In dieser Folge von „Die Zeit des Endes“ tauchen wir in das Jahr 1849 ein und beleuchten die prägenden Visionen Ellen Whites für Gottes Volk. Wir erfahren von den theologischen Entwicklungen rund um die Versiegelungsbotschaft, den Sabbat als Siegel Gottes und die Bedeutung der geschlossenen Tür im himmlischen Heiligtum. Zudem werden wir Zeugen von inspirierenden Berichten über die Anfänge der Adventbewegung, die Herausforderungen der Pioniere und die tiefgreifenden Einblicke in Gottes Plan für die Endzeit.
Die Zeit des Endes: 56. Visionen für Gottes Volk (1949 Teil1)
Christopher Kramp · Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er) ·Themen: AdventgeschichteWeitere Aufnahmen
Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)
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Transkript
[0:00] Einen wunderschönen guten Abend und herzlich willkommen zu "Die Zeit des Endes".
[0:05] Hallo und herzlich willkommen, schön, dass ihr da seid und dass ihr live eingeschaltet seid auf Joelmedia TV. Wie ich gerade höre, werdet ihr mich wahrscheinlich etwas verzerrt sehen, wahrscheinlich wird das gequetscht. Das liegt daran, dass wir gerade den Server umstellen und die Live-Aufnahme nicht ganz optimal läuft, aber sie dürfte trotzdem jetzt ein bisschen zu sehen und zu hören sein und die Aufnahme wird dann wieder ganz wunderbar aussehen.
[0:27] Wir haben heute unsere 56. Folge. Wir wollen über das Jahr 1849 sprechen, mit dem Titel "Visionen für Gottes Volk". Einige der ganz besonderen und wichtigen Visionen Ellen Whites wollen wir heute besprechen und darauf freue ich mich sehr.
[0:43] Und wir wollen wie jede Woche beginnen mit einem Gebet. Ich lade euch ein dazu mit mir zu beten. Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir jetzt lernen dürfen aus unserer Geschichte, dass wir uns betrachten können, was du uns zu sagen hast. Ich möchte dich bitten, dass du alle Stirne fernhältst, dass wir erkennen, wie sehr du uns liebst und wie du uns unterrichten möchtest und vorbereiten möchtest auf die Zeit, die auf uns zukommt. Gib, dass wir lernen, was wir zu lernen haben und dass wir dir näher kommen. Im Namen Jesu, Amen.
[1:19] "Visionen für Gottes Volk 1849". Letztes Mal haben wir aufgehört im Jahre 1848, als wir gesehen haben, dass dort auf diesen Sabbat-Konferenzen, ihr werdet euch erinnern, die verschiedenen gefundenen Wahrheiten vom Sabbat und von der Wiederkunft und vom Heiligtum und von der Prophetie und vom Geist der Weissagung so wirklich zusammengekommen sind und diese Gruppe um Sabbath-haltenden Adventisten, um James White, um Joseph Bates, ihre Theologie jetzt festgezurrt hat, sozusagen.
[1:51] Und im Laufe dieses Jahres gegen Ende ist dann auch die Versiegelungsbotschaft verstanden worden. Ihr werdet euch erinnern können, Ellen White hat da bestätigende Visionen gehabt auf das, was Joseph Bates und James White studiert haben, dass nämlich der Sabbat eben nicht nur der richtige Tag der Anbetung ist, sondern dass er eine Endzeitbedeutung hat, nämlich das Siegel Gottes ist.
[2:13] Und ihr werdet euch auch erinnern, dass Ellen White eine Vision gehabt hat, wo sie gesagt hat, James White soll etwas veröffentlichen und es sollen Publikationen um die Welt gehen. Naja, die Gruppe war noch recht klein und mittellos und so ging es noch nicht so richtig voran.
[2:31] Und einen hat das wahrscheinlich etwas gewurmt, den Joseph Bates, der war es nämlich gewohnt immer voranzugehen. Und so schreibt er mal wieder ein Buch, das am 1. Januar 1849 erscheint. Das ist mittlerweile sein siebtes kleines Büchlein, das er geschrieben hat in kurzer Zeit und wird damit richtig zum theologischen Begründer unserer Adventgemeinde.
