In dieser Folge von „Die Zeit des Endes“ tauchen wir in das Jahr 1840 ein und beleuchten die Anfänge der Miller-Bewegung. Wir verfolgen William Millers Predigtreisen durch Neuengland, die zu bemerkenswerten Erweckungen führen. Gleichzeitig lernen wir die junge Ellen Harmon kennen, die durch Millers Botschaft tief bewegt wird. Die Gründung der Zeitschrift „Signs of the Times“ und die prophetischen Deutungen zur politischen Weltlage runden diese spannende Episode ab.
Die Zeit des Endes: 31. Ellen hört Miller (1840 Teil 1)
Christopher Kramp · Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er) ·Themen: AdventgeschichteWeitere Aufnahmen
Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)
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Transkript
[0:00] Einen wunderschönen guten Abend. Heute hier aus Stuttgart Bad Cannstatt in ungewohnt pünktlicher Art und Weise melden wir uns hier zu unserer nächsten Folge von "Die Zeit des Endes". Wir kommen jetzt zur heißen Phase der Miller-Bewegung und heute werden wir uns mit dem ersten Teil des Jahres 1840 befassen unter dem Titel "Ellen hört Miller". Damit bringen wir zwei Hauptpersonen unserer Geschichte zusammen, nämlich Miller, der bisher so die Hauptfigur gespielt hat, und das kleine zwölfjährige Mädchen Ellen, die bisher so am Rande gestanden hat und die natürlich in den nächsten Jahren zu einer Hauptfigur werden wird. Dazu später mehr. Wir wollen gemeinsam beginnen mit einem Gebet und dann hineintauchen in dieses ereignisreiche Jahr 1840.
[0:52] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir zusammenkommen dürfen, um Adventgeschichte zu studieren. Wir möchten dir Dank sagen, dass du durch dein Wort und auch durch die Geschichte uns zeigen kannst und möchtest, wie du in der Lage bist, in kurzer Zeit viele Menschen zu erreichen. Und wir möchten aus den Erfahrungen unserer Pioniere lernen und die Lektionen aufsaugen, damit wir wissen, wie du uns geführt hast, damit wir Vertrauen haben können in deine Leitung. Sei du jetzt bei uns durch den Heiligen Geist, so wie du es versprochen hast, im Namen Jesu. Amen.
[1:22] Das Jahr 1840 begann für Miller so wie das Jahr 1839, nämlich mit, ganz genau, mit Predigen. Und zwar hatte er ja im Dezember 1839 diesen Mann hier kennengelernt in Boston. Kann sich jemand erinnern, wie sein Name war? Weder Fitch noch Litch, denn die hatten ja 1838 sein Buch kennengelernt. Aber 1839, wir wiederholen es noch ganz kurz, hat er den Pastor der Bostoner Kirche dort mit Namen Joshua Himes kennengelernt. Diesen Namen gut merken, denn das war die zweite Figur hinter Miller. Meistens kennt man nur Miller, nicht wahr? Aber das war der Mann, der eigentlich alles ins Rollen gebracht hat, Joshua Himes. Und er hatte Miller dann gleich noch mal zu einer zweiten Vortragsreihe eingeladen, die Ende 1839 begann und dann in das Jahr 1840 hineinging. So die ersten Tage, also wiederum kein Jahreswechsel, kein Urlaub, keine Ferien für Miller, sondern Predigen. Auf sein Betreiben hin wurde dann auch am 1. Januar 1840 eine Neuauflage des Buches von Miller herausgebracht, dieses berühmte Buch von 1836, das wir ja lang und breit angeschaut haben, mit allen 19 Kapiteln. Das kam mit seiner neuen Ausgabe heraus, 5000 Stück und das hat natürlich sehr gefördert, diese Ansichten von Miller noch weiter zu verbreiten.
[2:54] Am 5. Januar ging dann die Vortragsreihe in Boston zu Ende, hier in dieser großen Stadt. Und dann hatte Miller weitere Einladungen, zunächst in ein ganz kleines Dorf in der Nähe von Boston nach Cambridgeport. Damals war Boston nicht so groß wie heute. Und dann ging es, das war vom 6. bis 13. Januar und dann einen Tag später, vom 14. Januar bis zum 20. Januar, eine zweite Vortragsreihe hier in Haverhill. Und von dort dann noch ein bisschen weiter in den Bundesstaat New Hampshire nach Portsmouth. Und in Portsmouth begann er am 21. Januar. Eine kleine Stadt, 7800 Einwohner damals. Und was dort passiert ist, es gab eine enorme Erweckung. Später wird davon auch mehr zu berichten sein. Und ein Prediger, ein methodistischer Prediger, der hier in Portsmouth im Dienst war, hatte sich vorgenommen, bei dieser Gelegenheit den Miller mal so richtig durcheinander zu bringen. So sah Portsmouth aus um 1840. Und hier der Bericht von jenem Pastor D.I. Robinson. Er sagte: "Ich hörte ihn so oft ich konnte die erste Woche und dachte, ich könnte ihn aus der Bahn werfen. Aber da in der großen Versammlung die Erweckung begonnen hatte, wollte ich es nicht öffentlich tun, damit kein Unheil entstehen würde." Also der Mann hatte wirklich Anstand. Er wollte nicht mitten im Vortrag jetzt den Miller durcheinander bringen, weil die armen Gläubigen, die dann vielleicht verunsichert werden würden und so weiter. Der wusste schon, dass das nicht gut wäre. Also sagt er: "Ich besuchte ihn daher in seinem Zimmer mit einer ansehnlichen Liste von Einwänden." Und dann heißt es: "Zu meiner Überraschung war kaum einer davon ihm unbekannt, und er konnte sie so schnell beantworten, wie ich sie vorgetragen hatte."
[4:51] Also er sagt, was ist damit? Miller sagt, kenne ich, das ist so und so. Was ist damit? Kenne ich, das ist so und so. Und als die ganze Liste abgearbeitet war, sagt er: "Ich ging nach Hause, überzeugt, gedemütigt und entschlossen, die Frage zu untersuchen." Wie Miller ja mehrmals gesagt hat, er hat kaum einen Einwand jemals gehört, den er nicht lange vorher schon selbst studiert hatte. Und das ist hier so ein Zeugnis von dieser Geschichte. Und als Folge dieser Vortragsreihe in Portsmouth gibt es einige junge Leute wie Thomas F. Barry und andere, dann auch der Prediger Robinson selbst hier, die angefangen haben zu sagen, wir müssen diese Botschaft auch predigen. Und es ist in diesem Jahr 1840, dass wirklich einige Leute anfangen, neben Miller gleichzeitig mit ihm das zu predigen. Aus dieser Ein-Mann-Bewegung wird eine Viel-Mann-Bewegung in diesen Monaten.
[5:41] Währenddessen sind die Briten in Afghanistan aktiv, schon seit einigen Jahren Afghanistan einzunehmen. Das hat so teilweise Erfolg und teilweise auch nicht. Das bringt vor allem die Russen auf den Plan, die auch von Norden einen Blick auf Zentralasien geworfen haben. Und so fürchtet man in jenen Monaten, dass es zu einem großen Krieg zwischen Großbritannien und Russland kommen könnte. Das Ganze hat sich ja dadurch noch verschlimmert durch die Orient-Krise, die seit einem Jahr im Gange ist. Vielleicht erinnern wir uns daran, dieser nette Herr hier, der Vizekönig von Ägypten, Pascha Muhammad Ali, hatte ein Jahr zuvor Krieg gegen seinen Fürsten, gegen den Sultan in Konstantinopel geführt und ihm fast den gesamten, ganz Palästina und Syrien entrissen und wollte sich von ihm unabhängig machen und hatte die gesamte osmanische Armee eingenommen oder vernichtet. Und die ganze Welt schaut mit großer Sorge dort in den Nahen Osten. Das Ganze ist deswegen so interessant, weil Miller und Litch gesagt hatten, 1840 passierte was mit der Türkei, mit dem Osmanischen Reich. Und nach wie vor weigert sich Muhammad Ali, seine Eroberung zurückzugeben an die Hohe Pforte in Konstantinopel. Und die Zeitschriften und Zeitungen sind voller Berichte. Wird das jetzt zu einem Krieg kommen? Was wird passieren? Und die Menschen schauen, wie das weitergehen wird.
