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In dieser Folge von „Die Zeit des Endes“ tauchen wir in das Jahr 1842 ein, ein Jahr, das von wachsender Erwartung und intensiven theologischen Auseinandersetzungen geprägt war. Christopher Kramp beleuchtet die Ereignisse rund um William Miller und seine Anhänger, von der Veröffentlichung neuer Schriften und der Auseinandersetzung mit dem Konzept des Heiligtums bis hin zu den Herausforderungen und Rückschlägen, denen sich die Bewegung gegenübersah. Er berichtet von militärischen Katastrophen, unerwarteten Visionen und den Bemühungen, die Botschaft der baldigen Wiederkunft Christi zu verbreiten.


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Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)

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Transkript

[0:00] Einen wunderschönen guten Abend hier live aus Stuttgart Bad Cannstatt. Schön, dass ihr eingeschaltet habt und schön, dass ihr da seid zu "Die Zeit des Endes". Wir nähern uns in großen Schritten dem Ende, denn heute geht es um das Jahr 1842. Das ist ja, wie bekanntermaßen bekanntlich uns bewusst ist, das vorletzte Jahr der Welt und dementsprechend stieg die Spannung ins Unermessliche. Heute werden wir nur den ersten Teil des Jahres behandeln können und der eigentlich angekündigte Titel "Eine neue Ära" kommt dann das nächste Mal. Heute heißt es "Tod und Ewigkeit" und es wird mindestens so spannend, wie der Titel es verrät. Und wir wollen gemeinsam ein Gebet sprechen und dann diesen Abend beginnen unter der Führung des Heiligen Geistes.

[0:51] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir zu dir kommen können, dass wir jetzt zurückschauen können in die Geschichte und wir möchten dich bitten, dass du durch deinen Heiligen Geist uns zeigst, wie du Männer und Frauen geführt hast und wie du die Botschaft für diese letzte Zeit nach und nach hast entstehen lassen. Wir möchten dich bitten, dass wir davon lernen können, wie wir in unserer Zeit eine letzte Warnungsbotschaft an die Welt geben können. So bitte sei du bei uns und führe uns durch deinen Heiligen Geist, so wie du es uns verheißen hast. Im Namen Jesu beten wir dies. Amen.

[1:29] Wie gesagt, 1842, das vorletzte Jahr der Welt und entsprechend waren auch die Notizen und Einträge in dem Miller-Papier, den "Signs of the Times". Sie liebten Gedichte und ich habe einfach mal als Beispiel hier so ein kleines Gedicht mitgebracht, so ein bisschen zwei Strophen. Wir könnten stundenlang damit verbringen, einfach nur Gedichte hier zu zitieren, die in der Zeitschrift auf der ersten Seite erschienen. Hier mal so ein Beispiel: "Loved of God in sorrow morning, bold in sadness, round in fears, lift thy head for low the morning, which shall end thy grief appears. Jesus Christ, my hope will come soon to call his people home." Also, geliebter Gottes, der du in Sorgen trauerst, gebeugt in Trauer und in Tränen erstickt, erhebe dein Haupt, denn siehe, der Morgen, der alle Trauer beendet, erscheint. Jesus Christus, meine Hoffnung wird kommen und bald sein Volk nach Hause rufen. Oder hier: "Thus thou weep, thy foes oppressing, are thine enemies too strong, hast thou doubts and fears distressing, that thy Savior waits so long, soon by him for all set free, thou shalt sing of victory." Weinst du, weil deine Feinde dich unterdrücken, deine Gegner dir zu stark sind, hast du Zweifel und Ängste, die dich bedrücken und dass dein Heiland zu lange wartet? Bald wird er dich von allem freigemacht haben und du wirst dann vom Sieg singen. Also, man könnte also alle zwei Wochen jeder neuen Ausgabe, also solche Gedichte, die meistens dann zehn, zwölf Strophen hatten, die waren sehr kreativ. Sie haben es erwartet: Jesus kommt.

[3:11] Ebenfalls am 1. Januar veröffentlicht Miller ein weiteres kleines Büchlein, es heißt "Dissertations", also Dissertation über die, das wahre Erbe der Heiligen. Es geht um die Bergpredigt, da heißt es ja: "Selig sind, nicht wahr, die Trauernden, denn ihre ist das Reich der Himmel" und "selig sind die Sanftmütigen, denn sie werden das Land erben." Und da spricht er darüber, was ist das, was sie erben, was ist ihre Zukunft? Die neue Erde. Und ein zweites Thema in diesem Büchlein sind die 1260 Tage aus Daniel und Johannes. Also geht es um die 1260 Tage, hier das kleine Horn, das Papsttum und dann in Daniel 11, Offenbarung 11, die 1260 Tage und in Offenbarung 12, die Frau mit der Gemeinde in der Wüste. Also in dieser Zeit kamen immer mehr so kleine Büchlein, kleine Pamphlete raus, die das noch mal unterstützt haben, noch mal von der anderen Seite betrachtet haben und die die Menschen warnen sollten.

[4:10] Ebenfalls am 1. Januar dieses schicksalhaften Jahres zeichnet sich eine militärische Katastrophe ab. Die Briten, die seit einigen Jahren versuchen Afghanistan einzunehmen, müssen in Kabul eine Kapitulationsurkunde unterzeichnen. Hier haben wir einen letzten Soldaten, der gerade noch Jalalabad erreicht. Das ganze Ausmaß wird erst in den nächsten Wochen deutlich, wie sehr sich die Briten dort die Finger verbrannt haben im Versuch, Zentralasien einzunehmen.

[4:43] Und dann ebenfalls im Januar bringt Miller einen weiteren Brief heraus, oder vielmehr schreibt er einen Brief an Himes, und Himes veröffentlicht dann. Und dort geht es um die Frage: Was ist das Heiligtum? Und dieser Brief ist wirklich sehr wichtig, weil den müssen wir verstehen, wenn wir die Weiter-Advent-Geschichte verstehen wollen. Die ganze Miller-Theorie basiert ja auf Daniel 8, Vers 14: "Bis zu 2300 Abend und Morgen, dann soll das Heiligtum gereinigt werden." Und seine große Stärke war es, die 2300 Tage zu erklären durch Daniel 9. Und mit dem Heiligtum hat er sich auch befasst. Er hat immer gesagt, das ist die Gemeinde und nicht großartig sich darauf spezialisiert. Aber je länger das jetzt geht, desto mehr kommen die anfangen: Was genau ist das Heiligtum? Und kannst du es nicht besser erklären? Was verbirgt sich hinter dem Heiligtum? Und für uns ist natürlich eine spannende Frage, denn wir wissen jetzt mittlerweile, was sich hinter dem Heiligtum verbirgt. Und so macht sich Miller daran und macht ein genaues Bibelstudium, was das Heiligtum alles ist. Und jetzt passt auf: Er sagt, in der Bibel wird das Wort Heiligtum für sieben verschiedene Dinge gebraucht. Es wird gebraucht für Jesus Christus. Er selbst ist das Heiligtum. Stimmt das? Wunderbar. Er sagt auch, und das ist jetzt sehr interessant, Miller hat verstanden, das Heiligtum wird auch für den Himmel verwandt. Das schreibt er. Das ist die zweite Möglichkeit. Dann sagt er, die dritte Möglichkeit ist, dass das Heiligtum sich auf Juda, das Volk Israel, bezieht. Auch das stimmt. Und dann sagt er, die vierte Möglichkeit ist, dass das Heiligtum sich auf den irdischen Tempel bezieht. Ohne Frage. Oder manchmal auch nur auf das Allerheiligste im irdischen Tempel. Und dann sagt er, die sechste Möglichkeit ist, dass es sich auf die Erde bezieht. Und zwar hat er so zwei Verse, die er da an zitiert. Zum Beispiel Offenbarung 5, Vers 10, wo es heißt: "Wir sind Könige und Priester und werden herrschen auf Erden." Der Ausschlussfolger ist, wenn wir Priester sind auf der Erde, muss die Erde ein Heiligtum sein. Das ist ein bisschen so indirekt. Und natürlich die Gemeinde. Das sagt das Neue Testament ganz oft.

