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Manuskript: Cannstatt Study Hour 02.2014

In dieser Cannstatt Study Hour-Ausgabe zum Thema Jüngerschaft erklärt Ronny Schreiber, warum Jesus Christus in Gleichnissen sprach und wie wir durch diese Gleichnisse zu Nachfolgern gewonnen werden können. Anhand biblischer Beispiele wie der Geschichte von Nathan und David sowie dem Gleichnis vom Hausbau auf Fels oder Sand wird die tiefere Bedeutung von Jesu Gleichnissen beleuchtet. Darüber hinaus wird die Natur als Spiegel göttlicher Wahrheiten und die Wichtigkeit des Studiums von Gottes Wort und Schöpfung für ein tieferes Verständnis hervorgehoben.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2014 Q1: Jüngerschaft

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe unserer Cannstatt Study Hour in diesem Quartal unter der Überschrift Jüngerschaft. Heute mit dem zweiten Thema: Nachfolger durch Gleichnisse gewinnen. Ein ganz spannendes Thema, warum Jesus in Gleichnissen gesprochen hat und was diese Gleichnisse auch heute noch mit uns zu tun haben und warum diese Gleichnisse eigentlich so interessant sind. Da möchte ich heute mit euch zusammen hineingucken. Und bevor wir anfangen, wollen wir noch zusammen beten.

Herr, unser Gott, wir danken dir dafür, dass wir dein Wort haben, dass wir in deine Bibel hineinschauen dürfen. Wir danken dir dafür, Herr, dass du uns so viel Gutes darin geschrieben hast, so viele erbauliche Dinge, viele Dinge, die uns ermutigen und die uns führen und leiten. Viele Dinge, Herr, die uns den guten Weg zeigen und Herr, viele tröstende Worte und so viel Freudiges. Vater, wir möchten dich bitten, dass wir deinen Heiligen Geist haben, dass dein Heiliger Geist uns in dein Wort hineinführt, damit wir wirklich das lesen, was du uns sagen möchtest. Darum bitten wir im Namen unseres Herrn Jesus Christus. Amen.

[1:03] Unser Thema diese Woche, vom 4. bis zum 10. Januar, hat einen Leittext gehabt. In diesen Leittext möchte ich mit euch hineingucken, damit wollen wir unser Thema beginnen. Den Leittext finden wir in Matthäus 13 und dort die Verse 34 und 35. Da heißt es: "Dies alles redete Jesus in Gleichnissen zu der Volksmenge und ohne Gleichnis redete er nicht zu ihnen. Damit erfüllt wurde, was durch den Propheten gesagt ist, der spricht: Ich will meinen Mund zu Gleichnisreden öffnen, ich will verkündigen, was von Grundlegung der Welt an verborgen war." Hier wird geschrieben, dass Jesus Christus in Gleichnissen geredet hat und dass er damit das Wort des Propheten erfüllt hat. Und Christus hat aus einem bestimmten Grund in Gleichnissen geredet. Es waren eigentlich mehrere Gründe. Wir wollen heute mal so ein bisschen da durchgehen, warum es so viele Gründe gibt, in Gleichnissen zu reden, warum Christus das gemacht hat und auch später seine Nachfolger noch. Denn auch von den Jüngern, von Paulus, auch von Petrus und von Jakobus kennen wir das, dass sie in Gleichnissen gesprochen haben. Ganz deutlich wird es aber Jesus Christus selber. Er hat oft Gleichnisse verwendet, wenn er gerade mit den, zum Beispiel mit den Pharisäern oder mit den Schriftgelehrten gesprochen hat, damit er eine harte Rede so einpacken kann, dass sie es verstehen. Denn oftmals neigen Menschen dazu, wenn man ihnen die harte Wahrheit sagt, das kennen wir vielleicht aus unserem eigenen Leben, dass das Herz verschließt, dass man einen Schritt zurückgeht und nichts mehr hören will. Man sagt: "Diese Rede tut mir weh, das trifft mein Herz, das trifft mein persönliches Leben, davon will ich nichts hören." Wenn aber in einem Gleichnis gesprochen wird und diese Wahrheit etwas verpackt wird, kann der Mensch das vorsichtig durch den Geist Gottes in seinem Herzen auspacken, kann sich es angucken und bekommt so diese Wahrheit. Also der Geist Gottes bekommt durch diese Gleichnisrede viel Angriffsfläche. Das gucken wir uns heute mal an.

[2:57] Zunächst schauen wir mal in so ein Gleichnis hinein und beginnen dazu im Alten Testament, im zweiten Samuel und zwar im zwölften Kapitel. Da lesen wir unser erstes Gleichnis für heute, zweiter Samuel und dort im zwölften Kapitel. Hier wird uns ein Gleichnis geschildert von Nathan und von David. David hatte Ehebruch betrieben mit Batseba, hatte ihren Mann umbringen lassen, um an diese Frau zu kommen, und der Nathan tat das. Und der Nathan kommt nun zu David, zu dem König, und bringt seine Rede vor, aber als Gleichnis. Warum? Das schauen wir uns gleich mal an. Lesen wir zunächst mal die Verse 1 bis 7. Zweiter Samuel 12, 1 bis 7.

"Und der Herr sandte Nathan zu David. Als dieser zu ihm kam, sprach er zu ihm: Es waren zwei Männer in einer Stadt, der eine reich, der andere arm. Der reiche hatte sehr viele Schafe und Rinder, der arme aber hatte nichts als ein einziges Lämmlein, das er gekauft hatte, und er ernährte es, sodass es bei ihm und mit seinen Kindern aufwuchs. Es aß von seinem Brot und trank aus seinem Becher und schlief in seinem Schoß und er hielt es wie eine Tochter. Als aber ein Reisender zu dem reichen Mann kam, da reute es ihn, von seinen eigenen Schafen und von seinen eigenen Rindern eines zu nehmen, um dem Wanderer, der zu ihm gekommen war, etwas zuzubereiten. Dann nahm er das Lamm des armen Mannes und bereitete es dem Mann, der zu ihm gekommen war. Da entbrannte der Zorn Davids sehr gegen den Mann und er sprach zu Nathan: So wahr der Herr lebt, der Mann, der dies getan hat, ist ein Kind des Todes. Dazu soll er das Lamm vierfältig bezahlen, weil er dies getan hat und kein Erbarmen geübt hat."

[4:37] Da sprach Nathan zu David: "Du bist der Mann, so spricht der Herr, der Gott Israels. Ich habe dich zum König über Israel gesalbt und ich habe dich aus der Hand Sauls errettet. Ja, ich habe dir das Haus deines Herrn gegeben, dazu die Frauen deines Herrn in deinen Schoß und habe dir das Haus Israel und Juda ergeben. Und wäre das zu wenig, so hätte ich noch dies und das hinzugefügt."

