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In diesem Teil der Serie „Die Zeit des Endes“ tauchen wir in das Jahr 1843 ein, das als das „letzte Jahr der Welt“ für die Miller-Bewegung galt. Erlebe, wie die Erwartung auf die Wiederkunft Christi steigt, wie sich die Botschaft rasant verbreitet und welche Herausforderungen und Widerstände die Anhänger zu bewältigen hatten. Von Himmelszeichen über öffentliche Spott bis hin zu tiefgreifenden theologischen Debatten – dieses Video beleuchtet die dramatischen Ereignisse und die intensive geistliche Atmosphäre des Jahres 1843.


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Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)

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Transkript

[0:00] Herzlich willkommen heute Abend hier aus Stuttgart, Bad Cannstatt, zu einer ganz besonderen Folge von "Die Zeit des Endes". Wir sind jetzt in der heißesten Phase, die die Miller-Bewegung jemals gehabt hat. Wir werden heute beginnen mit dem letzten Jahr der Welt, 1843. Das, worauf schon viele gewartet haben und auch Miller und seine Anhänger seit Jahren gewartet hatten, dieses Jahr hat er jetzt begonnen. Und wir wollen wie jeden Abend beginnen mit einem Gebet und dann uns hineinstürzen in die Fülle der interessanten Dinge, die in diesem Jahr passiert sind. Lass uns gemeinsam nieder und unser Haupt neigen. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen für die Gelegenheit, jetzt dein Wort zu studieren und aus der Geschichte zu lernen. Und wir möchten dich bitten, dass du die Lektion, die wir heute lernen können, tief in unser Herz hineinschreibst. Dass wir von den Männern und Frauen von damals lernen dürfen, wie das Evangelium sich ausbreiten kann und dass wir lernen können, mit welcher Erwartungshaltung wir die Wiederkunft gehen dürfen. Bitte sei du bei uns und schenkt uns deinen Heiligen Geist. Im Namen Jesu beten wir dies. Amen.

[1:21] Nun, wir alle haben schon erlebt, wie ein neues Jahr begonnen hat. Und wir alle haben wahrscheinlich schon erlebt, wie man in ein neues Jahr hinein, ich will nicht sagen gefeiert hat, aber hinein gelebt hat, sozusagen, dass man bis um Mitternacht aufgeblieben ist und das neue Jahr begrüßt hat. Und so haben es auch die Milleriten gemacht an vielen Orten der Vereinigten Staaten von Amerika. Die Bibel hatte gesagt, wohl dem, der aussah und 1335 Tage erreicht. Wir haben an anderer Stelle schon mehrmals darauf hingewiesen, dass diese 1335 Tage das Jahr 1843 ansteuern. Die Bibel sagt, gesegnet ist wohl dem, der auf dieses Datum wartet. Und jetzt war es da. An vielen Orten gleichzeitig wurden am 31. Dezember Andachten gehalten und man konnte es kaum erwarten, in dieses Jahr hineinzugehen.

[2:18] So auch in Portland, wo die mittlerweile 15-jährige Ellen Harmon jeden Abend zu den täglichen Versammlungen ging. Die meisten Kirchen waren geschlossen mittlerweile gegen die Adventbotschaft und so versammelte man sich in Portland in der Konzerthalle, in der Beethoven Hall von der klassischen Gesellschaft für die klassische Musik. Dort fand jeden Abend Versammlung statt und auch Ellen Harmon war oft zugegen. Schon gleich am ersten Tag des Jahres beobachtet man ein seltsames Phänomen. In Danville wird eine sogenannte Parhelia beobachtet, so ein mysteriöser Kreis um die Sonne. Und das sollte nicht das letzte seltsame Himmelszeichen in jenem Jahr sein.

[3:06] Miller hatte sich in den Tagen vorher noch einmal gründlich Gedanken gemacht und er wollte den Gläubigen zu Beginn des Jahres noch einmal eine konzise Zusammenfassung geben von dem, was er für dieses Jahr erwarten würde und was die Bibel seiner Meinung nach vorher sagt. Und so gibt er am ersten Januar eine Veröffentlichung heraus, wo er in einem Brief zeigt, was die konkreten Punkte sind, die sie zu diesem Zeitpunkt glauben. Erstens natürlich, Jesus Christus kommt wieder und immer die Bibelferse, die das bestätigt. Zweitens, er kommt mit der Herrlichkeit des Vaters. Drittens, Jesus bekommt dann sein ewiges Königreich. Viertens, die Heiligen werden das Königreich für immer besitzen. Fünftens, die Auferstehung des Körpers der verstorbenen Heiligen und zwar mit dem gleichen Körper, den auch Jesus nach der Auferstehung hatte und alle, die noch leben und heilig sind, werden verwandelt werden. Und dann, die Heiligen werden Gott als tadellos in Liebe präsentiert. Siebtens, Jesus befreit bei der Wiederkunft die Kinder Gottes aus aller Knechtschaft, besiegt den letzten Feind und errettet sie von der Macht des Teufels. Und die Körper der Gottlosen werden bei der Wiederkunft durch Feuer vernichtet. Die Seelen der Gottlosen werden dann an den Ort, an diesen dunklen Ort gebracht, wo sie für tausend Jahre gefangen gehalten werden, bis zur Auferstehung der Verdammnis. Das war ihr Verständnis damals. Neuntens, wenn die Erde durch Feuer gereinigt ist, werden Christus und die Heiligen darauf für immer wohnen. Und zehntens, der Zeitpunkt für all dies ist von Gott festgelegt. Elftens, der Zeitpunkt ist nicht nur festgelegt, der Zeitpunkt ist auch geoffenbart. Das heißt, man kann ihn wissen. Das war der große Stein des Anstoßes. Und zwölftens, viele Professoren und Prediger werden die Zeit nie erkennen, bis sie eintrifft. Das war etwas, was Miller jetzt im Laufe der Jahre gelernt hat. Der größte Widerstand kam von Christen und vor allem von Theologen. Und dann dreizehntens, die Weisen aus Daniel 12, Vers 3, die Verständigen werden leuchten wie der Glanz der Himmelsfeste und werden die Gerechten zur Gerechtigkeit weisen. Die Weisen aus Daniel 12, Vers 3 werden die Zeit verstehen. Also nicht nur ist es offenbart worden, sondern man kann es auch verstehen.

[5:32] Und dann sagt er interessanterweise, und das war relativ neu, ich bin völlig überzeugt, dass irgendwann zwischen dem 21. März 1843 und dem 21. März 1844 Christus wiederkommen wird. Warum? Diese leichte Verschiebung. Miller hatte weiter studiert und festgestellt, dass das jüdische Jahr gar nicht vom ersten Januar bis zum 31. Dezember geht, sondern von Frühling zu Frühling. Und dementsprechend hat er dann auch das 1843-Jahr auf den jüdischen Kalender übertragen und gesagt, das eigentlich biblische Jahr 1843 fängt nicht am 1. Januar an, sondern am 21. März und wird dann bis zum 21. März 1844 weitergehen. Und das war relativ neu, auch für viele andere. Nicht alle haben es gleich sofort so verstanden, aber die meisten sind dem logischerweise gefolgt. Denn tatsächlich, das jüdische Jahr beginnt nicht am 1. Januar, sondern eben früher. Ob genau am 21. März, das war jetzt die Frage der Untersuchung noch, ob das wirklich genau so ist. Und dass Jesus 1843 wiederkommt, da hat er eine ganze Reihe von Beweisen, die wir hier nur erwähnen wollen, ohne Begründung, haben wir schon tausendmal gemacht. Er bezog sich auf die sieben Zeiten, die sogenannten 2.520 Jahre aus 3. Mose 26, auf die Erlassjahre, ebenfalls 2.520 Jahre, die, das ist relativ obskur, seltsam, die sieben prophetischen Jahre aus Jesekiel 39, dann auf die Typologie des Sabbats, nicht wahr? Sechs Tage Schöpfung, ein Tag Sabbat, 6.000 Jahre Weltgeschichte, dann das Millennium und nach Millerenden die 6.000 Jahre Weltgeschichte, genau 1843, dann die Typologie der Jubeljahre, 2.450 Jahre, die 2.000 Jahre aus Hosea 6 angeblich und dann natürlich der eigentliche Punkt, der auch am meisten gepredigt worden ist, die 2.300 Jahre aus Daniel 8 Vers 14 und ganz wichtig, die 1.335 Jahre aus Daniel 12. Er hatte auch noch eine etwas merkwürdige Berechnung hier für die 1.260 Jahre aus Daniel 12, aber da gehen wir jetzt nicht rein, das dauert zu lange. Und weitere wichtige Zeitprophezeiungen, nach wie vor das Ende des Osmanischen Reiches am 11. August 1840, die 1.260 Jahre von 38 bis 1798 und so weiter und so fort.

