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Manuskript: CSH_Manuskript_2014 4th Nr 1

In dieser ersten Folge der Cannstatt Study Hour Serie über den Brief des Jakobus wird der Verfasser des Briefes, Jakobus, der Bruder von Jesus, vorgestellt. Der Vortrag beleuchtet seine familiäre Beziehung zu Jesus, seine anfängliche Skepsis und seine spätere Bekehrung. Es wird erklärt, warum Jakobus als Autor des Briefes gilt und welche Bedeutung seine persönliche Geschichte für das Verständnis des Buches hat.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2014 Q4: Der Brief des Jakobus

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries zu einer brandneuen CSH-Serie. Wir möchten ein Buch des Neuen Testamentes in den nächsten 13 Wochen gemeinsam intensiv studieren. Ein Buch, das es wirklich in sich hat, das sehr relevant und sehr aktuell für unsere Zeit, in unsere Zeit hinein spricht und das durchaus auch immer wieder kontrovers diskutiert wird in christlichen Kreisen. Die Rede ist von dem Buch Jakobus. Ein Buch, das so heiß diskutiert worden ist, dass sogar Martin Luther, der große Reformator, sich nicht sicher war, ob es überhaupt zu den inspirierten Schriften gezählt werden sollte. So sehr hat er es missverstanden. Und ich denke, es lohnt sich mal ganz genau hinzuschauen, um dieses Buch Vers für Vers zu analysieren und zu studieren. Und dazu möchten wir euch alle recht herzlich einladen. Heute wollen wir beginnen mit einem Einstiegsthema, über den Verfasser dieses Buches und ein paar grundlegende Gedanken aus dem ersten Vers hier erörtern. Und um das besser verstehen zu können, diese Lektion, mit der wir uns vorbereiten auf das Bibelgespräch am 4. Oktober, möchten wir natürlich Gott einladen, dass er uns Gedanken lenkt und leitet, dass wir verstehen, was er uns zu sagen hat und dass wir unsere Schlüsse für unseren persönlichen Alltag daraus ziehen können. Und ich lade euch ein, mit mir gemeinsam zu beten.

[1:52] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir dein Wort studieren können, dass wir etwas lernen dürfen und wir möchten dich bitten, dass du durch den Heiligen Geist die Wahrheiten, die wir lesen werden, in unser Herz schreibst, dass wir danach leben und sie auch anderen weitergeben, so wie du uns es zeigst. Im Namen Jesu. Amen.

[2:11] Der Brief des Jakobus, wie gesagt, ist ein Brief, der sehr diskutiert und umstritten ist, der oftmals auch gegen die Schriften des Paulus ausgespielt wird. Man findet dort in Jakobus Aussagen, die scheinbar auf den ersten Blick fast das genaue Gegenteil von dem sagen, was Paulus beispielsweise im Römer oder im Galaterbrief sagt. Luther, wie gesagt, hat in der Reformation den Jakobusbrief nicht so gerne haben wollen, denn der schien, scheinbar, die katholische Position zu stärken. Und so gibt es viele Diskussionen um den Jakobusbrief. Und die fangen schon damit an, wer eigentlich überhaupt Jakobus gewesen ist. Im Gegensatz zu Paulus oder Petrus gibt es nämlich etliche Personen in der Bibel, zumindest einige Personen im Neuen Testament, die Jakobus hießen und die dort in Frage kämen. Und wir wollen zunächst einmal kurz betrachten, was wohl wahrscheinlich ist, nach all dem, was wir wissen können, wer wohl überhaupt der Verfasser dieses Briefes war. Denn wenn man etwas über den persönlichen Hintergrund des Verfassers weiß, dann kann man vieles auch schon besser einordnen und man hat eine Perspektive auf dieses Buch.

[3:21] Es gab unter anderem zwei Apostel mit Namen Jakobus. Das finden wir heraus, indem wir im Markus-Evangelium das dritte Kapitel aufschlagen, in Markus Kapitel 3 und dort Vers 17 und 18. In Markus 3 Vers 17 und 18, da haben wir, nachdem also vorher Simon genannt worden ist, Jakobus, den Sohn des Zebedeus und Johannes, den Bruder des Jakobus. Also das ist der erste Jakobus, das ist einer von den berühmten Jüngern, der zusammen mit Simon, Petrus und Johannes ganz oft so im inneren Zirkel der Zwölfer Apostel gewesen ist. Und dann heißt es hier in Vers 18 und Andreas, Philippus, Bartholomeus, Matthäus, Thomas, Jakobus, den Sohn des Alpheus, Thaddeus, Simon, den Kaniniter und natürlich Vers 19, Judas Ischariot. Es gab also zwei Jünger mit Namen Jakobus. Der eine war der berühmte, der oft erwähnte, der Bruder von Johannes und der andere war Jakobus, der Sohn des Alpheus.

[4:29] Es gab noch eine andere Person Jakobus, einen Vater, eines dieser zwölf Jünger. Und dann gab es, und das ist sehr interessant, in Markus 6 Vers 3 wird uns davon berichtet, gab es einen Bruder von Jesus. Markus 6 Vers 3 heißt es, ist dieser von Jesus, heißt es hier, ist dieser nicht der Zimmermann, der Sohn der Maria, der Bruder von Jakobus und Joses und Judas und Simon und sind nicht seine Schwestern hier bei uns und sie nahmen Anschluss an ihm. Und wenn man sagt Bruder von Jesus, dann muss man genauer sagen, eigentlich Stiefbruder von Jesus. Denn diese Söhne von Josef waren offensichtlich älter als Jesus. Weil Maria Jungfrau war, da sie kein Kind hatte, bevor sie Jesus geboren hatte, folgt daraus, dass Jesus in eine Art Patchwork-Familie hineingeboren worden ist. Offensichtlich war Josef bereits vormal verheiratet gewesen, wahrscheinlich sei seine Frau gestorben. Und er brachte ältere Söhne mit in die Ehe, die er dann mit Maria eingegangen ist. Und vermutlich der Älteste, zumindest einer von diesen Brüdern, Stiefbrüdern von Jesus, war Jakobus. Und wir werden gleich im Laufe dieser Betrachtung sehen, dass alle Indizien dafür sprechen, dass der Verfasser des Jakobusbriefes eben nicht einer von den Aposteln war, sondern dieser Stiefbruder von Jesus.

[6:05] Einer der Gründe dafür ist, dass der bekanntere Jakobus ziemlich bald schon gestorben ist. Und zwar in Apostelgeschichte Kapitel 12. Dort finden wir, dass bereits kurz nach der Aussendung der Jünger unter dem Wirk des Heiligen Geistes, in Apostelgeschichte 12 und dort Vers 2 heißt es, und er tötete Jakobus, den Bruder des Johannes, mit dem Schwert. Also jener wirklich einflussreiche Apostel war bereits sehr schnell tot und konnte unmöglich den Brief des Jakobus geschrieben haben. Und aufgrund dieser und anderer Beobachtungen drängt sich die Idee auf, dass der Jakobusbrief geschrieben worden ist von diesem Bruder von Jesus. Und das hat einige Implikationen.

