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In dieser Cannstatt Study Hour-Episode mit Frank Schleipfenbauer geht es um die Ausbildung zu geistlichen Leitern und die Bedeutung von Jüngerschaft. Das Video beleuchtet, was es bedeutet, ein Apostel oder Gesandter zu sein, und wie wichtig Gebet, Weisheit und persönliche Erfahrung für Führungskräfte sind. Es wird betont, dass wahre Jüngerschaft und Leiterschaft auf einer tiefen Beziehung zu Gott basieren und durch Demut und die Anwendung von Wissen gekennzeichnet sind.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2014 Q1: Jüngerschaft

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour. Eine neue Woche, ein neues Thema. Jüngerschaft, geistliche Führer, geistliche Führer entwickeln. Ich begrüße an dieser Stelle auch alle, die bei Joel Media TV jetzt zuschauen und bei AD TV.

[0:40] Damit wir Gottes versprochenen reichen Segen haben und er uns durch seine Lehre auch verändern kann, möchte ich mit einem kurzen Gebet beginnen. Lieber Vater im Himmel, Herr Jesus, wir danken dir, dass wir wieder von dir lernen dürfen und dass wir deine Verheißung im Glauben annehmen können, dass dein Wort nicht leer zu dir zurückkommt, weil dein Wort lebendig ist und uns verändert. Darum bitten wir dich auch jetzt bei diesem Thema, das uns alle betrifft. Und ich bitte dich auch, dass du jeden, der zuschaut und zuhört, bereit machst, dein Wort aufzunehmen. Dass wir deiner Rückkehr einen Schritt näher kommen dadurch. Wir danken dir, dass es so sein wird, weil du es versprochen hast. In Jesu Namen. Amen.

[1:33] Es ist lange her, doch ich erinnere mich sehr gut daran, als ich 18 Jahre alt war, junger Unteroffizier und Gruppenführer in einer Ausbildungskompanie, habe ich zum ersten Mal in meinem Leben für erwachsene Menschen Verantwortung getragen. Es waren zehn oder zwölf Personen, junge Männer, für die ich Verantwortung hatte und über die ich auch Befehlsgewalt hatte. Nun ging es im Rahmen der Ausbildung dieser jungen Männer daran, den ersten Gepäckmarsch zu machen. Eine Strecke, die für die meisten ungewohnt war. Ich weiß nicht mehr, ob es zehn oder zwölf Kilometern war. Es war hügeliges Gelände, relativ anstrengend, es war Sommer und das Gepäck war schwer und durch die nicht ganz so moderne Ausrüstung drückte es auch sehr an den Schultern und auf den Schlüsselbeinen. Ich wusste aus eigener Erfahrung an meine eigene Grundausbildung, die noch nicht so lange her war zu dem Zeitpunkt, etwa ein Dreiviertel Jahr, wie sehr dieses alte Zeug auf den Schultern dort drücken konnte. Vor allen Dingen, wenn man dann irgendwo bei Kilometer acht, neun oder zehn war.

[2:51] Und so kam es dann auch, dass der Erste sein Gepäck nicht mehr tragen konnte oder wollte, wie auch immer, und ich das Gepäck dann mit aufnahm. Und dann kam noch jemand dazu und so hatte ich dann zwei Gepäcke, eins auf meinen Schultern und eins vorne an der Brust. Ich habe selber etwas befürchtet, ob ich den Mund nicht zu voll nehme und ich stand ja unter der Beobachtung der jungen Männer, für die ich dort Verantwortung getragen habe, weil die haben schon geschaut, wie es denn jetzt ihrem Gruppenführer so geht mit zwei Gepäcken. Und ich war sehr erstaunt darüber, dass mir das nicht nur nichts ausgemacht hat, sondern dass ich mich mit diesen zwei Gepäcken jetzt in der Verantwortung als Vorbild und Gruppenführer viel leichter getan habe, als wenige Monate zuvor mit einem dieser Gepäcke. Also irgendetwas geht von unserem Gehirn aus, das den Körper beeinflusst, Dinge zu tragen, die wir aufgrund von Schmerzen und Anstrengungen nicht tragen, wenn wir diesen Einfluss des Gehirns in der Position als Vorbild, als Führer nicht haben. Offensichtlich ist das so. Und lasst uns diesen Gedanken mal mitnehmen, auch in die nächsten Bibeltexte und dem, was Gott uns dort sagen möchte.

[4:08] Wir lesen zunächst Lukas Kapitel 6, die Verse 12 bis 13. Lukas 6, 12 bis 13. Überschrieben ist das mit Berufung der zwölf Apostel. Und es geschah in diesen Tagen, dass er, also Jesus, auf den Berg hinausging, um zu beten. Und er verbrachte die Nacht im Gebet zu Gott. Und als es Tag wurde, rief er seine Jünger herbei und er wählte aus ihnen zwölf, die er auch Apostel nannte. Also wie lange betete Jesus, bevor er die Apostel benannte und sie damit auch in den Dienst als Apostel einsetzte. Er ging offensichtlich am Abend auf einen Berg, um allein mit dem Vater zu sein und betete die ganze Nacht. Und Gott lässt hier in seinem Wort keinen Zweifel daran, dass es wirklich die ganze Nacht war und nicht etwas spekuliert werden könnte bis um zwei oder drei Uhr morgens, sondern die Aussage ist ja dann, als es Tag wurde, benannte er die zwölf Apostel. Also offensichtlich musste es auswählen und in Dienst von Führern, vor allen Dingen von geistlichen Führern, in Gottes Sinne eine sehr wichtige Sache sein, wenn sein menschgewordener Sohn eine ganze Nacht intensiven Gebets benutzt hat, um mit dem Vater in Verbindung zu stehen, seine Weisheit zu erhalten, um dann auch richtig die wichtigen Positionen, die wiederum Einfluss auf andere Menschen haben, zu besetzen.