[2:52] Dieses Buch heißt "A Seal of the Living God", das Siegel des lebendigen Gottes. Es ist das vierte Buch, das jetzt über den Sabbat spricht und jedes Buch hat mehr an theologischen Erkenntnissen hinzugefügt. Und nur so ein paar Kommentare aus diesem Buch: Allein die ersten 45 Seiten sind ein Kommentar und eine Auslegung von Offenbarung 7. Und er macht auch einen längeren Exkurs zu Ellen White und ihrer Vision und erklärt, warum er glaubt, dass es eine wahrhaftige Vision von Gott ist und so weiter und so fort.
[3:21] Und für ihn ist die ganze Basis für diese Versiegelungsbotschaft die Tatsache, dass Jesus 1844 ins Allerheiligste gegangen ist. Nur mit dem Verständnis, dass 1844 etwas passiert ist, nämlich im Allerheiligsten, kann man das Siegel Gottes verstehen. Ohne das kann man das Siegel Gottes gar nicht verstehen. Dort in der Bundeslade ist nämlich der Sabbat und diese Verbindung von Heiligtum und Sabbat, das ist für ihn die Offenbarung gewesen aus dem letzten Jahr und entsprechend breitet er das hier aus und die geschlossene Tür von 1844 hat eine offene Tür im Allerheiligsten offenbart.
[3:59] Und er sagt dann, und das ist sehr interessant: Die Sünden werden dann ausgelöscht, wenn Gottes Kinder versiegelt worden sind. Dieses Verständnis, das wir noch heute haben, unsere Sünden werden im Heiligtum erst vergeben und später ausgelöscht. Das hat zu tun mit der Versiegelung. Gott testet in dieser Zeit, ob seine Kinder dem Gesetz gehorsam sind. Das sind alles Dinge, die uns sehr vertraut sind, die dort in dieser Zeit zum ersten Mal so richtig begriffen worden sind und aufgeschrieben worden sind.
[4:25] Bates schreibt dann: "Dies ist und war die gegenwärtige Wahrheit für Gottes Israel, seit der Vorhang des inneren Tempels gelüftet worden ist oder die Tür geöffnet worden ist, also seit Oktober 1844." Dieses Thema, die Wiederkunft, der Sabbat und das Heiligtum, das ist die gegenwärtige Wahrheit und sie wird mit wenigen einfachen Worten verständlich umschrieben.
[4:50] "Der Sabbat des Herrn unseres Gottes und die geschlossene Tür." Geschlossene Tür meint, Jesus hat die Prophezeiung erfüllt vom Mitternachtsruf, die Tür ist geschlossen worden und er ist ins Allerheiligste gegangen.
[5:03] Und dann sagt er: "Wenn alle versiegelt sind, dann steht Michael auf und die eigentliche Zeit der Trübsal beginnt." Also Michael ist noch nicht aufgestanden in Daniel 12. Das geschieht erst, wenn die Versiegelung abgeschlossen ist. Aber jetzt gibt es schon die Anzeichen der beginnenden Trübsal.
[5:22] Ihr habt euch erinnern können, wir haben letztes Mal gesehen, Europa wurde von einer Revolution heimgesucht und erschüttert und auch Joseph Bates sagt: Schaut mal, das ist schon, da sieht man, das könnte jetzt zu Ende gehen. Das sind die Zeichen, die Trübsal beginnt fast.
[5:36] Und dann hat er eine ganz interessante, geradezu kuriose Auslegung der vier Engel, die halten die vier Winde zurück. Und er sagt, diese vier Engel, das sind Großbritannien, Frankreich, Russland und die USA, weil das sind die vier großen Weltmächte, die noch in der Lage sind, die Revolution in Schach zu halten. Und das hat er sich nicht ausgedacht, sondern das ist eigentlich auch die Theorie, die die meisten Erste-Tags-Adventisten, so Heims und Co. vertreten. Und das hat er von denen im Prinzip abgekupfert. Also man sieht auch, unsere Pioniere haben nicht immer alles selbst aus der Bibel so studiert und manchmal auch noch ein bisschen was übernommen.
[6:13] Und naja, er sagt, wenn diese Nationen destabilisiert sind, also wenn es dann auch Revolutionen in Russland und in den USA gibt, dann bricht die Trübsalszeit aus. Und da wir ja nicht wissen, wie lange das ist, könnte es sehr bald sein.