[6:53] Fast alle anderen Bücher des Neuen Testamentes sind geschrieben von Jüngern, die Jesus ungefähr dreieinhalb Jahre lang beobachtet haben. Johannes, Matthäus, Petrus oder aber die Jesus erst im Nachhinein kennengelernt haben. Entweder durch Visionen, wie zum Beispiel Paulus, oder aber durch auch die Überlieferung der Augenzeugen wie Lukas. Im Gegensatz dazu sind die Bücher Jakobus und Judas, der ebenfalls ein Bruder von Jesus war, geschrieben von Personen, die Jesus ihr gesamtes Leben lang kannten, die Jesus haben aufwachsen sehen, die Jesus als Baby und als Kleinkind, als Jugendlichen gesehen haben.

[7:42] Das ist sehr interessant. Wir wissen aus Lukas Kapitel 2 und dort Vers 52, dass schon die Kindheit Jesu und seine Jugend durchaus bemerkenswert war. Lukas 2 Vers 52 heißt es. Und Jesus nahm zu an Weisheit und Alter und Gnade bei Gott und den Menschen. Das heißt, schon in seinen Wachstumsjahren war Jesus ein Vorbild. Er war ein Blickfang für alle Menschen, die mit ihm zu tun hatten. Denn er nahm zu an Weisheit. Das war eine kontinuierliche Entwicklung. Und sein moralischer Charakter war schon damals als Kind ausgezeichnet. Mit anderen Worten, während manche der Jünger oder die meisten Jünger Jesus eigentlich nur für dreieinhalb Jahre kannten und von ihm geprägt werden konnten, war Jakobus jemand, der über 30 Jahre lang mit Jesus Kontakt hatte. Und das sollte uns etwas sagen über die Weisheit, die wohl Jakobus bekommen hat, durch diesen lang anhaltenden und tiefgründigen Kontakt mit Jesus.

[8:54] Während Johannes und Petrus und später auch Paulus sich durch Entscheidung, durch persönliche Bekehrung sich an Jesus gebunden haben, war Jakobus durch familiäre Bande an Jesus gebunden. Er hat sich nicht ausgesucht, eine Beziehung zu Jesus zu haben. Er hatte eine Beziehung zu Jesus quasi per Familie. Während Johannes und Petrus und Paulus eine Beziehung aus Liebe hatten, aus Bekehrung und Entscheidung, war Jakobus von vornherein sozusagen an Jesus irgendwie gebunden. Und die Bibel offenbart auch, dass diese Beziehung nicht immer unproblematisch war. Dass obwohl er Jesus sehr gut kannte, er deswegen nicht automatisch ein Gläubiger war.

[9:37] Im Johannesevangelium wird uns diese Begebenheit berichtet, wo Jesus eine Auseinandersetzung mit seinen Brüdern hat. Und wir können daraus Schluss folgern, dass er das öfter gehabt hat. Auch als Kind und Jugendlicher können wir uns vorstellen, dass der kleine, sündlose Jesus, der von der Maria geboren worden ist und der Josef nicht mal als buchstäblichen Vater hatte, das war ja auch für die älteren Stiefbrüder etwas schwierig zu begreifen alles, dass er immer auch so ein Dorn im Auge war, so ein Anstoß für jene älteren Brüder, die eben nicht so heilig waren und die auch gesündigt haben. Und die auch nicht direkt unter der Autorität von Maria waren, weil das nicht ihre Mutter war. Also wenn man ein bisschen Menschenkenntnis hat, dann kann man sehr schnell dieses Bild sehen, diese Konflikte, die da entstanden sind, schon im Familienleben dieser Familie.

[10:29] In Johannes 7 sehen wir, dass diese Konflikte sich bis in das Erwachsenenalter hinein-gezogen haben. Hier in Johannes 7 und dort Vers 2 heißt es, es war aber das Laubhüttenfest der Juden nahe. Da sprachen seine Brüder zu ihm, brich doch von dir auf und zieh nach Judäa, damit auch deine Jünger die Werke sehen können, die du tust. Also seine Brüder, darunter auch Jakobus, sprechen zu ihm und sagen, geh doch hin. Denn niemand tut etwas im Verborgenen und sucht zugleich öffentlich bekannt zu werden. Wenn du diese Dinge tust, so offenbare dich der Welt. Also mit anderen Worten sagen sie ihm, hey, du tust das nicht richtig, du musst das anders machen. Wenn du bekannt werden willst, mach es so und so. Sie haben keinen Blick und kein Verständnis für die Natur seiner Mission. Und es heißt in Vers 5 auch sehr deutlich, denn auch seine Brüder glaubten nicht an ihn. Sie waren zwar über Jahre, Jahrzehnte an ihn gebunden durch familiäre Bande, aber sie glaubten nicht, dass er der Messias ist.

[11:24] Das ist übrigens eine sehr interessante Parallele vielleicht zu unserem Leben. Wie viele von uns haben es erlebt, dass wir Jahre, wenn nicht Jahrzehnte vielleicht sogar eine ungewollte Beziehung zu Jesus hatten, weil wir durch familiäre Bande mit zur Gemeinde gebracht worden sind. Weil halt andere in unserer Familie eine Beziehung zu Jesus hatten und wir waren halt immer dabei. Aber wir haben uns nie ausgesucht. Jakobus ist ein gutes Beispiel für diejenigen, die schon ganz, ganz viel von Jesus gehört haben und seit Kindertagen Jesus kennen, aber trotzdem im Herzen nicht wirklich an ihn glauben. Jakobus hat genau das erlebt. Er kannte Jesus sehr gut und er glaubte nicht an ihn.

[12:08] Aber irgendwo im Laufe der Zeit muss etwas Außergewöhnliches passiert sein. Denn in der Apostelgeschichte gleich im ersten Kapitel lesen wir in Apostelgeschichte 1 und dort Vers 14 über die zwölf oder in dem Fall elf Apostel. Also hier in der Apostelgeschichte, Apostelgeschichte 1 im Jahre 31, einige Wochen nach der Kreuzigung finden wir Jakobus mit seinen anderen Brüdern, mit Maria im Kreise der engsten Nachfolger Jesu, die zu dieser Zeit ja immer noch befürchten mussten, auch verfolgt zu werden, die sich hier versammeln im Obergemach und beten einmütig und in völliger Harmonie mit diesen Aposteln hier zusammenleben. Irgendetwas muss passiert sein im Herzen des Jakobus. Wir können nicht hundertprozentig genau sagen, wann und wie und wie lange, aber wir sehen hier zwischen den Zahlen eine erstaunliche Bekehrungsgeschichte von jemandem, der Jesus schon immer kannte, aber zu einem bestimmten Zeitpunkt sich entschied, Jesus als seinen persönlichen Erlöser anzunehmen.

