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In dieser Lektion der Cannstatt Study Hour mit Frank Schleipfenbauer geht es um Jesus und die Außenseiter der Gesellschaft. Anhand biblischer Gleichnisse und Beispiele wie der Ehebrecherin und der Samariterin am Jakobsbrunnen wird gezeigt, wie Jesus mit Menschen umging, die von der Gesellschaft ausgegrenzt wurden. Die Predigt betont die Bedeutung von Liebe, Vergebung und Annahme gegenüber allen Menschen, unabhängig von ihrem sozialen Status oder ihrem Verhalten. Es wird auch auf die Herausforderungen eingegangen, die sich aus gesellschaftlichen Veränderungen ergeben, und wie wir als Nachfolger Jesu diese Menschen erreichen können.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2014 Q1: Jüngerschaft

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Transkript

[0:00] Guten Tag und hallo zusammen. Ich möchte alle ganz herzlich begrüßen hier zur Cannstatt Study Hour und begrüße auch wieder alle Zuschauer und Zuhörer, die jetzt über Joel Media TV dabei sind und über Amazing Discoveries. Ich freue mich auf eine knappe Stunde gemeinsamen Studiums, indem wir das Thema der aktuellen Sabbatschule-Lektionswoche gemeinsam studieren möchten, uns von Gott belehren lassen möchten aus seinem Wort. Und das Thema in dieser Woche ist Jesus und die Außenseiter der Gesellschaft.

[1:02] Ich erinnere mich, auch wenn es schon einige Jahre her ist, in einer Gemeinde in Deutschland, in der ich mitwirken durfte an den Vorbereitungen und Durchführungen einer Evangelisation. Und im Rahmen der mehrmonatigen Vorbereitungen sind auch Aktionen eingebaut worden, sogenannte Outreaches, wo wir also von Tür zu Tür gegangen sind, Menschen angesprochen haben, Flyer verteilt haben, Menschen eingeladen haben zu den Vorträgen, die dann bevorstanden. Und über bestimmte Aktionen und Kontakte kamen wir auch an eine Gruppe von Menschen, die etwa um die 40 Jahre alt waren. Das waren fünf oder sechs Personen, Männer und Frauen, die sich während ihrer Langzeitarbeitslosigkeit, in der sie sich befanden, jeden Tag trafen, irgendwo an der Ecke an einem etwas vernachlässigten Supermarkt. Also kein besonders schönes Ambiente, auch keine besonders herausragende Gegend, in der sie dort lebten. Und man sah ihnen ihre Position in der Gesellschaft an, über die Kleidung, über einen schon den Eindruck, etwas ungepflegt zu sein. Die Männer trugen längere Haare, waren auch nicht sehr gepflegt, sie hatten eine ungehobelte Sprache, tranken Alkohol und haben sich so die Zeit vertrieben. Und es gelang tatsächlich einer Glaubensschwester, diese Gruppe einzuladen zu Bibelstunden, zu Gottesdiensten, zu Gemeindeaktionen und auch zu den evangelistischen Vorträgen. Und ich weiß noch, als ich beobachtet habe, wie ein Teil dieser Gruppe das erste Mal die Tür zum Gemeindehaus öffnete, wie unterschiedlich die Reaktionen meiner Glaubensgeschwister waren, die auf diese Menschen trafen. Man sah es in den Gesichtern, man sah es an der Körpersprache und wo sie sich hinbewegt haben. Manche gingen offen und freundlich auch auf diese Menschen zu, begrüßten sie herzlich und luden sie ein, ungeachtet des Eindrucks, den sie machten. Einige allerdings wichen aus, drehten sich weg, entfernten sich von der Tür und vermieden den Kontakt. Lassen wir uns prüfen, wie gehen wir mit solchen Menschen um, die anders aussehen als wir, anders sprechen, vielleicht einen unsauberen, ungepflegten Eindruck machen, wir aber die Ursache gar nicht kennen. Suchen wir die Gemeinschaft mit solchen Menschen, meiden wir sie, lehnen wir sie ab, kritisieren und verurteilen wir sie. Das sind Fragen, die in dieser Woche aufkommen und wo Jesus uns ein Vorbild ist, wie er uns in allen Dingen ein Vorbild ist.

