[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf joelmedia.tv.de. Herzlich willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries. Schön euch wieder begrüßen zu können zu einer weiteren Folge unseres Bibelstudiums zum Thema Jüngerschaft. Und heute in der zehnten Folge, mit der wir uns vorbereiten wollen auf das Bibelgespräch am 8. März, möchten wir über ein besonderes Thema nachdenken, ein Thema, das auch mir sehr auf dem Herzen liegt, nämlich Völker zu Jüngern zu machen.
[0:54] Wir haben über verschiedene Gesellschaftsschichten gesprochen und über verschiedene Ansätze an die verschiedenen Gruppen, die wir haben in der Gesellschaft. Aber heute wollen wir den Blick weiten auf die globale Mission und das auch aus der Perspektive des Alten und des Neuen Testamentes. Und ich denke, aus der Erfahrung der biblischen Gestalten können wir viel lernen für uns heute, die wir dieser Aufgabe uns gegenüberstehen sehen.
[1:18] Und ich möchte euch bitten, mit mir gemeinsam ein Anfangsgebet zu sprechen und dann möchten wir mit dem Thema beginnen. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir jetzt dein Wort studieren können. Bitte lass deinen Heiligen Geist ganz intensiv in unserem Herzen wirken, dass wir verstehen, was du uns sagen möchtest, dass dein Wort klar und deutlich uns zeigt, was dein Wille ist. Zeig uns auch, wo wir bisher am Ziel vorbeigelaufen sind in Bezug auf die Mission und bitte hilf uns, dass wir Jünger werden, die dir nachfolgen und das tun, was du getan hast und andere Menschen zu Jüngern machen. Durch deinen Heiligen Geist bitten wir dies im Namen Jesu. Amen.
[1:56] Die Geschichte der Weltmission beginnt weitaus früher, als man es gemeinhin vermutet. Schon im Alten Testament hatte Gott eindeutig das Ziel, alle Menschen der Welt zu erreichen. Obwohl wir im Wesentlichen die Geschichte des Alten Testamentes als die Geschichte des Volkes Israel betrachten, wollen wir sehen, dass Gottes Ziel eigentlich war, das Evangelium zu allen Menschen schon damals zu bringen.
[2:23] 1. Mose 12 und dort Vers 3 gibt es einen Hinweis: Abraham, der Stammvater Israels, er wird aus seinem Haus, aus seinem Vaterland herausgerufen, aus Ur-Kasdim in Babylon, mit einem bestimmten Zweck. Es heißt hier in Vers 3: „Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen, und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf der Erde.“ Gottes Ziel war ganz eindeutig, alle Geschlechter auf der Erde zu segnen. An der anderen Stelle heißt es: „alle Familien auf der Erde.“ Gott möchte und Gott wollte schon damals alle auf der Welt erreichen und zu diesem Zweck rief er seinen treuen Diener Abraham heraus. Dieses Herausrufen war notwendig, damit dann dieser Abraham für die ganze Welt ein Segen sein könnte.
[3:18] Das wichtige Prinzip, das wir verstehen müssen, ist: Gott ruft uns aus Babylon, damit wir nicht einfach nur abgeschottet irgendwo in einer heiligen Halle oder einer heiligen Höhle für uns dahin vegetieren, sondern dass wir ein Segen sind für die ganze Welt. Das griechische Wort für Gemeinde, Ekklesia, meint genau dieses Herausgerufen sein. Herausgerufen woraus? Herausgerufen aus Babylon, aus der Welt, aber um ein Segen zu sein für alle Völker.
[3:45] Denn Abraham ist nicht nur der Vater der buchstäblichen Israeliten, wie uns der Römerbrief ganz deutlich macht. Römer 4 und dort Vers 11 und 12 macht Paulus diesen Punkt unmissverständlich klar, wenn er sagt, Römer 4 Vers 11 und 12: „und er [gemeint ist Abraham] empfing das Zeichen der Beschneidung als Siegel der Gerechtigkeit des Glaubens, den er schon im unbeschnittenen Zustand hatte, damit er ein Vater aller Unbeschnittenen Gläubigen sei – bedeutet also aller Nicht-Juden –, damit auch ihnen die Gerechtigkeit angerechnet werde, und auch ein Vater der Beschnittenen, die nicht nur aus der Beschneidung sind, sondern die auch wandeln in den Fußstapfen des Glaubens, den unser Vater Abraham hatte, als er noch unbeschnitten war.“
[4:33] Ich möchte am Anfang dieser Cannstatt Study Hour einen Punkt ganz deutlich machen: Abraham war sowohl der Vater der Israeliten, der Beschnittenen, als auch der Unbeschnittenen, und das, worin der Vater war, war sein Glaube. Alle Gläubigen, egal ob Jude oder nicht, können zurückschauen auf Abraham und sein Beispiel als ihr Vorbild nehmen.
[4:58] Und wenn Abraham unser Vater ist, dann sollten wir auch das tun, was Abraham getan hat. Genau diesen Punkt macht Jesus, als die Pharisäer sich rühmen, dass sie Kinder Abrahams sind. Jesus hat ihnen gesagt, dass sie aus der Sklaverei befreit werden müssen. Er meinte die Sklaverei der Sünde, und die Pharisäer und Schriftgelehrten entrüsten sich und behaupten dann historisch unzutreffend: „Wir sind niemals irgendjemandes Sklaven gewesen. Wie kannst du sagen: Ihr sollt frei werden?“ Und dann sagt Jesus in Johannes 8, Vers 39: „Sie antworteten und sprachen zu ihm: Abraham ist unser Vater.“ Jesus spricht zu ihnen: „Wenn ihr Abrahams Kinder wärt, so würdet ihr Abrahams Werke tun.“
[5:51] Woran erkennt man ein Kind Abrahams? Ein Kind Abrahams tut das, was Abraham getan hat, und Abraham wurde herausgerufen aus Babylon, um ein Segen zu sein für alle Geschlechter auf der Welt. Wenn du ein Kind Abrahams sein möchtest, dann musst auch du dem Ruf aus Babylon heraus folgen, um dann ein Segen zu sein für alle Geschlechter. Das sind die Kinder Abrahams, und viele behaupten, dass sie Kinder Abrahams sind und sind es nicht, weil sie nicht das tun, was Abraham getan hat. Abraham war auf der Reise in ein Land, das er nicht genau wusste, wo es sein wird. Er ist im Glauben vorangegangen und hat das getan, was Gott ihm gezeigt hat.