[13:37] Es könnte damit zusammenhängen, es ist nicht aus dem Text ganz eindeutig zu erkennen, es könnte damit zusammenhängen, dass eventuell eben jenem Jakobus Jesus erschienen ist nach seiner Auferstehung. Zumindest wird erwähnt in 1. Korinther 15, als Paulus sein Argument über die Auferstehung Jesu hier mit Fakten unterlegt. In 1. Korinther 15, Abvers 5, dass er dem Käfers erschienen ist, danach den Zwölfen, das sind die Jünger. Danach ist er mehr als 500 Brüdern auf einmal erschienen, von denen die meisten noch leben, etliche aber auch entschlafen sind. Danach erschien er dem Jakobus, hierauf sämtlichen Aposteln. Das könnte sein, es steht wie gesagt in der Expedit, dass hier der Bruder des Herrn gemeint ist. Es könnte natürlich auch Jakobus als Apostel gemeint sein, weil er zuvor auch Käfers als einzelner Apostel ausgewiesen ist. Aber wie dem auch sei, eins ist ganz sicher, Jakobus, der Bruder des Herrn, der Jesus immer kannte und der nicht an Jesus glaubte, solange der noch gegenwärtig war auf der Erde, er wird Christ im Zuge der Apostelgeschichte. Gleich am Anfang der Apostelgeschichte finden wir ihn als einen Christen, als einen Nachfolger Jesu.

[14:48] Der ältere Bruder hat endgültig erkannt, dass der jüngere Stiefbruder mehr ist als einfach nur ein weiteres Glied der Familie, sondern dass dieser jüngere Stiefbruder sein Schöpfer ist, dass dieser jüngere Stiefbruder sein Erlöser ist und dieser jüngere Stiefbruder derjenige ist, der ihn Tag für Tag erhält. Eine ganz erstaunliche Geschichte. Ich weiß nicht, wer von uns einen jüngeren Stiefbruder hatte, aber zu erkennen, dass der jüngere Stiefbruder der Schöpfer ist und der eigene Erlöser, das muss für Jakobus eine gewaltige Erfahrung gewesen sein und ihn dann befähigte, sehr schnell auch große Verantwortung in der Gemeinde zu übernehmen.

[15:33] Paulus erwähnt uns das in seinem Galaterbrief, da haben wir einige Hinweise, über die Stellung, die dann dieser Jakobus in der Gemeinde gehabt hat. In Galater und dort Kapitel 1, dort lesen wir, Galater 1 und dort Vers 19, da sagt Paulus, nachdem er nochmal Revue passieren lässt, was passiert ist in seiner Bekehrungsgeschichte und was er so erlebt hat, wie er nachdem er dann in Arabien gewesen ist für längere Zeit, er dann irgendwann nach drei Jahren nach Jerusalem gekommen ist und es heißt in Vers 18 und 19, darauf nach drei Jahren zog ich nach Jerusalem hinauf, um Petrus kennenzulernen und blieb 15 Tage bei ihm. Ich sah aber keinen der anderen Apostel, nur Jakobus, den Bruder des Herrn. Also Paulus sagt, als er dann endlich Kontakt gemacht hat mit den Aposteln, nach vielen Jahren, als er sich zurückgezogen hatte und studiert hatte, hat er zwei Leute besucht, Petrus und Jakobus, den Bruder des Jesus. Offensichtlich war Jakobus zu diesem Zeitpunkt bereits zu einer wichtigen Figur in der Gemeinde Jerusalems geworden.

[16:44] Das wird auch aus Kapitel 2 im Galaterbrief deutlich, dort in Vers 9, Galater 2, Vers 9 heißt es, und als sie die Gnade erkannten, die mir gegeben ist, reichten Jakobus und Kephas und Johannes, die als Säulen gelten, mir und Barnabas die Hand der Gemeinschaft, damit würde unter den Heiden sie aber unter der Beschneidung wirken. Das heißt, dieser Bruder des Herrn Jakobus wird hier als eine Säule der Gemeinde der Urchristenheit bezeichnet.

[17:17] Der Verfasser des Jakobusbriefes ist also jemand, der Jesus länger kennengelernt hat, als die allermeisten Leutes der Männlichen Schreiber. Jemand, der selbst eine persönliche Bekehrungsgeschichte erlebt hat, von einer formalen Beziehung zu einer echten Liebesbeziehung zu Jesus. Und jemand, der dann auch echte Verantwortung für die Gemeinde übernommen hat, der eine Säule war. Das heißt jemand, auf den man sich verlassen konnte. Und man kann sehen, auch im Jakobusbrief, wie sich das auswirkt, wie die Dinge, die er schreibt, besser zu verstehen sind. Wenn man versteht, hier hat man jemanden vor sich, der ein Gemeindeleiter war, jemand, der eine Säule war, auf die man sich verlassen konnte.

[17:57] So sehr, dass auch Petrus wirklich große Stücke auf Jakobus gehalten hat. Wir finden in der Postgeschichte Kapitel 12, Vers 17 diesen Hinweis, das ist übrigens nachdem schon der andere Jakobus umgebracht worden ist, da finden wir die Gefangennahme von Petrus, der dann schlussendlich befreit wird, weil die Gemeinde so intensiv betet. Und es heißt hier in Vers 17, in der Postgeschichte 12 und Vers 17, er gab ihnen aber mit der Hand ein Zeichen, dass sie schweigen sollten, und erzählte ihnen, wie der Herr ihn aus dem Gefängnis geführt hatte. Er sprach aber, meldet dies dem Jakobus und den Brüdern. Und er ging hinaus und zog an einen anderen Ort. Also Petrus kommt nach seiner Befreiung durch einen Engel. An die Tür dieser Gläubigen und sagte, hey, ich bin frei geworden, Gott hat mich befreit. Und sagt es bitte Jakobus und den anderen Brüdern. Man bekommt also den Eindruck, dass es dem Petrus wichtig war, dass Jakobus als einer der Leiter der Urchristenheit davon wusste.