[5:01] Hier kommt der Prophet Nathan zu David und er bringt eine Anklage vor ihn, aber er tadelt ihn nicht direkt. Er sagt nicht direkt: "Das und das hast du gemacht und auf dir liegt schwere Schuld, was du getan hast, war falsch." Denn der Prophet lief hier Gefahr, wenn er so zu David kommt, wenn er so eine Anklage vor einen König bringt, dass er in Gefangenschaft gerät, dass er vielleicht sogar sein Leben dafür bezahlt und dass David sein Herz verstocken könnte. David könnte sich das anhören und sagen: "Rede nicht so mit mir, ich bin der König, ich will nichts mehr von dir wissen, weg." Das könnte dem Propheten das Leben gekostet haben.

[5:40] Da Nathan aber sehr weise war, kam er zu David und brachte ein Gleichnis vor. Er sagte, übertragen ihn, wie würdest du handeln, was sagst du zu dieser Szene? Und beschreibt ihn den reichen Mann und den armen Mann, also David und Urija, und erzählt auch von diesem Lämmlein, das er weggenommen hat. Und David sieht, was die Gerechtigkeit ist und was ungerecht war. Er sagt: "Dieser Mann gehört getadelt, dieser Mann gehört geschlagen und gestraft." Jetzt macht Nathan klar und sagt: "Du bist es." Damit hat David sein eigenes Urteil schon gesprochen. In seinem Herzen hat David verstanden, worum es ging. Jetzt hat er plötzlich was zu überlegen. Sollte ich das gewesen sein? Und so konnte der Geist Gottes in dem Herzen von David jetzt arbeiten und konnte David zur Umkehr bringen. Und hier haben wir eine Vorstellung, hier wird uns ein Gleichnis vorgestellt und die Auswirkung von diesem Gleichnis. Hier können wir jetzt noch mehr dran lernen, denn es ist interessant, dass hier so ein bisschen ein Doppelgleichnis ist, was wir hier erkennen. Wenn wir die nächsten Verse hinzuziehen, erkennen wir, dass hier noch mehr drin steckt, nämlich auch noch ein Gleichnis für uns. Das wäre jetzt ein Gleichnis für David, und wir erkennen dann die Gerechtigkeit, die Gott fordert. Jetzt kommt noch ein Gleichnis für uns dazu. Wir lesen die Verse weiter. Wir haben bei 8 gerade aufgehört und machen jetzt in 9 weiter.

[6:59] Hier spricht Nathan immer noch: "Warum hast du denn das Wort des Herrn verachtet, indem du tatest, was vor seinen Augen böse ist? Urija, den Hethiter, hast du mit dem Schwert erschlagen und seine Frau hast du dir zur Frau genommen. Ihn aber hast du durch das Schwert der Ammoniter umgebracht. Nun soll auch von deinem Haus das Schwert nicht weichen, ewiglich, weil du mich verachtet und die Frau Urias des Hethiters genommen hast, dass sie deine Frau sei. So spricht der Herr: Siehe, ich will aus deinem eigenen Haus Unglück über dich erwecken und ich will deine Frauen vor deinen Augen nehmen und sie deinem Nächsten geben, dass er am helllichten Tage bei deinen Frauen liegt. Denn du hast es heimlich getan, ich aber will die Sache vor ganz Israel und am helllichten Tag tun."

[7:41] Da sprach David zu Nathan: "Ich habe gegen den Herrn gesündigt." Nathan sprach zu David: "So hat auch der Herr deine Sünde hinweggenommen, du sollst nicht sterben. Doch weil du den Frieden des Herrn durch diese Sache anders zur Lästerung gegeben hast, so wird auch der Sohn, der dir geboren wurde, gewisslich sterben." Und in den folgenden Versen lesen wir dann, dass der Sohn tatsächlich gestorben ist. Gott hat den Sohn Davids geschlagen und hat den Sohn Davids zu Tode verurteilt. Und wenn wir diesen Text lesen, ich weiß, wie es dir dabei geht, wenn du in diesen Text hineinschaust, denkst du: "Was kann denn der Sohn dafür? David hat gesündigt. David hat den Urija umbringen lassen, David hat die Frau von diesem Hethiter genommen." Und jetzt lesen wir, dass Gott die Sünde von David weggenommen hat. Und er sagt: "Dein Sohn wird sterben." Und tatsächlich, kurze Zeit drauf stirbt der Sohn Davids. Hier ist ein Gleichnis für uns drin. David war ein sündiger Mensch. Und Gott sagt: "Ich nehme deine Sünde von dir hinweg." Aber um welchen Preis? Um den Preis des Sohnes. Merken wir schon was? Um den Preis des Sohnes Davids. Aber wer ist der Sohn Davids? Der Sohn Davids ist Jesus Christus. David hat weiße Kleider bekommen. David wurde die Sünde vergeben, weil der Sohn gestorben ist, weil der Sohn Davids gestorben ist. Und das ist ein Gleichnis auch für uns. Hier wird in einem Gleichnis erklärt, wie Gott ist. Obwohl David furchtbar ungerecht war und obwohl David den Tod verdient hat, vergibt Gott ihm doch die Schuld. Aber der Sohn stirbt. Das ist das, was auch in deinem und meinem Leben passiert ist. Obwohl wir furchtbar ungerecht waren und furchtbar ungerecht sind und wir den Tod verdient haben, ist doch Jesus Christus da und sagt: "Ich gebe dir weiße Kleider, ich nehme die Sünde von dir, aber dafür stirbt er." Was wir so furchtbar ungerecht finden, wo wir sagen: "Warum, warum passiert das? Warum nimmst du diesem kleinen Kind, warum nimmst du dem Sohn Davids das Leben?" ist genau das, was Gott für uns gemacht hat. Er war das kleine Kind. Er ist gestorben für unsere Schuld. Auch wieder ein Gleichnis verpackt. Hier können wir die Liebe des Vaters erkennen.

[9:57] Und wenn wir uns jetzt anschauen, warum Jesus im Folgenden, also in seiner Schrift, oft in Gleichnissen gesprochen hat, so können wir da einige Gründe finden. Das ist zum Beispiel mehrere Gründe geben. Wir gehen sie ein bisschen durch. Zum einen, der erste Grund vielleicht ist, dass die Botschaft, die Jesus Christus bringt, auch angehört wird. Das wir gerade bei David gesehen haben. Dadurch, dass Nathan um ein Gleichnis spricht, hört David zu. Und er fängt schon an, während Nathan redet, dieses Gleichnis zu verarbeiten. Und die ganze Rede wird aufgenommen. Das ist ein Grund, warum Jesus auch mit den Menschen in Gleichnissen geredet hat. Sie konnten nicht gleich sagen: "Stopp", sondern er war sicher vor den Pharisäern und den Schriftgelehrten, denn sie konnten ihn nicht anklagen. Es gab keinen Grund, Jesus Christus anzuklagen aufgrund seiner Gleichnisreden. Sie haben genau gewusst, dass sie gemeint sind. Sie haben genau gewusst, dass es sie ins Herz trifft. Aber sie konnten Christus nicht anklagen, denn er hat nichts Falsches gesagt.