[6:25] Naja, und deswegen sagt er, die Botschaft muss sehr schnell verkündigt werden, weil es bald nicht mehr möglich sein wird. Also nachdem sie ja jahrelang jetzt seit 1844 vor allem eigentlich sich nur gesammelt haben und gesucht haben, was ist die Antwort auf unsere Enttäuschung, haben sie plötzlich wieder diesen, im Englischen sagt man "Urgency", dieses Verlangen, wir müssen hinausgehen, wir müssen die Botschaft predigen, weil die Zeit ist knapp.
[6:51] Und die geschlossene Tür und der Sabbat sind das Kennzeichen von Gottes Volk und Offenbarung 14, 12. "Geduld der Heiligen, die erhalten die Gebote Gottes und haben den Glauben Jesu." Das ist ihr Motto.
[7:05] Dann hat er auch eine längere Abhandlung über die 144.000, die für ihn eine buchstäbliche Zahl ist und das ist natürlich spannend, weil es zu diesem Zeitpunkt es ungefähr 100 Sabbath-Adventisten gibt. Ja, und wenn es nur 100 Leute gibt, die so seinen eigenen Glauben haben und das 144.000 eine buchstäbliche Zahl sind, dann impliziert das, dass noch ganz viele dazu kommen müssen. Dass man also irgendwie Missionen machen muss, um diese 144.000 vollzukriegen. Dass man also nicht mit den bisherigen 100 zufrieden sein kann.
[7:34] Und er sagt, diese 144.000 beinhalten auch Menschen, die die Adventbotschaft nicht verstanden haben, aber in der Versiegelungszeit den Sabbat annehmen würden. Das heißt, da gibt es noch Menschen, denen wir predigen müssen. Dieses Verständnis war in den Jahren zuvor nicht so ausgeprägt gewesen. Diese Idee von der geschlossenen Tür hatte dazu geführt, dass man gesagt hat, wir müssen nur noch festhalten und glauben und dann kommt Jesus bald wieder. Weil wir haben ja schon alles gepredigt, was zu predigen ist. Aber jetzt mit dieser neuen Botschaft vom Sabbat als Siegel und der Tatsache, da gibt es noch viele Treue, die den Sabbat nicht anerkannt haben, bekommt man wieder eine echte Botschaft.
[8:10] Und er sagt dann sogar, diese Versiegelungsbotschaft muss in die ganze Welt getragen werden, wie damals, wie 1843, 1844. Das muss ich nochmal wiederholen. Er war dabei gewesen, hat ja selbst alles verkauft, was er hatte, um die Botschaft in die Welt zu bringen. "Sabbat ist das Siegel des lebendigen Gottes."
[8:30] Und dann, interessanterweise noch nebenbei, spricht er von sechs Bündnissen in der Bibel. Habt ihr das gewusst? Sechs Bündnisse. Der ewige Bund sind die zehn Gebote, dann der Bund des Erbes, der Bund der Erlösung, der Bund des Friedens und von alledem sind die zehn Gebote die Bedingung. Dann noch der erste Bund und noch der zweite Bund und insgesamt sind es dann sechs Bündnisse. Und alle basieren auf dem ewigen Bund, dem Gesetz Gottes.
[8:52] Also für Bates werden die zehn Gebote, wird es zum absoluten Zentrum seiner Theologie, so sehr, dass er manchmal Formulierungen wählt, die fast schon unausgewogen sind. Ich gebe euch ein Beispiel. Er sagt zum Beispiel an einer Stelle: "Jesu Versprechen des ewigen Lebens durch unser Halten des Gesetzes." Also das ist so an der Kante von Gesetzlichkeit. Das ist so an dem Punkt, wo man sagt, das kann man echt missverstehen. Er ist halt kein Theologe gewesen, er war einfach ein Seemann, hat gesagt, wir müssen die zehn Gebote halten, fertig, aus. Klare Sache. Und das stimmt ja auch. Man könnte ihn missverstehen.
[9:28] Und, naja, er spricht auch über den Lebensstil der 144.000. Zum Beispiel sagt er, sie sollen keinen Tabak rauchen und da bezieht er sich auf Ellen Whites Vision. Sie sollen keinen Alkohol trinken. Das war ja zu dem Zeitpunkt noch nicht üblich, dass Adventisten auf Alkohol verzichtet haben. Er war somit der einzige Gesundheitsreformer. Und er sagt: "Wie können Leute zu den 144.000 zählen, die noch rauchen und Bier trinken?"