[6:34] Paulus vertieft diesen Punkt mit der Abrahams-Nachkommenschaft in Galater, in Galater 3 und dort Vers 29. In Galater 3 Vers 29 lesen wir: „Wenn ihr aber Christus angehört, so seid ihr Abrahams Same und nach der Verheißung Erben.“ Das heißt, die Zugehörigkeit zu einem Volk, egal ob es ein Jude oder ein anderes Volk ist, beweist nicht die Zugehörigkeit zum Volk Gottes. Es ist die Verbindung mit Christus, die uns zu einem Juden macht.
[7:14] Das ist genau das, was Paulus sagt, an anderer Stelle, wie in Römer 2, da macht er genau diesen Punkt. Römer 2 Vers 28 und 29: „Denn nicht der ist ein Jude, der es äußerlich ist, auch ist nicht das die Beschneidung, die äußerlich am Fleisch geschieht, sondern der ist ein Jude, der es innerlich ist, und seine Beschneidung geschieht am Herzen, im Geist, nicht dem Buchstaben nach. Seine Anerkennung kommt nicht von Menschen, sondern von Gott.“ Bist du in deinem Herzen beschnitten? Dann bist du ein Jude. Das ist, was Paulus sagt, und alle Verheißungen Israels gelten dann für dich.
[8:02] Man wird nicht ein Israelit durch Geburt. Jakob wurde zu Israel, als er in seinem Herzen beschnitten wurde, als er den Sieg über das eigene Ich errang, als er feststellte, dass all seine eigenen Methoden und seine eigenen Versuche, gesegnet zu werden, gescheitert waren, als er dort am Jabbok mit Gott gerungen hat und gesagt hat: „Ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich.“ Da wurde aus Jakob Israel. Ein Israelit ist jemand, der den Sieg über das eigene Ich errungen hat, jemand, der am Herzen beschnitten ist, jemand, der dem Ruf gefolgt ist, herauszukommen aus dem, was schädlich ist, auch wenn es vielleicht eine Beschneidung ist – Beschneidung von Gedanken, von Gewohnheiten, von Ideen. Das ist ein Jude, das ist ein Kind Abrahams, und wir müssen verstehen, dass wenn wir ein Segen sein wollen für alle Menschen, dann müssen wir diesen Schritt gehen, den Abraham ging, und uns geistlich beschneiden lassen, herausrufen lassen von dem, was uns von Gott ablenkt.
[9:23] Diesen Punkt, dass ethnische Abstammung nicht wirklich zum Volk Gottes uns macht, den macht der Herr Paulus immer und immer wieder. Nochmal zurück zum Galaterbrief, da können wir in Galater 4 Ähnliches lesen. Galater 4, da beschreibt Paulus die Geschichte von Ismael und Isaak und typologisiert sie. Er sagt im Wesentlichen: Alle diejenigen, die ethnisch dem Fleisch nach von Abraham abstammen, sind wie Ismael, und alle, die den gleichen Glauben haben wie Abraham, die sind wie Isaak.
[10:08] Schauen wir in Vers 28, Galater 4 Vers 28: „Wir aber, Brüder, sind nach der Weise des Isaak Kinder der Verheißung.“ Er spricht zu den Galatern, das waren Kelten, das waren keine Juden, ethnisch gesehen. Aber er sagt: „Wir, liebe Brüder, wir aber, Brüder, sind nach der Weise des Isaak Kinder der Verheißung.“ Wenn wir die Verheißungen Gottes in Anspruch nehmen und wenn wir Gott folgen, dann sind wir Kinder Abrahams und dann können wir ein Segen sein für alle Völker.
[10:39] Nun, die Bibel hat in den Prophetenbüchern eine ganze Reihe von eindeutigen Aussagen, dass das gesamte Volk Israel, damals im Alttestament, genau diese Aufgabe haben sollte: Sie sollten geistliche Nachfolger Abrahams sein, nicht nur ethnische Nachfolger. Das Problem ist, dass die Israeliten meistens eben sich nur als ethnische Nachkommen Abrahams betrachten und nicht als geistliche, zumindest haben sie nicht das getan, was Abraham getan hat und tun sollte.
[11:09] Schauen wir mal in Jesaja 56, Beginn unseres Studiums der alttestamentlichen Propheten über die Heidenmission. Jesaja 56 und dort ab Vers 3. Gott sagt hier in Jesaja 56, Vers 3: „Und der Fremdling, der sich dem HERRN angeschlossen hat…“ Allein diese Phrase macht schon deutlich, dass Gott sich gewünscht hat, dass Nichtjuden sich dem HERRN anschließen, Teil des Bundes werden. „…soll nicht sagen: Der HERR wird mich gewiss von seinem Volk ausschließen. Und der Verschnittene [also derjenige, der nicht die normale Beschneidung so haben konnte, wie das Volk Israel] soll nicht sagen: Ich bin ein dürrer Baum.“ All diese Dinge waren nur Äußerlichkeiten. Ein Heide konnte genauso Teil des Volkes Gottes werden wie ein Israelit, so war zumindest der Plan Gottes.
[12:00] Vers 4: „Denn so spricht der HERR den Verschnittenen, die meine Sabbate halten und erwähnen, was mir gefällt, und an meinem Bund festhalten: Ihnen will ich in meinem Haus und in meinen Mauern einen Platz und einen Namen geben, der besser ist als Söhne und Töchter; ich will ihnen einen ewigen Namen geben, der nicht ausgerottet werden soll.“
[12:19] Vers 6: „Und die Fremdlinge, die sich dem HERRN anschließen, um ihm zu dienen und den Namen des HERRN zu lieben und um seine Knechte zu sein, und alle, die darauf achten, den Sabbat nicht zu entheiligen und die an meinem Bund festhalten, die will ich zu meinem heiligen Berg führen und sie in meinem Bethaus erfreuen. Ihre Brandopfer und Schlachtopfer sollen wohlgefällig sein auf meinem Altar, denn mein Haus soll ein Bethaus für alle Völker genannt werden.“
[12:45] Vers 7: „Gott, der HERR, der die Verstoßenen Israels sammelt, spricht: Ich will noch mehr zu ihnen sammeln, zu meinen Gesammelten.“ Gott möchte sie alle versammeln zu sich. Gott hatte damals schon durch Jesaja sagen lassen, sein Ziel war es, alle Nationen zu erreichen. Und interessanterweise macht er auch ganz deutlich unter anderem, dass der Sabbat als Zeichen des Glaubens eben nicht nur für das Volk Israel gilt, sondern auch für die Fremdlinge. So ja auch schon in den Zehn Geboten, wo der Sabbat eben nicht nur für Sohn und Tochter, für Knecht und Magd, für Vieh und Esel, sondern eben auch für den Fremdling gilt. 2. Mose 20, Verse 8-11, was an sich schon ein ziemlich eindeutiger Beweis dafür ist, dass der Sabbat eben allgemeingültig ist und zum Glauben des ewigen Evangeliums hinzugezählt werden muss.