[3:59] Dazu kommt die schnelle gesellschaftliche Veränderung, die wir in den letzten Jahren beobachten konnten, auch Veränderung und Verschiebung von sozialen Gruppierungen, nicht nur im Ausland, auch hier in Deutschland. Die klassische Aufteilung einer sogenannten marktwirtschaftlichen Gesellschaft, wie wir sie in Deutschland hatten und auch haben, dass es eine akademische Minderheit gibt, die quasi die Führungselite in der Gesellschaft darstellt, einen großen Bauch in der Mitte des sogenannten Gutbürgertums, also die, die sich führen lassen, alle Regeln einhalten und mehr oder weniger zufrieden leben, materiell aber gut versorgt sind, sodass sie das auch nach außen zeigen können, sauber und ordentlich und oft allzu schnell kritisch auf die schauen und von denen reden, die die untere Minderheit darstellten in der Vergangenheit, nämlich die Ungebildeten, die, ja, die Außenseiter der Gesellschaft aus vielen Gründen. Es hat sich verschoben, die Mengenverhältnisse verschieben sich, der mittlere Bauch des Gutbürgertums reduziert sich, die Oberschicht nimmt zu. Heute hat fast jeder Abitur, der einen durchschnittlichen Beruf ausüben möchte und gleichzeitig lesen wir von Massenarbeitslosigkeit, wenn auch zurzeit nicht aktuell in Deutschland. Wir lesen von Seniorenarmut, von Rentnerarmut und wir reden von sogenannten Immigranten, von Einwanderern, die sprachlich, sozial und anderweitig benachlässigt sind und auch oft andere religiöse Vorstellungen haben. Was hat das alles mit dieser Woche zu tun? Sehr viel, denn wir lesen in dieser Sabbatschul-Lektionswoche Begriffe wie gesellschaftliche Außenseiter, Zöllner und Sünder, Ehebrecher und ja, ein hässliches deutsches Wort, den Abschaum der Gesellschaft oder zumindest die Menschen, die von anderen Gruppierungen, die vielleicht besser situiert sind, gerne als Abschaum gesehen oder bezeichnet werden. Wie ist Jesus mit diesen Menschen umgegangen und das wollen wir uns anschauen.

[6:32] Wir haben in Matthäus 21 in den Versen 28 bis 32 ein Gleichnis, das Jesus uns selber weitergibt. Es geht dort um zwei Söhne, die beide von ihrem Vater in die Landwirtschaft, in die eigene Landwirtschaft, in die Arbeit geschickt werden. Und der erste Sohn sagt, ich will nicht gehen. Und nach einiger Zeit bereut er es, bereut er seinen Widerstand gegen den Vater, seinen Ungehorsam und seine Einstellung und er geht doch und beginnt die Arbeit. Und der zweite Sohn sagt, ich gehe hin, ich gehe zum Arbeiten, aber er ist letztendlich nicht gegangen. Wenn wir uns nur auf die verbalen Äußerungen konzentrieren, die diese beiden Söhne gemacht haben und nur die erste Momentaufnahme als als Beurteilung dieser zwei Menschen nehmen würden, der eine Sohn sagt, ich gehe hin und der andere sagt, ich gehe nicht. Dann ist das Urteil klar. Der eine ist unwillig und ungehorsam, nämlich derjenige, der sagt, ich gehe nicht. Und der andere ist der gute, gehorsame Sohn, der sagt, ich gehe. Nur lasst den Worten Taten folgen und schauen wir hin, was dann wirklich letztendlich nach den Worten folgt. Und dann dreht sich der ganze Sachverhalt um. Also es lohnt sich, die Fakten, die sich uns bieten, auch im menschlichen Miteinander immer erst ganz und auch zu Ende anzuschauen. Und Gott warnt uns ja auch davor, über Menschen zu urteilen, weil wir es letztendlich nicht können. Oder wer kann von uns Gedanken lesen? Und wer kann von uns Dinge sehen, bei denen er nicht dabei ist? Es gibt nur einen, der das kann und der ein absolut gerechtes Urteil fällt, weil er alle Geschöpfe liebt und für sie das Beste will, unabhängig von unserer Emotionslage.

[8:40] In Lukas Kapitel 15 in den Versen 1 bis 10 finden wir ein weiteres Gleichnis, nämlich das Gleichnis vom verlorenen Schaf. Ein Hirte, der 100 Schafe besitzt, so wie Jesus das zur Veranschaulichung in dem Gleichnis vorgibt und am Abend durchzählt, als er wieder am Pferch angekommen ist und er kommt immer nur bis 99, ein Schaf fehlt. Nun könnte man ja sagen, selbst schuld dieses Schaf, wäre es in der Herde geblieben, wäre es mir doch gefolgt, so wie die anderen. Was macht es schon, ein Schaf zu verlieren, ich habe noch die anderen 99. Nein, er hat dafür gesorgt, dass die 99 gut und sicher bewahrt sind und hat selber auf Schlaf und Essen und Ruhe verzichtet und ist vielleicht auch in einer Gegend, wo es wilde Tiere gibt, dann im Dunkeln selber das Risiko einer eigenen Gefährdung eingegangen, um dieses eine verlorene Schaf zu finden. Und er hat es gefunden und mit ihm freut sich der ganze Himmel, denn dieses eine verlorene Schaf steht für jeden einzelnen Sünder, der Reue hat, eine Entscheidung trifft, sich vom falschen Leben hin zu Gott zu wenden und sich verändern zu lassen. So wie letztendlich der erste Sohn, der spontan gesagt hat, ich gehe nicht zur Arbeit, dann aber Reue zugelassen hat, die richtige Entscheidung getroffen hat und umgekehrt ist vom falschen Weg auf den richtigen und dann angenommen wird und die Bibel sagt dazu, der ganze Himmel freut sich mit dem Hirten über dieses eine Schaf, über diesen einen verlorenen Sünder, der gewonnen wird. Also es gibt unterschiedliche Reaktionen bei sogenannten Armen und bei sogenannten Reichen. Es gibt unterschiedliche Reaktionen, die wir dem Heiligen Geist antworten, wenn er an uns wirkt. Die eine, die der erste Sohn gezeigt hat, die andere, die der andere Sohn gezeigt hat.