[7:15] Ende Januar, am 30. 31. Januar ist dann Miller von Portsmouth weiter nach Exeter, hat hier zwei Tage gepredigt und dann weiter in ein kleines Dorf hier nach Deerfield vom 2. bis 6. Februar und dann zurück nach Boston, weil dort eine dritte Vortragsreihe innerhalb von wenigen Wochen anberaumt ist. Weil Boston hat 93.000 Einwohner, da kann man öfter mal predigen. Und diesmal haben sie andere Gemeinden, andere Kirchen noch gebucht und so hält er dort erneut Vorträge. Es ist gerade eine interessante Zeit. Nur zwei Tage nachdem er den Vortrag dort beginnt in Boston, hier haben wir ihn, findet eine besondere Hochzeit statt. Weiß jemand, wer das ist? Am 10. Februar 1840? Das ist Königin Viktoria und sie heiratet hier wen? Prinz Albert von Sachsen-Coburg und Gotha, genau, den Deutschen. Und das war natürlich das große Ereignis und hat dazu geführt, dass die deutschen Bande und die englischen Bande enger zusammengingen.
[8:25] Und weiterhin war die Orientkrise am schwelen. Das war der ursprüngliche Bereich von Ägypten, der mal zu Ägypten gehört hat. Und das war jetzt all das, was Muhammad Ali in den Jahren zuvor erobert hatte, bis 1831. Und jetzt war er, wie gesagt, hier Richtung Konstantinopel vorgestoßen und das Osmanische Reich hatte keine Armee mehr, keine Flotte, die war übergelaufen nach Ägypten. Und die Frage war, kann das Osmanische Reich, das eigentlich ja hier das alles ist, das Osmanische Reich gewesen, kann das noch bestehen? Und da gibt es viele Berichte, zum Beispiel in der London Times, dass ein Krieg droht und dass vor allem die Russen sich anbieten, hier mit hineinzugehen und die Engländer wollen mitmischen. Es gibt ganz verdeckte diplomatische Kartenspiele und naja, ziemliches Durcheinander.
[9:13] Währenddessen predigt Miller, wie gesagt, in Boston. Und während er dort predigt, hat er eine Unterhaltung mit Joshua Himes und dabei geht es um die Etablierung einer Zeitschrift. Lassen wir mal selbst erzählen, was er gesagt hat. Er sagt: "Seit geraumer Zeit waren die Zeitungen angefüllt mit beleidigenden Geschichten über meine Arbeit und sie hatten sich geweigert, irgendetwas von mir als Antwort zu veröffentlichen. Ich hatte deutlich gespürt, wie sehr ich eine Möglichkeit zur öffentlichen Kommunikation bräuchte. Es hatte bereits zahlreiche Versuche gegeben, eine Zeitschrift herauszubringen." Seit etlichen Jahren hat Miller diese Idee: "Ich brauche eine Zeitschrift für meine Ideen. Eine Zeitschrift herauszubringen, die sich der Verteidigung der Lehre und der Informationsdarlegung bezüglich Prophetieerfüllung widmet. Es muss doch möglich sein, so eine Zeitschrift zu etablieren." Aber hier war das Problem.
[10:09] "Wir konnten allerdings nie einen Mann finden, der bereit war für solch eine Veröffentlichung seine Reputation und finanzielle Mittel aufs Spiel zu setzen." Also, wenn Miller irgendwo hingegangen ist und gesagt hat: "Lass uns eine Zeitschrift gründen", haben alle gesagt: "Ja, das ist eine tolle Idee." "Ja, hilfst du mir?" Nicht so direkt, ja. Keiner wollte Geld aufs Spiel setzen für so eine außergewöhnliche Sache, eine Zeitschrift über das Ende der Welt. Keiner wollte seine Reputation aufs Spiel setzen.
[10:36] Und dann sagt er: "Während meines Boston-Aufenthaltes im Winter 1840 erwähne ich gegenüber Bruder Himes meine Wünsche bezüglich einer Zeitschrift und die Schwierigkeiten, die sich bisher ergeben hatten, um eine solche zu etablieren." Und jetzt Achtung: "Er bot mir sofort an, ohne lange zu überlegen, soll ich eine Zeitschrift, die sich dieser Frage widmet, zu beginnen, wenn ich glaubte, dass dadurch die Sache der Wahrheit vorangetrieben werden könnte." Wie ich gesagt habe, der Joshua Himes war jemand, was das brauchen wir? Vorwärts!
[11:06] Und so sagt er: "Eine Woche später brachte er ohne einen Subskribenten oder irgendeine Hilfszusage, das heißt, ohne Geld, ohne einen einzigen Dollar in der eigenen Tasche, die erste Ausgabe der 'Signs of the Times' heraus." So ein Mann war Joshua Himes, der gesagt hat: "Wir brauchen eine Zeitschrift. Ich habe kein Geld. Macht ja nichts, wir fangen trotzdem an." Und das ist der Geist der Miller-Bewegung. Das ist der Geist, auf dem diese ganze Bewegung ruht.
[11:35] Diese Zeitschrift "Signs of the Times", wir werden jetzt in den nächsten Malen ganz oft darauf zurückkommen, wurde dann die Zeitschrift schlechthin der Miller-Bewegung, übersetzt "Zeichen der Zeit". Das war dann ihr Hauptorgan. Und sie erscheint zum allerersten Mal am 28. Februar, wie gesagt, ohne irgendeinen Verleger, einfach so zusammengewürfelt und erstmal herausgebracht. Mit vollem Risiko.
[12:00] Im März ist Miller in Watertown und dort berichtet er folgendes an seinen Sohn, Anfang März. Er sagt: "Ich habe niemals an irgendeinem Ort solch eine Wirkung gesehen wie hier." Und er hat viel erlebt bisher schon. In den letzten neun Jahren hat er schon viel Erweckung gesehen. Und wenn er sagt, ich habe niemals solch eine Wirkung erlebt, dann muss das gewaltig gewesen sein. Er sagt: "Als letztes habe ich über 1. Mose 19, Vers 17 gepredigt." Weiß jemand, was die Geschichte in 1. Mose 19 steht? Das ist noch lange vor den 10 Geboten. Die 10 Gebote ist in 2. Mose 20. Dann aber in 1. Mose 19. Welche Geschichte steht in 1. Mose 19? Es ist nicht Noah, sondern so ähnlich, es ist Sodom und Gomorra.
[12:50] Ich war die Geschichte Sodom und Gomorra, nicht wahr? Und da predigt er darüber. Es waren etwa 1000 bis 1500 anwesend und mehr als 100 wurden überführt. "Die Hälfte der Versammlung weinte wie kleine Kinder, als ich mich verabschiedete." Als er nach fünf Tagen gehen muss, haben die alle geheult. Die haben buchstäblich geheult und das sind dann 500 bis 700 Leute gewesen, die geheult haben. Er sagt: "Mr. Medbury, der baptistische Prediger, weinte, als ob ihm das Herz brechen würde." "Mehr als eine Stunde lang konnten wir nicht wegkommen." Die haben alle festgehalten, umarmt, als würden sie ihn nicht wiedersehen. "Ungefähr 20 haben sich bekehrt, als ich dort war." Eine gewaltige Wirkung.