[6:06] Aber lasst uns zunächst mal anschauen, was oder wer ist überhaupt ein Apostel? Das Wort in der griechischen Sprache des Neuen Testaments bedeutet so viel wie Gesandter oder Bote. Also eine Person, die von einer anderen Person beauftragt und geschickt wird, Botschaften zu übermitteln. Ich habe in einer Auslegung der Bedeutung auch den Begriff oder die Umschreibung gefunden, Befehlshaber einer Expedition. Also wenn wir das zusammenfassen, offensichtlich jemand, der Führungsverantwortung und auch Entscheidungsverantwortung über andere Personen bekommt und wiederum von einer höheren Person dazu eingesetzt wird.

[6:58] Im Alten Testament, im Talmud schon damals, bevor es das Neue Testament überhaupt gab, finden wir im Hebräischen das Wort Schaliach, das auch so viel bedeutet wie Gesandter oder Sender. Wenn ein Hebräer dieses Wort allerdings übersetzen sollte ins Deutsche, dann ist das wie so oft aus dem Hebräischen in einer modernen Sprache nicht ein Wort für ein Wort, sondern viele hebräische Wörter beinhalten eine ganze Umschreibung von Bedeutung. Und so kann man Schaliach auch übersetzen mit der Gesandte, der Gesandte einer Person ist, wie die Person selbst. Das heißt, wenn ich den Boten einer Person höre und wahrnehme und seine Botschaft aufnehme, dann ist das so, als wenn der, der diesen Boten gesandt hat, selbst persönlich zu mir spricht.

[8:06] Und so können wir sagen, dass Jesus Christus hier in Lukas Kapitel 6 so intensiv Verbindung mit dem Vater hatte, weil er ja der erste Apostel und der oberste überhaupt ist. Denn was ist das ewige Leben? Dass wir ihn erkennen, also ihn, den der Vater gesandt hat und durch ihn den Vater erkennen. Eine Person, die gesandt ist und den Kontakt mit diesem Gesandten, der Kontakt mit diesem Gesandten stellt die Beziehung, den Kontakt und die Botschaft dessen, der ihn gesendet hat da. So müssen wir sehen, dass der Begriff Jünger anstelle von Apostel nicht nur Schüler bedeutet, sondern auch Nachfolger im Sinne von Schaliach. Also ein Jünger Jesu ist ein Gesandter an Christi statt, so wie es das Wort auch sagt. Und so sind wir, wenn wir uns zu Jüngern, zu Schaliach, zu Aposteln machen lassen, Gesandter an Christi statt und Priester und Könige, die von ihm eingesetzt werden oder König Söhne und Königstochter.

[9:29] In 2. Mose 4 Vers 5 haben wir ganz vorne im Alten Testament einen interessanten Gedanken, der entstanden ist, als Mose am brennenden Busch war und dort von Christus persönlich den Auftrag bekam, sein Volk aus Ägypten zu führen. Und zwar als Gott mit ihm Wunder tat, dass der Stab zur Schlange und wieder zum Stab wurde und das, was Gott mit seiner Hand tat, die dort nahezu verfault ist und dann wieder heil und gesund war, als er sie aus seinem Gewand herausgezogen hat. Danach heißt es in 2. Mose 4 Vers 5, damit sie glauben, dass dir der Herr erschienen ist. Also damit das Volk, damit die Menschen, zu denen ich dich sende als Gesandter, als Schaliach, als Apostel, damit sie glauben, dass du von mir kommst, dass die Botschaft, die du ihnen gibst, meine Botschaft ist. Zeige ihnen, was ich mit dir getan habe. Mit anderen Worten, wenn sie sehen, dass du mir dein Leben übergibst, damit du diese Funktion ausführen kannst, dann werden sie dir zu mir folgen, wenn du sie zu mir führst.

[11:00] Und ich glaube, das ist der Auftrag, die Headline würde man heute sagen, eines jeden, der sich zum Apostel, zum Botschafter, zum Verkündiger, zum Evangelisten, zum Pastor, zum Gemeindeleiter macht, der aber auch Auftrag eines jeden menschlichen Vaters in seiner Familie ist, nämlich Priester der Familie zu sein, dass wir Gott unser Leben übergeben und die, für die wir Verantwortung tragen und denen wir diese Botschaft bringen in Wort und Tat, dass sie dadurch sehen, zu wem wir sie führen.

[11:45] Was ist der Unterschied zwischen einem Apostel und einem Lehrer oder was ist der Unterschied zwischen einem Lehrer und einem Trainer? Im Fußball zum Beispiel haben wir heute viele erfolgreiche Trainer, die früher mal selber Profispieler waren und an der Weltspitze gespielt haben. Ich kenne mich jetzt selber im Fußball im Einzelnen nicht so aus, aber diese Tatsache habe ich mitbekommen. Man kann das auf andere Lebensbereiche übertragen, sodass ich dort nicht nur Personen in Führungs- und Ausbildungsverantwortung habe, die Theorien kennen, die an der Universität theoretisch Dinge aufgenommen haben, die sie jetzt weitergeben, sondern der Trainer verbindet die aktuellen Erkenntnisse aus der Theorie mit seiner eigenen persönlichen Erfahrung und kann sie im Zweifel noch vormachen. Und in diesem Sinne ist Jesus unser Meisterlehrer und Meistertrainer, dass ich als Nachfolger Jesu andere zum gleichen Ziel führe, das ich selbst habe.

