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In dieser Folge von „Die Zeit des Endes“ tauchen wir in die Sommermonate des Jahres 1842 ein und erleben den Beginn einer neuen Ära in der Adventbewegung. Wir verfolgen die Vortragsreisen von William Miller, die zunehmende Bedeutung von Konferenzen und die Einführung der berühmten 1843-Chart. Gleichzeitig werden wir Zeugen von weltweiten Katastrophen und persönlichen Entwicklungen, wie der Taufe der jungen Ellen Harmon. Die Folge beleuchtet die entscheidenden Weichenstellungen der zwölften Generalkonferenz, die Einführung von Campmeetings und den wachsenden Widerstand gegen die Botschaft.


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Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)

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Transkript

[0:00] Einen wunderschönen guten Abend aus Stuttgart Bad Cannstatt und herzlich willkommen zu unserer Serie "Die Zeit des Endes". Nach einer Woche Pause und Geschichten vom Ölberg sind wir jetzt wieder in der Adventgeschichte angekommen und heute haben wir eine wichtige Folge. Ich glaube, ich erwecke den Eindruck, dass jede Folge wichtig ist, aber die Folge heute hat einiges in sich. Es geht um nichts weniger als eine neue Ära. Wir werden heute uns die Sommermonate von 1842 anschauen, von Mai bis August, und dort ist einiges passiert, was uns äußerst zu interessieren hat, wenn wir verstehen wollen, wie Gott sein Volk geführt hat und uns heute noch führt. Und wie jeden Abend möchte ich natürlich beginnen mit einem Gebet und ich lade euch ein, mit mir den Kopf zu neigen für dieses Gebet. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir zu dir kommen können, dass wir dein Wort studieren können und dass wir sehen können, wie du Männer und Frauen geführt hast, um deine Botschaft in die Welt zu tragen. Wir möchten dich bitten, dass wir davon lernen können und dass wir Vertrauen in deine Führung bekommen und sehen dürfen, wie du uns Schritt für Schritt an der Hand nimmst, um uns ans Ziel zu bringen. Im Namen Jesu bitten wir dies. Amen.

[1:23] Wir waren stehen geblieben im April 1842, Ende April, und hatten dort gesehen, dass nachdem eine ganze Reihe von verschiedenen Konferenzen die Botschaft durch das Land getragen haben, Ende April der erste Dämpfer gekommen war. Vielleicht können wir uns noch daran erinnern, als nämlich in New York City die große Vortragsreihe von William Miller am Anfang sehr schlecht besucht gewesen ist, nämlich wegen schlechter Presseberichte und die Leute haben echt Angst gehabt vor den Adventisten. Aber Anfang Mai, nachdem einige Tage das vor sich geht, hat sich die Besucherzahl schon sehr verbessert und die Leute kommen in Scharen, weil sie sehen, dort ist eine Botschaft, die man unbedingt hören muss. Anfang Mai kommt es dann zu einigen schweren Katastrophen weltweit. Zum Beispiel brennt Hamburg vom 5. bis 8. Mai komplett, fast komplett nieder. Ein Drittel der Stadt ist zerstört und mehr als 20.000 Menschen werden obdachlos. In der gleichen Zeit bricht in der Karibik ein schweres Erdbeben aus. Hier auf der Insel St. Domingo, auf heutigen Haiti, sterben allein in einer Stadt mehr als 10.000 Menschen. Währenddessen ist, wie gesagt, Miller in New York und auch in New York am Predigen und hält dort an verschiedenen Orten seine Vorträge. Noch ein weiteres Unglück: In den gleichen Tagen, am 8. Mai, war der große Eisenbahnunfall von Versailles in Frankreich, der größte Eisenbahnunfall der Geschichte des 19. Jahrhunderts. Ziemlich tragisch ausgegangenes Bild, drückt es ja so ein wenig aus.

[3:02] Und dann vom 10. bis 12. Mai, nachdem die Vortragsreihe von Miller dort zu Ende war, findet eine neue Generalkonferenz in New York City statt. Es ist jetzt die 11. Mittlerweile. Und es gibt dort einen Beschluss, den ich ganz interessant fand, euch mitzuteilen hier. Es ist der fünfte Beschluss, den sie dort gefasst haben. Es heißt: "Wir möchten, dass es klar verstanden wird, dass wir trotz unserer Absicht, kontinuierlich die Wiederkunft Christi zu verkündigen und die schlummernden Jungfrauen aufzuwecken, um dem Bräutigam entgegenzugehen, niemanden bitten, unseren Meinungen zu vertrauen, sondern wir fordern sie auf, um Christi willen, die Bibel in ernstem, glaubendem Gebet selbst zu durchforschen, um zu sehen, ob es sich so verhält." Jetzt, wo die Bewegung eine Massenbewegung wird und immer mehr Leute auch aus reiner Neugier kommen und begeistert sind von den vielen Massen, ist es notwendig, deutlich zu machen: Glaubt nicht uns. Ja, nur weil wir solch einen Erfolg haben mit der Botschaft, studiert die Bibel selbst.

[4:00] Von dort, von New York, reist dann Miller ein ganzes Ende nach Norden, im Mai nach Saratoga Springs, im Bundesstaat New York. Er ist dort eindringlich eingeladen worden und dort ist er vom 14. bis 22. Mai. In jeder Zeit, wo er dort ist, beginnt ein neues Kapitel in der US-amerikanischen Geschichte. Die erste Planwagenkolonie zieht Richtung Pazifik. Wenn jemand mal einen Western gesehen hat, weiß man ja, das ist die nächsten Jahrzehnte, wird das das typische Bild sein: amerikanische Siedler ziehen gern Westen, übertreiben die Indianer und schießen die Bisons alle tot. Das ging los im Jahre 1842, dort am 16. Mai, auf dem sogenannten Oregon Trail, der durch die gesamten Rocky Mountains geführt hat, hier bis an die Pazifikküste nach Oregon. Also die USA beginnt jetzt, sich westwärts zu orientieren, und zwar richtig weit westwärts an das andere Ende des Kontinents. Auch das ist eine neue Ära, sozusagen.

[5:06] Und währenddessen ist ja nicht nur Miller unterwegs, sondern viele andere sind ebenfalls unterwegs, zum Beispiel Calvin French, der in jenen Tagen eine Vortragsreihe hält, hier in Pittsfield, hier ein Bild aus Pittsfield, in New Hampshire. Und dann, am 23. Mai, trifft sich der Gemeindeausschuss der Methodistischen Gemeinde in Portland, weil es einen Taufkandidaten gibt. Diese Taufkandidatin heißt Ellen Harmon. Sie ist 14 Jahre alt und hat sich seit einiger Zeit Gedanken gemacht, dass sie unbedingt getauft werden möchte. Übrigens muss ich dazu sagen, durch neueste Forschung bin ich auf den Schluss gekommen, dass sie wohl doch erst 1841 sich bekehrt hat und nicht 1840. Obwohl die meisten Bücher von 1840 sprechen, sieht es doch so aus, dass dieses berühmte Campmeeting erst 1841 gewesen ist, weil sie erst 1841 auf Probe in die Gemeinde aufgenommen worden ist. Also das noch als Korrektur für die früheren Folgen. Sie sagt in Bezug auf die Taufe: "Meine Gedanken beschäftigen sich sehr viel mit der Taufe. So jung ich auch war, sie war 14 Jahre alt in dem Moment, konnte ich doch sehen, dass nur eine Form der Taufe in der Heiligen Schrift autorisiert wird, und zwar die durch Untertauchen. Einige meiner Methodistenschwestern versuchten vergeblich mich zu überzeugen, dass Besprengen die biblische Taufe sei." Die Methodisten benutzen ja normalerweise nicht das Untertauchen. Aber sie mit ihren 14 Jahren hat in der Bibel erkannt: Ich will untergetaucht werden. Der Methodisten-Prediger willigte ein, die Kandidaten unterzutauchen, wenn sie aus Gewissensgründen jene Methode bevorzugten. Also war zumindest etwas großzügiger, obgleich er andeutete, dass das Besprengen bei Gott gerade so annehmbar sei. Und so hat sie gesagt: Ich möchte gerne getauft werden, ich möchte untergetaucht werden im Atlantischen Ozean. Und am 23. Mai hat dann der Ausschuss gesagt: Nach eingehender Prüfung, Ellen Harmon kann demnächst getauft werden. Und dann wurde ein Tauftermin festgesetzt.