[13:28] Das war der Ort hier, in der Nähe von Boston, Watertown, wo das stattfand. Aber dann musste er weiter, weil er eine Einladung hatte nach Portland. Und Portland liegt im Bundesstaat Maine. Das war jetzt der fünfte Bundesstaat, den er betreten hat. Und in Portland wohnt doch jemand. Ellen Harmon mit ihrer Familie, ganz genau.
[13:57] Und um es genau zu machen, Ellen Harmon wohnte, das ist das alte Portland, also damals gab es noch keine Autobahn natürlich, hier, genau hier in der Clark Street 44. Hier eine Straße weiter, das ist die Brackett Street, da ging sie früher ja zur Schule, bis zu dem Unfall, der wahrscheinlich hier stattfand. Und seitdem war sie ja zu Hause gewesen. Hier, das ist der Park, der Deering Oaks Pond, wo sie oft dann ihre Freizeit verbracht hatte, weil sie, wie gesagt, nicht zur Schule ging und bei der Mutter zu Hause geholfen hat. Und hier, in der Casco Street, da fanden die Versammlungen statt.
[14:34] Welcher Denomination gehörte nochmal die Familie Harmon an? Weiß es jemand noch? Methodisten. Methodisten, ganz genau. Der Vater war sogar eine richtige Säule in der methodistischen Kirche. Er war ein sogenannter Exhorter. Die Exhorter, das waren die Laien. Wenn ein Prediger gepredigt hat, bei den Methodisten, dann stand einer von den erfahrenen geistlichen Brüdern auf, nach der Predigt, und hat sich dann an die Geschwister gewandt und gesagt, nach dieser Predigt sollten wir doch wirklich uns vornehmen. Ich war nochmal so eine Ermahnung ausgesprochen, so eine Nachpredigt. Und ihr Vater war so einer, also hatte gutes, war sehr angesehen in der methodistischen Kirche.
[15:14] Aber die Vorträge fanden nicht in der methodistischen Kirche statt, sondern in der Kirche der Christian Connection, jener Denomination, zu der auch Joshua Himes gehörte und Joseph Bates und einige andere. Und da haben wir die Kirche. Heute steht sie nicht mehr, aber so sah sie aus. Das war die Casco Street Church. Also hier, über diese Stufen ist Ellen Harmon mit zwölf Jahren in die Kirche reingegangen, um William Miller zu hören.
[15:39] Und lassen wir sie mal selbst erzählen, wie das gewesen ist. "Im März 1840 kam William Miller nach Portland, Maine. Er war damals schon 58 und hielt eine Reihe Vorträge über das Zweite Kommen Christi. Diese Vorträge erregten großes Aufsehen und die Christian Church, also die Kirche der Christian Church an der Casco Street, wo die Vorträge gehalten wurden, war tagsüber und abends gefüllt. Es zeigte sich in den Versammlungen keine wilde Aufregung, aber ein tiefer Ernst erfüllte die Herzen der Zuhörer. Nicht nur wurde in der Stadt selbst großes Interesse bekundet, sondern auch die Landleute strömten Tag für Tag in Scharen herbei, brachten ihr Essen in Körben mit und blieben vom Morgen bis zum Schluss der Abendversammlung." Also über Tage hinweg kam die ganze Landbevölkerung mit Picknickkorb dort nach Portland und hat den Miller gehört.
[16:27] Und dann sagt sie: "In Gesellschaft meiner Freunde besuchte auch ich diese Versammlung." Also sie als zwölfjähriges Mädchen mit ihren anderen Freundinnen sind dahinten marschiert zur Vortragsreihe mit Mr. Miller. "Herr Miller führte uns die prophetischen Ketten vor mit einer Genauigkeit, welche die Herzen seiner Zuhörer überzeugte. Er sprach über die prophetischen Zeitperioden und führte viele Beweise vor, um seine Stellung zu stärken. Seine ernsten und kräftigen Bitten und Mahnungen an diejenigen, die noch unvorbereitet waren, hielten die Massen wie gebannt." Also, wenn der Miller gesprochen hat, dann konnte man eine Stecknadel fallen hören.
[17:05] Und dann sagt sie: "Mir war gelehrt worden, in der methodistischen Kirche, wie auch in allen anderen Kirchen zu der Zeit, dass es vor dem Kommen Christi in den Wolken des Himmels ein irdisches Millennium geben werde. Aber nun hörte ich die überraschende Ankündigung, dass Christus im Jahre 1843, also schon nach wenigen Jahren, kurzen Jahren, kommen werde." Vielleicht erinnern wir uns, dass sie vier Jahre zuvor, 1836, auf dem Weg von der Schule so ein kleines Zeitungsfetzen aufgegriffen hat, wo stand, dass Jesus 1866 kommen würde. Und das hat sie ja schon ein bisschen auf eine Aufregung versetzt. Aber jetzt hört sie mit zwölf Jahren, er kommt in drei Jahren. Und das war natürlich die Sensation.
[17:49] Es wurden besondere Versammlungen anberaumt. Also neben den Vorträgen gab es dann noch extra Versammlungen, in denen Sünder eine Gelegenheit bekommen könnten, ihren Heiland zu suchen. Also man muss sich das so vorstellen, da gab es am Tag mal einen Vortrag, abends Vorträge und zwischendurch gab es Versammlungen, wo all diejenigen eingeladen waren, die noch nicht bekehrt waren und die jetzt sich fragen wollten, ob sie bekehrt, also die noch nicht wussten, ob sie wirklich Erlösung erlebt haben, in denen Sünder eine Gelegenheit bekommen könnten, ihren Heiland zu suchen und sich auf die schrecklichen Ereignisse vorzubereiten, die bald stattfinden sollten.
[18:22] Über die ganze Stadt hin verbreitete sich gewissen Angst und Schrecken. Gebetsversammlungen wurden angefangen und ein allgemeines Aufwachen fand in den verschiedenen Gemeinschaften, meint also verschiedenen Kirchen, statt. Denn sie alle fühlten mehr oder weniger den Einfluss, der von der Lehre von der nahen Wiederkunft Christi ausging. Der Miller hatte niemals die Leute versucht zu Baptisten zu machen, obwohl er selbst ein Baptist war. Er hat einfach gesagt: "Bleibt in euren Kirchen, bereitet euch vor auf die Wiederkunft." Und so haben alle verschiedenen Kirchen, die Methodisten, die Baptisten, die Christian Connection und die Episkopalen, wie sie alle hießen, haben solche Gebetsversammlungen eingerichtet.
[18:56] Wenn Sünder eingeladen wurden, nach vorn zur Bußwang. Also Bußwang ist schlecht übersetzt, ich habe das aus der offiziellen deutschen Übersetzung. Das sind solche Sitze gewesen, man hat vor den ersten Reihen spezielle Sitze gehabt, wo die Leute, die sich nicht sicher waren, ob sie schon Errettung erlebt haben, nach vorne kommen konnten, also wie bei einem Aufruf. Da hat der Prediger, der Miller einen Aufruf gemacht, dann kamen wir nach vorne, haben uns hingesetzt. Da heißt es hier: "Da leisteten Hunderte dem Ruf Folge."
[19:21] "Und auch ich drängte mich unter den anderen durch die Menge und nahm meinen Platz unter den Suchenden ein." Klein Ellen, mit zwölf Jahren. Wir haben ja gesehen, durch diesen Unfall, den sie gehabt hat, war sie so sehr in Depressionen geraten und jetzt kommt sie nach vorne und möchte sich vorbereiten. Aber Achtung, was sie schreibt: "Aber in meinem Herzen war ein Gefühl, dass ich niemals würdig werden könnte, ein Kind Gottes genannt zu werden. Ich hatte oft um den Frieden, der in Christus ist, gebeten, aber ich schien die gewünschte Freiheit nicht finden zu können. Eine schreckliche Traurigkeit ruhte auf meinem Herzen."