[10:54] Punkt 1. Punkt 2. Wenn wir eine Geschichte hören, wenn Jesus Christus in einer Geschichte spricht, dann können wir uns die relativ leicht merken. Also die Zusammenhänge, die uns in einer Geschichte offenbart werden, können wir leicht rezitieren, weil wir sie als Geschichte uns vorstellen können. So durch unsere Fantasie, fast als wenn wir sie erlebt haben. Wir können in der Geschichte leicht folgen. Und dadurch, dass wir die Geschichte im Kopf haben, können wir darüber nachdenken, können vertiefende Gedanken anstellen. Und umso mehr ich darüber nachdenke, über irgendein Gleichnis von Jesus Christus, umso mehr Facetten dieser Geschichte offenbaren sich mir. Denn es ist selten, oder ich kenne gar kein Gleichnis in der Bibel, das wirklich nur eine Sache beleuchtet. Umso mehr man darüber nachdenkt, umso tiefer man hineinsteigt, umso größer wird das Feld, das man sich da angucken kann. Und so kann man sein Leben lang in dieser Bibel forschen und kann sein Leben lang sich immer wieder Gleichnisse und Gleichnisse angucken und wird immer neue Facetten finden. Gottes Wort ist so vollkommen.

[11:56] Ich möchte mit euch ein nächstes Gleichnis anschauen und da wollen wir das gleich mal ausprobieren, mit diesem in die Facetten gucken. Wir nehmen dazu mal das Gleichnis in Matthäus 7 und dort ab Vers 24. Das ist ein bekanntes Gleichnis. Das ist das Gleichnis von dem Haus auf dem Felsen. Also der kluge und der törichte Baumeister ist bei mir überschrieben. Von den zwei Leuten, die hier Häuser bauen. Und wir lesen die Verse 24 bis 27. Matthäus 7, Vers 24 bis 27.

"Hier ist Christus spricht: Ein jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, den will ich mit einem klugen Mann vergleichen, der sein Haus auf dem Felsen baute. Als nun der Platzregen fiel und die Wasserströme kamen und die Winde stürmten und an dieses Haus stießen, fiel es nicht, denn es war auf dem Felsen gegründet. Und jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, wird einem törichten Mann gleich sein, der sein Haus auf Sand baute. Als nun der Platzregen fiel und die Wasserströme kamen und die Winde stürmten und an dieses Haus stießen, stürzte es ein und sein Einsturz war gewaltig."

[13:00] Jesus Christus sagt, dass hier gibt es einen schlauen Mann und es gibt hier einen törichten Mann. Und wenn wir uns dieses Gleichnis anhören, sagen wir: "Ja, es ist schlau, sein Haus irgendwie fest zu gründen. Es ist geschickter, als sein Haus irgendwie auf lose Materie zu setzen." Und Christus sagt: "Ich will denjenigen, der sein Haus auf dem Felsen, auf dem guten Boden gründet, mit einem klugen Mann vergleichen und denjenigen, der sein Haus auf weichen Grund setzt, mit einem törichten Mann." Und jeder von uns würde sagen: "Ja, stimmt." Also, egal, ob wir in die Tiefen dieses Gleichnisses hineinsteigen und uns angucken, was meint Christus eigentlich genau damit, würden wir erstmal sagen: "Macht Sinn. Das Haus soll ja stehen bleiben. Jemand baut ja ein Haus, damit es lange hält, damit es ihm lange Schutz gewähren kann." Und so wird jeder, der damals dieses Gleichnis gehört hat, das verstanden haben.

[13:58] Wenn man jetzt vertieft in dieses Gleichnis hineinguckt, dann ist es bestimmt nicht Christus seine Intention hier gewesen, den Leuten zu erklären, wie sie besser ihre Häuser bauen. Also, dass ein gutes Fundament gelegt werden muss. Ich glaube, er wollte ihnen damit mehr zeigen. Aber jetzt ist ein Beispiel genommen als ein Gleichnis. Schauen wir uns doch mal an, was Christus meinte, wenn er sagt: "Der schlaue Mann baut sein Haus auf festem Grund." Was ist dieses Haus, von dem Christus hier spricht? Auch hier können wir durch ein bisschen graben, durch ein bisschen nachschauen in der Bibel, herauskriegen, was Christus mit diesem Haus meint. Da gibt es viele Texte, die das beschreiben. Wir suchen uns den Text aus, aus 1. Petrus 2 und dort die Verse 4 und 5. 1. Petrus 2 und dort die Verse 4 und 5.

[14:40] Hier spricht Petrus: "Da ihr zu ihm gekommen seid, zu dem lebendigen Stein, der von den Menschen zwar verworfen, bei Gott aber auserwählt und kostbar ist, so lasst auch ihr euch nun als lebendige Steine aufbauen, als ein geistliches Haus, als ein heiliges Priestertum, um geistliche Opfer darzubringen, die Gott wohlgefällig sind, durch Jesus Christus."

[15:06] Petrus sagt: "Lasst ihr euch aufbauen als ein geistliches Haus." Hier kennen wir schon das Haus. Wenn hier spricht er von einem Haus, soll auf dem Felsen gegründet sein und nicht auf dem Sand. Und wir verstehen: Aha, Petrus sagt, das Haus sind wir. Dann ist die Frage, worauf wir gegründet sein sollen und worauf nicht. Petrus hat es hier schon angesprochen. Wenn wir in dieses Gleichnis weiter hineinschauen, wir müssen uns als nächstes fragen, was ist denn der Fels? Und auch den Fels, darüber haben wir gerade schon was gelesen, nämlich in Vers 4, dass es hier von diesem Stein spricht. "Ihr seid zu Christus gekommen als dem lebendigen Stein." Wir können aber hierzu auch 1. Korinther 10, Vers 4 lesen. 1. Korinther 10, Vers 4 macht sehr deutlich, dass es Jesus Christus ist.

[15:47] 1. Korinther 10, Vers 4. Der Fels ist Jesus Christus. Da heißt es, wir fangen mal 10, Vers 2 an.

[16:06] "10, Vers 2: Sie wurden auch alle auf Mose getauft in der Wolke und im Meer. Und sie haben alle dieselbe geistliche Speise gegessen und alle denselben geistlichen Trank getrunken. Denn sie tranken aus einem geistlichen Felsen, der ihnen folgte. Der Fels aber war Christus."

[16:23] Weise der Mann, der sein Haus auf den Felsen baut. Weise der Mensch, der sein Leben auf Christus gründet. Durch Nachdenken, wenn die Menschen verstanden haben, worum es eigentlich geht. Und man wird noch viele andere Facetten in diesem Gleichnis finden. Wenn wir uns weiter angucken, zum Beispiel Wasser und Winde, dann werden wir erkennen, dass es hier um Unruhen, um Kriege geht. Wir wissen zum Beispiel, dass die Wasser beschrieben werden in der Offenbarung. Offenbarung 12, Vers 15 spricht davon, dass der Drache der Frau einen Wasserstrom nachsteuerte. Und dass wir in Offenbarung 17, Vers 15 lesen, dass Wasser stehen für Völker, Nationen, Sprachen und Stämme. Und dass also Unruhen, Kriege, Druck von außen an diesem Haus rütteln und ein Haus zum Einsturz bringen, wenn es nicht festgegründet ist. Aber ein Mensch, der sein Fundament in Christus hat, nicht von Christus wegstürzen können. Auch wenn das versucht wird.

