[0:00] Hallo und herzlich willkommen zu unserer nächsten Ausgabe unserer Cannstatt Study Hour. Heute mit dem Thema 6 aus dem Quartal Nummer 1 2014. Wir beschäftigen uns im ersten Quartal mit Jüngerschaft und heute haben wir das Thema Nummer 6. Thema Nummer 6 heißt: Gewöhnliche Menschen erreichen. Gewöhnliche Menschen erreichen – was immer sich dahinter verbirgt, gewöhnliche Menschen zu erreichen. Können wir uns doch ein bisschen eingrenzen, indem wir uns die nächsten Themen angucken und die, die schon vorher waren. Wenn wir uns anschauen, was wir in den letzten Wochen gemacht haben: Es waren Kinder zur Nachfolge einladen, Kranke zu Christus führen. Heute sind, wie gesagt, die gewöhnlichen Menschen dran und in den nächsten drei Wochen erwarten uns die Außenseiter, die Reichen und die Mächtigen. Vielleicht können wir anhand von dem, was wir jetzt hier gerade gehört haben, ein bisschen eingrenzen, wer gemeint ist mit den sogenannten gewöhnlichen Menschen. Menschen, denen wir jeden Tag begegnen, Menschen, die zu den meisten Menschen dieser Welt gehören. Die gewöhnlichen Menschen. Damit wollen wir uns heute beschäftigen. Wie kann man diese Menschen erreichen? Wir wollen uns anschauen, wie Jesus Christus das gemacht hat, wie er diese Menschen erreicht hat und wollen uns ein Beispiel daran nehmen. Bevor wir gemeinsam in das Thema starten, lasst uns noch zusammen beten.
[1:26] Herzlicher Gott, wir danken dir dafür, dass wir gemeinsam hier dein Wort studieren können, dass wir deine Worte haben, Herr, Worte des Lebens. Wir möchten dich bitten, dass dein Heiliger Geist bei uns ist, dass du uns führst von Vers zu Vers und dass du uns das Herz öffnest, damit dein Wort, die gute Saat, hineingebracht werden kann. Wir danken dir dafür im Namen unseres Herrn Jesus Christus. Amen.
[1:44] Lass uns anfangen ganz vorne mit dem, mit der Anfängung von Jesus Christus. Unsere Lektion startet da und wir wollen da ausstarten in Lukas 2. Lukas 2, Vers 21 bis 28. Nachdem Christus geboren ist, bringen seine Eltern in den Tempel und bringen das Opfer, das man bringen musste, zur Reinigung. Wir lesen Lukas 2, ab Vers 21. Und als acht Tage vollendet waren, als man das Kind beschneiden musste, da wurde ihm der Name Jesus gegeben, den der Engel genannt hatte, ehe er Mutterleib empfangen worden war. Und als die Tage ihrer Reinigung nach dem Gesetz Moses vollendet waren, brachten sie ihn nach Jerusalem, um ihn dem Herrn darzustellen. Wie im Gesetz des Herrn geschrieben steht: Alle männliche Erstgeburt soll dem Herrn geheiligt heißen. Und um ein Opfer darzubringen, wie es im Gesetz des Herrn geboten ist, ein Paar Turteltauben oder zwei junge Tauben. Nun, Maria und Joseph brachten zwei Turteltauben beziehungsweise zwei junge Tauben. Das Gesetz sah eigentlich vor, ein Lamm und eine Taube zu opfern, aber es gab eine besondere Ausnahme, das lesen wir im dritten Buch Mose. Hier war es, in Kapitel 12 wird beschrieben, dass wer ein Lamm nicht aufbringen kann, wer nicht genug Geld hat, um sich ein Lamm zu leisten, der hat auch die Möglichkeit, zwei Turteltauben beziehungsweise zwei junge Tauben zu opfern. Und Maria und Joseph haben das gemacht. Sie haben Tauben als Opfer dargebracht.
[3:13] Nun, wenn Maria und Joseph Tauben als Opfer darbringen, wird uns hieraus relativ schnell ersichtlich, dass die beiden nicht so viel Geld hatten, ein Lamm zu opfern. Heißt also, sie waren in eher ärmlichen Verhältnissen. Und genau dort ist Jesus Christus hineingeboren. Und Jesus Christus ist nicht nur in ärmliche Verhältnisse hineingeboren, sondern auch noch in die Stadt Nazareth. Geboren in Bethlehem, als Kind noch nach Nazareth gezogen. Nazareth war vielleicht sowas, was wir heute das Rotlichtviertel nennen würden. Also Nazareth war eine ziemlich verrufene Stadt. Und in dieser Umgebung wächst Jesus Christus nun auf. In einer Armfamilie, in einem verrufenen Viertel, einer verrufenen Stadt. Und er lernt einen einfachen Beruf. Er wird Zimmermann. Jesus Christus folgt den Fußstapfen seines Vaters und lernt den Beruf des Zimmermanns.
[4:01] Nun, und trotz dieser widrigen Umstände, die wir erkennen, trotz diesen schweren Verhältnissen, in denen Jesus Christus aufgewachsen ist, hat er doch in dieser Zeit einen vortrefflichen Charakter entwickelt. Wenn wir die Bibel studieren, erkennen wir, dass er mit zwölf Jahren bereits mit den Pharisäern, mit den Schriftgelehrten, mit großen geistlichen Männern im Tempel diskutiert hat und dass sie sehr angetan waren von dem, was er bereits wusste. Also dieses schwere Leben, das er hatte, diese widrigen Umstände, diese schwierige Stadt, in der er aufgewachsen ist, diese armen Verhältnisse haben ihn nicht daran gehindert, auch einen sehr guten und einen vortrefflichen Charakter zu entwickeln. Ganz im Gegenteil sogar, es hat ihn sogar unterstützt. Wenn wir in unserem Lektionsheft den Sonntag aufschlagen, dann wurde uns hier ein Text gegeben von Ellen White, und den wollen wir mal gemeinsam lesen. Und zwar aus dem Leben Jesu auf Seite 54 schreibt Ellen White: „Die Eltern Jesu waren arm und auf den Ertrag ihrer Hände angewiesen. So wurde auch er mit Armut, Selbstverleugnung und Entbehrung vertraut. Diese Erfahrung war ein sicherer Schutz für ihn. In seinem arbeitsamen Leben gab es keine müßigen Stunden, die die Versuchung herausgefordert hätten. Er fand keine Zeit für schlechte Gesellschaft. Soweit es ihm möglich war, verschloss er dem Versucher die Tür. Keine Rücksicht auf Gewinn oder Vergnügen, Beifall oder Tadel konnte ihn dazu verleiten, unrecht gut zu heißen. Er war klug, das Böse zu erkennen und stark genug, ihm zu widerstehen.“
[5:24] Dieser einfache Zimmermann, der nun in solchen Verhältnissen aufgewachsen ist, ist nun später in die Synagogen gegangen, hat dort gelehrt und gepredigt. Und die Menschen haben ihn geschätzt. Sie haben seinen Charakter, sein Wesen erkannt und waren angetan von dem, was sie gesehen haben, von einem so löblichen Menschen. Und doch war in den Augen der Galiläer – also auch Nazareth lag in Galiläa, in dem Gebiet, wo er herkam – in den Augen der Galiläer war er einfach ein Zimmermann. Wenn er gepredigt hat in den Synagogen, konnte er nicht so viel bewirken wie woanders, weil sie erkannt haben, wo er herkam. Aber doch hat Jesus dieses Leben, das er geführt hat, aus diesem Leben, aus diesen Umständen, aus denen er herauskam, doch ein segensreiches Leben entwickelt. Ist zu den Menschen gegangen, hat das Evangelium gepredigt. Und ich glaube, dass Jesus Christus oder Gott hat da was ganz deutlich gezeigt, dass Jesus in diesen Umständen aufgewachsen ist. Ich glaube, dass Jesus das alles mitgemacht hat am Anfang. Wenn Gott es wollte, hätte er ihn in einem Königspalast auf die Welt kommen lassen können, mit viel Einfluss, mit viel Macht. Aber ich glaube, hier können wir lernen, dass es nicht vonnöten ist, in einer adeligen Position, in einer reichen Position oder in einer mächtigen Position aufzuwachsen, um diesen vortrefflichen Charakter zu entwickeln und um im Dienst Gottes gebraucht zu werden. Denn ich glaube, Gott bereitet uns zu für seinen Dienst. Er guckt nicht, welche Gaben wir haben und sagt, dich kann ich gebrauchen oder dich nicht, sondern Gott sucht Menschen, egal wen, jemanden, der sich in seinen Dienst stellt und denjenigen bereitet er dann zu, ihm zu dienen. Und hier war Jesus ein Vorbild. Hier hat er gezeigt, dass es nicht darauf ankommt, wo wir herkommen, wer wir sind oder wer wir waren, sondern es kommt darauf an, ob wir den Willen haben, ihm zu folgen. Jesus Christus kann alles andere tun in unserem Leben, kann uns die Gaben geben, die wir brauchen, um ihn so zu dienen, wie es ihm gefällt.