[19:56] Sie kommt nach vorne beim Aufruf, setzt sich mit vorne hin, hat aber nicht das Gefühl, dass sie vergeben worden ist. Das heißt weiter: "Ich konnte an nichts denken, dass ich getan hatte, dass dies traurige Gefühle mehr verursacht haben könnte. Aber es schien mir, dass ich nicht gut genug sei, um in den Himmel kommen zu können. Dass so etwas viel zu gut sei, als dass ich es erwarten könne. Mangel an Vertrauen in mich selbst und die Überzeugung, dass es mir unmöglich sein werde, irgendjemand zum Verständnis meiner Gefühle zu bringen, hielt mich davon ab, Rat und Hilfe bei meinen christlichen Freunden zu suchen."
[20:29] Sie ist sehr in sich geschlossen. Früher, als sie noch den Unfall nicht hatte, war sie sehr offen, hat mit allen Leuten gesprochen. Hat sich sehr in sich geschlossen, glaubt, keiner kann sie verstehen. Die einzige Person, der sie sich manchmal ein bisschen öffnet, ist ihr älterer Bruder Robert. Das war so ihre Vertrauensperson. Der war 17 Jahre alt damals und dem hat sie mal anvertraut, dass sie eigentlich sich gewünscht hat, lieber zu sterben als zu leben. Aber ansonsten hat sie nicht viel gucken lassen. Keiner konnte richtig verstehen, was in ihr vor sich geht.
[20:56] Und dann sagt sie weiter: "In dieser Weise wanderte ich unnötig in Finsternis und Verzweiflung dahin. Während sie, die meine Zurückhaltung nicht erkannten, nichts von meinem wahren Zustand wussten." Kann man viel von lernen, von dieser Erfahrung, dieses zwölfjährigen Mädchens, das irgendwie einen falschen Eindruck vermittelt bekommen hat vom Christentum. Ich habe gedacht, das ist so ein hoher Maßstab, den man nie erreichen kann. Und sie hätte so gern Christ werden wollen, aber hat nicht gewusst, wie. Und keiner hat sie so richtig erklärt. Und Miller kommt und Miller geht und sie hat das gehört und sie weiß, jetzt sagt sie dann später, vorher wollte ich sterben, jetzt will ich auch nicht mehr sterben. Denn wenn ich weiß, dass bald das Ende kommt und ich unverarbeitet bin, dann kann ich auch nicht sterben. Also sie will nicht leben, sie will nicht sterben. Sie weiß gar nicht, wohin. Und das hat in dieser Zeit sie sehr gepackt. Ich weiß nicht, wer von uns mit zwölf Jahren schon so tief um Erlösung gebeten hat.
[21:49] Und naja, aber ansonsten, mal abgesehen von ihr, war die Stadt in heller Aufregung. Hier ein Bericht über das, was im Allgemeinen in Portland passiert ist. "Seitdem Bruder M, also Bruder Miller, uns verlassen hat, haben schätzungsweise bis zu 250 Menschen bei uns in Versammlung ein Verlangen nach Religion ausgedrückt, indem sie für spezielle Gebete nach vorne gekommen sind. Und wahrscheinlich zwischen 100 und 200 haben Zeugnis über ihre Bekehrung bei uns in Versammlung abgelegt. Und nun ist das Feuer in der ganzen Stadt und im umliegenden Land entfacht."
[22:22] Eine Reihe Rumverkäufer, das war ja Portland, heißt ja übersetzt, das ist eine Hafenstadt. Da gibt es viele Seemänner, da wird Rum getrunken und verkauft, was das Zeug hält. Eine Reihe Rumverkäufer haben ihre Läden zu Versammlungsräumen umfunktioniert. Stellen Sie sich das mal vor. Und jene Orte, die einst der Unmäßigkeit und dem Gelage gewidmet waren, sind nun dem Gebet und dem Lobpreis gewidmet. Man konnte also in irgendwelche Hafenspielungen gehen und da die Leute beten hören und singen sehen und Bibeltexte lesen. Andere haben den Verkauf ganz aufgegeben und haben sich zu Gott bekehrt. Soweit ich informiert bin, wurden ein oder zwei Spielhöllen komplett geschlossen. Ungläubige, Deisten, Universalisten, das sind diejenigen, die glauben, alle kommen in den Himmel. Und die hoffnungslosesten Verschwender sind bekehrt worden. Einige von ihnen waren seit Jahren in keinem Gotteshaus gewesen.
[23:14] In der ganzen Stadt, jetzt Achtung, sind Gebetsversammlungen etabliert worden von den verschiedenen Denominationen und auch von Einzelpersonen. Und fast zu jeder Stunde findet eine statt. Man konnte also durch Portland gehen in den Wochen nach der Vortragsreihe und konnte zu jedem Zeitpunkt irgendwo zu einer Gebetsversammlung gehen. Überall fand statt. Und der, das hier schreibt, sagt: "Als ich am vierten, an einem bestimmten Wochentag, im Geschäftsviertel unserer Stadt unterwegs war, da, wo die Banken waren, wurde ich in einen Raum über einer Bank geführt, wo um elf Uhr vormittags etwa 30 oder 40 Männer verschiedener Denominationen einmütig im Gebet versammelt waren." Und das stellen wir uns mal vor, nicht wahr? Im Geschäftsviertel, in einer Bank. Die Bankiers, verschiedene Denominationen, Baptisten, Methodisten, wie sie alle heißen, die sich sonst vorher gestritten haben und nichts mehr dazu tun haben wollten, saßen einmütig zusammen um elf Uhr vormittags und haben gebetet: "Gott, mach uns bereit, du kommst bald wieder."
[24:10] Um es kurz zu machen, es ist fast unmöglich, das Interesse, das sich in dieser Stadt gezeigt hat, adäquat zu beschreiben. Es gibt keinerlei extravagante Aufregung. Das ist genau das, was Ellen auch beschrieben hat, Ellen Harmon. Eine fast universelle Feierlichkeit im Denken aller Menschen. Einer der führenden Buchverkäufer sagte mir, er habe seit Mr. Millers Besuch in einem Monat mehr Bibeln verkauft, als in den vier vorangegangenen zusammen. Das schreibt Pastor Flemming, der kurze Zeit später auch ein Prediger für Miller geworden ist. Er war der Prediger hier in der Christian Church. Und Ellen hat sich dann entschieden, nicht mehr zu den Methodisten zu gehen, sondern immer zu diesen Nachveranstaltungen dort, wo dieses Interesse weiter gefördert worden ist.
[24:58] Und dann war es soweit. Das Magazin, das man begonnen hatte, hat einen Verleger gefunden. Himes hat es geschafft, eine Bostoner Firma davon zu überzeugen, diese Zeitschrift zu drucken. Das Angebot war, Himes arbeitet kostenlos als Editor, verdient nichts daran und alle Einkünfte gehen an den Verleger. Und dann hat der Verleger gesagt: "Okay, das machen wir." Und mit diesem Geschäftsmodell hat man dann die erste offizielle Ausgabe der "Signs of the Times" März 20, 1840, Nummer 1 herausgebracht.
[25:33] Und hier ein paar Beispiele. Was fällt uns auf, wenn wir das sehen? Was fällt euch auf, auf den ersten Blick? Viele Bibeltexte, viel geschrieben, wenig Bilder, nicht wahr? Heute sind unsere Zeitschriften mit vielen Bildern, Diagrammen, nicht wahr? Das muss abwechslungsreich sein. Die Leute damals, die wollten Fakten, die wollten Informationen. Und der erste Artikel überhaupt war ein Artikel über Daniel 8, und zwar Mr. Millers Antwort auf Campbell und Smith und andere führende Ausleger der damaligen Zeit in Bezug auf das kleine Horn. Die große Auseinandersetzung war, ist das kleine Horn in Daniel 8 der Papst oder ist es der Islam? Und viele haben gesagt, Miller ist falsch, es muss der Islam sein. Und Miller gibt einen langen Artikel hier darüber, dass es der Papst sein muss.
