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In dieser Folge von „Die Zeit des Endes“ tauchen wir in das Jahr 1847 ein und beleuchten die Entwicklungen nach der großen Enttäuschung. Wir erfahren mehr über die Herausforderungen und Debatten innerhalb der aufkommenden Adventbewegung, insbesondere bezüglich des Sabbats und des himmlischen Heiligtums. Außerdem werfen wir einen Blick auf weltliche Ereignisse wie die Gründung Liberias und den Exodus der Mormonen, während William Miller in einem symbolträchtigen Traum die Zukunft der Adventbewegung reflektiert.


Weitere Aufnahmen

Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar "Die Zeit des Endes". Schön, dass wir alle heute Abend hierher gekommen sind. Schön, dass auch Sie jetzt live zuschauen auf www.joelmedia.de. Wir entschuldigen uns für die Verspätung, hatten gerade pünktlich um halb acht ein technisches Problem und dank Gebet und Arbeit dürfen wir jetzt senden und Sie können mich sehen und hören.

[0:24] Wir haben heute die 53. Folge unseres Seminars und die heißt "Millers Traum". Wir sprechen über die zweite Hälfte des Jahres 1847. Jetzt für den Fall, dass Sie heute zum ersten Mal da sind oder zum ersten Mal zuschauen und Sie sagen: "Was, ich habe schon 52 Folgen verpasst?", dann wollen wir jetzt versuchen, in drei Minuten die 52 Folgen zusammenzufassen. Mehr können wir nicht bieten. Wenn Sie sich mehr dafür interessieren, was wir in den anderthalb Jahren schon alles studiert haben, von 1798 bis 1847, dann sei auf all die Aufnahmen verwiesen, die wir dort haben auf Joelmedia. Aber wir wollen jetzt beginnen und ich möchte uns einladen, dass wir gemeinsam ein Gebet sprechen und dann hineintauchen in das Thema.

[1:10] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen, dass wir jetzt etwas lernen dürfen aus der Geschichte. Wenn wir zurückschauen und über Männer und Frauen nachdenken, die dein Wort studiert haben, Erkenntnisse gewonnen haben und durch Siege und Rückschläge stärker geworden sind im Glauben. Und wir möchten dich bitten, dass du uns zeigst, wie das auch mit uns persönlich zu tun hat und was wir davon lernen können. Und sei du jetzt bei uns, halte alle Störende fern und segne uns im Namen Jesu Christi. Amen.

[1:38] Also, wie gesagt, ohne alle Details, nur ein ganz grober Ausriss, was haben wir bisher gelernt? Wir haben angefangen im Jahre 1798, als der Papst gefangen genommen worden ist, was einen Aufschrei in der Christenheit erzeugt hat, weil Menschen erkannt haben: Die Prophetie erfüllt sich vor unseren Augen. Daniel 7, Offenbarung 13 haben sich gerade erfüllt. Das hat dazu geführt, dass man die Bibel intensiver studiert hat, festgestellt hat, es gibt noch unerfüllte Prophezeiung, vor allem Daniel 8, Vers 14. Und sowohl in der alten als auch in der neuen Welt haben sich Menschen zusammengetan, um die Bibel mehr zu studieren. Zum Beispiel hier in England in den 20er Jahren des 19. Jahrhunderts, als große Prophetiekonferenzen abgehalten worden sind, zu dem Thema: Wann wird Jesus wiederkommen? Und schon damals wurden Daten wie 1843, 1844, 1847 angegeben als Erfüllung von Daniel 8, Vers 14. Einer von denen hat es nicht ausgehalten in England, ist in die ganze Welt gereist und wir haben ausführlich seine Missionsreisen angeschaut: Joseph Wolff, ein ursprünglich in Deutschland gebürtiger Jude, der dann Engländer geworden ist und ein hochbewegtes Leben gehabt hat, in die fernsten Gebiete dieser Welt gereist ist und vor allem unter Juden und Moslems die Botschaft der Endzeit-Prophetie verkündigt hat.

[2:53] Und natürlich dann William Miller, der eigentlich als Agnostiker, als Deist, dann 1816 zum Glauben kam, die Bibel studiert hat und ab 1831 seine Überzeugung durch Predigten Ausdruck verliehen hat, Jesus würde 1843 wiederkommen. Er war ein Experte in Daniel und Offenbarung und hat Vorträge gehalten in den USA, die dann zu einer Massenbewegung geworden sind um das Jahr 1840 herum, als er mit bekannten Predigern wie Joshua Himes und Josiah Litch und anderen zusammenkam, die ihm geholfen haben, in die großen Städte zu gehen, nach Washington und nach Philadelphia und nach Portland und Boston und so weiter. Und im Zuge dessen wurde aus dieser kleinen Miller-Bewegung eine nationale Bewegung, die die USA in ihren Grundfesten erschütterte. Leute wie Charles Fitch und andere, die dann mit solchen Charts durch die Gegend liefen und Tausende, ja Zehntausende bis zu Hunderttausende sich diese Botschaften angehört haben zur Zeit des Höhepunktes. 1843, sagt man, 1843, 1844 hat jedes Kind in den USA gewusst, wer Miller war und was er glaubte. Das hat dazu geführt, nachdem dann die etablierten Kirchen diese Botschaft der Wiederkunft Jesu abgelehnt haben, dass viele, viele Menschen, zigtausende aus den Kirchen ausgetreten sind, diese Kirchen als Babylon bezeichnet haben und sich auf großen Zelt-Camp-Meetings, wo Zehntausende im Wall zusammenkamen, versammelt haben, um sich auf die baldige Wiederkunft Jesu vorzubereiten.

[4:22] Das erste Datum des Gesetzes war 1843, er kam nicht. Man korrigierte einen Fehler in der Berechnung und stellte dann fest, das genaue Datum muss 1844 sein. Man konnte es bis auf den 22. Oktober runter berechnen und an jenem Tag, als man darauf hoffte, dass Jesus wiederkommen würde, ereignete sich die große Enttäuschung. Jesus kam natürlich nicht wieder und aus dieser gewaltigen Bewegung entstand schon bald ein sehr zersplitterter Haufen von verschiedenen Meinungen. Etliche gaben ihren Glauben ganz auf, manche gingen zu den Kirchen zurück und die, die übrig blieben, ließen sich in verschiedene Gruppen einteilen. Die meisten von den Übrigen glaubten: Naja, wir haben uns wieder verrechnet, 1844 war doch ein Fehler. Und während einige glaubten: Nein, das war eine echte Erfüllung. Jesus ist nicht buchstäblich gekommen, aber er ist dort im Himmel als Bräutigam zur Hochzeit gegangen. Irgendwas ist da passiert, wir können es noch nicht genau erklären.