[6:59] Ein Tag später, am 24. Mai, ist dann William Miller wieder nach Boston gekommen, die Hauptstadt des Millerismus sozusagen. Und dort hat er seine mittlerweile siebte Vortragsreihe begonnen. Und am gleichen Tag begann auch die zwölfte Generalkonferenz, ebenfalls in Boston. Man muss sich das vorstellen, dass innerhalb von anderthalb Jahren jetzt zwölf Generalkonferenzen stattgefunden hatten, davon die letzten zehn in acht Monaten. Also das ging unglaublich rasant jetzt voran. Und diese zwölfte Generalkonferenz ist weitaus wichtiger als die Folgen. Man kann vermuten, dass es vielleicht sogar die wichtigste überhaupt war. Deswegen wollen wir uns kurz Zeit nehmen, etwas zu lernen über diese Generalkonferenz. Dort ab dem 24. Mai in Boston, während der Vortragsreihe von Miller. Das sind die ganzen Orte, wo die Generalkonferenzen gewesen sind. Und hier in Boston jetzt die zwölfte. Der Vorsitzende diesmal wurde gewählt: Joseph Bates, und der damit an dieser besonderen Konferenz auch einen besonderen Anteil hatte. Joshua Himes war Sekretär. Und es waren drei Dinge, drei große Entscheidungen, die diese zwölfte Generalkonferenz zu einer großen Weichenstellung in der Adventbewegung gemacht haben.

[8:23] Erstens, gleich zu Beginn der Konferenz kam Charles Fitch, der hier, mit einem anderen Gemeindeglied aus seiner Gemeinde, mit Apollos Hale, zu dieser Konferenz. Und sie haben etwas vorgestellt. Sie hatten nämlich auf Leinwand solch eine Karte produziert, so eine Chart, wo sie all die Symbole und Zahlen aus der Offenbarung zusammengefasst hatten. Und hatten gesagt: "Hey, schaut mal, wenn wir das zum Predigt nehmen, dann können die Leute uns viel besser verstehen." Und diese 1843-Chart von Fitch und Hales ist berühmt geworden, die sogenannte 1843-Chart. Wenn wir die ganz kurz anschauen, übrigens, die Leute waren total begeistert. Und Joshua Himes, der für sowas immer zu haben war, hat sofort beschlossen, gleich 200 Exemplare zu drucken und an alle Prediger zu verteilen, die fortan alle mit dieser Karte ausgerüstet worden sind, und dann bei allen ihren Vorträgen, die aufgehangen haben. Wenn wir uns die kurz angucken, entdecken wir hier zunächst einmal, natürlich, aus welchem Kapitel ist das hier? Daniel 2, nicht wahr? Sogar wenn man es lesen kann, ist Media on Greece, also so mit den Titeln. Dann haben wir hier, das ist aus Kapitel 7, genau. Das ist das Babylon, nicht wahr? Der Löwe, der dann aufsteht, dem die Adlerflügel ausgerissen werden. Dann der Bär mit den drei Rippen im Maul. Er hing zwar nicht wirklich, aber naja, wie auch immer. Und dann der Panther mit den vier Köpfen und den vier Flügeln. Und dann aus Daniel 8 haben wir hier den Widder mit den beiden Hörnern, eines höher als das andere. Und den Ziegenbock mit dem einen Horn, Alexander dem Großen. Und dann den vier Hörnern, den Diodoren. Und dann haben wir hier zwei wichtige Rechnungen. Die eine ist uns gut bekannt, das sind die 2300 Jahre von 457 vor Christus bis 1843. Die andere ist die von den sogenannten sieben Zeiten aus 3. Mose 26, die William Miller seine spezielle Theorie hatte, die bis zu diesem Zeitpunkt von keinem anderen gepredigt worden war, aber offensichtlich von Fitch jetzt hier auf diese Karte hinaufgenommen worden ist. Und diese sieben Zeiten sind 2520 Tage angeblich. Ich glaube, ich habe das damals schon mal erklärt. Das Wort im Englischen heißt "Times", wie auch Zeiten, meint aber im Hebräischen eigentlich nur "sieben Mal". Und so hat man diese vermeintliche Zeitprophezeiung ja auch gesehen. Und ab einem bestimmten Datum, dem Jahre 677 vor Christus, als Manasse gefangen genommen worden ist, das führte natürlich zufällig oder was heißt zufällig, interessanterweise auch zu 1843.

[11:12] Hier haben wir noch einige Daten. Das ist, wie gesagt, das Anfangsdatum für die 2520. Das ist der Wechsel von Babylon auf Medo-Persien. Dann das Anfangsdatum für die 2300. Dann von Medo-Persien auf Griechenland. Dann Antiochus IV. Epiphanes, hier sein Tod, dass er nicht das kleine Horn sein kann und so weiter und so fort. Hier haben wir natürlich das Kreuz von Jesu in der Mitte. Hier haben wir das schreckliche Tier aus Daniel 7, das heidnische Rom. Und hier haben wir den Drachen aus Offenbarung 12. Hier haben wir das päpstliche Rom, das Tier aus dem Meer. Wichtige Daten hier noch: 538 als Beginn natürlich für die 1260 Tage. Das sind die dreieinhalb Zeiten, mal 12 sind 42 Monate, mal 30 sind 1260 Tage. Hier haben wir die 1335 und die 1290. Hier sind die zehn Königreiche, die drei Herausgerissenen und die sieben die Verbliebenen. Und dann haben wir hier den Aufstieg des Islam nach der fünften Posaune. Und dann hier die fünfte Wehe, sechstes Wehe. Das waren die Sarazenen und die Ottomanen nach Offenbarung 9. Hier haben wir Offenbarung 17, die Hure auf dem Tier und so weiter und so fort. Und dann 1798. Von da bleiben noch 45 Jahre, damit die 1335 Jahre ebenfalls im Jahre 1843 enden. Das sind hier die drei Engel. Nicht die drei Engel aus Offenbarung 14, sondern erstes Wehe, zweites Wehe, drittes Wehe. Also Daniel und Offenbarung, die wesentlichsten Auslegungen ganz handlich zusammengefasst. Alle Texte, die ihr nicht lesen könnt, hier sind alles Bibelverse aus Daniel 2 und Daniel 7, dass man genau weiß, welcher Vers gehört wohin. Und das war ein enormer Fortschritt und hat der Verkündigung sehr, sehr stark geholfen.