[7:58] Und dann sagt er Folgendes. Liebe Geschwister, dieses Jahr ist gemäß unseres Glaubens das letzte Jahr, in dem Satan auf dieser Erde herrschen wird. Jesus Christus wird kommen und ihm den Kopf zertreten. Die Königreiche der Erde werden in Stücke geschmissen werden, was dasselbe bedeutet und der, der rechtmäßig regieren soll, wird das Königreich übernehmen und es für immer und ewig besitzen und gleich hintendran schiebt er einen Rat. Schaut mal hier. Ich beschwöre euch, meine lieben Geschwister, seid achtsam, dass der Satan euch nicht übervorteilt, indem er Kohlen von wildem Feuer unter euch streut. Denn wenn er euch nicht zum Unglauben und Zweifel verleiten kann, wird er es dann mit dem wilden Feuer des Fanatismus und der Stekulation versuchen, um uns vom Wort Gottes wegzunehmen.

[8:38] Miller wusste, wenn man nicht unglaublich wird, besteht die Gefahr, dass man fanatisch wird. Und da jetzt das Jahr da war und die Spannung ins Unermessliche stieg, war er klug genug und auch weise genug, das vorher zu sagen. Passt auf, dass ihr nicht fanatisch werdet. Seid wachsam und nüchtern und hofft bis ans Ende an die Gnade, die euch bei der Offenbarung des Jesus Christus gegeben werden soll. Er wusste, dass zu viele Reformbewegungen gescheitert waren, weil dann plötzlich oder getrübt worden waren, weil plötzlich Fanatismus ausgeboren war.

[9:27] Während er dies schreibt, ist er hier in Waterford im Bundesstaat New York und hält dort seit dem 31. Dezember Predigten. Am 2. Januar kommt ein Pastor zu ihm mit drei Männern, die den Pastor finanziell unterstützen. Und dieser Pastor stellt ihm 20 Fragen. Und Miller beantwortet alle 20 Fragen aus der Bibel. Und dann sagt Miller im Gegenzug, darf ich Ihnen drei Fragen stellen? Und der Pastor sagt, nein, ich bin nicht gekommen, um zu beantworten. Ich bin nur gekommen, um zu fragen. Und die drei Menschen, die den Pastor finanziell unterstützen, fragen sich, was soll denn das? Und am Ende der Woche haben diese drei Menschen sich vom Pastor losgesagt und haben sich zum Adventglauben bekehrt.

[10:09] Am 4. Januar erscheint die erste Ausgabe des Science of the Times im Jahre 1843. Der Leitartikel ist ein Aufruf zugunsten Kanadas. In Kanada breitet sich die Adventbotschaft rasant aus. Bruder Skinner und Caldwell, die dort als Missionare der Adventisten unterwegs sind, berichten unter anderem, wir erfahren von Bruder H.B. Skinner, der gerade von einer zweimonatigen Tour in Kanada zurückkehrt ist, dass die Sache der baldigen Wiederkunft Christi voranschreitet. Die Erregung ist sehr groß und fast allgemeines Gesprächsthema, sowohl bei Feinden als auch bei Freunden. Die Methodisten und Baptisten, sowohl Theologen als auch Laien, glauben großteils daran und lehren es. Und jetzt, Achtung, die französischen Katholiken, gibt es ja in Kanada ganz viele, glauben ebenfalls zu weiten Teilen an das baldige Kommen des Erlösers. Und jetzt, Achtung, drei jesuitische Priester, Missionare aus Frankreich, hielten letzten Frühling Vorträge und vertraten öffentlich diese Meinung. Innerhalb weniger Wochen hat sich einer der methodistischen Missionare, Rev. R.T. Hutchison, zur Wahrheit bekannt und hat bereits begonnen, Vorträge zu halten. Es gibt reichlich Anfragen nach Rednern. Es ist nicht ungewöhnlich, dass Freunde 40 oder 50 Meilen reisen, um einen Redner einzuladen. Sie sind da zu zweit und zu dritt und sagen, wir könnten noch so viel mehr gebrauchen, die hier durch Kanada reisen. Und Heims macht einen Aufruf, spendet Geld für Kanada, damit dort eine Zeitschrift gegründet werden kann und Bücher verbreitet werden können.

[11:37] Und dann natürlich ist das erste, die erste Zeitschrift in diesem Jahr und einige grundlegende Gedanken für dieses neue Jahr. Heims schreibt, wenn wir über das Jahr nachdenken, das gerade begonnen hat, welche Szenen kommen, steigen vor unseren Augen hervor und überwältigen den Geist mit großen und glühenden Gedanken. Dies ist das Jahr, dass Tausende von Gelehrten und religiösen Köpfen als den Zeitpunkt angesehen haben, auf den sich seit geraumen Zeitaltern mächtige Vorhersagen beziehen. Dies ist das Jahr, in dem viele erwarten, dass das Geheimnis Gottes vollendet wird, das letzte Siegel geöffnet wird und die letzte Posaune erschallen wird. Dies ist das Jahr, in dem viele erwarten, dass die gerechten Toten auferstehen und die gerechten Lebenden verwandelt werden und gemeinsam entrückt werden, um ihrem Herrn in der Luft zu begegnen. Und dies ist das Jahr, in dem erwartet wird, dass der Herr der Herrlichkeit, der Retter der Menschen und Erlöser der Welt erneut unsere Erde besuchen wird. Nicht in unscheinbarem Äußeren wie damals, sondern als König der Könige in der Herrlichkeit des Vaters und mit allen heiligen Engeln. Wenn man das liest, da kriegt man ja von alleine schon fast Gänsehaut.

[12:46] Und dann wird berichtet folgendes. Uns wird von einem Herrn in New Bedford gesagt, dass die Matrosen, die diesen Hafen verlassen, aus allen Teilen der Welt diesbezüglich schreiben. Diese Matrosen haben von diesem Hafen Adventliteratur mitgenommen und verbreiten sie in allen Ländern und erzählen von diesen Dingen, wohin sie auch gehen, von Hafen zu Hafen, von Küste zu Küste. Wir haben letztes Mal schon gesehen, dass von Boston aus jede bekannte amerikanische und englische Missionsstation in der Welt versorgt worden ist mit Missionsliteratur. Soweit es ihnen möglich war, haben sie versucht, die gesamte Welt zu erreichen. Aber es gibt auch Gerüchte. Ein Gerücht sagt, dass in der Presse verbreitet wird, die Milleriten hätten den 3. April als Datum festgelegt. Ein anderes Gerücht sagt, der 23. April sei festgelegt worden und Himes und andere haben alle Hände voll zu tun, das immer wieder zu widerlegen und sagen, nein, das haben wir nicht getan. Hier zum Beispiel so ein Gerücht wird in den Science dann zitiert. Der Hartford Christian Secretary, eine Zeitschrift, sagt, die Frage wird häufig gestellt, wann die Welt zerstört wird, falls Mr. Millers Berechnungen korrekt sind. Weiter Zitat. Gemäß der besten Informationen, die wir erhalten können, glauben wir, dass der 3. April 1843 als Zeitpunkt für den Großbrand angesetzt worden ist. Und dann Kommentar der Science. Wir möchten es klar betonen, dass wir nichts mit dem Tag oder dem Monat zu tun haben. Denn die Bibel sagt, Tag und Stunde weiß niemand. Sie haben gesagt, wir glauben, dass das Jahr festgelegt ist, aber nicht Tag und Stunde. Aber immer wieder kommen diese Gerüchte auf, die dann bereitwillig von der Presse breitgetreten werden.