[26:22] Und dann, was man weiterhin hat, also ihr seht, es war wirklich viel Text. Hier zum Beispiel hat man dann auch einige Kommentare abgedruckt von einem gewissen Dr. McKnight, der auch schon im 18. Jahrhundert gelebt hat und der ebenfalls wie Miller davon überzeugt war, dass die Welt durch Feuer zerstört wird. Und dann haben wir hier noch einen Vortrag über die Zeichen der Zeit von William Miller. Und dann noch so ein paar Ankündigungen.
[26:49] Die Zeitschrift soll alle zwei Wochen herauskommen und soll für ein Jahr im Voraus, was würdet ihr schätzen, wie viel kosten? Was würdet ihr ausgeben für eine Zeitschrift, ein ganzes Jahr lang? Ein Dollar. Also das war wirklich billig. Ein Dollar für 24 Ausgaben. Und man hat von Anfang an versucht, auch die Gerüchte aufzugreifen. Hier zum Beispiel ein Gerücht von einem Prediger, der gesagt hat, wenn man die, er folgendes gesagt hat: "Die Vorträge von Miller sind noch demoralisierender als das Theater." Und dann die Bitte, wenn also jemand mal Millers Vorträge gehört hat, könnte man bitte dazu Stellung nehmen. Und noch ein Brief von Miller über seinen Werdegang, wie er so die Bibel studiert hat, wie er darauf gekommen ist und so weiter und so fort.
[27:35] Und ganz wichtig, von der ersten Ausgabe an: "Das türkische Reich, Ägypten und die vier Mächte Europas." Politik, also Weltgeschichte mit der Prophetie verglichen. Das war milleritisch.
[27:50] Dann, nachdem die Vortragsreihe in Portland vorbei war, ist Miller nach Hause gefahren. Er war jetzt sechs Monate von zu Hause unterwegs gewesen und hat in diesen sechs Monaten sage und schreibe 327 Vorträge gehalten. Das macht mehr als 50 Vorträge pro Monat. Wie gesagt, er war so 57, 58. Und auf dem Weg nach Hause fährt er in so einer Kutsche und neben ihm ist ein anderer junger Prediger, der mit ihm reist und Miller gibt sich nicht zu erkennen. Und dieser andere Prediger rühmt sich, dass er, erkennst du den Prediger und den Prediger? Der ist ein sehr Gelehrter und den musst du mal hören. Und das ist ganz toll und so weiter. Und Miller sagt: "Ah, interessant."
[28:34] Dieser junge Prediger ist so richtig intelligent und gebildet. Und dann stoppen sie irgendwo und essen. Und der Inhaber der Gaststätte ist ein Bekannter von diesem jungen Prediger. Und dieser Inhaber der Gaststätte hat diesem jungen Prediger vor einigen Wochen ein Buch überreicht mit dem Titel "Beweise aus der Schrift und aus der Geschichte über das Kommen Jesu im Jahr 42 von William Miller." Und jetzt fragt dieser Gastwirt: "Sag mal, hast du das Buch gelesen von diesem Propheten Miller?" Und Miller denkt sich schon: "Was passiert denn jetzt?" Und der junge Mann sagt: "Weißt du was, ich habe das Vorwort gelesen und im Vorwort steht, dass Miller nicht studiert hat. Da habe ich es wieder zugemacht und es nicht gelesen. Kann ja nicht sein." Miller hat nichts weiter gesagt, ist nach Hause gefahren. Aber das hat ihm natürlich gezeigt, mit was für Vorurteilen die Menschen zum Teil zu kämpfen haben. Er hat nicht studiert, kann nicht sein, brauchen wir nicht.
[29:33] Naja, er kam, wie gesagt, am 27. März an. Nach etwa sechs Monaten war er endlich wieder zu Hause. Und dann schreibt er nur wenige Tage später an Himes: "Diese Seelen, zu denen ich auf meiner sechsmonatigen Tour gesprochen habe, sind ständig vor meinen Augen, ob ich schlafe oder wach bin." Das war für mich nur ein Job, den er gemacht hat. "Ich sehe sie zu Tausenden verloren gehen. Und wenn ich über die Verantwortung ihrer Lehrer nachdenke, die sagen 'Friede und Sicherheit', dann leide ich peinlich für sie." Der Miller, der hat eine Bürde gehabt für die Menschen. Wenn er gepredigt hat, wollte er wirklich, dass sie erlöst werden. Und selbst als er fertig war, hat er immer noch ein bisschen nachgedacht. Meine Güte, diese Menschen in Portsmouth und in Portland und in Boston. Was wird aus ihnen?
[30:24] Jetzt war er zu Hause, hier nochmal ein Bild von seiner Farm. Aber auch dort war er nicht einfach nur faul, sondern hat dort fast den gesamten Monat April, dreieinhalb Wochen, eine lange Vortragsreihe in seiner Heimatstadt gehalten. Was nützt es, wenn man immer nur in der Ferne predigt, wenn die Leute zu Hause sich nicht bekehren. Und in dieser Vortragsreihe haben sich auch drei seiner sieben Kinder bekehrt und wurden getauft. Das war natürlich eine große Freude für ihn.
[30:52] Währenddessen spitzt sich die Lage im Orient dramatisch zu. Die Zeitschriften, die weltlichen Zeitschriften fürchten einen neuen europaweiten Krieg, der ausgelöst wird durch diese Orient-Krise. Der Pascha Muhammad Ali weigert sich in wirklich undiplomatischer Art und Weise seine Besitzung, seine Eroberung wieder zurückzugeben. Und damit legt er sich vor allem mit den Briten an. Und er schafft es sogar, die europäischen Mächte untereinander auszuspielen. Plötzlich stehen die Briten gegen die Franzosen. Und die Welt schaut erstaunt. Denn wie gesagt, diese Vorhersage steht im Raum. Litch hatte geschrieben, 1840 passiert was mit dem Osmanischen Reich.
[31:40] Am 15. April kommt die zweite Ausgabe raus, der "Signs of the Times". Und hier möchte ich auf etwas hinweisen, was wirklich beeindruckend ist. Der Leitartikel kommt diesmal nicht von Miller. Noch nicht mal von einem Anhänger Millers, sondern von einem Gegner Millers. Von Anfang an waren die Milleriten so fair, dass sie auch ihren Gegnern, die sie als Gegner der Milleriten, die Chance eingeräumt haben, ihre Position darzulegen. Also Miller hat in der ersten Ausgabe gegen Campbell geschrieben und gesagt: "Schaut her, das kleine Horn ist das Papsttum." Und in der zweiten Ausgabe bekommt jetzt Campbell die Gelegenheit zu sagen: "Okay, nein, ich glaube, das kleine Horn ist der Islam." Und zwar seitenweise. Das Ziel war also nicht ideologisch, das ist unsere Meinung, sondern das Ziel war, dem Leser beide Seiten vor Augen zu führen, dass der Leser immer besser die Bibel verstehen kann. Das erfordert ein ganz großes Maß an Menschlichkeit und an Großzügigkeit, genau, Größe. Und das haben sie von Anfang an gehabt. Sie gehen sogar so weit, dass sie in dieser Ausgabe das Buch von Campbell bewerben und sagen: "Ihr könnt es in unserem Büro kaufen." Obwohl es Aussagen drin hat, die gegen Miller sprechen. Weil es auch über Prophezei geht und auch mit vielen Sachen mit Miller übereinstimmt. Und deswegen sagen sie, das ist ein gutes Buch. Man muss es halt klug lesen. Damals hat man den Lesern noch zugemutet, selbstständig denken zu können.
