In dieser Folge von „Die Zeit des Endes“ wird das Jahr 1847 beleuchtet, ein entscheidendes Jahr für die junge Adventbewegung. Nach der großen Enttäuschung von 1844 kämpft eine kleine Gruppe von Gläubigen darum, ihre Glaubensgrundsätze neu zu definieren. Im Fokus stehen die Wiederentdeckung und theologische Ausarbeitung des Sabbats durch Joseph Bates, die prophetischen Visionen Ellen Whites, die das himmlische Heiligtum und die Bedeutung des Sabbats bestätigen, sowie die Bemühungen von James White, diese neuen Erkenntnisse zu verbreiten. Die Folge zeigt, wie aus einer kleinen, verfolgten Herde die Grundpfeiler des Sabbat-Adventismus geformt wurden.
Die Zeit des Endes: 52. Die kleine Herde (1847 Teil1)
Christopher Kramp · Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er) ·Themen: AdventgeschichteWeitere Aufnahmen
Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)
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Transkript
[0:00] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Die Zeit des Endes" nach langer Sommerpause. Ich glaube, zwei Monate sind es gewesen. Herzlich willkommen, die ihr jetzt live zuschaut auf joelmedia.tv.de. Herzlich willkommen euch! Und wir wollen keine lange Vorrede machen, wir wollen direkt hinein starten gleich ins Thema. Vorab möchte ich natürlich beten. Unser Thema wird heute sein: "Die kleine Herde – 1847". Wir haben heute auch hier eine kleine Herde, passt ganz gut. Aber es gibt etliches zu entdecken, wie Gott eine kleine Herde benutzen kann, um sein Werk voranzubringen. Und ich möchte euch einladen, wie jedes Mal, ein Anfangsgebet mit mir zu sprechen.
[0:42] Lieber Vater im Himmel, ich möchte dir von Herzen Dank sagen, dass du uns heute durch den Tag geführt und geleitet hast, dass du bei uns gewesen bist und uns gewarnt und geführt und ja, uns geholfen hast. Und wenn wir jetzt in die Geschichte zurückschauen, wie du Schritt für Schritt mit deinem Volk gegangen bist, so möchte ich dich bitten, dass du uns Weisheit schenkst, wichtige Lektionen daraus zu lernen für unsere Zeit, für unsere Probleme, für unsere Herausforderungen. Und wir bitten dich, dass du mit deinem Heiligen Geist zu unserem Herzen sprichst. Im Namen Jesu, Amen.
[1:15] Nach zwei Monaten Sommerpause kann man sich ja eine zwei Minuten Zusammenfassung gönnen, um wieder so in den Fluss hinein zu kommen. Wir haben in den letzten Monaten über die Miller-Bewegung gesprochen. Wir haben ausführlich gesehen, wie Miller durch das ganze Land der USA gereist ist und wie ab 1840 Leute an seiner Seite gehabt hat, vor allem den Joshua Himes, diese Miller-Bewegung so richtig explodiert ist. Vor allem, als dann Leute wie Fitch und Litch und so weiter gekommen sind, diese Charts gemacht worden sind. Wir haben gesehen, wie diese Bewegung die ganze Vereinigten Staaten von Amerika erreicht hat, erschüttert hat, wie Hunderttausende davon beeindruckt worden sind. Wir haben gesehen, wie viele dann um 1843, 1844 herum die Kirchen verlassen haben und eine Gruppe von Adventisten gebildet haben, von Adventgläubigen, die sich dann in solchen Zeltversammlungen getroffen haben. Ihr könnt euch erinnern an diese unzählig vielen Campmeetings, das größte Zelt der USA. Man hatte gehofft auf das Jahr 1843 bis zum Frühjahr 1844. Es gab die erste Enttäuschung, es gab die Zeit der Verzögerung. Wir hatten gesehen, wie dann dieser Mitternachtsruf, die siebte Monatsbewegung, noch mal alle Kräfte gebündelt hat auf das Datum 22. Oktober 1844. Und wir haben diesen Tag ja ausführlich besprochen, wie sie an diesem Dienstag gehofft und völlig überzeugt waren, dass Jesus Christus wiederkommen würde. Wir haben gesehen, es gab eine Enttäuschung. Danach hat sich diese ganze Adventbewegung zersplittert in alle möglichen Gruppierungen. 1845, 1846 haben wir sehr ausführlich behandelt, was es da alles so gab und der ganze Fanatismus und dann die Albany-Adventisten, die das Datum 1844 aufgegeben haben und dann die Bräutigams-Adventisten und die mit der geschlossenen Tür und der offenen Tür und so weiter und so fort.
[3:00] Und diese Gruppe von Leuten, die wirklich an 1844 festgehalten haben, wurde immer kleiner und kleiner und kleiner und kleiner. Ihr erinnert euch nicht, wa? Immer kleiner und kleiner. Es gab einzelne Leute, die bereits zu dieser Zeit einige Lösungsansätze gefunden hatten. Unter ihnen war Hiram Edson, der schon einen Tag nach der großen Enttäuschung diese erste Idee hatte, dass Jesus wohl irgendwie in ein neues Amt gegangen wäre, aufgrund von Daniel 7. Und das hat er dann später ausführlicher studiert mit seinen Freunden Dr. Hahn und Crozier. Und diese Idee von dem himmlischen Heiligtum, also was heißt Idee, diese biblische Wahrheit wiederentdeckt, dass Jesus in das Allerheiligste gegangen ist, in einem himmlischen Tempel, das die letzte Aktion sozusagen vor der Wiederkunft ist, dieser große Versöhnungstag. In jener Zeit hat auch die junge Ellen Harmon ihre ersten Visionen bekommen, wo sie den Adventisten gesagt hat: "Haltet fest an eurer Erfahrung und wartet und studiert die Bibel weiter." Viele haben natürlich nicht hören wollen, haben es aufgegeben. Und wir haben gesehen, wie der Sabbat eine Rolle gespielt hat in jenen Jahren durch T.M. Preble unter anderem. Und hat dann Joseph Bates den angenommen, eine Zeit lang studiert, dann wieder verworfen, dann wieder angenommen und dann 1846 im August dieses erste Traktat herausgebracht über den siebenten Tag Sabbat und hat das verkündigt.
[4:23] Und dann haben wir gesehen, das war eine der letzten Dinge, die wir vor zwei Monaten in der letzten Folge angeschaut haben, wie Ellen Harmon, jung wie sie war, den ebenfalls recht jungen Prediger James White geheiratet hat. Einer, der in der Millerbewegung keine große Größe gewesen ist, aber doch einer von den vielen, die das ganze Land übersehen haben. Und er an ihrer Seite, einer der führenden Figuren jetzt wurde, in dieser kleinen Gruppe übrig blieb, die ungefähr zu diesem Zeitraum noch 50 bis 60 Leute gezählt hat. Nachdem anderthalb Jahre lang alles zerbrochen ist. Es gab weitaus größere adventistische Gruppen, die dann aber nicht den Sabbat gehalten haben oder die 1844 natürlich aufgegeben haben oder zum Teil fanatische Richtungen noch gehabt haben. Aber diese kleine Gruppe, die festhielt an allem Originalen, das waren nur noch 50 bis 60. Und sie waren auch nicht besonders angesehen bei den restlichen Adventgruppen. Und das war dieses Dreieck, das wir angeschaut hatten. Hier in Portland, da lebte Ellen White, wie sie jetzt hieß, mit James White. Und hier in Port Gibson, da war Hiram Edson, das waren die mit dem Heiligtum und Dr. Hahn und Crozier. Und hier in New Bedford-Fairhaven, da war Joseph Bates. Und der war der Apostel des Sabbats sozusagen. Und diese drei Ideen, der Sabbat, das Heiligtum und der Geist der Weissagung und Prophetie. Der James White war auch ein sehr großer Prediger, was Prophetie angeht, biblische Prophetie. Diese drei Ideen waren jetzt unabhängig voneinander 1846 ziemlich deutlich formuliert. Und man begann zusammenzuarbeiten. Die Whites und Bates haben sich getroffen. Und dann am Ende des Jahres 1846 war dann auch Joseph Bates in Port Gibson, hat sich mit den Vertretern vom Heiligtum zusammengetan, hat ihnen den Sabbat erklärt. Und so haben sich diese Brücken jetzt angefangen zu bauen.