[14:22] Josiah Litch ist in dieser Zeit in Philadelphia und arbeitet dort mit großem, großem Erfolg. Er bringt auch in der Zeit ein Buch heraus, das heißt Judaism Overthrown, wo es noch einmal darum geht, dass Israel nicht wiederhergestellt wird. Mittlerweile hat auch Litch die sieben Zeiten von Miller übernommen. Und ein anderer junger Mitarbeiter, einer der führenden Prediger, Apollos Hale, der zusammen mit Fitch diese 43 Chart kreiert hat, der geht dann von Philadelphia aus nach Harrisburg, hier Richtung Westen, um auch dort das Evangelium zu verkündigen. Und in dieser Zeit werden erstmals auch deutsche Traktate gedruckt, weil es gibt zu der Zeit relativ viele deutsche Einwanderer, die auch die Adventbotschaft hören sollen. Leider gibt es irgendwie keine Abdrücke, die übrig geblieben sind. Naja, wie auch immer.

[15:19] Am 8. Januar ist Miller immer noch in Waterford. Das ist der letzte Abend seiner Vortragsserie dort. Und an diesem Abend bekommen 120 Menschen beim Tauberhof nach vorne. Davon 60 Männer, führende Männer der Stadt. Es sind nicht nur Frauen und Kinder, sondern es sind vor allem die führenden Männer, die er anspricht. Er ist ja mittlerweile schon 61 Jahre alt. Viele Rechtsanwälte und Theologen sind darunter. Ein Tag hat er Pause, dann geht es weiter hier Richtung Westen nach Utica. Vom 10. bis 17. Auch dort bis zu 50 Bekehrungen und eine Weckung, die über Wochen anhält. Er bekommt viele weitere Einladungen, kann sie aber nicht erfüllen.

[16:00] Währenddessen ist hier im kalten Osten von Maine ein ganz junger Mann unterwegs. James White, 21, 22 Jahre alt, schreibt, so ging ich im Januar 1843 mit dünner Bekleidung und ohne Geld zu Pferd mehr als 100 Meilen unter Fremden. Nachdem er ein bisschen Erfolg gehabt hat, im Herbst des letzten Jahres, ist er nun ganz versessen darauf zu predigen und kommt von einem Dorf zum nächsten. Dort, wo noch kein einziger Adventistenprediger gewesen ist. Und dabei riskiert er einiges. Eines Tages kommt er an einen Ort und predigt so lange, bis er heiser ist. Und als das Treffen zu Ende ist, kommt ein führender Mann der Universalisten, das sind die, die glauben, dass alle in den Himmel kommen, und sagt, er würde gern Gegenargumente liefern und auch zur Gemeinde sprechen. James White sagt, kein Problem, ich gehe dann schon mal, ich habe kein Interesse mehr zuzuhören. Er war relativ jung und unerfahren und die meisten der Zuhörer gehen auch. Aber das hat diesen Universalisten so sehr geärgert, dass am nächsten Tag James White die Nachricht bekommt, dieser Mann hat 300 Männer bestellt, die das Haus umstellt haben, als Mob. Und wir raten dir, geh nicht dorthin, es könnte dich dein Leben kosten.

[17:16] James White sagt, mach nicht, ich gehe trotzdem. Und seine Freunde bitten ihn, geh dort nicht hin, da stehen wirklich 300 Leute um das Haus herum, also so Männer, und die sind dir feindlich gesinnt. Und James White, wie gesagt, 22 Jahre alt, sagt, ich gehe trotzdem. Und er geht hin, innen drin die ganzen Frauen, die angsterfüllt dort sitzen und auf den Vortrag warten, die Fenster sind alle schon offen, und irgendwie schafft er es durch die Menge hindurch, in den Raum zu kommen. Er traut sich nicht mal niederzuknien, weil ständig Schneebälle nach ihm geworfen werden. Er betet mit offenen Augen, um ausweichen zu können. Und als er beginnt zu predigen, fangen 300 Männer von draußen an Lärm zu machen, in die Hände zu klatschen. Und er kann, er versucht sie zu übertönen, aber jedes Mal, wenn er die Bibel aufschlägt, muss natürlich seine Stimme runter, geht seine Stimme runter, muss Pausen machen. Und es wird so laut, dass er einfach nicht predigen kann. Er merkt, es macht keinen Sinn. Währenddessen kommen hunderte Schneebälle von allen Seiten, völlig durchnässt. Und er merkt, normales Predigen macht keinen Sinn. Er macht seine Bibel zu und beschreibt einen Tunnelblick. Er sieht nur noch den Tag des Herrn, der wie Feuer brennt. Und er sieht all diese Menschen, die dort draußen stehen, im ewigen Feuer brennen. Und er predigt mit seinem ganzen Herz aus und beschreibt den Tag des Herrn und beschreibt, wie sie alle brennen werden und wie furchtbar das sein wird. Und ob sie nicht jetzt noch die Gelegenheit ergreifen wollen, Buße zu tun. Und dann kommt ihm eine Idee. Letzt am Abend zuvor war ein Nagel nach ihm geworfen worden an die Stirn und er war an seine Bibel gefallen. Und er nimmt diesen Nagel heraus und durchnässt, wie er ist, stellt er sich dann an die Wand und beschreibt, wie Christus gestorben ist. Und die ganze Meute fängt an zu weinen. Und ja, fast hundert bekehren sich. Große Erweckung, Opposition ist zu Ende. Das sind schon ziemlich interessante Erfahrungen, die wir gemacht haben.

[19:23] Naja, Anfang des Jahres hören wir wieder etwas von Josef Wolf. Vielleicht haben wir ihn schon fast vergessen, der seit Jahren dort in England sitzt, an der Kirche und im Prinzip nichts mehr groß tut, missionarisch. Er hat nämlich gehört, dass diese beiden britischen Offiziere, Connolly und Stoddart, in Mittelasien gefangen genommen worden sind. Wie wir heute wissen, waren die schon tot. Das weiß aber zu dem Zeitpunkt noch keiner. Und da Wolf in all den Missionsreisen in früheren Jahren immer von britischen Offizieren geholfen worden ist, entschließt er sich, noch einmal England zu verlassen und nach Afghanistan, nach Turkmenistan zu reisen, um herauszufinden, was mit diesen beiden Männern passiert ist. Und darauf will er sich vorbereiten. Die Regierung in England glaubt, dass die beiden tot sind, damit hat sie auch recht, aber Weisenhardt kann es niemand. Und so bereitet sich Wolf darauf vor, noch einmal in den mittleren Osten zu reisen.

[20:22] Ebenfalls im Januar bekehrt sich ein junger Mann, 13 Jahre alt, von dem wir später mal in vielen Monaten hören werden. Sein Name ist John Nevins Andrews, 13 Jahre alt und er kommt auch zu den Mineriten. Am 11. Januar wird in den Science of the Times etwas interessantes berichtet. Wer hätte das gedacht, dass ausgerechnet im Jahr 1843 die Mineriten beginnen ein Haus zu bauen. Weil ihr Versammlungsgebäude in der Chardon Street Chapel platzt aus allen Nähten. Der Brandschutz ist nicht mehr gewährleistet. Und so müssen sie ein neues Gebäude bauen und sie fangen an jetzt dieses Gebäude zu bauen. Das gibt natürlich Anlass zur Kritik, wie können Leute, die glauben, dass Jesus noch dieses Jahr wiederkommt, ein Gebäude bauen. Aber sie bauen es so einfach wie möglich und so simpel wie möglich, aber Hauptsache groß genug, dass mit noch so vielen Menschen wie möglich Platz daran haben. Hier haben wir den Artikel Tabernaker. Das wird im Januar begonnen zu bauen.