[5:21] In jener Zeit hat auch viel Fanatismus um sich gegriffen und die ganze Adventbewegung ist so aus dem Ruder gelaufen. Gleichzeitig haben einige wenige Männer begonnen, darüber nachzudenken, was dort wirklich passiert. Einer von ihnen war Hiram Edson, der erkannt hat mit seinen Freunden Crozier und Hahn, dass Jesus tatsächlich etwas getan hat 1844 und dass die Prophezeiung von Daniel 8, Vers 14 gar nicht auf die Wiederkunft, sondern auf die Reinigung des Heiligtums hinweist, so wie es der Text ja auch sagt. Und dass Jesus 1844 in das Allerheiligste gegangen ist. Zu jener Zeit hat auch Ellen Harmon, die 17-jährige Milleritin, ihre erste Vision, wo sie gesehen hat, dass Jesus weiterhin sein Volk führt, dass noch mehr Licht zu erwarten ist und dass, wenn man weiter auf diesem Weg bleibt, den er schon angefangen hat, dass man auch die Stadt erreichen wird.

[6:12] Ein Thema, das ebenfalls in jener Zeit aufkam, war der Sabbat. Zuerst Hiram Preble und dann Joseph Bates, sein Kapitän, dessen Leben wir auch sehr ausführlich studiert haben und der sein ganzes Herzblut in die Adventbotschaft hineingelegt hat, hat den Sabbat verkündigt als den Samstag, den wahren Ruhetag. Und das hat auch weiter dazu geführt, die Adventgläubigen, die Adventisten zu zersplittern. Und jene Ellen Harmon, die auch Visionen gehabt hat und bestimmte Dinge bestätigt hat, die man vorher im Bibelstudium entdeckt hat, hat dann James White geheiratet, einen anderen jungen Prediger dieser Bewegung, der daran festhielt, dass Jesus etwas 1844 getan hat, dass es ein prophetisches Datum ist, ohne genau zu wissen, was dort passiert ist. Und gemeinsam haben sie geheiratet im August 1846 und von da an hieß Ellen Harmon Ellen White.

[6:58] Und dann gab es so drei Schwerpunkte dieser übrigbleibenden Gruppe. Wir hatten gesehen, dass alle diejenigen, die an 1844 festgehalten hatten, wirklich durchgesiebt worden sind und wie ihre Zahl immer geringer und geringer und geringer und geringer wurde, wie einige fanatisch wurden, einige quasi sektenähnliches Verhalten an den Tag gelegt haben, andere wieder zu den normalen Adventisten zurückgegangen sind, andere ganz abgefallen sind, sodass dann um 1846 am Ende nur noch 50 bis 60 die sogenannte kleine Herde übrig blieb, die daran festhielt, irgendetwas ist dort 1844 passiert. Und das war diese Studiengruppe um Crozier, Hahn und Edson, die das Heiligtum studiert hat und festgestellt hat, es gibt ein himmlisches Heiligtum und die die Erklärung lieferten für das, was 1844 passiert ist. Das war Joseph Bates, der den Sabbat in diese Gruppe einführte und das war das Ehepaar White, James und Ellen White. James ein hervorragender Prediger der Prophetie und Ellen White, wie gesagt, mit dem Geist der Weissagung ausgestattet. Und diese trafen sich dann und am Ende 1846, Anfang 1847 brachten diese verschiedenen Ideen, die baldige Wiederkunft, das himmlische Heiligtum, die Gebote Gottes inklusive dem Sabbat, der Geist der Weissagung, die Prophetie, all diese einzelnen Ideen, die unabhängig voneinander entwickelt worden waren, aus dieser großen Enttäuschung heraus, kamen hier zusammen und bilden ein Fundament. Es waren, wie gesagt, einige wenige Familien. Wir hatten einige genannt: die Familie Nicholson in Boston, die Familie Bates, Familie White, Familie Howland und andere, die zu dieser kleinen Herde gehörten.

[8:47] Und wir hatten gesehen, Anfang 1847, da haben wir letztes Mal aufgehört, dass Joseph Bates und James White kleine Bücher herausgebracht haben, wo sie die Grundzüge so einer adventistischen, einer Sabbat-adventistischen, muss ich sagen, einer Sabbat-adventistischen Theologie aufgezeigt haben, warum der Sabbat in der Endzeit so wichtig ist und wie das Heiligtum Licht auf den Sabbat wirft und das Heiligtum Licht auf die Enttäuschung wirft und all das jetzt zusammenkommt. Und diese Ideen, die sie im Bibelstudium gewonnen hatten, wurden dann auch durch Ellen White im Nachhinein durch Visionen bestätigt. Und da sind wir jetzt im Sommer 1847 in dieser Entwicklung, eine gerade aufkommende kleine Bewegung, die so unscheinbar ist, dass sie von den meisten kaum richtig bemerkt worden ist.

[9:31] Und hier setzen wir an. Das Jahr 1847, wie wir letztes Mal gesehen haben, war gekennzeichnet durch den enormen Hunger, vor allem in Europa. Nicht wahr? Die Kartoffelfäule in Irland hat ihr übriges getan und Menschen sind zu Zehntausenden, Hunderttausenden gestorben.

[9:50] Am 13. Juli hat Ellen White einen Brief an Joseph Bates geschrieben, noch einmal einige Dinge aus ihren Visionen erklärt und Erlebnisse aus ihrem Leben, aus der Vergangenheit, das, was Bates noch nicht wusste, ihr mitgeteilt. Es war die Zeit, wo diese Pioniere, die unabhängig voneinander weit entdeckt haben, sich jetzt besser kennenlernten und stärker zusammengewachsen sind. Und aufgrund dieses Buches, das Bates geschrieben hat über den Sabbat, war das Thema Sabbat immer noch auch aktuell unter anderen adventistischen Gruppen, die längst 1844 aufgegeben hatten. Der beste Beweis war in der zweiten Hälfte von 1847 eine Zeitschrift mit dem Titel "Bible Advocate", also der biblische Advokat. Wurde rausgegeben von einem gewissen Timothy Cole und diese Adventisten hatten längst 1844 aufgegeben, haben jetzt für neue Daten geworben, vielleicht 1847, 1848 für die Wiederkunft, aber im Gegensatz zu anderen Mainstream-Adventisten waren sie nicht mit der Unsterblichkeit der Seele einverstanden und haben die verworfen. Da gab es vor allem einen Mann namens Cook, der auch den Sabbat hielt, starker Sabbat-Verfechter, der auch die Unsterblichkeit der Seele verworfen hatte. Und dieses Magazin war im Gegensatz zu den anderen Standard-Adventistischen Magazinen von Himes und anderen, war es offen für die Sabbat-Frage. Das heißt, hier konnten jetzt Leute, die etwas über den Sabbat wissen wollten oder eine Idee über den Sabbat hatten, dafür, dagegen mit Leserbriefen sich austauschen. Alle durften das, bis auf Bates und James White, weil sie immer noch an 1844 festgehalten haben und deswegen in den Augen der anderen als Fanatiker galten, wo doch die große Masse aller Adventisten das Datum aufgegeben hat. Und wer jetzt noch glaubte, dass da was passiert ist, obwohl doch offensichtlich nichts passiert ist, war doch nichts gesehen, der galt immer noch als Fanatiker, vor allem, weil ja auch so viele von denen, die daran festgehalten hatten, auch tatsächlich fanatisch geworden waren. Und so hat man jetzt die merkwürdige Situation, dass just in dieser Zeit, als der Sabbat-Adventismus aufkommt, viele andere, die nicht an das Heiligtum glauben, aber auch noch an die Wiederkunft, auch den Sabbat diskutieren und Argumente austauschen und diejenigen, die die besten Argumente haben, gucken in die Röhre und ihre Leserbriefe werden nicht abgedruckt. Und das, wenn wir das sehen, ist sehr, sehr interessant verlaufen.