[9:50] Und dann sagt er, die 144.000 wären auch keinen Besitzorden, sondern sie werden alles investieren. Das konnte er natürlich gut sagen, weil er hatte schon alles investiert und war mit gutem Beispiel vorangegangen. Aber das wirft er so den Gläubigen vor und sagt: "Ich muss alles verkaufen und euer Geld in das Werk Gottes stecken."
[10:09] Das Jahr beginnt also mit diesem Traktat, "Das Siegel des lebendigen Gottes". Miller schreibt zum Jahresanfang einen Brief an seinen alten Freund Heims, der sagt: "Ich wünsche dir ein frohes neues Jahr und ich hoffe, es bringt dir eine frohe Ewigkeit oder wenigstens genauso viele Beweise für ihre baldige Ankunft wie das letzte Jahr. Fasse Mut, Bruder Soldat, die Schlacht ist beinahe gewonnen. Wir werden nicht lange enttäuscht sein. Gott hat dieses Werk begonnen, dieses seltsame Werk und er wird in kurzer Zeit seinen Plan auf dieser Erde ausführen."
[10:42] Aber das Jahr brachte für viele andere ganz andere Hoffnungen. Der Goldrausch war 1849 jetzt in vollster Blüte, Herrscharen reisen nach Kalifornien, um dort den Traum vom Reichtum, vom schnellen Reichtum zu verwirklichen. Und das hat alles überschattet.
[11:01] Jemand, der ebenfalls seinem Leben eine ganz neue Richtung gegeben hat, aber nicht in Kalifornien, sondern in den weiten Nordenglands, das war dieser Mann hier aus einem viel älteren Foto. Sein Name ist John Loughborough. Schon mal gehört, Loughborough? Zu diesem Zeitpunkt ist Loughborough 17 Jahre alt und er hat sich vor kurzem taufen lassen in eine Erste-Tags-Adventistische Gruppe. Er hatte die große Enttäuschung schon mit 13 Jahren miterlebt, hat sich dann später taufen lassen und entschied sich mit 17 ohne Geld, ohne alles, er möchte predigen. Die Wiederkunft Jesu, die bald stattfindet, Zustand der Toten, so die die grundlegenden Dinge.
[11:46] Und er hat kein Geld und so sägt er so ein bisschen Holz und macht ein paar handwerkliche Arbeiten für jemanden, um sich ein bisschen Geld zu verdienen. Und er merkt dann halt, dass der arme John ziemlich arm ist und er gibt ihm dann noch eine Hose und noch was zum Anziehen, weil sein Arbeitgeber viel größer ist, sehen die Sachen dann ein bisschen komisch aus, große Hose und er schneidet noch ein paar Sachen ab, damit er noch ein bisschen Stoff für was anderes hat. Jedenfalls sein Aussehen muss sehr merkwürdig gewesen sein, aber das ist eine meiner Lieblingsgeschichten der Adventpioniere.
[12:18] Er kommt dann am 2. Januar und erhält seine erste Predigt. Er ist in ein ganz fremdes Gebiet gegangen, wo ihn keiner kannte, ist dort 18 Meilen hin geritten und hat dort eine baptistische Gemeinde dann gemietet, hat gepredigt vor einem vollen Haus, hatte unfassbare Angst gehabt, weil er noch nie gepredigt hatte, hat es aber wohl sehr, sehr gut gemacht. Nächsten Abend ist das Haus wieder knackevoll, der Prediger ist dabei und er hat noch mehr Angst und er predigt wieder ausgezeichnet.
[12:46] Nach dem Vortrag steht der Prediger auf und sagt: "Es tut uns leid, dass diese Vortragsreihe jetzt doch leider so schnell zu Ende gehen muss, weil ab morgen findet hier eine Gesangsschule statt, eine Singing School." Und dann guckt der John ein bisschen bedabbert, ja, das war ja gar nicht abgemacht. Dann steht ein anderer Mann auf und sagt: "Er habe den Eindruck, dass diese Gesangsschule nur deswegen eingeführt worden ist, um diese Vortragsreihe zu beenden und John sei eingeladen mit allen Zuhörern in sein Schulhaus zu kommen, um dort die Vortragsreihe fortzusetzen." Das hat dann John auch gemacht.