[18:56] Dieser Bruder, der Stiefbruder von Jesus, hatte eine große Autorität in der Gemeinde. Es wird dadurch unterstützt, was wir in der Apostelgeschichte Kapitel 15 finden. Dort in diesem 15. Kapitel der Apostelgeschichte findet sich das berühmte Apostelkonzil. Es war eine Streitfrage aufgetreten, nämlich inwieweit die jüdischen Regeln und Gesetze des Gesetzes des Mose noch auf die Heiden anzuwenden sind und zu übertragen sind. Und diese Frage wurde heiß diskutiert. Und das Apostelkonzil kam zusammen, um diese Frage jetzt theologisch zu erörtern. Und wir finden, dass es dort einen Zwiespalt gab. Es gab ein Hin und Her und es gab einige Personen, die besonders prominent hier aufgetreten sind. Einer von ihnen war natürlich Petrus, der erzählt, was er in einer Vision gesehen hat. Und die anderen waren Paulus und Barnabas, die erzählt haben, was sie in der praktischen Evangelisationsarbeit erlebt haben. Und all das tendiert dahin zu sagen, wir sollten den Heiden nicht die Beschneidung aufzwingen.

[20:15] Und dann heißt es in Vers 13, nachdem sie aber zu reden aufgehört hatten, ergriff Jakobus das Wort und sagte, ihr Männer und Brüder, hört mir zu. Simon hat erzählt, wie Gott zuerst sein Augenmerk darauf richtete, aus den Heiden ein Volk für seinen Namen anzunehmen. Und damit stimmen die Worte der Propheten überein, wie geschrieben steht, nach diesem will ich zurückkehren und die zerfallene Hütte Davids wieder aufbauen und ihre Trümmer will ich wieder bauen und sie wieder aufrichten, damit die übrig gebliebenen der Menschen den Herrn suchen und alle Heiden, über die mein Name ausgerufen worden ist, spricht der Herr, der all dies tut. Gott sind alle seine Werke von Ewigkeit her bekannt.

[20:57] Was passiert hier? Nachdem also Petrus und Paulus gesprochen haben, steht Jakobus, der Verfasser des Jakobusbriefes, auf, nimmt seine Bibel in die Hand und sagt, das, was wir gerade gehört haben, stimmt überein mit dem, was wir bei den Propheten Amos finden. Er gibt biblische Gründe, die das untermauern, was bereits der Geist der Weissagung, in dem Fall bei Petrus, und auch die praktische Evangelisationstätigkeit nahegelegt haben. Interessanterweise übrigens ist das die Entscheidungsgrundlage des Apostelkonzils, was die Bibel, der Geist der Weissagung und die missionarische Praktikabilität gemeinsam zeigen. Das war die Basis, auf der dann dieser Entschluss gefasst worden ist. Und in Zeiten, in denen auch heute immer wieder Streitfragen aufkommen über den Glauben, über den Lebensstil und so weiter, sollte dieses Fundament, die Bibel, der Geist der Weissagung und die Missionsarbeit, das sollte nicht verlassen werden. Denn nur in dem Zusammenspiel all dieser drei Prinzipien haben wir ein festes Fundament, eine feste Basis, um wissen zu können, was Gottes Wille ist.

[22:04] Und Jakobus war also offensichtlich auch eine theologisch anerkannte Person, der erstens ein sehr gutes Verständnis vom Amos-Buch hatte, der gesehen hat, dass dieser Vers direkt zu dieser Frage spricht, was vielleicht nicht alle von uns auf den ersten Blick erkannt hätten, und der dann auch Autorität, Lehrautorität genug hatte, in diesem großen Apostelkonzil hier diese Bibelauslegung vorzunehmen, um damit der Urgemeinde die Richtung zu weisen. Das geht dann so weit, dass er sogar die Beschlussfassung formuliert.

[22:39] In Vers 19 und den folgenden Versen heißt es, Darum urteile ich, dass man denjenigen aus den Heiden, die sich zu Gott bekehren, keine Lasten auferlegen soll, sondern ihnen nur schreiben soll, sich von der Verunreinigung durch die Götzen, von der Unzucht, vom Erstickten und vom Blut enthalten. Denn Mosart von alten Zeiten her, in jeder Stadt solche, die ihn verkündigen, wie daher in den Synagogen an jedem Sabbat vorgelesen wird.

[23:06] Jakobus ist derjenige, der das Fazit, die Schlussformulierung, das Endergebnis der theologischen Debatte formuliert. Und das zeigt etwas über die Autorität, die er hatte. Es ist nicht Petrus, es ist nicht Johannes, es ist nicht Paulus. Alle, die wir wahrscheinlich theologisch auf einem viel höheren Level ansiedeln würden, als Jakobus, den Bruder des Herrn. Es war aber Jakobus, der diese Schlussformulierung getätigt hat. Und das zeigt uns etwas über die Wertschätzung, die ihm von Seiten all der großen Apostel entgegengebracht worden ist. Petrus, Johannes, Paulus, allesamt tun sich hier gemeinsam, nicht unterwerfen, aber dem zustimmen und ihn wirklich als eine Autorität anerkennen.

[23:58] Das ist deswegen so interessant, weil wie gesagt, später der Jakobusbrief, seine Aussagen, gegen die Aussagen von Paulus oder von Johannes ausgespielt worden sind. Paulus und Petrus hätten wahrscheinlich sehr heftig dagegen protestiert. Es zeigt sich, dass zu Lebzeiten diese Autoren in völliger Harmonie waren, zumindest was solche theologischen Fragen angeht.

[24:20] Schauen wir ein bisschen weiter in die Apostelgeschichte und dort Apostelgeschichte 21. Paulus, wie gesagt, ist auf Reisen und kommt hier in Apostelgeschichte 21 wieder zurück nach Jerusalem. Und er weiß schon auch durch den Geist der Weissagung, dass Ketten auf ihn warten und die Gefangenschaft. Und als er in Jerusalem ankommt, ist es interessant, wen er zuerst aufsucht. Das heißt in Vers 17. Und als wir in Jerusalem angekommen waren, nahmen uns die Brüder mit Freuden auf. Am folgenden Tag aber ging Paulus mit uns zu Jakobus und alle Ältesten fanden sich ein.

[25:00] Gleich am zweiten Tag kommt Paulus und sagt, ich möchte unbedingt zu Jakobus, ich möchte ihn besuchen. Und die Ältesten kommen alle dazu. Das muss ein bedeutendes Treffen gewesen sein. Und Jakobus wird uns hier wieder als jemand gezeigt, den Paulus anerkannt hat. Paulus und Jakobus haben zusammengearbeitet. Es ist also völlig absurd zu behaupten, dass ihre Briefe zwei unterschiedliche Theologien beleuchten. Im Gegensatz, so wie sie damals zusammengearbeitet haben, so wirken auch die Briefe von Paulus und Jakobus zusammen. Und wir werden das in den nächsten Wochen sehr deutlich zeigen können, dass Jakobus dasselbe sagt wie auch Paulus und die anderen Apostel.

[25:36] An dieser Stelle wollen wir vielleicht einmal einige Dinge über diesen ersten Vers im Jakobus noch sagen, um so eine Perspektive zu bekommen auf das Buch. In Jakobus Kapitel 1 und dort Vers 1 geht es sehr einfach los. Es heißt nämlich, Jakobus, Knecht Gottes und des Herrn Jesus Christus grüßt die zwölf Stämme, die in der Zerstrahlung sind.