[17:22] Dazu lesen wir den Text mal aus Offenbarung 12 und dort ist es der Vers 15.

"Und die Schlange schleuderte aus ihrem Maul der Frau Wasser nach, wie ein Strom, damit sie von dem Strom fortgerissen werde."

[17:44] Satan möchte die Frau, also die Gemeinde, fortreißen. Er möchte sie vernichten. Das, was die Wasser, die Winde, die Stürme versucht haben, mit dem Haus zu machen im Gleichnis von Jesus Christus. Aber weil das Haus auf Jesus Christus gegründet ist, weil der Fels diesem Haus Halt gibt, weil Jesus Christus einer Gemeinde Halt gibt, gelingt es dem Satan nicht, dieses Haus umzustürzen, das Leben dieses Menschen kaputt zu machen. Hier ist das feste Fundament, ist Jesus Christus.

[18:19] Und vielleicht abschließend noch, in unserem Gleichnis, lesen wir hier noch von dem Sand. Das eine Haus auf Fels gegründet und das andere Haus war auf Sand gegründet. Ein Mensch, der sein Leben auf Sand gründet, gleicht einem Menschen, der sein Leben auf vielen kleinen Dingen baut. Wenn wir in der Bibel nachschauen, was ist eigentlich mit Sand gemeint, dann lesen wir ganz, ganz viele Stellen über Sand. Und immer wieder kommt der Sand vor, im Zusammenhang mit so zahlreich wie der Sand. Viel wie der Sand. Deine Nachkommen werden so zahlreich sein, wie der Sand, wird zu Abraham gesagt, wie der Sand am Meer. Sand taucht immer wieder auf. Das sind also oft als eine Vielzahl beschrieben. Wenn nun ein Mensch sein Leben nicht auf den einen Felsen gründet, sondern auf ganz viele andere Dinge, was auch immer das sein kann. Und wir kennen eine Vielzahl anderer Dinge in unserem Leben, auf die wir versuchen könnten, unser Leben zu gründen. Und die Bibel sagt, das wird nicht halten. Da müssen wir sagen: "Ja, dieses Haus wird nicht halten." Und das ist das, was Jesus Christus auch sehr, sehr deutlich macht. Es gibt nur eine einzige Stütze für unser Lebensgebäude, für unser Lebenshaus. Und das ist er. Diese ganzen, diese Vielzahl anderer Dinge, die wir da sehen, diesen ganzen Sand, der wird unserem Haus, unserem Leben keinen Halt geben.

[19:42] Und so ist das, das haben wir als Beispiel in diesem Gleichnis mal geschaut, in Matthäus 7. Wir können es auch in anderen Gleichnissen machen und können da hineingehen und können schauen, so Stück für Stück können wir weiter forschen. Und wir können auch in diesem Gleichnis hier noch weiter forschen. Umso mehr wir daran forschen, umso tiefer wir graben, umso mehr Wahrheiten werden wir hier drin noch erkennen. Also es lohnt sich, in der Bibel ein bisschen zu graben, ein bisschen zu buddeln und noch tiefere Wahrheiten herauszuholen.

[20:03] Ellen White hat in "Christi Gleichnisse" auf Seite 109 Folgendes geschrieben: "Wer die Schätze der Wahrheit zu finden wünscht, der muss danach graben, wie der Bergmann nach dem in der Erde verborgenen Schatz gräbt. Halbherzige, gleichgültige Arbeit wird nichts nützen. Jung und Alt müssen nicht nur das Wort Gottes lesen, sondern es mit Ernst studieren, darüber beten und nach der Wahrheit forschen, wie nach einem verborgenen Schatz. Die, die dies tun, werden belohnt werden, denn Christus wird das Verständnis beleben." Ellen White sagt, dass die Bibel voller versteckter Schätze ist. Jede Menge verborgene Dinge, die es zu ergründen gibt, die es auszubuddeln gibt. Gold und Edelsteine, die unter der Oberfläche sind. Wir müssen danach graben. Graben, das ist wirklich Arbeit. Wir müssen danach forschen. Und es muss unser Wunsch sein, diese Sachen auch an die Oberfläche zu bringen, diese Sachen auch zu heben.

[20:58] Schauen wir ein bisschen weiter in die Bibel und gehen zu Matthäus 13. In Matthäus 13 nun erklärt Jesus, warum er eigentlich in Gleichnissen spricht. Und es ist etwas Interessantes hier, denn normalerweise sagen wir: "Jesus redet in Gleichnissen, damit ihn die Leute alle leichter verstehen können." Das ist auch die halbe Wahrheit. Jesus redet in Gleichnissen, damit die Leute ihn leichter verstehen können, aber Jesus sagt auch noch was anderes. Wir lesen Matthäus 13 und hier die Verse 10 bis 17. Nachdem Jesus Christus nun also das Gleichnis von dem Sämann gebracht hat und erzählt hat, wie der Sämann Saat ausstreut auf die Felder, kommt er jetzt zu seinen Jüngern zurück und es beginnt in Vers 10.

[21:46] Matthäus 13, Vers 10: "Da traten die Jünger herzu und sprachen zu ihm: Warum redest du in Gleichnissen mit ihnen? Er beantwortete und sprach zu ihnen: Weil es euch gegeben ist, die Geheimnisse des Reiches der Himmel zu verstehen. Jenen aber ist es nicht gegeben. Denn wer hat, dem wird gegeben werden und er wird Überfluss haben. Wer aber nicht hat, von dem wird auch das genommen werden, was er hat. Darum rede ich in Gleichnissen zu ihnen, weil sie sehen und doch nicht sehen und hören und doch nicht hören und nicht verstehen. Und es wird an ihnen die Weissagung des Jesaja erfüllt, welche lautet: Mit den Ohren werdet ihr hören und nicht verstehen und mit den Augen werdet ihr sehen und nicht erkennen. Denn das Herz dieses Volkes ist verstockt und mit den Ohren hören sie schwer und ihre Augen haben sie verschlossen, dass sie nicht etwa mit den Augen sehen und mit den Ohren hören und mit den Herzen verstehen und sich bekehren und ich sie heile. Aber glückselig sind eure Augen, dass sie sehen und eure Ohren, dass sie hören. Denn wahrlich, ich sage euch, viele Propheten und Gerechte haben zu sehen begehrt, was ihr seht, und haben es nicht gesehen und zu hören, was ihr hört, und haben es nicht gehört."

