgeklärt. An den Gott zu glauben? Wir beschäftigen uns mehr mit den Sternchen dieser Welt und ihren völlig sinnlosen Lebensgeschichten.

[56:22] Diese Person, der passendsten Vertreterin jener Vernunft, die man anbetete, huldigte die Nationalversammlung. Das sind nicht irgendwelche Spinner gewesen, das waren die Politiker, das waren die Parteien, öffentlich. Diese gottlose und lächerliche Maskerade war eine gewisse Moderscheinung und die Einsetzung der Göttin der Vernunft wurde in der ganzen Nation an allen Orten erneuert und nachgeahmt, wo die Bewohner zeigen wollten, dass sie der Revolution in gleicher Weise zustimmen.

[56:47] Weiß jemand übrigens, was aus dieser Frau geworden ist? Diese Geschichte kennt jeder. Diese Frau ist viele Jahre später, Anfang des 19. Jahrhunderts, im Armenhaus gelandet und hat, ich glaube, zehn Jahre oder so an einer psychischen Krankheit gelitten und ist dann psychisch krank und verwirrt gestorben. Unerkannt, unbekannt und völlig, naja, in so einem Armenhaus. Die Göttin der Vernunft stirbt als Irre im Irrenhaus. Aber das hatte damals keiner geahnt.

[57:21] Hier, das war das, was man gesagt hat. Mitglieder der gesetzgebenden Versammlungen. Der Fanatismus ist der Vernunft Gewicht. Und wie hat man das genannt? Fanatismus. Jetzt haben wir die Vernunft. Seine getrübten Augen konnten den Glanz des Lichts nicht ertragen. Heute hat sich eine unermessliche Menge in den gotischen Gewölben versammelt, welche zum ersten Mal von der Stimme der Wahrheit wieder heilen. Dort haben die Franzosen die wahre Anbetung der Freiheit und der Vernunft vollzogen. Dort haben wir neue Wünsche für das Glück der Waffen der Republik ausgesprochen. Dort haben wir die leblosen Götzen gegen die Vernunft, dieses belebte Bild, das Meisterwerk der Natur eingetauscht.

[57:56] Sie wollten Gleichheit, sie wollten Brüderlichkeit, sie wollten Freiheit, sie wollten Demokratie. Alles Dinge, die wir heute auch hören. Alles Dinge, die sich gut anhören, oder? Vernunft, Wissenschaft, Kultur, Zivilisation. Nicht diese alten, überkommenden Fabeln der Kirche. Es war genau die Denkweise, die noch heute viele Menschen bewegt. Und da wurde sie angebetet. Man hat die Bibeln verbrannt und die Opernsängerin angebetet.

[58:25] Und das Ganze geht zurück auf Rom. Warum? Schauen wir uns das mal ein bisschen genauer an. Was war die Politik Roms gewesen? Denn das, was wir gerade angesehen haben, war nur das Resultat etwas, was schon lange, lange vorher begonnen hatte. Als die Reformation nach Frankreich kam, wurden die Reformatoren auf den Scheiterhaufen gebracht. Warum? Zum einen war es Rom, die immer wieder die Könige angestiftet hat. Und die Könige selbst hatten Angst, denn ein Volk, das die Bibel liest, wird selbstständig. Ein Volk, das frei entscheiden kann, was es glaubt, ist vielleicht schlechter zu kontrollieren als eine Masse, dem man Fabeln erzählen kann.

[59:16] Und so hat schon im 16. Jahrhundert der Papst hier Clemens VII. Folgendes an den Franz I., den König, geschrieben: Diese Tollwut des Protestantismus wird nicht nur die Religion verwirren und verderben, sondern außerdem auch alle Fürsten und Adelswürden, Gesetze, Orden und Rangunterschiede. Als die Reformation kam, sagte Rom: Ihr müsst den Protestantismus vernichten, ansonsten gehen die Fürstenwürden zugrunde, die Adelswürden gehen zugrunde, die Gesetze gehen zugrunde, die Orden und die Rangunterschiede.

[59:58] Was haben die Könige gesagt? Also, wir wollen auf jeden Fall was behalten? Fürstenwürde, Adelswürde, Gesetze, Orden und Rangverschiede, dann müssen wir auf jeden Fall den Protestantismus vernichten. Ein Antrag hat gesagt: Sir, täuschen Sie sich nicht, die Protestanten werden die bürgerliche wie die religiöse Ordnung untergraben. Der Thron ist ebenso in Gefahr wie der Altar. Die Einführung einer neuen Religion bringt notwendigerweise die einer neuen Regierung mit sich. Es war Rom, das gesagt hat: Haltet die Reformation auf, ansonsten bricht alles zusammen.

[1:00:31] Was die französischen Könige nicht wussten, ist das, was die Bibel sagt: Gerechtigkeit macht was? Erhöht ein Volk. Was war die Botschaft von Martin Luther gewesen? Gerechtigkeit aus Glauben. In der Reformation ging es darum, wie kann man Gerechtigkeit erlangen, wie kann ich gerecht vor Gott sein. Das war die Frage von Wycliffe, von Hus, von Luther, von Tyndale, von Zwingli, von Wesley, von all denen, die wollten Gerechtigkeit haben. Und diese Gerechtigkeit wurde untergraben und wurde bekämpft. Aber diese Gerechtigkeit hätte ein Volk erhöht.

[1:01:02] Liebe Freunde, Gerechtigkeit erhöht uns. Und wenn wir sie bekämpfen, dann müssen wir uns nicht wundern, was mit uns passiert. Es heißt: Denn durch Gerechtigkeit wird ein Thron befestigt. Es hätte nichts Besseres für Frankreich gegeben, als die Reformation. Nichts hätte den Staat so sicher gemacht, wie die Reformation. Es heißt in Jesaja 32: Das Werk der Gerechtigkeit wird Friede sein und der Ertrag der Gerechtigkeit, Ruhe und Sicherheit auf ewig. Aber wenn Gerechtigkeit Ruhe und Sicherheit bringt und ich Gerechtigkeit unterdrücke, was bekomme ich dann? Unruhe und Krieg. Und genau ist das passiert.

[1:01:40] Man hat die Protestanten aus dem Land gejagt. Hier wurden die Hugenotten 1685 per königlichem Dekret aus dem ganzen Land herausgetrieben. Man hatte sie verfolgt, man hatte sie umgebracht und irgendwann wurden sie ausgewiesen. Die Hugenotten sind dann nach Deutschland und nach Italien und an die Schweiz geflohen. Das Dumme war nur, dass die Hugenotten die fleißigsten Bürger waren. So wie schon die Waldenser. Als diese Hugenotten flohen, blieb das Land verarmt zurück. Es gab kaum noch Fachkräfte.

[1:02:24] Man sagt, dass vor der Revolution Paris ein einstiges Armenhaus gewesen ist. Allein 200.000 Bettler haben direkt von den Almosen des Königs gelebt. 200.000 in Paris. Das Land war völlig ausgelaugt. Es gab nur eine Gruppe von Menschen, die wirklich fest im Sattel saßen. Das waren die hier, die Jesuiten. Sie haben die Schulen beherrscht, sie haben die Kirchen beherrscht, sie hatten alles im Griff. Der Staat ging vor die Hunde, weil man über 250 Jahre hinweg die Protestanten, die wirklich fleißig waren, die selbst denken konnten, die dem König gedient hätten, denn wer Gott gehorcht, wird an welchen Fragen auch der Obrigkeit gehorchen. Die hat man aus dem Land gejagt. Man hat all das aus dem Land gejagt, was einem Sicherheit gebracht hätte.

[1:03:12] Lieber Freunde, lieber Freundinnen, wenn wir die Bibel aus unserem Leben verjagen, dann verjagen wir unsere eigene Sicherheit. Wir verjagen unseren eigenen Wohlstand. Wir verjagen all das, was uns Glück und Freude bringt. Je mehr wir uns gegen die Bibel entscheiden, desto mehr entscheiden wir uns gegen unser eigenes Glück. Und diese Bilder kennt man aus dem Geschichtsunterricht. Das ist kurz vor der Revolution. Das ist nicht die Ursache der Revolution, das ist schon das Resultat der Ursache. Der normale Geschichtsunterricht, die normale Geschichtswissenschaft fängt hier an und sagt: Oh, da gab es Missstände in der Bevölkerung. Der dritte Stand, schon mal gehört? Der dritte Stand. Die armen Bauern und Kleinbürger, die mussten den Adel und den Klerus tragen. Das waren die Ursachen der Revolution. Nein, das war nur das Resultat der Tatsache, dass man vorher die Protestanten aus dem Land getrieben hat. Deswegen kam es soweit.