[21:34] Am 18. Januar wird folgendes in den Science berichtet. Wir hatten ja davon gesprochen, dass Bruder French noch vor Bruder Storrs der erste war, der den wahren Zustand der Toten in einem kleinen Büchlein beschrieben hatte und auch entsprechend gepredigt hatte. Und mittlerweile heißt es ja folgendes, Bruder French bittet uns zu sagen, dass das oben erwähnte Werk, also dieses kleine Pamphlet über den Zustand der Toten, in diesem Büro jetzt gratis zu bekommen ist. Also er verbreitet das wirklich und gemeinsam mit Storrs sind er und Storrs die beiden, die dieses Thema jetzt vor die Leute bringen wollen. Aber der Rest der Milleriten hat da keine gute Meinung zu. Schaut mal, was hier die Science als Kommentar schreiben. Dass die Seele unsterblich ist und für immer in endloser Glückseligkeit oder Qual existieren wird, ist eine Lehre, die wir wie unseren Augenapfel behüten. Wow. Also da hatte Gott noch einiges an Überzeugungsarbeit zu tun, um diese Lehre jetzt hineinzubringen in den Adventismus.

[22:36] Calvin French selbst berichtet in derselben Ausgabe, ich kam am Samstag in New York City an. Wir erinnern uns, vor einem Jahr war New York City noch schwer zu reichen für die Milleriten, aber mittlerweile kann er sagen, diese Stadt ist im Kern erschüttert. Die größte Stadt Amerikas ist bis in die Grundfesten vom Millerismus erschüttert. Professor Whiting, ein bekannter hebräischer und griechischer Gelehrter, der von seinen Brüdern eingeladen wurde, das Thema zu untersuchen, ist von der Wahrheit überzeugt worden und gibt nun Vorträge, in denen er zeigt, dass Daniels Vision dieses Jahr endet. Immer mehr prominente Leute, immer mehr Gelehrte stellen sich auf Millers Seite, weil es biblisch Daniel 8, Daniel 9 einfach so eindeutig ist. Und hier haben wir wieder einen Hebräisch-Kenner. Einige der Gegner Millers hatten behauptet, Miller sei einfach zu dumm, er könne kein Griechisch, kein Hebräisch, deswegen prägt er so einen Unsinn. Aber die besten Hebräisch-Kenner, Josef Wolf oder auch hier Whiting, stimmen prinzipiell mit Miller überein. Und auch Himes ist dieser Tage in New York City und berichtet davon, wie das Werk sich rasant ausbreitet. Das hat natürlich zu tun mit der Zeitschrift, die seit einigen Wochen herausgebracht wird, The Midnight Cry, der Mitternachtsruf. Erst täglich, dann jetzt jede Woche wird hier in New York City davon berichtet.

[23:55] Miller geht am 21. Januar hier nach Bennington in Vermont. Am selben Tag erscheint viel weiter südlich, in dieser Stadt, in Washington DC, in der Hauptstadt, eine Werbekampagne, die sagt, Miller wird morgen Vorträge halten. Irgendjemand kam auf den Spaß, Handzettel zu drucken und zu verteilen, dass am nächsten Tag Miller in der Hauptstadt, in Washington DC, eine Vortragsreihe beginnen wird. Die ist allerdings in Bennington. Was passiert also? Am 22. Januar, das ist ein Sonntag, erscheinen 5000 Leute vor den Stufen des Patentbüros, wo das stattfinden soll. 5000 Leute ist eine ganze Menge. Washington DC hat damals nur 40.000, also ist ein bisschen kleiner als Cannstatt. 5000 Leute stehen davor und warten, dass Miller zu ihnen spricht. Der ist aber viele Meilen nördlich. Irgendwann kommt einer der höherangestellten Personen auf die Idee und sagt, wahrscheinlich stimmt das gar nicht. Und als er dann vor die Menge tritt und sagt, es ist wahrscheinlich, dass Miller gar nicht in der Stadt ist, entsteht ein Riesengeschrei, alle rufen durcheinander. Man kann die Meute noch mal beruhigen und jemand schlägt dann vor, dass hier ein bekannter Redner ist, der könnte doch etwas über Mäßigkeit sagen, einen Mäßigkeitsvortrag halten. Der hat aber gar keine Lust vor 5000 aufgeregten Menschen etwas über Mäßigkeit zu sagen. Und als dann die Leute mitbekommen, dass nichts getan wird und nichts zu erwarten ist, dann fangen sie an, selbst ein bisschen Spaß zu machen, tun alle Barrikaden umstoßen und es kommen zu regelrecht tumultartigen Szenen. Die privilegierteren Bürger, die in den vordersten Reihen gesessen haben, werden durch die Stadt getrieben und naja, ziemliches Durcheinander.

[25:44] Am 23. Januar wird in Österreich der Würfelzucker erfunden. Ich glaube, der Würfelzucker mit seinem weißen, raffinierten Zucker hat ziemlich viel beigetragen dafür, dass viele Menschen ziemlich krank geworden sind und warum es eine Gesundheitswirtschaft gab. Weiterhin am 25. Januar berichtet Litsch von dem rasanten Fortschritt in Philadelphia, auch eine der größten Städte Amerikas, und davon, dass man eine Zeitschrift herausgebracht hat. Jetzt hat man nicht nur eine Zeitschrift in Boston, Science of the Times, die sozusagen das Hauptorgan der Militärregion ist, man hat jetzt eine Zeitschrift in New York, The Midnight Cry, und jetzt hat man noch eine in Philadelphia, die heißt The Trumpet of Alarm, die Trompete des Alarms. Und später kommen noch andere dazu, zum Beispiel hier The Voice of Truth in Albany. Und so entstehen jetzt innerhalb von wenigen Wochen eine Zeitschrift nach dem anderen. Wenn wir zurückschauen, können wir sehen, das Wachstum ist absolut exponentiell und nimmt unfassbare Formen an.

[26:49] Was sich in diesen Tagen auch mehrt, ist der beißende Sport in der Öffentlichkeit. Karikaturen und Miller-Werbung. Das heißt zum Beispiel, Medizinwerbung wird folgendermaßen beworben. Da gibt es eine bestimmte Medizin und dann das Logo für die Medizin ist ein fliegender Engel und das Motto ist, die Zeit ist gekommen, diese Medizin zu kaufen. Oder Zigarettenwerbung oder Zigarrenwerbung, da steht dann, die Zeit ist knapp, bald geht die Welt unter, wir haben wenig Zeit, noch diese Zigarren zu rauchen, wir sollten es jetzt tun. Und entsprechend haben wir hier eine Karikatur von einem Milleriten, der sich auf das Weltende vorbereitet. Den Schinken und die Zigarillos und den Wein. Ziemliches Aufsehen. In Bangor, in Maine, bietet ein Unternehmen Sitzplätze auf einem Heißluftballon an, für 200 Euro, mit dem man dem Ende der Welt entfliegen kann. Also der Sport und die Heme kennen keine Grenzen. Und ich glaube, es ist eine interessante Lektion für uns, dass wir kennen das momentan noch gar nicht so, dass man sich so sehr lustig über uns macht in der Öffentlichkeit. Die Zeit wird kommen, wenn unsere Botschaft wieder in der ganzen Welt verkündigt wird, dass nicht nur die Werbung sich um uns lustig machen wird, dass die Zeitschriften sich um uns lustig machen werden, Komiker. Und das muss man erst mal ertragen. Ich weiß, wenn man die Zeitung aufschlägt und überall wird boshaft Falsches berichtet, da können wir uns noch gar nicht so richtig hineinversetzen. Naja.

