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Manuskript: CSH_Manuskript_2014 4th Nr 2

In dieser Cannstatt Study Hour-Folge taucht Christopher Kramp tief in den Brief des Jakobus ein und beleuchtet das Thema der Glaubensvollkommenheit. Er erklärt, wie Anfechtungen und Prüfungen dazu dienen, unseren Glauben zu stärken und uns auf die Herausforderungen der Endzeit vorzubereiten. Dabei wird betont, wie wichtig Geduld, Weisheit und ein unerschütterlicher Glaube an Gottes Wort sind, um vollkommen und ohne Mangel zu werden.

In dieser Cannstatt Study Hour-Folge taucht Christopher Kramp tief in den Brief des Jakobus ein und beleuchtet das Thema „Den Glauben vervollkommnen“. Er erklärt, wie Anfechtungen und Prüfungen dazu dienen, unseren Glauben zu stärken und uns auf die Herausforderungen der Endzeit vorzubereiten. Dabei wird die Bedeutung von standhaftem Ausharren, Weisheit und einem ungeteilten Herzen hervorgehoben, um die Vollkommenheit zu erreichen, die Gott sich für uns wünscht.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2014 Q4: Der Brief des Jakobus

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.tv.de. Heute in etwas ungewohnter Umgebung, wir sind ja mitten in unserer Vortragsreihe Operation Blueprint und so ist auch die Cannstatt Study Hour heute hier vor Ort mit derselben Bibel und demselben Inhalt wie immer und darauf freuen wir uns ganz besonders.

[0:42] Wir möchten auch alle diejenigen begrüßen, die auf Amazing Discoveries uns zuschauen, herzlich willkommen zu der zweiten Folge unserer Cannstatt Study Hour über den Jakobusbrief. In der letzten Woche haben wir uns ja bereits betrachtet, wer der Autor des Briefes ist und einige Hintergrundinformationen analysiert und interpretiert und mit der heutigen Folge beginnen wir unser detailliertes Vers-für-Vers-Studium dieses so interessanten, kompakten und auch kontrovers diskutierten Briefes. Das Thema, mit dem wir uns vorbereiten wollen auf das Bibelgespräch am 11. Oktober heißt: Den Glauben vervollkommnen.

[1:21] Es geht um die Vollkommenheit des Glaubens und das ist natürlich ein Thema, das in sich schon genügend Sprengstoff mit sich bringt und wir wollen das Ganze von einer äußerst biblischen Seite aus betrachten. Wir wollen eine Ausgewogenheit suchen, die wirklich aus dem Wort Gottes selbst herauskommt. Wir wollen Vorurteile und vorgefasste Meinungen beiseitelegen und einmal sehen, was Jakobus uns darüber zu sagen hat, wie unser Glaube vollkommen werden kann. Spannendes Thema, aber eins ist ganz sicher: Dazu brauchen wir die Führung des Heiligen Geistes. Und darum möchte ich uns alle einladen, dass wir zu Beginn dieses Studiums gemeinsam ein Gebet sprechen.

[2:00] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass wir jetzt zu dir kommen können, dass wir dein Wort studieren können. Wir möchten dich bitten von ganzem Herzen, dass du uns hilfst, es richtig zu verstehen, dass du uns zeigst, was du gemeint hast, als du den Jakobus inspiriert hast mit diesen Gedanken und dass wir verstehen können, wie unser Glaube vollkommen sein kann, durch dein Wort und durch deine Kraft. So sei du jetzt bei uns, halte alle Störende fern und schenke uns genau dieses Vertrauen, das du in uns hineinlegen möchtest. Im Namen Jesu beten wir dies. Amen.

[2:33] Jakobus beginnt seinen Brief, nachdem er die Eröffnung geschrieben hat in Vers 1 und die 12 Stämme, die in der Zerstreuung sind, begrüßt hat, so wie wir das das letzte Mal auch schon betrachtet haben. Er beginnt seinen Brief mit einer äußerst interessanten Aufforderung. Er sagt gleich in Vers 2: „Meine Brüder, achtet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen geratet.“ Eine erstaunliche Aussage, die gleich zu Beginn auch für uns eine gewisse Relevanz in sich birgt. Denn wir haben ja letztes Mal gesagt, der Jakobusbrief ist an die 12 Stämme geschrieben und diese 12 Stämme in Offenbarung sind später auch diejenigen, die geistig gesehen versiegelt werden. Es ist also ein Brief, der ganz aktuell und relevant ist für alle diejenigen, die in der Zeit der Versiegelung leben und die das Siegel Gottes tragen wollen, einer Zeit, in der wir wissen, dass es mancherlei Anfechtungen gibt. Und das allererste, was uns Jakobus sagt, inspiriert am Heiligen Geist: Wenn ihr solche Anfechtungen habt, wenn ihr in solche Probleme hineingeratet, dann haltet es für lauter Freude. Nun, ich weiß nicht, wie es dir geht, liebe Freunde, wenn du in Anfechtungen gerätst. In aller Regel werden wir mürrisch, wir werden traurig, wir werden verzweifelt. Wie oft geschieht es wirklich, dass wir freudig sind?

[3:47] Aber das ist keine extreme Position, die Jakobus vielleicht alleine vertreten hätte, sondern Jakobus paraphrasiert und wiederholt nur das, was Jesus selbst in der Bergpredigt gesagt hat. Wir haben ja bereits gesehen, dass Jakobus ganz oft Jesus paraphrasiert, insbesondere die Bergpredigt. Hier haben wir ein ganz klassisches Beispiel. Jesus selbst hatte in Matthäus 5, Vers 10 bis 12 Folgendes gesagt:

[4:36] Wenn du Jesus nachfolgst, wirst du Verfolgung erleben. Du wirst in Anfechtungen geraten und darüber sollst du dich freuen. Und genau das ist es, was Jakobus meint: Haltet es für lauter Freude, wenn ihr in mancherlei Anfechtungen geratet. Nun, wenn wir an Anfechtungen denken, dann denken wir vielleicht an das böse Wort, das uns jemand gesagt hat, oder die schlechte Atmosphäre, die herrscht, wenn wir auf der Arbeitsstelle unseren Glauben bezeugen. Aber die Bibel kennt ganz andere Formen von Anfechtungen, die uns, zumindest in Westeuropa, gar nicht so geläufig sind. Nur als Beispiele hier seien erwähnt: Aus dem Hebräerbrief, in Hebräer 11, und dort Vers 36 bis 38, dort heißt es: „Und andere erfuhren Spott und Geißelung, dazu Ketten und Gefängnis. Vers 37: Sie wurden gesteinigt, zersägt, versucht, sie erlitten den Tod durch Schwert, sie zogen umher in Schafspelzen und Ziegenfellen, erlitten Mangel, Bedrückung, Misshandlung. Sie, deren die Welt nicht wert war, irrten umher in Wüsten und Gebirgen, in Höhlen und Löchern der Erde.“ Das sind die Anfechtungen, von denen Jakobus, von denen die Bibel spricht. Und die allerwenigsten von uns haben überhaupt irgendetwas aus dieser Liste erlebt. Vielleicht ganz interessant, jetzt sich schon darauf einzustellen, denn es könnte gut sein, dass uns das noch bevorsteht. Ja, die Bibel gibt an manchen Stellen sehr deutlich Hinweise darauf, dass es eine Trübsalszeit geben wird, inklusive Verfolgung, wie sie es noch nie vorher so in diesem Ausmaß gegeben hat.