[12:59] Was ich noch sagen wollte: Die gesamte Konferenz war der Meinung, dass diese Karte hier die Erfüllung von Habakuk 2, Vers 2 ist. Wo es heißt: "Da antwortet mir der Herr und sprach: Schreibe die Offenbarung nieder und grabe sie in Tafeln ein, damit man sie geläufig lesen kann." Das war der erste Schritt einer langen Entwicklung, die bis heute angeht, wo wir alle möglichen visuellen Mittel verwenden, um Daniel und Offenbarung so klar und deutlich wie möglich zu machen. Also Gott hat von Anfang an seine Diener dazu inspiriert, nicht nur zu predigen, sondern das auch visuell deutlich zu machen, dass man es auch gleich verstehen kann.

[13:46] Die zweite große Weichenstellung auf dieser 12. Generalkonferenz war folgender Beschluss: "Beschlossen, dass nach Ansicht dieser Konferenz es äußerst ernstzunehmende und wichtige Gründe gibt, zu glauben, dass Gott die Zeit des Endes der Welt offenbart hat und dass diese Zeit 1843 ist." Das war zwar nicht neu, aber bis zu diesem Zeitpunkt, das haben wir oft schon gesagt, gab es eine ganze Reihe von Leuten, die nicht an das Datum geglaubt haben. Man hat sich darauf geeinigt: Jesus kommt bald wieder und das wird vor dem Millennium sein und die Juden werden nicht nach Israel zurückgehen. Und nur eine, vielleicht die Hälfte ungefähr der Milleriten hatte bis dahin an das Datum 1843 geglaubt. Natürlich Miller selbst, Josiah Litch und andere wie Henry Dunawort, Henry Jones und auch selbst Himes waren sich unsicher, aber spätestens bei dieser 12. Generalkonferenz verschiebt sich der Fokus immer mehr auf das Datum 1843. Und Leute, die nicht an das Datum glauben, wie Henry Dunawort, die ziehen sich zurück, hier in den Hintergrund. Leute wie Fitch und andere, die jetzt dazukommen, sind alle von dem Datum begeistert und so ist es diese 12. Generalkonferenz, die mehr auf das Datum 1843 den Fokus legt. Ist ja auch kein Wunder, es ist ja auch schon 1842. Wenn das Datum wahr ist, dann müsste man spätestens jetzt mal daran gehen, das wirklich in den Fokus zu stellen. Und so gibt es jetzt kaum noch aktive Milleriten, die nicht an 1843 glauben.

[15:13] Und die dritte große Weichenstellung ist dieser Beschluss: "Beschlossen, da die Zeit für das Geben des Mitternachtsrufes kurz ist, wir alle weisen und klugen Mittel für die Förderung unseres Werkes anwenden müssen. Wir empfehlen dieser Konferenz die Durchführung solcher Camp-Meetings." Nun, was heißt das? Camp-Meeting bedeutet, dass man irgendwo in der Prärie im Wald Hunderte, wenn nicht Tausende Leute einlädt und dort trotz der damaligen recht bescheidenen technischen Möglichkeiten Zeltlager in großem Ausmaß hält. Als dieser Plan gefasst wird, gibt es einige Milleriten, die sagen: "Hey, das ist eine Nummer zu groß für uns. Wir können zwar Konferenzen halten, wir können auch vielleicht eine Halle mieten, aber so 5000, 6000 Leute, das kriegen wir nicht zusammen. Das passt nicht. Das ist auch zu aufwendig." Aber die Mehrheit entscheidet: "Doch, das müssen wir machen. Wir müssen unbedingt mehr einfache Leute erreichen." Und so entscheidet man sich, das zu tun. Wir werden gleich sehen, wie sich das entwickelt.

[16:20] Naja, jedenfalls, Miller reist von dort weiter und geht hier nach Newburyport. Dort wird am ersten Abend seiner Predigt ein Ei nach ihm geworfen. Das ist noch relativ harmlos. Einige Tage später werden Steine von draußen geworfen. Also die Gewalt nimmt zu. Immer mehr gibt es solche Mobs, die sich gegen diese Vorträge wenden. Aufgrund dieser Vorfälle wird dann die Stadthalle geschlossen und Miller muss auf eine Kirche ausweichen. Übrigens, in dieser Zeit bringt auch Joshua Himes ein Buch heraus und zwar gegen die Mormonen. Dass er nicht selbst schreibt, aber dass er zusammengestellt hat und damit deutlich macht, dass die Mormonen eine Fälschung sind. Eine Sekte, die von der wahren Botschaft ablenkt. Er wird dafür heftig kritisiert, weil man behauptet, er selbst habe eine Sekte gegründet. Er würde nur auf die anderen schießen. Aber wie er auch zeigt: Während alle anderen christlichen Kirchen Mitglieder an den Mormonen verlieren, gibt es keine Adventisten, die den Mormonen sich anschließen. Interessant.

[17:24] Naja, direkt nach der Generalkonferenz geht Josiah Litch nach Kanada, um dort zu wirken. Hier ist er in Stansted. Ebenfalls in dieser Zeit, Ende Mai, Anfang Juni, kommen wir zu diesem Mann wieder. Sein Name ist George Storrs. Das ist gerade die Zeit, wo die Predigten, von denen wir letztes Mal gesprochen haben, veröffentlicht werden. Ende Mai, Anfang Juni. Er wird dadurch sehr bekannt aufgrund seiner außergewöhnlichen Position, dass die Toten wirklich tot sind und nicht gleich in den Himmel gehen. Und just in dieser Zeit, als diese Predigten öffentlich werden, kommt ein bekannter vorbei, ein milleritischer Prediger vielmehr, der ihn bittet, in seiner Gemeinde Vorträge zu halten. Und Storrs sagt: "Okay, du kannst Vorträge in meiner Gemeinde halten." Er hört sich die Vorträge an und ist, naja, so halb überzeugt. Klingt sehr interessant, aber wahrscheinlich war das eher ein einfacher Mann, der jetzt nicht so ein kraftvoller Prediger war. Und er ist noch nicht wirklich überzeugt. Und er schreibt einen Brief an Charles Fitch und sagt: "Könntest du bitte nach Albany kommen zu meiner Gemeinde und dort Vorträge halten? Ich würde das gerne genauer untersuchen." Und so entsteht auch dort jetzt eine Weichenstellung.

[18:54] Jemand, der ebenfalls in dieser Zeit schwer mit sich kämpft, ist James White. James White ist zu dem Zeitpunkt 20 Jahre alt und immer noch kämpft damit: Soll ich weiter in der Schule unterrichten? Soll ich weiter ein Gelehrter werden? Soll ich weiter diesen Bildungsweg einschlagen? Er hatte versucht, in den letzten Monaten in seiner Schule als Lehrer so ein bisschen die Miller-Sache voranzubringen und so seine Studenten ein bisschen und seine Schüler dafür zu gewinnen, aber es hat nicht so wirklich funktioniert. Und so entscheidet er sich im Sommer, seinen Lehrerberuf aufzugeben und mal das Predigen zu versuchen. Das Problem ist, er hat nicht viel Erfolg. Er hat nicht viele Themen, die er predigen kann. Und diese Predigten sind noch nicht besonders erfolgreich. Einmal geschieht es sogar, dass er eine Predigt hält und er merkt, dass zwei Pastoren anwesend sind. Dass er so aufgeregt, dass er sich selbst so verhaspelt und durcheinander gerät, dass er nach 20 Minuten die Predigt abbricht, sich hinsetzt und sagt: "Ich weiß auch nicht, was ich sagen soll." Also ziemlich deprimierend. Und so kämpft er mit. Er hat irgendwie das Gefühl, er soll das machen, aber irgendwie kann er nicht. Und er würde auch gerne eigentlich lieber sich für weltliche Bildung interessieren. Und das geht so hin und her in seinem Herzen. Und er kämpft damit im Sommer 1842.