[10:53] In Jesaja Kapitel 1 können wir ja schon mit einer gewissen liebevollen Verzweiflung lesen, wie Gott durch den Propheten seinem Volk, also seinen Kindern sagt, wie weit muss ich euch noch schlagen, ihr Widerspenstigen. Und an anderer Stelle heißt es in Gottes Wort, wer seinen Sohn liebt, der züchtigt ihn bei Zeiten. Das sollten wir richtig verstehen. Gott zwingt sich uns nicht auf, weder den Armen noch den Reichen, aber er warnt uns ganz klar, indem er uns sagt, wenn du diese Entscheidung triffst, dann wirst du diese Konsequenz zum Ergebnis haben und wenn du diese Entscheidung triffst, dann wirst du die andere Konsequenz haben. Du kannst wählen, aber ich bitte dich, weil ich dich liebe und bei mir halten und wieder zurückgewinnen will, trifft die eine richtige Entscheidung. Aber er lässt uns die Wahl und er lässt uns dann allerdings auch die Konsequenzen. Nur die gute Nachricht dabei ist nach wie vor, solange wir noch Gnadenzeit haben, nach 1. Johannes 1, Vers 9, wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er so treu und gerecht und vergibt uns unsere Schuld und reinigt uns von jeder Ungerechtigkeit. So wie bei dem ersten Sohn, der seine Entscheidung in Reue korrigiert hat, und dann zum richtigen Ziel gegangen ist.

[12:28] Wir neigen dazu, uns sehr stark auf diese Minderbemittelten, auf die materiell Schwächeren zu konzentrieren, auch in unseren Bemühungen in der Evangelisation und in der Verkündigung, in der Ansprache von Tür zu Tür. Und vielleicht sind es doch relativ viele unserer Glaubensgeschwister, die sich davor scheuen oder einfach auch denken, nicht den Zugang zu haben zu der Klasse oder der sozialen Gruppe in unserer Gesellschaft, die Ellen White damals bezeichnet hat als die höheren oder als die oberen Klassen. Und sie schreibt sehr viel, wir werden es ja nachher auch noch mit Zöllnern zu tun haben, die auf unschöne Weise zu großem Wohlstand gekommen sind. Ellen White schreibt dazu an einer Stelle, dass Gottes Werk nicht beendet werden wird, bevor die Bemühungen in der Evangelisation um die sogenannten höheren oder oberen Klassen der Gesellschaft nicht mit den Bemühungen, die wir ohnehin in der Evangelisation schon mit den anderen sozialen Gruppen betreiben, vereinigt werden. Also vergessen wir nicht, dass es Zielgruppen gibt, um einmal mit dieser Sprache zu sprechen, die Gott genauso wichtig sind wie die sogenannte breite Masse. Von wem rede ich? Ich rede von Geschäftsführern, von Managern, von Prominenten, vielleicht auch nur von Regionalprominenten, von Menschen, von denen auch die meisten von uns vielleicht denken, vom äußeren Anschein her, denen geht es subjektiv so gut, dass sie sicher überhaupt keine Lust haben, eine Entscheidung für Gottes Weg zu treffen. Und Jesus selbst hat doch einmal gesagt, es passiert eher, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher den Weg zum Himmelreich findet. Aber er hat nicht gesagt, dass wir deswegen keine Bemühungen unternehmen sollen und er hat auch nicht gesagt, dass niemand von diesen sogenannten höheren oder oberen Klassen den Weg finden wird. Nein, er hat uns sagen lassen, dass wir uns auch um diese bemühen. Und wenn er uns beauftragt, dann gibt er uns auch die Möglichkeiten, die Fähigkeiten, die Weisheit und auch seinen Schutz und seine Führung. Und er hat seine Prophetin selbst schreiben lassen, auch in der Arbeit über diese Klassen, dass es ein großer Segen sein kann für das gesamte Werk, wenn man solche Menschen gewinnt. Sie haben Einfluss auf andere, auch in der weltlichen Gesellschaft wichtige Personen. Sie verfügen in der Regel über große finanzielle Mittel, die, wenn sie sich wirklich bekehren lassen vom Heiligen Geist, zumindest zu einem großen Teil Eingang finden, dann in der Nutzung für Gottes Werk. Und viele von ihnen haben auch herausragende Gaben von Gott, die sie nur in der Vergangenheit für ihre eigenen falschen Ziele eingesetzt haben.