[28:33] Mittlerweile, so hört man an Berichten, hat die Botschaft sogar die eigenständige Republik Texas erreicht. Und auch dort wird es natürlich kritisiert. In New York City muss ein neues Büro gefunden werden, weil so viele Gäste jeden Tag in das Büro kommen, um Bücher zu kaufen, um Zeitschriften zu bestellen, dass kein Platz mehr gefunden wird. Und das alles noch im Januar. Weitere Gerüchte. Neben dem 3. April, um den 23. April, kommt jetzt auch das Gerücht, auf der 25. April sei als Datum festgelegt worden. Außerdem ein ganz hartnäckiges Gerücht. Die Milleriten machen sich angeblich Himmelfahrtskleider. Das heißt, sie nähen sich weiße Kleider, mit denen sie dann in den Himmel fahren wollen. Anderes Gerücht. Die Milleriten hätten nochmal nachgerechnet und festgestellt, sie haben sich um 1000 Jahre verrechnet. Die Welt geht erst 2048 unter. Und noch ein Gerücht. Miller hat wohl angeblich gesagt, wenn es 1843 nicht kommt, wird er auf der Stelle wieder Atheist. Und ein anderes Gerücht, das auch ziemlich hartnäckig ist und von vielen Zeitschriften behauptet wird, Himes macht das Ganze nur, um sich zu bereichern und reich zu werden durch den Verkauf der Literatur.

[29:42] Letzte Woche haben wir besprochen von Robert Winter, dem Briten, der in Amerika den Millerismus kennengelernt hat und dann nach London zurückgefahren ist im Herbst 1842. Jetzt berichtet er im Februar folgendes. Seit ich nach London kam, habe ich mehrere Zeitschriften verteilt und sie haben großen Eindruck auf die Menschen gemacht. Ich habe ein paar Vorträge in verschiedenen Teilen der Stadt gehalten und einige haben die Wahrheit, wie sie in Jesus ist, angenommen und predigen sie anderen. Darunter ein Prediger und ein Klassenleiter der Methodisten. Der erste Auslandsmissionar der Milleriten, Robert Winter, wirkt in London so gut er kann. Und die Idee ist immer noch in den Köpfen der Amerikaner, irgendjemanden Prominentes nach England zu schicken. Der Robert Winter bittet darum und sagt, könntet ihr nicht Miller nach England schicken? Oder könntest du nicht kommen, Joshua Heims? Dass jemand, der richtig Kraft hat in seiner Predigt, etwas tun könnte. Aber Miller hat erstmal keine Zeit. Miller muss nach Philadelphia.

[30:42] Nachdem jetzt Litsch dort den Boden bereitet hat und mehrere Vorträge gehalten hat und Vortragsserien und die Zeitschrift und ein eigenes Büro eingerichtet hat, ist der Boden bereitet für die Hauptoffensive. Die Strategie in diesen Tagen ist, junge Prediger wie Litsch sind eine Speerspitze, die gehen in große Städte, fangen an Interesse zu erzeugen, Freunde zu finden und Menschen für diese Botschaft zu begeistern. Und dann, wenn ein Boden bereitet ist, dann kommt Miller mit Heims und dann halten die die großen Treffen, wo zigtausende Leute kommen. In diesem Fall hat man gar nicht gekleckert, sondern gleich geklotzt. Man hat eines der größten Versammlungsräume in ganz Amerika gemietet, das Chinese Museum, das chinesische Museum von Philadelphia. Und gleichzeitig wird diese Zeitschrift ins Leben gerufen und Miller soll dort predigen. Es gibt enormen Widerstand, auch man behauptet, Miller würde sich bereichern an diesen ganzen Sachen.

[31:40] Und so gibt er einen kurzen Abriss über seine Position. Er sagt am 4. Februar, meine Prinzipien kurz gefasst sind, dass Jesus Christus wiederkommen wird, um die Erde zu reinigen und in Besitz zu nehmen, gemeinsam mit allen seinen Heiligen. Irgendwann zwischen dem 21. März 1843 und dem 21. März 1844. In den letzten 23 Jahren habe ich niemals eine andere Zeit gepredigt oder veröffentlicht. Ich habe niemals einen Monat, Tag oder eine Stunde festgelegt. Ich habe niemals einen Fehler in meinen Berechnungen feststellen können. Bisher ist auch kein Fehler nachgewiesen worden. Obwohl es einen Fehler gibt, hat es noch keiner bemerkt, weder er noch seine Gegner. Ich habe keine Vorsorge für eine andere Zeit getroffen. Ich bin vollkommen überzeugt, dass die Bibel wahr und Gottes Wort ist und ich bin zuversichtlich, dass ich in dieser Sache mich allein auf dieses gesegnete Buch stürze. Ich bin kein Prophet, weil das wird auch mal behauptet. Miller würde das Ganze von Prophezeiungen, die er selbst bekommen hat, herleiten. Ich bin kein Prophet. Ich bin nicht gesandt, um zu weiss sagen, sondern zu lesen, glauben und zu veröffentlichen, was Gott im Alten und Neuen Testament den Propheten inspiriert hat. Dies waren und sind meine Prinzipien und ich hoffe, ich werde an ihn niemals zu schanden werden.

[32:48] Dann sagt er, weltliche Angelegenheiten hatte ich in den letzten zwölf Jahren sehr wenig. Er sagt, die letzten zwölf Jahre hatte ich kaum Zeit für mein eigenes Leben. Ich habe eine Frau und acht Kinder. Ich habe großen Grund zu glauben, dass die alle Kinder Gottes sind und an dieselbe Lehre glauben wie ich. Mir gehört eine kleine Farm in New York. Meine Familie ernährt sich von ihr und ich glaube, sie werden als fleißig, mäßig und genügsam eingeschätzt. Sie sind gerne gastfrei und weisen keinen Pilger oder Bedürftigen an der Tür ab. Ich habe keine Schulden. Ich habe in den zwölf Jahren mehr als 2.000 Dollar meines Besitzes in diese Sache gesteckt. Und 2.000 Dollar hatten damals einen anderen Wert. Damals lag der Tageslohn für jemanden, der Socken gestrickt hat, acht Stunden am Tag, 25 Cent. Kann man sich ungefähr auswählen, wie viel 2.000 Dollar sind.

[33:35] Eine Zeitschrift berichtet ebenfalls am 4. Februar von einem Milleriten, der so überzeugt war von der Botschaft, dass er einen Fehler gut machen musste, so ist er in eises Kälte 30 Meilen gewandert, um einem bekannt zu gestehen, dass er vor 13 Jahren ihm 13 Dollar gestohlen hat. Und der Zeitungsredakteur sagt, wenn alle Menschen Milleriten würden, wäre die Gesellschaft weitaus besser. Und das ist wohl wahr.

[34:11] Dann am 5. Februar wird ein Komet entdeckt, erstmal in Europa. In Amerika verpasst man die Entdeckung, aber er wird kurze Zeit später zu sehen sein und natürlich helle Aufregung hervorrufen. Es ist der hellste Komet des ganzen 19. Jahrhunderts, bekannt als der Märzkomet von 1843. Und die Leute sagen später, die Milleriten haben so ein Glück, dass ausgerechnet in diesem Jahr so viele Zeichen am Himmel sind. Der Himmel scheint ihnen zu helfen. Gleichzeitig versucht man die Wissenschaft zurate zu ziehen, um gegen Miller zu predigen. So wird am 8. Februar berichtet, dass in Boston in einer Kirche ein Prediger eingeladen wird, der aufgrund von geologischen Beweisen nachweisen will, dass die Welt nicht 1843 zugrunde geht. Warum? Neueste Ideen in der Geologie sagen ja, dass die Welt nicht 6000 Jahre alt ist, sondern viele hunderttausende Jahre. Der George Lyle hatte vor wenigen Jahren erst ein Buch Prinzipien der Geologie veröffentlicht und man hatte mittlerweile geglaubt, dass die Welt schon viele, viele, viele Jahrhunderttausende alt ist. So die Wissenschaftler. Der Mensch ist vor 6000 Jahren geschaffen, ja, aber die Erde selbst hat schon viel, viel länger existiert. Und man kann doch nicht wirklich annehmen, dass für über hunderttausende Jahre nur Frösche und Reptilien auf der Erde gelebt haben und dann nur 6000 Jahre der Mensch. Das geht doch gar nicht. Und das war der Grund, warum viele Menschen dann Millers Theorie abgelehnt haben.