[1:04:03] Am Hof herrschte die totale Verschwendung. Weiß jemand, wer das ist? Der Sonnenkönig, Louis XIV. Und das ist Versailles, nicht wahr? Und das ist sein Nachfolger, Louis XV. Besonders berüchtigt für seine vielen Mätressen, die er gehabt hat. Und er hat ein riesiges Heer unterhalten, hat sich nicht um die Bevölkerung gekümmert. Und als dann der Staatsbankrott klar war, hat er etwas ganz Berühmtes gesagt: Nach mir? Die sind flott. Interessiert mich nicht. Sollen doch die anderen fertig werden. Hauptsache uns geht es gut. Er hat seinen Beratern wohl tatsächlich gesagt: Sorgt dafür, dass die Finanzen wenigstens noch so lange halten, solange ich am Leben bin. Danach ist mir egal. Tja, als er dann starb, da ging es los.

[1:04:56] Rom hatte gedacht, dass wenn man den Protestantismus unterdrückt, dass man das ganze Volk im Griff haben kann. Aber in dieser einen Sache hatte sich Rom getäuscht. Denn plötzlich ging es Rom selbst an den Kragen. Plötzlich waren sie selbst die Opfer. Denn wenn man immer nur Ungerechtigkeit und Unterdrückung und Verfolgung sieht, dann erntet man genau das. Irgendwann hat der Tropfen den Stein ganz ausgeholt. Irgendwann war das Fass zum Überlaufen voll und der Volkszorn brach aus.

[1:05:29] Hier mit dem berühmten Ballhausschwur 1789. Was passiert war? Es war so schlimm geworden. Der Staatsbankrott war so grandios, dass man alle Stände zusammengerufen hat 1789. Und dann hat sich einfach der dritte Stand, das heißt die Bauern und die nicht privilegierten Bürger, haben sich einfach zur Nationalversammlung erklärt. Haben gesagt, wir sind jetzt hier, die Gesetzgeber. Entweder ihr macht mit oder es gibt Ärger. Dann hat der König Angst bekommen, hat den anderen Ständen befohlen, sich einzuschließen. Und dann wurde vor wenigen Wochen wurde die Ständegesellschaft abgeschafft. Klingt doch toll, da war kein Adel mehr, keine Priester mehr. Und jetzt hatte plötzlich das Volk das Sagen.

[1:06:05] Und das gilt für uns immer als so der Meilenstein der Demokratie. Hier war jetzt ein Volk an der Macht, das über fast 300 Jahre lang nur Unterdrückung gesehen hat. Das nur gesehen hat, wie Andersdenkende verfolgt werden sollten. Und die haben plötzlich die Macht. Was werden die wohl machen? Nur wenige Jahre später beschließt man die Guillotine. Ja, das ist diese Tötungsmaschine, die man erfunden hat, um möglichst effizient Menschen umzubringen. Dass nur noch die verwendet werden kann bei der Vollstreckung von Todesurteilen. Und dann kam der Sturm auf die Tuilerien, wo man den König festgesetzt hat.

[1:06:45] Man hat dann aus reiner Panik heraus, gab es das Septembermassaker. Man hatte die Nachricht bekommen, feindliche Armeen haben die Grenze von Frankreich überquert. Man hat solche Angst bekommen, dass man einfach diese Wut hat sich entladen, wenn man einfach in die Gefängnisse gerannt ist und um sich geschlagen hat und Leute ermordet hat, egal ob sie Revolutionsgegner waren oder nicht. Einfach alle umgebracht. Dann am 21.01.1793 wurde der König hingerichtet und dann hat man am 10.03. ein Revolutionstribunal eingestellt oder einberufen. Das war unanfechtbar. Mit anderen Worten, was dieses Gericht gesagt hat, konnte nicht zurückgenommen werden.

[1:07:23] Jetzt, wie nennt man sowas? Und das ist Unfehlbarkeit, nicht wahr? Das ist eigentlich nichts anderes als, man hat Unfehlbarkeit, danke für den Hinweis, man hat Unfehlbarkeit gelernt, man hat Unfehlbarkeit ausgeübt. Das ist eine Diktatur, nicht wahr? Wir nennen das heute Demokratie im Rückblick, aber eigentlich war es eine Diktatur.

[1:07:39] Hier ein Bild vom Septembermassaker, wie gesagt, es war einfach eine Panik, die ausgebrochen ist und aus lauter Angst vor irgendjemandem hat man einfach unschuldige Leute umgebracht. Dramatische Szenen, die sich abgespielt haben. Hier die Hinrichtung von Ludwig dem 16., das war der Nachfolger von Ludwig dem 15., der gesagt hat: Nach mir die Sintflut. Hier war die Sintflut da.

[1:08:01] Und da haben wir noch ein Bild und hier hatte man schon seinen Vorgänger vom Sockel gestoßen, den konnte man nicht mal guillotinieren, der war schon als Skulptur da, aber man hat den König das sehen lassen. Schau her, wir haben keine Respekt mehr vor euch und jetzt hauen wir den Kopf ab. Man hatte über Jahrhunderte die Märtyrer gesehen und jetzt war man selbst dran.

[1:08:27] Man hatte die zehn Gebote abgeschafft, stattdessen etwas anderes erfunden. Weiß jemand, was das ist? Die Erklärung der Menschenrechte. Ganz toll, oder? Wenn man das hier anschaut, wie sieht das aus? Zehn Gebote, nicht wahr? Jetzt, wenn das aussieht wie zehn Gebote, was soll das wohl ersetzen? Zehn Gebote.

[1:08:43] Was wir jetzt in den nächsten Folien sehen werden, ist das sichere Resultat, was passiert, wenn man Gottes Gesetz gegen menschliche Gesetze eintauscht. Wo hatten die das her? Sie hatten über hunderte Jahre gesehen, wie eine Kirche menschliche Traditionen über Gottes Wort stellt. Jetzt haben sie nur noch einen Schritt weiter überlegt. Sie haben gesagt, wir tun die Kirche ganz aus dem Fenster werfen. Naja, wie auch immer.

[1:09:09] Es gibt viele Leute, die sich viel Gedanken machen, wer am Ende dahinter gesteckt hat. Soll ich Ihnen sagen, wer dahinter gesteckt hat? Wer der eigentliche Gründer hinter der französischen Revolution war? Wollen Sie es wissen, welcher Orden? Es gibt Leute, die sagen, es waren die Jesuiten, es gibt Leute, die sagen, es waren die Illuminaten, es gibt Leute, es waren die Weimarer, es waren die und jene. Soll ich es Ihnen sagen? Es war Satan. Ganz einfach. Satan kämpft gegen die zehn Gebote. Und wen er da am Ende in welcher Funktion noch gebraucht hat, ist vollkommen unerheblich. Wenn wir Gottes Gebote beiseite schieben, ernten wir die Herrschaft Satans.

[1:09:47] Und das Kuriose ist, dass diese Schreckensherrschaft, die nichts anderes darstellt, als die Herrschaft Satans auf dieser Erde für einige Jahre. Wir werden gleich sehen, was das bedeutet hat. Heute als das Muster der Demokratie dargestellt. Wir lernen es in der Schule als den Meilenstein der Zivilisation. In Wirklichkeit ist diese kurze Geschichtsepoche das beste Beispiel dafür, was passiert, wenn Satan mal volle Kontrolle hat, wenn alle Religionen über den Haufen geworfen werden. Das ist, was passiert ist.

[1:10:17] Man hat dann einen Wohlfahrtsausschuss gegründet. Jetzt, woran denken Sie beim Wort Wohlfahrtsausschuss? An was Gutes, nicht? Wohlfahrt, das klingt wie Geld für die Armen, Hilfe für die Blinden. So klingt Wohlfahrt, nicht wahr? Und dieser Wohlfahrtsausschuss hat dann bald alle politische Macht übernommen und wollte dem Volk nur noch Gutes tun. Jetzt schauen Sie mal, was das Gute war.

[1:10:32] Robespierre, Maximilien Robespierre, wurde dann der Leiter dieses Wohlfahrtsausschusses und man hat dann immer mehr Angst bekommen. Man hatte schon die Adligen weggemordet, man hatte die Christen weggemordet, die Priester, die sich nicht unterstellen wollten. Protestanten gab es ja kaum noch welche, waren ja schon vorher alle weg. Jetzt war man unter sich. Aber wenn man immer nur Hass hat und Hass sieht und kein Vertrauen hat, dann beginnt das Unvertrauen auch in den eigenen Reihen, nicht wahr? Wenn man selbst mit Revolution arbeitet, bekommt man Angst, dass auch vielleicht der Freund noch eine Revolution hinter einem plant. Wenn man selbst im Geheimen jemandem eine Sache umstürzen will, dann bekommt man die Angst, dass vielleicht der andere das auch über einen selbst denkt.