[6:13] Und Jakobus sagt uns als allererste inhaltliche Aussage: Wenn ihr in Anfechtungen geratet, freut euch darüber. Das war eine der ersten Aussagen von Jesus in der Bergpredigt. Jakobus beginnt damit seinen Brief. Und es war tatsächlich auch die Erfahrung seiner Generation, der ersten Christen. Die Apostelgeschichte ist voller Beispiele, wie Satan durch menschliche Instrumente versucht hat, den Fortschritt des Evangeliums aufzuhalten, unter anderem durch Verfolgung. In Apostelgeschichte 5 und Vers 41 finden wir so ein Beispiel. Dort heißt es: „Nun, sie gingen nun, das sind die Apostel, sie nun gingen voll Freude vom Hohen Rat hinweg, weil sie gewürdigt worden waren, Schmach zu leiden um seines Namens willen.“ Die Urchristen, insbesondere die Apostel hier, sahen es als eine Würde an, als eine Ehre, dass sie um Jesu Namens willen Schande und Schmach und Anfechtungen erlitten haben. Statt zu murren, waren sie freudig und froh. Nun, sie haben die Verfolgung, die Anfechtung nicht eingeladen, sie haben sich nicht danach gesehnt, aber als es kam, hielten sie es für lauter Freude. Die Generation von Jakobus hat praktisch ausgelebt, was Jakobus uns hier sagt.

[7:31] Und einer derjenigen, der angeblich so gegen Jakobus stünde, theologisch, stimmt vollkommen damit überein, mit dem, was Jakobus sagt. In 2. Korinther 12, Vers 9 und 10, da lesen wir, was Paulus zu diesem Thema zu sagen hat. Wir wissen von Paulus, dass er in vielerlei Anfechtungen gewesen ist. Er ist gesteinigt worden, er hat Schiffbruch erlitten, er ist verfolgt worden, mehrmals ist er nach dem Leben getrachtet worden. In 2. Korinther 12, und dort Vers 9 und 10, da sagt er sehr interessant, bekannte Worte: „Und er hat zu mir gesagt: Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft wird in der Schwachheit vollkommen.“ Interessantes Wort hier. Wir sprechen heute von der Vervollkommnung des Glaubens. Gottes Kraft wird vollkommen in der Schwachheit. Das heißt hier: „Darum will ich mich am liebsten viel mehr meiner Schwachheiten rühmen, damit die Kraft des Christus bei mir wohnt.“ Er sagt also, in meiner Schwachheit, da erlebe ich in einer besonderen Art und Weise die Kraft, die Stärke Gottes, die vollkommen wird. Und aufgrund dieser Erfahrung, schlussfolgert er jetzt in Vers 10: „Darum habe ich Wohlgefallen an Schwachheiten, an Misshandlungen, an Nöten, an Verfolgung, an Ängsten um des Christus willen.“ Man könnte mit einem Wort zusammenfassen: „In Anfechtung.“ Denn, Begründung: „Wenn ich schwach bin, dann bin ich stark.“ Der berühmte und oft zitierte Vers 9 hat eine direkte Verbindung zu Vers 10, wo Paulus sagt: Ich freue mich, ich habe Wohlgefallen an Anfechtung. Er sagt genau dasselbe wie Jakobus und gibt die erweiterte Begründung: In solchen Anfechtungen, in solchen Schwierigkeiten kann ich die Kraft Gottes in einer besonderen Art und Weise erleben. Und deswegen ist es ein Grund, sich zu freuen, in solche Situationen zu geraten.

[9:23] Auch Petrus hat uns Ähnliches gesagt, im ersten Petrusbrief und dort Kapitel 4, 1. Petrus Kapitel 4 und dort ab Vers 13, dort heißt es: „Doch in dem Maße, wie ihr Anteil habt an den Leiden des Christus, freut euch, damit ihr euch auch bei der Offenbarung seiner Herrlichkeit jubelnd freuen könnt. Freut euch an den Leiden, damit ihr auch verherrlicht werdet.“ Es sind nämlich die Leiden Christi. Mit anderen Worten: Wir werden keinen dornigen Pfad betreten, den nicht vorher schon Jesus für uns gegangen ist. Wir in jeder Anfechtung, die wir um Christi willen erleiden, folgen wir nur seinen Fußstapfen. Und in Vers 16 sagt er dann: „Wenn er aber als Christ leidet, so soll er sich nicht schämen, sondern er soll Gott verherrlichen in dieser Sache.“ Vorher ein Vers, vorher hat er gesagt: „Keiner von euch soll daher als Mörder oder Dieb oder Übeltäter leiden, oder weil er sich in fremde Dinge mischt.“ Mit anderen Worten: Man kann auch ein Mörder sein, ohne für Gott etwas getan zu haben. Man kann auch aufgrund schlechter Dinge sterben oder Anfechtungen erleiden. Davon spricht Petrus nicht. Mit anderen Worten: Wenn du leidest, dann leide für die richtige Sache. Gott möchte nicht, dass du leidest, weil du seine Gebote übertrittst, aber er lässt es manchmal zu, dass wir leiden zu seiner Herrlichkeit, damit wir auch verherrlicht werden durch die Erfahrung, die wir haben in der Anfechtung. Und deswegen ist ein großer Unterschied, weswegen ich leide: zur Verherrlichung Gottes oder weil ich seine Gesetze, seine Gebote übertreten habe.

[11:12] Nun, Jakobus geht weiter, nachdem er diese schon erstaunliche Aussage gemacht hat und sagt uns im dritten Vers: „Da ihr ja wisst, dass die Bewährung eures Glaubens standhaftes Ausharren bewirkt.“ Also freut euch an den Anfechtungen, denn in den Anfechtungen wird euer Glaube geprüft und Gott gibt die Anfechtung oder er lässt sie zu, vielmehr, nicht damit wir fallen, sondern damit wir uns bewähren. Das ist der Unterschied zwischen der Versuchung und dem Test, den Gott gibt. Satan versucht uns, damit wir fallen. Gott lässt Anfechtungen zu, er führt uns in einen Test, damit wir bestehen und gestärkt werden. Denn diese Anfechtungen sollen uns eine Bewährung verursachen, sie sollen das zuführen, dass unser Glaube stärker wird und dadurch soll etwas in uns entstehen, nämlich standhaftes Ausharren.

