In dieser Predigt wird der Vers aus Offenbarung 13,10 „Wer in Gefangenschaft führt, wird in Gefangenschaft geraten; wer mit dem Schwert tötet, soll durch das Schwert getötet werden“ tiefgehend analysiert. Christopher Kramp erklärt das Prinzip der Gerechtigkeit, das sich hinter diesem Vers verbirgt, und zieht Parallelen zur „Goldenen Regel“ aus Matthäus 7,12. Er beleuchtet, wie dieses Prinzip bereits in 1. Mose und 2. Mose zu finden ist und wie es sich in den Plagen der Offenbarung manifestiert. Besonderes Augenmerk liegt auf der historischen Erfüllung dieses Verses im Zusammenhang mit dem Papsttum und der Zwei-Schwerter-Theorie.
28.01.2014 – Offenbarung 13,10
Christopher Kramp · Offenbarung Vers für VersWeitere Aufnahmen
Serie: Offenbarung Vers für Vers
-
0:0
-
0:0
-
0:0
Transkript
[0:00] Schön, dass ihr da seid zum Offenbarung-Seminar, der letzte Vers des ersten Teils von Offenbarung 13. Und da haben wir eine ganze Menge heute zu studieren. Das wird ganz, ganz spannend. Lass uns beginnen, wie jeden Abend, mit einem Gebet. Und dazu niederknien und dann fangen wir an.
[0:20] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir dein Wort studieren können. Wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass dein Wort zu uns sprechen möchte. Und möchten dich bitten, dass dein Wort nicht leer zurückkehrt, sondern dass wir aus der Offenbarung, die ja die Offenbarung Jesu Christi ist, etwas lernen können über das Wesen deines Charakters. Und das lernen dürfen über die Liebe, die du zu uns hast und über die Prinzipien, nach denen du das Weltall regierst und nach denen du auch unser Leben führen und leiten möchtest. So sei du jetzt bei uns durch deinen heiligen Geist. Halte alle störenden Fähren. Lass unsere Gedanken auf dein Wort gerichtet sein. Und hilf dir uns, mehr und immer mehr deinem Ebenbild ähnlich zu werden. Amen.
[1:17] Offenbarung 13 und dort Vers 10. Habt ihr alle eure Bibel gefunden? Super. Wir lesen mal und dann geht es hinein. Es heißt in Offenbarung 13 Vers 10: „Wenn jemand in Gefangenschaft führt, so geht er in die was? In die Gefangenschaft. Wenn jemand mit dem Schwert tötet, so soll er durchs Schwert getötet werden.“ Hier ist das standhafte Aussagen und der Glaube der Heiligen.
[2:06] Wenn ihr das lest: „Wenn jemand in Gefangenschaft führt, so geht er in die Gefangenschaft.“ Woran denkt ihr dort? Was fällt euch da ein? Wir fallen in die Gefangenschaft ein, wo sie in Ägypten waren. Eine der großen Themen Gefangenschaft ist ja die Gefangenschaft in Ägypten. Was fällt euch noch ein? Ja? Das Papst. Das Papst, um das geht es. Wir werden gleich sehen, wie das das konkret erfüllt hat. Dankeschön, sehr gut. Könnt ihr das Prinzip dahinter sehen, was hier steht? „Wenn jemand in Gefangenschaft führt, so geht er in die Gefangenschaft. Wenn jemand mit dem Schwert tötet, so soll er durchs Schwert getötet werden.“ Was für ein Prinzip steht dahinter?
[3:03] Gefangenschaft führt zu Gefangenschaft. Wenn jemand Gefangenschaft anderen zugedeihen lässt, oder wenn jemand das Schwert benutzt, dann führt das zum Tod durchs Schwert. Was für ein Prinzip könnt ihr erkennen? Das ist interessant. Auge um Auge, Zahn um Zahn. Wo kommt dieser Vers vor? Wo erkennen wir den Auge um Auge, Zahn um Zahn? Irgendwo bei Mose. Es ist sogar in 2. Mose. Schlagt mal auf, 2. Mose. Und zwar gar nicht so weit entfernt von den Zehn Geboten, interessanterweise. 2. Mose 21. Und dort lesen wir mal Vers 23, okay? 2. Mose 21, Vers 23 bis 25. Meistens zitieren wir immer nur so einen Bruchteil daraus. Das heißt es in Vers 23: „Wenn aber ein Schaden entsteht, so sollst du geben: Leben um Leben, Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß, Brandmahl um Brandmahl, Wunde um Wunde, Beule um Beule.“
[4:32] Jetzt dieses Prinzip in 2. Mose 21. Wie wird das meistens bewertet? Habt ihr schon mal Christen über dieses Prinzip reden hören? Was sagen die meisten Christen zu diesem Prinzip? Alttestamentlich, nicht ja? Steinzeitlich. Oder noch schlimmer. Das ist negativ, nicht wahr? Das ist ja noch Auge um Auge, Zahn um Zahn. Ist das positiv oder negativ? Jesus sagt was anderes? Wer hat denn das denn gesagt? Auch Jesus, nicht wahr?