[7:27] Und hier ist das, was Jesus machen möchte. Jesus Christus möchte die Menschen verwandeln. Er möchte sie umwandeln. Er möchte jeden Menschen, auch dich und mich, verändern, und zwar verändern zu seinem Charakter hin. Jetzt müssen wir wissen, wie Jesus Christus das gemacht hat. Und wir kennen einige Beispiele in der Bibel. Wenn wir zum Beispiel aufschlagen Johannes 2. Johannes 2 und hier die ersten elf Verse. In den ersten elf Versen lesen wir die Geschichte von der Hochzeit zu Kana. Wenn wir diesen Text studieren, werden wir feststellen: Okay, Jesus Christus zeigt ja in einem Gleichnis etwas, was nötig ist, um ins Himmelreich hineinzukommen, nämlich der Wein aus den Reinigungsgefäßen, sein Blut, das die Menschen brauchen, um ins Himmelreich hineinzukommen. Aber was wir hier noch drin erkennen, ist, dass Jesus Christus samt seinen Jüngern – er war ja bereits getauft, er war ja bereits der Messias – auf einer Hochzeit anwesend ist. Also er geht zu einer Feier mit den Menschen. Jesus Christus hat also Zeit mit ihnen verbracht. Und das ist, glaube ich, ein großes Geheimnis, das wir erkennen in der ganzen Bibel, dass Jesus Christus immer Zeit hatte mit den Menschen. Er hat sich nicht abgesondert. Er hatte auch seine Zeiten für sich alleine. Und er ist auch mal auf einen Berg gegangen, hat gebetet, seine Ruhezeiten gehabt, hat seine Gebetszeiten gehabt mit seinem Vater zusammen, aber hat auch bewusst die Gesellschaft der Menschen gewählt, auch auf so einer Hochzeit, wie wir es hier haben.
[8:53] Auf dieser Hochzeit konnte Jesus Christus zeigen, dass er den Menschen das gibt, was sie brauchen. Vielleicht haben die Menschen zu dem Zeitpunkt auch nicht genau gewusst, dass sie diesen guten Wein, also das Blut Jesu Christi, brauchen zur Reinigung. Aber in erster Näherung haben sie erstmal gesehen, dass es Jesus Christus kümmert sich um uns. Ihm ist es wichtig, wie es uns geht. Ihm ist es wichtig, was wir für Bedürfnisse haben. Und das Gleiche erkennen wir in der Speisung der 4.000, der Speisung der 5.000. Und wenn es ins Alte Testament geht, von Elisabeth, der Speisung der 100, dass Jesus Christus hier zeigt, dass er sieht, was die Menschen brauchen und ihnen das gibt. Er kümmert sich darum. Wenn er sieht, die Menschen haben Hunger, die Menschen brauchen Hilfe, dann ist er da. Und das haben die Menschen gesehen. Er war nicht einfach einer, der von Ort zu Ort zog, theoretisch gepredigt hat, aber nicht gehandelt hat. Jesus Christus war dafür die Menschen. Und wir sehen das sowohl im Neuen Testament, wenn wir uns diese Beispiele zum Beispiel angucken. Er hat den Wein gemacht, er hat den Durstigen was zu trinken gegeben, er hat das Brot vermehrt, er hat den Hungrigen was zu essen gegeben. Und den gleichen Charakter finden wir bei Gott auch im Alten Testament. Als Israel Durst hatte, hat er Wasser aus einem Felsen kommen lassen. Als Israel Hunger hatte, hat er Manna vom Himmel regnen lassen. Also Gott ist ein Gott, der sich kümmert um seine Menschen. Er weiß, was seine Menschen brauchen und er ist für sie da. Und das ist ein großer Schritt, um die gewöhnlichen Menschen zu erreichen. Denn jeder Mensch hat Bedürfnisse. Jeder Mensch braucht irgendetwas. Und hier können wir eine Tür finden, um diese Menschen zu erreichen. Was heutzutage wirklich jeden Menschen betrifft, ist der rechte Arm des Evangeliums, unsere Gesundheitsbotschaft. Mit unserer Gesundheitsbotschaft werden wir viele offene Türen erreichen. Wir werden den Menschen das Evangelium bringen können, nicht, weil die Menschen sich so sehr dafür interessieren, was Jesus Christus ist, sondern weil sie sich für Gesundheit interessieren. Wenn sie aber sehen, dass wir ihre Bedürfnisse ernst nehmen im gesundheitlichen Bereich, dann werden sie auch mehr wissen wollen. Und hier ist unsere Gesundheitsbotschaft eine große Hilfe für uns, um die Menschen da abzuholen, wo sie gerade stehen, an ihren Bedürfnissen, da anzuknüpfen, hier Gesellschaft zu finden und die Menschen so durch diese offene Tür auch das Evangelium bringen zum ewigen Leben.
[11:10] Schauen wir an, wie Paulus das gemacht hat. Wir lesen zusammen mal den ersten Korintherbrief und dort Kapitel 9. Im ersten Korinther Kapitel 9 zeigt uns Paulus eine Art und Weise, wie er damals visionierte, wie er damals evangelisierte, wie er die Menschen erreicht hat. Und wir lesen von Vers 19 an bis 22. Erster Korinther 9, 19 bis 22. Paulus sagt: „Denn obwohl ich frei bin von allen, habe ich mich doch allen zum Knecht gemacht, um desto mehr Menschen zu gewinnen. Denn den Juden bin ich für einen Juden geworden, damit ich die Juden gewinne. Denen, die unter dem Gesetz sind, bin ich geworden, als wäre ich unter dem Gesetz, damit ich die unter dem Gesetz gewinne. Denen, die ohne Gesetz sind, bin ich geworden, als wäre ich ohne Gesetz, obwohl ich vor Gott nicht ohne Gesetz bin, sondern Christus gesetzmäßig unterworfen, damit ich die gewinne, die ohne Gesetz sind. Den Schwachen bin ich ein Schwacher geworden, damit ich die Schwachen gewinne. Ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise etliche errette.“
[12:18] Paulus sagt, sein Missionsdienst lag daran und der Erfolg war daran begründet, dass Paulus sich zu den Menschen begeben hat und dass er den Schwachen ein Schwacher geworden ist, dass er mit den Juden als ein Gesetzeskundiger geredet hat, mit den Griechen als jemand, der die Freiheit schätzt. Nun, Paulus hätte als ein Pharisäer – sein Grundgedanke, also seine Ausbildung und alles, was er hatte, lag natürlich auf dem Gesetz. Aber er ist nicht zu den Griechen gegangen und hat aus dem Gesetz gepredigt, hat die fünf Bücher Mose aufgeschlagen und gesagt: „Zack, zack, zack, das ist die Wahrheit. Also glaubt gefälligst daran.“ Sondern Jesus Christus hat über die Freiheit gepredigt, als er mit den Griechen gesprochen hat. Und er hat ihnen die Freiheit in Christus gezeigt, hat sie also da abgeholt, wo sie sind. Und er hat einen Plan gemacht. Er wusste, mit welchen Menschen er spricht. Spricht er gerade mit einem Juden? Spricht er gerade mit einem Heiden? Wo ist dieser Heide? Ist es ein gebildeter Mensch? Ist es ein ungebildeter Mensch? Wer ist es? Und Paulus hat sich angepasst und hat sich auf die Stufe dieses Menschen begeben und hat mit dem Menschen von Angesicht zu Angesicht gesprochen. Und das ist ein Geheimnis. Paulus hatte Zeit mit diesen Menschen verbracht. Paulus war beruflich, neben dem, dass er ein Pharisäer war, war er auch ein Zeltmacher. Er hat auch noch in seiner Zeit, wo er als Missionar unterwegs war, als Zeltmacher gearbeitet und hat da die Menschen erreicht. Paulus war für jeden Menschen da. Paulus hat sich um jeden Menschen gekümmert, die Bedürfnisse der Menschen gesehen und konnte sie so erreichen. Daran können wir uns ein Beispiel nehmen.