[12:18] Nun, in jener Zeit datiert auch der Exodus der Mormonen, die um 1846, 1847 hier von der damaligen Westgrenze der USA sich entfernen, weil sie politisch und religiös verfolgt werden. Haben ja zum Teil auch sehr seltsame Dinge da getan. Die Bevölkerung ist sehr böse auf die Mormonen, nicht zuletzt, weil dort viele Frauen auch dann in die, naja, bekehrt worden sind und dann Ehefrau Nummer 2, 3, 4 und 5 werden. Da ist ja viel Polygamie getrieben worden am Anfang und das hat die Menschen aufs Äußerste erregt. Und so entscheiden sich die Mormonen dann im Jahre 1847 auf einer gewaltigen Wanderung bis in die Rocky Mountains zu ziehen, zu einem Gebiet, das damals noch außerhalb der USA lag. Ja, die Grenze war irgendwo hier. Das galt theoretisch noch zu Mexiko, war aber durch den gerade andauernden Krieg zwischen Mexiko und den USA schon prädestiniert dafür, mal amerikanisch zu werden. Und dort in einer Ebene mitten der Berge gründen sie Salt Lake City, vielleicht schon mal gehört, diese berühmte Stadt. Und so sah das um die Zeit aus: kleines Dorf mitten in den Bergen.

[13:34] Zur gleichen Zeit ist auch ein anderer Staat gegründet worden und zwar einer der ersten freien Staaten Afrikas. Die Amerikaner hatten sich überlegt, wohin mit unseren Sklaven? Und einige wollten natürlich die Sklaven behalten, andere wollten die Sklaven freilassen. Das wurde ja später noch eine große Debatte, aber einige hatten die Idee: Warum nicht die Sklaven wieder zurück nach Afrika bringen? Das war lange Zeit eine Idee und dann hat man 1847 den Staat Liberia gegründet, der jetzt auch ein bisschen in den Nachrichten ist, unter anderem wegen der Ebola-Epidemie. Das ist einer der ersten freien Staaten gewesen, der nicht kolonialisiert war. Das Problem war: Die Sklaven, die man dort hingebracht hat, als die dann hier ihren eigenen Staat gegründet haben und festgestellt haben, da gibt es noch andere Stämme, was haben die mit den Ureinwohnern gemacht? Haben die Ureinwohner versklavt, weil sie das System Sklaverei halt kennengelernt haben in Amerika und das hat dann zu vielen Komplikationen geführt. Aber das ist der Anfang des Staates Liberia, der so ein bisschen ein Ventil sein sollte für das Sklavenproblem in Afrika.

[14:43] Nun, hier ein bisschen etwas aus der Debatte aus diesem Bible Advocate. Am 29. Juli schreibt der Herausgeber: "Der Sabbat ist nicht mehr zu halten." Standardargument: Kolosser 2. "Niemand macht ein schlechtes Gewissen wegen der Sabbate." Einige Leser haben gesagt: "Vielleicht ist ja auch der Sonntag der siebte Tag." Sagt nicht Jesus, dass er drei Tage und drei Nächte im Grab sein wird? Dieses Argument ist übrigens sehr oft für alle möglichen Irrlehrer schon verwendet worden und sie haben so gedacht: Wenn er am Freitag gekreuzigt worden ist, dann war er am Samstag noch im Grab und am Sonntag noch im Grab und dann ist er am Montag auferstanden und dann wäre doch der Sonntag der siebte Tag, weil das heißt, er ist am ersten Tag auferstanden, oder? Und dann können wir den siebten Tag halten. Und ein Leser sagt auch: "Ja, da gibt es diesen James White und den Joseph Bates und so eine Schwester im Osten", gemeint ist Ellen White, "die hat Visionen gehabt, aber darauf können wir uns nicht verlassen. Der Sabbat ist nur ein Typus." Das war also schon bekannt, was die dort glauben, aber das wurde debattiert.

[15:38] Einer der größten Rückschläge in jener Zeit war, dass einer der ganz großen Verfechter des Sabbats, T. M. Preble, der den Joseph Bates angesteckt hatte mit dem Sabbat, im Sommer 1847 den Sabbat wieder aufgibt. Er hatte nie das Heiligtum angenommen, aber den Sabbat, das war eigentlich, er war einer der, der erst überhaupt, der den Sabbat und den Adventisten verbreitet hat. Und im Sommer 1847 sagt er: "Wisst ihr was, ich halte lieber doch für den Sonntag." Und das war natürlich ein herber Schlag. Hier haben wir noch das Traktat, das haben wir damals angeschaut, das er 1845 geschrieben hatte. Damals war er noch sehr, sehr stark gewesen im Sabbat, aber das reiht sich ein in die Geschichte von vielen Leuten, die Wahrheit entdeckt haben und später wieder aufgegeben haben. Haben wir schon mehrmals gesehen.

[16:30] Und wir haben daraus die Lektion gelernt: Es kommt nicht so sehr darauf an, ob man eine Wahrheit entdeckt, sondern ob man auch durch diese Wahrheit geheiligt wird. Viele Leute, haben wir allein in der Adventgeschichte gesehen, haben große Wahrheiten entdeckt, haben aber nicht sich in ihrem Charakter verändern lassen und haben dann später die Wahrheiten wieder aufgegeben und sogar gegen die Wahrheiten gekämpft. Und das ist sehr wichtig.

[16:52] Vielleicht könnt ihr euch noch erinnern an jenen Enoch Jacobs, der lange Zeit treu zur Wahrheit stand, auch als schon viele wegfielen und der dann in einem Versuch, die Spiritisten und die Fanatiker zu bekehren, selbst fanatisch geworden ist. Könnt ihr euch erinnern? Der Schaker geworden ist, bei so einer Versammlung. Im Jahre 1847 hat er dann das Schäkertum aufgegeben und ist dann direkt Spiritist geworden, hat sich direkt also der Anbetung von Dämonen gewidmet. Also, wenn Leute sich gegen die Wahrheit entschieden haben, sind sie meistens sehr schnell ganz weit abgerutscht. Auch das eine wichtige Lektion.

[17:32] Der technische Fortschritt nahm in jener Zeit zu und hat dann sogar die Schweiz erreicht. Die erste Eisenbahn der Schweiz, eine Nachricht an das reiselustige Publikum. Jetzt konnte man in 30 Minuten von Zürich nach Baden fahren. Und dieser technische Fortschritt, werden wir sehen, hat noch viel dazu beigetragen, das Evangelium schneller zu verbreiten.