[6:40] Und jetzt hat er diese sieben Bedeutungen aufgeschrieben und jetzt geht er daran, nach dem Ausschlussprinzip und sagt: Was davon ist der Fall in Daniel 8, Vers 14? Und jetzt kommt der große dramatische Moment. Er sagt: Jesus Christus kann in Daniel 8, Vers 14 nicht gemeint sein. Warum? In Daniel 8, Vers 14 wird das Heiligtum gerechtfertigt oder gereinigt. Und Jesus Christus muss nicht gereinigt werden. Und im selben Atemzug, jetzt gut zu hören, im selben Atemzug sagt er: Das Gleiche gilt auch für den Himmel. Und man sitzt davor, wenn man das liest und sagt: Möge der Heilige Geist ihn doch kurz gesagt haben, dass in Hebräer 10 steht, nein, Hebräer 9 ist es, dass auch die himmlischen Dinge gereinigt werden müssen. Dann hätte er das Ganze nochmal überdacht. Hat nichts daran gedacht oder nicht gewusst, nicht gesehen. Und während er das richtigerweise ausstreicht, streicht er das gleich mit aus. Und weil natürlich Juda auch ausfällt und der irdische Tempel auch ausfällt und das Allerheiligste auch ausfällt, kann er zu keinem anderen Schluss kommen, als dass das Heiligtum die Erde ist. Es war nur ein kleiner Gedankenfehler, ein Schritt zu viel, der die ganze Theorie so ein bisschen in die falsche Richtung hat laufen lassen. Denn das Datum an sich war ja gut berechnet. Wenn wir jetzt vom Jahr Null abziehen, das war ja super. Und dass Jesus bald wiederkommt, war auch klasse. Er hat es nur zusammengesehen und an der einen Stelle, wo er den Fehler entdecken kann, einfach nicht gesehen. Und dadurch, dass das jetzt an Himes geschrieben wird und Himes natürlich alles, was er von Miller bekommt, sofort veröffentlicht, zementiert sich jetzt dieses Missverständnis in der Adventbewegung und bleibt bestehen. Das Heiligtum ist die Erde. Und wie wird die Erde gereinigt? Durch Feuer, wenn Jesus wiederkommt. Und damit ist das Ganze dann bestätigt.

[8:39] Die militärische Katastrophe in Afghanistan nimmt ungeahnte Ausmaße an, als die letzten Überlebenden der Armee hier in der Schlacht von Gandamak mitten im Hindukusch dahin gemetzelt werden und kaum einer überlebt. Das haben die Briten lange nicht verwunden, dass sie so dermaßen gedemütigt worden sind von den Afghanen.

[9:05] Und dann, am 15. Januar, hier "Signs of the Times", 1842. Ein Artikel zum Beginn des Jahres. Wie sollen wir uns verhalten? Was kommt jetzt auf uns zu? Übrigens, die haben den Namen geändert der Zeitschrift: "Signs of the Times, an Expositor of Prophecy", also die Zeichen der Zeit und der Ausleger der Prophetie. Um deutlich zu machen, hier wird Prophetie studiert. Und in der gleichen Ausgabe sagen sie jetzt etwas, was in den letzten Wochen ihnen bewusst geworden ist, den Milleriten. Nämlich, dass sie gar nicht die einzigen sind, die das glauben. Es ist in dieser Zeit, dass sie bemerken: Hey, da gibt es noch ganz andere, die schon lange vor uns auf das Ergebnis gekommen sind. Es heißt hier: "Unsere Aufmerksamkeit ist kürzlich diesem Thema zugewandt worden durch die Entwicklung der Tatsache, dass zahlreiche Personen in Europa und Amerika etwa zur selben Zeit und völlig unabhängig voneinander die mittlerweile so weit verbreitete Methode zur Berechnung der 2300 Tage aus Daniel 8, Vers 14 angenommen haben." Nämlich, dass die 70 Wochen aus Daniel 9 der Schlüssel für die Datierung der 2300 Tage sind. Also, sie sagen, wenn ihr bisher geglaubt habt, das hat Miller allein herausgefunden. Und ich meine, wir, die wir lange schon zur Zeit des Endes kommen, wissen, das gab es schon lange vorgegeben, aber jetzt entdecken sie es auch. Es heißt hier: "Wir wurden kürzlich mit Herrn A.J. Krupp aus Philadelphia bekannt, der uns mitteilte, er habe diese Berechnung schon 1818 gemacht." Übrigens, weiß jemand noch, wann Miller auf den Trichter kam? In welchem Jahr? Mit 1843? Kann ich mich erinnern, es war im Jahre 1818. Im gleichen Jahr. Könnt ihr nochmal nachschauen auf die "Old Media". 1833 hatte er seine Ansichten im "Nachtwächter und Millenniumsmorgen" veröffentlicht, aber wegen mangelnder Unterstützung wurde das Werk nicht fortgeführt. Reverend David McGregor aus Falmouth in Maine machte dieselbe Berechnung vor mehr als 30 Jahren, also das ist 1842, so 1811 vielleicht, 1810. Mr. Davis, den haben wir damals auch angeschaut, wenn ihr euch erinnern könnt. Mr. Davis aus South Carolina, im Süden der USA, präsentierte dieselbe Berechnung fast zur gleichen Zeit. Ebenso machten Mr. Miller Irving in England, gut bekannt noch, oder? Und Wolf, der jüdische Missionar, dieselbe Entdeckung fast zur selben Zeit.

[11:23] Jetzt präsentieren die Milleriten: Schaut, andere sind vor uns gewesen und es ist ein Zeichen, dass Gott wirklich wirkt, wenn verschiedene Männer zur selben Zeit, völlig unabhängig voneinander, dasselbe entdecken. Und das sind ja nur einige wenige. Das meiste von dem haben sie noch gar nicht mitbekommen, was wir jetzt schon aus, also nicht wahr, im Rückschau alles schon zitiert haben und gesehen haben und analysiert haben. Genau, wie hießen die beiden nochmal? Fitch und Lützsch. Und wer ist wer? Das ist Fitch. Genau.

[12:03] Im Januar beginnt Fitch mit seiner großen Familie, sich auch auf den Weg zu machen, um Vollzeit für die Milleriten zu predigen und auch er wird durch die Spenden von Freunden der Sache unterstützt. Er ist jetzt ins Feld gegangen, wie die Milleriten sagen. Und Lützsch beginnt am 15. Januar mit einer groß angelegten Vortragsreihe in Connecticut, ungefähr hier, weil dort bald die 8. Generalkonferenz stattfinden soll.

[12:32] Währenddessen ist Miller unterwegs hier in den Bundesstaaten New York, hält dort eine Vortragsreihe vom 17. bis 26. Januar in Jamestown, New York. Und dann am 18. soll hier eine Generalkonferenz stattfinden. Aber bevor wir dazu kommen, müssen wir ein Ereignis betrachten, das selbst unter eingefleischten Kennern der Adventgeschichte nicht allzu bekannt ist. Das hat zu tun mit diesem Ort hier in Boston. Am 18. Januar kommen dort einige Milleriten, einige Adventgläubige zusammen zu einem Treffen und unter ihnen ist ein junger Farbiger mit Namen William Foy. Schon mal den Namen William Foy gehört? Er ist Prediger der Baptisten, der Free Will Baptists, aber bereitet sich vor, ein Priester bei der Episkopalkirche zu werden. Er hat Theologie studiert, er ist so Anfang der 20er, so vielleicht 22, 23 Jahre alt. Und während sie beten, passiert etwas Außergewöhnliches. Er bekommt eine Vision am 18. Januar. Hier haben wir einige Leute, die später ein Zeugnis abgeben, die ihn gesehen haben. Währenddessen unter ihnen ist ein Arzt, der ihn untersucht hat und während er dort zweieinhalb Stunden auf dem Boden liegt, hat er keinerlei Anzeichen von Leben, außer ein bisschen um das Herz herum. Also ganz ähnlich wie bei Daniel. Und dieser Arzt sagt: "Ich war dabei, ich kann das bezeugen, er hat keine Lebensanzeichen gehabt und hat eine Vision." Und in dieser Vision sieht er die neue Erde.