[25:54] Zunächst einmal fällt auf, dass er sich Knecht nennt und zwar nicht nur Knecht Gottes, sondern auch Knecht Jesu Christi. Er nennt seinen jüngeren Stiefbruder seinen Herrn und sich selbst einen Knecht. Was bedeutet es, dass er sich Knecht nennt? Er bezieht sich da letztendlich auf eine Aussage von Jesus in Johannes Kapitel 12 und dort Vers 26. Jesus hatte erklärt, was es bedeutet, Knecht zu sein. In Johannes 12, Vers 26 heißt es, wenn jemand mir dienen will oder auch Knecht sein möchte, so folge er mir nach. Und wo ich bin, da soll auch mein Diener sein und wenn jemand mir dient, so wird ihn mein Vater ehren. Ein Diener Jesu zu sein bedeutet also, Jesus nachzufolgen, da zu sein, wo Jesus ist, mit ihm Gemeinschaft zu haben. Und das, was Jakobus sagt, er sagt, ich möchte Jesus nachfolgen. Ich kenne Jesus schon lange, aber ich habe mich entschieden, ihm jetzt wirklich nachzufolgen, da zu sein, wo Jesus ist.

[27:05] Eine Entscheidung, die jeder Einzelne von uns treffen muss und eine Entscheidung, die viele von uns vielleicht auch nur schwer getroffen haben, weil wir, so wie Jakobus, halt schon durch familiäre Bande den Namen Jesus und sein Leben schon lange kennen, aber nie eine echte Entscheidung getroffen haben. Vielleicht gibt es heute jemand, der uns zuschaut, der Jesus schon lange kennt durch die Geschichten und durch die Predigten, durch andere Menschen, die von Jesus erzählen, aber noch nie eine echte, wirklich persönliche Entscheidung gefällt hat. Und es wäre doch an der Zeit, so wie Jakobus, zu sagen, ich möchte Jesus nachfolgen. Ich möchte, dass dieser Jesus, von dem ich so viel weiß, dass er mein Herr und mein Erlöser wird.

[27:45] Übrigens, diese Formulierung, Knecht Gottes, Knecht Jesu Christi, ist eine Formulierung, die auch andere Apostel formuliert haben. Wenn wir den Römerbrief aufschlagen, zum Beispiel, sehen wir, dass auch Paulus sich so genannt hat in Römer 1 und dort Vers 1. Da heißt es, Paulus, Knecht Jesu Christi, berufender Apostel, ausgesondert für das Evangelium Gottes. Oder auch Petrus in seinem zweiten Brief, zweiter Petrusbrief und dort Kapitel 1, Vers 1. Dort heißt es, Simon Petrus, Knecht und Apostel Jesu Christi, an die, welche den gleichen, kostbaren Glauben, wie wir empfangen haben und so weiter.

[28:25] Jesus war das große Vorbild für Jakobus. Und so ist es nicht verwunderlich, dass in seinem Brief viele Aussagen von Jesus fast wörtlich, aber doch gedanklich ganz deutlich wiederzuerkennen sind. Insbesondere haben Ausleger bemerkt, dass der Jakobusbrief die Bergpredigt immer wieder zitiert oder paraphrasiert. Also wenn man die Bergpredigt nicht kennt, dann hat man Probleme Jakobus zu verstehen. Nur ein paar Beispiele hier, die zeigen, wie eng Jakobus zum Teil an den Formulierungen der Bergpredigt hängt.

[29:01] In Jakobus 1, Vers 22 zum Beispiel, Seid aber Täter des Wortes und nicht bloß Hörer, die sich selbst betrügen. Das ist eine gute Zusammenfassung dessen, was Jesus am Ende der Bergpredigt sagt. Wir können es mal kurz lesen. In Matthäus 7, Vers 24, wo es heißt, ein jeder nun, der diese meine Worte hört und sie tut, den will ich mit einem klugen Mann vergleichen, der sein Haus auf den Felsen baut. Und dann Vers 26, und jeder, der diese meine Worte hört und sie nicht tut, wird einem törichten Mann gleich sein, der sein Haus auf den Sand baut. Und der natürlich dann sein Haus verliert, der sich selbst betrügt. Das ist was Jakobus hier herausfildert aus dieser Aussage von Jesus.

[29:42] Andere Beispiele sind zum Beispiel Jakobus 3, Vers 12. Dort heißt es, kann auch meine Brüder einen Feigenbaum Oliven tragen oder einen Weinstock Feigen. Das erinnert uns an das, was Jesus gesagt hat, dass ein Baum an seiner Frucht erkannt wird. Das ist ein Beispiel, eine Illustration dieser Aussage von Jesus, ebenfalls aus der Bergpredigt, Matthäus 7, Vers 16. Oder in Jakobus 4, und dort Vers 12 heißt es, einer nur ist der Gesetzgeber, der die Macht hat, zu retten und zu verderben. Wer bist du, dass du den anderen richtest? Und auch hier scheint wieder die Bergpredigt durch, wo Jesus gesagt hat, richtet nicht. Denn mit dem selben Gericht, mit dem ihr richtet, werdet ihr gerichtet werden. Mit dem selben Maß, mit dem ihr messt, wird euch zugemessen werden.

[30:24] Das heißt, obwohl Jakobus zu den Lebzeiten von Jesus auf der Erde, eigentlich Jesus nicht wirklich geglaubt hat, hat er doch so viel aufgenommen und gehört, dass er dann später nach seiner Bekehrung verwenden konnte und formulieren konnte. Das ist jetzt sehr, sehr wichtig. Mit anderen Worten, Jakobus formuliert Dinge, die er von Jesus gehört hat, obwohl er zu dem damaligen Zeitpunkt noch gar nicht bekehrt war. Der Heilige Geist war also imstande, ihn wieder an die Dinge zu erinnern, die er gehört hatte. Und wenn das so ist, dann können wir davon ausgehen, dass er wahrscheinlich nicht nur Aussagen von Jesus aus seinem öffentlichen Dienst mit hineingenommen hat, an die er sich wieder erinnert hat, sondern dass er sich durchaus auch an Dinge erinnert hat, die Jesus vielleicht gesagt hat, lange bevor er getauft worden ist. In seiner Jugendzeit, in seiner Zeit als ganz normaler Zimmermann. Dinge, an die der Heilige Geist ebenfalls erinnert hat. Denn wenn der Heilige Geist in der Lage ist, ihn an die Aussagen Jesu zu erinnern aus seinem öffentlichen Dienst, dann kann der Heilige Geist ihn auch an Aussagen erinnern, die er vorher von Jesus gehört hat. Vergessen wir nicht, Jakobus hat 30 Jahre lang Worte von Jesus gehört. Wenn man also wirklich die Weisheit von Jesus kennenlernen möchte, dann wäre vielleicht der Jakobusbrief ein guter Startpunkt.