[12:06] Interessant, dass wiederum wir feststellen müssen, dass Jakobus hier völlig in Übereinstimmung mit dem Apostel Paulus ist. Wir werden das im Laufe dieses Studiums, des Briefes, immer wieder sehen, dass Paulus und Jakobus genau dasselbe sagen. Zum Beispiel im Römerbrief, in Römer Kapitel 5 und dort Vers 3 und 4, da sagt nämlich Paulus Folgendes, fast mit denselben Worten. Er sagt: „Aber nicht nur das, sondern wir rühmen uns auch in den Bedrängnissen, weil wir wissen, dass die Bedrängnis standhaftes Ausharren bewirkt. Und dann standhaftes Ausharren, aber Bewährung, die Bewährung, aber Hoffnung.“ Paulus und Jakobus wussten, dass Anfechtungen und Bedrängnisse gut sind für den Christen. Schon Gott hatte ja gesagt, dass der Erdboden verflucht ist um deinetwillen, so hatte er es dem Adam gesagt. Die Mühe und die Schwierigkeit, die in unserem Leben existiert, ist ein Instrument in der Hand Gottes, um uns etwas zu lehren, nämlich Bewährung und standhaftes Ausharren. Ein anderes Wort für Ausharren wäre ja auch Geduld.

[13:14] Und diese Geduld ist absolut notwendig, insbesondere im Endzeit-Kontext. Wir haben ja gesagt, wir wollen in Jakobus Brief auch mit dieser Perspektive lesen, wie es uns in der letzten Zeit, in der Endzeit hilft, die Versiegelung zu erfahren. Wir lesen Offenbarung 14, Vers 12, dass am Ende, wenn die große Trübsalszeit ist, wenn die letzten Ereignisse dieser dritten Engelsbotschaft sich entfalten, das Mahlzeichen des Tieres kommt, diese Prophezeiung von Offenbarung 13 sich erfüllen, dass in dieser Zeit eine Gruppe treu zu Gott stehen wird. Genau in diesem Kontext lesen wir in Offenbarung 14, Vers 12: „Hier ist das standhafte Ausharren der Heiligen, hier sind die, welche die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus bewahren.“ In der letzten Krise möchte Gott ein Volk haben, eine Gruppe von Menschen, die seine Gebote halten, nicht nur vorgeben, das zu tun, sondern wirklich halten, die wirklich an Jesus glauben, den Glauben an Jesus haben und die standhaftes Ausharren haben. Und diese Gruppe kann diese Charaktereigenschaften offensichtlich nur entwickeln durch Anfechtung. Wir alle möchten Teil dieser Gruppe sein. Wir möchten meistens nur nicht den Prozess erleben, wie wir standhaftes Ausharren haben können. Aber das ist wahrscheinlich eine der Gründe, warum es in der letzten Zeit eben solche großen Verfolgungen geben wird, um uns diese standhafte Ausharren zu lehren. Also von äußerster Relevanz, was der Jakobus hier zu uns schreibt.

[14:36] Und Matthäus macht deutlich, oder vielmehr Jesus im Matthäusevangelium, dass das eine Lösungsfrage ist, dieses standhafte Ausharren. In Matthäus 10, und dort Vers 22, da heißt es: „Und ihr werdet von jedermann gehasst sein um meines Namens willen.“ Gleiches Thema. „Wer aber ausharrt bis ans Ende, der wird gerettet werden.“ Wer dieses standhafte Ausharren hat und nicht fällt, sondern bleibt, konstant bei Gott bleibt, durch das Ausharren, durch die Bewährung seines Glaubens, der, und man könnte hinzufügen, nur der wird gerettet werden. Also standhaftes Ausharren ist keine Kleinigkeit, ist nicht die Sahne auf dem christlichen Charakter, die vielleicht noch drauf kommen könnte, sondern standhaftes Ausharren, das was Jakobus uns hier schreibt, ist eine Lösungsfrage, wie sie so manchmal formuliert wird.

[15:35] In Jakobus selbst wird später im Laufe des Buches noch darauf Bezug genommen, zum Beispiel in Jakobus Kapitel 5 und dort ab Vers 7, dort heißt es zum Beispiel: „So wartet nun geduldig, ihr Brüder, bis zur Wiederkunft des Herrn.“ Das ist also ein Thema, das beim Warten auf die Wiederkunft wichtig ist. Vers 8: „So wartet auch ihr geduldig, stärkt eure Herzen, denn die Wiederkunft des Herrn ist nah.“ Es geht also um eine Herzensvorbereitung auf die bald bevorstehende Wiederkunft. Dann Vers 11 heißt es: „Siehe, wir preisen die glückselig, welche standhaft ausharren.“ Das ist das, was Jesus gesagt hat: Selig sind. „Von Hiobs standhaftem Ausharren habt ihr gehört und ihr habt das Ende gesehen, das der Herr für ihn bereitet hat, denn der Herr ist voll Mitleid und Erbarmen.“ Also Jakobus vergleicht hier Hiob mit seiner Erfahrung mit dem standhaften Ausharren von dem, was wir in der Endzeit benötigen. Und wenn wir uns die Geschichte von Hiob durchlesen, dann denken wir vielleicht, naja, das war Hiob, aber mit meinem Leben hat das nichts zu tun. Aber die Geschichte von Hiob ist da, um uns etwas zu lehren über die Art und Weise des standhaften Ausharrens, das wir benötigen werden in der Zeit der letzten Trübsal. Jakobus sagt explizit, dass diese Geschichte ein Beispiel ist, damit wir wissen können, was standhaftes Ausharren bewirkt. Und wenn wir dann verstehen, was für große Anfechtungen auf uns zukommen werden in der letzten Zeit, dann sollten wir es tatsächlich für lauter Freude halten, dass wir jetzt kleine Anfechtungen haben, in denen wir trainieren können, Gott beim Wort zu nehmen, ihm zu glauben.

[17:11] Demzufolge ist also die Bibel ein ganz wichtiges Instrument in der Hand des Glaubenden, damit er erlebt und erfährt, wie er standhaftes Ausharren in seinem Leben haben kann. In Römer sagt der Paulus, dass genau das der Zweck der Bibel ist. In Römer 15 und dort Vers 4, Römer 15 Vers 4, dort heißt es: „Denn alles, was zuvor geschrieben worden ist, wurde zu unserer Belehrung geschrieben, damit wir durch das Ausharren und den Trost der Schriften Hoffnung fassen.“ Also Paulus sagt uns, es ist die Bibel selbst, die biblischen Geschichten, das, was wir hier lesen können, das ist uns gegeben, damit wir Hoffnung und Ausharren bekommen. Es ist zu unserer Belehrung geschrieben. Und an anderer Stelle sagt er, das ist ein Typus, das ist ein Vorbild auf uns, die wir in der letzten Zeit leben, so im ersten Korintherbrief, Kapitel 10.