[17:54] James White, der mit seiner jungen Frau bei deren Eltern in Gorham, in Maine, im Nordosten der USA lebt, schreibt an die befreundete Familie Hastings folgendes: "Wir können keine bestimmten Pläne für die Zukunft legen. Aber wir erwarten diesen Herbst nach Westen zu reisen, also so Richtung Bundesstaat New York zum Beispiel. Wenn es unsere Pflicht ist zu reisen, wird Gott es sehr deutlich machen und Freunde und Mittel bereitstellen. Zur gegenwärtigen Zeit müssen wir in Gorham bleiben. Ellen hat in einer Vision gesehen, dass wir Richtung Westen gehen sollen, bevor der Herr kommt. Deswegen glaube ich, dass wir gehen werden. Aber ob es im September oder zu einem späteren Zeitpunkt sein wird, können wir jetzt nicht entscheiden. Wir legen all dies in die Hände Gottes." Pläne hatten sie, aber die Mittel waren extrem knapp. Außerdem war Ellen White momentan nicht zum Reisen aufgelegt, sie war nämlich im 9. Monat schwanger.

[18:50] Er schreibt diesen Brief zum 22. August, der wird aber lange Tage nicht abgeschickt, weil sich in der Zwischenzeit einiges Dramatisches ereignet. Ellen White wird nämlich Mutter und bringt am 26. August, mit immerhin noch 19 Jahren, noch nicht 20 Jahre alt war sie, den kleinen Henry zur Welt. Und weil sie die Familie Nichols so schätzen, eine ihrer befreundeten Familien, heißt er mit vollem Namen Henry Nichols White.

[19:22] Und Tage später schreibt dann der stolze Vater: "Hier nehme ich mir noch die Freiheit zu sagen, dass meine Frau einen jungen Sohn hat. Morgen ist er eine Woche alt. Ich erwähne es, weil ich von Bruder Bates erfahren habe, dass ihr den Visionen von Ellen glaubt und deswegen an ihr interessiert seid. Ihr geht es sehr gut, dem Baby auch. Gott war machtvoll mit ihr. Seit Jahren hat Ellen Ohnmachtsanfälle gehabt. In dem Jahr, in dem wir jetzt verheiratet sind, hat sie sehr viele gehabt. Unsere Nachbarn waren der Meinung, dass sie während eines solchen Anfalles sterben werde." Also, wenn man ständig in Ohnmacht fällt, ist das mit so einer Geburt keine leichte Sache. Und so haben die Nachbarn gesagt: "Also, ob die das mal überlebt. Die fällt bei jedem ein bisschen in Ohnmacht. So eine Geburt ist tough." Und dann sagt er: "Aber zum Erstaunen aller hatte sie zwei Wochen lang keine Ohnmachtsanfälle. Ich selbst hatte keine Angst. Ich habe ihren Tod genauso wenig erwartet, wie das Fallen der Sonne auf die Erde. Ich wusste, sie würde leben, denn Gott hatte ihr in einer Vision gezeigt, dass ihr Werk für die kleine Herde noch nicht getan war." Also, er hatte vollstes Vertrauen in das, was Gott ihr gezeigt hat.

[20:29] Zurück zum Bible Advocate und dieser Debatte um den Sabbat. Da gibt es einen Leser mit Namen Jones, muss man sich jetzt nicht weiter merken. Der schreibt zum Beispiel: "Ich verstehe gar nicht, warum diese Sabbatarier immer die Schöpfung so betonen. Ist nicht die Auferstehung Jesu viel wichtiger als die Schöpfung? Und Jesus ist am Sonntag auferstanden und da ist die Schöpfung jetzt weniger wichtig." Und außerdem, so schreibt er: "Diese Sabbat-Adventisten gründen ihre ganze Lehre nur auf die Visionen von James White." Also, ganz gut informiert war er noch nicht. Man sieht schon damals war die Gerüchteküche schwer am Laufen. Man hat so das aufgegriffen, was man gehört hat und darauf seine Meinung gegründet. Hat sich bis heute eigentlich nicht viel geändert.

[21:14] Aber eine andere Leserin mit Namen Stowe schreibt einen sehr starken Artikel für den Sabbat. Sie glaubt zwar nicht an das Heiligtum, glaubt auch nicht, dass 1844 was passiert ist. Aber sie hat den Sabbat erkannt und sagt: "Der ist nicht abgeschafft und nicht verändert worden und er ist nicht unwichtig." Und hat damit eine Position, wie sie schon seit vielen hundert Jahren zum Beispiel von den Siebenten-Tags-Baptisten und anderen vertreten worden ist. Jetzt ohne spezifischen Endzeitcharakter, wie bei den Sabbat-Adventisten um Bates und White. Aber sehr gut argumentiert von der Bibel von 1. Mose an. Und darauf bekommt sie glatt die Antwort in der nächsten Woche.

[21:54] Da schreibt der Cole zurück auf sie: "Der Sabbat gehört zum Zeremonialgesetz und wurde erst am Sinai gegeben und deswegen gilt er nur im Alten Testament." Und so geht es also hin und her und James White und Ellen White und Joseph Bates, die lesen das in der Zeitschrift. Weil diese Zeitschrift ist noch die beste, die man lesen kann jetzt aus ihrer Sicht, weil da geht es noch darum. Und sie sehen die Argumente hin und her und sie haben bessere Argumente noch, aber alles, was sie schreiben, wird nicht abgedruckt. Weil sie gelten ja als die extremen Fanatiker, die immer noch glauben, Jesus hätte was 1844 getan. Und das war so ein bisschen frustrierend zu sehen, wie das vor ihren Augen, vor einem größeren Publikum abdebattiert wird und sie können nicht eingreifen.

[22:38] Was ist eigentlich aus Miller geworden? Miller war ja mittlerweile schon sehr alt und sehr krank geworden und hat sich an diesen ganzen Debatten seit 1844 nicht mehr wirklich beteiligt. Er hat noch, soweit er konnte, ab und zu mal ein Campmeeting besucht, wie hier zum Beispiel Mitte September in Vermont, in Basin Harbor. Naja, aber viel hat man von ihm nicht mehr gehört.

[23:05] Und dann wurde es noch besser. Im Bible Advocate war ein anderer jener Adventisten, der Jacob Weston, der sich in der Zeit der Miller-Bewegung hervorgetan hat mit einigen guten Studien zu den sieben Gemeinden zum Beispiel. Der schreibt nicht mal mit eigenem Namen, sondern gibt sich ein Synonym, nennt sich Barnabas und sagt dann: "Man kann den Sabbat gar nicht halten, weil es gibt so viele Regeln über den Sabbat, dass egal, ob man ihn hält oder nicht, man übertritt ihn immer. Und deswegen", sagt er, "also wir sind schuldig, weil wir wollen ihn gar nicht halten und Bates und Stowe und so weiter, die sind erst recht schuldig, weil sie wollen ihn halten und können es nicht. Und dann ist es auch gleich egal. Ich meine, wenn man ihn nicht halten kann, dann braucht man sich auch gar nicht drum bemühen." Und so geht das hin und her.