[20:09] Zurück zu Miller. Es heißt ja in den "Signs of the Times" am 1. Juni, dass Miller gerade eine Vortragsreihe in Newburyport beendet hat, nicht mehr begonnen hat, wo gerade die Eier und die Steine geflogen sind. Und dann heißt es: "Danach wird er nach Portland, Maine reisen. Wer wohnt in Portland? Ellen Harmon. Wo er nächsten Samstagabend beginnend eine Vortragsreihe halten wird." Er wird nochmal nach Portland kommen, zum zweiten Mal. Und jetzt, Achtung, was da steht in der Zeitungsnotiz: "Die Treuen und die Menschen allgemein sollten zu diesem Treffen kommen. Es wird wahrscheinlich unser letztes in Portland sein." Ja, klar. Wenn Jesus nächstes Jahr wiederkommt, dann wird das das letzte Mal sein. Und so geht Miller hier von Newburyport nach Portland, um an derselben Stelle, wo er schon zwei Jahre zuvor, nämlich in der Casco Street Church, Vorträge gehalten hat, auch wieder seine Predigten dort zum Besten zu geben. Und die gesamte Familie Harmon geht dorthin. Ellen und ihr Bruder waren sowieso schon immer bei den Treffen der Adventgläubigen dabei gewesen. Die waren von der ganzen Familie am interessiertesten daran. Aber jetzt kommt die ganze Familie mit und sie hören sich diese Vorträge an.

[21:22] Lassen wir sie mal selbst erzählen: "Im Juni 1842 gab Herr Miller seine zweite Reihe Vorträge in der Kirche an der Casco Straße in Portland. Es erschien mir als ein großes Vorrecht, diese Vorträge zu besuchen, denn ich war entmutigt worden und fühlte mich nicht vorbereitet, dem Heiland zu begegnen. Diese zweite Reihe Vorträge erregte viel mehr Aufsehen in der Stadt als die erste." Und wenn wir uns noch einige Massen erinnern können, was schon die erste ausgelöst hat, dann haben wir eine leichte Vorstellung, was hier passiert ist. "Mit wenigen Ausnahmen schlossen die verschiedenen Gemeinschaften ihre Kirchentüren vor Herrn Miller." Das heißt, Baptisten und Methodisten, allesamt haben sich von Herrn Miller abgeschottet. In vielen Predigten von den verschiedenen Kanzeln wurde versucht, die angeblichen fanatischen Irrtümer des Vortragenden bloßzustellen. Aber Scharen aufmerksamer Zuhörer besuchten seine Versammlung und viele waren nicht imstande, das Haus zu betreten. Die Versammelten waren ungewöhnlich ruhig und aufmerksam. Herr Miller benutzte in seinen Predigten keine blumenreiche Sprache, noch waren sie Meisterstücke der Redekunst. Er war ein Farmer, nicht wahr? Aber er führte klare und überraschende Tatsachen vor, die seine Zuhörer aus ihrer Gleichgültigkeit aufrüttelten. Er unterstützte in seiner Vorführung seine Aussagen und Theorien durch Schriftbeweisführung. Eine überzeugende Macht begleitete seine Worte und schien sie als die Sprache der Wahrheit zu stempeln. Er war höflich und sympathisch. Jetzt erzähle ich dir was ganz Interessantes: Wenn jeder Sitz im Haus voll war und der Platz um das Rednerpult ganz besetzt zu sein schien, habe ich ihn das Pult verlassen und den Gang hinuntergehen und einen schwachen alten Mann oder eine Frau bei der Hand nehmen sehen, um einen Sitz für sie zu suchen, worauf er dann zurückging und mit der Predigt fortfuhr." Das war Miller. Er hat seine Predigt unterbrochen, um für jemanden einen Platz zu suchen.

[23:11] Er wurde mit Recht Vater Miller genannt, denn er hatte ein wachsames Auge auf die, die unter seine Obhut kamen. Er war liebevoll in seinem Wesen und hatte ein angenehmes Temperament und ein weiches Herz. Er war ein interessanter Redner und seine Ermahnungen an Christusbekenner wie auch an Unbußfertige waren treffend und kräftig. Manchmal durchdrang ein so tiefer Ernst seine Versammlungen, dass er schmerzlich empfunden wurde. Also das war so ernst. Ein Gefühl von der drohenden Krise menschlicher Ereignisse lagerte auf den Gemütern der lauschenden Menge. Das ist übrigens die offizielle alte deutsche Übersetzung. Ich habe keine Zeit gehabt, sie nochmal neu zu übersetzen. "Viele gaben der durch den Geist Gottes gewirkten Überzeugung nach. Grauhaarige Männer und betagte Frauen suchten mit zitternden Schritten die Bußbank auf. Personen im kräftigsten Mannesalter wie auch die Jugend und die Kinder wurden tief bewegt. Zäufzen und die Stimme des Weinens und des Lobes Gottes vermischten sich am Gebetsaltar. Ich glaubte den ernsten Worten des Knechtes Gottes und erschmerzte mein Herz, wenn sie Widerstand fanden oder zum Gegenstand von Späßen gemacht wurden. Ich besuchte die Versammlung häufig und glaubte, dass Jesus bald in den Wolken des Himmels kommen werde und meine Sehnsucht war, bereit zu sein, ihm zu begegnen. Ich dachte beständig über Herzensreinheit nach. Mich verlangte vor allem danach, dieses großen Segen selbst zu werden, zu fühlen, dass ich ganz von Gott angenommen sei." Soweit ihr Bericht.

[24:39] Während Miller also dort diese Vorträge hält, berichtet Litch im Juni von der kanadischen Grenze, dass aufgrund eines Schneesturms er seine Arbeiten unterbrechen musste. Also ganz interessante Erfahrung, die sie da gemacht haben. Fitch schreibt an seine Frau am 14. Juni, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sehr die gearbeitet haben: "Ich bin hier etwa 12:30 Uhr am Mittwoch angekommen. Ich hatte 13 Mal in einer Woche gepredigt, viele Gebetsstunden besucht und schließlich statt auszuruhen, hatte ich einen äußerst ermüdenden Ritt von 75 Meilen." Das sind weit über 100 Kilometer. "Trotzdem war bereits am Abend meiner Ankunft eine Versammlung angesetzt. Also bin ich ins Bett gegangen, habe zweieinhalb Stunden geschlafen, war danach ausgesprochen erfrischt und predigte am Abend. Gestern habe ich zweimal gepredigt und die Zuhörerschaft am Abend hatte stark zugenommen. Der Geist des Herrn war gegenwärtig und die Wahrheit hatte Kraft." Das war der Geist dieser Prediger. Sie haben sich so gut wie keine Ruhe gegönnt.