[14:17] Ich habe es mir erspart, das Komplette zu übersetzen, wenn ihr seht, wie viel es ist. Ich gebe euch nur eine kurze Zusammenfassung. Er sieht, er sieht, wie ein Schein in der Welt, also ein Engel vermutlich, mit Krone, ihn an der Hand nimmt und ihn dann führt zu einem großen Fluss und an diesem Fluss sind die Gerechten und die Ungerechten, die sich dann in zwei Gruppen teilen. Die Ungerechten gehen verloren und die Gerechten werden dann hier verwandelt. Genau hier haben wir das: Sie werden herrlich gemacht, sie bekommen scheinende Kleider, ihnen werden Kronen aufgesetzt und dann sehen sie das Paradies. "This is a plane of paradise." Und er beschreibt das sehr ausführlich mit den Kronen und der Herrlichkeit und den Engeln, die dort sind. Und er beschreibt interessanterweise auch so bestimmte Karten, die dort die Menschen, also die Menschen haben und auf diesen Karten sind Namen drauf, die aber niemand, die er noch nicht lesen kann. Und sehr interessant, das mal ausführlich anzuschauen, aber im Prinzip ist eine Beschreibung der neuen Erde und es hat auch Elemente des Untersuchungsrechts in sich. Und dann wird ihm der Baum des Lebens gezeigt und er möchte davon essen und dann heißt es hier: "Diejenigen, die von dieser Frucht essen, kehren zur Erde nicht mehr zurück." Und dann wird er zurück auf die Erde gemacht, sozusagen. Sehr interessant. Und wir werden da später nochmal in einem anderen Zusammenhang mehr darauf eingehen. Jedenfalls hat er diese Vision und er traut sich nicht darüber zu reden, weil in jener Zeit sind natürlich Propheten relativ dubios, vor allem auch durch die Mormonen und so weiter. Und er sagt: "Ich kann das nicht erzählen, die glauben mir nicht." Und so sagt er nichts und das führt in eine Krise, nämlich er hat das Gefühl, er kann gar nicht mehr zu Gott beten. Er hat immer nur diese Pflicht vor Augen, er muss diese Vision weitergeben, aber er tut es nicht und er tut es nicht und er tut es nicht.

[16:30] Zunächst einmal, dann am 18. am gleichen Tag beginnt hier in Pomfret die achte Generalkonferenz ohne Miller, der ja hier in New York unterwegs ist. Dafür mit Josiah Litch als Hauptsprecher, der gleich am Abend eine Vortragsreihe gibt vor den versammelten Massen. Nur noch ganz kurz im Vorbeigehen: Diese drei Tage dieser achten Generalkonferenz, was sind die Hauptthemen? Am Vormittag spricht Himes über das Millennium, am Nachmittag spricht Litch über Offenbarung 20, das Millennium, abends dann über Daniel 8, Vers 14. Das sind immer die gleichen Hauptthemen, die eine Rolle spielen. Dann am 19. werden Zeugnisse gegeben. Am Nachmittag gibt es was ganz Interessantes, da wird Daniel 7 studiert. Und zwar machen die das folgendermaßen: Joshua Himes stellt Fragen, so: "Hey, was bedeutet das?" Und Litch antwortet und sagt: "So und so ist es." Und dann sagt Himes: "Aber was ist damit?" Und Litch sagt: "So und so ist es." Und das kreiert natürlich besondere Spannung. Und sie studieren Daniel 7 und auch Römer 11, denn Römer 11 geht es ja um Israel und da wird dann halt die Frage diskutiert, ob Israel noch zurückkehren wird nach Palästina oder nicht. Und dann am Abend hält Litch einen Vortrag über Daniel 11 und Daniel 12.

[17:38] Dritter Abend, dritter Tag, 20. Januar. Auch das gab es und auch wichtig: Himes und Litch sprechen gemeinsam über das Thema: Wie lebe ich mit Gott? Wie kann ich mein Leben Gott ganz hingeben und völlig mit ihm zusammenwirken? Denn wenn Jesus nächstes Jahr kommt, dann sollte ich besser jetzt anfangen, wirklich mich ganz und völlig auf die Seite Gottes zu stellen. Himes berichtet dann über die ganze Bewegung, den Mitternachtsruf, wie sie es nennen, was alles passiert momentan, wie die Bewegung an Stärke gewinnt mit jeder Stunde. Und abends hält Litch sein Lieblingsthema, nämlich Offenbarung 9, was ist 1840 passiert mit dem Osmanischen Reich? Ja, das war sein Thema. Und das war die 8. Generalkonferenz in Pomfret. Und von dort aus, schon am nächsten Tag ist Litch unterwegs hier, da von Pomfret, dann nach, Moment, wie hieß der Ort, nach Brooklyn. Und dann ein paar Tage später nach Willimantic. Währenddessen ist Litch hier in Worcester. Also sie werden jetzt mittlerweile zeitgleich von überall Vorträge starten mit den verschiedenen Hauptsprechern. Miller ist dort und Litch ist dort und Litch ist dort und Himes ist dort. Man kommt gar nicht mehr hinterher. Ja, also es breitet sich gewaltig aus. Und ich glaube, genau das wird passieren auch am Ende der Zeit, dass wir nicht mehr gemeinschaftlich von einer Veranstaltung zur nächsten marschieren werden, sondern dass es sich einfach so ausbreitet, nicht wahr, so dass man es gar nicht mehr richtig kontrollieren kann, nur noch der Geist Gottes.

[19:07] Und die 8. Generalkonferenz gerade vorbei, springt es auch schon gleich zur 9. Generalkonferenz, die soll nämlich jetzt hier in Sandy Hill in New York stattfinden, in der Bundesstadt New York. Und dort ist Miller dann der Hauptsprecher, der dort schon am 27. Januar, alles, was wir bisher besprochen haben, war noch im Januar, am 27. Januar eine Vortragsreihe beginnt.

[19:30] Am 1. Februar veröffentlicht die "Signs of the Times" die neue "Second Advent Library", also das ist sozusagen eine Sammlung aller bedeutenden, der wichtigsten Bücher, die es bisher gibt, neun Stück, die kann man dann quasi als, wie sagt man, als Gesamtset kaufen, ja, so "Best of Millerismus", "Best of Millerismus" sozusagen. Das erste Buch sind Millers Ansichten, das zweite Millers Vorträge, dann das dritte Buch Millers Auslegung von Matthäus 24, dann die Vortragsreihen von Spalding, dann das Buch von Litch, Nummer 5, dann das ganz frisch herausgekommene, das von Miller, "Das wahre Erbe der Heiligen", Nummer 7, der Brief von Fitch, in dem er bekennt, warum er jetzt an 1843 glaubt, und dann noch zwei andere Bücher. Und hier natürlich über das Heiligtum, die Reinigung des Heiligtums, was wir gerade besprochen haben.

[20:22] Und dann am 4. Februar geschieht es wieder. Wie hieß er nochmal? William Foy. William Foy hat seine zweite Vision und diesmal dauert sie nicht zweieinhalb Stunden, sondern, haltet euch fest, zwölfeinhalb Stunden. Zwölfeinhalb Stunden. Und wiederum sind dort Ärzte dabei, also ein Arzt und auch Leute, die es beobachten. Und er ist also ein ganz angesehener Baptist, der in seiner Kirche ganz gutes Ansehen hat. Und diese zweite Vision ist deswegen interessant, weil sie vor allem auch quasi die Wiederkunft beschreibt. Also er schreibt hier, Moment, genau hier, er schreibt hier, wie die Sonne scheint und dann schreibt er hier, wie der ganze Himmel wie in Sacktuch eingehüllt wird. Und naja, er beschreibt etwas, was er gar nicht beschreiben kann. "It is impossible for me to describe." Und dann werden beschrieben, wie die Gläubigen und die Ungläubigen alle so vor den Richter kommen und wie manche gerettet werden und manche nicht. Und was sehr interessant ist, er berichtet dann etwas, was er sieht in der Vision und zwar von drei Schritten.

[21:50] "But three steps remain for him to take." Die Idee ist, dass dort jemand, bevor er ans Ziel kommt, drei Schritte gehen muss, die ihn zum Himmel bringen. Und naja, er sagt auch, und das ist sehr interessant, dass ein Engel während seiner Vision sagt: "Die sechste, ich kann es noch lesen, aber er nicht mehr."