[23:50] Und dann kommt Joseph Turner. Ich weiß nicht, wer von denen, die die letzten Monate da waren, kann sich an den Namen Turner erinnern. Das war jener, der zur Zeit um 1844 der Pastor in Portland gewesen ist, der Pastor von Ellen White, der zunächst einmal sie sehr bestätigt hatte, auch geglaubt hatte, dass Jesus etwas 1844 gemacht hat und dann aber fanatisch geworden war und so sehr gegen Ellen White gekämpft hatte. Der hatte mittlerweile dem Fanatismus sich wieder entfernt, weil er gemerkt hat, da hat er nicht mehr viele Nachfolger, ist wieder normal geworden und greift jetzt ein in die Debatte. Und weil er sehr bekannt ist, hat er sehr großen Einfluss. Und er sagt ebenfalls: "Der Sonntag ist der wahre siebte Tag wegen der drei Tage und drei Nächte. Also Jesus ist am Montag auferstanden und deswegen ist der Sonntag der siebte Tag." Und er sagt: "Was die anderen sagen, dass der Sabbat abgeschafft ist, dass das vierte Gebot nicht mehr gültig ist, stimmt nicht. Das vierte Gebot ist gültig und es war schon immer gültig, nicht erst seit Sinai, sondern seit der Schöpfung bis heute und es meint immer den Sonntag." Und das war eine interessante Position, weil damit hat er sich eigentlich quasi schon selbst das Bein gestellt, ohne es zu wissen.

[25:07] Und von anderen Leserbriefen wird deutlich, dass die Traktate von Preble und Bates im ganzen Land verbreitet werden. Also unter Adventisten ist im Jahre 1847 das heißeste Thema: Wie ist das mit dem Sabbat? Sabbat, Sonntag, Sabbat, Sonntag, Sabbat, Sonntag.

[25:24] Nun, da schreibt der alte Miller einen Brief an seinen guten Freund Himes, seinen besten Freund und sagt folgendes. Das ist sehr interessant, um ein bisschen einen Einblick zu bekommen in das Denken von Miller im Jahre 1847. Er sagt: "Es gibt einige Dinge, die ich unwichtig nenne, die unter uns schwer diskutiert werden, als ob Leben und Tod von ihnen abhinge und von vielen zu Testfragen gemacht werden. Ich meine mit unwichtigen Dingen jene Fragen, die keine praktische Bedeutung für unser gegenwärtiges Leben haben." Es sieht so aus, als ob Miller in den letzten Jahren vor seinem Tod viele dieser theologischen Debatten um den Sabbat, um den Zustand der Toten nicht mehr wirklich die Kraft hatte, sich da reinzudenken und es im Wesentlichen als unwichtig erachtet hat. Und gesagt hat: "Hass hat nicht sowas Praktisches beim Leben zu tun." Er hat nicht mehr gesehen, sozusagen in seiner Schwäche, er hat nicht mehr erkannt, welche Bedeutung dahinter stecken könnte.

[26:25] Trotzdem war die große Masse der Adventisten, die sozusagen jetzt Himes und der größeren Menge gefolgt ist, im Jahre 1847 immer noch so ein bisschen erregt. Denn man hatte damals nach der großen Enttäuschung 1844 gesagt: Naja, wir haben uns wahrscheinlich verrechnet, 1844 stimmt nicht, weil das mit dem Jahr 457 vor Christus, wie wir es auch gelernt haben bei Operation Blueprint, wir wissen nicht genau, ob der Historiker recht hat, vielleicht hat er sich auch um ein Jahr oder zwei Jahre oder drei Jahre vertan. Also so drei Jahre könnten wir das noch ein bisschen hinaus zögern, also bis 1847, das wäre so die äußerste Grenze, wo sich Daniel 8, Vers 14 noch erfüllen könnte. So haben sie auf 1845 gewartet und auf 1846 und auf 1847 und jedes Mal wurden sie enttäuscht. Und selbst im September schreibt noch einer ihrer großen Führer, Apollos Hale: "Dieses Jahr muss Jesus doch wiederkommen, weil das ist jetzt, also weiter kann man die Prophetie nicht stretchen, sozusagen, weiter geht es nicht." Also, man findet keinen Historiker nirgendwo, der es erlauben würde, Daniel 8, Vers 14 bis 1847 darüber hinaus zu gehen. Und so gibt es immer noch diese Erwartung unter vielen Milleriten, dass jetzt hier Jesus wiederkommen würde.

[27:42] Für jene Sabbat-Adventisten und James White und Joseph Bates ist das keine Frage mehr, denn sie wissen, Daniel 8, Vers 14 hat sich längst erfüllt, nicht durch die Wiederkunft, sondern durch das, was im himmlischen Heiligtum passiert ist. Und das hat sie natürlich vor diesen ständigen Enttäuschungen bewahrt.

[28:00] Dann, nachdem der kleine Henry geboren worden ist, haben sich die Whites entschieden, das Heim bei den Eltern aufzugeben. Das ist vielleicht auch eine gute Entscheidung, wenn man frisch verheiratet ist und ein kleines Kind hat, nicht bei den Eltern zu wohnen. Zumal sie den Sabbat gehalten haben und ihre Eltern nicht. Wir haben gesehen, das hatte da auch schon Schwierigkeiten gegeben. Und so entscheiden sie sich auf Einladung, ein bisschen weiter zu ziehen, hier in die Nähe von Brunswick, nach Topsham, wo ihre befreundete Familie Howland wohnt. Und dort werden sie jetzt ihr neues Heim einrichten.

[28:37] Hier in Topsham, in diesem Haus, das, wie wir letztes Mal gelernt haben, auf der anderen Straßenseite damals stand. Und dort haben sie gewohnt. Das Leben war nicht einfach für sie. Sie waren bitterarm, also wirklich bitterarm. Und sie hatten sich entschieden, keine Schulden machen zu wollen. Was eigentlich ein sehr guter Ratschlag ist.

[29:01] Da James White, da er ja jetzt als extremer Adventist, der noch an 1844 glaubte, kaum noch Einladungen zum Predigen bekommen hat, musste Geld verdienen. Was hat er gemacht? Er hat beim Schienenbau gearbeitet. Da mussten solche Wege in den Stein geschlagen werden. So eine Eisenbahn geht ja nicht hoch und runter, das muss gerade sein. Und er hat sich als Steinschläger dort für die Eisenbahn betätigt, bis seine Hände so blutig waren manchmal, dass er das Geld kaum halten konnte, was er bekommen hat. Hat das irgendwann aufgeben müssen. Hat dann im Wald Feuerholz geschlagen und hat 50 Cent am Tag verdient. Was bedeutet hat, dass Ellen White für sich selbst und ihr Baby, so schreibt sie, jeden Tag einen halben Liter Milch zur Verfügung hatte. Das war alles.