[13:47] Nun, Jesus Christus hat die Menschen genauso erreicht und er möchte auch, dass wir die Menschen so erreichen. Und Jesus Christus macht da keine Unterschiede, welchen Menschen wir erreichen sollen. Denn für Jesus Christus ist jeder Mensch erstmal ein Diamant, unglaublich wertvoll. Und Jesus Christus sieht noch mehr darin. Es ist so, als wenn sich ein Goldschmied einen Diamanten anguckt. Wenn ich einen Diamanten ausbuddele aus der Erde, ist es erstmal ein schmutziger, unglaublich harter Stein. Wenn ich diesen schmutzigen, unglaublich harten Stein entdeckt, dann sieht er erstmal nach gar nichts Besonderem aus. Aber dieser Stein hat was in sich. Denn wenn er vom Schmutz befreit ist und man einen richtigen Schliff kriegt, dann wird es ein Brillanten. Und Jesus Christus sieht in jedem Menschen diesen Brillanten. Und ich wünsche mir, dass wir das auch sehen können. Dass wir erkennen, dass die Menschen mit dem richtigen Schliff wahre Brillanten sind. Diamanten sind die Menschen wahrlich alle. Harte Herzen haben wir alle. Und voller Schmutz sind wir auch, bis Christus uns findet. Aber wenn wir es zulassen, dass Christus uns bearbeitet, Schicht für Schicht und Stück für Stück, dann kann Christus aus unseren harten Herzen Brillanten machen. Und ein Brillant hat die wunderbare Eigenschaft, dass wenn Licht hineinfällt, dass es zerstreut und dass es einen wunderbaren Glanz gibt. Und das möchte Jesus Christus mit unseren Herzen auch machen. Mit deinem Herz, mit meinem Herz und mit den Herzen von den Menschen, die um uns rum sind. Also auch mit deiner Familie, deinen Freunden, deinen Bekannten, deinen Verwandten, deinen Nachbarn, deinen Arbeitskollegen, wem auch immer. Jesus Christus sieht den Wert in diesen Menschen und möchte sie verändern. Und ich wünsche mir, dass wir das auch sehen können. Dass wir sehen können, dass diese Menschen von Gott geliebt sind. Dass es Diamanten sind. Aber hierzu bedarf es die Augen Gottes. Wir müssen wie Gott schauen können und müssen sehen können, wo der Wert ist in den Menschen.
[15:37] Und lasst uns dazu mal lesen, wie es dem Samuel ergangen ist. Im 1. Samuel 16. 1. Samuel 16. Und dort mal Vers 1. 1. Samuel 16, Vers 1 heißt es: „Und der Herr sprach zu Samuel: Bis wann trägst du noch Leid um Saul? Da ich ihn doch verworfen habe, dass er nicht mehr König sein soll über Israel. Fülle dein Horn mit Öl und geh hin. Ich will dich zu Isai, dem Bethlehemiter, senden. Denn unter seinen Söhnen habe ich mir einen König ausersehen.“ Saul wird abgesetzt in dieser Geschichte und es soll einen neuen König geben. Und Gott sagt zu Samuel: „Fülle dein Horn mit Öl und geh hin. Ich zeige dir den neuen König, den du salben sollst.“ Samuel war der Prophet damals und er sollte den neuen König für Israel salben. Und Samuel macht das nun. Wir lesen die nächsten Verse, die überspringen wir und setzen wieder ein in Vers 6. Und es geschah, als sie hereinkam – also es waren die Söhne Isais. Es geschah, als sie hereinkam, da sah er Eliab an und dachte: „Gewiss ist hier vor dem Herrn sein Gesalbter.“ Der Isai hatte eine Reihe an Söhnen und er brachte den Eliab rein. Und es war ein gutaussehender, kräftiger, junger Mann. Und Samuel sagt: „Das muss der neue König sein, das muss derjenige sein, den ich salben soll.“ Aber der Herr sprach zu Samuel, Vers 7: „Schaue nicht auf sein Aussehen noch auf seinen hohen Wuchs, denn ich habe ihn verworfen. Denn der Herr sieht nicht auf das, worauf der Mensch sieht, denn der Mensch sieht, was vor Augen ist. Der Herr aber sieht das Herz an.“ Da rief Isaias den Abinadab und ließ ihn vor Samuel vorübergehen. Und er sprach: „Diesen hat der Herr auch nicht erwählt.“ Da ließ Isaias den Schammer vorübergehen. Er aber sprach: „Diesen hat der Herr auch nicht erwählt.“ So ließ Isaias sieben seiner Söhne vor Samuel vorübergehen. Aber Samuel sprach zu Isaias: „Der Herr hat keinen von ihnen erwählt.“ Alle sieben Söhne, die sieben Reihe nach, vom Erstgeborenen bis zum letzten, gehen an Samuel vorbei. Und Samuel sieht die verträglichen Söhne von Isaias. Aber kein von denen, der erwählt. Samuel hätte wahrscheinlich den ersten gleich gesagt: „Der Erstgeborene, ein großartiger Mann, den brauchen wir.“ Aber Gott zeigt, dass man nicht aufs Äußere sehen soll, sondern das Herz hinein. Und Gott sagt: „Er hat ihn verworfen. Er ist nicht derjenige, der zum König gemacht wird.“
[18:17] Jetzt in Vers 11 heißt es: „Und Samuel fragte den Isaias: Sind das alle jungen Männer? Er aber sprach: Der Jüngste ist noch übrig, und sie hüten die Schafe. Da sprach Samuel zu Isaias: Sende hin und lass ihn holen, denn wir werden uns nicht zu Tisch setzen, bis er hierher kommt.“ Da sandte er hin und ließ ihn holen. Und er war rötlich mit schönen Augen und von gutem Aussehen. Und der Herr sprach: „Auf, salbe ihn, denn dieser ist’s.“ Dann nahm Samuel das Ölhorn und salbte ihn mitten unter seinen Brüdern. Und der Geist des Herrn kam über David von diesem Tag an und weiterhin. Samuel aber machte sich auf und ging nach Rama.
[18:55] Nun kam der David, und David war außerhalb bei den Herden. Die mussten ihn erst holen. Er war gar nicht mal auf der Liste von Isaias, dass er vielleicht hätte überhaupt der König werden können, dass er überhaupt so einen Anspruch hätte. Und keiner wusste eigentlich auch, wer dieser David genau war, denn seine vortreffliche Ausbildung, die er als Hirte genossen hatte, die hat ja gar keiner gesehen. Wenn David die Schafe gehütet hat, dann war ja niemand da außer David. Wenn David mit Bären und mit Löwen gekämpft hat, dann hat es ja niemand gesehen. Wenn David ein gutes Auge auf seine Herde hatte und geschaut hat, dass es den Tieren allen gut geht, dann war niemand da, um es zu sehen. Niemand kannte das Herz von David. Alle haben nur äußerlich gesehen: Na ja gut, er ist der eine, der immer die Herde hütet. Er ist halt der Letzte da. Aber Gott kannte das Herz von David und Gott kannte den Wert. Kein Mensch hat das gesehen, aber Gott kannte es. Und Gott hat Samuel losgeschickt, um ihn zu salben, um ihn zum König zu machen, um ihn in seine Nachfolge zu bringen. Er hat den rohen Diamanten gesehen. Er hat gesehen, welchen Menschen dessen Herz zum Brillanten schleifen möchte.
[19:56] Und schaut, wenn wir ehrlich sind, wir sind von Diamanten umgeben. Das zum Beispiel, dein pöbelnder Nachbar, der Nachbar, der immer am Meckern ist, der Nachbar, der immer alles besser weiß und der Nachbar, der einem so richtig auf die Nerven gehen kann. Und jetzt denk dir genau diesen Nachbarn. Und jetzt denk dir mal das Gepöbel weg. Und das ist das, was Gott machen möchte. Da ist ein Nachbar und Gott möchte alles, was schlecht ist in ihm, verändern. Was bleibt da noch übrig? Das Gute bleibt übrig. Plötzlich hast du einen guten Nachbarn, einen veränderten Nachbarn, einen Nachbarn, mit dem man gerne zusammen ist. Vielleicht dein persönlicher bester Freund 2014. Das ist das, was Gott möchte. Aber siehst du diesen Wert in den Menschen um dich herum? Siehst du diesen Wert in deinen Arbeitskollegen? Siehst du auch diesen Wert in deinem Nachbarn, in deinen Freunden, Verwandten, Bekannten, in deiner Familie? Siehst du diese Menschen so an und sagst: Naja, das sind schlechte Charaktereigenschaften. Aber hey, die Macht Gottes hat doch auch schon in dir gewirkt. Hat nicht Gott auch in dir schon Sachen verändert und verformt? Und versuchst du nicht täglich dein Leben zu Christus hin zu verändern? Versuchst du nicht, um den Heiligen Geist zu beten? Bist du nicht dabei, dass der Heilige Geist in dir wirkt? Kämpfst du nicht täglich mit Teilen in deinem Herz, die weggeschliffen werden sollen von Gott? Was glaubst du, wenn das alle Menschen machen würden? Wie wertvoll plötzlich diese Menschen dastehen. Wie sie plötzlich das Licht Gottes weitergeben. Ganz egal, wie sie heute aussehen. Ganz egal, wer der Mensch heute ist. Gott sieht doch dahinter. Die schlechten Eigenschaften will Gott wegnehmen. Und plötzlich ist ein wunderbarer Mensch da. Und das dürfen wir mit voranbringen. Gott setzt uns ein, um hier mitzuarbeiten. Um eben für diese Menschen zu dienen. Um für diese Menschen zu arbeiten. Um diesen Menschen eine Hilfe zu sein. Er möchte, dass wir mit dem Heiligen Geist zusammenarbeiten. Dass wir Zeit mit diesen Menschen verbringen. Dass wir für diese Menschen beten. Und dass wir die Menschen Schritt für Schritt in die Heiligung, in die Nachfolge Jesus Christus hineinbringen.