[22:57] Jesus Christus zeigt hier sehr deutlich, dass er auch Gleichnisse spricht, damit einige Menschen es sehen und nicht verstehen. Es hören und es nicht erkennen. Andersherum, damit sie es sehen und es nicht erkennen, es hören und es nicht verstehen. So muss es sein. Warum eigentlich? Wenn ich ein Gleichnis rede, dann ist was Interessantes daran. Wenn ich zum Beispiel ein einfaches Gleichnis bringe und zum Beispiel die Lilie auf dem Feld, die Jesus Christus sprach in der Bergpredigt davon und sagte: "Seht euch die Lilien auf dem Feld an. Selbst Salomo war in seiner Herrlichkeit nicht so gekleidet wie eine von ihnen." Wird sich Gott nicht noch mehr um euch kümmern, fährt er dann später fort und will dann noch viel mehr auf euch achten. Und ich glaube, dass wir erkennen können, wenn wir uns sowas angucken und wir schauen uns eine Blume an. Ich habe jetzt keine Lilie, aber ich habe eine Art Blume, eine Art Gewächs. Und ich gucke mir das genau an. Und ich gehe hier mit der Lupe ran, mit dem Mikroskop ran und ich schaue mir an, wie wundervoll jeder einzelne dieser kleinen Blüten hier dran gemacht ist. Dann werde ich erkennen und sage: "Gott muss seine Schöpfung sehr lieben, dass er so viel Zeit und so viel Arbeit darin investiert hat, alles so herrlich zu machen, wie es hier ist." Und ich muss denken: "Gott ist ein Freund des Lebens, ein Freund der Schönheit." Und ich beginne diesen Gott interessant zu finden. Ich höre das erste Mal von diesem Gott und denke: "Das hat er so wunderbar gemacht, wie viel muss ihm an seiner Schöpfung liegen, dass er sich so viel Arbeit damit macht." Und das mag die erste Oberfläche von dem sein, was ich erkenne. Hier ist Christus sich so sehr um die Lilien bemüht, um die Blumen bemüht, um die Bäume, um die Pflanzen, die er da hat und auch um die Lebewesen, wie die Tiere zum Beispiel. Wie viel mehr wird er sich um die Menschen kümmern? Das ist das einfache Verständnis, was ich als allererstes vielleicht in so einer Pflanze sehe.

[24:41] Nun kann ich noch tiefere Wahrheiten dadurch erkennen, dass ich darüber nachdenke. Wenn ich jetzt also als ein Kind würde vielleicht sagen: "Es ist eine Blume, Gott liebt die Welt." Wenn ich jetzt älter werde und verstehe, wie diese Blume funktioniert, dass diese Blume bestimmte Bedürfnisse hat, dass es also notwendig ist für eine Blume, dass sie versorgt wird, zum Beispiel mit Licht, dass sie Photosynthese betreiben kann, dass sie versorgt wird mit Wasser, dass sie Nährstoffe kriegt, Mineralien kriegt, die sie einlagern kann, aus denen sie sich ernähren kann. Dass es für eine Blume wichtig ist, dass sie gepflegt wird. Denn wenn ich Blumen nicht pflege, dann wird das Unkraut überwuchern und die Blumen werden sterben. Also es ist einiges notwendig, um zum Beispiel einen Ziergarten zu halten. Und hierin, wenn ich mir das überlege, erkenne ich Gottes Charakter. Ich studiere diese Pflanze und sage: "Ja, so wie ich diese Pflanze pflegen muss, wie ich diese Pflanze gießen muss, wie ich dafür sorgen muss, dass diese Pflanze ausreichend Licht bekommt, genauso muss ich Gott auch um seine Menschen kümmern, um seine Schöpfung." Und jetzt verstehe ich, dass Gott nicht nur ein Gott ist, der die Schönheit liebt und seine Schöpfung liebt, sondern der sich auch um sie kümmert, der sie versorgt, der sie pflegt und hegt, der für seine Schöpfung da ist. Und so komme ich Stück für Stück in neue Erkenntnisse hinein. Ich erkenne: Okay, da ist Licht, da ist Wasser, da ist Pflege notwendig. Und so verstehe ich von Gott schon ein bisschen mehr.

[26:17] Und wenn ich jetzt noch ein bisschen mehr verstehen will, aus diesem Gleichnis von dieser Blume vielleicht, dann gehe ich noch tiefer hinein und frage die Bibel, was hat es denn damit auf sich? Was ist denn dieses Licht? Und zu diesem Licht sagt die Bibel was. Zum Beispiel wird uns Jesus Christus als das Licht des Lebens beschrieben. Das Licht, das in die Welt gekommen ist, um jeden Menschen zu erleuchten. Johannes 1 spricht davon. Wenn ich jetzt in Johannes 1 lese und sage: "Jesus Christus ist das Licht", dann verstehe ich: Okay, das ist das, was die Pflanze braucht, um überhaupt am Leben bleiben zu können. Dieses Licht. Und ich verstehe, dass Jesus Christus für mich als Mensch notwendig ist, damit ich überhaupt am Leben bleiben kann, damit ich das Leben überhaupt bekomme. Denn wieder kann eine Pflanze wirklich im Dunkeln stehen.

[27:09] Schauen wir uns noch an, was noch wichtig ist hierfür. Und hier wissen wir zum Beispiel, wir lesen Johannes und dort das 17. Kapitel, um dieser Pflanze noch ein bisschen näher auf die Schliche zu kommen. Denn wie können wir diese Sachen noch tiefer verstehen? Wie können wir noch tiefer in der Bibel graben? Johannes 17 Vers 17 sagt: "Heilige sie in deiner Wahrheit, dein Wort ist Wahrheit." Also heilige sie, also führe sie näher zu Gott in deiner Wahrheit und dein Wort ist Wahrheit. Das Wort Gottes ist Wahrheit. Wie komme ich noch tiefer in das Wort Gottes hinein? Das lesen wir in Johannes 16 Vers 13.

[27:51] "Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen."

[28:00] Der Geist Gottes wird euch in alle Wahrheit hineinleiten. Die Wahrheit aber ist das Wort Gottes. Der Geist Gottes führt mich also in die Bibel hinein. Wenn er mich in die Wahrheit hineinbringt, so wissen wir, er führt mich in Jesus Christus und auch Jesus Christus ist die Wahrheit, ist der Weg und ist das Leben. Also ist der Geist Gottes der Schlüssel, der mich noch tiefer in die Bibel hineinführt. Nach dem oberflächlichen Verständnis bringt er mich plötzlich in die tiefen Wahrheiten hinein. Ich erkenne, dass der Geist Gottes für das Wachstum dieser Pflanze notwendig ist, genauso wie der Geist Gottes, genauso wie das Wasser für die Pflanze notwendig ist, der Geist Gottes für mich notwendig, damit ich heranwachse in der Heiligung.

[28:42] Nun, ein weiterer Grund der Gleichnisreden ist wohl der, dass derjenige, der Gottes Stimme nicht hören will, diese Stimme auch nicht hört. Wir lesen dazu Jesaja 29, 11-14.