[13:19] Und eines Tages wird er dann eingeladen in eine Familie, er soll dort einige Fragen beantworten. Er kommt zu der Familie, das ist jetzt der lustigste Teil der ganzen Geschichte und er stellt sich heraus, der Pastor, der baptistische Pastor ist dort und hatte vorher gesagt, er werde in zwei Minuten diesen jungen Burschen also wirklich fertig machen. Und dann fängt er an: "Das ist ja eine ganz tolle Predigt gewesen, sei uns so interessant, aber ob er das richtig verstanden hätte, dass er gesagt hätte, die Toten wären wirklich tot und würden am Ende auch wirklich ausgelöscht werden?" Dann sagt der John: "Ja, natürlich, das habe ich gesagt, so steht es in der Bibel."
[13:51] Und dann sagt er: "Was ist mit dem Text, wo es heißt, von der ewigen Zerstörung und dem Tod, der niemals stirbt?" Und John sagt: "Das ist kein Bibeltext, das steht im Gesangsbuch, aber nicht in der Bibel." Dann sagt der Prediger: "Das weiß ich schon, aber das steht auch in der Bibel und zwar genauso, wie ich es zitiert habe, der Tod, der niemals stirbt und zwar steht es im 25. Kapitel des Buches Offenbarung." Und dann sagt John: "Es tut mir leid, ich glaube, ihr Beweistext ist drei Kapitel außerhalb des Buches."
[14:24] Und dann wird der Prediger richtig wütend und sagt: "Geben Sie mir die Bibel, ich zeige es Ihnen, wo es ist!" Und dann blättert er und blättert und blättert und nach ein paar Sekunden fragt er: "Ja, wo ist denn Offenbarung?" Und dann zeigt eben John die Offenbarung und dann fällt es dem Prediger plötzlich ein, dass er ganz dringend, ganz schnell weg muss, weil er eine Verabredung irgendwo hat und dann war er nicht mehr gesehen. Und das war so die erste Erfahrung, die John Loughborough mit 17 Jahren gemacht hat, mitten im Winter und im Predigen.
[14:53] Naja, wir werden auf ihn zurückkommen zu gegebener Zeit. Ebenfalls unterwegs und sehr der Reisetätigkeit gewidmet waren Ellen und James White, die Anfang des Jahres hier wieder in Rocky Hill zu Gast bei Familie Belden waren und zu dieser Zeit geht es Ellen White sehr gut, sie ist ja wie gesagt schwanger und es gibt relativ viele Visionen dieser Zeit, die jetzt dieser frisch zusammengefundenen Gemeinde von ungefähr 100 Leuten, die sehr verstreut sind, Führung und Leitung geben.
[15:24] Eine dieser Visionen ist am 5. Januar die Vision von der Versiegelung. Schaut mal hier, sie sagt hier: "Ich wurde in einer Vision in das Allerheiligste aufgenommen, wo ich Jesus noch als Vermittler für Israel sah. Im Saum seines Gewandes waren abwechselnd Schellen und Granatäpfel. Ich sah, dass Jesus das Allerheiligste nicht verlassen würde, ehe jeder Fall zur Rettung oder Vernichtung entschieden sei und dass der Zorn Gottes nicht eher kommen konnte, bis Jesus sein Werk im Allerheiligsten vollendet, sein priesterliches Gewand abgelegt und sich mit den Kleidern der Rache bekleidet hatte. Dann tritt Jesus aus seiner Stellung zwischen dem Vater und den Menschen zurück und Gott wird nicht länger zögern, sondern seinen Zorn über die ausgießen, die seine Wahrheit verworfen haben."
[16:05] "Ich sah, dass der Grimm der Völker, der Zorn Gottes und die Zeit, die Toten zu richten, verschiedene Ereignisse waren, die einander folgen. Ich sah auch, dass Michael sich noch nicht aufgemacht, dass die Zeit der Trübsal wie noch keine gewesen ist, noch nicht angefangen hat, obwohl er einige Erste-Tags-Adventisten gesagt haben, diese Revolutionen sind schon der Beginn. Die Nationen werden jetzt zornig, aber wenn unser Hoherpriester sein Werk im Heiligtum vollendet hat, wird er sich aufmachen, die Kleider der Rache anlegen und dann werden die sieben letzten Plagen ausgegossen werden."