[5:30] Ja? Ja, also das ist das Prinzip von Ursache und Wirkung, das ist da mit drin. Also hier sehen wir ein ganz eindeutiges Prinzip der Gerechtigkeit. Also Gottes Gerechtigkeit ist Auge um Auge, Zahn um Zahn, Brandmahl um Brandmahl, Leben um Leben. Und das hat Gott nicht erst hier erfunden. Kennt jemand eine Stelle, die früher geschrieben worden ist, die auch schon das gleiche Prinzip ausdrückt? Das ist also kein mosaisches Gesetz hier sozusagen. Eine Stelle, wo das schon früher, dieses Prinzip ausgedrückt wird. Wo Gott schon mal gesagt hat, also wenn jemand getötet wird, dann hat er sein Leben verwirkt. Leben um Leben sozusagen.
[6:29] Ja, natürlich, das Prinzip war da auch schon da, aber da war es jetzt nicht so explizit ausgedrückt. Schaut mal mit mir in 1. Mose 9. 1. Mose 9 ist nach der Sintflut. Und da gibt es ein Vers, genau, den man meistens jetzt nicht so sehr im Hinterkopf vielleicht hat, wenn man an die Sintflut denkt. 1. Mose 9, Vers 6, dort steht: „Wer Menschenblut vergießt, dessen Blut soll auch durch Menschen vergossen werden.“ Und jetzt kommt die Begründung: „Denn ich bin ein so grausamer, steinzeitlicher Gott.“ Stell es da. So denken die meisten nicht, ja? Was steht dort? Also warum hat Gott dieses Prinzip erfunden? Um den Menschen zu knechten und Barbarei zu fördern oder warum? Dieses Prinzip soll die Würde des Menschen schützen. Warum? Also nehmen wir mal an, Gott hätte gesagt: „Wenn du jemanden umbringst, musst du mindestens 200 Silbertaler bezahlen.“ Wäre das jetzt besser gewesen oder schlechter? Also für die Menschheit als Ganzes wäre das schlechter, denn das Prinzip ist: Jeder, der ein bisschen reicher ist, kann dann töten und kann das ja bezahlen. Aber wenn ich weiß, wenn ich dich umbringe, werde ich auch umgebracht, dann werde ich dich nicht umbringen. Das heißt, Gerechtigkeit, strenge Gerechtigkeit ist eigentlich die Garantie, dass Gottes Plan der Schöpfung, der Liebe, der Würde beschützt wird. Es ist die Gerechtigkeit, die Gottes Kreativität und alles, was er gibt, seine Gaben beschützt. Wenn es keine Gerechtigkeit gäbe, würde Gottes Gabe, Gottes Werk nicht beschützt sein.
[8:26] Und das Ganze fußt auf einem Prinzip, was noch tiefer liegt, was auch mit Gleichheit zu tun hat, aber nicht im negativen Sinne. Kennt ihr ein ganz ähnliches? Das ist ja quasi negativ ausgedrückt. Wenn du das Böse tust, wird genau das Böse dir auch widerfahren. Kennt ihr eine Stelle in der Bibel, wo dasselbe Prinzip quasi positiv ausgedrückt ist? Ja, so ähnlich, ja. Also bei den Kunden, wo sie die begraben haben, wenn du 10 hast, dann würde dir nochmal gegeben werden. Okay, ja, aber das ist ja nicht so unbedingt gerecht, das ist ja noch Lohn, der dazubringt. Aber wo genau dieses Prinzip von: Was ich Böses tue, wird mir Böses widerfahren, nur jetzt ins Positive getragen.