[18:05] Gehen wir zurück zu Jakobus und schauen uns, was diese standhafte Ausharren bewirken sollen. Es heißt hier in Vers 4: „Das standhafte Ausharren aber soll ein vollkommenes Werk haben, damit ihr, das ist also das Ziel, damit ihr vollkommen und vollständig seid, ohne dass euch ja nichts mangelt.“ Also selbst das Ausharren an sich ist noch nicht das Ziel in sich. Es ist nur ein Schritt auf dem eigentlichen Ziel. Das Ziel, das Jakobus uns nennt, ist ein Ziel, das mit drei Worten beschrieben wird: vollkommen, vollständig und ohne Mangel. Und das standhafte Ausharren führt dazu, wenn das standhafte Ausharren ein vollkommenes Werk hat. Übrigens ist das ein Hinweis darauf, was für einen Charakter die Gruppe hat, die in Offenbarung 14 Vers 12 beschrieben ist.

[19:00] Nun, solch einen vollkommenen Charakter zu haben, solch ein standhaftes Ausharren ist von überwältigender Wichtigkeit. Jesus selbst hat in dem berühmten Gleichnis von den vier Böden in Lukas 8 und dort Vers 15 das Ausharren als ein Kennzeichen des guten Bodens beschrieben. In Lukas 8 und dort Vers 15 heißt es: „Doch in dem guten Erdreich sind die, welche das Wort, das sie gehört haben, in einem feinen und guten Herzen behalten und Frucht bringen in standhaftem Ausharren.“ Standhaftes Ausharren ist also die Frucht. Wenn ich das Wort Gottes in mich aufnehme, wenn ich mein Herz säubere von den Steinen und Dornen und Disteln, die sonst das Wort Gottes unterdrücken würden, und wenn das Wort Gottes in mir wachsen und wirken kann, dann wird dort standhaftes Ausharren sichtbar sein. Und das ist offensichtlich ein Prozess. Jesus sagt, das ist eine Pflanze, die wachsen muss. So muss also das standhafte Ausharren wachsen. Demzufolge brauchen wir viele Anfechtungen, damit dieses standhafte Ausharren, diese Geduld der Heiligen in uns wachsen kann. Und erst wenn diese Frucht vollkommen ist, wenn das standhafte Ausharren ein vollkommenes Werk hat, dann ist das Ziel, das Gott vorhat, erreicht.

[20:18] Und übrigens stimmt wiederum Paulus mit Jakobus überein. In Galater und dort Vers Kapitel 6, Vers 9 sagt er: „Lasst uns aber im Gutes tun nicht müde werden.“ Mit anderen Worten: Lasst uns ausharren. „Denn zu seiner Zeit werden wir auch ernten, wenn wir nicht ermüden.“ Dieses Ausharren muss eine Frucht hervorbringen. Das braucht Zeit. Und wenn wir Zeit uns nehmen, wenn wir dranbleiben, wenn wir ausharren, dann werden wir ernten. Also eine der wichtigsten Lektionen, die wir im Kontext der Endzeit lernen müssen, ist Geduld inmitten von Anfechtungen, von Problemen, von Schwierigkeiten. Das ist ein überwältigendes Kennzeichen der Gläubigen der letzten Zeit.

[21:02] Übrigens, was heißt es eigentlich vollkommen zu sein? Heute gibt es ja viele Definitionen darüber. Manche sagen, wenn du andere liebst, dann bist du vollkommen. Und das stimmt, könnte aber missverstanden werden. Denn Liebe wird heute sehr unterschiedlich definiert. Gemäß der Bibel ist ja das Halten der Gebote, das Halten des Gesetzes, die Erfüllung des Gesetzes Liebe. Jakobus gibt interessanterweise eine sehr praktikable, sehr einfache und gut zu verstehende Definition, was Vollkommenheit bedeutet. In Jakobus 3, Vers 2 gibt es ein Beispiel. Dort heißt es: „Denn wir alle verfehlen uns vielfach. Wenn jemand sich im Wort nicht verfehlt, so ist er ein vollkommener Mann, fähig, auch den ganzen Leib im Zaum zu halten.“ Nun, was wir hier finden, ist, dass Jakobus erst einmal sagt, keiner von uns ist vollständig vollkommen von sich aus und von vornherein. Wir alle verfehlen uns. Deswegen brauchen wir dieses Werk des Aussagens. Deswegen brauchen wir die Anfechtung, damit unser Glaube vervollkommnet wird. Aber wann ist dann jemand vollkommen? Er sagt, wenn sich jemand nicht verfehlt. Wenn also seine Worte ohne Verfehlung sind, dann ist er ein vollkommener Mann. Und das hat dann Ausdruck auf das restliche Leben. Das heißt, zwei Ideen sind bei Jakobus dasselbe, nämlich Vollkommenheit und nicht verfehlen.

[22:26] Nun wissen wahrscheinlich viele, dass Sünde Zielverfehlung bedeutet. Und sich nicht zu verfehlen bedeutet, das Ziel zu treffen, zu treffen, zu treffen. Und das ist das, was Gott sich wünscht und was wachsen soll in unserem Leben durch das standhafte Aussagen. Das ist die Vollkommenheit, von der die Bibel spricht. Und in Matthäus Kapitel 5 gibt Jesus einen gewaltig großen und wichtigen Maßstab. Matthäus 5, Vers 48 sagt er: „Darum sollt ihr vollkommen sein, gleich wie euer Vater im Himmel vollkommen ist.“ Das heißt, Vollkommenheit misst sich nicht an Mitmenschen, Vollkommenheit misst sich an Gottes Charakter und an seinem Willen. So macht es jedenfalls Kolosser 4, Vers 12 deutlich, wo wir lesen können: Kolosser 4 und dort Vers 12: „Es grüßt euch Epaphras, der einer der Euren ist, ein Knecht des Christus, der allezeit in Gebeten für euch kämpft, damit ihr feststeht, vollkommen und zur Fülle gebracht in allem, was der Wille Gottes ist.“ Vollkommenheit bezieht sich also auf das, was Gottes Wille ist, was sein Charakter ist, was sein Wille ist und es bedeutet, zur Fülle gebracht werden. Deswegen sagt der Jakobus auch, dass wer vollkommen ist, der ist vollständig und es mangelt ihm nichts. Und das ist sehr interessant. Gottes Wille ist genau das. Er möchte, dass wir vollkommen und vollständig sind in ihm, nicht ohne ihn, sondern mit ihm, denn er allein ist die Quelle dieser biblischen Vollkommenheit.