[6:22] Und da sind wir jetzt direkt im Thema. Diese kleine Herde, 50, 60 Leute ungefähr, die jetzt daran geht, diese Ideen irgendwie abzuwägen und zusammenzubasteln zu einem Fundament, auf dem wir heute noch stehen. Das Jahr 1847 ist in die Geschichte eingegangen als eines der ganz großen Hungerjahre in Europa. Auch hier in Deutschland wurde schwer gehungert. Am schlimmsten traf es Irland, wo in diesem Jahr 500.000 Menschen, also fast eine halbe Million Menschen, umgekommen sind. Die sogenannte Kartoffelfäule war daran schuld. Alle Kartoffeln sind verfault. Und es gab unglaublich viele Unruhen. Viele Menschen haben versucht nach Amerika auszuwandern. Das sah nach einer fast kontinentalen Katastrophe aus. Und das hat natürlich jenen Adventisten auch Feuer gegeben. Das war so ein echtes Zeichen der Zeit.
[7:13] Die immer noch frisch verheirateten James und Ellen White, ein paar Monate jetzt verheiratet, haben sich dann Anfang des Jahres auf den Weg gemacht, um erneut Joseph Bates zu besuchen. Man hat ja damals nicht viele Freunde gehabt, die in der Nähe gewohnt haben. Also sind sie mit diesem Dampfer hier nach Fairhaven gefahren. Und auf dem Dampfer gab es eine interessante Konversation. Die Ellen White hat sich mit zwei Frauen unterhalten, die auf irgendeinem Grund auf die Himmelfahrtskleider zu sprechen kamen. Die Himmelfahrtskleider war ein Gerücht, das damals in den ganzen USA bekannt war, dass nämlich jene Adventisten 1844 im Oktober sich Himmelfahrtskleider geschneidert hätten, die sie sich dann angezogen hätten, um dann auf dem Dach der Häuser zu warten, dass sie in diesen Himmelfahrtskleidern gegen den Himmel fahren könnten. Und das hat irgendwie jeder geglaubt. Und jeder kannte jemanden, der das gesehen hätte. Aber nur keiner hat es wirklich gesehen. Das ist so ein Gerücht, das übrigens sich bis heute noch hält. Es gibt noch Leute, die es bis heute behaupten. Und damals war das schon große Mode. Und zwei Frauen unterhalten sich und sagen: "Ja, diese Adventisten damals mit ihren Himmelfahrtskleidern", und das war so ganz etabliert. Und Ellen White wagt es dann einfach mal zu fragen: "Ja, habt ihr denn welche gesehen?" Und die sagen: "Nein, aber wir haben ganz aus sicherer Quelle erfahren, dass es so gewesen ist." Und die andere sagt: "Auch ja, ich habe das auch ganz sicher gehört, und vor allem, wie ich das gehört habe, das ist ganz verständlich und ganz, wie sagt man, ganz zuverlässig." Und Ellen White hat nicht locker gelassen und hat gesagt: "Ja, kennt ihr denn irgendjemanden?" Und die waren schon ganz aufgeregt: "Ja, wie könnte man das denn in Zweifel ziehen? Das war doch etablierte Meinung der ganzen Welt." Und dann hat sie gefragt: "Ja, könnt ihr dann wenigstens ein paar Namen nennen?" "Nein, wir kennen ja niemanden." Dann haben wir gesagt: "Wenn es so viele gewesen sein sollen, dann müsst ihr doch ein paar Namen nennen." Und schließlich fällt der einen ein, die war aus der Nähe aus Portland. "Mensch, da gab es doch diese zwei Zwillingsschwestern, Ellen und Elizabeth Harmon. Das waren doch auch so ganz, ganz große Adventisten. Die haben das gehabt, ja." Und interessanterweise war noch eine weitere Passagierin an Bord, die dann gesagt hat: "Also, ich bin gut befreundet mit der Ellen Harmon, und die steht gerade vor euch." Und sie hat es nicht gehabt, und das war natürlich sehr peinlich.
[9:20] Naja, diese Schifffahrt ist außerdem in die Adventgeschichte eingegangen, denn kurze Zeit später gab es einen gewaltigen Sturm. Und der war so schlimm, dass Ellen White Folgendes beschreibt: "Das Boot bewegte sich furchtbar und die Wellen drangen in die Kabinenfenster ein. Der große Kandelaber fiel mit lautem Krach auf den Boden. Tische waren für das Frühstück gerichtet, aber das Geschirr fiel auf den Boden. Es war große Furcht in der Damenkabine. Viele bekannten ihre Sünden, andere riefen zur Jungfrau Maria und legten feierliche Gelübde ab. Nicht wahr, wenn sie das Land erreichen, dann werden sie sich Gott in den Dienst stellen." Also, man hat wirklich gedacht, das Schiff geht unter. "Es war eine Szene voller Schreck und Konfusion, als das Boot hin und her schaukelte. Achtung, fiel eine Dame über mir aus ihrer Koje und schrie lauthals auf." Im Englischen heißt das "at the top of her voice", also ganz hoch. "Eine andere wandte sich zu mir und fragte: 'Bist du nicht erschreckt? Ich gehe davon aus, dass wir niemals das Land erreichen werden.'" Und ich fand es interessant, was Ellen White hier dann gesagt hat, mit ihren 19 Jahren. "Ich sagte ihr, dass ich Christus zu meiner Zuflucht gemacht habe und dass, wenn meine Arbeit getan sei, ich genauso gut auf dem Grund des Ozeans liegen könnte. Aber wenn mein Werk noch nicht getan sei, könnten alle Wasser des Ozeans mich nicht ertränken."
[10:35] Na ja, ihre Arbeit war noch nicht getan, der Sturm hörte auf und sie erreichten den Hafen von Fairhaven, New Bedford, da, wo Joseph Bates wohnte und der ja dieses Traktat über den Sabbat geschrieben hatte. Nachdem er am Ende des Jahres 1846 die Heiligtumsleute Crozier und Edson und Hahn besucht hatte, hat er nochmal das Thema Sabbat neu studiert und vertieft und herausgefunden, dass der Sabbat nicht einfach nur der richtige Tag ist aus der Bibel, sondern dass der Sabbat eine endzeitliche Bedeutung hat. Und so entschließt er sich, in jenem Januar eine zweite Auflage von seinem Traktat herauszubringen. Das heißt dann genauso wie vorher: "The Seventh-Day-Sabbath, Perpetual Sign", ist die 1847-Edition. Und diese zweite Auflage gilt sowas wie das theologische Grundgerüst der Sabbat-Adventisten, wenn man so will. Es gibt einige Adventhistoriker, die sagen, dass Joseph Bates eigentlich der theologische Begründer unserer Kirche ist, weil er in diesem Traktat zum ersten Mal den Sabbat mit dem Heiligtum verbunden hat. Im ersten Traktat gab es nur den Sabbat und das Heiligtum gab es auch schon bei Crozier ganz ausführlich, aber er bringt das zum ersten Mal zusammen. Er sagt hier zum Beispiel im Vorwort: "Der Engel Gabriel sagte Daniel, dass die Erkenntnis in der Zeit des Endes zunehmen würde. Dies beinhaltet natürlich auch die Bibel. Es ist bekannt, dass diese Erkenntnis seit 1840 zugenommen hat. Diese zehn Gebote sind das Fundament der Schrift. Gott zeigte sie in besonderer Weise geistlich unter den Blasen der sieben Posaune. Die Lade seines Bundes, nachdem der Tempel im Himmel geöffnet worden ist." Dies sind die zehn Gebote. Mit anderen Worten, als der Tempel im Himmel geöffnet wird, als Jesus in das Allerheiligste hineingeht, Heiligtumslehre, da sieht man ja auch die Bundeslade und in der Bundeslade sind die zehn Gebote. Und deswegen hat auch der Sabbat eine spezifische Bedeutung jetzt in der Endzeit. Nicht einfach nur als der richtige Tag, der schon immer war, sondern mit einer besonderen Betonung jetzt.