[22:20] "Der sechste Engel ist noch nicht fertig mit seinem Blasen." Das heißt, was er sagt, die sechste Posaune ist noch nicht vollendet. Wir leben noch nicht in der Zeit der Siebten, sondern erst noch in der Sechsten. Die Siebte kommt noch, was man später als ein Hinweis gedeutet hat, dass Gott hier andeuten wollte: Hey, da kommt noch ein bisschen was. Ihr steuert auf ein wichtiges Ereignis zu, aber eigentlich ist es noch nicht die Wiederkunft. Es sind nämlich drei Schritte. Hat jemand eine Idee, was diese drei Schritte symbolisieren könnten? Die drei Botschaften. Kommt später dann im Laufe der Zeit noch, wird das deutlich. Aber das, man haben wir also hier bereits 1842 einen Versuch Gottes sozusagen, die Milleriten ein bisschen zu sensibilisieren, dass sie vielleicht falsch liegen mit der Idee, dass Jesus 1843 wiederkommt. Und es ist ja auch so, dass die Endzeitgemeinde nicht nur die Gebote Gottes hält, sondern auch was hat? Das Zeugnis Jesu, den Geist der Weissagung. Und den bringt Gott an dieser Stelle. Versucht er, in die Gemeinde hineinzubringen. Und wiederum, noch weiß es ja keiner, außer Foy selbst, hat er diese Qual: Soll er das jetzt weitergeben oder nicht? Und dann entscheidet er sich am 7. Februar tatsächlich, das einer Gemeinde vorzutragen. Und die sind begeistert. Und ab diesem Zeitpunkt bekommt er Einladungen und reist durch die Lande und hält diese beiden Visionen den Menschen, trägt sie ihnen vor und zeigt ihnen, was er gesehen hat, wie die neue Erde sein wird, wie er den Baum des Lebens gesehen hat, wie er die Engel gesehen hat und wie es sein wird, wenn Jesus wiederkommt. Und da er auch ein sehr guter Sprecher ist und ein sehr guter Prediger, bekehren sich dadurch viele Menschen. Er hat also diesem Auftrag dann doch nachgegeben und hat das getan. Sehr interessant. William Foy, merkt euch das. Junger Mann, ein Schwarzer, man sagt, er hat ein bisschen hellere Hautfarbe gehabt als ganz farbig. Früher hat man das, glaube ich, Mulatte genannt. Also er war wahrscheinlich eine Mischung aus Afroamerikanern und auch einigen Weißen. Und ja, wir werden später auf ihn zu sprechen kommen. Könnt gespannt sein, was aus ihm geworden ist.

[24:34] Genau, hier haben wir noch mehr davon. Dann am 8. Februar bis zum 10. Februar, ne, Moment mal, ja doch, nachdem vom 1. bis 4. Februar hier die 9. Generalkonferenz stattgefunden hat, fand dann vom 8. bis 10. Februar, nur eine Woche später, hier die 10. Generalkonferenz statt in Colchester. Also man hat das, die Orte, wo die Generalkonferenzen waren, man hat versucht so die verschiedenen Regionen abzudecken, wo es Leute gab, die dieser Miller-Bewegung angehangen haben. Und man hat sich jetzt entschieden, weil so viele Aufrufe kommen, so viele Einladungen: Kommt doch zu uns, macht noch eine Konferenz und kommt zu uns, macht eine Konferenz, dass sie gesagt haben: Wir können nicht mehr solche vielen Generalkonferenzen machen, sondern wir werden jetzt ganz viele kleine lokale Konferenzen machen. Also da mit einem Sprecher dort und einem Sprecher dort, so kleiner, nicht wahr? Nicht so einen großen Aufwand und dafür viele. Das ist eine interessante Lektion. Wenn man eine Bewegung wirklich ins Land kriegen will, kann man nicht viele Massen-Events machen, man muss viele kleine Events machen und dann streuen. Das haben sie dann angefangen und diese kleinen lokalen Konferenzen kann kein Mensch zählen. Also es sind über 100 gewesen in der nächsten Zeit. Also die wollen wir gar nicht jetzt alle nachvollziehen. Das ging, das ging rasant. Wir sind immer noch Anfang Februar, wohl gemerkt.

[25:49] Und genau am 12. bis 17. Februar war dann Miller unterwegs hier im Bundesstaat Vermont und dort hat er nach sechs Tagen Predigen am 17. Februar eine schwere Erkältung sich zugezogen und war für einige Tage außer Gefecht gesetzt. Er wurde jetzt schon immer öfter krank. Er hatte ja mittlerweile genau während dieser Vortragsreihe ja seinen 60. Geburtstag gehabt. Am 15. Februar war das gewesen, sein 60. Geburtstag und dann zwei Tage später ist er wieder krank geworden. Er war jetzt schon im Alter, wo man nicht mehr genau sagen konnte, wie lange seine Gesundheit noch mitmachen würde unter den damaligen Gegebenheiten. Das heißt, wenn jetzt auch Vorträge angekündigt worden waren, hat man immer gesagt: Vorausgesetzt Miller ist auch gesund.

[26:35] Und hier haben wir "Signs of the Times", Februar 15 und dort sogar unterstrichen von jemandem, der es mal dann später angestudiert hat, ein Artikel über das Sanctuary. Was ist das Sanctuary? Heiligtum. Und da heißt es, da was unterschrieben ist: "Therefore it cannot be applied to heaven." Deswegen kann es sich nicht um den Himmel handeln, denn der Himmel ist heilig. Also da ist quasi die Tür zugeschlossen worden, mit der man hätte erklären können von Anfang an, was eigentlich wirklich gemeint ist mit Daniel 8, Vers 14 und man hätte sich der Enttäuschung ersparen können. Hier habt ihr den Schlüssel. Ganz interessant.

[27:18] Naja, dann berichtet diese Ausgabe auch von einem sogenannten T.M. Prebble. Mal den Namen gehört? T.M. Prebble? Obwohl er noch viele interessante Namen kennt. Das ist ein Bild von späteren Jahren, also damals war er 31 und 32, da ist er natürlich deutlich älter. Aber es gibt kein anderes Bild von ihm. T.M. Prebble hatte jetzt in dieser Zeit auch angefangen, die Miller-Sache anzunehmen und zu predigen und wurde deswegen von seiner baptistischen Kirche, glaube ich, genau, ausgeschlossen. Nicht nur vom Predigtdienst suspendiert, sondern exkommuniziert. Das hat ihn aber wenig gejuckt, hat trotzdem weiter gepredigt. Es begann jetzt die Zeit, wo die Kirchen immer heftiger gegen Miller geschossen haben und auch Prediger, die Millers Thesen gefördert haben, unter Druck gesetzt haben, mit Ausschluss gedroht haben und so weiter.

[28:05] Derweil breitet sich in Schweden das Phänomen der Kinderprediger aus. Gleiche Zeit im Februar. Dort wird berichtet, z.B. im Stockholmer Abendblatt, dass diese Predigtkrankheit sich ausbreitet, vor allem in Südschweden, im Småland. Vielleicht kennt ihr die Gegend von... Habt ihr das von Michael gehört? Das ist genau die Gegend Michael von Lönneberga, Småland. Das hat nichts mit Michael zu tun. Aber nur, dass ihr die Idee, wenn ihr den Film gesehen habt, habt ihr die Idee, wie das da aussieht. Das ist diese südschwedische Gegend dort. Dort im Dorf Helmsred hatten im Dezember schon 1841 vier Bauernmädchen angefangen, Predigten zu halten. Also das war immer so, die haben gespielt, dann haben die plötzlich angefangen zu predigen zu den Erwachsenen und als sie fertig waren, haben sie wieder weitergespielt. Die waren sechs Jahre, acht Jahre, zehn Jahre, also deutlich übernatürlich das Ganze. Und die Theologen haben gewarnt davor und gesagt: "Hütet euch vor dieser Sache. Das ist gefährlich." Warum? Erstens, die Menschen im Småland sind so heilig, die brauchen keine Erweckung. Es kann nicht von Gott sein, weil wir sind ja schon so gut. Das war das Argument. Also wenn Gott eine Erweckung senden würde, dann woanders, aber nicht bei uns. Und zweitens, es sind ja Kinder und noch schlimmer, es sind weibliche Kinder. Sagt die Bibel nicht, die Frauen sollten schweigen in der Gemeinde? Das ist doch Beweis genug, dass das vom Satan ist und nicht von Gott. Das hat natürlich die normalen Menschen nicht daran gehindert, trotzdem in Massen zu kommen, um sich diese Kinder anzuhören und auch zu glauben, dass hier wirklich Gott spricht. Vorher waren einige Adventprediger ins Gefängnis gesteckt worden und so hat Gott jetzt die Kinder benutzt, die keiner ins Gefängnis stecken konnte, obwohl einige von ihnen auch isoliert worden sind, weil man glaubte, diese Krankheit sei ansteckend. Diese Predigtkrankheit, so wurde sie genannt. "The preaching sickness", die Predigtkrankheit.