[29:13] "Hier spricht der Prophet: Darum ist alle Offenbarung für euch geworden wie die Worte eines versiegelten Buches. Wenn man dieses einem gibt, der lesen kann, und zu ihm sagt: Lies das, so antwortet er: Ich kann nicht, weil es versiegelt ist. Wenn man aber das Buch einem gibt, der nicht lesen kann, und zu ihm sagt: Lies dies, so spricht er: Ich kann nicht lesen. Weiter spricht der Herr: Weil sich dieses Volk mit seinem Mund mir naht und mich mit seinen Lippen ehrt, während es doch sein Herz fern von mir hält und ihre Furcht von mir nur angelerntes Menschengebot ist. Siehe, so will auch ich künftig mit diesem Volk wundersam, ja überaus wundersam und verwunderlich umgehen und die Weisheit seiner Weisen soll zunichte werden und der Verstand seiner Verständigen unauffindbar sein."

[29:49] Hier spricht Christus auch in Gleichnissen, damit sie sehen und nicht erkennen. Denn die Weisheit dieser Welt ist Torheit vor Gott und Gott ist es, der die Weisheit der Weisen zur Torheit macht. Wer sein Wort verstehen will und von ganzem Herzen daran sucht, wird ohne Ende Weisheit erlangen. David sagt sogar im Psalm 119, 99: "Ich bin verständiger geworden als alle meine Lehrer, weil ich dein Wort studiere." Das Wort Gottes führt in die Wahrheit durch den Geist Gottes. Aber nur, wenn ich ein offenes Herz dafür habe. Ist mein Herz verschlossen und ich will von Gott nichts wissen, dann werde ich seine Wahrheiten und seine Wunder darin gar nicht sehen. Das wird für mich alles sehr kurios sein, was ich hier lese, was hier geschrieben steht. Aber mein offenes Herz für den Geist Gottes wird mich in die Wahrheit hineinleiten. Und wer es nicht hören will, wer nicht bereit ist, sein Herz für den Geist Gottes zu öffnen, für den wird es auch ein verschlossenes Buch bleiben, wirklich ein versiegeltes Buch. Aber jeder, der bereit ist, egal welchen Intellekt er hat, egal welche Bildung er hat, wer bereit ist, in diesem Buch zu forschen, wird weise werden und wird Erkenntnisse erlangen.

[30:57] Eine gute Illustration hierfür ist die Natur, die Gott geschaffen hat. Gott hat in der Natur viele Dinge geschaffen. Es sind die Bäume und die Pflanzen, die Felsen, wir sehen die Wassermassen, wir sehen das Weltall, wir sehen die Sterne, die Galaxien, wir sehen die ganzen Nebel- und Clusterwolken. Wir sehen so viele Dinge. Wir sehen die Menschen, wir sehen, wie unser Körper funktioniert. All diese Dinge. Wir sehen viele psychologische Eigenschaften, soziale Strömungen. Dinge, für die Gott die Grundsätze gelegt hat, die mathematischen Grundsätze, die physikalischen Gesetze, all diese Gesetze der Natur, die Gott gelegt hat, in denen sich alles bewegt und alles verhält. Dadurch, dass Gott das alles gemacht hat, ist es Gott auch möglich, dadurch auf ihn hinzuweisen. Und wahrlich, jedes Teil in der Schöpfung weist auf ihn hin, wenn wir nur ausreichend studieren. Ich kann diese Holzplatte hier nehmen und kann mir diese Holzplatte genau angucken und ich sehe da drin eine Zeltstruktur. Ich sehe da drin, wie alles geordnet ist, wie alles wunderbar geschaffen ist, in einem Brett aus Span. Ich kann mir einen Stein angucken und sehe in diesem Stein, wie alles wunderbar geordnet ist, wie die einzelnen Kristalle, wie die einzelnen Mineralien da drin, die Metalle, ihre eigene, einzigartige Struktur aufweisen. Ich kann mir eine Pflanze angucken. Ich kann mir das Universum angucken. Ich schaue mir an, im Universum, wie die Sonne und die Planeten und die Trabanten, die ganzen Monde umeinander kreisen und sehe diese Ordnung Gottes. Und wahrlich, ich muss sagen: "Gott, er ist jemand, der die Ordnung liebt. Er ist ein Gott der Ordnung." Und umso mehr ich mir alles angucke und ich vergleiche das große Weltall, diese großen kosmischen Zusammenhänge mit den kleinsten Dingen in einem Atom, so bin ich verwundert, wenn ich mir einen Atomkern angucke, die Neutronen, Protonen und sehe, wie die Elektronen da rumfliegen und ich frage mich: "Wie geht das? Das ist genau das gleiche, was ich im Weltall sehe. Aber wie geht das? Wo kommt die Energie her?" Und ich bin verwundert darüber, dass alles so perfekt gemacht ist. Und so kann ich durch das Studium von den kleinsten und von den größten Dingen zu Gott hingezogen werden.

[32:56] Wir lesen hierzu Römer 1 und dort die Verse 18 bis 20. Römer 1, 18 bis 20.

[33:04] "Denn es wird geoffenbart, Gottes Zorn vom Himmel her über alle Gottlosigkeit und Ungerechtigkeit der Menschen, welche die Wahrheit durch Ungerechtigkeit aufhalten, weil das von Gott Erkennbare unter ihnen offenbar ist, da Gott es ihnen offenbar gemacht hat. Denn sein unsichtbares Wesen, nämlich seine ewige Kraft und Gottheit, wird seit Erschaffung der Welt an den Werken durch Nachdenken wahrgenommen, sodass sie keine Entschuldigung haben."

[33:32] Paulus spricht im Römerbrief und sagt: Gott selber wird an seinen Werken erkennbar sein. Gott hat seine Werke ja alle selber geschaffen, durch seine Macht und seine Herrlichkeit. Ich studiere diese Werke und muss sagen: "Ja, wahrlich, Gott ist es gewesen." Genauso spricht auch der Psalm davon. Wir lesen Psalm 19, Vers 2 und 3. Psalm 19, Vers 2 und 3.

[34:02] "Hier spricht David: Die Himmel erzählen die Herrlichkeit Gottes und die Ausdehnung verkündet das Werk seiner Hände. Vers 2 reicht."

[34:06] Psalm 19, Vers 2. Es ist der Himmel, der die Werke Gottes verkündet. Wir brauchen nur zu studieren. Wir müssen uns nur die Atmosphäre und das Weltall anschauen. Wir werden sagen: "Gott ist so großartig. Gott ist so vollkommen mit allem, was er gemacht hat." Ich gucke in die Nebel an und die Clusterwolken und ich muss nur erstaunen. Und genauso geht es vielen großen Wissenschaftlern. Ich weiß nicht, ob ihr das wisst. Zum Beispiel Albert Einstein hat einmal gesagt: "Wer meine Arbeiten studiert und daraus entnimmt, dass ich ein Atheist bin, der hat nichts von dem verstanden, was ich geschrieben habe." Albert Einstein ist sehr tief in die Wissenschaft hineingestiegen und konnte nachher gar nicht anders, als zu sagen: "Es muss ein Gott gemacht haben." Ähnlich zum Beispiel Heisenberg. Heisenberg hat einmal das Zitat gebracht und sagte: "Der erste Schluck aus dem Becher der Wissenschaft macht dich zum Atheisten. Aber auf seinem Grunde war es Gott." Das oberflächliche Studium macht einen zum Atheisten, sagt er. Aber wenn du wirklich in die Natur hineinguckst und egal was du dir anguckst, es spielt keine Rolle, ob es ein Stein ist, ob es die Luft ist, ob es irgendwelche Sterne sind oder ob es der Mensch ist, ob es die Psyche des Menschen ist oder was auch immer, du guckst rein, der erste Schluck macht dich zum Atheisten. Aber auf dem Grunde wartet Gott. Und du siehst plötzlich die Ordnung Gottes und die Herrlichkeit in allen den erschaffenen Dingen.