[21:58] Jetzt wird der Heilige Geist diese Menschen ergreifen und wird anfangen, an ihrem Herz zu arbeiten. Und es ist ein Segen, wenn ihr sowas schon mal erlebt habt. Wenn ihr sowas seht bei den Menschen um euch herum. Wie der Geist sie plötzlich verändert. Wie plötzlich jemand, der von Gott überhaupt nichts wissen wollte, dem es nur um sich selbst ging, der vielleicht nach Karriere, nach Reichtum gestrebt hat, plötzlich neue Wege einschlägt. Das ist ein Wunder. Das ist ein Wunder, das wir heute erleben können. Und Jesus Christus möchte uns hierfür haben. Und hier müssen wir bereit sein, aber mit diesen Menschen auch Zeit zu verbringen. Zeit zu nehmen, um für diese Menschen da zu sein. Um diesen Menschen zu dienen. Das heißt, unsere Zeit ein Stückchen abschneiden, um anderen diese Zeit zu geben. Das ist das, was wir tun können.
[22:41] Lesen wir mal ein Beispiel, wie Jesus Christus das gemacht hat. Jesus Christus, wissen wir, war ein sehr, sehr viel beschäftigter Mann. Wenn wir durch die Evangelien durchgehen und schauen, was er alles gemacht hat, was er teilweise an einem Tag alles gemacht hat, was er erlebt hat. Und trotzdem hat er sich Zeit genommen für die Menschen. Lesen wir dazu Lukas 5. Lukas 5, wir lesen die Verse 1 bis 3. „Es begab sich aber, als die Menge sich zu ihm drängte, um das Wort Gottes zu hören, dass er am See Genezareth stand. Und er sah zwei Schiffe am Ufer liegen. Die Fischer aber waren aus ihnen ausgestiegen und wuschen die Netze. Da stieg an eines der Schiffe, das Simon gehörte, und bat ihn, ein wenig vom Land wegzufahren. Und er setzte sich und lehrte die Volksmenge vom Schiff aus.“ Ein ganz normaler, typischer Missionseinsatz im Leben Jesu Christi. Jesus geht zu den Menschen und er lehrt sie. Und die Menschen hören das Wort Gottes und sie wollen es hören. Sie drängen sich zu ihm, steht da. Es waren so viele Menschen, dass er Jesus Christus genau gesehen hat, wo die beste Position ist, um diese Menschen zu erreichen. Er schreibt, dass er sich einen vortrefflichen Platz gesucht hat, auf dem Wasser, wo die Menschen am Ufer ringsum her standen und der Schall seiner Stimme gut verbreitet wurde, dass alle ihn hören konnten. Jesus Christus hat sich einen guten Platz gesucht, um zu all diesen Menschen zu sprechen. Und das waren viele Menschen. Und Jesus Christus hat oft zu großen Menschenmengen gesprochen. Die Speisung der 5.000, wie viele Leute sind da? Die Bergpredigt, wie viele Leute waren da anwesend. Und hier auch am See. Riesenmenschenmenge. Jesus Christus kann sie am besten erreichen, indem er ein bisschen aufs Wasser hinausfährt und den Schall über das Wasser und über die umliegenden Gebirge oder Hügelketten transportieren lässt, damit er alle Menschen erreichen kann mit dem guten Wort. So können in kurzer Zeit möglichst viele Menschen erreicht werden. Jesus Christus predigt also einen ganz normalen Tag im Leben Jesu.
[24:39] Nun lesen wir weiter. Vers 4. „Als er aber zu reden aufgehört hatte, sprach er zu Simon: Fahre hinaus auf die Tiefe und lasst eure Netze zu einem Fang hinunter.“ Jetzt wird es plötzlich persönlich. Jesus Christus spricht nicht mehr zu der ganzen Menge, sondern er spricht zu dem Fischer, in dessen Boot er sitzt. Er sagt: „Simon, fahr doch mal raus und schmeiß deine Netze ins Wasser.“ Das ist das, was Fischer alltäglich tun. Und ist es nicht interessant, dass Gott schon vorgesorgt hat, dass Gott schon gearbeitet hat? Vers 5. „Und Simon antwortete und sprach zu ihm: Meister, wir haben die ganze Nacht hindurch gearbeitet und nichts gefangen. Aber auf dein Wort will ich das Netz auswerfen.“ Gott hat hier schon vorgesorgt. Simon war schon in der Nacht vorher draußen und er hat nicht mal einen Fisch gefangen. Er hat nichts gefangen. Also rein gar nichts. Er hat seine Netze im Wasser gewaschen, aber mehr war da nicht. Das hat Gott vorbereitet. Jetzt kommt Jesus Christus, sagt: „Weißt du was, fahr noch mal raus. Ich weiß doch, was du brauchst.“ Und für Simon als ein standesgemäßer Fischer, der doch wirklich genau weiß, wie man fischt, wo die besten Jagdgründe sind, wie man doch Fischer aus dem Meer gewinnt, muss das komisch vorgekommen sein. Aber Jesus Christus zeigt ihm: „Weißt du was, ich möchte, dass du das machst. Ich kümmere mich um dein Anliegen. Ich habe hier gerade zu tausend Menschen gepredigt, aber ich möchte, dass du jetzt rausfährst. Ich möchte für dich da sein.“ Und Simon glaubt ihm. Und es heißt in Vers 6: „Und als sie das getan hat, fingen sie eine große Menge Fische und ihr Netz begann zu reißen.“ Vers 7: „Da winken sie den Gefährten, die in den anderen Schiffen, die im anderen Schiff waren, dass sie kommen und ihnen helfen sollten. Und sie kamen und füllten beide Schiffe, sodass sie zu sinken begann.“ Gott hat die Situation vorbereitet. Jesus Christus spricht nun und jetzt nutzt Gott seine Macht. Jetzt gebe ich dem Simon das, was er braucht. Und jetzt müssen sie ein zweites Schiff ranholen, um diesen Riesensegen, den sie nun von Gott bekommen haben, überhaupt verladen zu können.
[26:51] Und jetzt beginnt was Neues. Jetzt passiert was ganz, ganz Neues im Leben von Petrus. Und zwar nicht durch die große Predigt, die Jesus Christus kurz davor an das ganze Volk gebracht hat, an die tausend Menschen, die vielleicht da waren, sondern jetzt passiert was im Leben von Simon in einem Augenblick, wo es in den persönlichen Kontakt mit Jesus Christus ging. Jetzt wird Simon verändert und wir lesen Vers 8: „Als aber Simon Petrus das sah, fiel er zu den Knien Jesu nieder und sprach: Herr, gehe von mir hinweg, denn ich bin ein sündiger Mensch.“ Hier ist der Kern. Petrus fällt auf seine Knie und sagt: „Geh von mir weg, ich bin ein sündiger Mensch.“ Dieser harte Diamant wird zum ersten Mal Fels genannt. Petrus, Simon, Petrus. Es gab eine Veränderung im Leben von Simon. In der Bibel, wenn die Menschen sich verändern, bekommen sie oft neue Namen. Wenn ein neuer Abschnitt im Leben eines Menschen beginnt, bekommen sie einen neuen Namen. Bei Petrus war genau hier ein neuer Abschnitt. Der harte Diamant, der Fels, fängt plötzlich an, sich zu verändern. Bis das Herz wird weich und er erkennt, wer er ist. Er fällt auf die Knie und sagt: „Geh von mir weg, ich bin ein sündiger Mensch.“ Welch eine Erkenntnis, welche eine tiefe Erkenntnis in diesem Fischer.