[31:59] Warum sagt also Jakobus nun, damit wollen wir hier diese Lektion, diese erste Folge heute beenden mit diesem ersten Vers. Warum sagt er also, dass er an die zwölf Stämme schreibt? Es heißt ja, Jakobus, Knecht Gottes und das Herrn Jesu Christi ergrüßt die zwölf Stämme, die in der Zerstreuung sind. Das ist fast schon ein Wortspiel. Warum? Zwölf Stämme sind im Denken des Bibellesers ganz klar definiert.

[32:26] Wenn wir 1. Mose 49 aufschlagen, in 1. Mose 49 und dort Vers 28, das ist sehr, sehr interessant jetzt. 1. Mose 49, Vers 28. Dort heißt es, diese alle sind die zwölf Stämme Israels. Und das ist es, was ihr Vater zu ihnen geredet hat, womit er sie gesegnet hat. Und zwar segnete er jeden mit einem besonderen Segen. Die zwölf Stämme Israels stammen von zwölf Personen ab, die hier in 1. Mose 49 alle mit Namen benannt sind. Ruben und Simeon und Levi und Juda und so weiter und so fort. Und diese zwölf Söhne, die Stammväter der zwölf Stämme, haben einen Vater. Und der Vater heißt Jakob. Und wenn man Jakob auf Griechisch ausspricht, dann heißt es Jakobus. Also da ist durchaus fast so eine gewisse kleine Ironie mit dahinter, wenn Jakobus, Jakob auf Hebräisch sagt, ich grüße die zwölf Stämme. Denn zwischen Jakob und zwölf Stämmen gibt es eine direkte Verbindung. Und diese zwölf Stämme waren die zwölf Stämme Israel. Sie wurden auch dann Israel genannt, wie aus 2. Mose 24 Vers 4 hervorgeht.

[33:45] 2. Mose 24 Vers 4, da schrieb Mose alle Worte des Herrn nieder. Und er stand früh am Morgen auf und errichtete ein Altar untern am Berg und zwölf Gedenksteine für die zwölf Stämme Israels. Und Israel war ein anderer Name für Jakob. Jakob und Israel benennen ein und dieselbe Person. Denn Jakob hatte eine interessante Erfahrung gemacht und die hilft uns vielleicht auch besser zu verstehen, was hier im ersten Vers des Jakobusbriefes gemeint ist.

[34:26] In 1. Mose 32 und dort Vers 25, da finden wir Jakob. Jemand, der schon lange eine Beziehung zu Gott hatte, aufgrund von Familienbanden. Er hatte alles gehört von Gott und glaubte auch, dass Gott existiert und er glaubte, dass Gott gut ist. Aber er hat in seinem Leben bisher noch keinen Segen erlebt. Und jetzt ist er in einer schwierigen Situation, sein Leben ist bedroht und er ringt mit einer Person. Das heißt, Vers 25, Jakob blieb alleine zurück, da rang ein Mann mit ihm, bis die Morgenröte anbrach. Und als dieser sah, dass er ihn nicht bezwingen konnte, da rührte er sein Hüftgelenk an, sodass Jakobs Hüftgelenk verrenkt wurde beim Ringen mit ihm. Und der Mann sprach, lass mich gehen, denn die Morgenröte bricht an. Jakob aber sprach, ich lasse dich nicht, es sei denn, du segnest mich. Sein ganzes Leben lang hatte er den Segen erschlichen, hatte durch Lug und durch Trug versucht, Gottes Verheißungen wahrzumachen. Und er war verflucht worden, er hatte Fluch erlebt in seinem Leben, seine Familie war kaputt, hat seine Mutter nicht mehr gesehen, schlimme Dinge. Und an diesem Tag, an diesem Abend, dieser Nacht, hat Jakob verstanden, Gott muss mich segnen. Ich kann mich nicht selbst segnen. Und als er den Sieg über das eigene Ich erringt, da wird aus Jakob Israel.

[35:58] Als Jakobus, der älteste Stiefbruder des Herrn, der so viel von Jesus wusste und es einfach immer aber selbst besser wissen wollte und ihm, dem Jesus erklären wollte, du musst es so machen und so machen, dann wird es was. Als er endgültig einsieht, dass sein kleiner Stiefbruder sein Erlöser ist, da wird aus dem Jakob, Jakobus, ein Israelit. Denn Israel wird man nicht durch Geburt, Israel wird man durch Bekehrung. Jakob war Jakob, weil er als Jakob geboren worden ist, aber durch die Begegnung mit Jesus Christus hier am Jabbok wurde er zu Israel. Jakobus war Jakobus, weil er als Jakobus geboren worden ist, aber durch seine Entscheidung für Jesus Christus wurde er zu einem Israelit.

[36:56] Denn ein Israelit zu sein, das war man nicht durch Geburt. Israelit zu sein war an eine Bedingung geknüpft. In 2. Mose 19 Vers 4-6 heißt es, ihr habt gesehen, was ich an den Ägyptern getan habe und wie ich euch auf Adlersflügel getragen und euch zu mir gebracht habe. Wenn ihr nun wirklich meiner Stimme Gehör schenken und gehorchen werdet und meinen Bund bewahrt, so sollt ihr vor allen Völkern mein besonderes Eigentum sein. Die ganze Erde gehört mir, ihr aber solltet mir ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein. Das sind die Worte, die du den Kindern Israels sagen solltest. Die zwölf Stämme sollten Israel nur dann sein, wenn sie Gottes Stimme Gehör schenken, wenn sie seinen Bund bewahren, wenn sie ihm gehorchen. Dann waren sie das Volk Israel.

[37:42] Und könnte es sein, dass deswegen auch Jakobus in seinem Brief so oft den Gehorsam und die guten Werke betont als ein Zeichen dafür, dass man wirklich geistlicher Israelit ist, weil er verstanden hatte, was echte Bekehrung wirklich bedeutet.

[38:02] Die Bibel macht deutlich, dass das Volk Israel, das ethnische Volk Israel, nur für einen bestimmten Zeitraum des Volk Gottes war. In Daniel 9 lesen wir, dass dem Daniel damals gesagt worden ist, in Vers 24, über dein Volk, das Volk Israel, mit deiner heiligen Staatssinn, 70 Wochen bestimmt. 70 Wochen sind 490 Tage, nach Ezekiel 4, Vers 6 ist ein Tag ein Jahr, sodass hier 490 Jahre für das Volk Israel übrig blieben, die abgeschnitten wurden. So das hebräische Wort Chadak. Und diese letzten 490 Jahre für das Volk Israel begannen nach Vers 25 beim Erlass des Befehls zur Wiederherstellung und zum Aufbau Jerusalems. Ein Erlass, der, so sagt uns die Geschichte, im Jahre 457 v. Chr. gegeben wurde, als Adaxerxes im 7. Jahr seiner Regierung Esra nach Jerusalem schickte und ihm die Erlaubnis erteilte, nicht nur am Tempel zu bauen, sondern vor allem auch eine Mauer zu errichten und diese Stadt wieder aufzubauen.