[12:54] Und Jesus fragte sich hier in dieser Nacht und er fragte sicher auch den Vater, wen soll ich senden, wie viele soll ich senden, wohin soll ich sie senden. Und wenn wir sehen, wie die Jünger am Anfang eingesetzt wurden, zunächst zu zweit und Jesus selbst auch sich bemüht hat, immer in kleinen Gruppen zu arbeiten, erst Beziehungen herzustellen und dann zu verkündigen und dann Entscheidungen hervorzurufen bei dem Einzelnen, dann sehen wir, dass offensichtlich in Gottes Sinne Führungsqualitäten in der Arbeit mit kleinen Teams, mit kleinen Gruppen entwickelt werden. Und auch das sollte uns eine Lehre sein, wenn wir in unseren Gemeinden arbeiten, mit Erwachsenen und auch mit Jugendlichen und mit Kindern. Denn über Beziehungen, über persönliche Beziehungen, persönlichen Kontakt ist es möglich, eigene Erfahrungen weiterzugeben. Ich kann anderen die Möglichkeit bieten, dass sie mich persönlich erleben in bestimmten Situationen und nicht nur von mir etwas hören. Und dadurch wird der freie Wille, den Gott einer jeden Person gegeben hat, freigemacht, auch konsequente Entscheidungen zu treffen.

[14:22] Also nicht die Hitlers, die Mao Zedongs, die Khrushchevs und die Goebbels und andere, um jetzt Extreme zu nennen, die wir aus der Geschichte kennen, die Massen bewegt haben, die manipuliert und suggeriert haben, mit ausgefeilten rhetorischen Methoden und mit Stimmungsmachern und damit ganze Völker und Millionen in Tod und Verderben getrieben haben. Sondern die persönliche Arbeit in der Beziehung im kleinen Team ist das, was es ausmacht. Und da war Jesus uns auch in dem Bereich ein Vorbild.

[15:07] Also Voraussetzung für die richtige Auswahl und Führung ist anhaltendes Gebet, Gottes Weisheit. Brauchen wir weniger Gebet als Gottes Sohn? Wie intensiv betest du, wenn du als Führer eingesetzt wirst? Und sind wir nicht mehr oder weniger alle in Führungsverantwortung? Als Pastor, als Gemeindeleiter, als Vorgesetzter in unserem Arbeitsbereich, als Mutter und als Vater.

[15:34] Am Montag in dieser Lektionswoche geht es um die Kombination oder um die Betrachtung von Wissen und Erfahrung. Und ich habe mich gefragt, was von diesen beiden, Wissen oder Erfahrung, was produziert Resultate, Ergebnisse? Lass uns zunächst auch dort einen Vers lesen in Johannes Kapitel 16. Johannes 16, Vers 7. Dort geht es um die Wirksamkeit des Heiligen Geistes. Johannes 16, Vers 7. Doch ich sage euch die Wahrheit, sagt Jesus, es ist euch nützlich, dass ich weggehe. Denn wenn ich nicht weggehe, wird der Beistand nicht zu euch kommen. Wenn ich aber hingehe, werde ich ihn zu euch senden.

[16:38] Die Jünger hatten von Jesus Wissen bekommen. Er hat sie gelehrt. Er hat ihnen Gottes Wort ausgelegt und er hat ihnen sein eigenes Beispiel gegeben, dass sie jeden Tag erleben konnten, wie er mit Menschen umgeht. Auf welcher Grundlage er Entscheidungen getroffen hat, auf der Grundlage des Gebets und dass er sich nie auf seine eigene Weisheit verlassen hat, weil er ganz Gott und ganz Mensch im Rahmen seines Auftrags darauf verzichtet hat, seine göttlichen Fähigkeiten anzuwenden und in seiner menschlichen Natur alles vom Vater genommen und erbeten hat. Jetzt sollten sie diese Erfahrung selbst machen. Sie sollten ihren Eigendünkel und ihre Angst oder eben auch ihren zu großen Mut in Beziehung auf ihre eigenen Fähigkeiten ablegen und alles durch den Heiligen Geist annehmen. Und so sollte Wissen zur Erfahrung werden, also angewandtes Wissen.

[17:47] Manche nennen es auch ins kalte Wasser springen. Aber ich sollte unabhängig von der Temperatur des Wassers, wenn ich eine bestimmte Tiefe habe, wo ich nicht mehr stehen kann, vorher schwimmen gelernt haben. Doch wie gut sind wir geschwommen, als wir das erste Mal da, wo wir nicht mehr stehen konnten, einige Meter geschwommen sind, meist als Kinder. Aber welche Motivation hat es uns auch gegeben, welche Bestätigung, dass das, was wir von unserem Schwimmlehrer, oft war es Vater oder Mutter, was wir dort gelernt haben. Wir haben es aber vorher selber noch nicht erlebt.

[18:30] So und Jugendliche verlassen oft die Gemeinden, wenn sie sehen, dass die Älteren untergehen, obwohl sie wissen, wie man schwimmt. Denn ich habe einige Jugendliche und junge Erwachsene gehört, die gesagt haben, ja, wenn es schon bei den älteren Geschwistern und bei meinen Eltern nicht funktioniert mit der angeblichen Kraft Gottes, wie soll ich dann, der noch viel schwächer und jünger ist, wie soll ich dann davon ausgehen, dass das bei mir funktioniert. Also wenn ich das Wissen, das ich habe, aus Gottes Wort, von geistlichen Lehrern und im Idealfalle von Christus durch den Heiligen Geist, wenn ich das anwende, dann wird mein angewandtes Wissen zur Erfahrung. Und Erfahrung kann man nicht wegdiskutieren. Mir kann eine Person sagen, ich habe das anders erlebt. Das kann ich möglicherweise nicht anzweifeln oder umstoßen. Aber ich weiß, was ich erlebt habe. Ich weiß, aus welchen kleinen und großen Nöten und Schwierigkeiten Gott mich hindurch und herausgeführt hat. Ich weiß, wo ich selber war, mit meiner Wertetabelle und meinem persönlichen Leben, bevor ich Jesus in mein Leben hineingelassen habe. Ich weiß, wie das kam. Ich weiß, was er mit mir getan hat. Dinge, die ich selber nie mit mir hätte tun können. Und ich weiß den Unterschied meines Lebens heute zu meinem Leben damals. Wie ich heute mit Schwierigkeiten umgehe, wie ich mit Menschen umgehe und wie ich mich selber dabei fühle. Ganz anders als in der Zeit in meinem Leben ohne Gott. Und diese Erfahrung kann mir keiner nehmen. Und das ist das, was andere überzeugt. Das ist das, was uns zu einem Apostel macht.