[12:37] Außerdem findet er in Offenbarung 14, Vers 12, diesen berühmten Vers: "Hier ist der standhafte Ausharren der Heiligen, das ist nach der Treffung, oder am Ende der Treffung der Engelsbotschaft, die sie ja erlebt haben, durchlebt haben. Und hier sind die, welche die, was? Die Gebote Gottes und den Glauben an Jesus halten." Plötzlich sieht er: "Hey, Moment mal, jetzt in der Endzeit gibt es eine besondere Betonung der Gebote. Könnte es sein, dass es kein Zufall ist, dass wir jetzt gerade den Sabbat wiederentdecken?" Und so arbeitet er jetzt die endzeitliche Bedeutung des Sabbats heraus und das unterscheidet ihn jetzt von den Siebenten-Tags-Baptisten, die einfach den Sabbat halten, weil es der richtige Tag ist. Ja, weil er von der ersten Mose 1 und der ersten Mose 2 durch die Bibel durch immer der richtige Tag gewesen ist. Das war eine Siebentags-Baptisten-Position. Aber Siebentags-Adventistisch ist jetzt der Sabbat als der richtige Tag, als ein besonderer Tag für die Endzeit. Offenbarung 11, Vers 19, Offenbarung 14, Vers 12. Und er ist der erste, der andeutet schon mal, dass die Sonntagsheiligung, was mit dem Malzeichen des Tieres zusammen zu tun hätte. Und dass seit 1844 eine neue Zeitperiode ist. Eine Zeitperiode, wo der Fokus auf dem Gesetz liegt. Der Grundzug von der Lehre vom großen Kampf ist schon enthalten. Also all das, was uns so ausmacht, ist in dieser zweiten Auflage jetzt entwickelt. Und er sagt: "Die ganze Dreiviertel-Engelsbotschaft beschreibt die Adventbewegung. Und Vers 12, das sind wir. Wir sind die, die ausharren, wir halten noch fest an der Prophetie, auch wenn alle anderen Adventisten es aufgeben. Und wir halten fest an dem Heiligtum und wir halten die Gebote." Das ist eine Reformation. Und er studiert auch die Bündnisse, Altenbund, Neuenbund. Und er sagt sogar, es gibt einen dritten Bund, den ewigen Bund. Und das sind die zehn Gebote. So denkt er sich das, Januar 1847. Und er fordert die christliche Welt heraus. Er sagt: "Seit der ersten Edition im letzten August haben wir alle Adventprediger und Gläubige aufgerufen, uns zu zeigen, ob wir mit dem Sabbat des Herrn falsch liegen. Noch einmal fordern wir die christliche Welt heraus, uns aus der Bibel zu zeigen, wenn sie können, dass wir eine falsche Sicht des Sieben-Tage-Sabbats haben."
[14:39] Mit diesem Verständnis vom Sabbat jetzt, ist der Sabbat nicht nur eine interessante Wahrheit, die man wiederentdeckt hat, sondern er kommt jetzt ins Zentrum der Verkündigung. Denn wenn es eine besondere Zeit ist, wo der Sabbat gehalten werden muss, dann muss man den Sabbat auch den anderen Christen predigen. Und dadurch wird der Sabbat von einer Wiederentdeckung zu einer Säule, im Jahre 1847, zu einer Säule unseres Glaubens und zu einem Zentrum der Dreifaltigen Engelsbotschaft.
[15:08] Naja, übrigens, am 30. Januar wird diese kleine Stadt hier, die auf den spanischen Namen Yerba Buena hört, in Kalifornien umbenannt. Kalifornien hat bis dahin kurz zuvor noch zu Mexiko gehört, aber im sogenannten Amerikanisch-Mexikanischen Krieg kommt jetzt ganz Kalifornien zu den USA, die jetzt plötzlich ihr Gebiet noch weiter vergrößern, von Texas aus bis über die Rocky Mountains, bis nach Kalifornien. Und diese kleine Stadt, mit damals ein paar hundert Einwohnern, nennt man jetzt San Francisco. Und dieser Westwärtsdrang, hin zum Pazifik, wird im nächsten Jahr noch zu gewaltigen Veränderungen in der ganzen USA führen, wie wir noch sehen werden.
[15:53] Naja, die Whites also, wie gesagt, sind unten hier bei Joseph Bates in Fairhaven und es geht ihnen wirklich gut. James White schreibt später, dass Ellen White zu diesem Zeitpunkt so gesund war und es ihr so gut ging, wie seitdem sie 13 Jahre alt war nicht mehr. Meistens hat man ihr, wenn man ihre Lebensgeschichte liest, geht es immer so: Sie war krank, dann war sie noch kränker und ab und zu war sie nicht ganz so krank und dann war sie wieder ganz krank. Aber hier geht es ihr wirklich gut und sie ist wirklich bester Gesundheit, soweit es also für sie möglich ist. Und sie ist schwanger. 19 Jahre alt, erwartet in einigen Monaten ihr erstes Kind. Der Amerikanisch-Mexikanische Krieg geht voran. Hier in Buena Vista erobern die Amerikaner trotz Unterzahl mexikanisches Gebiet. Und dieses neue Buch von Bates wird jetzt auch von anderen Mitstreitern empfohlen und, wie sagt man, beworben. Der Hiram Edson zum Beispiel, einer von denen, die das Heiligtum studiert haben, sagt: "Lest dieses Buch, es ist die Wahrheit."
[17:00] Und das ist übrigens ein Geheimnis auch, warum diese Sabbat-Adventisten zu einer Kirche oder zu einer Bewegung geworden sind. Meistens ist es ja so, stellt vor, man hat jetzt hier so ein paar Leute, der eine hat den Sabbat entdeckt, der andere hat das Heiligtum entdeckt, der nächste hat den Geist der Weissagung. Menschen normalerweise tendieren dazu, ihre eigene Entdeckung besonders zu betonen und das andere als weniger wichtig hinzustellen. Aber was das Geheimnis war, war, dass obwohl jeder so einen spezifischen Blick hatte, eine ganz besondere Perspektive, Hiram Edson hat das Heiligtum im Blick gehabt, hat er doch gesehen, dass das, was Bates über den Sabbat entdeckt hat, wichtig ist und auch gefördert werden muss. Und dieses Zusammenarbeiten, dieses Zusammenfügen der Lehren, das bildet dann dieses feste Fundament. Sehr interessant.
[17:43] Dort in Fairhaven hat Ellen White auch ihre allererste Vision zum Thema Sabbat. Sie hat jetzt seit einem halben Jahr, seit sechs Monaten, gemeinsam mit James White, den Sabbat gehalten, einzig und allein aufgrund der biblischen Beweise, die sie bei Joseph Bates gehört haben. Und erst sechs Monate später sieht sie zum ersten Mal eine Vision, dass der Sabbat richtig ist und Gott den Sabbat bestätigt. Das ist übrigens sehr wichtig, weil es zeigt, das ist eines von vielen Beispielen, dass unsere Glaubensüberzeugung nicht durch die Vision von Ellen White gekommen ist, sondern durch Bibelstudium. Sie hätte ihn auch 30 Jahre länger gehalten, aber Gott hat es dann bestätigt und seinen Siegel sozusagen drauf getan.