[39:07] 490 Jahre lang, von diesem Zeitpunkt, 457 v. Chr. an, sollte das Volk noch das Volk Gottes sein. Und das bringt uns in das Jahr 34 n. Chr. Im Jahr 34 n. Chr., dreieinhalb Jahre nach der Kreuzigung Jesu, nachdem das Volk Gottes nun wirklich jahrhundertelang jeden Propheten gesteinigt und getötet hat, der zu ihm gekommen ist, nachdem sie den Sohn Gottes gekreuzigt haben, hat Gott nur noch einen Ass im Ärmel. Den Heiligen Geist, der zu Pfingsten ausgegossen worden ist, um das Volk Israel, die zwölf Stämme, von denen nur noch wenig übrig geblieben war, im Grunde genommen nur noch die Juden, um sie doch noch zur Buße zu bringen. Aber in der Apostelgeschichte Kapitel 7 sehen wir, wie der Heilige Geist durch Stephanus versucht, die Herzen der Führer der Israeliten zu erreichen und die Predigt muss Stephanus abbrechen.

[40:01] In Vers 51 sagt er, ihr Haltstarken und Unbeschnittenen an Herz und Ohren, ihr widerstrebt alle Zeit dem Heiligen Geist wie eure Väter, so auch ihr. Welchen Propheten haben eure Väter nicht verfolgt und sie haben die getötet, die vorher das Kommen des gerechten Ankündigten, dessen Verräter und Mörder ihr nun geworden seid. Er sagt mit anderen Worten, ihr widerstrebt dem Heiligen Geist, ihr habt die Propheten umgebracht, ihr habt Christus umgebracht und jetzt kämpft ihr noch gegen den Heiligen Geist. Das ist die Sünde gegen den Heiligen Geist. Ein fortwährendes, fortgesetztes Ankämpfen gegen Gottes Gutes wirken. Und als sie das hörten, schnitt es ihnen ins Herz, Vers 54, und sie knirschten mit den Zähnen über ihn. Er, voll Heiligen Geistes, sieht Jesus im Himmel zur rechten Gottes stehen, nicht sitzen, sondern stehen, ein Zeichen dafür, dass die Gnadenzeit abläuft für das Volk Israel. Und ihre Reaktion, Vers 57, sie schrien mit lauter Stimmen, hielten sich die Ohren zu und stürmten einmütig auf ihn los.

[41:00] Das ist der Zeitpunkt, wo das ethnische Volk Israel endgültig aufhört, organisiertes Volk Gottes zu sein, im Jahre 34 nach Christus. Die 94 Jahre sind vorbei. Ab diesem Zeitpunkt ist das Volk Israel nicht mehr das Volk Gottes, sondern diejenigen, die sich für Christus entschieden haben, sind weiterhin das geistliche Israel.

[41:27] Interessanterweise, just in diesem Zeitpunkt beginnt eine Verfolgung. Es heißt im Vers 1 des 8. Kapitels, Saulus aber hatte seiner Mordung zugestimmt und an jenem Tag erhob sich eine große Verfolgung gegen alle, gegen die Gemeinde in Jerusalem. Und alle zerstreuten sich in die Gebiete von Judäa und Samaria, ausgenommen die Apostel. Dann Vers 4 heißt es, diejenigen nun, die zerstreut worden waren, zogen umher und verkündigten das Wort des Evangeliums. Das sind die zwölf Stämme in der Zerstreuung. Die zerstreuten Christen, die aufgrund ihres Glaubens verfolgt worden waren.

[42:10] Schon Jesus hatte gesagt, dass die zwölf Apostel einmal die neuen Herrscher über die zwölf Stämme werden würden. In Matthäus 19 und dort Vers 28 heißt es, Jesus versprach zu ihnen, wahrlich, ich sage euch, ihr, die mir nachgefolgt seid, werdet in der Wiedergeburt, wenn der Sohn des Menschen auf dem Thron seiner Herrlichkeit sitzen wird, auch auf zwölf Thronen sitzen und die zwölf Stämme Israels richten. Jesus sagt, es wird zwölf Stämme geben, aber diese zwölf Stämme werden von den zwölf Aposteln regiert. Das heißt, dieses altestermächtige System und das neutestermächtige System sind eigentlich ein System, es ist ein Volk. Jesus macht deutlich, die zwölf Stämme sind nicht die ethnischen Stämme, denn zehn von denen waren schon verloren gegangen. Sondern die zwölf Stämme sind eine geistliche Dimension und das wird deutlich, wenn man den Petrus liest.

[43:03] In 1. Petrus 2, Vers 9, da verwendet Petrus dieselbe Sprache wie Mose in 2. Mose, als er gesagt hat, ihr seid ein Volk des Besitztums, ein königliches Priestertum. Petrus wiederholt das und wendet es jetzt auf die Christen an, in 1. Petrus 2, Vers 9. Ihr aber seid ein auserwähltes Geschlecht, ein königliches Priestertum, ein heiliges Volk, ein Volk des Eigentums, damit ihr die Tugenden dessen verkündet, der euch aus der Finsternis berufen hat, zu seinem wunderbaren Licht.

[43:32] Petrus sagt, dass die Christen Israeliten sind. Jesus sagt, dass die Apostel, die Gründer der Christenheit, Israeliten sind und die zwölf Stämme sogar regieren werden. Paulus sagt, dass die Christen Israeliten sind. Er sagt im Galaterbrief in Galater 6, und dort Vers 16, über alle, die nach dieser Regel wandeln, komme Frieden und Erbarmen und über das Israel Gottes. Er sagt, es gibt einen Israel Gottes und das Israel Gottes, das sind die, die hier so leben, wie ich es im Galaterbrief schreibe. Er schreibt übrigens gar nicht an Juden, er schreibt an Heiden, an Kelten, die in Kleinasien, in Galatia leben.