[25:37] Und dann, ebenfalls im Juni, erscheint ein Bericht von einem Buch, von dem ich auch nicht wusste, bis ich es vor wenigen Tagen gelesen habe. Und ich glaube, das ist relativ unbekannt, auch unter Kennern der Adventgeschichte. Denn lange bevor George Storrs Millerit wurde, gab es einen Milleriten, der, soweit ich bisher erforschen konnte, keine Verbindung zu Storrs hatte, der alleine ein Buch schreibt über das Thema "Immortality und Sterblichkeit. Das Geschenk Gottes durch Jesus Christus und zwar nur an diejenigen, die Teilnahme an der ersten Auferstehung." Ein Buch über den Zustand der Toten von einem Adventprediger. Und hier sagt er ganz deutlich: "Also Gott sagt, wer von dem Baum ist, der stirbt und die Schlange sagt: Du wirst nicht sterben." Und dann gibt er ein paar Bibelfersen und zeigt ganz deutlich, was die Wahrheit ist. Er fasst zusammen: Es gibt zwei Auferstehungen getrennt durch tausend Jahre. Da stimmt er mit Miller überein. Es ist Calvin French, heute nicht mehr so bekannt, aber einer der wichtigsten Prediger jener Zeit in den Reihen der Milleriten. Und er sagt aber: Bis zur Auferstehung gibt es keinen Lohn. Das heißt, wenn wir sterben, gehen wir nicht gleich in den Himmel, so wie es Miller und Himes und Litch und alle anderen glauben, sondern wir warten bis zur Auferstehung. Tote haben kein Bewusstsein, sondern warten im Grab auf die Auferstehung. Und dadurch ist es sogar noch einen Schritt weiter als Storrs, der nur über den Zustand der Toten spricht, aber noch nicht über die Wiederkunft. Calvin French bringt diese beiden Dinge schon zusammen und hat damit aus meiner Sicht 1842 die beste Position, die es gibt in der Welt zu diesem Zeitpunkt. Er sagt: Bei der Wiederkunft stehen die Gerechten auf und die lebenden Gerechten werden verwandelt. Das Einzige, was er nicht richtig sagt, ist, dass danach, nach der Wiederkunft die Trübsalszeit beginnt und dann die Ungläubigen durch Feuer vernichtet werden. Und dann sagt er: Durch das Feuer, das ist natürlich wieder Millers Lehre, durch das Feuer wird die Erde gereinigt und dann beginnt das Millennium mit Christus auf Erden und nach den tausend Jahren werden die Ungläubigen nochmal durch Feuer vernichtet. Also da ist er noch Millerit sozusagen und da ist er schon ganz deutlich in meiner biblischen Botschaft. Und wir sehen also, wie Schritt für Schritt die Wahrheit sich so langsam Bahn bricht. Noch nicht ganz frei von Irrtum, aber immer einen Schritt weiter.

[28:03] Jetzt Joshua Himes, der kriegt das mit, dass dieses Buch rauskommt und er veröffentlicht dann auch Werbung dafür und sagt auch, dass French ganz deutlich sich bewusst ist, dass dieses Buch nicht die Position der Milleriten darstellt. French sagt selbst: "Wenn ich mich irre, dann stehe ich alleine da. Er sagt also: Bitte beschuldigt nicht andere, falls ich falsch bin. Es ist nur meine Position, es ist nicht die Position der Milleriten, weil ansonsten gibt es Streit." Er sagt aber: "Ich liebe und respektiere meine Brüder und es ist für mich keine leichte Angelegenheit, dass ich die Notwendigkeit verspüre, meine Ansichten zu veröffentlichen, was einige von ihnen nicht als angebracht ansehen." Also andere haben gesagt: "Hey, das kannst du nicht so sehen, das darfst du auch nicht so veröffentlichen." Er sagt: "Ich muss aber. Irgendwie hat er das Gefühl, diese Wahrheit muss raus zu den Leuten." "Obwohl wir diesbezüglich unterschiedliche Meinungen haben, liebe ich sie keineswegs weniger, aber ich hoffe, die Wahrheit mehr zu lieben." Das zeigt also auch, dass die Milleriten niemals eine Gruppe von Leuten waren, die alle einfach nur Miller nachgefolgt sind. Das waren Bibelstudenten und wenn da einer die Bibel studiert hat und festgestellt hat, die Toten sind tot und alle anderen Milleriten sagen, das ist nicht so, dann glaube ich halt trotzdem, dass sie tot sind. Und ich veröffentliche das, aber ich liebe meine Brüder und ich hoffe, dass sie nicht böse mit mir sind. Und auch mit diesem Geist hat sich die Wahrheit Schritt für Schritt entwickelt.

[29:30] Und dann kommentiert Himes folgendermaßen: "Interessant, wir stimmen mit unserem Bruder in seinen Ansichten über den Zustand der Toten und dem Ende der Gottlosen nicht überein, aber wir haben keine Zeit, um solche Unterschiede kontrovers zu führen. Das Ende ist nahe, wenn alle erkannt werden." Er sagt: "Naja, nächstes Jahr kommt Jesus wieder, dann werden wir es ja ohnehin sehen. Jetzt ist nicht die Zeit, darüber zu debattieren." Und deswegen konnte dieses Buch veröffentlicht werden.

[29:52] Dann wird hier in den "Signs of the Times" die, das erste große Campmeeting, die ersten großen Campmeetings angekündigt, die geplant worden sind. Miller reist von Portland weiter hier nach Massachusetts, nach Newburyport. Nein, das stimmt ja gar nicht, nach Three Rivers, wo er vom 16. bis 26. Juni eine Vortragsreihe hält.

[30:15] Eine ziemliche Tragödie spielt sich ab in Afghanistan. Am 17. Juni werden diese beiden britischen Offiziere mit Namen Connolly und Stoddart in Buchara, jenem großen Emirat im heutigen Usbekistan, enthauptet. Da, wo Wolff damals auch gewesen ist. Und als Wolff davon hört, dass den beiden etwas zugestoßen ist, keiner weiß genau, dass sie enthauptet worden sind, entscheidet er sich dann nochmal loszureisen. Deswegen werden wir demnächst nochmal wieder Wolff in Aktion sehen. Das ist jedenfalls nur die Handlung als Hintergrund schon mal dafür.

[30:56] Dann im Juni, Ende Juni, 21. Juni, beginnt das erste inoffizielle Campmeeting der Milleriten. Das offizielle war noch geplant für den 28. Juni hier in New Hampshire, aber Josiah Litch ist so begeistert von der Idee von Campmeetings, dass er ohne das abzusprechen schon mal in Kanada selbst eins organisiert. Eine Woche vorher in, wie heißt der Ort, in Hadley. Und das ist so ein großer Erfolg. Nach einer Woche haben sich ungefähr 500 bis 600 Leute bekehrt, dass man sich entscheidet, gleich noch eins zu haben. Und während er in Kanada ist, entdeckt Litch etwas, was ihr alle gut kennt, was aber bis zu dem Zeitpunkt niemand wusste. Er entdeckt nämlich in dem Werk eines hebräischen Professors, dass das Wort "70 Wochen" bestimmt, was heißt "Rattak". Und das heißt wörtlich "abgeschnitten". Bis dahin hatten die Milleriten die Verbindung zwischen Daniel 9 und 8 einfach nur aufgrund des Kontextes gemacht. Und jetzt liest er das, dass es abgeschnitten heißt. Und jetzt schauen wir mal, was er sagt: "Denn wenn sie abgeschnitten sind, müssen sie von irgendetwas abgeschnitten sein. Und es gibt nichts, wovon man sie abschneiden könnte, außer den 2300 aus dem 8. Kapitel. Und die Zeit muss in 1843 enden. Man kann dem nicht ausweichen. Es muss so sein." Er ist total begeistert. "Alle unsere Freunde sollten diese Tatsache beachten und sie weiter verbreiten. Vor allem die Aufmerksamkeit ihrer Pastoren darauf lenken. Fragt sie: Wovon sind die 70 Wochen abgeschnitten? Es ist ein großartiger Punkt. Wir müssen ihn benutzen." Und man kann das sehen: Jeder Vortrag jetzt, jeder Zeitungsartikel über das Thema benutzt diesen Punkt jetzt. Also das ist sehr interessant, wie Gott so nach und nach die Argumente nachfüttert, die gebraucht werden für diese Auseinandersetzung.