[16:34] Und dann sagt sie: "Ich sah, dass die vier Engel die vier Winde halten, bis Jesus sein Werk im Heiligtum getan hat und dann werden die sieben letzten Plagen kommen." Sie spricht also vom gleichen Thema, von dem auch der Bates sein Buch geschrieben hat.
[16:47] "Diese Plagen empören die Gottlosen gegen die Gerechten, denn sie denken, dass wir die Gerichte über sie gebracht haben und dass, wenn sie uns aus dem Weg schaffen könnten, die Plagen aufhören würden. Ein Befehl ging aus, die Heiligen zu erschlagen. Der erste Hinweis auf diesen Todesbefehl war, die deshalb Tag und Nacht um Errettung riefen. Dies war die Zeit der Angst in Jakob. Alle Heiligen schrien in der Angst des Geistes und wurden durch die Stimme Gottes errettet."
[17:13] Dann heißt es hier: "Die 144.000 triumphierten, ihre Angesichter waren erleuchtet von der Herrlichkeit Gottes. Dann wurde mir eine Menge gezeigt, die in großem Schmerz weinte. Auf ihren Kleidern stand in großen Buchstaben geschrieben: 'Du bist auf der Waage gewogen und zu leicht erfunden.'"
[17:29] "Ich fragte, wer diese seien und der Engel sagte: 'Das sind solche, die einst den Sabbat gehalten, aber wieder aufgegeben haben.' Ihr könnt euch erinnern, es gab dort eine ganze Menge von Sabbat-Adventisten, die wieder zurückgegangen sind. Ich hörte sie mit lauter Stimme rufen: 'Wir haben an dein Kommen geglaubt und es mit Eifer gelehrt.' Aber während sie sprachen, fielen ihre Augen auf ihre Kleider und sie sahen die Schrift und wehklagten dann laut. Ich sah, dass sie von den reinen Wassern getrunken und das übrige mit ihren Füßen beschmutzt hatten. Sie hatten den Sabbat unter die Füße getreten und deshalb auf einer Waage gewogen und zu leicht erfunden wurden."
[18:02] Dann führte mich mein Begleitengel wieder nach der Stadt zurück, wo ich vier Engel sah, die auf das Tor der Stadt zuflogen. Gerade als sie die goldene Karte dem Engel am Tor vorzeigten, sah ich einen anderen Engel schnell aus der Richtung der größten Herrlichkeit herfliegen. Er rief etwas mit lauter Stimme den anderen Engeln zu und bewegte etwas in seiner Hand auf und ab. Ich bat meinen begleitenden Engel jetzt um eine Erklärung dessen, was ich sah. Er sagte mir, dass ich jetzt nicht mehr sehen könne, aber er wollte mir bald zeigen, was diese Dinge, die ich gesehen hatte, zu bedeuten hätten.
[18:33] Nun, die Erklärung folgt auf dem Fuße. Am Sabbatnachmittag, einen Tag später, war eine aus unserem Kreis krank und sie hat wieder eine Vision und so weiter. Dann sagt sie in der Vision: "Ich sah vier Engel, die ein Werk auf der Erde zu tun hatten und im Begriff waren, es auszuführen. Das sind nicht die USA und nicht Russland und nicht Frankreich und Großbritannien, das sind echte Engel. Jesus war mit priesterlichen Gewändern bekleidet. Er blickte in Mitleid auf die Übrigen, erhob dann seine Hand und rief mit einer Stimme des tiefsten Erbarmens: 'Mein Blut, mein Vater, mein Blut, mein Blut, mein Blut!'" Ganz berühmte Vision, vielleicht habt ihr die schon mal gelesen.
[19:09] "Dann sah ich, wie von Gott, der aus dem großen weißen Thron saß, ein überaus helles Licht kam und über Jesus ausgegossen wurde. Hierauf sah ich einen Engel mit einem Auftrag von Jesus zu den vier Engeln fliegen, die ein Werk auf der Erde zu tun hatten. Er schwang etwas in seiner Hand auf und ab und rief mit lauter Stimme: 'Haltet, haltet, haltet, bis die Knechte Gottes versiegelt sind an ihren Stirnen!'"