[9:18] In den Seligpreisungen. In den Seligpreisungen, was meinst du genau in den Seligpreisungen? Ja, das stimmt. Die Seligpreisungen sprechen eigentlich über das Gesetz Gottes. Also die ganze Bergpredigt. Und da gibt es noch ein bisschen weiter, nach den Seligpreisungen, eine Stelle. Noch ein bisschen weiter. In der Bergpredigt gibt es eine ganz, ganz berühmte Stelle, die wir manchmal ein bisschen übersehen, glaube ich, obwohl sie so entscheidend ist. Schaut mal in Matthäus 7, kennt ihr wahrscheinlich alle. Und ihr werdet es sehen, ihr werdet es sehen, es ist eigentlich genau dasselbe Prinzip, nur positiv formuliert. In Matthäus 7, Vers 12.
[10:06] Könnt ihr es lesen? Dort steht: „Alles nun, was ihr wollt, dass die Leute euch tun, das tut ihr ihnen ebenso.“ Wie nennt man diesen Vers? Die goldene Regel. Schon mal gehört? Dieser Vers, das ist die goldene Regel. Denn Jesus sagt, das sagt er nicht bei vielen Dingen: „Denn dies ist das Gesetz und die Propheten.“ Wisst ihr, was er meint mit Gesetz und Propheten? Was ist Gesetz und Propheten für einen Hebräer? Die Bibel, also das Alte Testament. Er sagt: „In diesem einen Vers steckt das gesamte Alte Testament.“ Das sagt er nicht oft, das sagt er noch bei: „Liebe Gott von ganzem Herzen, ganzem Gemüt, ganzer Seele, ganzer Kraft. Und am nächsten will ich selbst. Denn daran hängt das Gesetz und die Propheten.“ Und damit meint er, die Zehn Gebote sind die Zusammenfassung der ganzen Bibel.
[10:58] Dieses Prinzip besagt, wenn ich jetzt beides zusammennehme: Ich behandle andere so, wie ich auch behandelt werden möchte. Und weil ich nicht getötet werden möchte, töte ich andere auch nicht. Er sagt, das ist eigentlich das Prinzip hinter den Zehn Geboten. Nehmen wir mal ein anderes Beispiel. Versucht das mal auf die Zehn Gebote anzuwenden. Und plötzlich lehrt ihr den ganzen Sinn hinter den Zehn Geboten. Warum sollen wir nicht Ehe brechen? Weil Gott es verboten hat? Warum sollen wir nicht Ehe brechen? Weil wir nicht gerne betrogen werden wollen. Warum sollen wir nicht andere belügen? Weil wir nicht belogen werden wollen. Und plötzlich sehen wir: Warum sollen wir Zeit mit Gott verbringen? Weil wir möchten, dass Gott auch Zeit mit uns verbringt, oder? Also, wie kann ich erwarten, dass Gott Zeit mit mir verbringt, wenn ich nicht bereit bin, Zeit mit ihm zu verbringen? Warum soll ich meine Eltern ehren? Weil ich mir wünsche, dass meine Kinder auch mal ehren sollen, ja? Das heißt, dieses Prinzip ist ein ganz, ganz tiefes Prinzip. Das ist der Hintergrund eigentlich der Zehn Gebote. Die Zehn Gebote sind also nichts, was Gott sich ausgedacht hat, sondern eigentlich drückt er nur das aus, was eigentlich sowieso schon eigentlich vom Gerechtigkeitssinn in uns drin ist.
[12:36] Ja, genau, die Liebe. Ganz genau. Ganz genau, da hast du vollkommen recht. Genau, und dieses Prinzip Zahn um Zahn und Leben um Leben ist ein Prinzip nur, das ins Negative umformulierte Goldene Regel. Und wenn man das jetzt sagt, das ist alttestamentlich, dann ist die Bergpredigt auch alttestamentlich. Es ist dasselbe Prinzip.
[13:07] Schauen wir das mal an, wie das sich entwickelt in der Offenbarung. Schauen wir mit mir in Offenbarung 16. Was finden wir in Offenbarung 16? Die Zornschalen, genau, die Plagen. Jetzt, was ist die erste Plage? Geschwüre, okay. Was ist die zweite Plage? Wasser zu Blut. Was ist die dritte Plage? Genauso ähnlich, ja, Wasserquellen zu Blut. Und was ist die vierte Plage? Sonne sticht, ja, okay.