[13:38] Derselbe Jesaja sagt etwas vorher in Jesaja 49, dass der Messias für alle Völker kommen würde. Jesaja 49 und dort Vers 1: „Hört auf mich, ihr Inseln, und gebt acht, ihr Völker in der Ferne.“ Gerade wenn die Inseln besprochen werden, dann bezieht sich das oft auch so auf die europäische Welt, auf Griechenland und so weiter. „Der Herr hat mich von Mutterleib an berufen und meinen Namen von Mutterschoß an bekannt gemacht.“ Hier spricht der Messias, und der Messias ruft hier schon im Alten Testament durch Jesaja zu den Inseln, zu den Völkern in der Ferne, von denen die Israeliten vielleicht nicht mal wussten, dass sie existieren. Aber Jesus wusste damals schon vor seiner Menschwerdung, er wusste, dass diese Völker existieren, und er hat sich danach gesehen, das Evangelium der rettenden Gnade Gottes diesen Nationen zu bringen.
[14:29] In Vers 5 heißt es: „Und nun spricht der Herr, der mich von Mutterleib an zu seinem Knecht gebildet hat, um Jakob zu ihm zurückzubringen.“ Das heißt, der Messias hatte die Aufgabe, das Volk Gottes, das Volk Israel, wieder zu bekehren, wieder zurückzubringen zur Treue zu Gott. Dann heißt es: „Israel war nicht gesammelt, und doch wurde ich geehrt in den Augen des Herrn, und mein Gott war meine Stärke.“ Das hat eine Prophezeiung hier, also deutlich macht, dass der Messias, trotzdem er es nicht schaffen wird, Israel wieder ganz zurückzubringen, trotzdem geehrt werden würde.
[15:05] Vers 6: „Ja, er spricht: ‚Es ist zu gering, dass du mein Knecht bist, um die Stämme Jakobs aufzurichten und die Bewahrten aus Israel wiederzubringen; sondern ich habe dich auch zum Licht für die Heiden gesetzt, damit du mein Heil seist bis an das Ende der Erde.‘“ Der Auftrag des Messias war ganz eindeutig: Bring das Licht des Evangeliums bis an das Ende der Welt. Es wäre zu wenig, es wäre zu gering, wenn der Knecht Gottes, der Messias, sich einzig und allein mit dem Volk Gottes beschäftigen würde.
[15:37] Hier sind wir heute, nach über 2000 Jahren, nachdem Jesus geboren worden ist. Wir nennen uns Christen, und so oft sind wir einzig und allein damit beschäftigt, wieder Frieden und Harmonie in die Gemeinde Gottes zu bringen. Gott sagt: „Es ist zu gering, dass du nur damit beschäftigt bist, die Stämme Israels aufzurichten. Ich möchte, dass du ein Licht bist bis an die Enden der Welt.“ Hat nicht Jesus gesagt: „Ich bin das Licht der Welt“? Und hat nicht Jesus auch gesagt zu seinen Jüngern: „Ihr seid das Licht der Welt“? Der Auftrag des Messias, das Licht bis an die Ende der Erde zu bringen, ist ein Auftrag an alle diejenigen, die dem Messias nachfolgen, Schritt für Schritt.
[16:20] Dass es eben nicht nur die Aufgabe des Messias sein sollte, sondern auch die Aufgabe des ganzen Volkes, macht Jesaja selbst schon in seinem Buch ganz deutlich. Jesaja 60 hat eine wunderbare Prophezeiung, einen Aufruf vielmehr, der eben nicht nur für das Volk damals gilt, sondern ich glaube, auch heute nichts an seiner Kraft und Dringlichkeit verloren hat. Jesaja 60 Vers 1: „Mache dich auf, werde Licht!“ Wir leben in einer Zeit, in der es äußerst dunkel und düster ist. Vers 2 heißt es: „Denn siehe, Finsternis bedeckt die Erde und tief ist Dunkel die Völker.“ Die Zeiten sind heute nicht wirklich anders als damals, und doch sagt Gott damals schon und heute auch: „Mache dich auf, werde Licht!“ Wenn wir Licht werden wollen, müssen wir uns aufmachen. Wenn wir ein Licht sein wollen, wenn wir ein Segen sein wollen für die Heidenvölker um uns herum, dann müssen wir uns aufmachen. Lieber Freund, liebe Freundin, du musst dich aufmachen, du musst dich in Bewegung setzen, aktiv werden. „Mache dich auf, werde Licht!“
[17:24] Woher kommt das Licht? Der Vers 1 sagt es ganz deutlich: „Denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir.“ Es ist der Charakter Gottes, dass wenn er über uns sichtbar wird, dass wir zum Licht der Welt werden. Vers 2 heißt es weiter in Teil 2b: „Aber über dir geht auf der Herr, und seine Herrlichkeit erscheint über dir.“ Es ist die Herrlichkeit Gottes, die uns zum Licht werden lässt. Es ist die Herrlichkeit Gottes, es ist sein Charakter, der uns zur Weltmission befähigt. Es ist nicht mehr Geld, das wir brauchen, es ist nicht mehr Methoden oder mehr Ausbildung. Wir brauchen mehr vom Charakter Gottes, mehr von der Herrlichkeit Gottes in unserem Leben, dann werden wir leuchten als ein Licht der Welt.