[29:55] Und es kam der Zeitpunkt, wo sie merkte: Ich muss etwas Neues nähen für mein Kind. Ich brauche einen Stoff, aber ich habe das Geld nicht dafür. Und so musste sie sich entscheiden, drei Tage lang keine Milch zu kaufen, um ein bisschen Stoff kaufen zu können, um ihrem Kind etwas anziehen zu können. Das waren wirklich extrem harte Zeiten.

[30:16] Und es kam der Moment, wo Ellen White wirklich am Boden war. Hier schreibt sie selbst darüber: "Wir nahmen uns vor, guten Mutes zu bleiben und den Herren zu vertrauen. Eines Tages waren alle Lebensmittel aufgebraucht. Und mein Mann ging zu seinem Arbeitgeber, um Geld oder Lebensmittel zu bekommen. Es war ein stürmischer Tag und er ging drei Meilen hin und drei Meilen zurück im Regen. Das sind ungefähr viereinhalb Kilometer. Durch das Dorf Brunswick, wo er oft Vorträge gehalten hatte und trug einen Sack mit Lebensmitteln auf dem Rücken." Das ist schon fast Erniedrigung, wenn man dort durch das Dorf geht, wo man früher gepredigt hat, die Leute einem Geld zugesteckt haben. Und jetzt geht man dort durch und trägt die Lebensmittel und jeder weiß, der hat sie gerade von seinem Arbeitgeber geholt, weil er nicht mal so genug Geld hat, um selbst etwas zu erwirtschaften. Und als er dann ankommt, heißt es: "Als er aber äußerst ermüdet das Haus betrat, verließ mich aller Mut. Ich fühlte, dass Gott uns verlassen hatte. Ich sagte zu meinem Mann: Ist es so weit gekommen? Hat der Herr uns verlassen? Ich konnte meine Tränen nicht zurückhalten und weinte laut, bis ich ohnmächtig wurde."

[31:28] Es gibt, glaube ich, in der ganzen Biografie von Ellen White keine Stelle, wo sie so sehr wie hier daran gezweifelt hat, ob überhaupt Gott noch mit ihr ist. Sie war wirklich an dem Punkt, wo sie gesagt hat: "Das kann nicht sein, Gott segnet uns überhaupt nicht mehr seit längerer Zeit, irgendwas läuft hier schief." Und wird tief depressiv und ganz, ganz unten. Ich weiß nicht, wer von uns das schon mal erlebt hat, wenn man so das Gefühl hat, es regnet nur, naja, ich will das Wort nicht sagen, aber Unflat auf einen und zwar kübelweise. Und es hört nicht auf. Und man denkt, jetzt muss es aufhören und es geht weiter. Und so ging es ihr. Und das finde ich ermutigend, zu sehen, dass auch Männern und Frauen, wo wir heute sagen: "Wow, wie Gott sie benutzt hat", dass die an einem Punkt gewesen sind, wo sie gesagt haben: "Ich kann nicht mehr und ich will nicht mehr." Oder Elia zum Beispiel, der gesagt hat: "Es ist genug." Sie waren noch keine 20. Da war sie an diesem Punkt angelangt. Aber durch Gottes Gnade sind sie da auch wieder ein bisschen aus diesem Loch herausgekommen.

[32:36] Miller schreibt an Himes einen Brief, weil die Gerüchte, oder was heißt Gerüchte, immer mehr Leute fragen sich ja: Warum macht der Miller immer das, was der Himes sagt? Und der Miller ist alt. Der Miller ist schwach. Und der Miller widerspricht dem Himes nicht. Und Himes hat quasi so ein bisschen die große Mehrheit der Adventisten unter seiner Kontrolle. Und so liegt es nahe zu vermuten, dass der Himes ein bisschen Einfluss nimmt auf den Miller. Aber Miller ist so treu und loyal zu Himes, dass er sogar schreibt am 26. Oktober: "Einige haben behauptet, dass ich in meinem Kurs von dir und anderen beeinflusst worden bin. Das ist nicht der Fall. Ich möchte allen sagen, dass mir Bruder Himes niemals diktiert hat und nach meiner Kenntnis niemals versucht hat, mich zu lenken." Aber diese Dinge bewegen mich nicht. Nun, ich glaube ihm, dass er das genauso gemeint hat. Fakt ist, dass er 1845 am Anfang wirklich geglaubt hat, es wäre etwas 1844 passiert. Und dann, nachdem Himes ihn besucht hat, seine Meinung geändert hat. Das haben wir ja damals angeschaut. Aber ihm kam das nicht so vor, als ob Himes das jetzt beeinflusst hätte. Und er war sehr loyal zu seinem Freund und das ist sehr gut und denke ich auch richtig.

[33:45] Dann Anfang November bricht ein Krieg in Europa aus und zwar der sogenannte Sonderbundskrieg. Der hat damit zu tun, dass diese grünen Staaten, Kantone in der Schweiz, die Liberalen, das heißt die, die für Fortschritt und für mehr Demokratie sind, ein Problem damit haben, dass die Konservativen sich wieder ganz dem Papst unterstellen wollen. Die berufen Jesuiten an die Universitäten und die wollen alle Freiheiten, die Pressefreiheit und so weiter unterdrücken. Und so kommt es zu einem religiösen Krieg, einem Bürgerkrieg in der Schweiz über die Frage, wie sehr man sich dem Papst unterstellen soll. 1847, der sogenannte Sonderbundskrieg, der durchaus blutig verlaufen ist. Sehr interessant.

[34:30] Und dann am 4. November berichtet die schon benannte Leserin Stowe, dass allein in einer Stadt, wo sie gegenwärtig war, es 40 bis 50 Sabbathhalter gibt. Wenn man das hochrechnet auf die verschiedenen Städte, wo es Adventisten gibt, muss es da eine viel größere Gruppe von Sabbathhaltern gegeben haben, als jene kleine Herde um James White und Joseph Bates. Da gab es also viel mehr Sabbathhalter, die jetzt mal nicht mal an 1844 geglaubt haben und das Heiligtum, aber diese Bewegung war noch am Wachsen. Und das hat natürlich auch Ellen White und Co. Hoffnung gegeben. Aber sie sagt auch: "Im Grunde genommen hätte ich auch kein Problem damit, wenn Turner recht hat, also wenn der Sonntag der wahre Tag ist. Hauptsache, man braucht Beweise." Also so ganz fest waren sie auch wieder nicht. Das geht ein bisschen hin und her.

[35:18] Und dann kommt das Ereignis, was unserer Folge den heutigen Titel gibt. Genau zu jener Zeit hat William Miller seinen berühmten Traum. Und ich kann mir vorstellen, dass der eine oder andere schon mal davon gehört hat.