[32:44] Und dann ist es soweit am 26. Juni. Es ist ein Sonntag und das ist die Casco Bay in Portland. Ellen Harmon wird getauft. Man vermutet ungefähr, dass der damalige Uferplatz hier gewesen ist. Heute sind natürlich da so Anlegestellen für Boote. Sie beschreibt über diesen Tag: "Endlich wurde die Zeit anberaumt, zu welcher diese heilige Handlung an uns vollzogen werden sollte. Es war ein windiger Tag, als wir 12 an der Zahl in das Meer hinuntergingen, um getauft zu werden. Manche von uns sind drinnen getauft worden, manche sind draußen. Aber ich glaube, niemand von uns ist im Atlantischen Ozean getauft worden, oder? Die Wellen, die Wellen gingen hoch und schlugen auf das Ufer nieder. Aber als ich dieses schwere Kreuz auf mich nahm, war mein Friede wie ein Wasserstrom. Als ich aus dem Wasser herausstieg, war meine Kraft beinahe geschwunden, denn die Kraft des Herrn ruhte auf mir. Ich fühlte, dass ich fortan nicht mehr von dieser Welt sei, sondern dass ich aus diesem Wassergrabe zu einem neuen Leben auferstanden sei. Eine neue Ära." Am Nachmittag desselben Tages wurde ich als volles Glied in die Gemeinde aufgenommen.

[34:00] Sie berichtet im anderen Buch, dass sie sich sehr gewundert hat. Von den zwölf waren zwei aus ihrer eigenen Gemeinde und das andere war eine ältere Schwester. Und sie wundert sich nur, dass nach der Taufe diese ältere Schwester dann schwer behangen mit Schmuck dann in die Gemeinde aufgenommen werden sollte. Und sie wundert sich: "Wie sieht sie denn aus?" Und sie hat sich die ganze Zeit gedacht: "Jetzt wird bestimmt der Prediger gleich irgendwas sagen wie: Also, nimm doch mal die Ohrringe ab." Aber das sagt gar nichts und nimmt sie auf. Und dann wundert sie sich und sagt: "Was ist denn jetzt los? Ich hab doch in der Bibel gelernt mit dem Schmuck." Naja, interessantes Erlebnis. Hat sie auch ein wenig geprägt.

[34:45] Dann am 28. Juni, zwei Tage später, am Dienstag, beginnt das erste offizielle Campmeeting der Milleriten. Und zwar hier in East Kingston in New Hampshire. Die Gesamtleitung hat Himes und alle sind eingeladen. Man schätzt, dass zwischen 7.000 bis 10.000 Leute dorthin kamen. Das ist eine neue Ära. Es wird zu einer Massenbewegung. Es wurden riesige Zelte aufgestellt. Also muss ich das so vorstellen, dass dort ganze Städte zusammenkamen, ganze Gemeinden und alle in einem Zelt quasi übernachtet haben. Man hatte sogar mit der Bahngesellschaft ausgehandelt, dass alle diejenigen, die zum Campmeeting kommen, weil das war in der Nähe von der Bahnstation, 50 Prozent Rabatt bekommen und Pastoren sogar umsonst reisen durften. Und es ist ein überwältigender Erfolg.

[35:41] Hier haben wir ein paar Berichte davon: "Das Wiederkunfts-Campmeeting wurde von einer immensen Menschenmenge besucht. Die Schätzungen reichen von 7.000 bis 10.000. Die Versammlung wurde mit großer Gleichmäßigkeit und guter Ordnung von Anfang bis Ende durchgeführt. Die Frauen, interessant, saßen auf einer Seite des Sprechers und die Herren auf der anderen. Die Mahlzeiten wurden pünktlich zur angegebenen Zeit ausgegeben. Das Essen hat 1,42 Dollar gekostet. Und dieselbe Pünktlichkeit wurde auch bei den Vortragsstunden eingehalten." Also unsere Tradition als Adventisten ist eigentlich Pünktlichkeit. Wer hätte das gedacht? Das ist schon lange verloren gegangen. Und ich meine, das sind nicht kleine Vorträge in einem Saal gewesen. Das bedeutet 10.000 Leute in einem Wald zusammenzubringen, damit ein Sprecher in einer Holzbude ohne Mikrofon, ohne technische Krimskrams zu denen sprechen kann über Daniel und Offenbarung, was wir manchmal kaum verstehen. Das sind die Gegebenheiten. So ein Campmeeting war ein Wahnsinnsunternehmen. Man musste ja für eine Woche Verpflegung mitnehmen. Es gab keine Gefrierschränke, keine Kühlbehältnisse. Es gab nichts von diesen Annehmlichkeiten. Es gab keine tragbaren Toiletten. Also es war ein unglaublicher Aufwand. Und man hatte für das Jahr drei Campmeetings geplant. Das war das erste. Es war so ein großer Erfolg, dass man gleich festgestellt hat: Wir brauchen mehr. Jedes Zelt war unter der Aufsicht eines Zeltmeisters, der für gute Ordnung in dem Zelt verantwortlich war. Dort wurden auch religiöse Veranstaltungen zwischen den Programmpunkten und den Mahlzeiten durchgeführt. Also zwischen den Predigten und den Mahlzeiten gab es noch Gebetstunden, Versammlungen, Zeugnisstunden in den Zelten. Einige waren unzufrieden mit der Regel, die alle Diskussionen ausschloss. Man hatte festgestellt, festgesetzt: Es gibt keine Diskussion, öffentliche. Was auch sinnvoll ist, wenn 10.000 Leute zusammenkommen, hat jeder was zu sagen. Man hat gesagt: Hier wird nur das gepredigt, was festgelegt worden ist. Aber so kommt der Kommentar: "Nichts könnte sinnvoller sein als diese Regel und keine friedensliebende Person hätte dagegen einen Einwand." Die Versammlung schloss mit Harmonie und gutem Gefühl. Hauptsprecher ist Miller, der eine ganze Vortragsreihe hält, während dieses Campmeetings. Aber es gibt auch zehn verschiedene andere Prediger.

[37:55] Zu diesem Zeitpunkt geht man davon aus, dass ungefähr eine Million Menschen in den USA entweder vollständig oder zumindest teilweise mit Miller übereinstimmen und dass mindestens 700 Pastoren die baldige Wiederkunft Jesu predigen. Wäre doch nicht das Datum 1840, aber dass Jesus bald wiederkommt. Also es wurde eine Massenbewegung in jenen Wochen.