[18:10] Vers 3: „Und Heidenvölker werden zu deinem Licht kommen und Könige zu dem Glanz, der über dir aufgeht.“ Vers 4: „Hebe deine Augen auf und sieh um dich: Diese alle kommen versammelt zu dir. Deine Söhne werden von ferne kommen und deine Töchter auf dem Arm herbeitragen werden.“ Wenn du dich siehst, wirst du fort Freude strahlen, dein Herz wird klopfen und weit werden, denn der Reichtum des Meeres wird dir zugewandt, während das Meer steht in der Bibel für Völker, Nationen und Scharen (Offenbarung 17, Vers 15). „Die Schätze der Heidenvölker werden zu dir kommen.“ Eine grandiose Verheißung, damals schon für das Volk Israel gegeben. Gott wollte, dass die Nationen alle nicht einfach nur etwas wissen über Gott, sondern dass sie alle zu Israeliten werden, alle kommen nach Israel, weil die Herrlichkeit Gottes, sein Charakter sichtbar dort wird.
[19:00] Gottes Plan wurde nicht nur von Jesaja aufgeschrieben, auch andere, wie zum Beispiel Micha, haben ganz ähnliche Prophezeiungen uns hinterlassen. Micha 4, Vers 1 und 2, eine Prophezeiung, die übrigens fast wortwörtlich in Jesaja 2, Vers 1 bis wir sie ebenfalls finden. Dort heißt es doch: „Es wird geschehen am Ende der Tage.“ Ich glaube, das ist eine Prophezeiung, die sich nicht nur in der allgemeinen christlichen Mission erfüllt hat, sondern sich vor allem am Ende der Tage noch erfüllen wird, weil es hier steht: „Es wird geschehen am Ende der Tage, da wird der Berg des Hauses des Herrn fest gegründet stehen, an der Spitze der Berge stehen und wird über alle Höhen erhaben sein, und Völker werden ihm zuströmen.“
[19:55] Warum kommen die Völker? Vers 2: „Und viele Heidenvölker werden hingehen und sagen: ‚Kommt, lasst uns hinaufziehen zum Berg des Herrn, zum Haus des Gottes Jakobs, damit er uns über seine Wege belehre und wir auf seinen Pfaden wandeln‘, denn warum? Denn von Zion wird das Gesetz ausgehen und das Wort des Herrn von Jerusalem.“ Was bringt die Heidenvölker am Ende der Zeit dazu, dass sie sagen: „Lasst uns dorthin gehen?“ Weil dort ist das Gesetz und dort wird das Wort Gottes gepredigt. Könnte es sein, dass wir in unserer Mission für die Welt deswegen nicht so vorankommen, wie wir es uns vielleicht wünschen, weil zu wenig Menschen sehen können, dass hier in dieser Gemeinde das Wort Gottes gepredigt wird, dass hier das Gesetz Gottes gepredigt wird, dass hier ein Volk des Buches ist. Wenn die Menschen sehen werden, dass dort ein Volk des Buches ist, wenn der Berg des Hauses des Herrn hoch erhaben ist, höher als die anderen Berge, dann werden die Heidenvölker kommen.
[21:00] Wie sichtbar ist die Herrlichkeit Gottes in deinem Leben? Wie sichtbar ist in deiner Gemeinde eine Gemeinde des Wortes Gottes und des Gesetzes Gottes ist? Mit diesen großartigen Verheißungen und diesen großartigen Aufträgen hat das Volk Israel über Jahrhunderte fast nichts gemacht. Ja, sie hatten Kontakt zur Welt, aber nicht, um das Licht des Evangeliums zur Welt zu bringen, sondern um die weltlichen Irrtümer in die Gemeinde zu bringen. Und fast alle Propheten mussten sich an die Gemeinde richten, statt eigentlich nach draußen wirken zu können. Könnte es sein, dass wir heute genau das gleiche Problem haben, dass wir zwar einen Auftrag haben, die Welt zu missionieren, aber in Wirklichkeit den einzigen Kontakt, den wir zur Welt haben, nutzen, um die Welt in die Gemeinde zu bringen? Dann machen wir nicht die Völker zu Jüngern, wir machen dann Jünger zu Heidenvölkern. Und das ist eine große Sünde.
[22:12] Ein Beispiel für jemanden, der tatsächlich mal gegangen ist zu einer heidnischen Stadt, im Alten Testament, das ist natürlich der berühmte Jona. Und Jona ist nun auch nicht gerade freiwillig gegangen. Jona musste zweimal aufgefordert werden. Beim ersten Mal hat er wissentlich den Auftrag Gottes einfach ignoriert. Wie viele von uns sind wie Jona, die genau wissen, dass Gott von uns verlangt, die großen Städte unserer Zeit missionarisch zu bearbeiten? Die genau wissen, dass Gott uns ruft, in dieser Zeit insbesondere in die großen Städte zu gehen und die drei Engelsbotschaft zu verkündigen. Wie viele von uns rennen wissentlich davon und von irgendetwas anderes, aber nicht das, wozu Gott uns gerufen hat?
[23:01] Und nachdem Jona dann beinahe gestorben ist und durch Gottes Gnade noch einmal gerettet wird und noch einmal den Auftrag bekommt in Kapitel 3, dann geht er und erfüllt seinen Auftrag, aber nicht, um die Heiden zu retten, sondern einfach nur, um den Auftrag zu erfüllen, und er hofft, dass die Heiden umkommen. Wie viele von uns erfüllen vielleicht treu den Missionsauftrag, haben aber kein wirkliches Interesse, dass die Menschen, mit denen sie reden, sich wirklich bekehren? Wie viele von uns geben einfach nur Bücher weg, um einfach nur sagen zu können: „Hey, ich habe heute so und so viele Bücher verteilt?“ Oder schmeißen vielleicht nur Traktate, in denen die gesamte Adventbotschaft zusammengedrückt ist, in Briefkästen nach dem Motto: „Friss oder schnapp“, aber haben nicht einen Funken von Mitleid für die Menschen dort draußen?