[30:08] Naja, interessanterweise, die Botschaft dieser Kinder war äußerst interessant. Die haben die Menschen gewarnt davor vor dem baldigen Ende der Welt und dass wer sich nicht bekehrt, vor dem Höllenfeuer. Und dann haben sie vor allem auch praktisch gepredigt, nämlich zum Beispiel, dass man kein Alkohol trinken sollte und dass man auch keinen Schmuck tragen sollte und kein Tanzen und so christliche Standards, wo wir heute sagen: Oh, da würden wir nie drüber predigen oder viele denken, das hat Gott diesen Kindern aufgenommen. Egal, nicht egal, aber machen wir weiter.

[30:45] Miller geht weiter im März, jetzt sind wir, nein, immer noch im Februar, Ende Februar kommt er nach Nashua und dort muss er wieder nach nur drei Tagen eine Predigtreihe absagen oder abbrechen, weil er wegen seiner Lunge so krank geworden ist, dass er nicht mehr sprechen kann. Also es ist jetzt immer so rein, raus, rein, raus. Er kann kaum noch den Gegebenheiten sich anpassen, weil er hat jetzt schon über zehn Jahre lang nichts weiter getan als zu predigen, nicht wahr? Tag ein, Tag aus. Und mit seinen jetzt 60 Jahren ist das nicht mehr so einfach.

[31:22] Ein anderer, der ebenfalls im Feld ist und von Ort zu Ort predigt, ist Calvin French. Er war einer der ersten, die auch so ein Diagramm erstellt haben. Und nur mal um eine Idee zu bekommen, was erwartet mich als Zuschauer, wenn ich in eine Milleriten-Vortragsreihe komme, die nicht von Miller gehalten wird, sondern von irgendjemand anders, da habe ich mal eine Idee, was so von all diesen Predigern gepredigt worden sind. Sein erster Vortrag war immer: "Die Natur, Art und das Ziel der Wiederkunft Christi", Titus 2, Vers 13, die war die glückselige Hoffnung. Zweiter Vortrag: "Charakter und Zeit der zwei Auferstehungen." Erste Auferstehung vor den tausend Jahren, zweite Auferstehung nach den tausend Jahren, Offenbarung 20, Vers 5. Dritter Vortrag: "Daniels vier Königreiche" aus Daniel, Kapitel 7, nämlich Babylon, Mittelpersien, Griechenland und Rom, gefolgt von einem fünften, dem Königreich der Heiligen. Dann vierter Vortrag: "Daniels 2300 Tage" aus Daniel 8, Vers 13 und 14, mit 1841 als Datum natürlich. Dann fünftens: "Die Geschichte des vierten Königreiches", also die Geschichte Roms, heidnisches Rom, päpstliches Rom. Dann der sechste Vortrag, ganz interessant: "Das Ende der 1335 Tage" oder die letzten 45 Jahre der Welt von 1798 bis 1843, die Zeit des Endes. Vers 7. Vortrag: "Aber den Tag und die Stunde weiß niemand." Also, weil dieses Argument ständig kam, haben sie einen extra Vortrag gehabt, der ihnen gezeigt hat: Schaut her, natürlich wissen wir nicht den Tag und die Stunde, aber die ungefähre Zeit können wir schon wissen. Wenn die Zeichen der Zeit es sagen, dann wissen wir vielleicht den Tag und die Stunde, aber wir wissen, es ist nah an der Tür. Dann achter Vortrag: "Der Mitternachtsruf", Matthäus 25, ist das Gleichnis von zehn Jungfrauen. Neunter Vortrag: "Die Zeichen der Zeit." Und dann die zwei Zeugen, nämlich altes Neues Testament, Offenbarung 11, Geschichte der Französischen Revolution und dann: "Wann und wie die Heiligen das Reich in Besitz nehmen", das ist die Neue Erde und hier Neue Himmel, Neue Erde, 12. Vortrag. Und dann der moralische Zustand der Welt vor der Wiederkunft Christi, das ist Lukas 17, nämlich das ist dieses Gleichnis oder Noah und also es wird am Ende sein wie in den Tagen Noahs und es wird so sein wie in den Tagen Sodoms. Dann die Christi Erscheinung, Liebgewinn. Das ist 2. Timotheus 4, Vers 8. Das ist der Text, wo Paulus sagt: "Ich habe einen guten Kampf gekämpft, von nun an liegt mir bereitet die Krone der Gerechtigkeit, aber nicht nur mir, sondern all denen, die die Erscheinung Jesu liebgewonnen haben, an jedem Tag." Und dann der letzte Vortrag, das war so der Entscheidungsvortrag: "Die Plötzlichkeit der Wiederkunft Jesu für diejenigen, die bei diesem Thema im Dunkeln sind." Das ist Paulus, wo er in 1. Thessalonicher 5 sagt: "Der Tag des Herrn kommt wie ein Dieb in der Nacht, aber nicht für uns, wenn wir Licht über das Thema haben. Wir sind nicht überrascht, aber für die, die in der Fensterne sind." Könnt ihr euch vorstellen, wie das eine Wirkung gemacht hat, weil sie gesehen haben, Jesus kommt nächstes Jahr wieder und dann hält diesen Vortrag. Und nur so nebenbei, ich sage das immer wieder gerne, weil dieses Thema in gewissen Kreisen diskutiert wird, nirgendwo hat er hier was gepredigt über die 2.520 oder die Jubeljahre oder den antitypischen Sabbat. Das sind alles Dinge, die die Miller und einige andere so nebenbei hatten, aber das war nicht die Hauptthemen. Das waren die Hauptthemen, die gepredigt worden sind.

[34:33] Hier haben wir ein Beispiel. März, eine lokale Konferenz in Providence. Miller kann nicht dabei sein, aber Himes und Fitch sind die Sprecher. Und dann geht Miller nach Medford. Und das muss ich erzählen, das ist eine interessante Geschichte. Am 6. bis 9. März ist er in Medford hier in der Nähe von Boston. Und während dieser Vortragsreihe gibt es jemand, ein Freund, dem sagt: "Hey, lass uns doch mal zum Phrenologen gehen." Wisst ihr, was ein Phrenologe ist? Phrenologie war damals eine Wissenschaft, also heute würden wir sagen, es ist ein Humbug, wo jemand, der Phrenologe, den Kopf betastet hat und anhand der Kopfform den Charakter entschieden hat. Man hatte geglaubt, dass der Kopf, dass das Gehirn 33 Organe hat und jedes einzelne Organ hat eine bestimmte Funktion, nämlich Gedächtnis oder Zeit oder, was haben wir hier, ja so verschiedene Dinge, nicht wahr? Oder Ausdauer oder Stärke oder Selbstachtung oder Gütigkeit und Verehrung, so verschiedene Aspekte des Charakters. Es ist ja gar nicht so verkehrt, dass bestimmte Aspekte unseres Denkens im Gehirn verankert sind. Nur, was die gemacht haben, die haben also den Kopf betastet und gesagt: "Oh, hier ist ein Huckel bei Zeit. Also, das ist jemand, der sehr gut auf die Zeit achten kann. Und hier ist ein bisschen so eine Einbuchtung bei Gedächtnis. Vielleicht hat er Alzheimer." Also ein Humbug, ja. Aber der Miller hat da jetzt auch nicht groß dran geglaubt, aber er dachte, na komm, mach mal. Und dann kam dieser Phrenologe und dieser Phrenologe fängt jetzt an, den Kopf, ganz tolle Geschichte, von Miller zu betasten. Er weiß aber nicht, wer das ist. Und dann fängt dieser Phrenologe an und sagt: "Also wissen Sie, Sie sind ja wirklich, also das ist ja wunderbar, nicht wahr? Also ich könnte wetten, Sie würden niemals ein Millerit werden. Haben Sie was gehört von diesem Miller, diesem Propheten? Also ich sage Ihnen, der Miller, hier wo Sie hier so eine tolle Koffer, der hätte bestimmt so ein Loch da, ja. Und an der Stelle, wo Sie hier so ganz das eben ist, da wäre bestimmt so eine Beule, so groß wie eine Faust, ja." Und alle anderen fangen so ein bisschen an zu schmunzeln, weil die wissen natürlich, wer da sitzt. Und er erzählt: "Also dieser Miller, das muss ein Schwachkopf sein. Und ich sage Ihnen, der hat an der Stelle bestimmt eine riesen Dings und das und jenes." Und Miller lässt das einfach sich ergehen, sagt gar nichts. Und weil die anderen so lächeln, wird dieser Phrenologe ganz wild und erzählt immer mehr und mehr und mehr. Und dann am Ende ist er fertig und sagt: "Können Sie bitte noch Ihren Namen geben?" Er sagt: "Nein, nein, nein, lassen Sie mal, ist in Ordnung." Er sagt: "Machen Sie bitte, bitte geben Sie mir Ihren Namen, ich möchte wissen, wer Sie sind." Er sagt: "Okay, ich heiße Miller." Aber nicht der William Miller, oder? Doch. Und naja, dann hat er den Schock seines Lebens gehabt.