[13:56] Jetzt wird uns in der Bibel gesagt, bleiben wir aber bei der zweiten und dritten Plage, wird uns in der Bibel gesagt, warum das Wasser zu Blut wird? Warum? Welcher Vers? Könnt ihr das gleiche Prinzip sehen? Sie haben das Blut der Heiligen vergossen, deswegen bekommen sie Blut zu trinken. Warum bekommen sie das Geschwür? Das Tier anbeten und was gemacht haben. Ich sehe noch mehr. Ja, du hast recht. Das Bild anbeten und? Das Malzeichen, wo kommt das Malzeichen? Das Bild anbeten und?
[14:57] Das Malzeichen, wo kommt das Malzeichen? Das Malzeichen ist ein Geist. Das Malzeichen ist eine geistliche Krankheit. Beantwortet mit einer tatsächlichen Krankheit, mit einem tatsächlichen Geschwür. Das heißt, da gibt es eine direkte oder indirekte Korrespondenz zwischen dem, was der Mensch gesündigt hat, und seiner Strafe. Und das ist das Prinzip der Gerechtigkeit Gottes. Gott ist absolut gerecht. Und das ist ein ganz, ganz wichtiges Prinzip. Wenn Gott ungerecht wäre, auch nur in einer einzigen Sache, würde Satan recht gehabt haben.
[15:49] Übrigens, er steht nicht da, aber warum wird wohl in der vierten Plage, wenn ihr das Prinzip verstanden habt, warum wird wohl die Sonne dort die Menschen versengen? Weil sie die Sonne angebetet haben. Sie haben die Sonne angebetet. Das heißt, da können wir weiter studieren. Aber das soll uns ausreichen, zu sehen dieses Prinzip der göttlichen Gerechtigkeit.
[16:13] Jetzt gehen wir noch ganz kurz zu diesem Schwert. Das heißt ja: „Wer das Schwert nimmt, soll auch durch das Schwert getötet werden.“ Wer hat das schon vorher gesagt? Jesus. Beim Petrus. Warum ist das interessant, dass Jesus das ausgerechnet zu Petrus sagt? Kurz nachdenken. Warum ist es interessant, dass Jesus zu Petrus sagt: „Wer das Schwert nimmt, soll durch das Schwert getötet werden.“ Und hier in Offenbarung 13 finden wir: „Wer das Schwert nimmt, soll durch das Schwert getötet werden.“ Petrus nimmt auch ein Schwert. Und was gibt es noch? Haut das Ohr ab, genau. Und warum ist das so interessant in Bezug auf Offenbarung 13?
[17:05] Offenbarung 13 spricht von, ja, Vers 10 spricht von der Gerechtigkeit. Aber Offenbarung 13, das Kapitel, spricht von von dem Tier, das ist das Papsttum. Und was ist das Selbstverständnis vom Papsttum? Wir sind die Nachfolger Petrus. Die Päpste sagen, wir sind die Nachfolger von Petrus. Und Jesus sagt zu Petrus: „Nimm nicht das Schwert, um gegen die Heiden zu kämpfen. Nimm nicht das Schwert, um für meine Sache zu kämpfen. Nimm nicht das Schwert, um mich zu verteidigen.“ Was haben alle Päpste in einer Reihe gemacht? Oh, da kommen Heiden. Wir müssen für die Sache Christi kämpfen. Wir müssen Christi Sache verteidigen. Hier ist das Schwert. Wer das Schwert nimmt, wird durch das Schwert umgekommen.
[18:01] Jetzt. Petrus ist nicht durch das Schwert umgekommen, weil Gott ihm vergeben hat. Aber dieses Papsttum, das sich auf Petrus beruft, hat die Lektion an Petrus überhaupt nicht gelernt, sondern hat sie für hunderte von Jahren immer weiter getragen. Wisst ihr, dass es in der katholischen Kirche die sogenannte Zwei-Schwerter-Theorie gibt? Schon mal gehört? Zwei-Schwerter-Lehre? Die katholische Kirche glaubt, dass die katholische Kirche ZWEI Schwerter tragen darf. Was ist das eine Schwert? Das Wort Gottes. Und das andere? Die militärische Macht. Das ist die sogenannte Zwei-Schwerter-Theorie. Und wie man sagt: „Wer das Schwert nimmt, soll durch das Schwert getötet werden.“
[18:45] Kommen wir gleich mal an, wie das sich erfüllt hat. Übrigens, nur wenn ihr das nachlesen wollt, der Vers, den das betrifft mit Petrus, ist Matthäus 26 Vers 52. Matthäus 26 Vers 52. Matthäus 26 Vers 52. Aber bevor wir die Anwendung anschauen, lasst uns doch ganz kurz zu Johannes 18, Vers 36 gehen. Zu dem Prinzip: Sollten die Jünger Jesu mit dem Schwert kämpfen? Schauen wir mal in Johannes 18, Vers 36. Ganz interessanter Vers.