[1:11:25] Und so macht sich die Panik breit unter den Revolutionisten, dass vielleicht die eine Partei oder die andere das Ganze wieder noch ändern könnte und so fängt man an, sich gegenseitig abzuschlachten. Robespierre bekennt sich am 5. September zum Terror und sagt: Wir müssen jetzt durch Terror regieren, ansonsten lässt sich diese Revolution nicht aufrechterhalten. Heute wird oft diese Terrorherrschaft als ein Auswuchs, die wusste nicht, wie man Demokratie macht, dargestellt. Wir werden gleich sehen, Robespierre wusste, Terror ist die einzige Möglichkeit, so eine Regierungsform aufrechtzuerhalten.

[1:11:53] Man hat dann Maria Antoinette hingerichtet und dann hat man angefangen, die einzelnen Parteien, die nicht mehr ganz auf Linie waren, die selbst Revolutionsführer waren, hinzurichten. Zuerst die Girondisten und dann andere. Er sagt hier: Der Terror ist nichts anderes als unmittelbare, strenge und was? Unbeugsame Gerechtigkeit. Das gibt es doch gar nicht. Was hatte man abgelehnt? Die Gerechtigkeit. Man wollte auch Gerechtigkeit. Diese Gerechtigkeit führt zu was? Zu Frieden, zu Freude, zu ewigem Leben. Diese Gerechtigkeit führt zu Kopf ab. Das ist die Gerechtigkeit.

[1:12:46] Es heißt hier: Sie ist also Ausfluss der, was ist Tugend? Moralkarakter. Der Maxime Robespierre war kein Spinner, war kein Fanatiker. Man sagt, er war der unbestechlichste Revolutionsführer der ganzen Zeit. Das Volk hat ihn geliebt, bis er zu dieser Position kam, weil er immer unbestechlich war. Er war ein brillanter Denker und er wusste, wenn wir schon das Gesetz Gottes beiseite legen, dann ist das das Einzige, was daraus folgt. Wir müssen jeden Einzelnen, der nicht auf unserer Seite ist, exekutieren. Das ist die logische Folge.

[1:13:17] Hier zeigt sich das wahre Wesen der Revolution. Sie ist weniger ein besonderes Prinzip als die Konsequenz des allgemeinen Prinzips der Demokratie in seiner Anwendung auf die dringendsten Bedürfnisse des Vaterlandes. Also, der sagt allen Ernstes: Das dringendste Bedürfnis des Vaterlandes ist, Kopf ab mit jedem, der nicht auf Linie ist.

[1:13:43] Jetzt möchte ich eine Sache ganz deutlich sagen, weil wir es später brauchen werden. Wenn man Gottes Gesetze wissentlich ablehnt, ist die einzige Konsequenz, dass man die tötet, die nicht auf Linie sind. Das, was er sagt. Jetzt werden sie sagen: Das ist ja Quark. Das ist ja unvorstellbar. Das kann ja heute nicht mehr passieren. Wissen Sie, dass alle Nationen, die bisher seitdem es gewagt haben, Gottes Gesetz bewusst beiseite zu tun, also ganz bewusst so, genau dasselbe erlebt haben? Stalin und Lenin, Hitler. Es ist überall dasselbe passiert.

[1:14:19] Und was würde wohl passieren? Die Franzosen, das waren keine Barbaren, das waren keine Goten, die irgendwie durch die Wälder gezogen sind. Vielleicht haben sie eine kleine Vorstellung von französischer Kultur. Vielleicht können sie sich gedanklich hineinversetzen in die Welt des Barock, Versailles, nicht wahr? Die Tänzer und diese ganz feine französische Kultur. Das waren keine Teutonen, die da durch den Wald geraten. Das waren diese ganz feinen, kultivierten, zivilisierten, hochphilosophischen Franzosen, die Voltaire gelesen haben. Die zu dem Schluss gekommen sind, wenn wir das ernst machen, dann können wir nicht anders, als einfach den Leuten wagenladungsweise den Kopf abzuschlagen. Das ist die Herrschaft Satans. Sieht so toll aus, so künstlerisch, so wissenschaftlich, so philosophisch. Am Ende ist es genau das.

[1:15:11] Schauen wir, was passiert ist. Außerdem waren sie noch im Krieg. Sie haben versucht, die Revolution nach Europa zu bringen, haben sich mit allen Nationen, die es in Europa gab, im Krieg verwickelt. Die Schlacht, die Kanonade von Valmy. Man hat dann alle, die nicht auf Linie waren, umgebracht. Manche hat man ertränkt. Und hier eine Karikatur aus England. Robespierre hat schon alle umgebracht. Jetzt gibt es keinen mehr, den er noch guillotinieren kann. Bleibt nur noch der Henker selbst. Und das ist nur knapp übertrieben.

[1:15:51] Am 14. März werden dann die Hebertisten hingerichtet, dann die Dantonisten, das sind alle verschiedene Gruppierungen. Da kommt der berühmte Spruch her: Die Revolution frisst ihre eigenen Kinder. Man könnte es auch umformulieren: Die Sünde frisst ihre eigenen Kinder. Schon mal jemals gefragt, was ist an dieser Sünde so schlimm? Wenn ich jetzt Gottes Gebot übertrete, ist doch nicht so schlimm, als ob Gott es jetzt sagt oder nicht. Ich kann doch auch mal, dann bin ich doch viel freier, oder? Sünde frisst ihre eigenen Kinder. Die Revolution frisst ihre eigenen Kinder.

[1:16:20] Dann wurde die Feier des höchsten Wesens. Ich frage mich mal, welches höchste Wesen ist eigentlich angebetet worden? Erst hat man gesagt. Wenn ich das hier sehe, habe ich persönlich nur eine Schlussfolgerung. Es war letztendlich Satan. Man hat zu Satan gebetet.

[1:16:43] In jener Zeit wurde dann ein neues Terrorgesetz errichtet. Jeder wurde hingerichtet, der auch nur verdächtig war. Es gab keine Urteile mehr, es wurde einfach nur folgendermaßen beschrieben. Dann kamen jene Tage, als die grausamsten aller Gesetze von dem unmenschlichsten aller Gerichtshöfe gehandhabt wurden, als niemand seinen Nachbar grüßen oder sein Gebet verrichten konnte, ohne Gefahr zu laufen, ein Kapitalverbrechen zu begehen, als in jedem Winkel Spione lauerten, als allmorgendlich die Guillotine lange und schwer arbeitete. Die Gefängnisse so gedrängt voll waren, wie die Räume eines Sklavenschiffes in den Straßenrinnen das Blut schäumend der St. zualte, während täglich Wagenladungen mit Opfern durch die Straßen von Paris ihrem Schicksal entgegengefahren wurden.

[1:17:31] Schwelgten die Kommissare, die der Konvent in den Provinzen gesandt hatte, in übermäßiger Grausamkeit, wie man sie selbst in der Hauptstadt nicht kannte. Das Messer der Todesmaschine stieg und fiel zu langsam für das Werk der Metzelei. Lange Reihen von Gefangenen mähte man mit Kartetschen nieder, besetzte Boote wurden angebohrt. Lyon wurde zur Wüste, in Arab blieb den Gefangenen selbst die Grausam beim Herzlichkeit eines schnellen Todes versagt. Die ganze Loire hinab von Samur bis zum Meer fraßen Scharen von Krähen und Weihen an den nackten Leichnamen, die in abscheulichen Umarmungen miteinander verschlungen waren. Weder dem Geschlecht noch den Altern erwies man beim Herzlichkeit die Anzahl der Jünglinge und Mädchen von 17 Jahren, die von dieser fluchwürdigen Regierung ermordet wurde, ließ sich nach hunderten berechnen. Der Brust entrissene Säuglinge wurden von Spieß zu Spieß die Reihen der Jakobiner entlang geworfen.

[1:18:16] Gott, wo bist du? Zeige deinen Zorn. Gott musste seinen Zorn nicht zeigen. Er musste nicht donnern. Die Revolution hat ihre eigenen Kinder gefressen. Gott musste nicht am Himmel schreiben: Hier bin ich, was habt ihr getan? Er hatte einfach nur laufen lassen, was Frankreich sich wünschte und in wenigen Monaten war das Land am Ruin.

[1:18:48] Am Ende wurde Robespierre selbst hingerichtet und das war eigentlich die einzige Konsequenz, die das Ganze haben konnte. Und ein Schrei ging aus Frankreich empor zum Himmel.

[1:19:02] Das sind die Zehn Gebote. Weiß jemand, wie die Zehn Gebote in der Bibel heißen? Sie werden genannt das Gesetz der Freiheit. Und als man die Zehn Gebote beiseite genommen hat und gerufen hat: Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, dann war das die Brüderlichkeit und die Gleichheit, die wir gerade gesehen haben. Sie wurden alle nacheinander umgebracht. Das war die Gleichheit.