[20:27] Also ich habe für mich die Gleichung aufgestellt, vielleicht ist sie unvollkommen, biblisches Wissen plus heiliger Geist angewendet, ist gleich Glaubenserfahrung. Und daraus wird Zeugnis. Und in Offenbarung 12 Vers 11 heißt es, dass wir überwinden werden durch das Blut Jesu und durch das Wort unseres Zeugnisses.

[20:51] Wir sind heute eine sehr vergeistigte Gesellschaft. Immer mehr theoretische Berufe. Im Weltlichen nennt man das Dienstleistungsgesellschaft. Immer weniger Handwerk, immer weniger praktische Tätigkeiten. Elektronik und Maschinen, die durch Elektronik gesteuert werden, nehmen uns heute das Praktische ab. Das hat Vor- und Nachteile. Auch für unsere persönliche Entwicklung, für das Zusammenwirken von Körper und Geist. Und so müssen wir auf der Hut sein, dass wir durch das moderne, äußerlich bequeme Leben nicht untauglich werden, weil wir Wissen anhäufen, theoretisches Wissen, auch an unseren theologischen Fakultäten, wo wir vollgestopft werden mit biblischem Wissen, aber die Zeit fehlt, dieses Wissen in die Anwendung zu bringen. Wissen ohne Anwendung wird schnell gesetzlich und Anwendung ohne Wissen wird oft fanatisch. Wie eine Rakete, die nicht mehr gesteuert wird, aber sich schnell fortbewegt und irgendwo trifft, ohne Kontrolle.

[22:11] Gehen wir noch mal in Lukas Kapitel 6 zurück. Und dort sehen wir, wir haben jetzt nicht die Zeit dafür, das alles zu lesen. Wenn wir dort studieren, die Verse 20 bis 49, die Lehren, die Jesus uns mitgibt, dann werden wir auszugsweise, möchte ich das hier machen, folgende Stichworte finden. In den Versen 20 bis 26 geht es um Erfahrungen in Not und Bedrängnis. Dort sagt uns Jesus hingemäß, geht Konflikten, die ihr um meinetwillen habt, nicht aus dem Weg. Es ist für euch wichtig, für euren weiteren Weg mit mir und es ist für die Menschen, die euch beobachten, erleben und hören, wichtig, dass ihr an meiner Hand, geführt vom Heiligen Geist und auch geschützt durch die Verheißungen Gottes, durch die Konfliktsituationen durchgeht. Dass ihr das zweischneidige Schwert, das Wahrheit und Lüge voneinander trennt und richtig und falsch, den einzig wahren Maßstab, den es gibt, dass ihr dieses zweischneidige Schwert tragt und es anwendet und so wie ich euch durch Jesaja verheißen habe, ihr werdet durchs Feuer gehen, aber ihr werdet nicht verbrannt werden und ihr werdet durch Fluten gehen, aber ihr werdet nicht ertrinken.

[23:46] Sind wir nicht heute manchmal auch in einer Art Trägheitssituation in unseren Gemeinden? Wie oft danken wir Gott, dass wir in Frieden und Freiheit uns versammeln dürfen, sein Wort studieren und verkündigen dürfen und das ist gut so. Doch wenn wir die Bibel ganz ernst nehmen, sollten wir nicht auch darum bitten, dass Gott uns weiterführt auf dem Weg, den er mit uns vor hat und wenn er uns selber hier persönlich sagt, dass das auch Konflikt bedeutet, nicht Konflikt um unsere persönlichen Ziele willen, sondern Konflikt dort, wo er uns durch Situationen führt, wo er Feindschaft gesetzt hat zwischen den Menschen, die seinem Gegner nachfolgen wollen, obwohl sie die gleiche Möglichkeit haben wie wir und uns, die wir ihm nachfolgen sollen, so wie er es auch selber gezeigt hat.

[24:56] Der zweite Punkt, den wir dort finden können in den Versen 27 bis 35, liebt eure Feinde so, dass sie es auch bemerken. Menschen, von denen wir wissen, dass sie uns gut gesinnt sind oder zumindest neutral, von denen wir davon ausgehen können, dass wir mit ihnen keine Schwierigkeiten haben werden, sind einfach zu lieben, mit denen ist einfach umzugehen. Dort haben wir es bequem. Doch wie stellen wir uns schon gedanklich auf Begegnungen ein, von denen wir wissen, wir treffen auf einen Menschen, der steht kritisch uns gegenüber, der klagt uns vielleicht an, er hat eine völlig andere Meinung oder er legt uns Hindernisse in den Weg. Liebt eure Feinde so, dass sie es bemerken und unsere Feinde wissen, dass sie unsere Feinde sind.

[25:55] Verse 36 und 37 könnten wir zusammenfassen, richtet nicht, dass ihr nicht gerichtet werdet. Christus ist gekommen als der oberste Apostel, um uns alle zur Entscheidung zu bringen. Aber wir haben die Möglichkeit, mit unserem freien Willen uns auch gegen ihn zu entscheiden. Er ist nicht in dieser Phase als Richter gekommen. Er ist nicht als Menschensohn auf der Erde gewesen, um zu richten. Diese Aufgabe hat er an anderer Stelle. Sondern es ging darum, Menschen durch Wissen und Erfahrung und persönliche Beziehungen des Wesen Gottes erleben zu lassen, im Alltag, in Schwierigkeiten, in Krankheit, aber auch in Freuden erleben zu lassen, damit wir uns durch ihn zu Gott hingezogen fühlen und diese Beziehung entwickeln wollen. Und noch mal, was ist das ewige Leben? Dass sie dich, den einzig wahren Gott und den, den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen. Und das durch die innigste Gemeinschaft, die zwei Personen haben können. Täglich, intensiv.