[19:15] Johannes 18, Vers 36. Das heißt es: Jesus antwortete. Übrigens, wem antwortet er da? In Johannes 18? Jesus antwortete. 18, Vers 36. „Mein Reich ist nicht von dieser Welt. Wäre mein Reich von dieser Welt, so hätten meine Diener was? Darum kämpfen können, gekämpft, damit ich den Juden nicht ausgeliefert würde. Nun aber ist mein Reich nicht von hier.“ Jesus' Logik ist ganz einfach. Er sagt: Wenn mein Reich von dieser Welt gewesen wäre, wäre es mit Sicherheit richtig gewesen für meine Jünger zu kämpfen, mit Schwert, Axt, mit was auch immer. Und die Tatsache, dass sie es nicht getan haben, oder ich sie zurückziehen musste, ist Beweis genug, dass mein Reich nicht von dieser Welt ist.
[20:21] Was heißt das dann in Bezug auf Christen, die doch mit Axt und Schwert oder Maschinengewehr, was auch immer, in den Krieg ziehen? Ihr Reich ist in dieser Welt. Das ist ganz interessant. Ganz interessant. „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“ Jesus sagt: Wenn es von dieser Welt wäre, wäre es sogar richtig zu kämpfen. Aber wir tun es nicht, weil es nicht von dieser Welt ist. Und wenn das Papsttum etwas anderes tut, auch zu anderen Kirchen, dann beweisen sie damit, dass es nicht von dieser Welt ist. Dann beweisen sie damit, dass ihr Reich, das sie suchen, das Weltreich ist. Und vielleicht wisst ihr, die katholische Lehre bezüglich des Millenniums ist, das Millennium war schon da. Das Mittelalter ist für sie das Millennium. Wir haben wohl nur die protestantischen Millennium-Theorien angeschaut. Die offizielle Theologie der katholischen Kirche war und ist: Das Millennium ist das Mittelalter. Das war das Reich Gottes. Das tausendjährige sogenannte Friedensreich. Wie viele Jahre war da überhaupt Frieden in dem Mittelalter? Die Protestanten nennen es das finstere Mittelalter.
[21:39] Ein Historiker hat mal gesagt: „Die Finsternis der Nacht, die Nacht der Welt, war der Mittag des Papsttums.“ Das ist das Prinzip.
[22:01] Gehen wir ganz kurz zur Erfüllung diesbezüglich. Warum steht hier: „Wer in die Gefangenschaft wird geführt werden, wer das Schwert nimmt, sollte das Schwert getötet werden?“ Du hast schon gesagt, es bezieht sich auf das Papsttum. Hat der Papst Menschen in die Gefangenschaft geführt? Ohne die geringste Frage. Hat der Papst auch das Schwert genommen? Wie hat der Papst das Schwert genommen? Ist der Papst selbst mit einem Schwert durch die Gegend marschiert und hat gekämpft? Was bedeutet, dass er das Schwert genommen hat? Inquisition.
[22:45] Denn wisst ihr, dass die katholische Kirche in aller Regel die Urteile niemals selbst vollstreckt hat? Beispiel Jan Hus. Der wurde vor einem Konzil verurteilt und als er verurteilt war, hat nicht die Kirche ihn umgebracht, sondern er wurde dann der weltlichen Macht übergeben. Deswegen sagt die katholische Kirche: „Wir haben die Leute gar nicht umgebracht. Das waren alles die weltlichen Herrscher.“ Das heißt, es waren weltliche Armeen, die in die Kreuzzüge gezogen sind. Es waren keine Mönche, es waren Soldaten der Franzosen und der Spanier und der deutschen Könige und Kaiser. Und welche Armee war die erste? Welche heidnische Armee oder welche militärische Macht war die erste, die sozusagen dem Papst das Schwert gereicht hat und gesagt hat: „Du hast jetzt Macht?“ Die Römer waren schon lange weg. Welches von den mittelalterlichen Staaten war der erste Staat, das erste europäische Land, das gesagt hat: „Unsere Armee ist deine Armee, Papst?“ Das Spiel führt später. Eine Nation, eine Frankreich, die Franzosen. Chlodwig war der Franke. Ihr wisst schon, warum ich das jetzt sage.