[33:16] Ein Bericht unter anderem hier ist auch über die Nachwirkung der Vorträge von Miller. Zum Beispiel wird jetzt berichtet, wie die Vortragsreihe in Portsmouth im Januar weitergegangen ist. Das heißt: "Am 23. Januar kam Bruder Miller in unsere Stadt und begann in der Kapelle eine Vortragsreihe über die Wiederkunft Christi. Während der neun Tage, die er blieb, kamen große Mengen, um ihn zu hören. Bevor er abschloss, kam eine große Anzahl nach vorne für Gebete. Noch einige Zeit nach seiner Abreise hatten wir jeden Tag und jeden Abend weitere Versammlungen. Solch ein intensiver Gefühlszustand, wie er jetzt unsere Gemeinde durchdringt, haben wir niemals zuvor irgendwo beobachtet. Nicht selten kamen 60 bis 80 am Abend, also jeden Abend 60 bis 80 Entscheidungen." Schaut euch das mal vor, was das für Invitationen gewesen sind. Nach vorne für spezielle Gebete. Solch ein erhabener Geist der Feierlichkeit hat sich hier niedergelassen, dass das Herz des Sünders, das dem widerstehen konnte, wirklich hart sein muss. Alles ging ordentlich und feierlich zu. Unsere Abendveranstaltung ging nicht nur sechs Tage weiter, sondern für sechs Wochen."
[34:20] Wir sind ja froh, wenn wir uns die Invitation endlich zu Ende sind. Da ging das erst los, als die Invitation zu Ende war, gingen sechs Wochen lang Tag und Abend, jeden Tag die Versammlungen weiter. Wochenlang machte die Glocke, die zur täglichen Versammlung läutete, unsere Stadt zu einem kontinuierlichen Saal. Solche eine Erweckung ist auch von den ältesten Einwohnern in Portsmouth noch nie gesehen worden. Es ist momentan schwierig, die Anzahl der Bekehrungen dieser Stadt zu benennen. Man schätzt verschiedentlich zwischen 500 und 700. Niemals, solange ich an den Ufern der Sterblichkeit weile, jetzt wird er poetisch, erwarte ich mehr vom Himmel zu erleben, als wir in einigen der letzten Versammlungen und bei den Taufen erlebten. Am Wasser versammelten sich Tausende, um diese feierliche Einrichtung zu bezeugen und viele kehrten weinend zurück.
[35:07] April 1840. Währenddessen sind die Franzosen in Nordafrika beschäftigt, Algerien einzunehmen. Hier das dunkelbraune, das haben sie in dieser Zeit eingenommen und die Welt schaut auf diese kriegerischen Zustände.
[35:22] Im April, jetzt kommen wir zu Litch & Fitch. Wer ist das hier? Fitch, genau. Charles Fitch, der 1838 mit Miller in Kontakt getreten war durch das Buch, sich dann wieder zurückgezogen hatte. Weißt du mir noch, warum er sich zurückgezogen hatte? Er hatte sich zurückgezogen, weil er von seinen Kollegen, seinen Predigerkollegen ausgelacht worden ist. Und jetzt kommt eine so tolle Lektion. Gott wusste, er braucht diesen Charles Fitch. 1838 war er begeistert von der Botschaft, hatte Predigten gehalten, ganz kurz und hatte sich sofort wieder zurückgezogen, als er merkte, er wird von seinen ganzen Predigerkollegen deswegen ausgelacht.
[35:56] Also gibt Gott ihm ein anderes Thema, das er studiert hat. Das Thema Heiligung und Sieg über die Sünde. Wir haben letztes Mal gesehen, er hat 1839 ein Buch geschrieben, wie man Sieg über die Sünde haben kann, Heiligung. Und weil er das selbst studiert hat, ist er jetzt sehr fest davon überzeugt, er hat es selbst erlebt. Man kann den Sieg über Sünde erringen. Und dieses Buch wird von seinen Predigerkollegen abgelehnt. Und jetzt muss er sich verantworten. Und er schreibt 1840 einen Antwortbrief und sagt: "Schaut her, also ich weiß, dass das die Wahrheit ist. Man kann geheiligt werden, man kann Sieg über die Sünde bekommen. Und wenn ihr das nicht glaubt, dann muss ich mich von euch trennen." Und weil die hart bleiben, trennt er sich im Frühjahr 1840 von seinen Predigerkollegen.
[36:45] Was ist die Lektion? Manchmal, wenn wir ein bestimmtes Problem haben, gibt Gott uns eine Gelegenheit, erstmal dieses Problem zu lösen, bevor wir dann wieder in sein Werk hineingesetzt werden können. Fitsch bekam die Gelegenheit, ein anderes Thema zu studieren, wo er so felsenfest überzeugt war, dass er endlich den Schritt bereit war, sich von seinen Predigerkollegen zu lösen und eigenständig zu denken. Und das geschieht 1840. Noch hat er mit Miller nichts am Hut, aber damit ist er jetzt ein freier Prediger, ein bekannter Prediger auch, der wie gesagt dafür eintritt, für Heiligung und für Sieg über die Sünde. Das im April.
[37:22] Dann im Mai, 1. Mai. Und hier sieht man nur als Illustration, wie das weitergeht. Der dritte Hauptartikel ist jetzt von Josiah Litch. Und wieder geht es um das kleine Horn. Also erst war Miller über das kleine Horn in Daniel 8, dann der Gegner von Miller, Campbell über das kleine Horn in Daniel 8 und jetzt kommt Litch wieder für Miller. Und so ging es immer vorwärts und rückwärts. Und wenn man das gelesen hat, konnte man innerhalb von wenigen Wochen wirklich zu einem Prophetieexperten werden. So war das Konzept.
[37:51] Manchmal gab es auch ganz lustige Illustrationen. Hier zum Beispiel für die Posaune. Und dann gab es eine Zusammenfassung auch dieser Ausgabe über die Glaubensüberzeugung von Miller. Zum Beispiel, dass die Bibel Gottes offenbartes Wort ist und so weiter. Dass die Leute, die zum ersten Mal diese Zeitschrift lesen, auch wissen, was ist das eigentlich für ein Mann, dieser Miller. Und dann gibt er auch manchmal Berichte so zwischendurch hier über die letzten Vortragsreihen und wie viele getauft worden sind und so weiter. Dann hier Bericht von Boston, dass das gute Werk weitergeht.
[38:21] Und dann hier ein Bericht über die Politik. Frankreich ist im Krieg in Afrika. England ist bald im Krieg mit China. Und sogar die USA und England haben Spannungen und so weiter. Und dann natürlich die Osmanische Pforte, Ägypten und Frankreich hat sich für Ägypten ausgesprochen. Russland, England, Preußen für Österreich sind untereinander geteilt und so weiter und so fort. Und dann heißt es hier, es gibt die große Wahrscheinlichkeit, dass in diesem Jahr noch der große Krieg ausbrechen wird zwischen diesen Nationen. Also von Anfang an waren diese "Signs of the Times" auch nicht nur theologisch, sondern immer auch auf die Weltpolitik ausgerichtet. Das ist unser Fundament. Von Anfang an. Naja.
[39:00] Und dann gab es noch eine interessante Rubrik in jeder dieser Zeitschriften, nämlich "Refuge of Scoffers". Das war die Zuflucht der Spötter. Und in dieser Rubrik hat man immer die absurdesten Kritiken von Miller veröffentlicht. Und die größten Blasphemien. Um zu zeigen: Schaut mal, so sehr beleidigt man den Miller. Hier zum Beispiel hat man davon gesprochen, dass der Miller einen schwachen Verstand hat, dass er stolz und selbstsicher und ein alter Mann ist, der einfach ein paar Bibelferser auswendig gelernt hat und dass man eigentlich niemals über den schreiben müsste. Das ist ein Zitat hier aus seiner Zeitschrift. Wenn es nicht einige gäbe, die ihm nachfolgen. Naja, und so wollte man also zeigen, wie das Ganze vor sich geht.