[18:22] Und am 9. März sind dann sogar Truppen der Amerikaner hier im Golf von Mexiko gelandet, sind dann auf Mexiko City zumarschiert. Also den Mexikanern ging es schlecht. Die USA haben fast ein Drittel des mexikanischen Gebiets erobert und die Mexikaner in die Flucht geschlagen. Schließlich reisen dann James und Ellen White zurück an ihren Heimatort nach Gorham, dort, wo ihre Eltern leben, also die Eltern von Ellen White. Und das ist interessanterweise eine etwas schwierige Angelegenheit. Das ist ja nicht besonders gut manchmal bei den Schwiegereltern zu leben. Die Eltern von Ellen White waren ja sehr treue Adventisten in der Miller-Bewegung, waren dann aber aufgrund des Fanatismus in Portland sehr enttäuscht worden, hatten sich zurückgezogen, wollten erstmal nichts weiter zu tun haben mit diesen ganzen vielen Splittergruppen des Adventismus, haben sich jetzt in ihr Heimatdorf in Gorham zurückgezogen und James White und Ellen White haben bei ihnen gelebt, in Ermangelung einer anderen Unterkunft. Das Problem war, Ellen Whites Eltern haben den Sabbat nicht angenommen, wollten davon nichts wissen. Und so gab es ständig Reibereien über das Sabbat-Thema.
[19:36] Die junge Ellen White und der James hatten es nicht leicht, zumal sie auch von den Nachbarn dann groß attackiert worden sind. Und James White schreibt am 14. März einen Brief an einen Freund, der auch an den Sabbat glaubt, an Stockbridge, Holland und schüttet so sein Herz aus. Schaut mal hier, was er schreibt. Er sagt: "Es könnte eine Pflicht für euch sein, hier nach Gorham zu kommen und uns mit tröstlichen Worten zu erfreuen. Wie gut wäre es doch, wenn Gorham nur etwa 5 Meilen von Topsham entfernt wäre, sodass wir unsere heiligen Sabbate zusammen verbringen könnten." Der Punkt ist, in der ganzen Umgebung gibt es keinen einzigen, der den Sabbat hält. Und so müssen James White und Ellen White so alleine Sabbat feiern. Gibt keine Gemeinde so, wo man hingehen könnte. Nur wieder dann Freunde, sonst wo, wo man dann halt tagelang hinreisen muss. Das war die kleine Herde. Nicht mal zusammen, überall so ein Schaf. Also gar nicht so einfach, die zusammen zu kriegen.
[20:31] Und dann schreibt er hier: "Oh, ich habe genug von unseren gottlosen, heuchlerischen, unehrlichen und treulosen Nachbarn." Wow. "In welch gottloser Welt wir doch leben. Ich liebe es, an das Königreich zu denken. Nimm diese Hoffnung weg und wir sind vollkommen miserabel. Was für ein tödlich degradierender Gedanke zu glauben, ein Leben in dieser schrecklichen, unchristlichen Welt zu verbringen und dann im Staub zu liegen. Aber es wird nicht so sein. Nein."
[21:01] Man sieht den jugendlichen Eifer von James White. Hat sich gefreut auf die Wiederkunft, von dem sie alle glaubten, dass sie sehr bald sein wird. Und wohl auch hätte sehr bald sein können. Was er übrigens auch in dem Brief schreibt, ist, dass er davon überzeugt ist, dass diese Hungersnot in Europa ein Zeichen der Zeit ist und dass man jetzt bald damit rechnen muss, dass die weiteren Endzeitereignisse eintreffen.
[21:20] Die kleine Herde, das sind vor allem diese Familien hier. Noch ein paar mehr. Aber das sind so die, mit denen Ellen White und James White besonderen Kontakt haben. Hier in Topsham, das ist die Familie Stockbridge-Howland und seine Frau. Und hier in Dorchester in Massachusetts, da haben wir den Otis Nichols und seine Familie. Und dann hier in New Bedford haben wir Joseph Bates und Familienangehörige. Dann gibt es noch ein paar andere weiter westlich. Aber das sind so die drei Familien, die Ellen White und James White ab und zu besuchen. Das sind so die ersten greifbaren Sabbat-Adventistischen Pioniere sozusagen. Also, wenn wir von den Pionieren im engeren Sinne sprechen, von denen, die da alles so aufgebaut haben, dann sind das so diese hier.
[22:04] Und dann gab es, wie gesagt, Hiram Edson und Crozier weiter westlich im Bundesstaat New York, die das Heiligtum, wie wir betont haben, uns zugesteuert haben. In einer ihrer Zeitschriften, die sie noch hatten, eine Zeitschrift hatte der Crozier immer noch aufgelegt und jetzt regelmäßig rausgebracht, dem "Day Dawn". Da empfiehlt er ebenfalls das Buch von Bates und sagt: "Lest das, der Sabbat ist wichtig, wir müssen uns alle zum Sabbat bekennen." Was aber interessant ist, dass dieser Crozier gleichzeitig davon überzeugt war, dass Jesus noch im selben Frühjahr wiederkommen würde. Er hatte seit 1844, seit der Enttäuschung, die Überzeugung, dass man sich um drei Jahre geirrt hatte und hatte jetzt drei Jahre lang darauf gewartet. Er hatte gesehen, wie andere Daten gesetzt worden waren, hatte nie mitgemacht, aber 1847, das war sein Datum gewesen und da hat er sich nicht von abbringen lassen und so verkündet er jetzt durch diese Zeitschrift: "Jesus kommt im Frühjahr 1847." Das ist seine eigene Privatmeinung, aber es gibt immer mehr auch von den Lesern noch, die das so mit übernehmen.
[23:10] Übrigens nur ganz nebenbei, für alle, die sich dafür interessieren, für die ganze Diskussion um das Tägliche: Hier haben wir Crozier, der 1847 das tägliche Opfer auf Christus bezieht als Erster und nicht auf das Heidentum. Sehr interessant, nur kleine Nebennote in dieser Diskussion.
[23:26] In Preußen wird derweil das Toleranzedikt erlassen, das zum ersten Mal es Menschen ermöglicht aus der Kirche auszutreten. Bis dahin konnte man das nicht, man konnte nicht per Gesetz Atheist sein, jetzt ist das möglich. Aber die Menschen haben dazu nicht so viel Interesse, sie wollen lieber was zu essen haben. Und so geht der Mob, der Pöbel auf die Straße und es kommt zu diesen Hungerunruhen, die ganz Mitteleuropa und überhaupt Europa erschüttern.
[23:56] Am 2. April noch einmal empfiehlt Crozier das Sabbatbuch von Bates, auch Edson und Hahn empfehlen das und Crozier pusht weiter für dieses 1847-Datum, obwohl andere schon sagen: "Hey, lass uns nicht das Datum mehr berechnen." Wie sich zeigen wird, ist das eine kleine Katastrophe.
[24:15] Dann, Anfang April, besuchen die Whites, James und Ellen, ihre Freunde in Topsham, den Stockbridge, Howland und seine Frau. Und dieses Haus hier, da treffen sie sich, hier haben wir es nochmal, genau in diesem Haus. Und in diesem Haus hat Ellen White eine ihrer berühmtesten Visionen überhaupt. Obwohl Historiker sagen, dass dieses Haus eigentlich auf der anderen Straßenseite stand, nämlich da, aber wie auch immer. Also hier ungefähr war es, dass Ellen White eine ihrer meistzitierten und berühmtesten Visionen gehabt hat. Und zwar die sogenannte Sabbatvision, eine Wiederholung und Vertiefung dessen, was sie schon einen Monat vorhergesehen hat. Und sie schreibt hier, könnt ihr auch in "Erfahrung und Gesichter" nochmal nachlesen dann später, wie sie sich dort versammelt haben: "Es war ein Sabbat in Topsham, Maine und sie sagte: Bald wurde ich der Erde entrückt und zu der Herrlichkeit Gottes aufgenommen. Ich sah einen Engel schnell zu mir fliegen, der trug mich zur heiligen Stadt und in der Stadt sah ich einen, was? Einen Tempel, in den ich eintrat. Ich ging durch ein Tor, ehe ich zu dem ersten Vorhang kam. Dieser wurde weggezogen und ich trat in das Heilige ein. Hier sah ich den Räucheraltar, den Leuchter mit sieben Armen und Tisch, auf welchem die Schaubrote lagen. Und nachdem ich die Herrlichkeit des Heiligen geschaut hatte, nahm Jesus den zweiten Vorhang weg und ich trat in das Allerheiligste. In dem Allerheiligsten sah ich eine Lade oben und an den Seiten von feinem Golde."