[37:34] Einen echten Schock hat in diesem Monat Josiah Litch erlitten, denn am 8. März stirbt sein ältester Sohn, William, im Alter von vier Jahren und zwei Monaten. Der war gerade geboren, wenige Tage später, wenige Wochen später, hat er zum ersten Mal ein Buch von Miller in der Hand gehabt. Vier Jahre lang ist er jetzt mit Miller verknüpft und mitten in seiner Vortragstätigkeit, von einem Ort zum anderen, stirbt sein vierjähriger Sohn. Was das in einem 32 Jahre alten Vater auslöst, der aber gleichzeitig glaubt, dass in einem Jahr er sowieso wieder auferstehen wird. Dieses Gemisch von Gefühlen kann man wahrscheinlich gar nicht nachvollziehen. Aber es zeigt auch, dass Menschen, die an der vordersten Front vor Gott stehen, trotzdem auch solche Schicksalsschläge erleiden und auch erleiden werden. Da ist auch ein Josiah Litch keine Ausnahme.

[38:31] Dann geht Miller weiter, hier nach Worcester vom 12. bis zum 20. März. Dort spricht er in der Stadthalle und bei einem Vortrag stellt er eine interessante Frage. Das ist eine seiner Lieblingsfragen. Er sagt nämlich: "Es gibt ja so viele Leute, die glauben, dass erst ein tausendjähriges Friedensreich kommt, bevor Jesus wiederkommt. Und dann sagt er: Kann mir jemand die Theorie von dem Millennium harmonisieren mit Daniel 7, wo es heißt, dass das kleine Horn, also der Antichrist, auf der Erde ist, bis das gerichtlich gesetzt wird und Jesus wiederkommen wird? Wie kann es ein Millennium geben, aber ein Friedensreich auf der Erde, solange der Antichrist noch da ist?" Und er stellt die Frage: "Kann das jemand beantworten?" Und dann steht ein baptistischer Pastor auf und sagt: "Ich kann es. Morgen früh werde ich die Antwort geben." Am nächsten Tag kommt dann der Pastor und sagt: "Naja, kann ich noch einen Tag Zeit bekommen?" Kein Problem, kommst du am nächsten Tag. Am nächsten Tag kommt dann der Pastor und hält einen langen Vortrag über das Millennium, aber ohne Bezug auf Daniel 7. Und am Ende sagt dann Miller: "Ja, aber was jetzt mit Daniel 7?" Kann ja nichts machen. Und so wird den Menschen deutlich, dass das, was die Pastoren immer predigen, vor diesem tausendjährigen Friedensreich, überhaupt kein Fundament hat und nicht bewiesen werden kann.

[40:08] Bei dieser Konferenz übrigens in Worcester erreicht man auch, und das ist gar nicht so selbstverständlich für diese Zeit, auch eine ganze Reihe von Katholiken, die hier wohnen. Meistens waren es ja Konferenzen, oder die meisten, die dort kommen, sind immer Evangelikalen, Baptisten, Methodisten und so weiter, Protestanten. Aber hier sind noch etliche Katholiken, die sagen: "Hey, wir möchten uns vorbereiten auf die Wiederkunft."

[40:27] Dann Ende März, die letzte Ausgabe des zweiten Jahrgangs und Himes sagt: "Schaut, ich habe jetzt zwei Jahre lang alles Geld hineingesteckt, was ich habe. Das Geld, das reinkommt durch die Subskribenten, reicht kaum aus, um die laufenden Kosten zu bezahlen. Aber ich bin willig, weil die Anfrage kam, aus einem zweiwöchentlichen Magazin ein wöchentliches Magazin zu machen. Das heißt doppelte Arbeit, doppelte Kosten. Aber ihr müsst auch mithelfen finanziell. Und die 'Signs of the Times' sollen also sich verbreiten."

[41:08] Im März 1842 ist das die Situation. Man hat jetzt zwei Jahrgänge diese Zeitschrift laufen lassen. Die Leserschaft liegt nun bei etwa 50.000, hat angefangen bei 500. Es gibt etliche andere Zeitschriften, die das Thema diskutieren. Man hat mittlerweile 60.000 Bücher gedruckt und zum Teil international versandt. Man hat die Bücher an alle bekannten Missionsstationen der Welt, nach Indien, nach Pakistan, nach Jerusalem, auf die Sandwich-Inseln. Überall, wo es Missionare gab damals, hat man milleritische Literatur versandt. Und so ist die Botschaft wirklich, soweit es damals möglich war, in die ganze Welt gegangen. Himes sagt, ungefähr 300 bis 400 Pastoren in Amerika predigen zu diesem Zeitpunkt, dass Jesus bald wiederkommt. Nicht alle 1843, aber zumindest Jesus kommt bald wieder und haben sich prinzipiell diese Sache angeschlossen. Etliche Vollzeitverkündiger sind unterwegs, wie Litchfield, Miller, French, Spalding, die von Ort zu Ort gehen und das Datum 1843 predigen. Außerdem gibt es, auch sehr interessant, vergisst man manchmal, viele Brüder und Schwestern, die von Haus zu Haus gehen, Literatur verteilen, Zeitschriften verteilen, die sagen: "Hey, schau mal hier, die 'Signs of the Times', was ein tolles Magazin. Möchtest du es auch mal lesen?" Also nur mit Predigen ging das nicht. Und dann hat es natürlich viele zahlreiche Konferenzen gegeben. Und eine ganz tolle Geschichte: Es gab einen Milleriten, der war der Nationalbeauftragte, um die Leuchttürme an der Küste von Neuengland mit Öl zu versorgen. Seine Aufgabe stand darin, an der Ostküste der USA entlangzureisen, von einem Leuchtturm zum anderen, um dann Öl zu liefern. Und er war Millerit. Also hat er nicht nur Öl geliefert, sondern auch "Signs of the Times", an jedem Leuchtturm in den ganzen USA. Und naja, hat wohl so manchem Schiffer den Weg in den Hafen des Lebens gewiesen.

[43:10] Dann erscheinen neue Werke von Fitch, "The Glory of God on the Earth" oder auch von Josiah Litch. Neue Bücher, die kurz gefasst die Botschaft weiterfangen. Im März startet auch dieses Schiff, die HMS Driver, als erstes Dampfschiff der Welt zu einer Weltumseglung. Das nebenbei.