[39:45] Miller hat dann im Mai noch eine kleine Vortragsreihe gehalten. Hier in Bensen. Und auch dort gab es großes Interesse. Und ebenfalls im Mai, am 10. Mai, schreibt Josiah Litch ein Büchlein. Josiah Litch. Er war, wie gesagt, neben Himes und Miller Person Nummer drei in dieser Bewegung. Und in seinem Buch, das sich ganz bewusst an die Theologen wendet, gibt er eine kurze Zusammenfassung dessen, was zu dem Zeitpunkt der Miller-Glaube ist, oder der Advent-Glaube.
[40:23] Vielleicht ganz kurz dazu, dass man das gut versteht, weil das Buch ist gar nicht so unwichtig. Litch selbst hatte ja im Jahre 1838 ein längeres Buch geschrieben, das ausführlich erklärt. Und jetzt wendet er sich an die Theologen, denn er weiß, wenn ich die Prediger gewinne, wenn die Prediger Millers Ansicht übernehmen, dann wird dem Werk viel Gutes getan. Und er weiß, es gibt zwei Hauptgründe gegen Miller, die immer angeführt werden. Erstens, es muss erst ein Millennium geben. Und zweitens, erst mal müssen die Juden nach Israel. Also geht es im ersten Kapitel um die wahre Natur des Reiches Gottes, um das Millennium. Und im zweiten Kapitel um die Wiederherstellung der Juden.
[41:00] Und dieses Kapitel hat Adventgeschichte geschrieben. Denn in diesem Kapitel hat er zum ersten Mal in der Geschichte Nordamerikas eine Begründung gegeben, die es vorher noch nie gegeben hatte. Miller hatte bisher argumentiert, die meisten Gegner von Miller haben gesagt: "Schau mal ins Alte Testament, da gibt es so viel Verheißung, die Israeliten werden zurück nach Palästina kommen, sie werden sich auf dem Berg Zion treffen, der Tempel wird aufgebaut werden, so viel Verheißung für Israel." Und Miller hatte damals immer argumentiert, ja, all diese Verheißungen waren vor dem babylonischen Exil gegeben und haben sich dann erfüllt nach dem babylonischen Exil. Aber Josiah Litch ist der allererste überhaupt, der ganz gründlich nachweist, dass all diese Verheißungen eigentlich geistlicher Natur sind. Das heißt, die ganzen Verheißungen im Alten Testament an Israel gehen gar nicht notwendigerweise an buchstäbliche Israeliten, sondern an geistliche Israeliten. Und das hat es vorher noch nie gegeben. Und das ist natürlich heute auch unsere Standardposition. Und wir dürfen das nicht unterschätzen, diese beiden Grundthemen, das Millennium und die Frage von Israel in der Prophetie, sind zwei absolute Ecksteine im Adventglauben. Das wird manchmal übersehen, deswegen betone ich das immer wieder.
[42:13] Und dann Sektion 3 war das Reich der Himmelsnahe, da geht es um Daniel 7 und Offenbarung 13. Übrigens hat er sich da auch von der 660-Theorie von Miller distanziert und hat im Gegensatz zu Miller deutlich gemacht, das erste Ziel aus Offenbarung 13 ist das Papsttum, nicht das zweite. Und dann Sektion 4, Heiligtum gereinigt, das geht wahrscheinlich um welches Kapitel? Um welches Kapitel geht es hier wohl? Das Heiligtum gereinigt geht wohl um, wenn es hier um Daniel 7 geht, geht es hier um Daniel 8, genau. Und da zeigt er dann die Auslegung von 1843.
[42:53] Und dann kommt die Zeit des Endes, also das Ende selbst, das ist Daniel 11 und 12, auch ausführlich. Ein paar Änderungen in Bezug auf Miller. Wie man gesehen, der Litch, der hat nicht einfach Miller nur gefolgt, sondern hat auch immer da ein bisschen noch geschliffen, ein bisschen besser argumentiert, neue Sachen hinzugefügt.
[43:08] Und dann, und das ist jetzt das eigentlich Spannende, kommt Sektion 6, die drei Wehe und die zwei Zeugen. Das sind welche Kapitel? Offenbarung, genau. Offenbarung? 9, 10 und 11, das sind die drei Wehe, das ist die fünfte, sechste Posaune und dann die zwei Zeugen. Und in diesem Buch geht es jetzt um Offenbarung 9 und damit um das Osmanische Reich. Und da schreibt er folgendes, Achtung:
[43:36] 10. Mai 1840. "Aber die Dauer ihrer Vorherrschaft, der Moslems, über das griechische Reich, also Oströmisch, Byzantinisch, ist begrenzt auf eine Stunde, 15 Tage, einen Tag, ein Jahr, einen Monat, 30 Jahre und einem Jahr, 360 Jahre. Das Ganze macht zusammen 391 Jahre und 15 Tage. Beide Perioden, die 150 Jahre aus der fünften Posaune und die 391 Jahre plus 15 Tage aus der sechsten Posaune, ergeben zusammen 41 Jahre und 15 Tage. Die erste Periode hat sich erfüllt und die Engel wurden losgebunden. Daher können wir erwarten, dass, wenn die zweite Periode schließt, mit ihr die Herrschaft der Osmanen in Konstantinopel endet."
[44:17] "Wenn der Zeitpunkt für den Beginn der Perioden, der Zeit des ersten Angriffs der Osmanen auf die Griechen, der 27. Juli 1299 war, dann wird die ganze Periode, Achtung, Atem anhalten, im August 1840 enden." Bis dahin hat er gesagt 1840, irgendwann. Jetzt kommt er raus und sagt, es wird der August sein. Noch wagt er sich nicht, den Tag zu rechnen. Aber er sagt, es muss im August sein. Und er schreibt es im Mai. Das sind ein paar Monate noch.
[44:49] "Alle Beobachter der Zeichen der Zeit müssen es zugeben, dass angesichts gegenwärtiger Zustände im Osten es überhaupt nicht unwahrscheinlich ist, dass die türkische Macht noch dieses Jahr zusammenbricht." So viele Prophetieausleger aller Zeiten haben Prophetie ausgelegt und gesagt: "Schaut mal, das ist passiert, das ist passiert, das ist passiert." Aber wer hat jemals sich gewagt, ein Buch zu schreiben und zu sagen: "In wenigen Monaten passiert das und das gemäß diesem Buch, dieser Aussage."
[45:11] Und dann sagt er: "Wenn dies geschieht, werden wir eine weitere Demonstration der Erfüllung biblischer Prophetie erhalten und werden in der Lage sein, mit Sicherheit zu entscheiden, dass das neunte Kapitel Offenbarung die islamische Herrschaft beschreibt. Für alle, die an das Wort Gottes glauben, wird auch die Schlussfolgerung, dass das Blasen der letzten Posaune nahe ist, unausweichlich und unwiderstehlich sein."
[45:31] Und dann sagt er, er macht es wirklich auf den Punkt. "Ich möchte die besondere Aufmerksamkeit des Lesers auf diesen Punkt richten." Er sagt nicht, das ist ein Nebenpunkt. Schauen wir mal, was passiert. Er sagt: "Leser, das ist der Punkt. Darum geht es mir. August 1840." Es ist in gewisser Weise das wichtigste Ereignis, für das eine Zeit vorher gesagt ist und es soll zukünftig stattfinden. Nach dem Fall Konstantinopels oder der türkischen Macht, die dort sitzt, können wir nach keinem weiteren besonderen Signal ausschalten als Anzeichen für das kommende Herrn, bis das Geheimnis Gottes vollendet ist." Er sagt mit anderen Worten, das ist das letzte Zeichen vor 1843. Und es kommt in wenigen Monaten. Und ihr könnt jetzt testen, ob es passiert.