[27:16] Im Vers 38 finden wir die Aufforderung, wirkliche Opfer zu geben. Darum geht es nicht nur um Geld, es geht um Zeit, es geht um Energie, es geht um Prioritäten, es geht um unsere eigenen Pläne. Und ein Opfer ist kein Opfer, wenn es gleichgültig ist, ob wir es geben oder wenn wir es ohnehin übrig haben. Zu viel davon, als dass wir es selber brauchen. Ein Opfer ist dann ein echtes Opfer, wenn wir es am liebsten selber behalten wollen, wenn wir aus unserer menschlichen Sicht glauben, dass wir es unbedingt selbst brauchen und dennoch Gott und den Menschen geben.

[28:04] Die Verse 39 bis 45 reden davon, Gnade und Vergebung. Also die wahre Liebe Gottes in der Kombination Gericht, Gnade, Vergebung. Dass wir Liebe üben, dass wir angefangen in unseren Ehen und in unseren Familien wissen, dass der andere schwach sein kann und uns wehtut und beeinträchtigt, also zu unserem Feind wird, in seiner sündhaften Natur, mal mit Absicht und mal unbedacht. Und dass wir die gleiche Gnade und Vergebung brauchen, die unser Partner oder der Mensch, mit dem wir gerade zu tun haben, auch braucht. Denn wir sind nicht besser und wir sind nicht stärker. Es hängt alles von unserer Beziehung zu Gott ab. Also Liebe üben in Wort und Tat.

[28:58] Und im Vers 39 finden wir den Gedanken, nur ein Sehender kann einen Blinden führen. Und wir haben in Jesaja Kapitel 30 eine interessante Beschreibung, die eine enge gedankliche Verbindung hat zu der Beschreibung der letzten Gemeindephase, also unserer Gemeinde heute Laodicea, Volk des Gerichts in Offenbarung 3. In Jesaja 30 heißt es, wenn wir Gott um Hilfe anflehen, wenn bei ihm zu hören ist unser Hilfeschrei, wenn wir intensiv beten und ihm unsere ganze Situation vorlegen, dann wird er uns hören. Und dann, so heißt es dort wörtlich, werden deine Augen deinen Lehrer sehen. Die Augensalbe in Offenbarung 3, die Gott uns dringend empfiehlt, damit wir die Führung des Heiligen Geistes wahrnehmen. Und wir haben zu bitten um Gottes Weisheit und er hat uns versprochen, wenn wir in der Einstellung bitten um den Heiligen Geist und seine Weisheit, in dem Wissen und in der Anerkenntnis, dass unsere Weisheit nicht ausreicht oder uns sogar falsch leitet, dann wird er uns seine Weisheit geben, in der Fülle wie wir sie brauchen. Auch und gerade um unsere Aufgabe als Apostel, als Führer von anderen Menschen wahrzunehmen.

[30:31] Wenn wir in der Lektionswoche auf den Mittwoch gehen, dann stellt sich unter anderem die Frage, wen wählen sich Menschen als Führer? Wie ist es heute? Wer ist in der Politik, in Kultur, im Sport, in der Wirtschaft? Welche Ausbildungen haben dort in der Regel die höchsten Führungspersönlichkeiten? Wie viel theoretische Ausbildung haben sie und wie viel Praxis? Und wer ist erfolgreicher? Der, der das ausreichende und qualitativ hochwertige theoretische Wissen hat und gleichzeitig aber auch über die praktische Erfahrung verfügt, die er an andere weitergeben kann? Oder derjenige, der noch mehr theoretisches Wissen hat, aber viel weniger oder vielleicht sogar gar keine Erfahrung? Die Antwort liegt sicher auf der Hand.

[31:36] Wen hat Jesus denn eingesetzt? Fischer, einfache Handwerker, Arbeiter? Warum hat er das getan? Es hat sicher mehrere Gründe gehabt. Ein Grund ist ganz sicher, weil wir das im Alten und im Neuen Testament auch immer wieder finden, in Gottes Wort, um die Macht des Heiligen Geistes zu bezeugen, dass niemand hinterher sagen kann, ja, das musste ja erfolgreich sein, weil da hat ein Mensch mit sündhafter Natur ja schon die besten Voraussetzungen erfüllt. Die Veränderung eines Petrus oder eines Johannes und Jakobus, Donnersöhne genannt, cholerisch, jezornig. Und wie ist daraus der Johannes auf Patmos geworden, der das ertragen hat, was er ertragen hat und dem Gott die Offenbarung gegeben hat. Und die Johannesbriefe, die in so herzlicher und tiefer Liebe und so viel Selbstverleugnung sich ausdrücken gegenüber unserem Herrn und gegenüber den Menschen. Wie war das möglich, dass ein Mensch so verändert wird? Petrus, man könnte schon fast sagen, ein Großmaul in seiner unveränderten Natur. Jesus verleugnet trotz Warnung. Und dann sein innerer Zusammenbruch dort am See, als Jesus ihn dreimal gefragt hatte, hast du mich mehr lieb als die anderen hier, hast du mich wirklich lieb? Und das war den Weg, den er anschließend gemacht hat. Ein Paulus mit seinem Damaskuserlebnis. Einer der Oberen mit theoretischem Wissen. Das andere Beispiel. Der aber hinunter musste in den Staub, damit Christus ihn aufbaut durch den Heiligen Geist zu dem wahren Geist. Demütig.

[33:34] Und das ist die Qualifikation, das ist das wichtigste Stichwort. Und das finden wir unter anderem in Matthäus Kapitel 11, wenn wir dort gemeinsam nachlesen. Matthäus Kapitel 11, zunächst Vers 29. Nehmt auf euch mein Joch und lernt von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig. Und ihr werdet Ruhe finden für eure Seelen, denn mein Joch ist sanft und meine Last ist leicht.