[24:10] Nun, die Bibel selbst ist uns gegeben worden, um das zu erreichen. Der Paulus sagt uns das im zweiten Brief an Timotheus, im zweiten Brief des 3, Vers 17. In Vers 16 sagt er, das ist der berühmte Vers, wo es heißt, dass alle Schrift von Gott eingegeben ist und nützlich ist für die Belehrung, Überführung, Zurechtweisung und Erziehung in der Gerechtigkeit. Und dann sagt er in Vers 17: „Damit, das heißt mit anderen Worten, die Bibel ist gegeben worden für diesen Zweck, damit der Mensch Gottes ganz zubereitet sei, zu jedem guten Werk völlig ausgerüstet.“ Er soll vollkommen vorbereitet sein auf all das, was ihm in der Endzeit begegnen könnte. Die Bibel ist dazu uns gegeben worden.

[25:01] Aber eine Vollkommenheit, so wie sie die Bibel beschreibt, ist nur möglich, wenn wir und überhaupt nur denkbar, wenn wir eine tiefe und innige Beziehung zu Jesus Christus haben. In Johannes 17 und dort in Vers 23 heißt es: „Ich in ihnen und du in mir, damit sie zu vollendeter Einheit gelangen und damit die Welt erkenne, dass du mich gesandt hast und sie liebst, gleich wie du mich liebst.“ Eine Vollendung, eine vollkommene Einheit ist nur möglich mit Christus in uns. Das ist die Bedingung. Und diese Vollkommenheit, die nur mit einer innigen Beziehung zu Christus möglich ist, ist auch nur möglich durch ihn. Denn in Hebräer 13 und dort Vers 21 wird uns deutlich, dass wir alleine das niemals in uns erreichen können. Hebräer 13 und dort Vers 21, dort heißt es: „Er rüste euch völlig aus zu jedem guten Werk, damit ihr seinen Willen tut, indem er in euch wirkt, was vor ihm wohlgefällig ist durch Jesus Christus. Ihm sei die Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit.“ Er kann uns vollkommen ausrüsten. Er kann in uns wirken durch Jesus Christus. Und genau darum geht es bei der Vollkommenheit. Vollkommenheit bedeutet, dass Gottes Kraft in uns wirkbar ist. Bedeutet nicht, dass wir irgendwie toll sind, um Gott zu gefallen. Es bedeutet, dass Gott in uns wirken darf, das, was sein Wille ist.

[26:34] Herr Kubus sagt uns, dass dem, der vollkommen ist, nichts mangelt. Wir alle kennen die Geschichte von Jesus, der von einem reichen Jüngling angesprochen wird und gefragt wird: „Was muss ich tun, um ein ewiges Leben zu haben?“ Jesus sagt ihm: „Halte die Gebote.“ Und dann stellt sich raus, dass er fast alle gehalten hat, aber eben nicht alle. Es fehlte ihm etwas und er ging traurig davon. Wenn Jakobus die Vollkommenheit beschreibt, meint er nicht, dass wir die größte Menge dessen gehalten haben, was man hätte halten können. Und mit dem Rest sieht Gott mal hinweg. Gott möchte nicht, dass uns etwas fehlt von dem, was wir hätten tun können in seiner Kraft und durch seine Gnade. Und deswegen sagt uns Jakobus nicht nur, was der Maßstab ist, sondern sagt uns auch, wie wir diesen Maßstab erfüllen können. Wenn wir nämlich merken in der Selbstprüfung: Mir fehlt es an etwas, dann darf ich auf den nächsten Vers in Jakobus 1, auf Vers 5 zurückgreifen. Dort heißt es nämlich: „Wenn es aber jemand unter euch an Weisheit mangelt.“ Vorher heißt es ja, dass Gott möchte, dass wir vollständig sind und vollkommen und dass es uns an nichts mangelt. Aber dann sagt er: „Wenn es euch aber mangelt an Weisheit, so erbittet er sie von Gott, der allen, und jetzt kommt es darauf an, gern und ohne Vorwurf gibt, so wird es ihm gegeben werden.“

[27:55] Wenn ich also feststelle, es mangelt mir, mir fehlt etwas. Ich habe dieses nicht, was Gott sich für mich wünscht. Ich habe nicht diese Weisheit, um in der Anfechtung standhaft zu bleiben, in der Schwierigkeit auszuharren. Mir fehlt Weisheit, dann darf ich bitten. Und diese Weisheit ist niemand anderes als Jesus Christus selbst. Paulus sagt uns im 1. Korintherbrief, in 1. Korinther 1 und dort Vers 30: „Durch ihn aber seid ihr in Christus Jesus, der uns von Gott gemacht worden ist, zur Weisheit, zur Gerechtigkeit, zur Heiligung und zur Erlösung.“ Wenn ich also feststelle, es mangelt mir an Christus in meinem Leben, es mangelt mir an der Kraft Gottes, es mangelt mir an der Beziehung zu meinem Erlöser und Schöpfer Jesus Christus, dann darf ich bitten: Herr, gib mir das, gib mir diese Weisheit. Diese Weisheit, die in den Sprüchen personifiziert wird und ruft und sagt: „Kommt doch zu mir.“ Zum Beispiel in Sprüche 1. Diese Weisheit, die ihre Stimme erschallen lässt, ist nicht im Sendemanuskript drin, aber könnt ihr leicht nachlesen, in Sprüche, Kapitel 1 und dort in Vers 20: „Die Weisheit ruft draußen laut, öffentlich lässt sie ihre Stimme hören.“ Und dann sagt sie in Vers 23: „Kehrt um zu meiner Zurechtweisung, siehe, ich will euch meinen Geist hervorströmen lassen, antwortet: Ich will meinen Geist auf euch gießen.“ Jesus ist derjenige, der laut ruft und sagt: „Kommt doch zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken, ich will euch meinen Geist geben, ich will euch meine Worte verkünden, ich will euch meine Weisheit schenken.“ Wenn ihr diese Weisheit sucht, der wird sich finden. Deswegen heißt es in Sprüche 2, Vers 3: „Wenn du um Verständnis betest und um Einsicht pflegst, wenn du sie suchst wie Silber und nach ihr forschst wie nach Schätzen, dann wirst du die Furcht des Herrn verstehen und die Erkenntnis Gottes erlangen.“ Denn der Herr gibt Weisheit, aus seinem Mund kommen Erkenntnis und Einsicht. Die Weisheit hier ist gleichbedeutend mit der Furcht des Herrn. Die Furcht des Herrn wird ja auch mal der Anfang der Weisheit genannt und die Furcht des Herrn ist nach Sprüche 8, Vers 13, das Böse zu meiden und das Böse zu hassen. Das Böse zu hassen. Und wenn ich feststelle, es fehlt mir so ein übernatürlicher Hass auf die Sünde, eine Feindschaft gegen das Böse, wenn ich feststelle, ja, ich weiß, es ist böse, aber ich hasse das Böse nicht, ich liebe es eigentlich, dann darf ich Gott bitten um Weisheit, ich darf ihn bitten um die Furcht des Herrn, ich darf mich danach ausstrecken und sagen: Herr, bitte schenke mir das, was ich alleine nicht bekommen kann. Und Jesus gibt uns die Zusicherung: Wer sucht, der findet, und wer anklopft, dem wird aufgetan. Und Gott wird uns dann nicht abweisen, wenn ich wirklich von ganzem Herzen, von ganzem Gemüt suche und nicht wirklich nach ihm ausstrecke, gibt es keinen einzigen Menschen, der von Gott abgewiesen werden würde. Jesus hat das deutlich gemacht in dem Gleichnis von dem verlorenen Sohn. In Lukas 15, Vers 20 lesen wir: „Und er machte sich auf, ging zu seinem Vater. Als er aber noch fern war, sah ihn sein Vater und hatte Erbarmen und er lief, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.“ So wie der Vater keinen Vorwurf macht und sagt: Was hast du getan? Warum hast du das getan? Sondern vielmehr die Aufrichtigkeit des Sohnes liegt, der umgekehrt ist, der sie nach einem besseren Leben sehnt. So sehr gibt Gott die Weisheit jedem, der feststellt, ich brauche sie. Unsere Bedürftigkeit ist unser größtes Argument und wenn wir zu ihm mit einem zerknirschten Herzen, mit echter Buße umkehren, wird er uns die Weisheit schenken, er wird uns keine Vorwürfe machen, er tut es gern, er liebt es, gnädig zu sein, so sagt uns die Bibel.