[25:44] Jetzt überlegt mal, was das ausgelöst hat für diejenigen, die gerade das Buch von Bates gelesen haben. Wo er beschreibt, die Bibel beschreibt ja, dass die Bundeslade sichtbar wird im Allerheiligsten. Dass wir deswegen den Sabbat halten müssen. Mit dem Bewusstsein mal diese Vision jetzt lesen. "An jedem Ende der Lade stand ein herrlicher Cherub, der seine Flügel darüber ausgebreitet hatte. Ihre Antlitze waren gegeneinander gewendet und sie blickten auf die Lade nieder. Zwischen den Engeln befand sich ein goldenes Rauchfass. Über der Lade, wo die Engel standen, war ein herrlicher, strahlender Glanz. Es sah aus wie der Thron, wo Gott wohnt. Jesus stand bei der Lade und als die Gebete der Heiligen zu ihm aufstiegen, fing das Räuchwerk in dem Räuchfass an zu rauchen. Und er brachte ihre Gebete mit dem Rauch des Rauchwerks seinem Vater dar." Das ist eine Beschreibung des Heiligtumsdienstes, genauso wie ihn Crozier und Edson beschrieben hatten. "In der Lade befand sich der goldene Krug mit Manna, der Stab Aarons, der gegrünt hatte. Und die war es, die Steintafeln, übrigens interessanterweise, wie ein Buch zusammengelegt. Jesus eröffnete sie und ich sah die zehn Gebote von dem Finger Gottes geschrieben, dort im Himmel. Auf einer Tafel waren vier, auf der anderen sechs. Die vier auf der ersten Tafel leuchteten heller, aber das vierte, das Sabbatgebot, trat besonders hervor."
[27:04] Ich habe die Vision mal gehört. Sehr, sehr spannend. Denn es sollte den heiligen Namen Gottes zu Ehren gehalten werden. Ein leuchtender Ring umgab das Gebot. Ich sah, dass der Sabbat nicht an das Kreuz genagelt war. Gott bestätigt den Sabbat in einer eindrucksvollen Art und Weise durch diese Vision, was man in der Bibel schon längst entdeckt hatte und in Verbindung mit dem Heiligtum. Wenn das der Fall wäre, dann wäre es mit den anderen Geboten ebenso. Und es heißt hier: "Ich sah, dass Gott den Sabbat nicht verändert hat, da er ihn nie verändert. Aber das Papsttum hat ihn von dem siebten auf den ersten Tag verändert, denn es änderte Zeit und Gesetz." Also Daniel 7, die Auslegung von Daniel 7 gleich mit bestätigt. Und dann sagt sie also: "Wenn es geändert worden wäre, dann würde jetzt dort stehen: 'Am ersten Tag ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes.' Aber ich sah, dass es noch ebenso lautete, wie auf den steinernen Tafeln vom Finger Gottes geschrieben, die Mose auf dem Berg Sinai erhielt. Aber der siebte Tag ist der Sabbat des Herrn, deines Gottes."
[28:03] Und jetzt schaut man hier, das ist interessant. "Ich sah, dass der heilige Sabbat die trennende Mauer zwischen dem wahren Israel Gottes und den Ungläubigen ist." Also sie bestätigt nicht nur den Sabbat, sie bestätigt auch die endzeitliche Bedeutung, die Bates aufgrund des Bibelstudiums auf den Sabbat gelegt hat. Es ist ja ein Unterschied, ob der Sabbat wahr ist oder ob er das Kennzeichen zwischen Gläubigen und Ungläubigen ist, nicht wahr? Es ist noch eine Verstärkung. Und dass der Sabbat die große Frage ist, welche die Herzen von Gottes lieben wartenden Heiligen vereinen wird. Es ist der Sabbat, der die Gläubigen zusammenbringt und es ist der Sabbat, der zwischen Gläubigen und Ungläubigen am Ende trennen wird.
[28:39] "Ich sah, dass Gott Kinder hat, die noch nicht den Sabbat erkennen und halten." Jetzt passt gut auf, das ist super spannend. Denn bis zu dem Zeitpunkt glauben eigentlich fast alle in dieser Gruppe, dass die Tür ja geschlossen ist. Könnt ihr euch erinnern? Geschlossene Tür, Ende der Gnadenzeit für die da draußen. Und selbst Ellen White wird das wohl mehr oder weniger so verstanden haben. Aber in dieser Vision wird jetzt deutlich: Da gibt es noch Leute da draußen in den Kirchen, die haben den Sabbat noch nicht erkannt. Und daraus entwickelt sich jetzt diese Idee: "Hey, Moment mal, vielleicht bedeutet diese geschlossene Tür ja gar nicht, dass die Gnadenzeit für die anderen zu Ende ist, sondern vielleicht bedeutet die geschlossene Tür, dass eine Tür geschlossen ist, nämlich zum Heiligen und eine Tür geöffnet ist zum Allerheiligsten, was nämlich die Bibel sagt. Und zu Anfang der Zeit der Trübsal werden wir mit dem Heiligen Geist erfüllt werden, dass wir ausgehen und den Sabbat noch völliger verkünden werden." Also Ankündigung: Der Sabbat wird noch besser verstanden werden.
[29:36] "Dies machte die Kirchen und Namensadventisten, also das sind dann die Adventisten, die den Sabbat nicht halten, die Albany-Adventisten und all die anderen Gruppen, wütend, weil sie die Sabbat-Wahrheit nicht widerlegen konnten. Zu dieser Zeit sahen alle auserwählten Gottes klar, dass wir die Wahrheit hatten und sie kamen heraus und erduldeten die Verfolgung mit uns." Was also deutlich macht, es gibt in den anderen Kirchen noch Kinder Gottes und die kommen erst später zu uns. Und das war eigentlich die Axt an der Wurzel von der Idee, dass die Gnadenzeit zu Ende ist. Sehr interessant.
[30:10] Und dann sagt sie da: "Schwert, Hunger, Pestilenz und großes Verderben im Lande. Die Gottlosen glaubten, dass wir das Gericht über sie gebracht hätten, wegen dem Sabbat." Das wird sie später ja noch weiter ausführen. "Sie erhoben sich und hielten Rat, uns von der Erde zu vertilgen, weil sie dachten, dass dann das Übel aufhören würde." Also, das ist jetzt etwas, was man bei Siebenten-Tags-Baptisten nicht finden würde, dass der Sabbat dazu führt, dass die Gläubigen vernichtet werden. Das ist endzeitliche Bedeutung vom Sabbat, wie sie unser Verständnis aus der Bibel ist.
[30:39] Sie sieht noch mehr an diesem Tag. Sie sagt: "In der Zeit der Trübsal flohen wir alle aus den Städten und Dörfern, wurden von den Gottlosen verfolgt, welche mit dem Schwert in die Häuser der Heiligen eindrangen. Sie erhoben das Schwert, um uns zu töten, aber es zerbrach und fiel wie ein Strohhalm machtlos nieder. Wir riefen alle Tag und Nacht um Errettung und das Rufen kam vor Gott." Und dann beschreibt sie: Sonne aufgeht, Mond still steht, die Ströme aufhören zu fließen, die Wolken aufeinander prallen und dann diese helle Stelle, wo die Herrlichkeit Gottes vereinigt ist. Der Himmel sich öffnet und sich schließt, wie sie später auch im großen Kampf beschreibt, und die Berge beben und die See brodelt wie ein Topf und wirft Steine aus dem Land. Und als Gott den Tag und die Stunde von Jesu Kommen verkündete und den ewigen Bund seinem Volk übergab, sprach er in kurzen Sätzen und hielt nach einem jeden inne, während die Worte über die Erde hinrollten. Das ist diese Zeit, als dann in der Trübsalszeit, die das Volk Gottes befreit wird, kurz vor der Wiederkunft. Und da heißt es: "Dass Israel Gottes stand mit emporgewandten Augen und lauschte den Worten, wie sie von dem Munde Jehovas kamen und gleich dem lautesten Donner der Erde durchdrangen. Es war überaus feierlich. Am Schluss jedes Satzes riefen die Heiligen: Ehre, Halleluja! Ihre Angesichter waren erleuchtet von der Herrlichkeit Gottes und sie glänzten gleich Moses Antlitz, als er von den Bergen Sinai herabkam. Die Gottlosen konnten wegen des Glanzes nicht anschauen. Und als sie die nie endenden Segnungen über diejenigen ausgesprochen wurden, die Gott durch das Halten des Sabbats geehrt hat, entstand ein lautes Freudengeschrei, weil sie den Sieg über das Tier und sein Bild behalten hatten."