[15:35] Gehen wir weiter in dieser Woche zu einer anderen Gruppe von Menschen, die in der Vergangenheit vor einigen Jahrzehnten sicher noch kritischer betrachtet wurden, als das heute der Fall ist, weil man sich an das, was die Bibel mit Unzucht bezeichnet, also sexuelle Zügellosigkeit mit all ihren Facetten und Folgen in der heutigen Gesellschaft, weil man sich heute nicht nur damit arrangiert, sondern es teilweise sogar als normal, natürlich und gut geheißen wird. In Johannes Kapitel 8, Vers 1 bis 11 lesen wir von einer Ehebrecherin. Johannes Kapitel 8, Vers 1 bis 11. Dort haben einige Schriftgelehrte auch in ihrem Machtkampf gegen Jesus in der damaligen Zeit eine Ehebrecherin angeblich auf frischer Tat ertappt. Wir wollen uns jetzt nicht damit beschäftigen, inwieweit auch diese Situation von ihnen selbst mit geschaffen wurde. Fest steht, es war eine Ehebrecherin. Das können wir aus dem Text entnehmen. So, aus der gesellschaftlichen obersten Schicht bringt eine Gruppe von Menschen eine Frau aus der gesellschaftlichen unteren Schicht. Die oberen bringen jemand aus dem sogenannten Abschaum und verurteilen sie und provozieren Jesus, sie auch zu verurteilen und wollen sehen, wie er mit ihr umgeht. Natürlich in der Hoffnung, dass er sich provozieren lässt und in der damaligen von den Pharisäern geschaffenen Rechtsprechung stand auf dieses Vergehen mit der Begründung in Anlehnung auf das, was Gott Mose gegeben hat, die Steinigung. Das heißt der Tod, ein schmerzhafter Tod und ein langsamer Tod. Und Jesus reagiert auf eine Weise, die die Ankläger überhaupt nicht erwartet haben. Er beugt sich nieder und schreibt mit seinem Finger etwas in den Sand. Und sie schauen, was er schreibt. Und offensichtlich lässt er mit seiner Schrift sie erkennen, wie sie selber dastehen. Nämlich er weiß, sie erkennen aus seinem Schreiben erkennen, dass er um ihre eigenen Sünden weiß. Und einer nach dem anderen sucht das weiter und verschwindet. Und als Jesus mit der Ehebrecherin spricht und sagt, siehst du hier jemand, der dich verurteilt? Sie sagt nein. Und er sagt zu ihr, so verurteile ich dich auch nicht, aber sündige in Zukunft nicht mehr. Ist alles gesagt. Und das ist die Botschaft auch an jeden von uns in zweierlei Richtung. Siehst du hier jemand, der mich verurteilt? Und wenn ich sagen kann, nein, weil Gott dafür gesorgt hat, dann gilt auch für mich die Botschaft, dann gehe deines Weges, aber sündige in Zukunft nicht mehr. Der zweite Teil der Botschaft ist, wie in Offenbarung 14 Vers 12, dass wir sagen können, hier sind die erhalten die Gebote Gottes und haben den Glauben wie Jesus. Nur dieser Glaube ermöglicht es uns ja, so mit ihm in Verbundenheit zu bleiben durch den Heiligen Geist, dass wir die Kraft haben und auch die Warnung in der Versuchung, nicht sündigen zu müssen, weil wir es ohne diese Kraft nicht schaffen. Ja noch nicht oft noch nicht einmal bemerken würden. Aber das gilt ja nicht nur für uns, sondern das gilt auch für die Menschen, auf die wir versucht sind, vielleicht urteilend herabzuschauen.

[19:50] Wie ist es, dieser kleine Schlenker soll erlaubt sein, weil es so wichtig ist. Wie gehen wir untereinander, unter uns als Glaubensgeschwister miteinander um. Wenn wir bei Matthäus 18 nachlesen, also wo auch die Verse enthalten sind, die man früher als Gemeindezucht, heute mit korrigierender Seelsorge bezeichnet. Und sündigt dein Bruder, so geh allein zu ihm hin, stell ihn zur Rede und bereut er, bekennt er, so hast du deinen Bruder gewonnen. Und dann die nächsten Schritte. Aber in Matthäus 18 steht noch mehr enthalten. Dort steht an anderer Stelle auch, lasst euch nicht Meister nennen, denn Meister ist nur einer, das ist der Christus, ihr aber seid alle Brüder. Und Jesus Christus als Menschensohn hat sich selbst als der Bruder seiner Geschöpfe bezeichnet, weil er Mensch geworden ist und alles durchlebt hat, ohne eigene Schuld und Sünde. So wer sind wir, miteinander anders umzugehen oder schlechter uns gegenseitig zu behandeln, als er das tut. Wer Vergebung und Gnade annimmt, ist schuldig, diese weiterzugeben. Paulus sagt, keiner ist ohne Sünde. Und er sagt von sich selbst, ich bin ein Schuldner. Er hat Gnade und Vergebung dankend angenommen, um sie an andere weiterzugeben. Und wer sind wir? Und so haben wir auch hier bei der Ehebrecherin die Aussage, wer ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein. Wer von uns könnte die Berechtigung haben, einen Stein zu werfen? Und wenn wir in Matthäus 6, Vers 12 nachlesen, das Gebet Jesu, dass er uns als Anleitung, als vorbildliches Gebet, in dem alles enthalten ist, was wichtig ist, auch an die Hand gibt. Und wenn wir dort lesen und beten, vergib uns unsere Schuld oder in manchen Übersetzungen unsere Schulden, so wie wir vergeben unseren Schuldnern. Das heißt, Gott ist es so wichtig, wie wir miteinander umgehen und wie wir auch in der Gesellschaft über die Grenzen unserer Glaubensgemeinden und Glaubensgemeinschaft hinaus, wie wir von Menschen denken, wie wir sie behandeln, wie wir von ihnen, mit ihnen und über sie reden, dass er es zur Bedingung macht in diesem Gebet. Ich gebe euch das Maß der Vergebung, dass ihr bereit seid, auch anderen zu vergeben. Und wie ist die Zusammenfassung der zehn Gebote? Mit der Erinnerung an die Aussage, Liebe ist die Erfüllung des Gesetzes. Liebe Gott mit allem, was du hast, mit allen deinen Fasern. Und das zweite Gebot ist diesem gleich. Behandle deinen Nächsten wie dich selbst. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst.