[1:19:28] Lieber Freund, liebe Freundin, vielleicht sagst du, ach die Bibel, muss man wirklich die Zehn Gebote halten? Ist das so notwendig? Muss man der Bibel folgen? Wenn du schon der Bibel nicht glaubst, dann schau doch wenigstens in die Geschichte. Was passiert, wenn Menschen wissentlich sich gegen Gottes Wort stellen? Die Lektion ist zu deutlich, als dass man sie nicht übersehen könnte.

[1:19:57] Jesaja sagt: Oh, dass du auf meine Gebote gemerkt hättest. So würde dein Friede sein wie ein Wasserstrom, deine Gerechtigkeit wie Meereswellen. Wenn wir Gottes Gebote ernst nehmen, dann müssen wir das alles nicht erleben. Wir müssen nicht von der Sünde aufgefressen werden. Es heißt aber, die Gottlosen spricht daher, haben was? Keine Ahnung. Wer hatte wohl recht gehabt? Diese Vernunft, Kult, Priester oder die Bibel?

[1:20:19] Es hat nicht lange gedauert. Es war für ganz Europa deutlich zu sehen. Wer bei mir gehorcht, wird sicher wohnen und ohne Sorge sein und kein Unglück fürchten. Die Frage, die ich heute Abend auch an Sie habe, ist: Wem möchtest du lieber, Freund, liebe Freundin, wem möchtest du folgen? Dieser Freiheit oder der Freiheit, die die Welt bietet? Dieser Gerechtigkeit oder die Gerechtigkeit, von der die Welt schreit? Dieser brüderlichen Liebe oder der Brüderlichkeit, die uns heute verkauft wird. Machen wir uns nicht vor, sowohl die westliche Demokratie als auch der östliche Kommunismus, all die verschiedenen modernen Regierungsformen sagen alle, dass die französische Revolution ihr großer Maßstab ist.

[1:21:07] Ich möchte die Bibel zu meinem Maßstab haben. Denn wenn wir uns an der französischen Revolution orientieren, dann werden wir irgendwann auch die Früchte der französischen Revolution ernten. Das ist das Gesetz der Geschichte. Dann werden wir nämlich da enden, aber dazu ein andermal mehr.

[1:21:28] Und was in England hier als Satire fast ein bisschen mit bitterer Ironie dargestellt wurde, wie sehr man sich freut über die Freiheit. Kein König, keine Religion und kein Gott und keine Verfassung mehr. Das war in Wirklichkeit ein lang gehegter und geplanter Schachzug.

[1:21:50] Und wenn jemals Sie sich gefragt haben, was wäre wohl aus unserer Welt geworden, wenn Gott nicht seinen Sohn gesandt hätte, wenn er nicht nochmal ein Friedensangebot gemacht hätte, wenn er nicht seine Hand ausgestreckt hätte, wenn wir einfach uns selbst überlassen geblieben wären. Dann schauen Sie mal nach Frankreich am Ende des 18. Jahrhunderts. Das wäre aus unserer Welt geworden, flächendeckend über alle Zeit. Sind wir Gott dankbar dafür, dass er diese Welt nicht aufgegeben hat, dass ein Heiliger Geist an dieser Menschheit wirkt? Denn dort, wo er einmal den Heiligen Geist zurückgezogen hat, weil man ihm gesagt hat: Geh, da zeigt sich, was das Resultat ist.

[1:22:27] Wie gesagt, in Sprüche 11 Vers 5: Die Gerechtigkeit des Unstreflichen ebnet seinen Weg, den Gottlosen, aber bringt seine eigene Gottlosigkeit zu Fall. Es war nicht Gottes Strafgericht, es war die eigene Gottlosigkeit. Wenn auch ein Sünder hundertmal böses tut und lange lebt, so weiß ich doch, dass es denen gut gehen wird, die Gott fürchten. Vielleicht fragen Sie sich, warum geht es diesen Menschen da so gut, die sich gegen Gottes Wort stellen? Und ja, es sah eine Zeit lang so aus, als ob es einer französischen Revolution den Menschen ganz toll gehen würde. Hatten jetzt Freiheit, waren befreit von den Steuern und dies und jenes und neue Verfassungen. Sah gut aus, aber das dicke Ende kam.

[1:23:06] Lassen Sie sich nicht verführen vom Satan. Aber dem Gottlosen wird es nicht gut ergehen. Warum? Weil sie die Erkenntnis gehasst und die Furcht des Herrn nicht erwählt haben. Darum sollen sie von der Frucht ihres eigenen Weges essen. Liebe Freunde, liebe Freundinnen, du hast die Wahl. Lieber Zuschauer, du hast die Wahl. Du kannst durch deine Entscheidung bestimmen, was am Ende in deinem Leben die Frucht sein wird. Und das ist eine Lektion, die wir aus der Geschichte lernen können. Du kannst bestimmen, durch deine Entscheidung, wie deine Zukunft sein wird. Das heißt, sie werden von der Frucht ihres eigenen Weges essen.

[1:23:52] Die Jünger sagten uns, und nach den dreieinhalb Tagen kam der Geist des Lebens aus Gott in sie. Dreieinhalb Tage sind wohl, wie viele Jahre? Rechnen wir wieder. Dreieinhalb Jahre, nicht schwer. Die Bibel sagt, dass ihnen diese Zeugen, die für dreieinhalb Jahre völlig umgebracht waren in Frankreich, dreieinhalb Jahre später wieder Leben kommen sollte, wie eine Auferstehung. Puh, waren sie wieder da. Was ist passiert? Als diese Schreckensherrschaft, der Terreur, nicht mehr zu ertragen war, wurde nach dreieinhalb Jahren, 1797, die Bibel wieder toleriert.

[1:24:35] Und wenn man dann sagt, naja, am Ende ist doch die Französische Revolution ganz gut ausgegangen. Stimmt, einige Sachen sind am Ende noch dann wieder ins Lot gekommen. Warum? Weil man wieder zurückgekehrt ist zu einigen Grundwerten, die man über Bord geworfen hat. Übrigens, hat die Französische Revolution ihre Freiheit behalten können? Kurze Zeit später kam Napoleon Bonaparte, der ein schrecklicher Diktator war. Erst kam er Diktator und nach Napoleon kam wieder ein König. Die ganzen Errungenschaften waren alle wieder weg. Also, ich frage mich eigentlich, warum man diese Revolution so hochhebt.

[1:25:09] Die Bibel kam zurück und dann sagt uns die Bibel: Wen hast du verhöhnt und gelästert? Erinnern wir uns noch an diesen Priester, der gesagt hat: Gott, wo bist du? Gott hatte geantwortet. Und schauen Sie mal, wie Gott geantwortet hat. Ganz interessant. Es heißt hier: Sie sollen erfahren, dass mein Name Herr ist. Gott hat seinen Namen und sein Wesen in einer besonderen Art und Weise gerechtfertigt.

[1:25:35] Denn in dem Vers, den wir vorhin nicht gelesen haben, in Vers 12 am Ende heißt es: Da stiegen sie, die zwei Zeugen, in der Wolke in den Himmel hinauf. Jetzt, eine Sache ist es ja nicht, wenn jemand, der tot war, wieder lebendig wird. Aber wenn er noch in den Himmel aufsteigt, was hat man dann für einen Eindruck? Heilig, ja? Da wird jemand ganz schön emporgehoben. Das ist wirklich erstaunlich. Übrigens, wer hat das auch erlebt? Er war tot und wurde lebendig und ist in den Himmel aufgefahren? Jesus, nicht wahr? Das Wort Gottes.

[1:26:09] Interessanterweise. Was ist passiert, genau nach jener Zeit? Plötzlich brachen Bibelgesellschaften aus dem Boden hervor, wie nie zuvor es das jemals gegeben hat. 1804 die Britische und dann die Schottische und die Württembergische 1812 hier. In welcher Stadt? Stuttgart, ganz genau. Die Isländische, die Amerikanische. Nur einige Beispiele. Man hatte bis 1804, das heißt in fast 1800 Jahrhunderten, die Bibel bisher nur in 71 Sprachen gehabt. Und davon sind einige Latein und Angelsächsisch und Gotisch. Etwas, was man gar nicht mehr lesen konnte. Innerhalb von wenigen Jahren hat sich das dann mehr als verdoppelt. Und Sie sehen, wie sehr es sich verbreitet hat. Mit anderen Worten, man hat in diesen 25 Jahren mehr Übersetzung bewerkstelligt, als vorher in 18 Jahrhunderten. Es ging exponentiell, ist die Bibel plötzlich verbreitet worden.