[23:52] Jona ist ein Symbol für das Volk Israel im Alten Testament. Entweder haben sie gar nichts gemacht, oder wenn sie etwas überhaupt gepredigt haben, dann immer in der deutlichen Exklusivität: „Wir wollen nichts mit euch zu tun haben. Wir sagen euch, wir haben die Wahrheit, ihr werdet verloren gehen.“ Das Buch Jona offenbart ganz am Ende, dass Gott ganz anders ist. In Jona 4, Vers 11, im letzten Vers, da sagt Gott: „Und ich sollte kein Mitleid haben mit der großen Stadt Ninive, in der mehr als 120.000 Menschen sind, die ihre rechte Hand nicht von ihrer linken unterscheiden können, dazu so viel Vieh.“ Wer wird an das Vieh gedacht, nicht wahr? Gott hat Mitleid, und Gott wollte durch das Buch Jona den Israeliten sagen: „Schaut mal her, warum rennt ihr weg? Warum seid ihr so hartherzig? Habt ihr nicht auch Mitleid mit den Menschen, die mich noch nicht kennen?“
[24:49] Das Volk Israel hat im Wesentlichen den Auftrag über Jahrhunderte ignoriert, wissentlich. Den Geist der Weissagung, der durch Jesaja und Micha und durch andere gesprochen hat, ignoriert. Und als dann der Messias kam, hatten sie nicht nur nicht ihren Auftrag ausgefüllt, sie waren selbst nicht vorbereitet auf den Messias. Könnte es sein, dass das wissentliche Ignorieren des Missionsauftrages in unserer Zeit uns dazu führt, dass wir nicht vorbereitet sind auf das Kommen des Messias?
[25:32] Als Jesus kam, Matthäus 2, da mussten babylonische Astronomen kommen, um den Nachfahren des Abraham, der ja aus Babylon ausgezogen war, um ein Segen zu sein für die ganze Welt, um denen zu sagen, dass ihr König gekommen ist. Matthäus 2, Vers 1: „Als nun Jesus geboren war in Bethlehem in Judäa, in den Tagen des Königs Herodes, siehe, da kamen Weise aus dem Morgenland nach Jerusalem, Vers 2: sprachen: Wo ist der neugeborene König der Juden? Denn wir haben seinen Stern im Morgenland gesehen und sind gekommen, um ihn anzubeten.“ Mit den wenigen Schriftversen, die sie hatten, wahrscheinlich hatten sie die Bücher von Daniel, wahrscheinlich hatten sie die Prophezeiung von Bileam, einige wenige Dinge und die Beobachtung, die Zeichen der Zeit hatten herausgereicht, um ihnen zu zeigen: Der Messias ist da. Das Volk Gottes, das fast ertrunken ist in geistlicher Literatur, in biblischen Büchern, in Geisterweisungen, alles hatten sie, war nicht vorbereitet. Sie hatten ihren Auftrag verpasst, und jetzt musste Gott die Heiden benutzen, um sein eigenes Volk aufzuwecken. Und aufgrund dessen fangen die Schriftgelehrten wenigstens an, die Bibel zu studieren und sagen: „Da ist es, in Bethlehem.“ Aber erweckt worden sind sie nicht. Könnte es sein, dass Gott heute die Heiden benutzen muss, um uns zu zeigen, wie sehr er es ernst meint mit seinen Botschaften?
[27:10] Matthäus 11 offenbart uns, dass die Juden das Evangelium selbst nicht schätzen, und das ist der Grund, warum sie es nie wirklich weitergegeben haben. Sie haben selbst das Evangelium zum größten Teil nie wirklich verstanden. Matthäus 11, Vers 21: „Wehe dir, Korazin! Wehe dir, Bethsaida! Denn wenn in Tyrus und Sidon [das sind heidnische Städte in Phönizien] die Wundertaten geschehen wären, die bei euch geschehen sind, so hätten sie längst in Sack und Asche Buße getan. Doch ich sage euch: Es wird Tyrus und Sidon erträglicher gehen am Tag des Gerichts als euch. Vers 23: Und du, Kapernaum, die du bis zum Himmel erhöht worden bist, du wirst bis zum Totenreich hinabgeworfen werden; denn wenn in Sodom die Wundertaten geschehen wären, die bei dir geschehen sind, es würde noch heutzutage stehen.“
[27:54] Lass uns keinen Fehler machen: Wenn wir, die wir so viel Wahrheit und so viel geistliche Instruktionen und die Bibel und den Geist der Weisung haben, nicht das tun und nicht wertschätzen, dann ergeht es uns schlimmer als den Heiden, die all das nicht gehabt haben. Es ist eindeutig: „Wehe dir, Korazin! Wehe dir, Bethsaida!“ Die Hartherzigkeit der Juden war so sehr, dass Jesus sogar an einer Stelle sie imitierte, um seinen Jüngern vor Augen zu führen, wie hartherzig sie sind.
[28:37] In Matthäus 15, als er just in dieser Gegend von Tyrus und Sidon ist und eine kanaanäische Frau kommt und ruft: „Sohn Davids, meine Tochter ist schlimm besessen, erbarme dich!“ Da antwortet er in Vers 24, nachdem die Jünger gesagt haben: „Fertige sie ab, denn sie schreit uns nach“, antwortet er im Geist der Jünger: „Ich bin nur gesandt zu den verlorenen Schafen des Hauses Israel.“ Und die Frau sagt: „Herr, hilf mir!“ Und wiederum sagt er, er beantwortet und sprach: „Es ist nicht recht, dass man das Brot der Kinder nimmt und es den Hunden vorwirft.“ So hatten die Israeliten über Jahrhunderte die Heiden behandelt, ganz besonders in den letzten Jahrhunderten. Aber diese kanaanäische Frau, Nachfahren eines der schlimmsten Völker aller Zeiten, der Kanaaniter. Sie sagt in Vers 27: „Ja, Herr, und doch essen die Hunde von den Brosamen, die vom Tisch ihres Herrn fallen.“ Sie war bereit, sogar, sich so demütigen zu lassen, einfach nur, um bei Jesus zu sein.
[29:51] Das größte Wunder des Evangeliums ist, dass Menschen in die Gemeinde Gottes kommen, trotz der Hartherzigkeit, trotz der Unfreundlichkeit, trotz der ganzen negativen Dinge, die in der Gemeinde sind. Dass Gott es schafft, den Heiden so viel Liebe ins Herz zu geben, dass sie hindurchgucken können, durch die Hartherzigkeit und sagen: „Aber trotzdem, ich brauche wenigstens ein bisschen von Jesus.“
[30:18] Jesus wollte den Jüngern illustrieren, welche großen Glauben die Heiden haben. Er sagt in Vers 28: „Da antwortet Jesus und sprach zu ihr: O Frau, dein Glaube ist groß.“ Seine Jünger nannte er Kleingläubige. Diese heidnische Frau hat einen großen Glauben. Dasselbe sagt er einem römischen Hauptmann, Matthäus. Matthäus 8.