[34:12] Wir finden in den Schriften von Ellen White die Aussage, Demut ist Selbstbeherrschung, damit der Heilige Geist führen kann. Also ich erkenne an, dass ich ohne Gottes Führung Fehler mache und nichts richtig mache, so wie Jesus uns auch gewarnt hat, ohne mich könnt ihr nichts tun. Deswegen bleibt in mir, damit ich in euch sein kann. Und ich mache euch so zum wahren Apostel, zum Schaleach, dass du erlebt wirst, als wenn der Mensch mich selbst erleben würde. Ich in ihm und er in mir. Und das gilt nicht nur für uns als einzelne Personen, sondern für uns als gläubige Gruppe, als Gottes Volk, als Gemeinde. Und diesen Punkt werden wir uns gleich noch anschauen, als wichtige Voraussetzung für Christi Wiederkunft.

[35:10] Der Same des Bösen ist der Same der Unabhängigkeit von Gott. Ich selber kann es allein. Ich habe ausreichend Wissen. Ich muss nur ausreichend studieren. Den sollten wir einsetzen, der weiß so viel. Der hat einen beruflichen Abschluss, der hat das studiert. Aber haben wir nicht alle schon Menschen erlebt, die theoretisch hoch studiert waren, tolle Zeugnisse und Diplome hatten und dann in ihrer Aufgabe schon sehr schnell völlig versagt haben und ihnen das vielleicht noch gar nicht mal immer selbst anzulasten war, weil sie es gut gemeint haben, sich haben motivieren lassen und vielleicht wir den Fehler gemacht haben, jemand in eine Aufgabe zu stecken, in der Erfahrung benötigt wird. Und die Phase des ersten Erfahrungssammelns, des Wachsen im Glaubens, im gelebten, im praktischen Glauben an der Hand von einem oder mehreren älteren erfahrenen Führern völlig weggelassen wurde.

[36:26] In Jeremia Kapitel 50 Vers 31 haben wir ein weiteres wichtiges Wort, das uns hier zum Guten belehrt. Jeremia Kapitel 50 Vers 31. An jenem Tag spricht der Herr, siehe, ich will an dich, du Stolze. Spricht der Herr der Herrscharen. Demut ist Gottgefälligkeit. Was ist Stolz? Stolz ist Selbstgefälligkeit.

[36:58] Der Ursprung der Sünde, soweit wir ihn überhaupt begreifen können ansatzweise, ist sicher auch darin zu sehen, dass Luzifer angefangen hat, sich selbst immer mehr zu gefallen, als Wert darauf zu legen, wie er Gott gefällt oder dass Gott ihm gefällt. Und das ist der Same des Bösen gleichzeitig der Same der Unabhängigkeit von Gott. Wenn ich anfange zuzulassen, immer mehr auf mich zu schauen und mir selbst irgendwann dann mehr gefalle, als Gott mir gefällt, dann bin ich auf einem gefährlichen Weg. Und so ist auch hier das Wort Jeremia 50 Vers 31 zu verstehen, wo es um das gesamte Volk Gottes ging, das diesen Weg eingeschlagen hat.

[37:51] Ein Buch vorher in Jesaja Kapitel 57. Ein weiterer wichtiger Vers dazu. Zwei Verse. Jesaja 57, die Verse 14 und 15. Macht Bahn, macht Bahn, bahnt einen Weg. Beseitigt jedes Hindernis aus dem Weg meines Volkes. Denn so spricht der Hohe und Erhabene, der in Ewigkeit wohnt und dessen Name der Heilige ist. In der Höhe und im Heiligen wohne ich und bei dem der zerschlagenen und gebeugten Geistes ist, um zu beleben den Geist der Gebeugten und zu beleben das Herz der Zerschlagenen. Das Stichwort des gebrochenen Herzes, das Gott liebt, weil er in dem Menschen, der sein eigenes falsches Ego brechen lässt, am Kreuz, weil er in dem wohnen kann und ihn zu dem Höchsten befähigen kann, was nur möglich ist.

[38:56] Und wenn wir von hier aus in den Hebräerbrief gehen. Hebräer Kapitel 6. Und wenn ihr das für euch studieren möchtet, ich kann es euch nur empfehlen, die Verse 12 bis 20. Ich fasse hier zusammen Hebräer 6, die Verse 12 und 18 und 19. Damit ihr nicht träge werdet, sondern Nachahmer derer, die durch Glauben und Ausharren die Verheißungen erben. Und dann Vers 18, damit wir durch zwei unveränderliche Dinge, bei denen Gott doch unmöglich lügen kann, einen Trost hätten, die wir unsere Zuflucht dazu genommen haben, die vorhandene Hoffnung zu ergreifen. Diese haben wir als einen sicheren und festen Anker der Seele, der in das Innere des Vorhangs hineinreicht, wohin Jesus als Vorläufer für uns hineingegangen ist, also als oberste Apostel. Das heißt, durch Glaube und Ausharren, durch Wissen und Erfahrung, durch Glaube und Ausharren haben wir Hoffnung. Und diese Hoffnung ist ein fester Anker im Allerheiligsten bei Christus persönlich, in ihm.

[40:14] Und in Hebräer 11, Vers 1 und 2 lesen wir die Definition Gottes von Glauben. Der Glaube aber ist eine Wirklichkeit dessen, was man hofft. Ein überführt sein von Dingen, die man nicht sieht. Denn durch ihn haben die alten Zeugnisse erlangt. Durch Glauben verstehen wir, dass die Welten durch Gottes Wort bereitet worden sind, sodass das Sichtbare nicht aus Erscheinendem geworden ist.