[28:04] Jesus Christus hat sich die Zeit genommen, mit diesen Menschen zu reden. Er hätte zu den tausend Menschen weitersprechen können. Sie hätten ihm zugehört. Sie waren ja extra willkommen, damit er spricht. Aber Jesus Christus hat sich jetzt die Zeit genommen, um sich diesem einen Menschen zu widmen. Das sollten wir auch tun, wenn wir vor großen Leuten, vor großen Massen predigen, dass wir uns die Zeit nehmen, auch mit einzelnen zu sprechen. Mit einzelnen, einzelnen Leuten auf dem Weg begleiten. Dass wir die Zeit haben, auch im Gebet für diese Menschen einzustehen. Dass wir uns auch um diese Menschen kümmern. Und ganz besonders auch um ihre Bedürfnisse. Denn jeder Mensch hat Bedürfnisse und die gilt es zu finden. Jesus Christus wusste, Petrus hat nichts gefangen. Was er braucht, sind Fischer. Er hat sich um sein Bedürfnis gekümmert. Petrus erkennt in Jesus mehr als einfach nur einen Propheten, der von Gottes Reich spricht und die Menschen zur Umkehr ruft. Er erkennt plötzlich mehr. Er erkennt plötzlich, dass dieser Gott da im Himmel wirklich ein persönlicher Gott ist, dass er ihn persönlich im Leben erreichen will. Dass Petrus oder dass Simon ihm etwas wert ist. Und diese Erkenntnis hat Petrus gehabt, weil Jesus Christus Zeit persönlich mit ihm verbracht hat. Und um Menschen zu Gott zu führen, zu Jesus zu führen, müssen wir auch diese persönliche Zeit mit ihm haben.
[29:18] Und wenn wir gucken, was aus Petrus geworden ist, dann stellen wir fest, dass Jesus Christus hat wahrscheinlich mehr dadurch erreicht, dass er diese Zeit mit Petrus hatte, als dadurch, dass er zu den ganzen Menschen da gesprochen hat. Denn aus Petrus heraus, wir erinnern uns an die Pfingstpredigt von Petrus, wie viele Menschen sind da erreicht worden an einem Tag? Es waren 3.000. Petrus wurde zu einem Werkzeug Gottes, dadurch, dass Jesus sich um ihn gekümmert hat. Sicher, da war Petrus und da waren auch die anderen Fischer und sie brauchten noch ein bisschen Zeit. Diese rohen, schmutzigen Diamanten brauchten noch Zeit, um den richtigen Schliff zu kriegen. Stück für Stück hat Gott sie bearbeitet. Und ja, sie waren drei Jahre lang mit Jesus unterwegs, bevor sie wirklich ganz tauglich waren, um sein Werk voranzubringen. Aber es zählte der Einsatz, den sie hatten. Und sie mussten nach und nach schlechte Charakterzüge ablegen und bessere Charakterzüge entwickeln. Und das ist Heiligung. Das ist das, was Jesus Christus in den Herzen dieser Menschen macht. Und das ist das, was Jesus Christus in den Herzen von allen Menschen machen möchte. Von uns, von den Menschen um uns herum.
[30:26] Es spielt keine Rolle für Jesus Christus, wo der Herr kommt, ob er in Nazareth geboren ist, also im letzten Rotlichtviertel, oder ob es ein Reicher ist, ein Mächtiger, ein König. Für Gott ist das irrelevant. Er sieht den Wert in den Menschen. Er möchte den Menschen haben. Wenn er die Menschen reich machen will, kann er das machen. Wenn er die Menschen richtig machen will, kann er das machen. Aber es geht um das Herz des Menschen. Und ganz gewöhnliche Menschen, die wir als ganz gewöhnliche Menschen einstufen, sind für Gott unendlich wertvoll. Er kann sie für seinen Dienst gebrauchen.
[30:59] Schauen wir uns an, wen Jesus Christus, als er hier auf der Erde war, eigentlich in seine Nachfolge gerufen hat. Was waren das für Menschen? Nun, da hat er die ungebildeten Fischer berufen. Da waren Korpus Johannes, da waren Petrus, Andreas, Fischer ohne eine besondere große Ausbildung, ohne große geistige Wissenschaften zu studieren zu haben. Einfache Menschen. Die hat er gebraucht. Die gehörten nun plötzlich zu seinem Team, zu seiner Nachfolge. Die waren in seinem engsten Kreis dabei. Dann hat er sich einen Zöllner gesucht. Da hat er den Levi berufen. Levi saß am Zoll, also jemand, der mit den Römern sympathisiert hat. Diesen Menschen hat er berufen und gesagt: „Ich möchte, dass du mir nachfolgst.“ Und die Menschen hatten keinen guten Eindruck von Levi oder von Matthäus, wie wir ihn nennen. Denn jemand, der mit den Römern sympathisiert, kann kein richtiger Israelit von Herzen sein. Aber Jesus Christus hat mehr darin erkannt. Jesus Christus wusste, der Levi, der macht das für seinen persönlichen Gewinn. Aber wenn wir die Seite, wenn wir die Facette wegschleifen, wenn wir sein Herz erneuern, kann da was Großes daraus erwachsen. Und zack, hatten wir aus dem Levi den Matthäus gemacht.
[32:10] Dann hat er sich in sein Team, das ist interessant, einen Zeloten genommen. Und zwar den Zeloten Simon. Er beruft Simon, den Zeloten, in ein Team von Nachfolgern, in dem noch ein Levi steckt, jemand, der mit den Römern sympathisiert. Zeloten waren diejenigen, die selbst mit Gewalt die Römer aus dem Land vertreiben wollten. Jetzt holt er sich einen Zeloten ins Team und hat aber gleichzeitig den Levi mit drin. Und die beiden harmonieren ganz wunderbar, weil ihre Herzen verändert sind. Also es spielt keine Rolle. Der Levi sollte nichts gegen den Zeloten Simon haben und der Zeloten Simon sollte sich hüten davor, Levi zu verurteilen. Beide sind auf dem Weg der Heiligung. Beiden wird das Herz nach und nach verändert.
[32:52] Hey, da waren noch mehr Leute drin. Hat sich zum Beispiel Jakobus und Johannes, die sogenannten Donnersöhne, hat er sich mit reingeholt ins Team. Die Donnersöhne, also Leute mit aufbrausendem Charakter. Kennst du solche Leute? Ein aufbrausender Charakter, mit dem man kaum drei Minuten lang ruhig sprechen kann, ohne dass sie sich über irgendwas erheben, über irgendwas laut werden. Unangenehm, solche Leute. Kein Problem für Jesus, denn er sah den Wert dahinter. Okay, sie haben diesen Charakter, aber den schleife ich mal weg. Überlegen wir, was aus Johannes geworden. Einer von den Donnersöhnen. Was für einen milden Charakter hat er gehabt? Lesen wir die Johannesbriefe. Kann so ein Mensch wirklich ein Donnersohn gewesen sein? Kann so ein Mensch jemand gewesen sein, der einen aufbrausenden Charakter hatte? Unglaublich, er spricht doch nur von der Liebe. Gott hat geschliffen. Er hat aus diesem rohen Diamanten einen hervorragenden Brillanten gemacht.
[33:49] Schauen wir weiter in seinem Team. Thomas war dabei. Thomas, der sogenannte Zweifler. Jemand, der viele Dinge kaum glauben konnte. Auch den nimmt er mit rein. Ein Zweifler in seinem Team. Dann darüber hinaus noch den Nathanael, also ein Skeptiker. Nathanael hatte einen tollen Charakter, ein studierter Mann, aber ein Skeptiker. Auch den holt er sich mit ins Team. Dann darüber hinaus in seinem weiteren Jüngerkreis findet plötzlich ein Oberzöllner Platz. Zachäus. Die Menschen sagen: „Den doch nicht! Wie kannst du so jemanden gebrauchen?“ Sie sagen: „Er unterhält sich mit den Sündern. Er ist da bei den Sündern zu Gast. Weiß ja nicht, wer das ist.“ Aber Jesus Christus wusste, wer Zachäus ist. Er hat sich sogar extra in sein Haus eingeladen. Und warum? Weil er weiß, was für ein Diamant dahinter steckt. Zachäus braucht er in seinem Werk. Und zu jedem Menschen geht er so. Wir können diese Liste fortführen. Da waren unglaublich viele Menschen. Da war Maria Magdalena, eine von Dämonen Besessene. Wir würden sagen: „Auf keinen Fall! So jemand wollen wir nicht in unserer Gemeinde haben. So jemand brauchen wir hier nicht.“ Jesus sagt: „Wenn die Frau frei ist von den Dämonen, dann können wir an ihrem Herz arbeiten.“ Und was hat Jesus Christus gemacht? Er hat sie befreit von den Dämonen. Und er hat angefangen, an ihrem Herz zu arbeiten. Eine vortreffliche Frau ist es geworden.