[30:42] Matthäus berichtet diese Geschichten aus einem Grund. Matthäus ist von allen Evangelien vielleicht das Evangelium, das am deutlichsten an die Juden gerichtet war. Von Markus zum Beispiel vermutet man, dass es vor allem an römisch denkende Menschen geschrieben worden ist. Matthäus ist eindeutig für Menschen, die das Alte Testament kennen, ständig wird zitiert: „Wie geschrieben ist im Prophetensohn, wie geschrieben steht im Prophetensohn.“ Matthäus ist sehr im Denken des Alten Testaments geschrieben, um den Juden etwas zu zeigen. Und immer wieder finden wir in diesem Evangelium, wie in keinem anderen, Hinweise darauf, wie sehr die Juden versagt haben und die Heiden eher ein Beispiel sind. Eben gerade Matthäus 15, jetzt Matthäus 8.
[31:21] Da kommt der Hauptmann und nachdem Jesus sagt: „Ich komme zu dir“, sagt der Hauptmann in Vers 8: „Herr, ich bin nicht wert, dass du unter mein Dach kommst, sondern sprich nur ein Wort, so wird mein Knecht gesund werden.“ Die Juden hatten nach Zeichen verlangt. Dem Hauptmann reichte das Wort Gottes.
[31:44] Vers 9: „Denn auch ich bin ein Mensch, der Vorgesetzte steht und habe Kriegsknechte unter mir, und wenn ich zu diesem sage: Geh hin, so geht er, und zu einem anderen: Komm her, so kommt er, und zu meinem Knecht: Tu das, so tut es dieser.“ Mann verstand das Prinzip.
[31:58] Vers 10: „Als Jesus das hörte, verwunderte er sich und sprach zu denen, die nachfolgten: Wahrlich, ich sage euch, einen so großen Glauben habe ich in Israel nicht gefunden.“ Immer und immer wieder macht Jesus den gleichen Punkt.
[32:10] An einer Stelle sagt er den entrüsteten Juden, dass dieses Phänomen schon im Alten Testament aufgetreten war. In Lukas 4, Vers 25, da heißt es: „In Wahrheit aber, Lukas 4, 25, in Wahrheit aber sage ich euch: Es waren viele Witwen in den Tagen Elias in Israel, als der Himmel drei Jahre und sechs Monate lang verschlossen war, da eine große Hungersnot entstand im ganzen Land, und zu keiner von ihnen wurde Elia gesandt, sondern nur zu einer Witwe nach Zarepta in Sidon, Kanaan. Vers 27: Und viele Aussätzige waren in Israel zur Zeit des Propheten Elisa, aber keiner von ihnen wurde gereinigt, sondern nur Naaman, der Syrer.“ Da wurden sie alle in der Synagoge voll Zorn, als sie dies hörten. Der Nationalstolz hat es nicht zugelassen, dass Jesus aus dem Alten Testament solche Beispiele herauspicken könnte und sagen könnte: „Schaut her, schon damals war das Volk Gottes weniger bereit, das Evangelium anzunehmen, als die Heiden.“
[33:13] Und Jesus wusste aufgrund der Prophezeiung, es gibt viele, die nicht zum Volk Israel gehören, die alle zu meinem Volk gehören. In Johannes 10, Vers 16 sagt er: „Und ich habe noch andere Schafe, die nicht aus dieser Schafherde sind; auch diese muss ich führen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte sein.“ Jesus weiß, es gibt viele Menschen, die nicht in diese Gemeinde des Israel hineingeboren worden sind, aber sie werden meine Stimme hören, wenn mein Wort zu ihnen reden wird, werden sie meine Stimme hören, sie werden mir folgen, und wenn sie mir folgen, dann gehören sie mir, und dann sind sie Abrahams Same (Galater 3, Vers 29).
[33:58] Ich glaube, auch heute gibt es noch viele, viele, die in anderen Schafherden sind und die auf die Stimme Jesu bereitwillig hören werden. Sollten dann nicht wir, die wir schon im Stall sind, den Gott sichtbar errichtet hat, nicht viel mehr auf die Stimme Gottes hören? Wie würde es uns ergehen, wenn Heiden, die viel weniger Privilegien hatten, oder Menschen, die vielleicht einen Teil der Wahrheit kannten, aber nicht die ganze Wahrheit, wenn sie auf die Stimme Gottes hören und folgen werden und wir, die wir so viel Licht in der Bibel haben, nicht folgen? Wie würde es uns ergehen? Das ist der Punkt, den Jesus macht, wenn er sagt: „Wehe dir, Bethsaida.“
[34:44] Stoß des Alten Testaments hat angedeutet, dass Jesus Evangelium zu den Heiden bringen würde. Jesaja 42, Jesaja 42 und dort Vers 1 und 4: „Siehe, das ist mein Knecht, den ich erhalte, mein Auserwählter, an dem meine Seele Wohlgefallen hat. Ich habe meinen Geist auf ihn gelegt; er wird das Recht zu den Heiden hinaustragen. Vers 4: Er wird nicht ermaten und nicht zusammenbrechen, bis er auf Erden das Recht gegründet hat, und die Inseln werden auf seine Lehre warten.“ Die Inseln, wie gesagt, das waren vor allem die Griechen, und genau die kommen im Neuen Testament in besonderer Art und Weise in den Blickpunkt.
[35:29] Für die Juden war das völlig unvorstellbar, obwohl das Alte Testament gesagt hat, dass der Messias zu den Griechen gehen würde, zu den Inseln, fragen sich die Juden spöttisch in Johannes 7, Vers 35: „Sehr interessant, stellen sich diese spöttische Frage: Da sprachen die Juden untereinander: Wohin will er denn gehen, dass wir ihn nicht finden sollen? Will er etwa zu den unter den Griechen Zerstreuten gehen und die Griechen lehren?“ Ja, Jesus wollte die Griechen lehren.