[35:28] Er sagt: "Mir träumte, dass Gott mir durch unsichtbare Hand eine künstlich gearbeitetes Juwelenkästchen schickte, über 10 Zoll lang und 6 Zoll breit. Aus Edelholz gemacht und fein mit Perlen verziert. Bei dem Kästchen befand sich ein Schlüssel. Ich ergriff diesen sofort und öffnete das Kästchen und fand es zu meiner Verwunderung und meinem Erstaunen mit allerlei Juwelen, Diamanten, köstlichen Steinen, Gold- und Silbermünzen jeder Größe und jeden Wertes gefüllt. Sie hatten alle ihren bestimmten Platz in dem Kästchen und strahlten ein Licht und eine Herrlichkeit gleich der Sonne aus. Ich dachte, ich dürfe diesen wundervollen Anblick nicht allein genießen, obgleich mein Herz von dem Glanze der Schönheit und dem Werte seines Inhaltes hoch erfreut war. Ich stellte deshalb das Kästchen auf einen Tisch in meinem Zimmer aus und machte bekannt, dass alle, die wollten, kommen möchten, um das Herrlichste und Strahlendste zu sehen, was noch je ein Mensch gesehen hat."

[36:26] Also, wenn man ein bisschen jetzt die letzten Monate dabei gewesen ist, weiß man, der Miller hatte kostbare Wahrheiten in der Bibel gefunden, nicht wahr? Kostbare Dinge und er hat die dann mit anderen geteilt. Also versuchen wir gleich im Laufe, wie wir das lesen, so ein bisschen die Interpretation zu finden, was Gott ihm da sagen wollte.

[36:44] Die Leute kamen auch, zuerst nur wenige, aber die Zahl vermehrte sich, so wie es auch erlebt hat, nicht wahr? Erst waren wenige und die Bewegung ist gewachsen. Als die Ersten das Kästchen blickten, wunderten sie sich und stießen Freudenrufe aus. Als aber die Zuschauer sich mehrten, fingen sie an, die Edelsteine durcheinander zu bringen. Sie nahmen sie aus dem Kästchen, zerstreuten sie auf dem Tisch. Ich dachte daran, dass der Eigentümer das Kästchen und die Juwelen von meiner Hand wieder fordern würde. Und wenn ich zuließ, dass sie zerstreut würden, so könnte ich sie niemals wieder in derselben Ordnung in das Kästchen legen. Ich fühlte, dass ich niemals imstande sein würde, eine so große Verantwortlichkeit zu übernehmen. Dann fing ich an, die Leute zu bitten, sie nicht anzufassen, noch sie aus dem Kästchen zu nehmen. Aber je mehr ich bat, desto mehr warfen sie umher. Und nun schienen sie dieselben über das ganze Zimmer auf den Boden und auf alle Möbel in dem Zimmer zu zerstreuen. Dann sah ich, dass sie unter die echten Juwelen und Münzen eine ganze Anzahl unechter Steine und falsches Geld gestreut hatten.

[37:48] Und wenn wir das sehen, im Rückblick, können wir sehen, dass genau das in der Adventbewegung passiert ist. Es kam immer mehr dazu, die Bewegung wurde immer größer und es kam dann irgendwann nach der großen Enttäuschung Chaos hinein. Die Wahrheiten wurden durcheinander gemixt und es kam ein Irrtum hinein, Fanatismus hinein. Es wurde immer unübersichtlicher, bis kaum noch jemand wissen konnte, wer ist jetzt eigentlich noch richtig.

[38:14] Ich war aufs Höchste über das schlechte Betragen und die Undankbarkeit der Leute entrüstet und tadelte sie deshalb. Und je mehr ich sie zurechtwies, desto mehr streuten sie die falschen Juwelen und Goldstücke unter die echten. Dann wurde ich sehr ärgerlich und versuchte sie mit Gewalt aus dem Zimmer zu entfernen. Aber während ich eine herausbrachte, kamen drei andere hinein und brachten Schmutz und Sand und allerlei Unrat mit hinein, bis alle echten Juwelen, Diamanten und Münzen damit bedeckt waren und man sie nicht mehr sehen konnte.

[38:44] Jemand, der von außen auf die Adventbewegung von 1845, 1846 und 1847 schaut, muss gedacht haben: Die sind jetzt alle durchgeknallt. Einer widerspricht dem anderen und alles geht nur durcheinander und da ist keiner mehr, wenige Gruppen noch, die sich überhaupt einig sind. Dann rissen sie auch mein Kästchen in Stücke und warfen es in den Schmutz. Ich dachte, dass niemand meinen Kummer sehe, wurde ganz entmutigt und niedergeschlagen und setzte mich hin und weinte. Während ich nun weinte und über meinen großen Verlust und meine Verantwortlichkeit klagte, dachte ich an Gott und bat ihn ernstlich, mir Hilfe zu senden.

[39:18] Und das ist so ungefähr der Punkt um 1847, alles durcheinander. Und was wir jetzt sehen, ist sehr interessant.

[39:26] Gleich darauf öffnete sich die Tür und ein Mann trat ein. Da verließen alle Leute das Zimmer. Er hatte einen Besen in seiner Hand, öffnete die Fenster und fing an, den Staub und den Schmutz aus dem Zimmer hinaus zu fegen. Ich lief ihm zu, aufzuhören, weil Kost nach Edelstein oder den Schmutz gestreut sei. Er sagte mir, ich solle keine Furcht haben, er wolle auf sie Acht geben. Während er dann den Schmutz und Staub hinaus fegte, flogen all die falschen Steine und Münzen gleich einer Wolke zum Fenster hinaus und der Wind wehte sie hinweg. Ich hatte meine Augen in dem Wirrwarr einen Augenblick geschlossen und als ich sie wieder öffnete, war aller Schmutz weg. Die kostbaren Juwelen, Diamanten, Gold und Silbermünzen lagen im Überfluss über das ganze Zimmer zerstreut umher.

[40:10] Dann stellte er ein Kästchen auf den Tisch, größer und herrlicher als das erste, sammelte all die Edelsteine, Diamanten und Münzen zusammen und legte sie in das Kästchen, sodass nicht einer fehlte, obgleich manche der Diamanten nicht größer als ein Stecknadelkopf waren. Also all die Wahrheiten, die in diesem ganzen Chaos nach der großen Enttäuschung irgendwie verloren gegangen waren oder durcheinander geraten waren, Gott sagt, er würde wieder dafür sorgen, dass alles wieder hergestellt wird und alles wieder an seinen richtigen Platz kommt, mit Zeit.

[40:39] Dann rief er mich zu kommen und zu sehen. Ich blickte in das Kästchen, aber meine Augen wurden von dem Anblick geblendet. Die Juwelen hatten einen zehnmal größeren Glanz als vorher. Mit anderen Worten, da gibt es jetzt eine Entwicklung. Es ist nicht so wie vor 1844, es wird noch heller, noch klarer, noch schöner sein, wenn erst einmal die Wahrheiten alle wieder zusammengesammelt werden und alle wieder in das Kästchen, wenn alle Wahrheiten wieder zusammengehören und aufeinander abgestimmt sind.

[40:59] Es schien mir, als dass sie durch den Sand oder den Füßen solch gottloser Personen, die sie zerstreut und in den Staub geworfen hatten, gereinigt sein müssten. Mit anderen Worten, die Wahrheiten sind noch erweitert entwickelt worden. Durch all das Chaos, durch all dieses Durcheinander, hat man noch mehr Wahrheiten entdeckt, die jetzt nur noch zusammengebracht werden müssen, um dann das vollständige System der Wahrheit zu sein. Und das ist eigentlich die Bedeutung dieses Traumes.