[40:45] Woher haben wir oft Streit in unserer Gemeinschaft? Streit auch unter Aposteln, unter Führungsverantwortlichen in der Gemeinde, unter Führungsverantwortlichen verschiedener Gemeinden oder anderen Institutionen unserer Glaubensgemeinschaft. Wir können es ja nicht verleugnen, das ist ja so. Oder in unseren Familien. Streit entsteht oft durch, wie sagen wir, durch Besserwisserei. Ich weiß etwas besser als der andere und damit habe ich recht. Wer gibt mir dann das Recht? Das nehme ich mir selbst. Ich gebe es mir. Ich bin selbstgefällig. Ich bin stolz. Das ist nicht Jesu Joch.

[41:40] Und was ist, im Gegensatz dazu, was ist die letzte Bedingung für sein Kommen, auf die Christus wartet und auch alle anderen, die bereits bei ihm sind und auf uns schauen und warten? Johannes 17, das sogenannte hohe priesterliche Gebet. Johannes Kapitel 17, die Verse 20 bis 23. Wir haben dort viermal wiederholt oder genannt, die letzte Voraussetzung auf die erwartet. Johannes 17, Vers 20. Aber nicht für diese allein bitte ich, spricht Jesus zum Vater, sondern auch für die, welche durch ihr Wort an mich glauben. Also ich bete nicht nur für diese, die ich bereits als Apostel eingesetzt habe, sondern auch für die, die durch deren Wissen und Vorbild Erfahrung auch zu Aposteln werden, auch zu mir kommen, damit sie alle eins sein, wie du, Vater, in mir und ich in dir, dass auch sie in uns eins sein, damit die Welt glaube, dass du mich gesandt hast und die Herrlichkeit, die du mir gegeben hast, habe ich ihnen gegeben, dass sie eins sein, wie wir eins sind, ich in ihnen und du in mir, dass sie in eins vollendet sein, damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie geliebt hast, wie du mich geliebt hast. Vater, ich will, dass die, welche du mir gegeben hast, auch bei mir sein, wo ich bin.

[43:34] Wir könnten denken, eine hohe Forderung, aber Gott erwartet nichts von uns, dass wir nicht mit ihm schaffen könnten. Und so wie wir in einer der vergangenen Lektionswochen, wo es besonders um die Reichen ging, gelernt haben, dass Jesus einerseits gesagt hat, es ist einfacher, dass ein Kamel durch ein Nadelöhr geht, als dass ein Reicher in das Reich Gottes kommt, hat er anschließend gleich die Jünger belehrt, als sie Angst hatten, wer es dann überhaupt schaffen könnte, in das Reich Gottes zu kommen. Bei den Menschen ist es nicht möglich, aber bei Gott ist alles möglich. Und so trifft es auch die Forderung hier von Johannes 17.

[44:12] Und lasst uns dazu Philipper Kapitel 2 lesen. Philipper Kapitel 2, die Verse 1, in den Versen 1 bis 8 finden wir es. Wenn es nun irgendeine Ermunterung in Christus gibt, wenn irgendein Trost der Liebe, wenn irgendeine Gemeinschaft des Geistes, wenn irgendein herzliches Mitleid und Erbarmen, so erfüllt meine Freude, dass ihr dieselbe Gesinnung und dieselbe Liebe habt, einmütig eines Sinnes seid, nicht aus Eigennutz oder eitler Ruhmsucht, sondern dass in der Demut einer den anderen höher achtet als sich selbst. An jeder sehe nicht auf das Seine, sondern an jeder auch auf das der Anderen. Habt diese Gesinnung in euch, die auch in Christus Jesus war, der in Gestalt Gottes war und es nicht für einen Raub hielt, Gott gleich zu sein.

[45:19] Also er klammerte sich nicht an seine Göttlichkeit, sondern legte sie ab, denn es wäre seine Sünde gewesen, die ihn ins Verderben geführt hätte und uns alle mit, weil sein Opfer nicht als stellvertretend für uns hätte anerkannt werden können als Strafe, die ich dann nicht mehr zu tragen brauche. Er hat es nicht für einen Raub erachtet, Gott gleich zu sein. Er hat freiwillig seine Göttlichkeit abgelegt und ist ganz Mensch geworden. Er gab gerne alles hin für uns und war damit der oberste und beste Apostel.

[45:54] Im Bibelkommentar von Ellen White finden wir in der deutschen Ausgabe auf der Seite 345 ein Wort zur Apostelgeschichte. Die ganze Apostelgeschichte sollte sorgfältig studiert werden. Sie ist voller köstlicher Unterweisung. Sie berichtet aus der Evangeliumsarbeit, deren Lehre wir heute benötigen. Also hier besteht die Lehre aus weitergegebenen Erfahrungen, aus Tatsachenberichten. Dies ist eine wunderbare Geschichte, schreibt sie. Sie behandelt die höchste Erziehung, die die Studenten unserer Schulen erhalten sollen. Und lasst uns zwei Verse aus der Apostelgeschichte lesen zum Schluss. Apostelgeschichte Kapitel 1, die Verse 10 und 11.

[46:55] Als die Jünger, die mit Jesus auf den Berg gegangen sind, von dem aus er in den Himmel auffuhr, dort standen, Vers 10, als sie gespannt zum Himmel schauten, wie er auffuhr, siehe da standen zwei Männer in weißen Kleidern bei ihnen, die auch sprachen, Männer von Galiläa, was steht ihr und seht hinauf zum Himmel. Dieser Jesus, der von euch weg in den Himmel aufgenommen worden ist, wird so kommen, wie ihr ihn habt hingehen sehen in den Himmel.

[47:37] Und auch dazu ein Wort aus dem Bibelkommentar in der deutschen Ausgabe Seite 348 zu diesen Versen. Christus kam als persönlicher Erlöser in die Welt. Er stellte einen persönlichen Gott vor. Er war Gesandter, Apostel, Schaliach des Vaters. Wer ihn erlebt hat, hat Gott erlebt. Er stellte einen persönlichen Gott vor. Er fuhr als ein persönlicher Erlöser gen Himmel und wird wiederkommen, wie er gen Himmel fuhr, als ein persönlicher Erlöser.