[44:21] Wir sehen also im Neuen Testament eine eindeutige Lehre, nämlich, dass der Begriff Israel auf die Christen angewandt wird. Warum? Weil wir im Alten Testament gesehen haben, Israel etwas mit Bekehrung zu tun hat und nicht mit Ethnie. In zweiter Instanz war das Volk Israel eine ethnische Gruppe, weil es immer ein organisiertes Volk gab, so wie es auch heute ein organisiertes Volk gibt. Aber das, was Gottes Israel wirklich ausmacht, sind die Bekehrten, nicht die Organisierten. Gottes Wunsch ist es, dass alle Bekehrten auch in der Organisation sind. Das war Gottes Wunsch im Alten Testament. Er wollte, dass alle, die sich wirklich zum Bekehren, auch die Moabiter und die Ammoniter und die Verschnittenen und wer auch immer den Sabbat halten möchte, alle, dass sie zu Israel kommen werden, dass sie im Tempel Gottes anbeten, dass sie ein Volk werden. Das war sein Wunsch schon im Alten Testament. Und es ist auch sein Wunsch im Neuen Testament, dass alle, die wirklich bekehrt sind, aus allen Stellen, wo immer sie auch sind, aus allen Kirchen kommen und im Israel Gottes in der Organisation sich versammeln.

[45:26] Aber gleichzeitig gab es damals und heute Mitglieder in Organisationen, die nicht wirklich Israel sind. Die dem Namen nach vielleicht, aber nicht dem Herzen nach. Jakobus war so einer gewesen. Er war dem Namen nach Teil des Volkes Gottes. Er kannte Jesus sogar aus seiner Familie. Aber erst durch seine persönliche Entscheidung war er ein wirklicher Israelit geworden.

[45:51] Diese zwölf Stämme kommen im Neuen Testament noch einmal vor. Und zwar im letzten Buch der Bibel, in der Offenbarung Jesu Christi. Und dort in Offenbarung 7 wird der Zirkelschluss dann vollständig.

[46:09] In Offenbarung 7, da heißt es in Vers 3 und 4. Und er sprach, schädigt die Erde nicht, noch das Meer, noch die Bäume, bis wir die Knechte unseres Gottes an ihren Stirnen versiegelt haben. Und ich hörte die Zahl der Versiegelten. 144.000 Versiegelte aus allen Stämmen der Kinder Israels. Dann werden sie aufgezählt, die zwölf Stämme.

[46:36] Die Idee hier ist sehr einfach. Wer sind die zwölf Stämme? Es sind diejenigen, die als Knechte Gottes bezeichnet werden. Wie hat sich Jakobus im ersten Vers bezeichnet? Als ein Knecht Gottes. Wer sind die zwölf Stämme? Diejenigen, die Gott dienen, die Jesus nachfolgen. Das sind die zwölf Stämme. Wer waren die zwölf Stämme im Alten Testament? Es waren diejenigen, die Jesus nachgefolgt sind in der Wolken- und Feuersäule. Es waren seine Nachfolger. Deswegen waren sie die zwölf Stämme. Deswegen waren sie Israel. Wenn sie ihm nicht mehr nachgefolgt wären, hätten sie aufgehört, Israel zu sein.

[47:15] Wer Jesus nachfolgt, ist Israel. Und wer aufhört, Jesus nachzufolgen, hört auf, Israel zu sein. Es gibt kein Israel Gottes außerhalb von Christus. Und das klärt so viele Fragen und so viel Konfusion in der gegenwärtigen Debatte um Endzeitereignisse und ob der Nahostkonflikt etwas damit zu tun hat und so weiter. Das Neue Testament und auch das Alte machen das sehr, sehr deutlich. Und Jakobus sagt, ich bin ein Knecht. Ich bin Teil dieser zwölf Stämme. Ich heiße zwar Jakob, der Vater. Aber ich weiß, ich bin nicht der wirkliche Vater dieser zwölf Stämme. Ich bin auch nur ein Knecht. Ich bin nur Teil des Ganzen. Denn mein Stiefbruder, den ich in meiner Kindheit und meiner Jugend geforbt habe, den ich ausgelacht habe, dem ich eine schwere Zeit gegeben habe, dem mich selbst als Erwachsener nicht geglaubt habe, dem ich vorgeschrieben habe, wie er es hätte machen sollen, von dem habe ich erkannt. Das ist mein Erlöser, mein Schöpfer und mein Herz. Und ich möchte ihm dienen. Und mit diesem Wissen von dem, was ich mein Leben lang von ihm gesehen habe, möchte ich euch dienen.

[48:21] Das ist die Ausgangsposition des Jakobusbriefes. Und mit dieser Perspektive werden wir sehen, werden wir Schätze heben in diesem Buch. Denn dieses Buch zeigt die Weisheit eines Menschen, der ein Leben lang mit Jesus zu tun hatte und der durch eine persönliche Entscheidung für Christus völlig umgewandelt worden ist und schlussendlich zu einer Säule der Urchristenheit geworden ist. Sollten wir nicht annehmen, dass dann sein Brief auch eine Säule, ein Fundament des christlichen Glaubens, der christlichen Lehre sein sollte? Ich glaube, wir dürfen Martin Luther etwas auf die Sprünge helfen. Statt den Jakobusbrief etwas zur Seite zu schieben, sollten wir ihn wieder mehr in den Fokus rücken. In einer Zeit, in der wir darauf hoffen, versiegelt zu werden, in der Endzeit, wo wir darauf hoffen, dass wir zu diesen zwölf Stämmen zählen, die das Siegel Gottes als gute Knechte bekommen. Sollten wir nicht dann auch das lesen, was an diese zwölf Stämme geschrieben ist? Sollten wir nicht studieren, was dem Israelgottes durch Jakobus mitgeteilt wird, damit wir vorbereitet sind auf die Zeit, damit wir versiegelt werden können und damit wir Jesus nachfolgen, wohin er auch geht, so wie es von den 144.000 in Offenbarung 14 geschrieben steht.

[49:42] In diesem Sinne werden wir sehen, dass Jakobus ein Brief für unsere Generation, für unsere Zeit. Und ich freue mich, dass weiter mit euch und ja auch mit unseren Kollegen hier, die wir haben bei Juwel Media, dass wir es gemeinsam studieren können, um aus diesem Brief das herauszuholen, was Jesus Christus, der Bruder, der Stiefbruder von Jakobus, hineingelegt hat. Möchtest du, lieber Freund, liebe Freundin, aufgrund dieser Erkenntnis über Jakobus dich auch entscheiden, wenn du es noch nicht getan hast, statt einer formalen Beziehung zu Jesus eine echte Beziehung zu haben, statt einem Wissen von Jesus eine intime Beziehung, so wie Jakobus dich dafür entscheiden, sich unterzuordnen unter diesen Jesus. Ist das dein Wunsch? Gott segne deine Entscheidung.

[50:34] Nächste Woche werden wir beginnen, Vers für Vers diesen Brief zu analysieren und auf seine Bedeutung für unsere Zeit hin zu untersuchen. Es wird überaus spannend werden. Bitte verpasst es unter keinen Umständen. Sagt auch noch Freunden, die sich dafür interessieren, Bescheid, sodass wir gemeinsam Schätze aus diesem Buch heben können. In diesem Sinne wünschen wir euch Gottes Segen und viel Freude beim Studium dieses außergewöhnlichen Buches. Amen.

[51:02] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!


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