[35:33] Die Gleichnisse sind große Zeugnisse. Und es gibt vielen Wissenschaftlern so, die weit, weit geforscht haben. Das zum Beispiel Isaac Newton. Newton hat interessanterweise viel mehr theologische Werke geschrieben als naturwissenschaftliche, weil wir kennen ihn nur als den größten Naturwissenschaftler. Aber auch er konnte nicht umher zu sagen: "Alles, was ich hier sehe, all die Gesetzmäßigkeiten, all diese Ordnung. Das muss ein Gott gemacht haben." Und so hat er mehr theologische Bücher geschrieben als naturwissenschaftliche Bücher. Hier ist es gut, in die Gleichnisse zu studieren.

[36:07] Ich möchte mit euch die Gleichnisse der Natur gleich nochmal anschauen. Ein Beispiel davon, das wir allerdings nicht in der Bibel finden. Und bevor wir das machen, möchte ich mit euch ein Zitat von Ellen White lesen. Ellen White spricht in "Christi Gleichnisse" auf Seite 17 von eben diesen Wunden in der Natur. Und sie sagt:

[36:33] "In den Lehren, welche Christus der Natur entnahm, sprach er von den Dingen, welche seine eigenen Hände gemacht hatten und welche Eigenschaften und Kräfte besaßen, die er selbst ihnen mitgeteilt hatte. Alles Geschaffene war in seiner ursprünglichen Vollkommenheit ein Ausdruck des Gedankens Gottes. Die Natur war für Adam und Eva in ihrem paradiesischen Heim voll von der Erkenntnis Gottes und bot ihnen eine Fülle göttlicher Belehrung. Die Weisheit sprach zu ihrem Auge und wurde in ihr Herz aufgenommen. Denn sie verkehrten mit Gott in seiner Schöpfung. Sobald das heilige Paar das Gesetz des Allerhöchsten übertrat, verschwand der widerstrahlende Glanz des Angesichts Gottes von der Natur. Die jetzige Erde ist durch die Sünde entstellt und befleckt. Aber selbst in diesem entstellten und entweiteten Zustand ist jedoch noch viel Schönes geblieben. Die geschaffenen Dinge, durch welche Gott zu den Menschen redet, sind nicht verwischt oder zerstört, sondern reden noch heute, wenn sie richtig verstanden werden, von ihrem Schöpfer."

[37:26] Ich glaube, das tut uns allen gut, in der Natur zu forschen und Gottes Herrlichkeit darin zu sehen. Das ist nicht nur für uns Erwachsenen interessant, auch ganz besonders Kinder, die sehr aufnahmebereit sind und viel lernen können. Liebe Eltern, bringt eure Kinder in die Natur. Zeigt ihnen die Wunder der Schöpfung. Führt sie in alles ein. Studiert mit ihnen. Zeigt ihnen die Wissenschaften. Das, was schon hervorgehoben wurde. Und sie werden in den geschaffenen Dingen, werden sie Gottes Herrlichkeit erkennen.

[37:53] Ich will zum Abschluss mit euch ein Gleichnis machen, um zu zeigen, wie man an den Dingen der Natur erkennen kann, wie Gott ist. Und hierzu möchte ich euch über eine Schneeflocke berichten.

[38:14] Wenn wir uns eine Schneeflocke angucken, müssen wir überlegen, woraus entsteht sie eigentlich. Eine Schneeflocke ist eigentlich nichts anderes als Staub auf der Erde, Industriestaub, Schmutz und Dreck, der auf der Erde liegt. Und dieser Schmutz ist eigentlich der Kern dieser Schneeflocke. Denn, machen wir ein Gleichnis: Wie der Mensch aus Staub gemacht wurde, so finden wir auch diesen Staub überall in der Natur. Und wir sehen diesen Staub, der überall rumliegt. Und gerade hier in Stuttgart, einer Industriestadt, haben wir noch ganz viel Staub, der von der Industrie aufgewirbelt wird. Staubabrieb von den Reifen der Autos, Staub aus irgendwelchen Abgasanlagen. Jede Menge Staub, Feinstaub, der sich hier tummelt. Auch der Mensch ist irgendwo so ein Geschöpf aus Staub gemacht.

[39:04] Wenn der Staub jetzt vom Wind aufgewirbelt wird und er ihn emporhebt, so kann dieser Staub in die Atmosphäre aufsteigen und dort kann er sich mit Wasser verbinden und dieser Staub erhält plötzlich eine kristalline Oberfläche. Und diese kristalline Oberfläche ist das, was wir als Schneeflocke sehen. Übrigens ein Wunder, und kein Mensch weiß, wie sich diese Kristalle ausbilden, warum die so aussehen und warum es keine zwei Schneeflocken gibt auf der ganzen Welt, die exakt gleich sind. Jede Schneeflocke ist ein Individuum. Diese Kristallbildung da ist wunderschön.

[39:45] So ist es auch bei Menschen. Wenn der Mensch vom Wind, also vom Geist Gottes getrieben wird und zu Gott gebracht wird, in die Höhe, dann wird dieser Mensch auch durch das Wasser, durch den Heiligen Geist und durch das Schriftstudium, wie uns die Bibel sagt, ein weißes Kleid bekommen. Der Geist führt ihn in die Nähe Gottes. Wenn er seine Sünden bekennen wird, vor dem Thron Gottes, bekommt er ein weißes Kleid, so wie die Schneeflocke. Ein Staubkorn in der Mitte, ein Schmutzpartikel von der Erde, bekommt plötzlich ein strahlendes weißes Kleid. Und dieses strahlende weiße Kleid fällt jetzt als Schnee wieder auf die Erde herunter. Und so ist es auch mit uns Menschen. Wenn Gott uns annimmt und uns unsere Sünde vergibt und uns durch seinen Geist und durch sein Wort verändert und reinmacht und läutert, nimmt er uns nicht direkt ins Himmelreich. Wir werden zwar eingeschrieben im Himmelreich und wir gehören dazu, aber er setzt uns wieder auf die Erde. Und hier auf der Erde sind wir ein Zeugnis für jeden, der vorbeigeht. Denn wenn ich durch den Schnee gehe, dann muss ich sehen, dass jede Schneeflocke, die da liegt, über alles, wo ich jetzt rüberlaufe, irgendwann mal Staub war, das den Weg nach oben gefunden hat, das verändert wurde und wieder auf die Erde fiel. Und so ist es auch mit Christen, mit Menschen, deren Herz von Gott verändert wurde. Menschen, die vorher Menschen dieser Welt waren und dann durch den Geist Gottes zum Himmelemporentum erhoben wurden und sich verändert haben.