[48:07] Es war im Vietnamkrieg. Eine Gruppe amerikanischer Soldaten am Rande des Dschungels lag unter schwerem Feuer des Vietcong. Schweres MG-Feuer, eine sehr gefährliche Situation. Und sie kamen kaum dort aus diesem deckungslosen Gelände weg. Und so forderte der Gruppenführer Helikopterunterstützung an, um sie dort rauszuholen. Denn wenn nur jemand auch einen Zentimeter seinen Kopf aus dem Sand hob, dann fegten gleich wieder die Geschosse über sie hinweg. Und sie hatten schon einige Männer verloren. Ein Soldat wurde getroffen. Eine schwere Schusswunde im Bein, die stark blutete.

[49:03] Und der Helikopter kam. Und er ließ die Leiter hinunter. Und auch für diesen Helikopter, die Besatzung bestand aus zwei Mann, aus dem Piloten und aus dem Rettungssoldaten hinten, der dafür sorgte, dass der Verwundete aufgenommen wird, um ihn abzutransportieren in den nächsten amerikanischen Stützpunkt, damit er dort medizinisch behandelt und gerettet werden kann. Und der angeschossene Soldat kämpfte gegen die Schwäche, die er durch den Blutverlust erlitten hat und gegen die Schmerzen und gegen die Bewusstlosigkeit. Und sah, wie diese Leiter herunterkam und der Helikopter über ihm stand und sich die beiden Männer dort oben auch in tödlicher Gefahr begeben haben, um ihn zu retten. Und er, unter Aufforderung des Rettungssoldaten, ergriff er die Leiter und kam etwa zur Hälfte hinauf. Dann verließen ihn die Kräfte.

[50:00] Der Rettungssoldat oben hat es gesehen. Und er kam, trotz feindlichen Feuers in dieser hochgefährlichen Situation, kam er an der Leiter dem Verwundeten entgegen hinunter, umklammerte ihn und mit ihm die Leiter und hielt ihn fest und gab dem Piloten das Zeichen zu fliegen. Und der Pilot flog so mit der ausgefahrenen Leiter, an dem die zwei Männer hingen, in den nächsten Stützpunkt. Der Verwundete wurde gerettet, die Operation gelang. Er kam auch wieder zurück nach Amerika zu seiner Familie. Und er hatte noch im Lazarett dort nach seinem Retter gefragt. Aber an dem Tag waren so viele Einsätze, dass nicht alles sauber protokolliert wurde und man konnte nicht mehr nachvollziehen, wer der Soldat war, der ihm das Leben gerettet hat.

[50:55] Jahrzehntelang zurück in Amerika hat dieser damals Verwundete und Gerettete drüber nachgedacht, er würde doch gerne seinen menschlichen Retter mal in die Augen sehen und ihm Danke sagen, ihn persönlich kennenlernen. Und eine dieser vielen amerikanischen und mittlerweile auch europäischen Sendungen, die Menschen, die sich aus den Augen verloren haben, zusammenbringen, dort wurde er eingeladen. Irgendwie ist seine Geschichte bekannt geworden. Und er hat dort im Fernsehstudio gesessen, es war eine Live-Übertragung und der Moderator fragte ihn, was sein größter Wunsch war und er wiederholte das. Er würde gerne den Retter, der ihn aus dieser Situation geholt hat, persönlich gegenüberstehen. Und das Fernsehteam hatte diesen Ex-Soldaten ausfindig gemacht, beide waren mittlerweile ältere Männer und so kam der damalige Rettungssoldat von hinten auf die Bühne. Beide standen sich gegenüber und fielen sich mit Tränen in den Augen, in die Arme.

[51:52] Was tun wir, um Rettungssoldat zu sein? Wie geht es uns, wenn wir, damit wir überhaupt Rettungssoldat sein können, unserem höchsten General, der tief getroffen wurde und gestorben und wieder auferstanden ist für uns, der auf seine Göttlichkeit verzichtet hat und für ewig in Menschengestalt erscheinen wird, auch jetzt an Gottes Thron seine menschliche Gestalt behält, als ein Zeichen der Liebe und der Wertschätzung uns gegenüber. Er bezeichnet sich als einer unserer Brüder. Und so hoffen wir, dass wir auch ihm bald gegenüberstehen können. Und das können wir sehr bald, wenn wir unser Apostelamt als Schaliach wahrnehmen, aber wir selber können dazu nicht viel tun. Aber wir müssen etwas tun. Das erwartet Gott von uns, damit er weiter unseren freien Willen respektieren kann. Er freut sich auf unsere Gebete und auf unsere Entscheidung, Tag für Tag innige Gemeinschaften mit ihm zu haben, damit er uns vorbereiten kann als wahre Führungskräfte in seinem Sinne, um andere zu ihm zu führen. Und dazu wünsche ich uns allen Gottes Segen und Führung.

[53:15] Lasst uns mit einem Gebet abschließen. Herr, wir danken dir für den reichhaltigen Erfahrungsschatz, den du in deinem Wort und auch durch die Schriften aus dem Geist der Weissagung für uns bereithältst. Bilde uns aus. Schick uns zu den Menschen in dem Wissen und in der Erfahrung, die wir mit dir bereits gemacht haben. Bring uns so zusammen, dass Unerfahrene von Erfahrenen lernen können, so wie du es mit den ersten Jüngern getan hast nach dem Vorbild. Und wir danken dir, dass wir dann die Garantie haben, dass wir gesegnet sind und dass wir alle die, die zu dir wollen, auch zu dir bringen können, damit du bald kommen kannst und wir dir in die Augen schauen können und dir persönlich danken. In Jesu Namen. Amen.


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