[24:03] Weil wer hat dann den Papst in Gefangenschaft geführt? Die Franzosen. Er ist tatsächlich durch das Schwert, das er genommen hat, ist er in die Gefangenschaft geführt worden. Er hat angefangen mit den Franzosen, sie als seine Armee zu nehmen, um seine Macht zu fördern. So waren es auch die Franzosen, die mit dem Schwert in der Hand gesagt haben: „Aber jetzt ab in die Gefangenschaft.“ Und zwar nach Frankreich. Hat sich also buchstäblich so erfüllt. Und das ist eine interessante Geschichte. Die Details geben wir jetzt nicht nochmal. Das haben wir schon tausendmal gemacht. Wenn ihr das vielleicht noch nicht gesehen habt, könnt ihr das in einem unserer vielen Vorträge, zum Beispiel im ersten Vortrag von „Die Zeit des Endes“, da haben wir das mal ausführlich beschrieben, was alles passiert ist im Januar und Februar 1800. Welches Datum war das nochmal? Wann ist der Papst gefangen? Also am 1. Januar ging der Befehl. 15. Februar. 1798.
[25:07] Das reicht schon vollkommen aus. 1798. Das heißt, hier sind wir jetzt auf Seite 13, nachdem wir vorher in Vers 8 und 9 so ein bisschen allgemein gehalten haben, wir im Evangeliumsbereich waren, sind wir wieder in der realen Welt sozusagen, der politischen Welt, in der Geschichte wieder angelangt. In Vers 10. Und haben das gesehen. Gut.
[25:33] Vielleicht noch ganz kurz, bevor wir dann am Ende sind. Obwohl, das können wir das nächste Mal machen. Nächstes Mal machen wir den Rest, weil das dauert zu lange. Das haben wir angeschaut, haben wir angeschaut, haben wir angeschaut. Genau. Dann lasst uns da hier Stopp machen, weil ansonsten springen wir nur rüber über die Heiligen, aber das lohnt sich ausführlicher zu studieren. Nächste Woche machen wir die Geduld der Heiligen und das Ausharren, weil das hat eine ganze Menge zu sagen. Aber lernen wir heute dieses einfache und doch so kraftvolle Prinzip: Gottes Gerechtigkeit. Vielleicht ein letzter Gedanke noch.
[26:17] Warum kann er mir überhaupt vergeben? Gott. Ja, wer sonst? Jemand anderes kann mir nicht vergeben. Wenn ich meinen Nächsten auch vergeben würde. Weil er Liebe ist. Ja, aber die Liebe ist ja kein Gegenstück zur Gerechtigkeit. Es ist ja auch Liebe, die das hier... Das ist ja auch Liebe. Aber warum ist das eine Voraussetzung für Vergebung?
[26:47] Also das Prinzip ist: Zahn um Zahn, Auge um Auge. Das heißt, Leben für Leben. Das heißt, was ist die Strafe für meine Sünde? Der Tod. Der ewige Tod. Was ist die Strafe für die Sünden von Hitler? Ewiger Tod. Aber wahrscheinlich noch ein bisschen intensiver. Die Liebe macht deutlich, dass je schlimmer die Taten sind, desto härter auch die Strafe. Das ist das Prinzip der Gerechtigkeit. Auge um Auge, Zahn um Zahn. Manche, was wir gesät haben, werden wir ernten. Hitler wird länger leiden als derjenige, der einfach sich gegen Gott entschieden hat, aber jetzt vielleicht nicht tausendmal dumm gemacht hat.