[41:32] Sie lagen in wundervoller Ordnung in dem Kästchen, ein jedes an seinem Platz, ohne sichtbare Mühe von Seiten des Mannes. Ich schrie vor Freude auf und dieser Schrei erweckte mich. Ich war aufgewacht, Traum vorbei. Und das deutet an, dass Gott trotz allem Chaos nach der großen Enttäuschung in Kontrolle ist und dafür sorgen wird, dass die Wahrheit wieder zusammenkommt.

[41:55] Nun, als Illustration davon, schaut mal, was der Advent Herald sagt, 27. November 1847. Das ist so die Hauptzeitschrift unter Himes für die größere Gruppe der Adventisten. Er sagt: "Die ganze Adventbewegung ist völlig zersplittert. Es gibt die Albany-Adventisten, die Hartford-Adventisten, die Keine-Konferenz-Adventisten, die Siebenten-Tag-Adventisten, die Ersten-Tag-Adventisten, die Jeden-Tag-Adventisten, die Arbeiter-Adventisten, die Nicht-Arbeiter-Adventisten, die nicht mehr arbeiten wollen, die von der geschlossenen Tür, die von der offenen Tür, die Fußwascher, die Baptistischen-Adventisten, die Methodistischen-Adventisten, die Calvinistischen-Adventisten." Alles durcheinander. Das haben die selbst gemerkt. Da gibt es keine Einheit mehr.

[42:31] Aber der Mann mit dem Besen hatte schon angefangen, ohne dass die meisten gemerkt hatten, hatte schon angefangen, den Sabbat freizuschaufeln, das Heiligtum freizuschaufeln, den Geist der Weissagung freizuschaufeln. Und so langsam hatte man bereits begonnen, die ersten Diamanten wieder zusammenzubauen. Aber es braucht Zeit.

[42:53] Naja, der Sonderbundskrieg ging zu Ende, indem die Papsttreuen verloren haben, tatsächlich, und sich den liberalen Kantonen stärken mussten und unterwerfen mussten. Und ebenfalls im Dezember, oder das war Ende November, und dann im Dezember, findet der zweite Kommunistenkongress in London statt. Der Bund der Kommunisten trifft sich dort und man beauftragt zwei Männer mit der Ausarbeitung eines Manifestes. Weiß jemand, wer diese beiden Männer gewesen sind? Marx und Engels. Genau.

[43:32] Der Satan ist nämlich geschäftig. Er weiß ja, da ist ein Mann mit dem Besen dabei, die Wahrheiten zusammen, die Wahrheiten hier zusammen zu fegen und den Schmutz auszufegen. Bald wird die Wahrheit leuchten. Und man braucht jetzt andere Dinge, die die Menschen ablenken sollen. Und so ist das als Geheimwunden zu der Zeit noch schon ganz aktiv.

[43:51] Auch im Dezember wird noch fleißig debattiert. Weston geht jetzt von biblischer Argumentation zu etwas über, was wirklich schon unter der Gürtellinie ist. Er fängt an, anonyme Gerüchte zu streuen, dass jene Leserin Stowe und dieser Joseph Bates im Geheimen schamvolle Dinge tun. Also, wenn man gar keine Argumente mehr hat, dann greift man den Charakter des Gegners an. Und das ist geschehen.

[44:17] Aber jemand anders meldet sich zu Wort, der Bruder Cook. Und der hat fünf Monate lang nichts zum Thema Sabbat geschrieben, obwohl er ein großer Sabbat-Anhänger ist. Und jetzt zeigt er anhand der Evangelien unmissverständlich: Der erste Tag der Woche ist der Sonntag. Deswegen muss der Samstag der siebte Tag sein. Und naja, Miller schreibt seinen Brief an Himes und Cook gibt eine Woche später noch einen drauf und sagt: "In der Bibel steht, dass bei der Kreuzigung die Menschen am Tag nach der Kreuzigung nach dem Gebot geruht haben. Das heißt, es muss ein Gebot geben zum Ruhen, das war der Tag nach der Kreuzigung. Die Kreuzigung war am Freitag, demzufolge muss das Gebot vom Samstag handeln und nicht vom Sonntag." Logisch, oder?

[45:06] Darauf antwortet Turner: "Nein, nein, nein, nein, nein. Drei Tage, drei Nächte. Jesus hat am Sonntag geruht und ist jetzt am Montag auferstanden. Sonntag ist der siebte Tag." Hin und her. Frankreich hat Algerien erobert, macht Algerien zur Kolonie.

[45:23] Und Cook am 23. Dezember haut wieder in die Kerbe Sabbat. Er sagt: "Sabbat ist seit der Schöpfung existent, ist für den Menschen gemacht und so weiter und so fort." Und Turner entgegnet: "Nein, nein, nein, Montag-Auferstehung. Und das vierte Gebot ist gültig, ohne Frage. Aber es meint immer und seit allen Zeiten seit der Schöpfung den Sonntag." Und damit hat er sich in eine Position gebracht, die er selbst nicht aufrechterhalten kann, ohne dass er es weiß. Und das wird ihn im nächsten Jahr in die Bedrängnis bringen.

[46:00] Und der Bates, vor allem der Bates, dieser angriffslustige Kapitän, der so viel für den Sabbat schon getan hat und der sich jetzt ärgert, dass er da nicht dazu beitragen kann, diese erweiterten Erkenntnisse von Sabbat und Heiligtum mitzubringen, hineinzubringen. Der sagt: "Irgendwas müssen wir tun. Wir können doch jetzt nicht einfach die debattieren lassen, ohne dass wir unserer Stimme Gehör schenken lassen können." Und so reift der Plan bei James White und Joseph Bates und einigen anderen, was man tun kann, um jetzt die eigene Position, die den Sabbat mit dem Heiligtum und mit 1844, mit dem Gesetz, mit all dem verknüpft, wie man das jetzt unter die Adventisten bringen kann. Und das werden wir dann nächstes Mal anschauen.

[46:41] Letzter Punkt. Es gibt schon die ersten Anzeichen einer Gesundheitsreform schon in der ganzen Welt. Die britische vegetarische Organisation wird 1847 gegründet und Ellen White hat ihre allerersten verstreuten Zeugnisse in diesem Jahr in Bezug auf Kaffee und in Bezug auf Tee und auf andere Dinge. Noch keine systematische Lehre dazu, aber schon die ersten Hinweise, dass auch das eine Rolle spielt. Und mit der Zeit werden wir sehen, wie das sich dann entwickelt hat.

[47:13] Nächste Woche werden wir dann sehen, wie die kleine Herde sich Luft gemacht hat und ihre Wahrheiten der Welt präsentiert hat. 1848, die Sabbat-Konferenzen. Jetzt haben wir eine kurze Pause und dann sehen wir uns gleich wieder zum Offenbarungsseminar mit Offenbarung 14. Bis dann, ich wünsche euch Gottes Segen und bis gleich.


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