[38:22] Miller verlässt dann das Campmeeting und zieht weiter vom 5. bis 7. Juli hier nach Northampton und dann geht es weiter nach Hause, wo er den Sommer verbringen möchte. Währenddessen ist der Josiah Litch in Kanada und hält dort sein zweites Campmeeting. Er schreibt dort: "Unter den Interessierten finden sich alte und ergraute Universalisten, beherzte Ungläubige, kühne Gotteslästerer, Alkoholiker, alberne und eidene Jugendliche. Oh, es war eine Szene, die auch das härteste Herz berühren würde. Kurzum, das allgemeine Zeugnis ist: Wir haben es noch niemals auf diese Weise gesehen. Wir haben Kanada nie so erschüttert gesehen, wie jetzt. Sehr vorsichtig geschätzt, haben mehr als 300 angegeben in den letzten fünf Wochen Frieden mit Gott gefunden zu haben." Und dann reist er weiter hier nach Whitefield und Joshua Himes gibt selbst Vorträge. Nachdem er so viel Verantwortung übernommen hat, so viel Konferenzen organisiert hat, fühlt er sich berufen, selbst auf Vorträge zu halten. Er hält auch Vorträge hier in Portland und dann hier später auch in Bangor, wo sie eine kleine Konferenz machen. Und in Bangor hat er die Idee, weil es dort am, naja, da gibt es in der Nähe dann auch Schiffe, da gibt es so einen Fluss, der da lang geht. Und dort werden die Schiffe, alle Schiffe werden dort mit Traktaten und mit Zeitschriften bestückt und Himes selbst predigt auf einem Schiff zu den Matrosen über Daniel 2 und Daniel 7. Und er berichtet auch über seine Zeit in Portland: "Um 17 Uhr sprach ich zu den Adventbrüdern in der Beethovenhalle." Das war die Halle, wo normalerweise immer die Adventversammlung stattfand, wo Ellen Harmon immer hingegangen ist. Sie hat also kurz nach ihrer Taufe Joshua Himes dort gehört. Sie sagt: "Eine gute Anzahl war gegenwärtig, sie haben einige Konflikte zu bestehen, aber sie sind trotzdem stark im Herrn, keinesfalls entmutigt." Es ist in dieser Zeit, dass die Methodistische Kirche in Maine, wo auch Ellen Harmon gerade hineingetauft worden ist, sich immer mehr gegen Miller stellt und immer mehr versucht, ihn auszubooten. Und auch Prediger, die Miller folgen, werden versetzt an andere Orte und werden zum Teil ausgegrenzt.

[40:44] Hier, in guter Tradition, werden hier in den "Signs of the Times" Artikel über die 70 Wochen, die 2300 Tage, jetzt mit dem neu gefundenen Argument von dem "abgeschnitten". Und dann sagt Apollos Hale: "Aufgrund der Erfahrungen, die sie gemacht haben, das Abhalten von Wiederkunfts-Camp-Meetings kann als Beginn einer neuen Ära in der Sache der Wiederkunft angesehen werden. Ein Jahr bleibt noch und diesem Jahr wollen sie Camp-Meetings halten, so viel wie auch möglich, denn dadurch können zig Tausende für die Botschaft gewonnen werden." Litch reist weiter Richtung Maine und reist dabei über die Berge hier. Einen seiner Briefe schreibt er hier auf einem der höchsten Berge der USA und sagt: "Wenn man von hier oben sieht und sich das ganze Land sieht, wie es bald zerstört werden wird. Das ist ein erstaunlicher Anblick."

[41:31] Miller schreibt einen Brief an Joshua Himes und sagt, dass er niemals zuvor so überzeugt war, dass 1843 das richtige Datum ist, wie seit kurzem. Und er wünscht sich noch mehr Charakterveränderung. Er merkt: "Ich bin noch gar nicht richtig bereit für die Wiederkunft."

[41:59] Dann im Juli, 27. Juli, das sind nur wenige Wochen, nachdem das große Campmeeting in East Kingston gewesen ist, findet schon das nächste gewaltige Campmeeting in Concord statt. Und das hat es besonders in sich. Bevor wir dazu noch kommen, in der gleichen Zeit, also es geht Schlag auf Schlag, bringt Himes auch noch ein neues Liederbuch heraus, 200 Seiten stark, "Millenium Harp", die Milleniumsharfe. Und da gibt es dann neue Lieder, sehr unbekannte und auch neue Texte zu bekannten Liedern, wie zum Beispiel das hier: "Bekannte Melodie, neuer Text: Wie lange her willst du noch fernbleiben? Unsere Herzen sind schon müde geworden durch deine lange Verzögerung. Wenn du kommen wirst, heller als der Morgen, dann wird der Sonnenschein deiner Herrlichkeit über deinem Volk aufgehen." Ja, das sind die Texte.

[43:20] In jener Zeit übrigens, nicht vergessen, zur gleichen Zeit, die Kinderprediger in Schweden werden kritisch beäugt. Mittlerweile kommen auch Berichte in Deutschland über dieses Phänomen auf. Am 30. Juli berichtet die Evangelische Kirchenzeitung in Berlin, dass das ein großer Fanatismus wäre.

[43:38] Währenddessen, wie gesagt, das große zweite Campmeeting in Concord und für dieses Campmeeting ist etwas Außergewöhnliches geplant worden, nämlich "The Big Tent". The Big Tent ist das große Zelt und wenn wir sagen das große Zelt, meinen wir das größte Zelt, das jemals bis dahin in Amerika gebaut worden ist. Es fasst 4.000 Leute und es ist an sich so gewaltig, dass jetzt schon die Zeitschriften einfach nur wegen dem Zelt von den Sachen berichten. Das ist so eine nationale Sensation, dass diese Campmeetings einfach die Milleriten auf die ersten Seiten der Zeitung spülen. Das wird am 1. August aufgestellt. Wie gesagt, 3.000 bis 4.000 Menschen haben Platz und wird eingehend in den Zeitungen behandelt.

[44:29] Die Milleriten sind mittlerweile aus einer kleinen Gruppe, die nur den Spezialisten bekannt war, zu einer nationalen Bewegung geworden. Jedes Kind kennt Miller. Und deswegen schreibt Himes Anfang August: "Die Krise ist da. Die Zeit ist gekommen, etwas über mich und meine Kollegen in Verbindung mit der Sache, die wir fördern, zu sagen. Während den letzten drei Jahren habe ich meine Aufmerksamkeit dem baldigen Kommen Jesu in den Wolken des Himmels gewidmet. Ich bin von der Wahrheit dieser Theorie, wie sie in dieser Zeitung geschrieben wird, völlig überzeugt." Anfangs war er ja mehr ein Unterstützer, der mehr von außen geschaut hat, aber er sagt: "Ich bin völlig, völlig überzeugt. Ich möchte hier ein vor allem mal erklären, weil er sich nicht sicher war, dass ich fest davon überzeugt bin, dass Christus irgendwann im Jahre 1843 persönlich vom Himmel herabkommen wird, um die Gottlosen zu zerstören und die Gerechten zu verherrlichen." Er beschreibt die gewaltige Opposition, die jetzt nationale Züge angenommen hat. "In dieser Opposition finden wir eine merkwürdige Mischung von Orthodoxen, Universalisten, Abgefallenen, Deisten, Atheisten und vorgeblichen Christen verschiedener Denominationen, die sich alle in dem Ruf 'Christ, Friede und Sicherheit für die Welt und die Kirche' verbinden. Wir werden extrem beschuldigt, getadelt, gerichtet, verdammt, von den meisten Polen ausgeschlossen, von einer fairen Darstellung in den öffentlichen Journalen abgeschnitten, die nebenbei gesagt alles veröffentlichen, dass Vorurteile gegen uns oder unsere Lehre hervorruft. Kein Problem."

[46:04] Was lernen wir daraus? Je gewaltiger unsere Bewegung anwachsen wird, desto heftiger und brutaler und organisierter wird der Widerstand werden. Es wird an der Tagesordnung, dass berühmte Professoren Vorträge gegen Miller halten. Zum Beispiel der Professor Bush an der New York University. Der Professor Stuart, der ein Buch rausgibt und sagt, das ist alles falsch an Miller und sich dabei selbst verheddert in der Bibelprophezei. Es heißt dann: "Unter diesen Umständen hat man uns vorgeschlagen, angesichts der Masse an Theologen und Kirchen gegen uns, zu zögern und unsere Operationen einzustellen. Darauf antworten wir, dass wir diese Sache nicht einfach aufgeben können. Einfach nur, weil die Masse der Kirchen und Prediger gegen uns ist. Sie waren gegen Christus und seine Apostel, aber Christus und seine Apostel hatten recht." Und dann sagt er: "Wir werden deshalb mit unseren Kollegen weiter über dieses Thema predigen. Wir werden Alarmblasen auf Gottes heiligen Berg. Wir werden noch mehr veröffentlichen und unsere Publikationen noch weiter verbreiten als jemals zuvor. Je mehr Widerstand, desto mehr Energie. Wir werden öffentliche Versammlungen halten und durch jedes Mittel unserer Macht versuchen, die Welt aufzudecken, um sich für das Kommen des Bräutigams vorzubereiten. Mehr als das können wir nicht tun. Weniger zu tun, wagen wir nicht." Und wenn man sich anschaut, was diese Männer Tag für Tag gemacht haben, kann man sagen: Menschlich ist nicht mehr möglich, als was sie organisiert und gemacht haben. Er sagt: "Oh ihr Sorglosen, ihr Ungläubigen, geht zu euren Bibeln, lest über eure Pflichten und euer Schicksal, tut es jetzt, flieht um euer Leben, wartet nicht, zögert nicht, bereitet dich deinem Gott zu begegnen."