[27:49] Aber jetzt kommt das Interessante. Für wie viele Menschen ist Jesus gestorben? Für alle. Was bedeutet das? Er hat die Strafe von allen auf sich genommen. So sehr, dass sogar Hitler in den Himmel hätte kommen können, wenn er sich einen Tag vor seinem Tod noch bekehrt hätte. Was ja sogar theoretisch möglich ist. Aber ist ja nicht meine Sache zu urteilen. Was will ich damit sagen? Wenn wir dieses Prinzip sehen: Desto schlimmer die Taten, desto schlimmer die Strafen. Und es gibt einige der grausamsten Verbrechen auf dieser Welt, die wir gar nicht mit Namen benennen können. Und diese grausamen Verbrechen haben auch entsprechend grausame Strafen. Versteht ihr?
[28:37] Jesus ist ja nicht nur, jetzt in Anführungsstrichen, das klingt jetzt komisch, für meine Lüge oder für mein schlechtes Wort gestorben. Er hat auch die Strafe bezahlt für den Bürgerkrieg in Ruanda. Als dort hunderttausende, Millionen mit Macheten abgeschlachtet worden sind. Da sind die Jugendlichen mit Macheten auf den Truck gestiegen und dann sind sie ins Dorf und dann alles, was nicht bei drei auf den Bäumen war, wurde abgehackt. Und das hat natürlich entsprechende Strafen bei Gott in seinem Gerechtigkeitsprinzip. Und auch dafür ist Jesus gestorben. Das lag auf ihm. Das können wir gar nicht verstehen. Wir sagen ja so oft: „Jesus ist für mich gestorben.“ Ja, was bedeutet das? Warum kann er uns vergeben? Was bedeutet es, die Sünden der Welt wurden auf ihn gelegt?
[29:25] Es bedeutet, dass alle Strafen proportional zu den Sünden, die geschehen worden sind, auf ihn gelegt worden sind. Und deswegen war er in Gethsemane am Boden zerstört. Er hat gesagt: „Vater, mit dieser Sündenlast in deiner Gegenwart, lass diesen Kelch an mir vorübergehen. Das ist zu viel.“ Nicht wahr? Wir trauen uns ja kaum, mit unseren eigenen Sünden vor Gott zu erscheinen. Aber mit allen Sünden der Welt, mit der entsprechenden Strafe. Und Gott hat da nicht ein Auge zugedrückt und gesagt: „Ja, das wissen wir lieber so nicht.“ Gott hat ihn so behandelt, als hätte er es verdient. Gott hat ihn am Kreuz so behandelt, als hätte er die Leute umgebracht in Auschwitz. Gott hat ihn so behandelt am Kreuz, als hätte er in Ruanda die Leute abgeschlachtet. Gott hat ihn so behandelt, als hätte er die Leute in der Inquisition gefoltert. Gott hat ihn so behandelt, als hätte er damals, was auch immer, Hiroshima und all die Dinge. Gott hat ihn behandelt, als hätte Jesus die Schuld daran. Und weil er das gemacht hat, kann jeder freigehen, wenn er möchte und das akzeptiert.
[30:45] Und das ist das Prinzip der Gerechtigkeit Gottes. Und deswegen ist Auge um Auge, Zahn um Zahn kein alttestamentliches, steinzeitliches Prinzip. Es ist die Garantie, dass jeder Mensch gerettet werden könnte. Denn wenn es kein Auge um Auge, Zahn um Zahn gäbe, wäre nicht sicher, ob der schlimmste Verbrecher auch gerettet werden könnte. Aber weil es Auge um Auge, weil es Zahn um Zahn gibt, wissen wir: Egal was ich getan habe, ich kann freigehen, wenn ich Jesus annehme, weil Gott bereits alles, Auge um Auge, Zahn um Zahn, auf Jesus gelegt.
[31:19] Das heißt, Auge um Auge, Zahn um Zahn ist eigentlich eine der größten Verheißungen der Bibel. Wenn wir es genau verstehen, ist Auge um Auge, Zahn um Zahn das Evangelium in Reinform. Denn weil Gott Auge um Auge, Zahn um Zahn gehandelt hat, ist es für mich. Genau. Wir sollen das tun, was wir tun können, und Gott soll tun, was er für uns tun kann. Das ist im Neuen Testament, wie die alte Gesangtheit.