[35:37] Miller predigt weiter in Philadelphia. Man sagt, dass vermutlich seine Vortragsreihe dort die effektivste und weitreichendste war überhaupt. Entsprechend war auch der Widerstand. Eines Tages am 8. Februar, am 9. abends, war der Saal so voll, dass man nicht mal sein eigenes Wort verstanden hat. Dann hat man einige Menschen wieder herausgelassen, die Türen geschlossen. Und das ging dann ganz ruhig weiter, bis ein kleiner Junge, der nicht ganz gehorsam war, Feuer gerufen hat. Und als er Feuer ruft, dann bricht Panik aus. Man kann die die Meute gerade noch, also die Menschen gerade noch mal wieder, das sind ja zigtausend in dem Raum, zur Ruhe rufen. Man muss die Fenster öffnen. Als man die Fenster öffnet, glauben die Menschen, die draußen stehen und noch warten, dass sie reinkommen, dass sie reinkommen dürfen. Und dadurch entsteht noch mal wieder Aufruhr und dann muss das Ganze abgebrochen werden. Und als am nächsten Tag es wieder zu so einer Störung kommt, muss dann der Besitzer des Museums die Vortragsreihe abbrechen, weil einfach auch die Polizei und die Feuerwehr nicht in der Lage sind, so viele Menschen in dem größten Gebäude Amerikas unter Kontrolle zu kriegen. Es ist einfach zu viel. Zu viele Menschen wollen das hören. Am letzten Vortrag, der noch genehmigt wird, kommen 1000 Menschen nach vorne. 300, 400 erbitten besondere Gebete und Philadelphia ist im Kern erschüttert. Und da öffnen sich die Türen jetzt nach Süden und nach Westen. Natürlich, die Zeitungen berichten von diesen Dingen, als wären die Milleriten Schuld an diesem ganzen Chaos, nicht wahr? Und dass das an der Leere der Milleriten liegt, dass da Panik ausbricht. Gegen Ende der Vortragsreihe bringt auch das Theater in Philadelphia ein Stück auf den Spielplan mit dem Titel Miller oder das Ende der Welt. Und ein Komiker spielt dann den Miller. Also da sieht man, wie sehr das in die Öffentlichkeit gedrungen ist. Das war im Anfang 1843 war Millerismus auf jeder Titelseite der Zeitung und wäre heute auf jeder Homepage gewesen. Alle Menschen haben davon gesprochen.

[37:48] Einige Milleriten glaubten, dass eventuell der 10. oder 15. Februar das Datum der Wiederkunft sein könnten, weil ja genau 45 Jahre vorher am 15. Februar der Papst gefangen genommen worden ist. Aber das erwies sich natürlich als falsch und auch Miller oder die führenden Prediger hatten sowas niemals gesagt. Und dann hält Miller hier etwas weiter von Philadelphia entfernt eine Vortragsreihe in Trenton auf Einladung des Bürgermeisters. In Albany in New York ist die Erweckung so gewaltig, dass die Hälfte der Stadt täglich in die Kirche geht. Die Theateraufführungen finden vor leeren Sitzen statt. Keiner hat mehr Interesse an Unterhaltung. Also so gewaltig das gewesen. Auch Albany ist eine relativ große Stadt.

[38:34] Alexander Campbell nennt Miller einen liebenswürdigen Enthusiasten und Joseph Bates trifft im Februar eine interessante Entscheidung. Wir können uns erinnern, dass er im Laufe seines Lebens sich erst gegen starken Alkohol und dann gegen schwachen Alkohol und dann gegen Wein und dann gegen Tabak entschieden hat. Und 1843 mit 51 Jahren entscheidet er sich, 50 Jahre ist er damals, entscheidet er sich jetzt kein fleischwertes Essen. Vegetarier zu werden. Und wenige Monate später gibt er auch Butter, Fett, Käse und Torten auf. Das ist eine interessante Entwicklung. Bates war einer der großen Gesundheitsreformer schon in der Zeit.

[39:27] Am 14. Februar beobachtet ein US-Offizier um drei Uhr morgens, Achtung, dass der Mond blutrot wird und ein schwarzes Kreuz sichtbar wird. Am 15. Februar beobachten hunderte Menschen drei konzentrische Kreise um den Mond und zwei Scheinmonde werden in Regenbogenfarben beobachtet. Am 16. Februar wird in Auburn wieder zwei Scheinmonde beobachtet und gegen Ende ist ein Kreuz im echten Mond zu sehen. Wie gesagt, es werden Zeichen am Himmel sein. Und obwohl man das nicht als nachprüfen kann, ist es schon erstaunlich, wie viele Berichte unabhängig voneinander in diesen Tagen gewesen sind. Und das ist auch Sinnlos.

[40:02] Am 15. Februar hier erstmalig anonym, keiner weiß, wer es genau gewesen ist, schreibt ihm einen Brief in den Science of the Times über das zweite Tier aus Offenbarung 13, das nach Miller, das Papst ist, und nach Litsch und allen anderen Napoleon. Er sagt, niemand hat Napoleon religiös angebetet, aber wie viele sind durch die großen Männer dieser Kirchen verführt worden. Und obwohl Miller in seinen Vorträgen den Menschen rät, in ihnen, den Kirchen zu bleiben, muss er nun sehen, so denke ich, welche Macht über das Gewissen der Menschen ausüben und sie als Teil des Babylons ansehen, von dem es nun heißt, kommt aus ihr heraus, mein Volk, dass ihr nicht an ihren Sünden teilhabt und nicht ihre Plagen empfangt. 15. Februar, das erstmalige der Gedanke, könnte es sein, dass Offenbarung 13 auch vom abgefallenen Protestantismus schreibt. Die beiden Hörner interpretiert er als Luther und Calvin, nicht wahr? Damals noch ein Lamm, der Protestantismus später wie ein Drache.

[41:09] James Weitz hält Vorträge weiter den ganzen Winter über. Er wird auf einer Konferenz eingeladen zu sprechen, wo viele Kirchen zugegen sind und er soll dann die nächsten sechs Wochen an zwölf verschiedenen Orten Vorträge halten und zwar zehn pro Ort. Das heißt, er muss 20 Vorträge pro Woche halten und immer hat er einen halben Tag um dann 20 bis 30 Meilen zu reisen. Eines Tages ist er schon abends so fertig nach einem Vortrag und muss dann aber noch an einen anderen Ort reisen und die Leute sagen, bleib doch hier, es bringt nichts. Du bist durchnässt, du bist kalt, es ist eisig kalt draußen. Er sagt, ich muss gehen und obwohl er völlig durchnässt ist, es draußen bitterbitter kalt ist, reitet er noch einmal im Sonnenuntergang 16 Meilen an einen anderen Ort. Dort kommt er mit einer Stunde Verspätung an. Der Pastor war gerade dabei, die Versammlung aufzulösen und er kommt gerade noch herein und sagt, ich bin da, ich bin da, lasst uns anfangen und er fängt an zu predigen. Man kann ihn am Anfang aber nicht verstehen, weil seine Zähne so sehr klappern. Diese Menschen haben alles gegeben, was sie hatten und Miller, 17. bis 21. Februar, geht zurück nach Lansingburg und hält dort eine Vortragsreihe. Das überspringen wir.