[36:03] Er war zwar so beschäftigt mit dem Volk Israel, aber das war für Gott kein Problem, er brachte die Griechen zu Jesus. In Johannes 12, Vers 20: „Es waren aber etliche Griechen unter denen, die hinaufkamen, um während des Festes anzubeten. Diese gingen zu Philippus, der aus Bethsaida in Galiläa war, baten ihn und sprachen: Herr, wir möchten gerne Jesus sehen.“ Wie viele Schriftgelehrte sind zu Philippus gekommen und haben gesagt: „Herr, wir möchten gerne Jesus sehen?“ Wie viele Sadduzäer, wie viele Schriftgelehrte, wie viele Pharisäer, wie viele von diesen Theologen damals haben gesagt: „Herr, wir möchten gerne Jesus sehen, der, der das Zentrum des gesamten Alten Testaments ist.“ Diese Griechen, die kaum etwas wussten vom Alten Testament, sie wollten gerne Jesus sehen.
[36:58] Vers 22: Philippus kommt und sagt es dem Andreas, und Andreas und Philippus sagen es wiederum Jesus, und Jesus spricht mit ihnen. Interessanterweise beschreiben die nächsten Verse das Evangelium. Jesus sagt im Vers 24: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und stirbt, so bleibt es allein; wenn es aber stirbt, so bringt es viel Frucht.“ Jesus sagt: „Ich möchte nicht allein sein, ich möchte Gemeinschaft haben, und deswegen möchte ich für euch sterben.“
[37:26] Direkt nachdem er hier mit den Juden, Verzeihung, mit den Griechen in Kontakt kommt und dann sagt er etwas weiter im Vers 32: „Und ich, wenn ich von der Erde erhöht bin, werde alle zu mir ziehen.“ Auch die Griechen, auch die Römer, die Verhassten. Auch die Deutschen, die Brasilianer, die Norweger, die Japaner, die Türken, die US-Amerikaner, Nordkoreaner, Nigerianer, alle.
[38:03] Vielleicht gibt es eine Bevölkerungsgruppe, eine Menschengruppe, die du nicht magst. Das ist Jesus egal. Er möchte sie alle zu sich ziehen. Du hast kein Privileg auf das Evangelium. Jesus möchte alle erreichen, auch die Ausländer, die neben dir wohnen, über die du dich vielleicht ärgerst, aus welchen Gründen auch immer. Jesus möchte sie zu sich ziehen.
[38:29] Und auf Vers 15, da stellen wir fest, dass selbst die Jünger Jesu, selbst nach der Kreuzigung, nach der Ausgießung des Heiligen Geistes, immer noch nicht ganz verstanden hatten, immer noch nicht ganz begriffen hatten, selbst nachdem die dreieinhalb Jahre, die für das Volk Israel beiseite gesetzt waren, selbst nachdem sie hinausziehen sollten in die Heidenmission, selbst dann immer noch nicht begriffen hatten, dass Gott wirklich die Heiden erreichen möchte.
[39:18] Apostelgeschichte 10, Vers 15: Gott gibt eine Vision dem Petrus und sagt: „Und eine Stimme sprach wiederum zum zweiten Mal zu ihm: Was Gott gereinigt hat, das halte du nicht für gemein.“ Petrus glaubt, es ist eine Pflicht, eine christliche Pflicht, sich von den Heiden so weit wie möglich zu entfernen. Und Gott gibt ihm diese Vision mit den Tieren, wo alle möglichen Tiere zusammen waren und nach jüdischem Denken deswegen alle Tiere unrein waren, weil sie ja mit den unreinen Tieren in Kontakt waren. Und Petrus hat sich gefragt, was bedeutet das? In Vers 17 heißt es: „Als aber Petrus bei sich selbst ungewiss war, was das Gesicht bedeuten sollte, da hilft Gott nach und schickt die Männer, die Kornelius abgesandt haben, und bringt sie zu Kornelius.“ Und Petrus weiß nicht, was er tun soll, aber schließlich erkennt er in Vers 34: „Da sagt es hier: Da tat Petrus den Mund auf und sprach: Nun erfahre ich in Wahrheit, dass Gott die Person nicht ansieht.“
[40:31] Seit 1. Mose 12 hat Gott gesagt: „Ich möchte euch herausrufen, damit ihr ein Segen seid für die anderen.“ Durch all das Alte Testament hat er gesagt: „Sei ein Licht für die Heiden und bring es zu den Nationen und zu den Inseln.“ Und Jesus selbst hat es immer und immer wieder gesagt. Aber jetzt erst hat Petrus, der selbst schon aus dem Alten Testament vollmächtig gepredigt hat, 3000 Menschen zu Christus geführt hat, jetzt erst, jetzt erst klickt es, jetzt fällt der Groschen: Gott meint buchstäblich, was er sagt. Er meint tatsächlich, dass wir zu den Heiden gehen sollen. Er meint das wirklich.
[41:11] Wann fällt bei uns der Groschen, dass Gott es wirklich ernst meint, die Welt zu erreichen? Wann fällt bei uns der Groschen, dass Gott es wirklich ernst meint, die großen Städte systematisch durchzuarbeiten? Wann fällt bei uns der Groschen, dass Gott all das wirklich so meint, wie er es sagt? Wir sollen die Völker zu Jüngern machen.