[1:27:00] Aber nicht nur das. Auch das Thema Weltmission kam plötzlich zu einem ganz neuen, ganz neuen Dimension. Um 1000 war Weltmission völlig vergessen. Die frühen Christen waren ja noch nach Indien gegangen und nach Äthiopien gegangen und nach Europa gegangen. Aber im Mittelalter hat es kein Interesse an Missionen mehr gegeben. Dann gab es die Kreuzzüge, aber die sind nicht wirklich Missionen gewesen. Das war mehr Mission mit dem Schwert. Und zur Zeit der Reformation hatte Europa mit sich selbst zu tun. Die einzigen, die Missionen gemacht haben, waren die Jesuiten. Die sind nach China gegangen und dann nach Südamerika und haben dort einiges getan. Im 18. Jahrhundert gab es die Brüdergemeinden, die nach Amerika gegangen sind. Wir haben das ja bei Wesley angesehen. Aber es gab kaum, über fast 2 Jahrtausende, kaum wirkliche Weltmissionsbemühungen.

[1:27:43] Und kaum war die Revolution zu Ende, sind nicht nur die Bibelgesellschaften aufgesprungen. Die Bibelgesellschaften. Hier, 1792, Baptist Missionary Society. William Carey war der erste moderne Missionar, der nach Indien ging. Er hat diesen berühmten Satz geprägt: Nimm dir Großes vor von Gott und erwarte Großes von Gott. 1795, 1796, 1797, 1799. Die Rheinische Missionsgesellschaft hier in Deutschland, die erste. Dann 1809, 1810, 1813, 1814, 1815, 1819, 1823 hier, the American Board of Foreign Missions, die größte amerikanische, die 1812, Admiral Judson, nach Birma gebracht hat und die ganz schnell die Welt erreicht haben mit dem Evangelium.

[1:28:27] Und dann kam der technische Fortschritt. Das Dampfschiff und die Eisenbahn. Und die dafür gesorgt haben, es gab verbesserte Druckmöglichkeiten und plötzlich ging das Wort Gottes durch die ganze Welt. Wenige Jahre zuvor schien es so zu sein, die französische Revolution als würde der Satan alles kaputt machen. Und Gott lässt es für einige Monate, einige Jahre zu. Die Welt sieht, wie katastrophal das war. Und plötzlich gibt es einen Drang, das Evangelium in die Welt zu bringen, wie niemals zuvor. Der Satan hatte sich mal wieder ins eigene Bein geschossen.

[1:28:57] Voltaire hatte gesagt: Ich habe es satt, die Leute immer wieder sagen zu hören, dass zwölf Männer die christliche Religion gegründet haben. Ich will beweisen, dass ein Mann genügt, sie umzustoßen. Vielleicht kennen Sie die Geschichte. Voltaire ist gestorben und in seinem Haus hat sich später eine Bibelgesellschaft gefunden. Keiner Waffe, die gegen dich bereitet ist, soll es gelingen. Dieses Buch ist von den größten Männern und Frauen, die die Weltgeschichte produziert hat, angegriffen worden und ist noch heute in unserer Hand. Voltaire ist tot, Robespierre ist tot und all die anderen sind alle Geschichte. Die Bibel ist immer noch lebendig. Denn das Wort unseres Gottes bleibt ewiglich. Und alle seine Verordnungen sind unwandelbar. Und wer auf dieses Wort Gottes baut, der wird nicht zugrunde gehen.

[1:30:00] aus der französischen Revolution lernen dürfen. Bitte lehnen Sie niemals das Wort Gottes ab. Es endet nur in einer furchtbaren Katastrophe. Aber unser Thema heißt ja zwei Republiken. Im Geschichtsunterricht gibt es immer nur die eine Republik, nicht wahr? Die französische Republik. Und wir haben viel Zeit damit verbracht. Wir werden nur einige Minuten mit einer anderen Republik verbringen. Mit dem Land der Freiheit.

[1:30:29] Noch mal ganz kurz zurück in der Reformation 16. Jahrhundert. England ist protestantisch geworden und die Reformatoren haben viele Irrtümer Roms aufgegeben, haben aber viele Formen Roms beibehalten. Ja, die anglikanische Kirche, die im Äußeren immer noch Roms sehr ähnlich war. Man hatte gesagt, viele dieser Dinge, so Zeremonien, sind ja nicht wirklich verboten in der Bibel und deswegen können wir sie ruhig machen. Das könnte dazu bringen, dass man die Romanhänger vielleicht auch gewinnt.

[1:30:55] Es gab aber auch Reformatoren, die gesagt haben: Nee, nee, nee, wir machen nur das, was die Bibel ausdrücklich sagt und nicht, was sie nicht verbietet. Nur das, was sie ausdrücklich sagt, wollen wir machen. Und die haben sich natürlich furchtbar beschwert, dass auch in den protestantischen Engländern immer noch Kirche und Staat so verbunden waren, wie unter Konstantin. Diese Leute, die sich beschwert haben, waren die sogenannten Puritaner. Mal gehört das Wort Puritaner? Die Reinen sozusagen. Und die waren nicht besonders beliebt, besonders beim König.

[1:31:26] James den Ersten, 1603, kam auf den Thron und sagt Folgendes: Entweder sollen sie sich den anderen anpassen oder er würde sie aus dem Lande hinaushetzen oder ihnen noch schlimmeres tun. Hatte keine Lust auf Leute, die sich nicht der Staatskirche unterwerfen. Also, man hatte Rom verworfen und hatte jetzt so ein kleines zweites Rom, so ein protestantisches Rom errichtet. Mag nach Konfliktion. Der hört nie auf.

[1:31:49] Und so kam es, wie es kommen musste. Etliche Puritaner haben sich von der anglikanischen Kirche getrennt und sind nach Holland geflohen. Als sie in Holland waren, haben sie festgestellt, dass sie mit der holländischen Kultur nicht so richtig zurande kommen. Ich weiß nicht, ob sie das nachempfinden können oder nicht. Jedenfalls war ihnen das nicht so wirklich was. Sie haben sich dann eine Zeit lang aufgehalten, hier in Leiden und an anderen Orten in Amsterdam. Hier eine Kirche, wo die Puritaner gewirkt haben.

[1:32:14] Aber dann hat ihr Pastor Robinson eine Idee gehabt und es gab eine eine Möglichkeit. Man hatte davon gehört, dass es einen anderen Kontinenten gibt. Ja, der ist ja vor kurzer Zeit entdeckt worden. Amerika. Und man hatte die Möglichkeit, jetzt in Aussicht gestellt bekommen, vielleicht dort über den großen Teich, den Atlantik, zu gehen. Und man hat das dann beschlossen. Das ist ein bisschen dramatisch, das Bild hier. Wahrscheinlich war es nicht ganz so dramatisch. Aber man hat sich zusammen gekniet und gebetet.

[1:32:47] Schauen Sie mal, was dieser Robinson diesen Pilgervätern mit auf den Weg gegeben hat. Er sagt: Geschwister, wir gehen nun voneinander und der Herr weiß, ob ich euch, solange ich lebe, je wiedersehen werde. Wie der Herr es aber fügt, ich befehle euch vor Gott und seinen heiligen Engeln, mir nicht weiter zu folgen, als ich Christus gefolgt bin. Achten Sie mal ganz genau auf die nächsten Worte: Falls Gott euch durch ein, was ein, anderes Werkzeug irgendetwas offenbaren sollte, so seid ebenso bereit es anzunehmen, wie zu der Zeit, da ihr die Wahrheit durch meine Predigt an nahmt. Denn ich bin sehr zuversichtlich, dass der Herr noch mehr Wahrheit und Licht aus seinem heiligen Wort hervorbrechen lassen wird.

[1:33:30] Dieser Robinson schickt die Pilgerväter nach Amerika mit den letzten Worten: Es gibt bestimmt noch mehr Licht. Das ist übrigens das Hauptprinzip des Protestantismus. Licht ist progressiv. Er sagt: Was mich anbetrifft, so kann ich den Zustand der reformierten Kirchen nicht genug beklagen, die in der Religion bis zu einer gewissen Stufe gelangt sind und nicht weitergehen wollen, als die Werkzeuge ihrer Erneuerungsbewegung gegangen sind.

[1:33:51] Was meint er damit? Die Lutheraner sind nicht zu veranlassen, über das hinauszugehen, was Luther sagt. Also, Luther geht voran und sagt, wir müssen etwas Neues machen. Die Lutheraner sagen: Ja, genau, wunderbar. Und dann ist Luther tot und was machen die Lutheraner? Bleiben da stehen. Bis hierhin und nicht weiter. Und dann kam Calvin. Und Calvin sagt, aber wir müssen noch das entdecken. Die Calvinisten sagen: Ja, hinterher. Und Calvin ist tot und dann bleiben wir hier. Aber fast keiner hat verstanden.