[31:32] Es gibt nur eine Bedingung, die Jakobus nennt, um wirklich diese Weisheit zu erhalten. Es heißt in Jakobus Kapitel 1, Vers 6: „Er bitte aber im Glauben und zweifle nicht, denn wer zweifelt, gleicht einer Meereswoge, die vom Wind getrieben und hin und her geworfen wird.“ Heute sagen uns viele Christen, wir müssen den Zweifel stehen lassen, wir müssen lernen, mit unserem Zweifel zu leben. Jakobus warnt uns, dass der Zweifel etwas Tödliches ist. Zweifel verhindert die Erfahrung des Glaubens und des Wachstums im Glauben. Glaube ist ein notwendiger Faktor der Gebetserhöhung, so sagt aus Jesus in Matthäus 21 und dort Vers 22. Jesus sagt dort: „Und alles, was ihr glaubend erbittet im Gebet, das werdet ihr empfangen.“ Wenn ich bitte, aber an Gottes Wort zweifle, kann ich nicht empfangen. Deswegen sagt die Bibel auch in Hebräer 1, Vers 6, dass es ohne Glauben unmöglich ist, ihm wohl zu gefallen und Zweifel ist das genaue Gegenteil von Glaube. Entweder ich glaube oder ich zweifle, ich kann nicht beides gleichzeitig. Und wenn wir lehren oder anderen erklären, du kannst deinen Zweifel ruhig stehen lassen, du musst lernen, mit ihm zu leben, dann bauen wir eine Blockade auf im geistlichen Leben dieser Person. Zweifel ist gefährlich und er sollte nicht in unserem Leben toleriert werden. Wir müssen glauben, dass Gott wirklich das meint, was er sagt.

[33:07] Und übrigens, wie in jedem Vers, sehen wir auch hier, ist Paulus ganz derselben Meinung wie Jakobus. Im ersten Timotheusbrief, da sagt er uns im ersten Timotheus Kapitel 2 und dort Vers 8, er sagt: „So will ich nun, dass die Männer an jedem Ort beten, indem sie heilige Hände aufheben, ohne Zorn und Zweifel.“ Paulus sagt ebenfalls: Wenn du betest, habe kein Zorn und zweifle nicht. Der Grund ist ganz einfach: Wer zweifelt, begibt sich in gefährliches Fahrwasser, wie es Jakobus sagt. Er gleicht einem Ozean, der hin und her geworfen in diesem See und er ist völlig unstabil. In Epheser 4 Vers 14 heißt es deswegen: „Damit ihr nicht mehr unmündige seid, hin- und hergeworfen und umhergetrieben von jenem Wind der Leere durch das betrügerische Spiel der Menschen, durch die Schlauheit, mit der sie zum Irrtum verführen.“ Wir leben in einer Zeit, die voller Irrtümer ist und wir erwarten noch mehr Heresien und gefährliche Irrlehren und wer zweifelt am Wort Gottes, hat keinen Schutz, hat kein Fundament, auf dem er stehen kann, in dieser letzten furchtbaren Zeit, wo jeder Wind der Leere bläht und weht.

[34:14] Nun, in Hebräer 10 Vers 23 geht es sogar so weit, dass Paulus sagt, das Festhalten am Glaubensbekenntnis, das ist was uns von dem Wind, der uns hin und her wirft, ja davor bewahrt. In Hebräer 10 Vers 23 heißt es: „Lasst uns festhalten am Bekenntnis der Hoffnung, ohne zu wanken.“ Wir haben gerade gesehen, wer zweifelt, der wankt, der ist instabil, der lässt sich hin und her treiben. Wir können uns schlussfolgern, dass jemand, der zweifelt, auch das Glaubensbekenntnis aufgeben wird. Wir leben in einer Zeit, in der immer mehr auch im Gottesvolk das Glaubensbekenntnis, die Fundamente des Glaubens, hinterfragt und angezweifelt werden und wir sehen diesen Zusammenhang, wie er sich vor unseren Augen buchstäblich erfüllt.

[35:14] Und Jakobus ist sehr deutlich in seinem Brief, er sagt in Jakobus 1 Vers 7: „Ein solcher Mensch, also jemand, der zweifelt, der nicht darauf vertraut, dass Gott das meint, was er sagt, er denke nicht, dass er etwas von dem Herrn empfangen wird.“ Liebe Freunde, lasst uns ganz offen sein, wenn wir an Gottes Wort zweifeln, wenn wir die Bibel aufschlagen und sagen: Das glaube ich nicht, das halte ich für unmöglich, das hat Gott wohl nicht so gemeint, dann werden wir nicht die Weisheit empfangen können, die uns fehlt, um im Endkonflikt bestehen zu können. Deswegen ist das Thema Zweifel und Glauben so ein wichtiges Thema. Es gibt nur eine Bedingung, um erlöst zu werden, nämlich Glaube, aber wenn wir zweifeln, ist diese eine Bedingung nicht erfüllt. Wir müssen dem Wort glauben, so wie es steht, und dann kann Gott mächtig in uns wirken und dann hört auch das Thema Vollkommenheit auf, ein brisantes Thema zu sein. Ja, könnte es sein, dass das eigentliche Problem, nicht das Thema Vollkommenheit ist, sondern das eigentliche Thema, das Thema Zweifel ist. Denn wenn wir nicht zweifeln würden, dass Gott das meint, was er sagt, dann hätten wir auch kein Problem mit dem Thema Vollkommenheit. Könnte es sein, dass es so viel Streit um das Thema Vollkommenheit gibt, weil wir eigentlich nicht einmal wirklich glauben, dass Gott das meint, was er sagt.