[23:07] Es geht nach der Ehebrecherin in dieser Woche weiter mit der Überschrift, die man nennen kann die Geringsten der Geringen. Dort geht es um einen Menschen, der offensichtlich von einer ganzen Legion, also von einer ganzen Gruppe von bösen Engeln, von Dämonen besessen ist und sich dementsprechend verhält. Körperlich, in der Art seiner Sprache, im Umgang mit anderen Menschen und auch im Umgang mit sich selbst. Aggressiv, bösartig, verletzend, gefährlich. Und wenn wir diese Texte lesen, in denen es um solche Menschen geht in der Bibel oder wenn wir vielleicht aus fremden Ländern, aus Afrika, Südamerika oder anderswo von Phänomenen wie dem Voodoo-Kult oder anderen Dingen lesen und hören, dann neigen wir dazu, uns abzuschotten und zu denken, naja, das gibt es bei uns in der näheren Umgebung so nicht. Lassen wir uns nicht täuschen. Wenn wir wollen, können wir nachlesen, bei der psychologischen Untersuchung und Aufbereitung von sogenannten Amokläufern, jungen Menschen, die andere Menschen in der Schule erschossen haben. Wir kennen alle diese Presseberichte aus den vergangenen Jahren, die immer mehr zugenommen haben. Dass auch dort Menschen berichten, dass bei den Tätern im Vorfeld über Monate, manchmal über Jahre Stimmen gehört wurden, die Gewalt angeordnet haben gegenüber anderen, dass böse Visionen in ihre Gedanken kamen, sodass man schon zumindest im Rahmen des Möglichen halten muss, dass auch dort böse Engel am Werk waren, die diese Menschen in Besitz genommen haben und sie quasi geführt haben zum Bösen. Wie viele psychisch Kranke und psychosomatisch Kranke, wie viele sind geschädigt durch den Einfluss böser Engel, weil sie sich durch eigene Sünde, durch Ungehorsam von Gott getrennt haben, den Heiligen Geist ablehnen, weil sie die übermenschliche Kraft des Gegners in Anspruch genommen haben, manche aus Verzweiflung im Gesundheitsbereich, manche auch bewusst, um ihren Profit zu machen. Und das ist nicht nur bei Prominenten, Pop, Rockstars und Wirtschaftsführern und anderen Menschen so, sondern auch in unserem Alltag. Die Folgen solcher Besessenheiten oder auch sogenannten okkulten Bindungen, die auf diese Weise entstehen und durch die man unter den Einfluss von Dämonen, also bösen Engeln gerät, sind unterschiedlich. Der Gegner holt sich seinen Preis bei jedem auf eine individuelle Art. Es können psychische Krankheiten sein, es kann Gewaltbereitschaft sein, es kann ein völlig entartetes Sexualleben sein, chronischer Jehzorn, der nicht unbedingt in körperlicher Gewalt sich äußern muss, auch verbal und im Verhalten kann ich großen Druck und Gewalt ausüben auf andere, in Suchtverhalten oder in Kombinationen von diesen Dingen. Aber es geht nicht darum, in erster Linie Detektivarbeit zu leisten und herauszufinden, ob ein Mensch, der offensichtlich Böses tut und redet, besessen ist oder nicht. Wir wissen, dass jeder, der sündigt, das tut unter dem Einfluss des Gegners Gottes und dass dieser auch der Urheber aller Sünde ist und der Erste, der gesündigt hat. Denn Sünde ist Übertretung des Gesetzes Gottes. Also konzentrieren wir uns auf das Gute, vergelten wir nicht Böses mit Bösem, drehen wir uns nicht von aus unserer Sicht minderbemittelten, fehlgeleiteten, vielleicht körperlich und geistig schmutzigen Menschen weg, sondern sind wir auch ihre Schuldner dadurch, dass wir aus unserer Sünde heraus Gnade und Vergebung empfangen jeden Tag, wenn wir das wollen, und geben wir es an sie weiter. Das ist der Auftrag, den unser Herr uns gibt. Denn er hat gesagt, wenn ich einst von der Erde erhöht bin, will ich alle zu mir ziehen. Und es ist seine Entscheidung, der, der alles weiß und alles richtig macht, es ist seine Entscheidung, uns zu beauftragen, damit er alle Menschen zu sich ziehen kann, durch uns, durch uns als Werkzeuge und wir dabei den Weg mit ihm weitergehen und gerettet bleiben.