[34:59] Jesus Christus sieht den Wert in den gewöhnlichen Menschen. Auch wenn wir manchmal dazu neigen und sagen, wenn jemand in die Gemeinde kommt, er muss einen vortrefflichen Charakter haben, sonst wollen wir den hier eigentlich gar nicht so gerne sehen. Nein, nein, nein, nein. Gott schickt uns irgendwelche Leute mit irgendwelchen Charakterzügen. Und jetzt möchte er, dass wir mitarbeiten, dass wir mit seinem Heiligen Geist zusammenarbeiten und den Charakter dieser Menschen verändern. Wie weit verändern? Bis zur Vollkommenheit, sagt die Bibel. So weit, bis sie bereit sind, in das Reich Gottes hineinzugehen. Bis zur Vollkommenheit möchte Gott diese Menschen verändern. Und es ist ein großes Vorrecht, dass wir hier mitarbeiten dürfen. Dass Gott uns hier gebrauchen möchte, um mit ihm zusammenzuarbeiten, damit auch in ihren Herzen der Morgenstern aufgeht, damit auch in ihren Herzen der harte Diamant zu einem Brillanten wird und das Licht Gottes in die Welt ausstrahlt.
[35:53] Nun, vielleicht hätten wir damals diese Menschen verurteilt und behauptet, dass sie es niemals schaffen würden, solche Menschen, wie Jesus Christus berufen hat, dass sie es niemals schaffen würden, ihren komischen Charakter zu verändern, den sie doch in Jahren geformt haben und der doch schon so viele Narben und Wunden trägt, dass die noch mal, dass die noch mal jemals noch mal einen guten Charakter entwickeln, Menschen zu erreichen, dass Menschen zu ihnen aufblicken und sagen: „Das ist ein Charakter, wie Jesus Christus ihn hatte.“ Und doch lesen wir das, doch sehen wir, dass es genauso war. Selbst der ungestüme Petrus – Ellen White nennt dieses Wort, der ungestüme Petrus, ich finde das sehr interessant – selbst der hat einen Charakter entwickelt, der Christus ähnlich war.
[36:34] Lass uns mal lesen in Matthäus 16, Matthäus 16 und dort die Verse 13 bis 17. Nun also, der Petrus, den Jesus Christus gerade eben noch auf dem See erreicht hat, von dem lesen wir jetzt Matthäus 16, Vers 13. „Als aber Jesus in die Gegend von Cäsarea Philippi gekommen war, fragte er seine Jünger und sprach: Für wen halten die Leute mich, den Sohn des Menschen? Sie sprachen: Etliche für Johannes den Täufer, andere aber für Elia, noch andere für Jeremia oder einen der Propheten. Da spricht er zu ihnen: Ihr aber, für wen haltet ihr mich? Und da antwortete Simon Petrus und sprach: Du bist der Christus, der Sohn des lebendigen Gottes.“
[37:25] Und Jesus antwortete und sprach zu ihm: „Glückselig bist du, Simon, Sohn des Jona, denn Fleisch und Blut hat dir das nicht geoffenbart, sondern mein Vater im Himmel.“ Jeder weiß, Petrus gibt ein Bekenntnis und sagt: „Du bist der Sohn Gottes.“ Und Jesus sagt: „Das konntest du gar nicht sagen, außer durch den Geist Gottes. Der Geist Gottes hat es dir geoffenbart.“ Wenn der Geist Gottes Petrus offenbart hat, dass Jesus der Sohn Gottes ist, dann impliziert das, dass der Geist Gottes in Petrus seinem Herzen war und gearbeitet hat. Das heißt, der Geist Gottes in seinem Herzen. Selbst wenn sein Leben anders aussah, selbst wenn das Leben von Petrus zu dem Zeitpunkt immer noch nicht genau da war, wo es später hin sein sollte, arbeitet der Geist Gottes doch bereits in seinem Herzen.
[38:15] Lesen wir Matthäus 26. Und hier die Verse 69 bis 75. „Petrus aber saß draußen im Hof und eine Magd trat zu ihm und sprach: Auch du warst mit Jesus dem Galiläer.“ Hier nun die Szene. Jesus Christus ist gefangen genommen worden. Er wurde zu Hannas und Kaiphas gebracht. Und Petrus stand draußen vor der Tür, er konnte ja nicht rein. Nun, Johannes konnte rein, denn Johannes kannte den Hohenpriester. Und Johannes, der Jüngere, schlüpfte also mit rein. Und Johannes lässt nun später den Petrus hinein. Johannes öffnet die Tür. Petrus kommt auch mit rein, ist nun auch im Vorhof. Petrus stellt sich nun dazu, draußen im Hof. Und eine Magd spricht ihn an und sagt: „Du warst doch auch mit Jesus dem Galiläer.“ Vers 70. „Er aber leugnete vor allem und sprach: Ich weiß nicht, was du sagst.“ Als er dann in den Vorhof hinausging, sah ihn eine andere und sprach zu denen, die dort waren: „Auch dieser war mit Jesus dem Nazarener.“ Und er leugnete nochmals mit einem Schwur: „Ich kenne den Menschen nicht.“ Bald darauf aber traten die Umstehenden herzu und sagten zu Petrus: „Sicherlich, du bist auch einer von ihnen, denn auch deine Sprache verrät dich.“ Da fing er an, sich zu verfluchen und zu schwören: „Ich kenne den Menschen nicht.“ Und sogleich krähte der Hahn. Und Petrus erinnerte sich an das Wort Jesus, der zu ihm gesagt hatte: „Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen.“ Und er ging hinaus und weinte bitterlich.
[39:57] Petrus, derjenige, der von Jesus Christus berufen wurde, der dieses Wunder erlebt hat, dass die Netze mit den Fischen plötzlich zum Zerbersten voll waren, mit dem Jesus Christus persönlich Zeit verbracht hatte. Hey, drei Jahre lang waren die beiden zusammen. Derjenige, der vom Geist Gottes geführt wurde und bekannt hat, Jesus Christus ist der Sohn Gottes, fängt plötzlich an in einer Situation, im Fall mit dem Wort Jesus Christus zu verleugnen. Und einige Menschen verleugnen mit dem Wort, einige mit der Tat, die meisten wohl mit beiden. Und vielleicht würden wir sagen, das Bekenntnis des Petrus war nicht echt. Aber das stimmt nicht. Das Bekenntnis des Petrus war echt. Denn auch Paulus sagt, ohne den Heiligen Geist ist es nicht möglich, Jesus Christus so zu bekennen, zu sagen, er ist der Sohn Gottes. Das heißt, der Heilige Geist ist in ihm am Arbeiten.
[40:49] Was wir erkennen, ist, dass Petrus einen Fehler gemacht hat. Wir erkennen, dass Petrus ein Mensch voller Fehler war. Er war ein fehlerhafter Mann. Er hatte Angst. Er hat falsch gehandelt in dieser Not. Die Menschen haben auch gesagt: „Deine Sprache verrät dich, du sprichst doch auch wie einer von diesen Galiläern, du kommst doch auch da oben irgendwo vom See Genezareth.“ Wir haben nicht erkannt. Und da wird es ihm Angst und Bange, denn Jesus Christus ist ja gefangen genommen worden und er ahnt schon, was ihm bevorsteht. Und Petrus ist noch nicht so weit verändert, dass er dem standhalten kann. Aber die Reaktion von Petrus ist interessant. Er ging hinaus und er weinte bitterlich. Wie viele Menschen in den Gemeinden, wenn wir sie uns angucken, sagen: „Da hat er Christus verleugnet, da hat er ein schlechtes Wort gebracht, da ist seine Wortwahl noch nicht gut.“ Wir sagen: „Das kann kein Christ sein.“ Wir haben das Recht, nicht diese Menschen zu verurteilen. Schau in dein eigenes Leben hinein. Sind wir nicht auch auf dem Weg? Sind wir nicht auch gewöhnliche Menschen auf dem Weg zu Jesus Christus, die Tag für Tag und Schritt für Schritt verändert werden und ab und zu auch mal fallen und dann durch den Geist Gottes wieder aufgerichtet werden, um weiterzugehen? Das passiert nicht nur dir so, das passiert auch nicht nur mir so, sondern das passiert all den Menschen in unseren Gemeinden und auch den Leuten, die neu in die Gemeinde kommen und sogar den Menschen, die vielleicht schon seit 20 Jahren in den Gemeinden sind. Ach, sie fallen und sie werden aufgerichtet durch das Wort Gottes.