[43:24] Miller ist dann im März, Ende März, 22. bis 28. März, in Hartford, hier. Und dort muss er schon wieder eine Vortragsreihe abbrechen. Diesmal hat eine Erkältung und ein Magen-Darm-Katar. Trotzdem bekennen sich, obwohl das verkürzt worden ist, 200 bis 300 Leute zu dieser Adventbotschaft und zu den Adventisten. Und an dieser Stelle hat sich auch ein Mann namens Sylvester Bliss bekehrt. Sylvester Bliss ist später sein Biograf geworden, der dann seine Lebensgeschichte aufgeschrieben hat, von der wir viele dieser Daten dann auch wissen.

[44:07] Und dann ebenfalls im März, zumindest im Frühling, geschieht noch was ganz Interessantes, ganz Wichtiges. Sein Name war? Nein, das war der andere. Storrs. Storrs, genau. Ja, wie er so langsam kommt. Der immer noch keine Live-Verbindung zu den Milleriten hat und hier in Albany eine kleine Gemeinde leitet, die nur der Bibel folgen will. Ich weiß immer noch, welches Thema er so sehr studiert hatte früher: Zustand der Toten. Er hat bisher noch nie darüber gepredigt, weil er weiß, wie groß die Vorurteile sind. Und trotzdem entscheidet er sich jetzt im April, im März, April eine Predigt zu halten über den Zustand der Toten. Und so bereitet er sich vor, kündigt das sogar in der lokalen Tagespresse an und sagt: "Schaut her, nächsten Sonntag seine Predigt über ein ganz heißes Thema." Eine Woche lang studiert er nichts weiter als die Bibel, bereitet die Predigt vor, hält die Predigt, aber nicht wie gewöhnlich, weil er weiß, das Thema ist so heikel, liest er die gesamte Predigt ab. Er merkt, das Interesse ist so groß, er muss eine zweite Predigt halten. Also bereitet er in der nächsten Woche eine zweite Predigt vor, hält die am nächsten Sonntag wieder und stellt fest, er braucht eine dritte Predigt. Er hält eine dritte Predigt und eine vierte und eine fünfte und eine sechste und dadurch entstehen die berühmten sechs Predigten von Storrs. "Storrs' Six Sermons". Einige der Zuhörer sagen: "Das musst du drucken." Und so werden die bald gedruckt und werden veröffentlicht. Und diese sechs Predigten in der Reihenfolge sind die vielleicht gründlichste Abhandlung des Themas, die es bis dahin jemals gab und ein echtes Fundament, auf dem wir stehen. Denn die Tatsache, dass wir glauben, dass die Toten wirklich tot sind, geht adventgeschichtlich genau auf dieses Ereignis zurück. Deswegen nur ein kurzer Überblick.

[46:09] Diese sechs Predigten im ersten Predigt. Im ersten Predigt leitet er das Thema ein und zählt all die Argumente für die Unsterblichkeit der Seele auf, um sie dann klein zu häckseln. Und dann gibt er die biblischen Daten zu Unsterblich. Er sagt, das Wort Unsterblich kommt nur dort und dort und dort vor und bezieht sich immer nur auf Gott. Es gibt keine unsterbliche Seele in der Bibel und die Toten schlafen. Ihr kennt die Texte alle, habt sie tausendmal gehört, aber dort kommen sie vor. Denn der zweite Predigt geht auf 1. Mose 3, 4 an. Was steht dort? 1. Mose 3, 4. Die Schlange sprach: "Ihr werdet, ihr wisst nicht, sterben." Und sagt, das ist der Ursprung der Theorie von der unsterblichen Seele. Und geht dann darauf ein, wie die Bibel das Ende der Gottlosen beschreibt, nämlich mit vergehen, verbrennen, verzehren, vernichten und geht alle Worte durch. Ganz, ganz außergewöhnlich. Und dann untersucht er die Worte "ohne auslöschliches Feuer". Habt ihr auch schon mal in der Evangelisation gehört, oder? Ewiges Feuer, ewige Strafe. Was bedeutet das? Und geht das Stück für Stück, minutiös durch. Der dritte Predigt geht dann auf Offenbarung 14, 3. Engelsbotschaft ein. Weiß auch nicht, was die 3. Engelsbotschaft ist, weil da spricht es ja auch von der ewigen Qual, der ewigen Pein, von Zeitalter zu Zeitalter. Offenbarung 20, genau das gleiche. Untersucht er genau und erklärt, wie es gemeint ist. Und dass der Satan am Ende zerstört wird und geht auf andere Argumente ein. Es gibt nämlich Leute, die sagen, die Güte Gottes erfordert es, dass die Menschen ewig lang brennen. Und das nimmt alles auseinander. In der vierten Predigt häckselt er die Kirchenväter klein und zeigt dann, was das Neue Testament lehrt. Johannes der Täufer, Jesus, was hat Petrus gesagt, was hat Judas gesagt, was hat Paulus gesagt. Bringt alle Bibeltexte zusammen. In der fünften Predigt geht er auf weitere Einwände ein, zeigt, dass Tod auch wirklich Tod meint und nicht einfach nur irgendwie. Und er zeigt, dass wenn man das glaubt, dann hätte man endlich mal eine Chance, die Universalisten zu überzeugen. Die Universalisten sind diejenigen, die glauben, alle kommen in den Himmel. Und der Argument ist: Gott ist nicht so böse, dass er die Menschen für ewig quälen wird, also kommen sie alle in den Himmel. Und er sagt, die Universalisten existieren nur wegen der Irrlehre von der Hölle. Und in der sechsten Lehre geht er dann auf weitere falsche Bibelauslegungen ein, über das Leben und den Tod. Und auf Adam und Tier passiert etwas, was man auch sich dringend merken muss. Denn wenn man gegen eine Irrlehre kämpft und vor allem gegen so eine, die so viel Bart hat, was passiert nur allzu leicht? Das Pendel schwingt so ein bisschen in die andere Richtung. Und bei dem Versuch zu zeigen, dass Adam nur Unsterblichkeit hatte vor dem Fall, aber danach nicht mehr, kommt er auf die fixe Idee, dass das das Einzige ist, was Adam verloren hat. Das heißt, Adam war vorher gar nicht wirklich heilig. Er hat nicht die Heiligkeit verloren. Er hat keinen Charakter verloren. Er hat nur das ewige Leben verloren. Weil er möchte das natürlich so beweisen, das ewige Leben. Aber schießt so ein bisschen das Ziel hinaus und macht einige Dinge dort, schreibt Dinge, die wir heute nicht mehr, also die wir von dem weit distanzieren würden. Er sagt zum Beispiel, Adam war nicht viel mehr als ein Tier am Anfang. Er konnte gerade mal so denken wie ein kleines Kind sozusagen. Er hatte keinen heiligen Charakter und so weiter, weil er möchte halt den ganzen Fokus lenken darauf, er war unsterblich und wurde dann sterblich. Also für ihn war der Sündenfall nur dadurch, nur das, dass die Menschen sterblich wurden, aber nicht irgendwie von heilig zu sündig wurden. Und das war natürlich, das ist zu weit. Aber das zeigt uns, wenn man einen guten Kampf kämpft, muss man auch sehen, wo es zu Ende ist. Das ist mir zu weit gegangen.

[49:53] Hier wiederum, "Cleansing of the Sanctuary", Reinigung des Heiligtums, das war jetzt ein Thema, das ständig durchging durch die "Signs of the Times". Schaut mal, was Miller schreibt, 6. April: "Wir sind gleich am Ende. Ein kurzes Jahr noch voller Schwierigkeiten und Anfechtungen und dann werde ich ihn sehen, wie er sich, sein Wort und sein Volk vor allem fleischrechtfertigen wird und dann wird er das Heiligtum reinigen. Dann wird sein Zelt bei den Menschen sein und er wird ihr Gott sein und sie werden sein Volk sein. Seufzen und Sorgen wird hinweggetan, Tränen von allen Gesichtern abgewischt und der Tod selbst wird zerstört werden. Und wir werden mit ihm auf Erden regieren. Das war eine herrliche Aussicht. Welch gesegnete Hoffnung, voller Unsterblichkeit und ewigem Leben. Komm Herr Jesus, oh komme bald." 6. April 1842. Und übrigens, das ist ganz schön krass. "Verstehen und fühlen die bekenntlichen Jünger des Erlösers, die auf ihnen ruhende Verpflichtung, ein heiliges und tadelloses Leben zu führen. Gott fordert von uns, alles für Christus zu verlassen. Eng ist das Tor und schmal der Weg, der zum Leben führt und wenige sind es, die ihn finden." Jetzt haltet euch mal fest: Ein sündigender Christ ist ein Widerspruch. Wenn man ein Jahr vor der Wiederkunft ist, dann muss man sich fragen: Hey, wie lebe ich mit Gott? Nicht Leser, weihe dich Gott jetzt ganz und gar und das Blut Jesu Christi wird dich reinigen und retten. Oh, glaube und sei gerettet.