[47:34] 3. August 1842. Jetzt haltet euch fest. Am 8. August um 16 Uhr wird hier das Zelt abgebaut, das große Zelt. Am 10. August, am nächsten Tag, steht es am Morgen schon hier aufgebaut. Das wäre selbst heute noch ein logistisches Wunder. Man kann sich fast gar nicht vorstellen, die historischen Erinnerungen sind so gewesen. Sie haben wirklich alles gegeben, was sie hatten. Und die Campmeetings, von denen sie jetzt nur drei geplant haben für das Jahr, fangen jetzt quasi auf Tagesbasis an.

[48:09] Das große Campmeeting in Albany, dort wo George Storrs ist, auf Einladung von ihm. Der Hauptprediger dort ist Charles Fitch. Und Charles Fitch ist so ein begnadeter Prediger. Durch seine Predigten bekehrt sich, oder was heißt, tut sich George Storrs dem Millerismus zuwenden. Wenn Fitch predigt, hat er auch nicht nur seine Karte, er hat sogar eine Daniel-2-Statue aus Pas-de-Marche, das kennen wir auch noch nicht. Aber was er macht, ist außergewöhnlich. Wenn er mit Daniel 2 predigt, und dann predigt er über Babylon, und wenn er mit Babylon fertig ist, und dann Medo-Persien kommt, dann haut er den babylonischen Kopf ab. Und dann predigt er über Medo-Persien. Und wenn Medo-Persien fertig ist, und dann Griechenland kommt, dann wird die Brust abgeschlagen. Sodass man ganz deutlich ein Reich fällt nach dem anderen. Und am Ende bleiben nur noch die Füße übrig. Also das war sehr, sehr eindrücklich. Und durch dieses Campmeeting, dort in Albany, wird jetzt George Storrs zum Milleriten-Prediger, sagt: "Ich gebe meine Stellung als Pastor dort auf und predige die Wiederkunft Jesu." Er predigt zu diesem Zeitpunkt noch nicht über den Zustand der Toten, sondern er ist so begeistert von der Wiederkunft, er möchte einfach jetzt nur 1843 predigen und die Wiederkunft.

[49:31] Zu jener Zeit kommt in der Presse das Gerücht auf, die Milleriten hätten sich auf den 3. April 1843 festgelegt für die Wiederkunft. Deswegen muss Himes das als falsch korrigieren. Das heißt, wenn man gar nichts mehr findet, versucht man falsche Gerüchte zu streuen, um die Leute irgendwie zur Konfusion zu bringen. Naja.

[49:59] Und während dieses Treffens in Albany, dieser Konferenz, erhält Himes folgenden Brief: "Mr. Himes, Sie könnten Ihr Leben auf eine plötzliche und unerwartete Weise verlieren. Ich rate Ihnen daher, wenn Sie Ihre eigenen Interessen und die Ihrer Familie wertschätzen, dass Sie sofort diese Stadt verlassen. Ihre Partner könnten dasselbe Schicksal wie Sie erleiden." Morddrohung. Wegen Adventglauben. Und er ist nicht der Einzige. Der Bürgermeister von Albany bekommt ebenfalls eine Morddrohung, weil er dieses Campmeeting erlaubt hat. Das heißt, 1842 geht alles schon auf Messerschneide. Der Widerstand wird wirklich heftig. Heftig. Naja, passiert ist hier nichts.

[50:40] Dann, wir sind gleich am Ende angelangt, vom 19. bis 23. August ein weiteres Campmeeting, jetzt in Lyttelton hier. Und das ist das erste Campmeeting, das Joseph Bates besucht und ist total begeistert von dieser Idee. Miller, der den Sommer zu Hause verbracht hat, geht dann Ende August wieder zu Vorträgen hier in Brandon in Vermont.

[51:04] Die "Signs of the Times" fragen sich auch: "Mal sehen, was ist, wenn es nicht kommt? Angenommen 1843 kommt Jesus nicht wieder." Das ist sehr interessant. Sie haben darüber nachgedacht. Da haben sie gesagt: "Naja, wir haben bisher so viel prophetische Erfüllung. Wenn wir uns da geirrt haben, dann haben wir uns halt geirrt. Aber wir glauben weiter an die Bibel. Vielleicht haben wir uns halt einfach verrechnet. Kann ja sein." Und dann ein Artikel, den ich gefunden habe, wo explizit die Botschaft von den 2.100 armen Morgen als die Botschaft des ersten Engels aus Offenbarung 14 beschrieben wird: "Die Stunde des Gerichts kommt. Die erste Engelsbotschaft." Naja.

[51:44] Was soll ich erzählen? Es gab noch mehr Campmeetings, noch im August. Und zwar am 25. August begann gleichzeitig ein Campmeeting in Chicopee Falls und eins in Gilmanton. Also nicht mal, dass die jetzt nacheinander waren. Die waren gleichzeitig. Das hat sich ausgebreitet. Und überall zigtausende Leute. Und wenn man dann bedenkt, dass es nur wenige Leute war, die die gesamte Organisation gemacht haben, ist das heute nicht mehr zu erklären, wie das möglich gewesen sein sollte.

[52:12] Am 31. August, das ist der letzte Tag, den wir heute behandeln wollen, schreibt Miller, warum er so bezeugt ist, dass Jesus 1843 wiederkommen wird. Er sagt: "Die Bibel spricht viel von Zeitprophezeiung. Daniel 9 beginnt ganz klar, 447 vor Christus. Die sieben Zeiten gehen nach seiner Vorstellung genau bis 1843. Daniel 8 geht eindeutig bis 1843, seiner Meinung nach. Und die 1335 Tage gehen ebenfalls bis 1843. Und weil ein Tag für ein Jahr steht, gibt es keine andere Option. Und die Bibel sagt tatsächlich: Wohl dem, der ausharrt und wartet, 1335 Tage, die wirklich bis 1843 gehen, erreicht. Die Bewegung ist tatsächlich die Bewegung, von der die Bibel spricht. Die wartet auf 1843." Jetzt im Sommer 1842 kann man sagen, die gesamte Miller-Bewegung wartet auf 1843. Es sind diejenigen, die gesegnet werden gemäß dieses Bibelferses.

[53:20] Und das nächste Mal geht es furchtlos voran, denn wir haben noch vier Monate im Jahre 1842, bevor das letzte Jahr der Welt kommt. Und da wird es noch viel zu entdecken geben. Bis dahin haben wir nichts zu befürchten für die Zukunft, es sei denn, wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat. Jetzt haben wir eine kurze Pause und dann sehen wir uns im Offenbarungsseminar in fünf Minuten wieder.


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