[27:58] Wer von uns ist dazu ausgerüstet? Wer von uns ist bereit, auch wenn man sonst nichts tun kann, zu fasten und zu beten, Fürbitte zu leisten für Menschen, die es nötig haben und haben es nicht alle Menschen nötig. Auch die, die uns äußerlich sehr reich erscheinen, mit dem dritten teuren Auto vor der Tür und den bezahlten Häusern am Standort, wo sie ihr Geld verdienen und den zwei, drei Wohnungen am Meer. Gerade diese Menschen, und ich hatte Kontakt zu einigen von diesen, sind besonders arm und sie spüren das und sie fühlen sich auch so, aber sie zeigen es nicht. Sie zeigen es erst, wenn sie angerührt sind von Gottes Geist und wenn sie merken, dass man es mit ihnen ernst meint, wenn sie merken, dass da nicht wieder einer vor ihnen sitzt, denen es um Einfluss, um Vorteile und um Geld geht, sondern wenn es uns, um den Menschen geht, unabhängig von materiellen Dingen, dann werden sie das spüren und dann werden sie sich interessieren für unser Leben mit Gott und dann wird das Bedürfnis nach außen kommen, dass sie innerlich Begraben tragen, dass sie sich verändern lassen und das ist der Weg, der Gott mit ihnen geht. Wir können Menschen nicht verändern, aber wir können Zeugnis geben, im wahrsten Sinne des Wortes, durch unser Leben, durch unser Benehmen ihnen gegenüber, Zeugnis geben von der Liebe Gottes, sodass sie sich zu Gott hingezogen fühlen.

[29:37] Ein besonders wichtiges Beispiel haben wir in Johannes Kapitel 4. Dort geht es um die Frau am sogenannten Jakobsbrunnen und das wollen wir uns etwas intensiver anschauen, weil wir sehr viel davon lernen können. Diese Frau können wir in der Betrachtung dieser Woche nehmen, stellvertretend für alle, die man irgendwo einordnen könnte aus Sicht der Menschen in die gesellschaftlich Abgedrängten, in die gesellschaftlichen Außenseiter. Es war eine Samariterin, also eine Nicht-Jüdin, die genau wusste, dass Juden und insbesondere dann auch jüdische Männer mit ihr keinen Kontakt haben wollen und es auch nicht sollen. Und deswegen kommt sie zur Mittagszeit zum Brunnen, um Wasser zu schöpfen, weil sie davon ausgeht, dass sich dort dann niemand am Brunnen befindet. Und Jesus ist zur richtigen Zeit dort und er ist allein mit ihr oder er spricht sie an. Ein Ding der Unmöglichkeit. Diese Frau ist es nicht gewöhnt. Sie ist gewöhnt, dass sie verachtet wird aus verschiedenen Gründen und insbesondere von jüdischen Männern nicht angesprochen wird, weil die sich damit nach ihrer Sicht verunreinigen würden. Jesus tut genau das. Der Schöpfer bittet sein Geschöpf, das sich selbst und auch in den Augen anderer zu Außenseitern der Gesellschaft zählt, um Wasser. Und er nutzt dann die Verblüfftheit, die Überraschung und diese Begebenheit mit der Frau, um ihr eine Lehre zu erteilen, weil sie die richtige Entscheidung trifft. Sehr schnell, sodass sie zum Werkzeug Gottes wird und noch andere Menschen zu Jesus führt. Ist das nicht wunderbar? Welcher jüdische Mann hätte gedacht, im Anblick der Samariterin am Jakobsbrunnen und in Kenntnis ihrer sozialen Position und womöglich noch in Kenntnis ihrer Vergangenheit und aktuellen Situation, was Männer betrifft, wäre davon ausgegangen, dass sie so schnell zu einem ehrlichen Werkzeug Gottes wird und andere zu ihm führt? Wären wir davon ausgegangen, wenn wir dort zum Brunnen gekommen wären? Jesus ist der, der alles weiß und der auch alle zu sich ziehen will, so auch diese Frau. Und wie macht er sie auf ihre Sünde aufmerksam? Unverblümt, aber ohne Härte, ohne Bosheit, ohne Verächtlichkeit und ohne sich spüren zu lassen, dass er besser ist. Und er ist ja der Einzige, der wirklich besser ist. Er bestätigt einfach das, was sie sagt. Ich habe mehrere Männer und auch mit dem ich zurzeit da bin, sagt Jesus, auch mit dem bist du nicht verheiratet. Also er sagt ihr ganz klar, dass es falsch ist, wie sie lebt, ohne sie böse zu beeinträchtigen, ohne sie boshaft zu verurteilen oder zu verachten. Er zeigt ihr aber auch, dass er alles weiß, über das hinaus, was sie ihm gesagt hat. Und das ist der Punkt, wo sie sofort erkennt und im Glauben annimmt, das muss der Messias sein. Sie fragt ihn ja auch. Und dann läuft sie los in ihr Dorf und läuft durch die Straßen und ruft die anderen Menschen. Und sie hat keine Scheu davor, wie die anderen sie ansehen, die sicher um ihren Lebenswandel wissen und auch um ihre Vergangenheit. Die war sicher nicht die Angesehenste dort. Aber sie kann nicht anders. Das, was sie jetzt schon an Befreiung erfahren hat von ihrer Sünde durch die Begegnung mit Jesus Christus, dass sie sagt, kommt mit mir. Ich glaube, ich habe den Messias gesehen. Ihr müsst ihn auch kennenlernen. Sie hat keine Scheu vor gesellschaftlichen Vorbehalten, vor dem Ansehen der anderen, von den Kommentaren vielleicht auch ausgelacht zu werden.