[42:31] Weitere Gerüchte. Milleriten werden Brand einer Papiermühle als Prophetieerfüllung akzeptieren. Oder ein Gerücht, Miller glaubt selbst nicht, was er sagt. Oder Achtung, kein Scherz, steht in der Zeitschrift, 1843 wird wie folgt berechnet, Anzahl der Falten im Horn eines fünfjährigen Widders mal zwölf Zeichen des Sternkreises mal Anzahl der Samen in einem Winterkürbis. Das steht in den Zeitungen. Weitere Gerüchte, bei Miller spielt Bekehrung keine Rolle, egal ob du dich bekehrst oder nicht, Hauptsache du glaubst an 1843 und wer nicht an 1843 glaubt, geht verloren angeblich. Und ein ganz hartnäckiges Gerücht kann man immer wieder lesen, Millers Thesen verursachen Geistesstörung und etliche Zeitschriften haben Agenten unterwegs, die nach Fällen suchen, wo angeblich Menschen geisteskrank werden durch Millers Vorträge. Das einzige, was man findet, sind allerdings Fälle, wo Menschen, die geisteskrank waren, wieder gesund werden durch Millers Vorträge. Da gibt es zwei Fälle. Ansonsten hat man noch Daten, 12. April als Datum als Gerücht oder auch der 15. April als Datum wird auf Handzetteln verteilt. All das falsch, aber das macht ja nichts. Die Aufregung kennt keine Grenzen dort in Amerika.

[43:38] Miller hält eine weitere Vortragsreihe vom 22. Februar bis 5. März in Half Noon und am 22. Februar entscheidet sich der Vatikan, Missionare nach China zu senden. Kurz zuvor war der Krieg zwischen England und China ausgegangen. England hatte China gedemütigt und die Öffnung von Häfen erzwungen zum Opiumhandel. Das war die Chance der Missionare. Und wo die Protestanten ein Missionar gesandt haben, sendet Rom 20 und versucht, die Chinesen zu bekehren.

[44:19] Jetzt Ende Februar wird der Komet, von dem wir vorhin gesprochen haben, deutlich sichtbar. 27. bis 28. Februar kommt dieser Komet deutlich zum Vorschein und die Menschen schauen darauf und wussten nicht, dass es ein Komet ist und viele glauben, dass es ein Himmelszeichen ist. Die Wiederkunft drückt nahe. 27. Februar, Josiah Litsch geht an den nächsten Hauptort, nämlich jetzt nach Washington DC. Diesmal ist es natürlich kein Humbug, sondern tatsächlich wahr. Er geht dorthin und versucht, den Boden vorzubereiten, damit kurze Zeit später Miller und Himes in die Hauptstadt gehen können, um dort eventuell sogar Leute aus dem Parlament, dem Senat zu bekehren. Das ist die Idee, mitten ins Zentrum der Regierung mit der Botschaft zu kommen.

[45:05] Miller hält eine weitere Vortragsrede in Boston Center und hier haben wir einen bekannten baptistischen Pastor, der sich auch jeder Tage bekehrt zum Millerismus und er sagt, wenn wir keinen Fehler in unserer Auslegung der Prophezeiung gemacht haben, dann wird der Herr 1843 kommen, sollte es einen Fehler geben, Achtung, was möglich ist, d.h. sie haben damit gerechnet, glaube ich dennoch wegen der anderen Prophezeiung, dass das Ende aller Dinge nahe ist, ich werde nach ihm Ausschau halten, bis er kommt. Viele Leute denken, wenn es 1843 nicht passiert, dann wären die alle ungläubig, aber die Milleriten wissen, 1843 basiert er letztendlich auch auf menschlicher Geschichte, auf Geschichtsdaten und falls sich da einer geirrt hat bei den Historikern, dann kommt es vielleicht ein Jahr später oder zwei Jahre später, aber es kann nicht mehr hunderte Jahre weg sein, das ist auf jeden Fall ganz deutlich.

[46:00] George Storrs wird eingeladen, nach Boston zu gehen, ins Zentrum der Millerbewegung, um dort über Wochen eine Vortragsrede zu halten, das macht er gerne, George Storrs wird mittlerweile zu einem der führenden Köpfe der Millerbewegung und Josiah Litch, immer der Pionier, die Speerspitze der Millerbewegung, geht nach Westen, nach Pittsburgh, fast an den äußersten Rand der Zivilisation damals, an einen Ort, wo es keinen einzigen Adventgläubigen gibt. 70.000 Leute, noch kein einzigen. Jesus kommt bald wieder und er gibt sein Äußerstes dort, er gibt eine große katholische Präsenz dort, aber er versucht dort den Adventglauben zu predigen.

[46:46] Wenn wir zusammenfassen im Frühjahr 1843, stellen wir fest, dass die Botschaft in alle Lande geht und die Bewegung finanziell auf ziemlich gesunden Säulen steht, alle Druckkosten aller Bücher können bezahlt werden, sie haben keine Schulden und das liegt vor allem daran, dass sie viel persönliches Kapital hineinstecken. Die führenden Leute neben Miller sind Josiah Litch, Joshua Himes natürlich, der alles organisiert, der Manager der ganzen Bewegung ist, George Storrs und Fitch, dem im äußersten Westen, in Ohio, in Cleveland, in Cincinnati. Die Botschaft predigt, das überspringen wir aus Zeitgründen.

[47:21] Das fand ich so interessant. In jenen Tagen wird davon berichtet, dass der französische König einen Brief schreibt an die Königin Victoria von England mit der Bitte, den Papst als Oberhaupt der Kirche anzuerkennen. In jenen Tagen waren große Anstrengungen unternommen worden, die anglikanische Kirche wieder zu rekatholisieren und das war ziemlich erfolgreich gewesen und ich möchte das deswegen sagen, weil obwohl wir wissen, dass Jesus nicht 1843 wiedergekommen ist und auch nicht 1844 wiedergekommen ist, wir wissen, es hätte nicht bis 2014 gedauert oder dauern müssen. Jesus hätte ziemlich bald wiederkommen können und hier haben wir einen Hinweis darauf, dass Bewegung im Gange waren, die Ereignisse von Offenbarung 13 und 14 und Offenbarung 16 sehr schnell zu realisieren. Werden wir nächstes Mal auch noch sehen. Die Schachfiguren standen schon alle bereit. Die Bewegung war unterwegs. Gesundheitsbewegung und Profitierbewegung, alles war schon da und wir werden uns fragen müssen, warum sind wir noch hier.

[48:34] Miller geht weiter nach Belston Spa und nach Rock City. 12. März, 15. März hält dort Vorträge und von dort soll es wieder nach Süden gehen, nach Albany und von Albany nach Boston, aber dann passiert, was schon öfter passiert ist, er wird wirklich krank. Er hat wieder eine Wundrose und er muss hier in Rock City erstmal bleiben. Vorträge müssen abgesagt werden.

[48:58] Währenddessen kommen verzweifelte Rufe aus dem äußersten Ende der Zivilisation, aus Illinois, das wirklich wilde Westen. Wir brauchen Vortragsredner, wir brauchen Leute, die herkommen und Heims schreibt in seiner Zeitschrift, ich weiß gar nicht, wie ich senden soll, alle sind unterwegs schon. Wir haben niemanden und er stellt die Frage, gibt es jemanden, der in die Wildnis nach Illinois gehen möchte. Heims selbst predigt zu der Zeit in Albany und hält dort Vorträge. Dort haben sich im letzten Jahr 2000 Menschen bekehrt und sind Atlantisten gewonnen.

[49:34] Weltgeschichtlich rumort das auch. Karl Marx gibt seine Stelle als Redakteur der Rheinischen Zeitschrift auf, wegen Problemen mit der Pressezensur und der Same des Kommunismus gärt schon in jener Zeit. Alles kommt zusammen.

[49:54] 15 März schreiben die Science of the Times, lieber Leser, bist du vorbereitet, deinem Gott zu begegnen? Hast du die ganze christliche Waffenrüstung an? Hast du den guten Kampf des Glaubens gekämpft? Brennen deine Lampen mit genügend Öl in den Gefäßen? Ist deine Hoffnung auf den Felsen gegründet? Hast du gemäß den Forderungen des Evangeliums gelebt, die Gebote Gottes befolgt und dich von der Welt unbefleckt gehalten? Es ist für wahr ein feierlicher Gedanke, eine feierliche Ermahnung und wie wichtig es ist, uns selbst zu prüfen, ob wir unheilige Gedanken oder Leidenschaften beherbergen.