[36:27] In Jakobus 1, Vers 8 heißt es: „Ein Mann mit geteiltem Herzen, unbeständig in allen seinen Wegen.“ Und sofort kommt die Geschichte von Elia in den Sinn, wo Elia auf dem Berg Karmel dem Volk Gottes zuruft: „Wie lange hinkt ihr noch auf beiden Seiten? Entscheidet euch!“ Und die Bibel sagt, dass am Ende der Zeit diese Elia-Botschaft von gewaltiger Bedeutung sein wird, dass dort der Elia kommen wird in seinem Geist und in der Macht seiner Botschaft. Und die Botschaft des Elia ist: Sei nicht geteilten Herzens. Wir leben in einer Zeit, in der wir als diejenigen, die versiegelt werden wollen, uns dieser Botschaft stellen müssen, unsere Herzen ganz auf die Seite Gottes zu stellen. Warum zweifeln Menschen? Weil sie versuchen, zwei Herren zu dienen. Sie versuchen, Gott zu dienen, weil sie so viel von Gott wissen, dass sie wissen, dass es schlecht wäre, ihm gar nicht zu dienen. Aber sie wollen gleichzeitig der Welt dienen, weil die Sünde immer noch in ihrem Herzen so viel Raum einnimmt und weil sie die Sünde lieben. Und so versuchen sie, beiden zu dienen. Und sie glauben manchen in der Bibel, aber manchen glauben sie nicht, weil das ja ihre Sünde aufdecken würde. Und das ist das Problem, das exakte Problem, das durch die Elia-Botschaft angesprochen werden soll und vor allem gelöst werden soll.

[37:42] Denn Jesus sagt uns in Matthäus 6, Vers 24 in der Bergpredigt. Und hier sehen wir wiederum die Quelle der Gedanken von Jakobus. Matthäus 6, Vers 24 sagt Jesus: „Niemand kann zwei Herren dienen, denn entweder wird er den einen hassen und den anderen lieben, oder er wird den einen anhängen und den anderen verachten. Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“ Es ist unmöglich, beiden gleichzeitig zu dienen. Und so müssen auch wir uns in unserem persönlichen Leben entscheiden.

[38:07] Und übrigens, wer geteiltes Herz hat, wer instabil ist in seiner geistigen Erfahrung, der wird auch die Bibel falsch interpretieren. Das ist das, was uns Petrus sagt am Ende seines zweiten Briefes. In 2. Petrus, Kapitel 3, Vers 16, sagt er über die Briefe des Paulus: „So wie auch in allen Briefen, wo er von diesen Dingen spricht, in ihnen ist manches schwer zu verstehen, was die Unwissenden und die Ungefestigten, das heißt die, die wie diese Woge sind, verdrehen, wie auch die übrigen Schriften, zu ihrem eigenen Verderben.“ Wer zweifelt, ist instabil. Und wer zweifelt, wird die Bibel verdrehen. Deswegen kann man Zweifel nicht einfach stehen lassen, um mit dem Zweifel versuchen zu leben. Man muss durch den Glauben den Zweifel ausordnen. Denn wer mit Zweifel die Bibel liest, wird sie verdrehen. Er wird sie nicht verstehen. Und deswegen ist Jakobus so deutlich an diesem Thema.

[39:04] Wir brauchen eine Herzensreinigung. Er sagt das in Jakobus, Kapitel 4, Vers 8, er sagt: „Naht euch zu Gott, so naht er sich zu euch. Reinigt die Herzen, ihr Sünder, und heiligt eure Herzen, die ihr geteilten Herzens seid.“ Wenn ich feststelle, wenn du feststellst, lieber Freund, liebe Freundin, dass in deinem Herzen zwei Herren um die Vorherrschaft kämpfen, dann nah dich Gott, komm näher zu Gott, vertraue ihm, was er sagt, erbitte es im Glauben, suche und forsche nach dieser Weisheit, bis du sie gefunden hast und dein Fuß sicher steht.

[39:44] Die letzten Gedanken aus dem Jakobusbrief hier in Kapitel 1, Vers 9-11. In Vers 9 heißt es: „Der Bruder aber, der niedriggestellt ist, soll sich seiner Erhöhung rühmen.“ Jakobus spricht ein Grundprinzip wahrhaftiger Bekehrung an, dass nämlich das Niedrige hochgemacht wird und das Erhöhte erniedrigt wird. Eine Erfahrung, die sehr, sehr interessant ist. Wir können eine Genügelstelle noch anführen, die wir im Sendemanuskript haben, dass ihr dann anschauen könnt, wo immer wieder gesagt wird, dass im Reich Gottes das Niedrige erhöht wird. Wir sehen das ganz exemplarisch im Leben von Jesus. Paulus spricht davon im Philipperbrief in Philipper 2, wo er ab Vers 5 die Erniedrigung von Jesus beschreibt, der sich freiwillig, der freiwilliger Mensch wurde, der Knechtsgestalt angenommen hat, der sich ans Kreuz hat nahe lassen, der gehorsam wurde bis zum Tod am Kreuz. So heißt es in Philipper 2, Vers 5-8 und dann heißt es in Vers 9: „Darum, also weil er bereit war, sich zu erniedrigen, darum hat ihn Gott auch über alle Maßen erhöht und ihm einen Namen verliehen, der über allen Namen ist.“ Die höchste Position im Reich Gottes ist, nimmt derjenige ein, der sich am meisten erniedrigt hat. Und so erinnert uns Jakobus an ein Prinzip, das dazu geschaffen ist, unseren Stolz zu bekämpfen und zu besiegen. Wenn wir im Glauben dieses Prinzip annehmen, dann werden wir für die Endzeit, in der man uns verfolgen wird, wo man uns erniedrigen wird, für diese Endzeit, werden wir dann vorbereitet sein.

[41:20] Und übrigens hat Gott auch für uns eine ganz wunderbare Erhöhung vorgesehen. Johannes spricht davon im 1. Johannesbrief, wo er uns sagt in 1. Johannes Kapitel 3 und dort Vers 1-3, dort heißt es: „Seht, welche eine Liebe hat uns der Vater erwiesen, dass wir Kinder Gottes heißen sollen. Darum erkennt uns die Welt nicht, weil sie nicht erkannt hat. Geliebte, wir sind jetzt Kinder Gottes und noch ist nicht offenbar geworden, was wir sein werden. Wir wissen aber, dass wir ihm gleichgestaltet sein werden, wenn er offenbar werden wird, denn wir werden ihn sehen, wie er ist.“ Er sagt also, wir können uns gar nicht vorstellen, wie hoch wir erhöht werden werden. Jetzt werden wir erniedrigt, jetzt werden wir verfolgt, jetzt werden wir den Löwen vorgeworfen, jetzt wird man uns verspotten. Aber dann, wenn er kommt, werden wir verherrlicht werden. Und wir können uns das jetzt kaum ausmalen. Und dann sagt er in Vers 3: „Und jeder, der diese Hoffnung auf ihn hat, reinigt sich gleich, wie auch er rein ist.“ Er naht sich zu Gott, er lässt sein doppelherziges, sein geteiltes Herz reinigen und neu machen, dass es ganz auf der Seite Gottes ist.