[46:13] Liebe Leser, gerade in dem Moment, wo die Bewegung an Macht gewinnt, kommt dieses Buch raus und er sagt: "Schaut her, ihr testet. Wenn das nicht eintrifft, bricht die Bewegung sofort wieder zusammen." Das ist Glaube.
[46:28] "Signs of the Times", 15. Mai. Das geht jetzt zack auf zack. Miller beschreibt seine Bibelauslegungsprinzipien. Haben wir damals ja mal ausführlich angeschaut. Wiederholen wir nicht. Nur, dass ihr das seht. Und dann gibt es mittlerweile auch schon Agenten, die jetzt vor Ort diese Zeitschrift verteilen. Und wenn ihr ganz gut hinschaut, da seht ihr hier einen interessanten Namen. Könnt ihr den erkennen? Ah, sieht man schlecht, oder? Könnt ihr sehen hier, Fairhaven? Joseph Bates.
[46:58] Joseph Bates war ein guter Freund von Joshua Himes. Hatten früher schon gegen die Sklaverei gekämpft und gegen den Alkohol. Und als Himes sich jetzt so sehr auf die Seite Miller schlägt, da sagt Bates: "Da muss ich dabei sein." Und er ist jetzt der Agent für Fairhaven und verkauft auch die Zeitschriften und so weiter. Und das Buch von Miller. Und ist jetzt schon im inneren Zirkel dieser kleinen Gruppe von Milleriten. Sie haben sich zwar noch nicht persönlich getroffen, aber sie arbeiten jetzt quasi in gewisser Weise schon zusammen.
[47:28] Im Mai kommt auch eine der wenigen positiven Zeitungsartikel über Miller heraus, die nicht von Milleriten kommen. Hier haben wir einen Bericht aus dem Wesleyan-Magazin in Maine. "Mr. Miller ist in Portland gewesen und hat dort über sein Lieblingsthema, das Ende der Welt, in der gefüllten Casco Street Church gepredigt." Also da, wo Ellen Harmon auch gewesen war. Und jetzt schauen wir mal, wie so ein Nicht-Millerid auf Miller hinabschaut. Und das von außen betrachtet.
[47:59] "Mr. Miller ist etwa 60 Jahre alt, ein einfacher Farmer aus Hampton in der Bundesstadt New York. Wir vermuten, dass er nur gewöhnliche Schulbildung hat. Offensichtlich hat er starke Verstandeskräfte, die 14 Jahre lang fast ausschließlich dem Studium biblischer Prophetie gewidmet wohnen." Jetzt schaut mal, wie dieser Nicht-Millerid in wenigen Sätzen die Prophetie von Miller, seine Theorie zusammenfassen kann. Mal sehen, ob ihr das auch so könntet.
[48:22] "Mr. Millers Theorie besagt, dass Christus 1843 persönlich auf der Erde erscheinen wird. In einer äußerst geistreichen Art und Weise bringt er alle mystischen Zahlen der biblischen Prophetie in Zusammenhang mit 1843. Zunächst lässt er die 2300 Tage oder Jahre aus Daniel 8, Vers 14 mit den 70 Wochen oder 490 Jahren, die das Ende des Messias im Jahre 33 festlegen, zusammen beginnen. Die erste Zeitperiode geht danach noch 1810 Jahre länger bis 1843. Dann wird das Ende kommen." Er hat genau verstanden, was Miller wollte.
[48:54] "Mr. Miller ist ein großer Verfechter der buchstäblichen Interpretation, in dem er niemals eine symbolische Auslegung zulässt, es sei denn, dies ist absolut notwendig, um guten Sinn zu machen oder das intendierte Ereignis zu beschreiben. Er glaubt zweifellos alles, was er anderen lehrt. Seine Vorträge sind mit machtvollen Aufrufen an die gottlosen, gespickt hätte stehen müssen, und Universalismus, also die Lehre, dass alle in den Himmel kommen, fegt er mit Eisenhandschuhen an."
[49:25] Und dann war es soweit. 16. Mai, Miller kommt in diese Stadt. Wollt ihr sehen, welche Stadt es ist? New York City. Es sah damals so aus. Schon damals hatte es, Moment, wie viele Tausend, ähm, Moment, 390.000 Einwohner. So sah es damals aus, das ist ein Bild von 1840, New York City. Und hier, zu einer Straßenecke, war eine Kirche, und zwar genau diese Straßenecke hier, okay? Zwischen Norfolk Street und Brougham Street. Also das Gebäude stand da damals nicht, aber es war genau hier. Fand der erste Vortrag von Miller statt.
[50:06] Und was dort passiert ist, war außergewöhnlich. Am ersten Abend stehen an der Tür Vertreter von diesem Pastor Campbell, der so oft schon in den Dings geschrieben hat, und verteilen Flugblätter. In diesen Flugblättern steht: "Kauft das Buch von Campbell. Daran werden alle Theorien von Miller widerlegt." Und da hat man sich natürlich darüber beschwert, in den "Signs of the Times". Wir geben euch so viel Platz, und ihr arbeitet so gegen uns. Aber es war trotzdem eine gute Vortragsreihe in New York City.
[50:34] Wir müssen zum Ende kommen, noch ganz kurz. Am 1. Juni haben wir hier eine weitere Ausgabe der "Signs of the Times". Und da gibt es eine Auseinandersetzung zwischen Joshua Litch und einem anderen. Das überspringen wir, ist nicht so wichtig. Am 15. Juni noch eine weitere "Signs of the Times". Immer wieder werden die verschiedenen... Schaut mal, hier bekommt der Campbell trotzdem nochmal die Gelegenheit, so einen ewig langen Artikel zu schreiben über seine Sicht der Dinge.
[51:02] Und mittlerweile hat man auch ein Logo gefunden. Seht ihr das Logo? Es gibt erst einen Engel, keine drei Engel. Aber das ist das vorläufige Logo der "Signs of the Times". Und dann der erste Artikel jemals über den Zustand des Papsttums. Damals hat man nicht viel Aufsehen gemacht über das Papsttum, weil die würden ja ohnehin 1843 mit zugrunde gehen. Aber man schreibt zumindest ein bisschen über den Zustand des Papsttums auch schon.
[51:27] Und dann geht es in den Sommer, in dem Miller nach Kanada geht. Und an einigen Dörfern hier in Hadley und in Bolton und Georgeville Vorträge hält. Währenddessen gibt es auch andere Prediger, die keine Milleriten sind und nicht von Miller wissen, auch Vorträge halten. Zum Beispiel im Philadelphia Pastor Ramsey, der auch über die Wiederkunft Jesu spricht. Aber das sind eher Ausnahmen.
[51:54] Und so entwickelt sich diese Miller-Bewegung rasant, wie wir gesehen haben. Und es bleiben jetzt nur noch zwei Monate bis zum August 1840. Die Bewegung, die gerade anfängt, sich so zu entwickeln, steht vor ihrer ersten Wasserscheide. Wenn das nicht eintrifft, kannst du alles vergessen. Nächste Woche werden wir anschauen, was ist passiert. Ist da was passiert im August? Wenn überhaupt? Und es heißt eine prophetische Bewegung. Ihr werdet nicht glauben, was im zweiten Teil von 1840 noch alles passiert ist.
[52:27] Bis dahin freuen wir uns, wenn wir sehen dürfen, wie Gott uns geführt hat und die Lektionen, die wir lernen dürfen. Denn wir haben nichts zu befürchten für die Zukunft, es sei denn, wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat. Jetzt haben wir eine ganz kurze Pause. Und dann sehen wir uns in fünf Minuten wieder zum Offenbarungsstudium. Bis dahin wünsche ich euch Gottes Segen und bis dahin. Amen.
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