[50:22] In 6 Tagen beginnt das jüdische Jahr 1849. Nochmal bringt man eine Zusammenfassung der wichtigsten Miller-Vorträge als neues Buch heraus. The Midnight Cry, der Mitternachtsruf, Offenbarung, das ist Matthäus 25, die 10 Jungfrauen, die letzte Botschaft an eine sterbende Welt. Da geht es um die Wiederkunft Jesu, die erste Auferstehung, die 2300 Tage, 70 Wochen, das heidnische Rom, Auslegung von Daniel 11, dann die 1260, 1290, 1335 Tage, das neue Lied, die 7 Siegel, die beiden Zeugen, die Frauen der Wüste, die 10 Jungfrauen und die Zeichen der Zeit, die Botschaft komprimiert.

[50:57] Am 22. März haben wir den ersten Brief unseres jungen James White in den Science of the Times. Er ist keine große Größe im Millerismus, nur einer von vielen hundert Predigern. Aber er schreibt hier, seit ich Palmyra im Januar verlassen habe, habe ich folgenden Städten an verschiedenen Orten gepredigt und dann sagte, es gibt keine Opposition außer von Universalisten, siehe dieser Mob, und kaltherzigen Christen. Die meisten Prediger schweigen über das Thema der baldigen Wiederkunft. Sie sagen den Menschen, sie wollen abwarten, bis die Zeit die Frage entschieden hat. Brüder, ich kann nicht warten. Gott verhüte, dass ich meine Arme verschränke, während Sünder in die ewige Nacht sinken. Sünder kommen zu Jesus. Ehre sei Gott. Das überspringen wir.

[51:42] Der Komet sorgt für Aufregung, aber die Milleriten interessanterweise springen gar nicht so sehr auf den Zug drauf. Die Milleriten veröffentlichen in ihren Zeitschriften wissenschaftliche Erklärungen, dass es ein Komet ist und sagen, unser Glaube gründet sich nicht auf Kometen, unser Glaube gründet sich auf das Wort Gottes. Und Miller ist wirklich todkrank. Was macht Ellen Harmon in dieser Zeit? Letzter Punkt für heute, dann schließen wir.

[52:02] Sie sagt folgendes, 15 Jahre alt ist sie, in meinem Gemüte verdunkelte und überschattete die Gerechtigkeit Gottes, seine Barmherzigkeit und Liebe. Die Herzensangst, die ich zu dieser Zeit durchmachte, war eine sehr große. Es war mir gelehrt worden, an eine ewig brennende Hölle zu glauben und indem ich über den elenden Zustand der Sünder ohne Gott und ohne Hoffnung nachdachte, war ich in tiefer Verzweiflung. Ich fürchtete, dass ich verloren gehe und dass ich während der ganzen Ewigkeit einen lebenden Tod erleiden würde. Der schreckliche Gedanke, dass meine Sünden zu groß seien und vergeben zu werden und dass ich auf ewig verloren gehen werde, war immer vor mir. Ich war schon getauft, aber sie wusste, wir müssen heilig werden und sie wusste nicht, wie man heilig wird. Und sie dachte, deswegen wird sie verloren gehen. Die schreckliche Beschreibung, die ich von verlorenen Seelen gehört hatte, sang tief in mein Gemüt. Prediger malten auf den Kanzeln lebendige Bilder von dem Zustande der Verlorenen. Sie lehrten, dass Gott nur die Geheiligten retten wolle, dass das Auge Gottes immer auf uns ruhe, dass Gott selber die Bücher mit Genauigkeit, mit der Ungenauigkeit unendlicher Weisheit führe und dass jede begangene Sünde treulich gegen uns niedergeschrieben und ihre gerechte Bestrafung bekommen werde. Satan wurde hingestellt als begierig, seine Opfer zu erhaschen und in die tiefsten Tiefen der Herzensangst zu bringen und zu jubilieren über unsere Leiden in den Schrecken einer ewig brennenden Hölle, wo nach den Qualen von Tausenden und Abertausenden von Jahren die feurigen Wogen, die sich windenden Opfer, die da schrien, wie lange, oh Herr, wie lange, wieder an die Oberfläche bringen würden, dann würde die Antwort in den Abgrund hinunterdonnern durch alle Ewigkeit. Wiederum würden die geschmolzenen Wogen die Verlorenen umschlingen und sie in die Tiefen eines beständig ruhelosen Feuermeeres hinabziehen. Während ich diesen schrecklichen Beschreibungen zuhörte, war derart auf meine Einbildungskraft eingewirkt worden, dass der Schweiß hervorquoll und es schwierig für mich war, einen Angstschrei zu unterdrücken, denn ich schien die Schmerzen des schließlichen Verderbens schon zu fühlen. Dann sprach der Prediger von der Ungewissheit des Lebens. Einen Augenblick könnten wir hier sein und im nächsten in der Hölle, einen Eingang auf die Erde und den nächsten im Himmel. Würden wir den feurigen Fuhl und die Gesellschaft von Dämonen wählen oder die Segnung des Himmels mit Engeln als unserer Gesellschafter? Würden wir die Stimme des Schreiens und das Fluchen der verlorenen Seelen durch alle Ewigkeit hören oder würden wir die Gesänge Jesu vor dem Throne singen?

[54:23] Unser himmlischer Vater wurde meinem Gemüt als ein Tyrann vorgeführt, der sich an den Schmerzen der verdammten Weide, aber nicht als der liebevolle, bemitleidende Freund der Sünder, der seine Geschöpfe mit einer Liebe liebt, die alles Verständnis übersteigt und den Wunsch hat, dass sie für sein Reich gerettet werden. Als der Gedankebesitz von mir griff, dass Gott an der Qual seiner Geschöpfe, die in seinen Bildern schaffen wurden, Freude finde, schien mich eine Wolke der Finsternis von ihm zu trennen. Als ich darüber nachdachte, dass der Schöpfer des Weltalls die Gottlosen in die Hölle werfe, auf das sie dort durch die endlosen Zeiten der Ewigkeit brennen, da sank mein Herz vor Furcht und ich verzweifelte daran, dass ein so grausames und tyrannisches Wesen sich jemals herablassen werde, mich vor dem über die Sünder ausgesprochenen Urteile zu retten. Ich dachte, dass das Schicksal des verurteilten Sünders das meine sein werde, nämlich die Flammen der Hölle auf ewig zu erdulden, solange Gott selber bestehen werde. Eine fast gänzliche Finsternis ließ sich auf mir nieder und es schien keinen Ausweg aus dem Schatten herauszugeben, wie viel Schweres und wie viel Kummer wäre mir erspart geblieben, wenn mir die Wahrheit, wie ich sie heute kenne, vorgeführt worden wäre, wenn mehr über die Liebe Gottes und weniger über seine strenge Gerechtigkeit gesagt worden wäre. So würde die Schönheit und Herrlichkeit eines Charakters mich mit einer tiefen und ernsten Liebe zu meinem Schöpfer erfüllt haben.

[55:39] Eine Sache fehlt wirklich noch im Millerismus und das ist die Lehre vom Zustand der Toten, denn nur dann kann man den Charakter Gottes wirklich begreifen und so kämpft Gott durch Calvin French und durch Storrs, diese Botschaft hineinzubringen, aber bisher wird sie geblockt.

[55:53] Am 31. März kommt Miller todkrank zu Hause an und er will einige Wochen dort in Lowhampton verbringen. Währenddessen, während er dort ruhig in seiner Hütte bleibt, geht die Adventbotschaft in Vollmacht bis an die Enden der Welt und davon nächste Woche mehr. Millenniumsfieber, 1843, Teil 2, jetzt fünf ganz kurze Minuten Pause und bevor wir die haben, können wir eine Sache mit großer Sicherheit sagen, wir haben nichts zu befürchten für die Zukunft. Es sei denn, wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat. Amen.


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