[42:34] Jakobus beendet diesen Gedankenabschnitt in den Versen 10 und 11: „Der Reiche dagegen seiner Niedrigkeit.“ Es ist wichtig, dass nicht nur das Niedrige erhöht wird, sondern dass auch das, was hoch und angesehen ist, die Lektion der Demut lernt. Der Reiche muss lernen, arm zu werden. Der Stolze muss lernen, zu dienen. Und der, der alles weiß, muss lernen, wie viel es noch zu lernen gibt. Egal, in welchem Gebiet wir hoch sind, wenn wir zu Christus kommen, müssen wir lernen, dass wir niedrig sind. Eines der größten Probleme besteht darin, wenn Menschen auf einem bestimmten Wissensgebiet unglaublich viel kennen und dann sich der Bibel unterwerfen sollen. Der Biologe zweifelt an 1. Mose 1, der Musiker zweifelt an den biblischen Aussagen zur Musik. Wir können die Liste fortsetzen. Nur dann, wenn ich bereit bin, mit all dem, was ich kann, weiß und habe, mich unter das Wort Gottes zu stellen, dann bin ich bereit für das Reich Gottes. Und Jakobus drückt das so wunderbar aus: „Der Reiche dagegen rühme sich seiner Niedrigkeit. Denn wie eine Blume des Grases wird er vergehen. Denn kaum ist die Sonne aufgegangen mit ihrer Glut, so verdorrt das Gras und seine Blume fällt ab und die Schönheit seiner Gestalt vergeht. So wird auch der Reiche verwelken auf seinen Wegen.“ Jakobus, wir erinnern uns daran, dass alles, was wir haben, nur zeitlich ist. All der materielle Besitz. Und so, wie Jakob sagt, nackt sind wir auf die Welt gekommen und nackt werden wir wieder dorthin gehen. Von all dem, was wir durch Arbeit hier erworben haben, was wir uns aufgebaut haben, all das ist vergänglich. Und es bleibt nicht viel von dem, was wir mitnehmen können.

[44:15] Der weise Salomo sagt am Ende seines Lebens, wo er versucht hat, alles zu erforschen, alles zu erkennen, sich in alles hinein zu versetzen und allen Reichtum anzuhäufen, in Prediger Kapitel 5, Orders Vers 15, sieht er die resignierende Schlussfolgerung seines Lebens. Prediger 5, Orders Vers 15, da sagt er: „Das ist auch ein böses Übel, dass er gerade so, wie er gekommen ist, wieder gehen muss. Und was bleibt ihm davon, dass er sich um Wind abgemüht hat?“ Die Frage ist also, die Salomo steht: Was bleibt? Und in einer Zeit, in der Endzeit, wo wahrscheinlich schon vor uns und Tod uns alles weggenommen werden wird, was wir haben, all der Besitz, den wir aufgebaut haben, dann uns genommen wird. Wir müssen uns die Frage stellen: Was bleibt?

[45:08] Und die Antwort könnte nicht deutlich ausfallen, als im Buch Jesaja Kapitel 40 und dort Vers 7 und 8, Vers 6 bis 8, das heißt: „Es spricht eine Stimme: Verkündige! Und er sprach: Was soll ich verkündigen?“ Jetzt kommt die Botschaft, die Gott möchte, dass sie heute verkündigt wird: „Alles Fleisch ist Gras und all seine Anmut wie die Blume des Feldes.“ Man sieht die große Ähnlichkeit zur Sprache von Jakobus. „Das Gras wird dürr, die Blume fällt ab, denn der Hauch des Herrn hat sie angeweht. Wahrhaftig, das Volk ist Gras. Das Gras ist verdorrt, die Blume ist abgefallen, aber das Wort unseres Gottes bleibt in Ewigkeit.“ Es gibt etwas, was bleibt, es gibt etwas, was in der Endzeit uns Konstanz geben kann und das ist das Wort Gottes. Und wer aus diesem Wort lebt, der hat wahren Glauben, denn Glaube ist, wie wir oft gesehen haben, Leben aus jedem Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht.

[46:12] Und so schließen wir mit diesem Gedanken aus 1. Petrus, Kapitel 5, Vers 4. 1. Petrus 5 und dort Vers 4. Petrus sagt uns: „Dann werdet ihr auch, wenn der oberste Hirte offenbar wird, den unverwelklichen Ehrenkranz empfangen.“ Wir haben angefangen mit dem Gedanken: Wenn ihr in Anpflichtung geratet, freut euch und jubelt, denn Jesus sagt: „Denn euer Lohn im Himmel ist groß.“ In den Zeiten, auf die wir zusteuern, in denen es Schwierigkeiten gibt, in der Verfolgung sein wird, in der wir unseres Glaubens wegen angefeindet werden, dürfen wir unsere Augen erheben und auf den Lohn schon, auf die Belohnung, auf die jetzt kaum vorstellbare Erhöhung, die Gott uns vorgesehen hat, wenn wir bereit sind, in den Fußstapfen Christi der Erniedrigung zu gehen. Wenn es uns an Weisheit mangelt, wenn es uns an Beziehung zu Jesus mangelt, lasst uns bitten, aber lasst uns nicht zweifeln, lasst uns glauben und dadurch ein vollkommenes Werk in uns ausführen lassen. Lasst uns Gott erlauben, dass er vollkommen in uns wirken kann, bis wir vollkommen, vollständig und ohne Mangel sind. Und dann kann er uns diesen unverwelklichen Ehrenkranz geben. Möchtest du Jesus erlauben, in deinem Leben deinen Glauben zu vervollkommnen, damit du bereit bist auf die Versiegelung der zwölf Stämme? Gott segne dich in deiner Entscheidung und gebe dir die Kraft, jeden Tag in deiner Schwachheit, die du hast, die Vollkommenheit des Glaubens zu erleben. Nächste Woche werden wir an dieser Stelle weitermachen und die nächsten Versen von Jakobus 1 betrachten und analysieren. Es gibt viel Spannendes zu entdecken. So sehen wir uns nächste Woche. Bis dahin wünsche ich euch Gottes Segen und viel Freude im Studium und in der Anwendung des Wortes Gottes. Amen.


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