[32:14] Tier war den Adventisten schon klar, Bild noch nicht so sehr. Aber auf jeden Fall muss es was mit dem Sabbat zu tun haben. Dann fing das Jubeljahr an, wenn das Land ruhen sollte. Dann beschreibt sie die Wiederkunft. Überspringen wir aus Zeitgründen.
[32:30] Und dann sagt sie hier, das ist sehr interessant. Zuerst, Moment, das überspringen wir auch. Sie schreibt jetzt, wie wir dann aufsteigen werden und wie sogar die Räder auf diesen Wagen "heilig, heilig" rufen. Aber was interessant ist, ist am Ende. Sie sagt: "Jesus öffnete die Tür der goldenen Stadt und ließ uns hineingehen. Hier wurden wir willkommen geheißen. Warum? Weil wir die Gebote Gottes gehalten haben." Das hatte sie vorher nie gesehen. In ihrer ersten Vision, wo sie auch von der Wiederkunft und vom Paradies gesehen hat und gesprochen hat, das hat sie nie gesehen. Erst als sie den Sabbat erkannt hatten, erst als sie die Wiederkunft, das Gesetz Gottes studiert hatten, da sieht sie in der Vision auch, dass nur die in den Himmel kommen, die die Gebote Gottes halten. Und wir hatten ein Recht an den Baume des Lebens.
[33:23] 4. April, 3. April, Entschuldigung, die berühmte Sabbat-Vision. Übrigens, Augenzeugen berichten, dass während dieser Vision sie mehrere Bibeln von einem Tisch genommen hat, aufgeschlagen hat und einzelne Bibelverse, die speziell für Personen gedacht waren, den anwesenden Personen gegeben hat, ohne draufzuschauen. So noch als kleine Nebenbemerkung.
[33:45] Dann, vier Tage später, schreibt sie einen Brief und schickt ihn an Joseph Bates und sagt: "Hey, pass mal auf, das, was du alles in deinem Buch schreibst, habe ich gesehen in der Vision. Stimmt." Und das ist die Art und Weise, wie Gott gearbeitet hat. Er hat gewartet, bis diese Pioniere etwas entdeckt haben in der Bibel, bis sie es angenommen haben, gecheckt haben, selbst umgesetzt haben und dann hat er es bestätigt durch eine Vision und jetzt wusste man: Das ist ein Fundament, darauf können wir bauen, das müssen wir jetzt nicht tausendmal hinterfragen. Stimmt, darauf können wir aufbauen. Sehr, sehr interessant.
[34:14] Übrigens, Joseph Bates, sobald er den Brief bekommt, lässt er ihn sofort veröffentlichen, auf so einem Einzelblatt, tausend Exemplare lässt er drucken und die Kosten dafür übernimmt James White. Der hat aber selbst kein Geld. Er leiht sich dann das Geld dafür und hofft, dass jemand anderes dann ihm Geld geben wird. Das war so die Mentalität. Nur raus mit der Wahrheit. Wie man das bezahlt, da wird sich Gott schon darum kümmern.
[34:38] Übrigens hat sie im gleichen Monat auch noch eine andere Vision, wo sie ebenfalls sieht, dass die Heiligtumslehre, so wie sie Crozier und Edson formuliert hatten, dass sie ebenfalls korrekt ist. Sie sagt dann später, dass sie sich autorisiert fühlt, diese Ausgabe von 1846, wo Crozier damals eine Extra-Ausgabe vom "Daystar" – wir hatten das angeschaut, das Heiligtum genau beschreibt – und diese Idee, dass Jesus uns alle heiligste geht, da sagt sie: "Ich empfehle diese Extra-Ausgabe jedem Heiligen." Sie sagt, das ist die Wahrheit, also im Wesentlichen.
[35:10] Ellen White ist in jener Zeit trotz Schwangerschaft schwer damit beschäftigt, Briefe zu schreiben und mit Adventisten theologische Diskussionen zu führen, um bestimmte Dinge besser zu verstehen. In jener Zeit studiert man auch sehr ausführlich die tausend Jahre, das Millennium. Sie sagt hier zum Beispiel: "Ich stimme völlig überein, dass es zwei buchstäbliche Auferstehungen geben wird, die tausend Jahre auseinander liegen. Ich stimme ebenfalls überein, dass die neue Erde nicht erscheinen wird, bevor nicht die gottlosen Toten am Ende der tausend Jahre auferweckt und vernichtet worden sind. Ich sah, dass Satan am Ende der tausend Jahre aus seinem Gefängnis losgelassen wird, genau zu der Zeit, wenn die gottlosen Toten auferweckt werden und dass Satan sie verführte, indem er behauptete, sie könnten die heilige Stadt von den Heiligen einnehmen." Dinge, die Miller und seinen Milleriten noch total unklar waren, die noch nicht mal an den Zustand der Toten so geglaubt hatten, die sind jetzt herauskristallisiert in dieser Zeit.
[36:04] 1847 ist eine unfassbar fruchtbare Zeit, wo viele unserer Glaubensüberzeugung sich so herauskristallisieren. Dann beschreibt sie: "Die Gottlosen marschierten alle um das Lager der Heiligen mit Satan an der Spitze und als sie sie daran machten, die Stadt einzunehmen, blies der Allmächtige von seinem hohen Thron über der Stadt einen Atem des verzehrenden Feuers, der auf sie hinterfiel und sie verbrannte. Und bei der finalen Zerstörung von Gog und Magog wird die gesamte gottlose Armee verbrannt werden und aufhören zu existieren." Man sagt hier ganz deutlich: Die Gottlosen werden nicht ewig brennen, sie werden aufhören zu existieren, so wie es auch die Bibel sagt.
[36:38] Interessanterweise hat Joseph Bates immer schon ein Faible auch für Geschichte gehabt und noch bevor diese Sabbat-Adventisten überhaupt so ihre Grundlehren mal beieinander haben, fangen sie schon an, Adventgeschichte zu betreiben. Das ist doch interessant, oder? So bringt Bates ein weiteres Buch raus im April. Das nennt er "Second Advent Waymarks and High Heaps", also die adventistischen Wegmarken und Höhepunkte der letzten sieben Jahre. Also eine Zeit des Endes in Kurzfassung. Und er möchte darin einen Überblick geben über die letzten sieben Jahre und zeigen, dass sie als die Sabbat-Adventisten diejenigen sind, die wirklich auf der Linie geblieben sind, während alle anderen abgefallen sind. Und er unterscheidet so zehn große Ereignisse. Das erste war Millers Predigten, dann die Enttäuschung im Frühjahr 1844 mit der Zeit der Verzögerung, dann der Fall Babylons, dass die Kirchen das abgelehnt haben, dann der Ausfall aus den Kirchen, das war die zweite Botschaft: "Geht aus dir hinaus, mein Volk", dann der Mitternachtsruf mit Snow damals, ihr erinnert euch, und der siebte Monat 1844, 22. Oktober, dann diese Erfahrung in den letzten Wochen vorher, dass man so eine unfassbare Erweckung erlebt hat, die Reinheit des christlichen Gefühls, das gemeine Philadelphia-Erlebnis, dann der Beginn der siebten Posaune 1844, 22. Oktober, und die Enttäuschung, der Bräutigam ist gekommen, aber die meisten glauben das nicht mehr, lehnen das alles ab, lehnen das Datum 1844 ab, aber es gibt einige, die daran festhalten: Er ist als Bräutigam gekommen, er ist ins Allerheiligste gegangen, die Tür ist geschlossen. Und dann das als neuntes Ereignis jetzt das Entdecken der Gebote, auf Markus 14, Vers 12, die Geduld der Heiligen, und wir erleben jetzt so seine Ansicht in der Endzeit, und wir sind eine kleine Herde, die wartet, bis das elfte Ereignis kommt, und das ist die Wiederkunft.