[42:16] Petrus, ein ganz treuer Nachfolger. Jesus Christus hat ihm vertraut. Jesus Christus hat ihn sogar in einen ganz engen Jüngerkreis genommen, nicht nur die Zwölf, sondern die Drei: Jakobus, Johannes und Petrus. Und dieser Petrus verleugnet plötzlich in einer schwachen Situation seinen Glauben. Distanziert sich von Jesus Christus, aber seine Reaktion ist: Er weinte bitterlich. Heißt, er hat in seinem Herzen gespürt, dass es falsch ist und er hat sich dafür gehasst, was er getan hat. Er ging raus, er weinte bitterlich. Was für eine Reaktion. Wenn ein Mensch einen Fehler sieht und bitterlich weint. Er wünschte, er könnte es ungeschehen machen. Hätte er nochmal die Chance, er würde einen anderen Weg gehen. Und wie vielen Menschen geht das so? Wir gehen eine Sünde und hinterher denken sie: „Hätte ich es mal anders gemacht.“ Aber in das Herz gucken können wir nicht. Und wir sehen nur: Ach, die Menschen haben gesündigt. Aber in ihren Herzen sagen sie: „Hätte ich die Chance, ich würde es anders tun.“ Lasst uns die Menschen doch so ansehen, mit solchen Augen. Das sind gewöhnliche Menschen, die sich verändern wollen und die auf dem Weg sind. Da, wo wir aufstehen, wir sind da kein Deut besser.
[43:25] Seid nicht enttäuscht, wenn es bei den Menschen, die ihr in die Nachfolge ruft, die ihr zu Jesus Christus führt, wenn es da manchmal nicht klappt, wenn sie immer wieder ein Stück vorwärts gehen und einen Schritt zurück. Menschen brauchen ihre Zeit, um dahin zu kommen. Aber glaubt auch daran, wenn ihr gewöhnliche Menschen für Christus gewinnen wollt, es ist auch eure Aufgabe, für diese Menschen zu beten, sie zu führen, Vorbilder zu sein. Auch ihr tragt Verantwortung für diese Menschen. Jesus Christus hat euch nämlich berufen, diese Menschen in die Heiligung zu bringen, diese Menschen für sein Reich zu gewinnen. Und es ist oft leicht zu sagen: „Die anderen, die machen den Fehler, die nehmen es nicht ernst.“ Aber es ist oft unsere Schuld, weil wir nicht ausreichend für sie beten, weil wir keine guten Vorbilder sind. Also habt keine Angst davor, wenn es nicht so schnell klappt, wie ihr das wollt. Jesus Christus hat auch viel Zeit gegeben und uns hat Jesus Christus auch viel Zeit gegeben, um es zu machen. Denk an deine Familie, an deine Freunde, an deine Gemeinden, an deine Verwandten, an deine Bekannten. Wen auch immer du jetzt gerade vor dir hast, deine Arbeitskollegen, gib ihnen die Zeit, dass der Geist Gottes sich verändern kann. Und denk daran, was Gott für dich getan hat. Nimm du dir genauso viel Zeit für sie, wie Gott sich für dich nimmt. Sei für sie da. Denk an sie im Gebet. Hilf ihnen.
[44:40] Schauen wir uns eine Einstellung von Paulus noch an, im 1. Timotheus 1. 1. Timotheus 1. Wir lesen die Verse 12 bis 17. Hier heißt es: „Von denen ich der Größte bin. Aber darum ist mir Erbarmung widerfahren, damit an mir zuerst Jesus Christus alle Langmut erzeige, zum Vorbild für die, die künftig an ihn glauben würden, zum ewigen Leben. Dem König der Ewigkeit aber, dem Unvergänglichen, Unsichtbaren, allein weisenden Gott, sei Ehre und Ruhm von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“
[45:55] Er sagt: „Aber darum ist mir Erbarmung widerfahren, damit an mir zuerst Jesus Christus alle Langmut erzeige, zum Vorbild für die, die künftig an ihn glauben würden, zum ewigen Leben.“ Paulus sagt: „Ich bin der größte Sünder von allen. Ich hätte es gar nicht verdient, in die Nachfolge Christi zu kommen, aber Christus war barmherzig und er war langmütig und er hat mich erreicht und er war für mich da, er hat mich gezogen, er hat mich nicht losgelassen.“ Paulus guckt auf sein Leben und sagt: „Ich habe doch die Leute umgebracht, ich habe doch die Christen verfolgt. War ich nicht dabei, als der vortreffliche Stephanus gesteinigt wurde? Habe ich nicht die Kleider der Menschen gehalten? Bin ich nicht dabei gewesen? Wie gern hätte ich mit dem Menschen nochmal gesprochen, mit dem Stephanus. Was für ein heiliger Mann. Und ich habe keine Chance mehr. Was habe ich die Gemeinde verfolgt? Sie hatten Angst vor mir, sie mussten mich verstecken, weil ich wütend umhergegangen bin. Ich war der größte Sünder von allen, aber Gott war langmütig.“
[46:46] Hey, gibt es heute auch Menschen in der ganzen Welt, die die Gemeinde verfolgen? Vielleicht Menschen, die in Gremien sitzen, die in Gemeindegremien sitzen und eigentlich gegen die Gemeinde arbeiten und wir sagen: „Die müssen da weg. Die wollen wir hier nicht haben. Das sind keine heiligen Leute, die uns da führen. Das sind keine Menschen, denen wir uns anvertrauen wollen.“ Aber verbirgt sich hinter manch einem Saulus vielleicht ein Paulus? Sind nicht auch wir für diese Menschen verantwortlich? Menschen wie du und ich, für die wir beten müssen, die wir führen müssen, die wir auf den richtigen Weg zurückbringen müssen. Wer weiß, ob nicht der ein oder andere davon einen so vortrefflichen Charakter entwickelt, wie Paulus ihn hatte und zum großen Segen wird für die große Heidenmission, für die Mission, die am Ende der Zeiten ansteht. Du weißt nicht, was für ein Brillant sich hinter diesen Menschen verbirgt. Keiner von uns sieht in die Herzen der Menschen, aber Gott kennt sie. Lasst uns die Menschen in die Gemeinde holen und lasst uns an den Menschen arbeiten. Lasst uns mit dem Geist zusammenwirken und schauen, was dabei rauskommt. Gott war langmütig mit uns. Lasst auch uns langmütig mit diesen Menschen sein. Gott wird einen Charakter in diesen Menschen entwickeln, der wird noch heller leuchten als du und ich. Der wird das Licht Gottes ausstrahlen und große Missionsarbeit machen. Diese Menschen gilt es zu erreichen.
[48:02] Petrus, ein treuer Jünger. Oder Jakobus, jemand, der von ganzem Herzen Gott gefolgt hat. Johannes, er hat den Herrn geliebt. Aber wer hat die Massen erreicht? Es war Paulus, ein ehemaliger Saulus. Und solche Menschen, solche Menschen wie Saulus gibt es auch heute noch zu Genüge. Und diese Menschen lasst uns nicht aufgeben, sondern lasst sie erreichen. Durch Zeit, durch Gebet.