[31:51] Lasst mich darauf antworten. Auch im Alten Testament haben das irgendwelche Gemeindeleiter bestimmt, wie die Strafe sein sollte? Es war Gott. Wenn da jemand sterben sollte, hat Gott gesagt. Das ist im Alten, Neuen Testament war genau das gleiche. Aber lasst uns darüber mal nachdenken, was Jesus auf sich genommen hat. Und Auge um Auge, Zahn um Zahn ist im Neuen Testament genauso gültig wie im Alten Testament. Denn ansonsten würde der Lösungsplan gar keinen Sinn machen. Aber preis den Herrn, in Christus treffen sich die Gerechtigkeit Gottes, die volle Gerechtigkeit und die volle Liebe. Weil er sagt: „All das nehme ich selbst auf mich. Ohne Abstriche.“ Und diese Verbindung von Gerechtigkeit und Liebe, das ist die Kraft, die uns befreit. Und jeder Versuch, das in irgendeiner Weise abzuschwächen, schwächt nur das Evangelium.
[32:43] Wollen wir Gott dankbar sein, dass er alles auf sich genommen hat? Und dass er für alles gestorben ist? Und dass er bereit war, die volle Gerechtigkeit zu bezahlen? Und wir deswegen die Gewissheit haben können, egal was ich getan habe. Wisst ihr, wenn ihr das verstanden habt, dann könnt ihr niemals sagen, dass ich nicht gut genug für Gott bin. Weil wenn er alles bezahlt hat, dann hat er deine Sünden definitiv auch bezahlt. Gott stirbt nicht für die Sünden der Welt und vergisst deine Sünden. Versteht ihr, was ich meine? Das macht Jesus nicht. Wenn er schon für alles stirbt, dann auch für deine. Weil er nämlich Auge vor Auge, Zahn um Zahn, den ganzen Weg geht.
[33:23] Wollen wir noch gemeinsam beten? Komm, lass uns noch niederknien und Gott danken dafür. Lieber Vater im Himmel, keiner von uns verdient aus eigener Kraft die Gnade, die du uns geschenkt hast. Alle, die wir hier sind und alle, die wir zuschauen, haben eigentlich nichts weiter verdient als den ewigen Tod. Aber aus irgendeinem Grund, den wir bis in Ewigkeit noch studieren müssen, liebst du uns so sehr, dass du uns trotzdem bei dir haben möchtest. Und aus diesem Grund hast du alles gegeben und bist dieses ewige Risiko eingegangen, um uns eine Chance zu geben. Wenigstens eine Chance, nicht mal die Garantie, aber eine Chance gerettet zu werden. Denn du kannst uns nicht zwingen, das anzunehmen. Aber du kannst die Voraussetzung schaffen. Das hast du getan. Und wenn wir das sehen, dann verstehen wir ein klein wenig mehr, wie dir das Herz bluten muss über all die Menschen, die das so achtlos ablehnen und so tun, als würde es das gar nicht geben oder als ob es nur ein Märchen wäre. Dass das Herz im Herzen, das Auge um Auge, Zahn um Zahn nicht einfach ein steinzeitliches Prinzip ist, sondern das Prinzip deiner Gerechtigkeit. Dass uns die Gewissheit schafft, weil du am Kreuz gestorben bist, kann jeder, egal wie viel und was er getan hat, frei sein in dir, weil du bereits alles bezahlt hast. Und du bist ein gerechter Gott. Du machst keine halben Sachen. Wir können uns das bis ins Letzte gar nicht richtig vorstellen. Wir können es im Glauben annehmen und danach leben. Ich möchte dich für mich und für jeden Einzelnen bitten, dass du uns einen schärfen Blick schenkst für deine Liebe und für deine Gerechtigkeit. Wir sind oft so gleichgültig diesbezüglich und reden in Floskeln, ohne zu verstehen, was es wirklich meint. Bitte rühre unsere Herzen an und wirke uns diese Gerechtigkeit, die vor dir gilt, im Namen Jesu. Amen.
[35:19] Damit verabschieden wir uns. Schön, dass ihr da wart. Wir haben wieder etwas zum Nachdenken. Nächste Woche sehen wir dann die zweite Hälfte von 1841. Das Crescendo der Konferenzen. Und wir gehen dann in den zweiten Teil von Offenbarung 13, 10 und schauen uns die Geduld der Heiligen an. Das ist, glaube ich, auch für unsere Zeit ein spannendes Thema. Ihr könnt ja schon mal ein bisschen vorstudieren. Vielleicht findet ihr schon was raus. Und dann haben wir nächste Woche. Viel Freude dabei. Gottes Segen euch und kommt gut nach Hause. Amen.
Lizenz
Copyright ©2014 Joel Media Ministry e.V.Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.