[19:32] "Ich fragte meinen begleitenden Engel nach der Bedeutung des Gehörten und was die vier Engel hätten tun wollen. Er sagte mir, dass Gott die Mächte zurückhalte und dass er den Engeln Befehl über Dinge auf der Erde gab, dass die vier Engel Macht hätten von Gott, die vier Winde der Erde zu halten und dass dieselben hätten loslassen wollen. Aber während sie ihre Hände lösen und die Winde zu blasen anfangen wollten, blickte das gnädige Auge Jesu auf die Übrigen, die noch nicht versiegelt waren. Und er hob seine Hände zum Vater und machte gelten, dass er sein Blut für sie vergossen habe. Dann wurde ein anderer Engel beauftragt, schnell zu den vier Engeln zu fliegen und ihnen Halt zu gebieten, bis die Knechte Gottes versiegelt seien mit dem Siegel des lebendigen Gottes an ihren Stirnen."
[20:13] Das ist eine dramatische Szene, die also deutlich macht, es könnte eigentlich zu Ende gehen. Was jetzt die Wiederkunft beschleunigt oder verzögert, ist der Fortschritt der Versiegelung. Das ist die Idee.
[20:28] Nun, in dieser Zeit hatte, wie gesagt, sehr viele Visionen. Eine sehr schöne hier findet sich gleich danach. Sie ist nicht datiert, aber wahrscheinlich aus derselben Zeit, aus "Erfahrungen und Gesichten". "Ich habe die zärtliche Liebe gesehen, die Gott für sein Volk hat. Es ist sehr groß. Über den Heiligen sah ich Engel, die ihre Flügel über sie ausgebreitet hielten. Jeder Heilige hat einen begleitenden Engel." Das sind so Visionen, die auch Mut machen für den persönlichen Glauben.
[20:54] "Wenn die Heiligen entmutigt, weinen oder in Gefahr sind, so fliegen die Engel, die stets auf sie achtgeben, schnell aufwärts die Nachricht dorthin zu bringen und die Engel in der Stadt hören auf zu singen. Dann beauftragte Jesus einen anderen Engel, zu den Entmutigten herabzusteigen, sie zu begleiten und zu versuchen, sie vom Verlassen des schmalen Weges abzuhalten."
[21:14] Dass der Engel auf und ab steigt, die ständig auf uns achtgeben. Aber wenn sie die wachsame Sorge des Engels nicht beachten und sich nicht von ihnen helfen lassen, sondern fortfahren, irre zu gehen, so werden die Engel traurig und weinen. Frage: Wie oft die Engel schon wegen uns geweint haben? Oder sie tragen die Nachricht aufwärts und alle Engel in der Stadt weinen und sagen mit lauter Stimme Amen.
[21:34] Und aber wenn die Heiligen ihre Augen auf den Siegespreis vor ihnen richten und Gott durch ihr Lob verherrlichen, dann tragen die Engel die frohe Botschaft nach der Stadt und die Engel in der Stadt spielen auf ihren goldenen Harfen und singen mit lauter Stimme Hallelujah und die Himmelsgewölbe hallen von ihrem lieblichen Gesang wieder.
[21:51] Dann beschreibt sie den Himmel. Das ist interessant. Es herrscht vollkommene Ordnung und Harmonie in der heiligen Stadt. Alle Engel, die beauftragt sind, die Erde zu besuchen, haben eine goldene Karte, die sie den Engeln an den Toren der Stadt beim Ein- und Ausgehen vorzeigen. Das ist toll, es geht da viel schneller, als wenn man heute nach China oder Hongkong einreisen will. Das dauert mir ganz schön lange. Da zeigst du vor und dann kommst du rein.
[22:18] Der Himmel ist ein guter Ort, ich möchte dort sein und meinen liebevollen Heiland, der sein Leben für mich gab, immer sehen und in sein herrliches Bild verwandelt werden.
[22:28] Dann sagt sie weiter unten hier: "Der Herr hat mir auch einen Blick auf andere Welten gestattet." Das ist super spannend. Es wurden mir Flügel gegeben und ein Engel begleitete mich aus der Stadt zu einem großen und herrlichen Ort. Das Gras dort war frisch und grün und die Vögel trillerten liebliche Lieder. Die Bewohner jenes Ortes waren verschieden groß, interessant, oder? Sie waren edel, majestätisch und lieblich. Versuche mir das Bild nicht vorzustellen, dieses wunderbare Paradies, da gibt es Bewohner, die sind verschieden groß. Sie spiegelten das Bild Jesu wieder und ihre Angesichter strahlten voll heiliger Freude, was ein Ausdruck der Freiheit und der Glückseligkeit des Ortes war.