[41:20] Wenn ich durch diesen Schnee gehe, dann geht es mir oft so, und ich denke, du kennst es auch, dass du geblendet wirst, weil dieser Schnee das Licht der Sonne reflektiert. Und das ist genauso das, was Gott möchte, was wir tun. Gott, der das Licht ist, Jesus Christus, der das Licht ist. Und wir lesen in Offenbarung 1, Vers 16 sogar, dass Christus die Sonne ist, dass er sein Licht in dir leuchten lässt. Er scheint dich an mit seiner Gnade, mit seiner Herrlichkeit und du wirst sein Licht wieder reflektieren. Du wirst sein Licht nach außen bringen und du wirst ein Zeuge sein für das Große, was Jesus Christus an dir getan hat. Denn Staub reflektiert die Herrlichkeit Gottes nicht, aber Schnee lässt die Menschen sogar geblendet sein davon. Und das kennen wir aus dem Beispiel von Mose, als Mose auf dem Berg war und die Gesetze empfangen hat. Später kam er runter und die Menschen konnten ihn nicht angucken. Er strahlte die Herrlichkeit Gottes wieder und er musste eine Decke oben drüber legen über sein Angesicht, damit die Menschen überhaupt es ertragen konnten, in seiner Gegenwart zu sein. Und so auffällig war es, als Mose in der Gegenwart Gottes war. Und so auffällig ist auch Schnee auf der Erde, wenn die Sonne raufstrahlt.

[42:32] Hier ein Beispiel aus der Natur. Und die Natur hat noch viele, viele andere schöne Gleichnisse, die wir erkennen können. Ob wir die Pflanze nehmen, ob wir Schnee nehmen, ob wir vielleicht unsere Weltenmeere nehmen, ob wir uns die Berge anschauen oder die Wälder, was auch immer. Ob wir unseren menschlichen Körper nehmen und gucken, wie da alles in Zusammenhängen arbeitet, wie der Körper eine eigenständige Symbiose darstellt, wie alles miteinander harmoniert. Auch da können wir die Wunder Gottes erkennen. Egal, in welcher Richtung du studierst, du wirst überall Gleichnisse finden für Gottes Herrlichkeit. Und ich glaube, wir sollten uns Zeit nehmen, in der Natur zu schauen. Ganz besonders, wenn ihr Kinder habt. Nehmt eure Kinder mit in die Natur und erklärt ihnen diese Sachen. Erklärt ihnen die Pflanzen. Erklärt ihnen, wie die Zusammenhänge in der Natur laufen. Daran können sie Gottes Wirken erkennen. Und genauso werden wir Gott in seiner Schrift offenbar finden. Wenn wir seine Schrift studieren, werden wir hier drin erkennen, Gleichnis für Gleichnis, wie Gott eigentlich ist. Nicht nur oberflächlich das Gleichnis betrachten. Oberflächlich ist das Gleichnis erstmal logisch und wir sagen: "Okay, macht Sinn." Wenn wir es aber tiefer forschen, und das machen wir durch Gebet und Bibelstudium, dann werden wir verborgene Schätze finden. Und das ist so herrlich, sowas zu finden. Ich weiß nicht, ob du das schon erlebt hast. Das ist so schön, wenn du zu Hause auf den Knien liegst und betest über einen Bibeltext und du verstehst ihn nicht und du verstehst ihn nicht. Und plötzlich ersticht er sich dir und du findest andere Bibelstellen, die ihn erklären. Dann gehst du auf und sagst: "Weißt du, du sowas schon mal erlebt hast?" Das ist so großartig, diese Schätze zu finden in der Bibel.

[44:00] Ich will dich motivieren, forsche danach. Denn es ist jedem Menschen eröffnet Gottes Wort durch den Geist Gottes. Der Geist Gottes wird euch hineinführen. Er wird euch Schätze heben lassen. Und sie werden euch bereichern, sehr bereichern, viel mehr als Gold und Silber. Und das erreichen wir durchs Gebet und durchs Studium des Wortes. Und zwar durch tiefes, echtes Studium. Ich möchte euch einladen, dass wir gemeinsam jetzt vielleicht in diesem neuen Jahr 2014 wirklich intensiv Zeit darauf verwenden zum Beten und zum Studium, damit Gott uns die Schätze in seinem Wort zeigt und wir sie hervorheben können zur Bereicherung für uns, zur Bereicherung für unsere Gemeinden und für die Menschen um uns herum, dass wir von Gottes Gnade ernährt und gesättigt werden. Lasst uns beten.

[44:47] Herr, unser Gott, wir danken dir dafür, dass wir in der Natur so viele tolle Sachen entdecken können. Wir danken dir dafür, dass du alles so wunderbar geschaffen hast und dass du dein ewiges Zeugnis in der Natur zeigst. Dass wir, wenn wir die Dinge und die Zusammenhänge studieren, dass wir dich erkennen können. Danke, Herr, dass wir so viele große Zeugen haben in der Vergangenheit, die in der Natur studiert haben und dich erkannt haben. Danke, Herr, dass du uns Gleichnisse gibst und dass du in deinem Wort so viele Entgleichnissen zu uns geredet hast, dass wir darüber nachdenken können. Dass wir immer tiefere Wahrheiten entdecken können. Lieber Vater, wir danken dir auch dafür, für die Weisheit, die du gegeben hast. Dass du in Entgleichnissen zu den Menschen sprichst, damit sie ihre Herzen nicht gleich verstocken, sondern dir zuhören können. Herr, es ist so wichtig in der Menschengewinnung, dass wir den Menschen so viel Wahrheit geben, wie sie sich vertragen können und dass sie nach und nach durch deinen Heiligen Geist geführt werden in alle Wahrheit hinein. Und Herr, da möchten wir dich bitten um Weisheit, dass du uns die Weisheit gibst, es richtig zuzuteilen. Dass wir dein Wort den Menschen so bringen können, Herr, wie sie es verstehen können und dass dein Heiliger Geist alles Übrige macht. Wir danken dir dafür, dass wir mit deinem Geist zusammenarbeiten dürfen. Aller Ruhm und aller Herrlichkeit soll dir gehören. Im Namen Jesu. Amen.

[46:02] Das war es mit unserem Thema Christi Gleichnisse, was wir hatten, warum Christus in Gleichnissen spricht. Wir wollen in der nächsten Woche betrachten unser Kapitel 3 und da geht es um Nachfolge und Gebet. Ihr seid herzlich eingeladen, wieder dabei zu sein und das gemeinsam mit uns zu studieren. Gottes Segen euch.


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