[1:34:21] Dass es nicht darum geht, wie weit komme ich, sondern bewege ich mich. Lieber Freund, es kommt nicht darauf an, wie viel weiß ich, sondern bewege ich mich vorwärts. Manche Leute sagen, ich weiß schon so viel in der Bibel, ich brauche nicht mehr. Manche sagen, ich habe so wenig, das kann ja gar nicht ausreichen, was ich an Wissen habe. Darum geht es gar nicht. Im Protestantismus, in der Bibel geht es nie darum, wie viel habe ich schon erreicht, es geht darum, bin ich bereit weiterzugehen. Und wenn ich so wenig weiß und bereit bin weiterzugehen, bin ich ein Protestant. Wenn ich so viel weiß, aber dann stehen bleibe, bin ich eigentlich im Geiste Roms verhaftet. Das hat er verstanden.

[1:35:07] Und dann sagt er: "Dies ist ein sehr beklagenswertes Elend. Denn wenn jene Männer in ihrer Zeit auch brennende und leuchtende Lichter waren, so erkannten sie doch nicht alle Ratschläge Gottes. Sie würden aber, lebten sie jetzt, ebenso bereit sein, weiteres Licht anzunehmen, wie sie damals bereit waren, das erste zu empfangen." Was er sagt ist, Luther wäre heute zu seiner Zeit kein Lutheraner mehr.

[1:35:27] Und dann sagt er: "Denkt an euer gemeines Gelöbnis, indem ihr euch verpflichtet habt, in allen Wegen des Herrn zu wandeln, wie sie euch bekannt geworden sind oder noch bekannt werden." Ich weiß nicht, lieber Freund, liebe Freundin, wie es dir geht. Vielleicht sagst du, ich habe das und das und das erkannt, das reicht mir. Bist du bereit, wenn du etwas Neues entdeckst, auch das Neue umzusetzen, auch wenn dein Priester, Prediger, Pastor, Guru das nicht erkennt? Das ist der Geist des Protestantismus. Man kann über die Lehren des Protestantismus sprechen, Sola Scriptura und Sola Fide und so weiter. Aber der Geist des Protestantismus ist: Voran! Gehst du in deinem persönlichen Leben voran oder bleibst du da, wo deine Eltern dich abgesetzt haben oder dein Pastor dich abgesetzt hat oder wer auch immer? Gehst du voran, das ist die Frage.

[1:36:26] Denn er sagt: "Denkt an euer Versprechen und an euren Bund mit Gott und miteinander, alles Licht und alle Wahrheit, so euch noch aus seinem geschriebenen Wort kundgetan werden soll, anzunehmen." Dennoch achtet darauf, darum bitte ich euch, was ihr als Wahrheit annehmt, vergleicht sie, wägt sie mit anderen Schriftstellen der Wahrheit ab, ehe ihr sie annehmt. Gegenteil ist: Nicht alles aufschnappen, was ein anderer sagt. Klug sein, überlegen, an der Bibel prüfen.

[1:36:57] Denn es ist nicht möglich, dass die christliche Welt so plötzlich aus einer dichten antichristlichen Finsternis herauskomme und ihr dann auf einmal die volle Erkenntnis aufgehe. Wisst ihr, was das bedeutet? Das bedeutet, man wandt schon mal in einen ganz ganz dunklen Raum für längere Zeit und sie machen diesen ganz ganz dunklen Raum auf und kommen in einen Raum, der mit Flutlicht beleuchtet ist. Was machen die Augen? Die machen richtig? Was macht ein Mensch, der von der Bibel keine Ahnung hat und Gott würde ihm in einer Nacht oder in einem Tag alle Weiten der Bibel offenbaren? Was würde er machen? Zu viel. Schon mal ein Gefühl, zu viel gehabt. Deswegen macht Gott das nicht so. Gott gibt uns immer nur eins nach dem anderen. Manchmal haben wir eine Sache verstanden und endlich umgesetzt und wir denken, jetzt haben wir es. Jetzt sind wir soweit. Und dann gibt Gott das nächste. Und dann kämpfen wir damit. Und dann irgendwann sind wir diesen Schritt gegangen und sagen, jetzt habe ich es aber erreicht. Und dann kommt das nächste. Weil Gott weiß, wenn er gleich alles geben würde, würden wir gar nicht gehen. So führt er uns Schritt für Schritt. Weil Gott weiß ja, wie wir sind.

[1:38:20] Jedenfalls sind sie, haben sie das beschlossen und sie sind dort auf das Schiff gegangen. Weiß jemand, wie das Schiff hieß? Das war die Mayflower, die Mayblume. Ich weiß nicht, ob sie im Mai losgefahren sind. Sie sind nicht im Mai angekommen, das kann ich sagen. Es hat lange gedauert und die Schiffe damals waren nicht so komfortabel wie die Aida heute. Man sagt, dass als sie dann das Land erreicht haben, mussten einige dann wirklich mal sich mit ihrer Hygiene kümmern. Es war wirklich unter Entbehrung, dass sie dort angekommen sind.

[1:39:02] Im November sind sie dann in der Massachusetts Bay angekommen und haben Plymouth gegründet. Hier ein Bild. Das war doch schon Winter, da sieht man ein paar Indianer, die etwas verdutzt staunen. Was sind das für komische Menschen, die da übers Meer kommen. Und diese Leute, die dort ankamen, die aufgrund ihres Glaubens verfolgt waren und gehofft haben, dass sie dort ein Land der Freiheit finden. Weiß jemand, wie viele von denen den ersten Winter überlebt haben? 50 Prozent. Die Hälfte ist gestorben im ersten Winter. Es war unter unvorstellbaren Opfern, dass sie diesen ersten permanenten Siedlungspunkt in Nordamerika errichtet haben. Es gab schon einige Siedlungen zuvor, Jamestown zum Beispiel, die sind aufgegeben worden. Es waren die ersten, die überlebt haben.

[1:39:49] Und auch nur durch eine göttliche Fügung. Denn aus irgendeinem Grund hatte man keinen Samen dabei, kein Saatgut. Man hat dann in indianischen Begrebnisanlagen, die Indianer hatten so Grabbeilagen gegeben und da waren so Mais und so Saat dabei. Und hätte man das nicht gefunden, wären sie alle verhungert. Und die haben das gefunden und hatten dann was zum Anbauen und konnten dann noch sich gerade so ernähren. War ziemlich interessant, die Geschichte. Das ist hier die alte Karte, wo sie da ankamen oder ihre Siedlungen gegründet haben. Das ist die Gegend heute. Eigentlich ganz schön, aber damals ziemlich rau.

[1:40:31] Aber was interessant ist, dass selbst diese Puritaner noch nicht wirklich Freiheit begriffen hatten. Sie waren zwar schon in der Freiheit, aber es heißt hier: "Sehr wenige, selbst der hervorragendsten Denker und Sittenlehrer des 17. Jahrhunderts, hatten einen richtigen Begriff von jenem herrlichen, dem 9. Segment entstammenden Grundsatz, der Gott als den einzigen Richter des menschlichen Glaubens anerkennt." Es kann also sein, dass ich von Gott geführt werde, dass ich in die Freiheit entlassen werde, aber selbst noch nicht wirklich die Freiheit verstanden habe. Es kann sein, dass Gott mir die Wahrheit offenbart und ich nehme sie an, aber die Wahrheit ist noch nicht wirklich Teil von mir. Vielleicht kennen sie die Geschichte von diesem berühmten Gleichnis, wo Jesus einen Menschen vergibt, der dann nicht bereit ist, dem anderen zu vergeben. Das, was wir ganz oft erleben, dass wir vielleicht bereit sind oder etwas erleben, Gott zeigt uns etwas und sagt, wir sind begeistert, aber es dringt noch nicht wirklich hinein. Sie waren äußerlich frei, aber innerlich haben sie es selbst noch nicht so richtig begriffen.

[1:41:25] Deswegen hat einer der Puritaner dann gesagt, als sie dort waren und dort auch gleich wieder so eine Art Staatskirche errichtet haben, jetzt keine anglikanische Staatskirche, keine römische Staatskirche, sondern eine puritanische Staatskirche. So ganz einfach, oder? Die Römer, die römische Kirche verfolgt die Anglikaner, bis die sich befreit haben, dann gründen die eine anglikanische Staatskirche und dann verfolgen die die Puritaner und als die sich befreit haben, gründen die eine puritanische Staatskirche und so geht es immer weiter. Und einer von ihnen sagte: "Duldung macht die Welt antichristlich. Wenn ich ja dem anderen erlaube zu glauben, was er möchte, dann endet er im Chaos. Und die Kirche hat sich durch die Bestrafung der Ketzer nie geschadet." Das sagt einer, der gerade entflohen ist aus Europa vor der Verfolgung. Können Sie sich das erklären?