[34:11] Wie ist es mit uns? Sind wir besser als diese Frau? Sind wir nicht auch irgendwann, selbst wenn wir in einer adventistischen Familie aufgewachsen sind, irgendwann in einem mündigen Alter, früher oder später, das erste Mal zu einer bewussten Entscheidung, Vergebung, Gnade, Reue und Veränderung anzunehmen, in eine Situation hineingekommen und haben dann erst den Weg begonnen? Wir sind Schuldner. Lösen wir das ein? Wie viel Überwindung kostet es uns, von Tür zu Tür zu gehen, mit unseren Arbeitskollegen zu sprechen, mit unseren Mitschülern, mit unseren Mitstudenten oder mit welchen Menschen auch immer, den Gott genau zu diesem Zweck in unseren Weg führt. Egal, wie er äußerlich aussieht, aus welcher gesellschaftlichen Gruppe er aus unserer Sicht, aus unseren Augen kommt. Gott wird uns segnen, wenn wir das tun. Er hat es versprochen und er tut es.

[35:25] In Matthäus Kapitel 9, in den Versen 9 bis 13 rümpfen Menschen die Nase über Jesus, weil er mit den Zöllnern und Sündern ist. Damals waren die sogenannten Finanzbeamten, wie man sie heute nennt, etwas anders positioniert und auch anders angesehen als heute. Wir wissen heute, dass es leider immer noch Korruption und Vorteilsnahme gibt, aber die Zöllner damals waren nun wirklich in einer anderen Position als unsere Finanzbeamten. Sie konnten durch die besondere Konstellation der römischen Herrschaft über das Judentum dort diese Situation so ausnutzen, dass sie sehr willkürlich ihre Einnahmen gestaltet haben und es wurde mit zugesehen, solange der römische Staat genug Einnahmen hatte, dass sie sich selber auch die Taschen vollstopften. Und das wussten die Menschen, aber sie wussten auch, dass sie nichts dagegen tun können. Und Matthäus, einer der ersten Jünger, war ein solcher Zöllner, der sein Leben durch die Begegnung mit Jesus Christus völlig verändert hat, der bereut hat, wie er andere Menschen ausgenutzt hat und im Weiteren kennen wir ja auch das Beispiel von Zachäus. Jesus kehrt bei Zöllnern und Sündern ein, setzt sich mit ihnen an einen Tisch, ist sich nicht zu fein mit denen, die als Verbrecher angesehen werden und teilweise auch solche waren an einen Tisch zu setzen, weil er jedem die Chance geben möchte. Und ich kann euch sagen, ich habe vorletzten Wochenende die Gelegenheit gehabt, in einem anderen europäischen Staat mit Geschwistern zu sprechen, die besonders bemüht sind in der Gefängnissevangelisation, die in die Strafvollzugsanstalten gehen. Und in südeuropäischen und südosteuropäischen Ländern ist es auch heute noch so, dass dort die Insassen bei weitem nicht so in Anführungszeichen komfortabel leben, wie das in deutschen Strafvollzugsanstalten der Fall ist. Und viele nehmen die Botschaft an. Und die nehmen sie ehrlich an, denn sie wissen, dass sie durch die Annahme der Botschaft weder Haftverkürzung noch sonst irgendwelche Vorteile bekommen. Im Gegenteil, möglicherweise sogar von den vielen anderen Insassen verlacht werden und dort wiederum zum Außenseiter werden. Also es funktioniert so, wie Gott es macht und so, wie er es uns an die Hand gibt. Wenn wir seine Liebe, Gnade und Vergebung, die wir angenommen haben, im Glauben und er dann in unserem Leben zur Wirklichkeit macht, zur Veränderung unserer Person, dass aus Zynikern liebevoll, offene, freundliche Menschen werden, dass aus bösartigen, gewaltbereiten Sanfte werden und all die anderen Veränderungen, die nur der Heilige Geist an uns tun kann, das kann und will er an jedem Menschen tun. Gott will, Gott kann und Gott tut. Und nochmal die Erinnerung an Matthäus 18. Ihr aber seid alle Brüder. Meister ist nur einer, das ist der Christus. Der Heilige Geist hat durch Jesus persönlich bei der Samariterin am Brunnen die Liebe Gottes ausgegossen in ihr Herz. Und wenn wir Nachfolger Jesu sind, ihm also das Nachtun, das Gleiche tun und genauso Menschen gegenüber verhalten, allen Menschen gegenüber, wie er das getan hat und noch heute tut, obwohl er wieder am Thron ist, dann werden auch die Menschen so reagieren, wie sie bei Jesus reagiert haben, wenn wir ehrlich die Liebe Gottes, die er in unser Herz ausgießt, an sie weitergeben.