[51:13] Und dann, wir haben gerade gesehen, jetzt haltet euch fest, wir haben gerade gesehen, wie sie schon mit einem, mit einer falschen Logik, das mit dem Heiligtum fest zementiert haben und Gott, der gerade schon versucht hat, den Geist der Weissagung so ein bisschen zu injizieren, versucht natürlich auch den Sabbat zu injizieren. In dem Fall durch einen Brief von einem Siebentags-Baptisten an die "Signs of the Times", an Himes und Litch. Und jetzt schaut mal, wie sie antworten: "Bruder B. Clarks Brief über den Sabbat haben wir erhalten. Wir wünschen keine Auseinandersetzung mit den Siebentags-Baptisten über das Sabbatthema. Jeder sei seiner Meinung gewiss, Römer 14. Wir stimmen daran überein, dass es einen Sabbat gibt, ein Zeichen des gesegneten Sabbats der Ruhe, der dem Volk Gottes noch vorbehalten bleibt." Und jetzt haltet euch fest: "So lasst euch von niemandem richten wegen Speise oder Trank oder wegen bestimmter Feiertage oder Neumondfeste oder Sabbate, die doch nur ein Schatten der Dinge sind, die kommen sollen." Die Adventisten haben als allererstes Kolosser 2, Vers 16 zitiert, als Gott den Sabbat reinbringen wollte. Ist interessant, oder? Also seid nicht böse, wenn jemand anders beim ersten Mal sagt: Hey, aber Kolosser 2, Vers 16, das haben wir selbst gemacht. Das waren wir selbst. Ja, und damit war natürlich klar, wir wollen über alles diskutieren, über Daniel 11, 12, alles mögliche. Aber Sabbat wollen wir nicht. Ihr macht euer Ding, wir machen unser Ding. Weil, und das ist ganz wichtig, das zeigt eine Lektion drin. Weil Miller geglaubt hat, 6.000 Jahre Erdgeschichte, 1.000 Jahre Millennium, dann ist 6 Tage Arbeiten, 1 Tag Ruhen eine Typologie. Ja, das hat er sich gedacht. Und wenn es eine Typologie ist, dann müssen wir es nicht mehr halten. Das heißt, seine unschuldige Theorie mit den 6.000 Jahren bis 1843, wo wir sagen, naja, ist halt interessant, aber so wirklich biblisch ist es nicht. So unschuldig sie auch ist, hat dazu geführt, dass die Milleriten den Sabbat nicht annehmen wollten, erstmal. Das zeigt also, manchmal ist eine Theorie an sich vielleicht nicht mal ganz falsch oder nicht gefährlich, aber sie verstellt den Blick auf wichtige Themen.

[53:26] Ach, schaut mal noch. Wenn ihr wissen wollt, wie manche Journalisten über die Milleriten gesprochen haben, schaut mal hier: "Unter allen törichten Träumen, die das gegenwärtige Zeitalter verfluchen, gibt es keinen schwächeren und gottloseren als diesen Ismus. Wir befürchten, Miller ist ein Ungläubiger und kämpft gegen die Sache Christi, indem er vorsätzlich und geschickt die Bibel falsch auslegt. Es gibt nicht einen einzigen Bibeltext, der Millers Fantasien über das Ende der Welt unterstützt. Sie passen in keinster Weise mit der Größe der göttlichen Pläne und mit seiner Wohltätigkeit und seinen Verheißungen zusammen." Achtung, Gott würde nicht seinen Sohn in diese Welt senden, nur um für die Handvoll Menschen zu sterben, die bisher auf der Erde gelebt haben. Die sagen, wenn die Welt jetzt 1843 endet, dann lohnt sich das ja gar nicht, dass Jesus gestorben ist, sondern es müssen erst Millionen Jahre vergehen, damit es sich wirklich lohnt. Das ist auch das Argument. Und naja, sie sagen, wir hoffen, dass die Pastoren und Kirchen solch einen Verrückten und Verführer wie Miller nicht unterstützen werden. Er ist wahrscheinlich verrückt und sollte in die staatliche Irrenanstalt gebracht werden."

[54:23] Ja, wir springen und springen und springen. Ach, wir sind schon im April, wir sind gleich fertig. Wir machen nur noch April, mehr machen wir nicht. Schaut mal hier. Am 13. April berichtet Bruder James Zurbine, dass er ein Buch gefunden hat. Und in diesem Buch spricht jemand über die Wiederkunft und er nennt sich Juan Josefat Ben Ezra. Ben Ezra? Pseudonym für einen Jesuiten mit Namen Lacunza. Erinnert ihr euch an die Geschichte? An den Jesuiten Lacunza? Jetzt 1842 entdecken die Milleriten: Hey, da gibt es jemanden, der hat schon vor über 40 Jahren das geschrieben. Und kommen wir auf ihn zu sprechen.

[55:18] Litch schreibt ein anderes Buch: "A Wonderful and Horrible Thing", eine Auslegung von Jeremia 5, Vers 30. Und dann, letzter Akt für heute, geht es wieder nach New York. Himes setzt alles auf eine Karte und in New York mietet er die berühmte Apollo Hall auf dem Broadway. Das ist in derselben Halle, ist im gleichen Jahr haben sich die New Yorker Philharmoniker getroffen. Also es ist so, als wenn wir die Liederhalle mieten würden, Beethoven-Saal. Alles auf eine Karte, immens teuer. Und was passiert? Am ersten Abend kommt fast niemand. Etwas, was ganz selten passiert in der Miller-Bewegung, aber auch dort passiert und deswegen uns auch ein bisschen Trost sein kann. Man hat immer das Gefühl, das ging immer nur so nicht, immer nur größer, größer, größer, größer. Plötzlich bricht das so an einer Stelle völlig unerwartet. Kommt keiner. Warum? Litch sagt: "Der Eindruck war weitläufig entstanden wegen solcher Presseberichte, dass Adventisten Monster sind und kaum zu zivilisierten Menschen zu zählen sein. Die Leute haben einfach Angst. Die hören so viel Schlechtes, so viel Gerücht über die Milleriten, dass die einfach nicht kommen." Es kommen dann doch einige wenige und von Abend zu Abend werden es mehr durch die Mundpropaganda und am Ende der Vortragsreihe sind es dann doch schon viele. Aber der Kampf wird jetzt intensiver.

[56:34] In dieser Zeit kommen die ersten Berichte rein von Vortragsreihen, die abgebrochen werden müssen wegen Menschenmobs. Also, wenn ein Mob kommt, so 15 starke Männer, die dann reinkommen und dann die Stühle zerbrechen und klatschen und Lärm machen und dann die ganze Versammlung durcheinander bringen. Das wird jetzt mit der Zeit häufiger und man vermutet, dass die Pastoren dahinter stehen von den anderen Kirchen, die dann so starke Jungs schicken, um da mal ein bisschen Rambazamba zu machen. Also der Kampf wird heftiger, aber es ist ja nur noch ein Jahr übrig. Nächstes Mal kommen wir dann wirklich zu einer neuen Ära. Dann gehen wir in den Sommer von 1842, dann werdet ihr sehen, was aus Alan Harman geworden ist. Sie wollten sich ja taufen lassen, nicht wahr? Und aus einem gewaltigen Plan, der dieses immense Tempo der Milleriten auf ein ganz neues Quantenlevel bringt. Jetzt mehr verrate ich nicht.

[57:27] Jetzt haben wir eine kurze Pause, aber bevor wir die haben, müssen wir auch diesmal sagen, angesichts der vielen Fehler, die wir heute gesehen haben und der interessanten Entwicklung. Wir haben nichts zu befürchten für die Zukunft, es sei denn, wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat. Jetzt haben wir fünf Minuten Pause und dann geht es in die Offenbarung. Gottes Segen.


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