[38:30] In diesem Buch gibt es ein neues Konzept, das ist sehr wichtig zu verstehen. Er gruppiert zum ersten Mal die Adventisten in drei Gruppen. Die Namensadventisten, die immer noch so, also wie Leute wie Litch oder Heims oder so weiter, er nennt sie jetzt nicht bei Namen, aber die immer noch so zur großen Masse der Adventisten gehören, aber 1844 aufgegeben haben. Dann die Vergeistlichten, also die ganzen Fanatiker, und die ganz versprengt sind. Und als dritte Gruppe die Gebotehalter. Das sind also die Sabbat-Adventisten, die festhalten in 1844 und Gottes Gebote halten. Und das neue Konzept hier ist: Nur die dritte Gruppe ist Gottes Volk. Und das ist eine sehr interessante Idee, weil jetzt schält sich plötzlich so eine eigene Identität heraus. Wir sind das Volk Gottes, die anderen sind, wir sind nicht einfach eine von drei Gruppierungen, wir sind die, die dran geblieben sind, die anderen sind quasi abgefallen.
[39:21] Und natürlich geht er auf die Hungersnot in Europa ein. Und für ihn, interessanterweise, ist die Offenbarung, ist die dritte Engelsbotschaft zwei Botschaften. Vers 9 bis 11 ist für ihn getrennt, das ist schon in der Vergangenheit, nur noch Vers 12 ist Gegenwart. Und das ist natürlich problematisch, weil in Vers 9 bis 11 das Malzeichen des Tieres steht. Aber das hat er nie so ganz richtig, erst mal nie, stimmt nicht, aber noch nicht so richtig verstanden, und erst jetzt in Vers 12 und alles anderes, Vergangenheit. Aber als James White das liest, sagt er: "Moment mal, mein Lieber, da stimme ich nicht überein, da gibt es keine Kontroverse."
[39:59] Der Sabbat wird übrigens jetzt so heiß diskutiert, dass sogar die Namensadventisten, wie jetzt Bates sie nennt, sich mit dem Thema auseinandersetzen müssen und wieder auf Leseanfragen Stellung beziehen müssen, aber sie lehnen den Sabbat natürlich ab. Derweil bricht in Europa förmlich das Chaos aus, die Hungerunruhen nehmen gewaltige Ausmaße an.
[40:19] Und was ist übrigens aus Miller geworden? Miller lebt immer noch, bekommt von dem, was wir jetzt sagen, und studiert gar nicht mehr so viel mit. Er ist schon sehr alt, sehr krank, kann auch kaum noch zu den Konferenzen von Heims und Co. fahren. Er schreibt einen Brief im Mai 1847 und sagt einfach nochmal, wie es ihm geht. Er sagt: "Ich kann mich keiner verdorbenen Motive in der Verkündigung der Wiederkunftslehre anklagen. Wenn ich etwas bereue, jetzt haltet euch fest, was er sagt, dann, dass ich, was? So wenig getan habe." Also, wenn ihr die letzten Monate mal hier gewesen seid, dann wisst ihr, der Mann hat so viel gemacht, dass wir alle zusammen... Und er sagt: "Und dass ich so ineffektiv gewesen bin. Mir hat es mehr an Eifer gemangelt, als an Glauben." Das war der, der also die zigtausenden Predigten gehalten hat, der jeden Tag zweimal gepredigt hat. "Ich habe an diese herrliche biblische Lehre von der Wiederkunft unseres liebenden Erlösers und seines ewigen Königreiches im wiederhergestellten Paradies geglaubt und tue dies immer noch." Er ist einfach gebrochen, alt, hat nicht mehr die Energie und Kraft einzugreifen, die neuesten Ereignisse. Aber er hält fest an diesem Grundsatz von der Wiederkunft. Da hält er einfach treu dran fest. Auch wenn er manches nicht so klar sehen kann, wie wir uns das vielleicht gewünscht hätten.
[41:34] Und dann passiert, was kommen muss. Crozier, einer der Pioniere dieser kleinen Herde, der so sehr auf die Wiederkunft 1847 gewartet hat, wird 1847 natürlich enttäuscht. Und weil er so fest davon überzeugt war, stellt er sein Magazin ein, gibt das Datum 1844 als Heiligtumswahrheit auf, gibt das Heiligtum, das er selbst entdeckt hat, auf, gibt den Sabbat auf und trennt sich von der Gruppe. Er wird später sogar schreiben: "Bitte benutzt nicht mehr den Artikel 1846, den ich in dem 'Daystar' extra geschrieben habe, von dem Ellen White drei Wochen vorher gesagt hat, es ist die Wahrheit." Das heißt, er war an der Front der biblischen Wahrheit, hat aber seine persönliche Privatinterpretation nicht aufgeben wollen, war so überzeugt davon und die hat ihn ausgesichtet, noch bevor es natürlich losgegangen ist. Crozier war so brillant, er wäre wahrscheinlich einer der besten Pioniere geworden. Ihr hättet viel von ihm gehört, wenn er dabei geblieben wäre. Mehr als Edson hat er eigentlich zum Heiligtum beigetragen, vermutlich. Aber wir kennen ihn nicht so gut, weil er noch bevor sie richtig auf die Beine kam, war er schon wieder weg. Und damit war auch wieder keine Zeitschrift zur Verfügung, keine Möglichkeit irgendwie sich auszutauschen.
[42:59] Derweil hat James White einen Kontakt gefunden zu einem anderen verstreuten Adventisten, der auch an den Geboten Gottes interessiert war und sein Name ist Leonard Hastings. Und Hastings ist eine interessante Persönlichkeit mit seiner Familie, denn er gehörte zu jenen, die 1844 die Kartoffeln im Acker gelassen hatten. Und er hatte das Wunder erlebt, und zwar just auf diesem Acker, dass im nächsten Frühjahr die Kartoffeln immer noch da waren, ohne verrottet zu sein. Und hat sie geerntet, hat sie verkauft, hat dann keinen Schaden gehabt. Also das ist sehr interessant. Mein Freund Lukas ist da gewesen, hat sich das angeschaut. Er sagt, es war sehr spannend, auf diesem Boden zu stehen, wo die Kartoffeln nicht verrottet sind, den ganzen Winter lang. Und zudem nimmt jetzt James White auch Kontakt auf. Das erweitert so ein bisschen dieses Netz an Freundschaften dieser kleinen Herde. Hier in New Ipswich, da wohnt er.
[43:54] William Miller hat dann doch Kraft genug, noch einmal die Generalkonferenz der Albany-Adventisten zu besuchen, in Boston. Mittlerweile trifft man sich nicht mehr in einer großen Stadthalle. Selbst das eigene Gebäude ist ja schon abgebrannt. Man trifft sich nunmehr in einem Saloon, so ein kleines Establishment, wo man die Überreste der Milleriten jetzt noch versucht, das alles zusammenzuhalten. Aber es bricht alles irgendwie auseinander.