[1:42:11] Wissen Sie, der Magna Conflictio, der geht ganz tief hinein in uns. Wir wissen genau, was unsere Rechte sind, wenn es um mich geht. Aber wenn es um den anderen geht, der anders denkt als ich? Also ich brauche mein Recht und ich muss dafür... Ja, aber der... dem? Religionsfreiheit für den? Schau doch mal, das ist ja ganz gegen die Bibel, was er sagt. Und das muss erstmal so richtig tief hinein. Und ich glaube, erst wenn man das wirklich verstanden hat, ist man ein echter Protestant. Jeder kann sagen, Sola Scriptura, der Papst ist Antichrist. Das ist nicht so schwer.

[1:42:45] Es war jener Mann. Sein Name war, Achtung, Roger Williams. Roger Williams kam elf Jahre nach Gründung der Kolonie und hat diese Idee als erster dort in Amerika verkündet. Er war wahrscheinlich der erste in der modernen Zeit überhaupt, auf der ganzen Welt. "Das Volk oder die Behörden", sagte er, "mögen entscheiden, was der Mensch den Menschen schuldig ist. Versuchen sie aber einem Menschen seine Pflicht gegen Gott vorzuschreiben, so tun sie, was nicht ihres Amtes ist. Und man kann sich auf sie nicht mit Sicherheit verlassen. Denn es ist klar, dass der Magistrat, also der Beamte, wenn er die Macht hat, heute diese und morgen jene Meinung oder Bekenntnisse vorschreiben mag, wie es in England von den verschiedenen Königen und Königinnen und in der römischen Kirche von etlichen Päpsten und Konzilen getan wurde, so dass der Glaube zu einem einzigen Chaos würde."

[1:43:45] Also wodurch entsteht das Chaos? Nicht durch die Freiheit, sondern durch die Vorschrift, durch die Diktatur. Das heißt, Williams verwarf dieses Gesetz, denn die schlimmste Satzung im englischen Gesetzbuch war, den Besuch der Kirche zu verlangen. Die Puritaner hatten gesagt, wenn ihr hier nach Amerika kommt, jeder, der hierher kommt, muss in die Kirche gehen. Man konnte auch kein Bürgermeister werden, wenn man nicht in die Kirche geht. Und man konnte auch kein Richter werden, wenn man nicht in die Kirche geht. Klingt doch gut, oder? Hat man doch garantiert, dass die Bürgermeister christlich sind? Hat man garantiert, dass die Richter christlich sind, oder?

[1:44:14] Nicht so ganz. Leute zu zwingen, sich mit Andersgläubigen zusammenzutun, betrachtet er als eine offene Verletzung ihrer natürlichen Rechte. Unreligiöse und Unwillige zum öffentlichen Gottesdienst zu schleppen, hieße Heuchelei verlangen. Niemand sollte zur Anbetung oder Unterstützung eines Gottesdienstes gezwungen werden, fügte er hinzu. Was riefen seine Gegner aus, die über seine Grundsätze erstaunt waren? "Ist nicht der Arbeiter seines Lohnes wert? Wenn die nicht alle kommen, wer soll dann die Priester bezahlen?" Und dann sagte er: "Ja", erwidert er, "von denen, die ihn einstellen."

[1:44:47] Was ist passiert? Raten Sie mal. Man hat ihn verfolgt. Man hat er entlassen. Raus mit dir. Oder wir bringen dich um. Er wurde mit Haftbefehl gesucht. Die Puritaner, die mit Haftbefehl in England gesucht worden waren und die den ganzen Weg über den Atlantik gemacht haben, die Hälfte von denen gestorben ist und unter größten Mühen eine christliche Nation aufbauen wollten, haben den ersten, der nicht mit ihrer Meinung war, verfolgt. Das ist unfassbar, oder? Und das waren kluge Leute, das waren Menschen, die wirklich Jesus geliebt haben. Das waren Leute, die mit der Bibel unter dem Arm zum Gottesdienst gegangen sind, die mit der Bibel unter dem Arm zur Arbeit gegangen sind, die mit der Bibel sogar am Einkaufen gegangen sind. Das waren wirklich heilige Leute, würden wir sagen. Aber noch nicht wirklich war das Prinzip im Herzen angekommen.

[1:45:39] Und so musste Roger Williams durch die Wälder im Winter, durch die Wälder Massachusetts eilen und da gab es damals noch gar nichts. Keine Straßen, keine Häuser, keine Dörfer. Es gab nur eine kleine Kolonie und aus diesen kleinen Kolonien ist er vertrieben worden. Ansonsten gab es nur Bären und Indianer und Wald. Er sagt, 14 Wochen lang. Achtung, wie viele Wochen? Also wenn er 14 Tage stehen würde, wäre das schon krass. Ich war bei 14 Wochen. Das sind ja 3 Monate. Musste ich mich in der bittersten Jahreszeit herumschlagen und ich wusste nicht, was Brot oder Bett heißt. Ich war 14 Wochen lang durch den kalten Winter, und Winter in Nordamerika ist noch etwas kälter als bei uns, im Wald gelebt. Der Rabe speist mich in der Wüste, bis er irgendwann Indianer gefunden hat, die ihn aufgenommen haben.

[1:46:36] Interessant, dass die Indianer, die von der Bibel nichts wussten, freundlicher waren als die Puritaner, die quasi schon auf der Straße zum Himmel waren. Und so ist er gewandert und gewandert und gewandert von Boston aus, bis er hier zur Narragansett Bay gekommen ist. Und da hat er einen Ort gegründet, Providence, die Vorsehung Gottes.

[1:47:00] Und diesen Ort, hier haben wir ein Bild davon, da hat er diesen Ort gegründet. Und dieser Ort wurde dann zu einem ganz kleinen Staat. Weiß jemand, welcher Bundesstaat das ist? Das ist der Bundesstaat Rhode Island. Und in diesem Bundesstaat Rhode Island wurde die erste amerikanische Baptistengemeinde gegründet. Er hatte Kontakt mit den Baptisten, war ihnen am ehesten noch nahestehend. Und es war der erste Bundesstaat, die erste Gemeinde, wo religiöse Freiheit jedem erlaubt war. Jeder konnte kommen, egal was er glaubte, und konnte dort leben in Frieden.

[1:47:31] Es ist wahrscheinlich der erste Platz in der modernen Geschichte, wo ein Mensch wirklich glauben konnte, was er wollte. Selbst zu Martin Luthers Zeiten, wenn ich Katholik war, in Wittenberg musste ich auswandern, ich war nach Bayern. Und wenn ich Lutheraner war, in Bayern musste ich nach Wittenberg gehen. Aber hier konnte zum ersten Mal jemand leben, da wo er war, und glauben, was er wollte. Er konnte Atheist sein, er konnte Christ sein, er konnte Baptist sein, Methodist, was auch immer. Methodisten gab es noch nicht, aber er konnte sein, was er wollte. Das war Freiheit.

[1:48:07] Was ist wohl aus dieser kleinen Republik geworden? Wie viel Guillotine hat es hier gegeben? Keine. Aus diesem kleinen Örtchen, diesem kleinen Bundesstaat Rhode Island, haben sie Prinzipien entwickelt, die schnell auf alle Bundesstaaten übergingen. Und aus den 13 Kolonien erwuchs bald eine Republik. Diese Republik hat auch Freiheit und Gleichheit und Brüderlichkeit in ihrem Prinzip.

[1:48:40] Aber wissen Sie, dass es einen Unterschied gibt zwischen der Verfassung der französischen Republik und der amerikanischen Republik? Die amerikanische Republik hat die Bibel nicht abgelehnt. Sie lässt den Menschen frei, in die Bibel zu glauben, aber die Bibel ist trotzdem Grundlage. Das heißt, wir halten diese Wahrheiten als selbstverständlich, dass alle Menschen gleich geschaffen sind, dass ihnen der Schöpfer gewisse und unveräußerliche Rechte verliehen hat, dass zu diesem Leben Freiheit und die Erlangung des Glückes gehören. Diese Unabhängigkeitserklärung ist Gold wert.

[1:49:13] Es heißt in der amerikanischen Verfassung: "Keine Religionsprüfung soll je erforderlich sein zur Bekleidung irgendeines öffentlichen Amtes in den Vereinigten Staaten." Heute gibt es ja viele Menschen, die haben was gegen Amerika. Es gibt in Europa diesen latenten Anti-Amerikanismus. Mögen Sie die Vereinigten Staaten von Amerika? Ich sage Ihnen was. Ich halte die Verfassung von Amerika für das großartigste Dokument, das jemals von einer verfassungsgebenden Versammlung erlassen worden ist. Für mich ist das größte Grundlage der Nation überhaupt. Damit habe ich nicht gesagt, dass alles gut ist, was heute Amerika macht. Dazu haben wir noch einen Vortrag. Dürfen Sie nicht verpassen. Aber das hier ist protestantisch und biblisch im tiefsten Sinne.