[48:39] Hier vielleicht abschließend. Ja, wir machen abschließend den Text aus Jakobus 2. Jakobus 2 und dort die Verse 1 bis 9. Jakobus richtet ein Wort an uns. Er sagt: „Meine Brüder, verbindet den Glauben an unseren Herrn Jesus Christus, den Herrn der Herrlichkeit, nicht mit Ansehen der Person. Denn wenn in eure Versammlung ein Mann käme mit goldenen Ringen und in prächtiger Kleidung, es käme aber auch ein Armer in unsauberer Kleidung, und ihr würdet euch nach dem umsehen, der die prächtige Kleidung trägt und zu ihm sagen: Setze du dich hier auf diesen guten Platz. Zu dem Armen aber würdet ihr sagen: Bleibe du dort stehen oder setze dich hier an meinen Fußschemel. Würdet ihr dann nicht Unterschiede unter euch machen und nach verwerflichen Grundsätzen richten? Hört, meine geliebten Brüder, hat nicht Gott die Armen dieser Welt erwählt, dass sie reich im Glauben würden und Erben des Reiches, dass er denen verheißen hatte, die ihn lieben? Ihr aber habt den Armen verachtet. Sind es nicht die Reichen, die euch unterdrücken und ziehen nicht sie euch vor Gericht? Lässt dann sie nicht den guten Namen, der über euch ausgerufen worden ist? Wenn ihr das königliche Gesetz erfüllt nach dem Schriftwort: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, so handelt ihr recht. Wenn ihr aber die Person anseht, so begeht ihr eine Sünde und werdet vom Gesetz als Übertreter verurteilt. Denn wer das ganze Gesetz hält, sich aber an allem verfehlt, der ist in allem schuldig geworden.“
[50:17] Ein mahnendes Wort von Jakobus und ein sehr, sehr gutes Wort für dieses Thema, wie ich finde. Er sagt: „Richtet nicht nach dem Äußeren. Ihr wisst nicht, wer da kommt. Ihr wisst nicht, wer sich hinter dieser Kleidung, wer sich hinter dieser Fassade verbirgt. Wie die Geschichte, die Biografie dieses Menschen ist, der gerade in eure Gemeinde hineinspaziert, der am Sabbatgottesdienst plötzlich eure Gemeinde besucht. Der Gottesgeist hat gewirkt und gewirkt und gewirkt und plötzlich kommt da ein Sabbat in euren Gottesdienst und ihr seht ihn an und denkt: Vielleicht lassen wir den wieder gehen. Gottes Geist hat seit Jahren vielleicht in diesem Herzen gewirkt, um einen vortrefflichen Arbeiter aus ihm zu machen. Er kommt in unsere Gemeinde und wir sagen: Gefällt uns nicht. Aber das ist der Fehler, den die Pharisäer gemacht haben, als sie Jesus verworfen haben. Sie wollten den nicht sehen, der da kommt. Er war von allen geschlagen, von allen verachtet. Ihr Gesicht hat ihm nicht gefallen, sagen die Pharisäer uns. Und wir wollten ihn nicht sehen.“
[51:17] Manchmal kommen solche Menschen zu uns in die Gemeinde und wir möchten sie nicht sehen. Der Geist wirkt und Gottesliebe zieht und Gott ist langmütig und gnädig und er kämpft für diesen Menschen. Mächte und Gewalten, Engelmächte kämpfen gegeneinander um diesen Menschen und nun ist es so weit, er kommt in die Gemeinde und wir sehen es nicht. Wir sagen: „Naja, was kann daraus schon werden? Was kann aus Nazareth Gutes kommen?“ Gerade diese Menschen gilt es zu erreichen. Und ganz spannend, dass er in Vers 5, haben wir gerade gelesen: „Hört, meine geliebten Brüder, hat nicht Gott die Armen dieser Welt erwählt, dass sie reich im Glauben würden und Erben des Reiches, dass er denen verheißen hat, die ihn lieben?“ Hat er nicht die Armen erwählt, dass sie reich werden im Glauben? Hey, hey, hey. Und er sagt sogar: „Passt auf, dass ihr nicht immer noch auf die Reichen guckt. Denn es sind eigentlich die Reichen, die euch unterdrücken. Es sind die Reichen, die euch das Leben schwer machen.“ Aber wir sollen hier nicht selektieren. Wir sollen nicht sagen, nur die Armen oder nur die Reichen oder, wie nennen wir sie, nur die Gewöhnlichen, nur die Kinder, nur die Mächtigen. Wir sollen die Menschen alle erreichen.
[52:21] Die gewöhnlichen Menschen erreichen wir dadurch, indem wir ihnen das geben, was die Menschen brauchen. Indem wir ihnen zeigen. Und ich sage es gerne nochmal, unsere Gesundheitsbotschaft ist eine wichtige Botschaft, um diese Menschen zu erreichen. Kümmert euch um die Bedürfnisse der Menschen. Und ihr werdet sehen, dass ihr auf offene Herzen trefft.
[52:38] Zum Abschluss sei gesagt, vielleicht könnt ihr euch in diese Situation hineindenken. Wenn durch unsere Gemeindetür jemand hineinspaziert und wir kennen ihn, vielleicht einen Berühmten, vielleicht einen Minister, vielleicht sogar einen Kanzler oder sogar den Bundespräsidenten persönlich. Der Bundespräsident persönlich besucht unsere Gemeinde und wir erfahren das im Vorfeld. Was würden wir machen? Wir würden ein Putzteam organisieren. Wir würden unsere Gemeinde aufräumen. Wir würden den Gottesdienst genau abstecken. Die Liturgie, es muss alles genau passen. Dann singt der Chor, das ist die Dekoration. Dann und dann ist Zeit, pünktlich und alles gut. Die Diakonie müssen die Gäste empfangen und ganz vortrefflich höflich sein. So würden wir beim Bundespräsidenten vielleicht reagieren. Wenn das jetzt aber heißt, da kommt irgendjemand, ich bringe die nächste Woche da mal jemanden mit, sagen wir: „Klasse, freuen wir uns.“ Messen wir hiermit zweierlei Maß? Soll ein Bundespräsident – für den ist es ganz selbstverständlich, dass hier alles geordnet geht, dass hier alles höflich ist, dass die Leute ihn empfangen, dass dekoriert wird, wenn er kommt, dass der Chor sich aufstellt, dass vielleicht sogar der Bläserchor spielt. Das ist selbstverständlich. Und es wird ihn nicht sonderlich beeindrucken. Es ist einfach eine Geste, die man hat. Wie sehr würde die gleiche Aktion jemanden beeindrucken, der aus Nazareth kommt, der aus einem verrufenen Viertel kommt, der nicht diese hohe Stellung hat? Wie sehr würde ihn sowas beeindrucken, wenn Menschen für ihn sagen: „Als Chor singen wir ein Lied für dich, weil es so schön ist. Wir nehmen uns die Zeit, wir dekorieren hier schön, weil du da bist. Wir laden dich zum Essen ein.“ Hey, das ist doch was, was bei den Menschen ankommt. Das ist doch das, wo unsere Herzen hin müssen. Unsere Herzen müssen noch den Wert in diesen Menschen sehen. Ich würde mich freuen und ich fände es schön, wenn wir genau so mit diesen Augen diese Menschen sehen. Wenn wir so auf sie zugehen, wie auch Jesus Christus diese Menschen gesehen hat. Lass uns das tun und lass uns in Zukunft in jedem Menschen diesen Brillanten sehen. Selbst wenn wir diesen schmutzigen, harten Stein haben. Lass uns sehen, dass ein bisschen Schliff diesen Menschen vielleicht zu dem wertvollsten Mitarbeiter Gottes dieser Zeit machen kann. Lass uns das in jedem Menschen sehen. In deinem Kollegen, in deinem Nachbarn, in deiner Familie, bei deinen Verwandten, bei den Bekannten, bei den gewöhnlichen Menschen dieser Welt. Die, die vor der Welt einfach gewöhnlich sind. Der Durchschnittsmensch. Lass uns den Wert darin erkennen. Denn Gott sieht ihn auch. Und Gott kann aus diesen Menschen die hervorragendsten Lichtverteiler machen. Die hervorragendsten Brillantenschleifer. Lass uns daran mitarbeiten. Gemeinsam mit dem Heiligen Geist. Eine vortreffliche Ehre, die Gott uns hier gibt, dass wir für sein Werk an diesen Menschen arbeiten dürfen. Lass uns das tun und lass uns noch beten.
[55:22] Herr unser Gott, wir danken dir von ganzem Herzen dafür, dass du uns dieses vortreffliche Vorrecht gibst, dass wir mit deinem Heiligen Geist zusammenarbeiten dürfen, dass wir Menschen in deine Nachfolge rufen dürfen. Lieber Vater, ich möchte dich bitten, dass wir offene Herzen haben für diese Menschen. Dass wir den Wert in jedem Menschen erkennen. Und dass wir, wenn Menschen zu uns kommen und in die Gemeinde kommen, dass wir erkennen, dass du diese Menschen geschickt hast. Dass du diese Menschen verändern möchtest.
[55:47] Dass du diese Menschen in deine Nachfolge rufen möchtest. Dass du ihnen all deine guten Enttugungen beibringen willst und dass du sie vorbereiten möchtest auf dein Reich. Dass du sie schon hier auf Erden zu großen Mitarbeitern machen willst.
[55:58] Lieber Vater, wir danken dir dafür, dass du das tust, dass du es mit uns machen möchtest und mit jedem anderen Menschen auf der Welt. So langmütig und so geduldig, gnädig und barmherzig wie du bisher, wollen wir auch sein mit jedem Menschen. Wir legen unsere Herzen in deine Hand, Herr, und bitten dich, dass du uns verformst und dass du uns vervollkommnest, Herr, wie es dein Wille ist. Und dass du durch uns auch andere Menschen erreichst, dass auch andere Menschen in deine Nachfolge gerufen werden. Wir danken dir dafür und bitten all dies im Namen unseres Herrn Jesus Christus. Amen.
[56:27] Heute das Thema gewöhnliche Menschen erreichen. Bestimmt ein spannendes Thema. Aber ich glaube, genauso spannende Themen werden uns auch in den nächsten Wochen erwarten, wenn es da heißt, Außenseiter für Christus zu gewinnen in der nächsten Woche oder auch Reiche für Christus zu gewinnen und aber auch die Mächtigen. Außenseiter, Reiche und Mächtige. Diese drei Themen werden uns in den nächsten Wochen erwarten und ich würde mich freuen, wenn ihr wieder dabei seid, wenn wir gemeinsam das Wort studieren können und gemeinsam schauen können, wie erreichen wir Reiche, Außenseiter und Mächtige. Gottes Segen euch. Bis bald.
[57:15] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!