[44:23] Und Ellen White und James White überlegen sich: Was sollen wir tun? Wir haben neue Wahrheiten für das Volk, wir haben Dinge studiert, wir haben Artikel, aber wir haben keine Möglichkeit mehr, sie zu veröffentlichen, weil der Crozier jetzt auch weg vom Fenster ist und sich nicht mehr dafür interessiert. Und so entscheidet sich James White zu einer ziemlich epochalen Tat. Nämlich, dass er selbst ein kleines Buch herausbringen wird, obwohl er selbst nichts hat finanziell. Ein kleines Traktat von 24 Seiten. Und in dieses Traktat wird er einige Artikel von sich hineinbringen und drei Visionen von Ellen White. Und damit wird es so technisch quasi zum ersten Ellen-White-Buch, wenn man so möchte, ja. Das Traktat heißt "A Word to the What?" – "Ein Wort an die kleine Herde". 30. März 1847, James White. Nachdem sie alle verlassen haben, sagt er: "Okay, jetzt machen wir es selbst." Und mit diesem kleinen Traktat wird James White quasi, ja, nicht über Nacht, aber dann doch sehr deutlich, zur Führungsgestalt in diesen übrigbleibenden Adventisten.
[45:35] Gibt ein paar kleine Artikel, die wir kurz durchgehen wollen, dann sind wir am Ende angelangt. Er spricht über die sieben letzten Plagen, die alle noch zukünftig sind und vor der Wiederkunft sind. In diesem Buch spricht er viel über Endzeitprophetie, was bemerkenswert ist. Denn noch nicht allzu lange her ist es, dass man gedacht hat, die Wiederkunft ist das allerletzte Ereignis. Aber jetzt wird man sich gewahr: Es gibt noch ein paar Ereignisse vor der Wiederkunft. Es gibt eine Trübsalszeit, es gibt eine Zeit der Plagen. Es gibt bestimmte Ereignisse vor der Wiederkunft und das gibt ein bisschen Perspektive und nimmt so ein bisschen dieses "Ist es morgen? Ist es morgen?" Ja, diese fast panische Wiederkunftserwartung.
[46:12] Er spricht über die Stimme Gottes, ein Artikel, sehr interessant. In Joel 4, Vers 16 heißt es ja, dass Gott aus Zion brüllen wird, weil sein Volk befreien wird. Und man dachte immer bisher, das ist die Stimme, wenn Jesus wiederkommt. Aber er zeigt, dass es die Stimme Gottes vor der Wiederkunft, die während der sieben Plagen erschallt. Und dass die Stimme ist, die dann die Wiederkunft, den Zeitpunkt der Wiederkunft deutlich macht. Also das, was Ellen White später auch in der Vision bestätigt, dass Gott sprechen wird und auch schon gesehen hat: Gott wird sprechen und durch seine Stimme wird das Volk befreien und dann werden wir wissen, wann Jesus wiederkommt. Das zeigt er hier aus der Bibel. Die Stimme Gottes, ein Thema, das wir nicht so oft behandeln. Sehr interessant.
[46:54] Dann die Trübsalszeit. Es gab einige Adventisten, die geglaubt haben, Michael sei schon aufgestanden und wir sind schon in der Zeit der Trübsalszeit. Er sagt: "Nein, nein, nein. Auch wenn vieles schon trübselig aussieht, aber die technische biblische Trübsalszeit ist noch in der Zukunft. Und es wird verführerische Wunder geben und so weiter. Es wird eine Zeit der Angst in Jakob geben und das wird sich erfüllen."
[47:13] Dann mit Offenbarung 13 und jetzt fängt er an, das ein bisschen genauer zu untersuchen. Zu dem Zeitpunkt hat noch keiner eine Ahnung, was Offenbarung 13, der zweite Teil bedeutet. Mit dem zweiten Teil, das ist noch überhaupt nicht klar. Aber zumindest ist so viel da: Die Zeit der Angst in Jakob wird eine Zeit des besonderen Gebets sein.
[47:31] Offenbarung 14 geht er auch darauf ein. Und im Gegensatz zu Bates sagt er, der gesamte Abschnitt Vers 9 bis 12 ist gegenwärtige Wahrheit. Es ist nicht nur Vers 12, sondern Vers 9 bis 12. Inklusive Malzeichen, inklusive das. Und weil eben der Konflikt Bates-White, sich James White zurecht durchgesetzt hat, deswegen sagen wir heute noch, dass wir in der dritten Engelsbotschaft leben, dass sie nicht vorweist. Da sieht man, dass obwohl sie viel Wahrheit entdeckt haben, sie sich auch manchmal aneinander reiben mussten und sich korrigieren mussten, gegenseitig.
[48:09] Und der Brief von Ellen White wird abgedruckt. Und übrigens muss James White auch erklären, warum er eine Vision von Ellen White abdruckt. Und er sagt: "Wir glauben an den Geist der Weissagung, denn die Bibel sagt es voraus." Er weiß selbst, es ist super unpopulär, aber biblisch. Aber er sagt gleichzeitig in diesem Wort, in diesem "Word to the Little Flock": "Die Bibel ist eine vollkommene und vollständige Offenbarung. Sie ist unsere einzige Richtschnur für Glaube und Praxis." Und von dem ersten Buch an haben die Adventisten diese wirklich sehr ausgewogene Ansicht: Die Bibel ist der alleinige Maßstab, es ist so das Skriptura. Und weil wir an die Bibel glauben, glauben wir, dass Ellen White Autorität hat und was zu sagen hat. Von Anfang an ist das da, sehr wichtig für euch vielleicht mal gesehen zu haben.
[48:56] Ellen Whites erste Vision und Sabbat-Vision werden abgedruckt, so als die wesentlichen Eckpfeiler, von denen man sie bisher gesehen hat. Er hat noch einen Artikel über den Tempel Gottes, dass es einen echten Tempel gibt. Der ist nicht nur in Neu-Jerusalem, sondern der ist in Neu-Jerusalem als ein echter, wirklicher, buchstäblicher Tempel. Und noch eine kleine Kuriosität: das Gericht. Da spricht über das Gericht, dass das Gericht beginnt bei der Wiederkunft und dauert tausend Jahre und wird nach den tausend Jahren dann mit dem Millennium vollstreckt. Aber er glaubt zu dem Zeitpunkt, es gibt kein Gericht vor der Wiederkunft. Und das, obwohl es schon einige Adventisten vorher gab, wie Josiah Litch, die schon mal vorgedacht hat und gesagt haben: "Eigentlich müsste es ja vor der Wiederkunft ein Gericht geben." Aber James White schreibt hier: "Nee, nee, nee. Wozu braucht Gott ein Gericht? Er weiß doch ohnehin, wer gerettet wird." Und das ist interessant, obwohl sie das Heiligtum schon angenommen haben, hat noch keiner gesehen, dass die Reinigung des Heiligtums was mit dem Gericht zu tun hat, mit einem Vorwiederkunftsgericht. Völlig blank bisher. Und das sieht man auch, wie Gott wirklich Schritt für Schritt es ihnen gezeigt hat, nicht alles auf einmal. Wir lernen das meistens so als geschlossene Kette in den Bibelstunden kennen. Aber das war harte Arbeit, Mühe, voll und Schritt für Schritt.
[50:05] William Miller derweil ist erkrankt zu Hause und Marsh schreibt erneut gegen den Sabbat. Und als letztes, im Juni 1847 gründet sich in London ein kleiner Geheimbund, der Bund der Kommunisten. Und damit entsteht eine andere Bewegung, die auch für die nächsten Jahrzehnte noch für viel Stoff sorgen wird und auch die Adventgemeinde beschäftigen wird. Aber dazu später mal mehr. Das nächste Mal werden wir dann den zweiten Teil von 1847 betrachten und sehen, wie dieses Thema Sabbat jetzt eine Kontroverse im gesamten Adventismus auslöst. Und wie die ausgegangen ist, werden wir dann sehen. Jetzt haben wir eine kurze Pause, dann sehen wir uns zum Offenbarungsseminar, zu Offenbarung 14, ganz aktuell. Und bis dahin wünsche ich euch Gottes Segen und bis gleich. Amen.
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