[1:49:59] Denn ist es nicht interessant, dass Gott in seinem System jedem die Freiheit gibt? Und dass die Franzosen in ihrem System Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit sogar noch die umgebracht haben, die dasselbe geschrien haben, dasselbe geglaubt haben. In Gottes System habe ich Freiheit. Im System des Satans werde ich sogar noch umgebracht, wenn ich ihm zustimme. Sie haben die Wahl.

[1:50:28] "Der Kongress soll kein Gesetz erlassen, das die Einführung einer Religion bezweckt oder deren freie Ausübung verbietet." Und diese Nation ist gewachsen. Das heißt, Massachusetts bot durch eine besondere Verordnung den Christen jeder Nation, die sich über den Atlantischen Ozean flüchteten, um Kriegen, Hungersnot oder der Unterdrückung ihrer Verfolger zu entgehen, freundliche, unentgeltliche Aufnahme und Hilfe an. Somit wurden die Flüchtlinge und die Unterdrückten durch gesetzliche Verordnung Gäste des Staates. Und so wuchs diese Nation.

[1:51:00] Und es war ein hartes Leben, aber es war ein fruchtbares Leben. Sie haben nicht schnell Reichtum erworben, aber Stück für Stück ist die Nation gewachsen. Und die Bibel war die Grundlage. In den Schulen ist die Bibel unterrichtet worden. In Kirchen ist die Bibel natürlich gepredigt worden. Und diese Nation ist gewachsen und gewachsen.

[1:51:25] Und was ist aus dieser Nation geworden? Ist sie auch untergegangen, die französische Revolution? Nein. Es stimmt, es gab ein paar Kriege. Aber im Wesentlichen ist diese Nation gewachsen im Frieden, bis sie zu einer Weltmacht wurde. Und wenn wir diese beiden Nationen, Frankreich und die USA, nebeneinander legen, die fast zur selben Zeit, weiß jemand, wann die USA ihre Verfassung unterschrieben haben? 1776, richtig. Das war ein paar Jahre vor den Franzosen. Die nebeneinander halten. Die hatten die selben Ideen, die selben Philosophen zur gleichen Zeit. Das war die selbe Kultur. Es waren ja auch viele Europäer, die übergewandert waren. Und nur diesen einen, übrigens, hatten beide Nationen einen König? Beide hatten keinen König. Beide hatten keinen Papst, keinen Oberhaupt der Kirche. Aber die Amerikaner hatten die Bibel. Die Franzosen nicht. Die Franzosen endeten in einem Blutbad. Die Amerikaner in einer Weltnation. Wenn man beides gegeneinander stellt, kann man nur einen Schluss ziehen: Die Bibel macht den Unterschied.

[1:52:35] Liebe Freunde, liebe Freundin, in unserem Leben ist es ganz genauso. Wir sind auch entweder Franzosen oder Amerikaner, sozusagen. Entweder wir entscheiden uns für die Bibel oder gegen die Bibel. Und die Resultate werden am Ende immer deutlicher sichtbar sein.

[1:52:53] Wir sind am Ende angekommen für heute Abend. Bevor wir schließen, möchte ich nur ganz kurz zusammenfassen, was mit der Reformation passiert ist, weltweit, zu jedem Zeitpunkt. Mal abgesehen von den recht guten Entwicklungen in Amerika. Wie angesprochen, in England, in Deutschland, in vielen anderen Orten, war das, was Konstantin getan hatte, wieder Mode. Kirche und Staat waren zusammengegangen. Es gab die lutherische Staatskirche, es gab die anglikanische Staatskirche, es gab die kalvinistischen Staatskirchen. Überall ging das zusammen.

[1:53:23] Denn der Satan hat ja gelernt, schon aus dem frühen Mittelalter, wenn man nicht durch draufschlagen es verhindern kann, dann gib ihnen einen Kompromiss. Jesus hatte gesagt: "Mein Reich ist nicht von dieser Welt." Aber zu viele Menschen verknüpfen Religion mit Politik, auch damals. Und genauso wie Jesus abgelehnt worden war, und genauso wie Johannes, Verzeihung, Martin Luther abgelehnt worden war, genauso wurde dann auch am Ende des 18. Jahrhunderts und Anfang des 19. Jahrhunderts sie weit abgelehnt.

[1:54:02] Und die Bibel, die Grundlage der Reformation, wurde immer mehr in Vergessenheit geraten. Wissen Sie, man hat die Bibel nicht mehr verbieten können. Die Bibelgesellschaften gingen jetzt in die ganze Welt. Man hat die Bibel gedruckt in allen möglichen Sprachen. Und heute ist das ja noch so. Aber haben Sie den Eindruck, dass heute die Menschen die Bibel besser kennen als im 16. Jahrhundert? Es kostet heute nur noch ein paar Euros eine Bibel zu kaufen. Aus irgendeinem Grund kennen wir die Bibel immer noch nicht so gut.

[1:54:41] Jetzt, was ist das wohl? Magna Conflictio. Den Vätern ist der nicht auf den Kopf gefallen. Er hat Jahrhunderte Erfolg gehabt, indem er die Bibel verbietet oder sie in einer fremden Sprache lässt. Und als das nicht mehr zu verhindern war, als einfach die Bibel, als Gott alle Tore geöffnet hat und die Bibel in die Welt hinaus ging, hat das geschafft, den Menschen einzureden, die Bibel ist eigentlich gar nicht so wichtig. Kümmere dich um deinen Beruf. Kümmere dich um die Ausbildung deiner Kinder. Kümmere dich um deine Hobbys. Kümmere dich um diese spannenden Romane oder die Filme oder das und jenes. Aber die kuriose Situation, dass das, wofür Tausende von Märtyrern gestorben sind, heute jedem zugänglich ist und jeder sagt: Wie ist es in deinem Leben? Schätzt du die Bibel?

[1:55:31] Die Reformation war wieder fast dort angelangt, wo sie am Anfang stand. Und der Glaube, der einmal den Heiligen überliefert ist, der war wieder überdeckt. Und die Calvinisten, die Lutheraner haben jetzt über Luther geschrieben und die Calvinisten über Calvin und man hat das kommentiert und Kommentar und dies und jenes, anstatt weiterzugehen, ist man stehen geblieben. Es war Zeit für eine Reformation.

[1:55:59] Lasst die Küstenfeuer brennen, denn sie zeigen manchen Pilgern den Weg nach Haus. Wir haben heute über die Pilger gesprochen, die auch erst nochmal lernen mussten, was es wirklich heißt, nicht etwas nur zu wissen, sondern auch anderen weiterzugeben. Wir haben über die beiden Republiken gesprochen und letztendlich stehen diese beiden Republiken, die französische und die amerikanische, für die beiden Prinzipien, die es gibt in diesem großen Konflikt: gegen Gottes Wort oder für Gottes Wort. Das eine endete in einem Blutbad und war kurzlebig. Das andere ist gewachsen und gewachsen. Es war nicht immer einfach, es war hart, es gab Schwierigkeiten, es gab Konflikte. Aber am Ende, möchtest du heute Abend stehen auf der amerikanischen, wenigstens dieser einen Hinsicht? Und wenn es dein Wunsch ist, möchtest du nicht auch so, wie diese Puritaner es auch verstehen mussten, es verstehen, dass die Reformation nicht dort aufhört, wo ein anderer sie gelassen hat, sondern dass es weiter geht.

[1:57:06] Möchtest du in deinem Leben den nächsten Schritt gehen, vorangehen, nicht einfach nur dich begnügen mit dem, was du hast, sondern mehr nach Gottes Gnade dich ausstrecken? Wer von uns möchte sagen: Ich möchte voran, ich möchte weiter? Dann habe ich einen guten Vorschlag. Aber vorher beten wir noch.

[1:57:25] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen für diesen Abend. Wir möchten dir Dank sagen, dass dein Wort und die Geschichte völlig übereinstimmen und dass wir das, was dein Wort uns sagt, wie auch in den Seiten der Geschichte, so glatt gebügelt, dass man die eigentliche Ursache und Wirkung gar nicht mehr sieht. Aber dein Wort deckt das alles wieder auf. Und so danken wir dir von ganzem Herzen, dass wir heute lernen durften, was den Unterschied macht zwischen Niedergang und Aufstieg, dass wenn wir deinem Wort folgen, wir echte wahre Freiheit haben und nicht die Scheinfreiheit, die nur in einer Katastrophe endet. Bitte bewahre uns davor, dass wir dein Gebot leichtfertig beiseite schieben oder übertreten und dass du uns die Kraft schenkst, neue Wahrheit zu erkennen und ihr dann auch folgen zu können, wenn es dein Wort wirklich ist. Und so bitten wir dich, dass du uns bald wieder gesund zusammenbringst hier am Freitag, dass wir mehr lernen dürfen aus deinem Wort und in der Reformation vorankommen können, so wie du es uns sagst. Im Namen Jesu beten wir. Amen.


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