[41:30] Die letzten Verse, bevor wir heute schließen: Matthäus 24, Vers 14. Bekannter Vers. Matthäus 24 geht es um die sogenannte Endzeitrede. Jesus gibt verschiedene Zeichen, aber von jedem Zeichen, egal ob es Krieg oder Hungersnöte oder Seuchen oder Erdbeben sind, sagt er: „Das ist nicht das Ende.“ Ein Zeichen läutet das Ende ein. Vers 14: „Und dieses Evangelium vom Reich wird in der ganzen Welt verkündigt werden, zum Zeugnis für alle Heidenvölker, und dann wird das Ende kommen.“
[42:08] Lieber Freund, liebe Freundin, glaubst du, dass Jesus bald wiederkommt? Glaubst du, dass das Ende nahe ist? Dann muss sich dieser Vers erfüllen. Wer wird ihn erfüllen? Irgendjemand muss den Auftrag Jesu doch erfüllen. Wirst du es erfüllen? Wirst du dir das Ziel setzen, nicht nur deine Nachbarn zu erreichen, sondern die Völker zu erreichen? Vielleicht sagst du: „Das ist unmöglich, das schaffe ich nicht.“ Jesus erwählte zwölf Männer, um das zu organisieren, denn Jesus wusste, wenn sie erst einmal anfangen zu arbeiten, werden andere dazukommen. Priester werden sich bekehren, der bedeutendste Theologe der Zeit damals, vielleicht der bedeutendste Theologe aller Zeiten, Paulus, Saulus damals, würde sich bekehren. Er wusste, dass Nikodemus, der reichste Mann Jerusalems, Sponsor werden würde. Er wusste, dass all das passieren würde. Er hat nur gesagt: „Geht hin und predigt das Evangelium.“
[43:04] Matthäus 28, Verse 18 bis 20. Er sagt: „Mir ist gegeben alle Macht.“ Matthäus 28, Vers 18: Jesus trat dazu, redete mit ihnen und sprach: „Mir ist gegeben alle Macht im Himmel und auf Erden.“ Wenn Jesus sagt: „Geht hin und predigt das Evangelium allen Nationen“, dann dürfen wir wissen, alle Kraft, alle Gewalt, alle Macht im Himmel und auf Erden ist ihm gegeben. Und er verbürgt sich dafür, dass das gelingen kann. Die Frage ist nur: Glaubst du ihm? Glaubst du dem, was Jesus dir sagt? Er sagt: „So geht nun hin, weil das so ist, weil ich alle Kraft habe, weil ich alle Macht habe, weil ich weiß, was passieren wird und ich sage: Tu das.“
[43:47] „So geht nun hin und macht zu Jüngern an alle Völker.“ Geht nicht nur hin, predigt ein paar Predigten und tauft alle, die die Hand strecken, ohne dass sie wissen, was sie glauben, wie es leider immer noch zu oft und zu viel passiert. Macht zu Jüngern. Wahre Erfolg in der Mission ist dann, wenn ein Mensch sich so zu Christus bekehrt, dass er selbst missionarisch aktiv wird. Denn jeder wahre Nachfolger Jesu wird in das Königreich Gottes als Missionar geboren. „Geht nun hin und macht zu Jüngern an alle Völker und tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Welt.“
[44:27] Es gibt manche Menschen, die sagen, wir müssen die Botschaft verändern, je nachdem, in welchem Kulturkreis wir sind. Jesus sagt: Nein. Meine Botschaft, das, was ich gelehrt habe, und zwar alles, gilt für alle Völker. Wusste Jesus, dass die Völker unterschiedlich sind? Wusste er, dass es unterschiedliche Mentalitäten gibt? Wusste er, dass es unterschiedliche Kulturkreise gibt? Ja, denn er hat die Menschen geschaffen. Und so hat er eine Botschaft uns gegeben, die für jeden Kulturkreis und für jede Mentalität geeignet ist. Wir müssen nicht an der Botschaft rumfuschen, um die Botschaft attraktiver zu machen für einen Kulturkreis, für eine Mentalität oder so weiter. Ja, wir sollen weise sein. Wir sollen dem Juden ein Jude, dem Griechen ein Grieche sein. Aber sowohl den Juden als auch den Griechen müssen wir alles lehren, was uns Jesus befohlen hat.
[45:16] Das ist das Herz der Weltmission. Der letzte Vers für heute. In Offenbarung 14, da finden wir einen Auftrag. Nicht einen Auftrag an das buchstäbliche Volk Israel im Alten Testament, ein Auftrag an das geistliche Israel von heute, an die Nachfolger, die Nachkommen Abrams, die Nachfolger Jesu. Ein Auftrag an dich und mich.
[45:47] Vers 6: „Und ich sah einen anderen Engel inmitten des Himmels fliegen. Der hatte ein ewiges Evangelium zu verkündigen, denen, die auf der Erde wohnen, und zwar jeder Nation und jedem Volk, Stamm und jeder Sprache und jedem Volk.“ Lieber Freund, liebe Freundin, damit bist du gemeint. Wenn du Jesus Christus liebst, wenn du herausgerufen worden bist aus der Welt, um ihm zu dienen, dann ist das dein Auftrag. Und wir sollten uns keinen geringeren Auftrag suchen, als der gesamten Welt, jedem Volk, jedem Volkstamm, jeder Nation, jeder Sprache das Evangelium zu geben.
[46:26] Wie das geschehen kann, das weiß Gott allein. Aber wir sollten den Auftrag nicht geringer machen, als Gott uns ihn gegeben hat. Wie viele Nationen gibt es in deiner Stadt? Und könnte es vielleicht sogar sein, dass Gott dich, der du heute zuschaust, beruft, ein Missionar im Ausland zu sein? Es gibt heute noch zahllose Volksgruppen, die das Evangelium so gut wie nicht gehört haben. Ja, wir sind fast in jedes Land hineingekommen, doch in vielen Ländern gibt es eine ganze Reihe von verschiedenen Volksgruppen, von verschiedenen Sprachen. Und viele Volksgruppen, viele Sprachgruppen haben das Evangelium noch nie gehört.
[47:07] Wen soll ich senden? Wer will für mich gehen? Wo sind die Männer und Frauen, die Brüder und Schwestern, die wie früher, in früheren Jahrhunderten etwas geopfert haben, etwas aufgegeben haben, um irgendwo hinzugehen, wo das Evangelium noch nicht verkündet worden ist? Wo ist der Missionsgeist früherer Tage? Möchtest du, lieber Freund, liebe Freundin, der heute zugeschaut hast, möchtest du dem Ruf Gottes folgen? All diesen Menschen, die noch nichts vom Evangelium gehört haben, sei es in Deutschland oder im Ausland. Möchtest du diesen Menschen das Evangelium bringen? Möchtest du dem Ruf Gottes folgen und sagen: „Wer will für mich gehen? Wen soll ich senden?“ Darf Gott dich senden für eine Aufgabe, die größer ist, als der menschliche Verstand es erfassen kann, aber die glorreicher abschließen wird, als wir uns jemals es vorstellen können?
[48:01] Mache dich auf, werde Licht, denn dein Licht kommt und die Herrlichkeit des Herrn geht auf über dir. Nächste Woche werden wir ein weiteres Thema studieren in unserer Reihe Jüngerschaft. Dazu möchte ich euch ganz herzlich einladen. Bis dahin wünschen wir euch Gottes Segen und viel Freude im Studium seines Wortes und vor allem im missionarischen Umsetzen, um die Völker für Gott zu gewinnen und zu Jüngern zu machen. Gott segne euch. Amen.