[39:28] Lieben wir, um zurückgeliebt zu werden oder lieben wir unabhängig davon, ob wir zurückgeliebt werden? Und leider stellt sich manchmal auch die Frage im engsten Kreis der Familien. Nicht immer begegnen wir einander Eltern und Kinder, Ehepartner oder andere Familienmitglieder wirklich in der Liebe Gottes. Das sind Schwächen, die wir haben und wo wir Versuchungen unterliegen. Und wenn wir Schuldner sind und Nachfolger Jesu, nochmal die Frage, liebst du, um zurückgeliebt zu werden? Und ist das die Bedingung dafür, dass du Liebe gibst oder liebst du mit der Liebe Gottes, die liebt, auch wenn sie nicht anerkannt und belohnt wird? Mir fällt die Geschichte ein von einem Ehepaar, im fernen Osten. Vor vielen Jahren und teilweise ist es in ländlichen Gegenden dort heute noch so, dass Braut und Bräutigam zusammengeführt werden, ohne dass die Braut gefragt wird. Und so war eine von zwei Schwestern ausgesucht vom Bräutigam und seinen Eltern. Und die eine Schwester war nicht wirklich besonders hübsch in den Augen der meisten Männer und die andere war sehr attraktiv. Und so hat dieser junge Bräutigam sich für die Attraktive entschieden. Und die Eltern der Frau haben zugesagt. Es war dort üblich, dass die Frau verschleiert wurde vor der Heirat und das erinnert uns an die Geschichte von Jakob. Die Eltern haben dann die andere Tochter mit ihm verheiratet und er hat es nicht bemerkt, denn sie war die ältere. Und am Abend nach dem Hochzeitstag, als die Braut sich enthüllt hat, war es eine große Enttäuschung und der Bräutigam, der frisch gebackene Ehemann, geriet so in Wut und Ärger, dass er es über Jahre nicht verwunden hat. Und leider hat er es seine Frau spüren lassen. Sie hat sich für ihn aufgeopfert und hat ihm jeden Wunsch von den Augen abgelesen und hat sich nie beklagt, wie schlecht er sie auch immer behandelt hat. Und er ist immer noch verhasster geworden und hat seine Bosheit noch gesteigert. Und dann bekam er die Nachricht, dass mit seinen Augen etwas nicht stimmte, nachdem er sich untersuchen lassen hatte. Seine Netzhaut zerstörte sich und es war vorprogrammiert, dass er blind wird. Und man setzte ihn in der Stadt auf eine Warteliste, dass er eine neue Netzhaut von Spendern bekommt. Und er wartete sehr lange. Und irgendwann war es soweit. Der Anruf aus der Klinik kam. Und er ging ins Hospital und ließ sich operieren und bekam neue Netzhäute auf die Augen. Und er war sehr froh und glücklich, dass dieser Schaden behoben war und er die gute Chance hatte, für den Rest seines Lebens sehr gut zu sehen. Und so ging er mit seinem neu gewonnenen Augenlicht nach Hause zu seiner Frau, die ihn wie üblich bewertete und umsorgte. Und dann fiel ihm auf, dass sie immer öfter ungeschickt war, dass sie Dinge umwarf, dass sie die Türöffnung nicht traf, wenn sie hinausgehen wollte. Und dann sprach er sie an. Am Anfang war er sehr böse und ärgerlich darüber und beschimpfte sie, ob sie denn nichts richtig machen könne, weil er immer noch diesen Hass aus dem Betrug mit der falschen Braut in sich trug. Und dann realisierte er, dass seine Frau die Spenderin war, deren Netzhäute er bekommen hatte, damit er sehen konnte. Und ich bin überzeugt davon, dass diese Frau mit ihrem Verhalten die Liebe Gottes weitergegeben hat. Wer von uns würde das Gleiche tun? Nur die Bosheit in diesem Mann ist durch dieses Ausgießen der Liebe Gottes von der Frau an den Mann in dieser Selbstaufopferung und der Weggabe des eigenen Augenlichtes ist die Boshaft zusammengebrochen und das Böse ist mit Gutem überwunden worden, sodass er auch sein Herz ihr gegenüber geöffnet hat.

[44:32] Lieben wir, um zurückgeliebt zu werden, stellen wir Bedingungen, um anderen zu vergeben, sie zu lieben und uns auch subjektiv gesehen hinunter zu beugen zu Menschen, die wir mit eigenen Augen betrachtet, wenn wir sie nicht mit Gottes Augen sehen, als schmutzig, als störend, als fremdartig oder auch als schlecht und böse ansehen. Oder gehen wir gerade zu diesen Menschen hin, geben ihnen das eigene Geschenk, das wir bekommen haben, weiter, damit auch sie vom Heiligen Geist berührt werden können und wir sie in unserer Gemeinschaft mit aufnehmen. Jesus und die Außenseiter der Gesellschaft, er hat es uns vorgemacht. Willst du ihm auch in diesem Punkt nachfolgen?

[45:28] In der nächsten Woche konzentrieren wir uns auf die, die ich vorhin als die Oberschicht bezeichnet habe und von denen Ellen White auch als die höheren oder oberen Klassen schreibt. Es geht um Jesus und die Reichen und Berühmten. Ich lade uns jetzt schon alle dazu ein, in der nächsten Woche genauso motiviert und offen und bereit zu sein, dass wir uns von Gott belehren lassen, das zu studieren, damit wir einen Schritt vorankommen hin zu Gott und als gute Werkzeuge, um andere Menschen zu ihm zu bringen. Das wünsche ich euch von ganzem Herzen. Gottes reichen Segen dazu in dem Rest der Woche und für den bevorstehenden Sabbat. Und mit diesen Wünschen möchte ich mich verabschieden bei allen, die zugeschaut und zugehört haben.


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