[23:03] "Ich fragte einen von ihnen, warum sie so viel anmutiger seien als die Bewohner der Erde. Die Antwort war: 'Wir haben in vollkommenem Gehorsam nach den Geboten Gottes gelebt und sind nicht durch Ungehorsam gefallen wie die auf der Erde.'" Interessant, die wissen.
[23:18] Dann sah ich zwei Bäume, der eine sah aus wie der Baum des Lebens in der Stadt. Die Frucht beider sah wundervoll aus, aber von einem konnten sie nicht essen. Sie hatten Macht von beiden zu essen, aber es war ihnen verboten von dem einen zu essen. Dann sagte mein begleitender Engel zu mir: "Niemand an diesem Orte hat von dem verbotenen Baum gegessen, aber wenn sie davon essen, würden sie fallen."
[23:38] Als dann wurde ich zu einer Welt genommen, die sieben Monde hat. Dort sah ich den alten Henoch, der verwandelt worden war. Und dann beschreibt sie ihn, wie er aussieht, nicht mehr und so weiter und so fort und sagt sie: "Ich fragte ihn, ob dies der Ort sei, an dem er von der Erde ausgekommen sei. Er sagte: 'Nein, die Stadt ist mein Heim, ich habe diesen Platz nur besucht.'"
[23:59] Das sind so Visionen, die geben nicht so viel theologische Grundlagenforschung, sondern die geben mir so einen Einblick in das, also eine Hoffnung für die Geschwister, für die Gläubigen, was auf uns zukommt. Er bewegte sich an dem Ort und so weiter und so fort.
[24:13] "Ich sagte unten, ich konnte den Gedanken in diese dunkle Welt zurückzukehren nicht ertragen." Das hat sie öfter mal gesagt, immer wenn sie da gewesen ist. Darauf sagte der Engel: "Du musst zurückgehen und wenn du träumst, sollst du mit den 144.000 – sehr interessante Formulierung, nicht unter den 144.000, sondern mit den 144.000 – das Vorrecht haben, alle diese Welt zu besuchen und die Werke Gottes zu sehen." So eine Ermutigung.
[24:39] In dieser Zeit hat sie auch eine Vision über Kritiker, denn schon damals gab es Leute in der Gruppe der Sabbat-Adventisten, die den Sabbat angenommen haben, das Heiligtum angenommen haben, die Versiegelungsbotschaft angenommen haben, die trotzdem nicht an Ellen White so richtig glauben wollten. Das Problem datiert also bis auf die Anfänge, war schon immer da.
[25:03] Und er sagte folgendes: "Ich sah den Zustand einiger, die sich zur gegenwärtigen Wahrheit bekannten, also das alles angenommen haben, aber die Visionen missachteten. Die haben gesagt: 'Wir brauchen nur die Bibel und Ellen Whites Visionen sind uns egal.' Den Weg, den Gott gewählt hat, um in einigen Fällen diejenigen zu lehren, die von der Bibelwahrheit abgeirrt sind, zum Beispiel wie den Joseph Bates, der sagt, die vier Winde sind Frankreich, USA, Russland und Großbritannien, benutzt Ellen White Visionen, um zu sagen: 'Nein, die vier Engel sind, also vier Engel, die vier Engel sind vier Engel.'"
[25:36] "Ich sah, dass in ihrem Schlag gegen die Visionen, sie nicht gegen den Wurm, das schwache Instrument, durch das Gott sprach, schlugen, sondern gegen den Heiligen Geist. Hier haben wir eine Vision, die sagt: Wer gegen Ellen White spricht und sich zur gegenwärtigen Wahrheit bekennt, der schlägt gegen den Heiligen Geist."
[25:57] "Ich sah, dass es eine Kleinigkeit war, gegen das Instrument zu reden, aber es war gefährlich, die Worte Gottes gering zu schätzen." Bezieht sich auf ihre eigene Vision und nennt sie die Worte Gottes. "Ich sah, dass wenn sie sich im Irrtum befanden und Gott sich entschied, durch Visionen ihnen ihre Irrtümer zu zeigen, sie aber die durch die Visionen vermittelten Lehren Gottes missachten, würden sie sich selbst überlassen werden, sodass sie auf dem Weg des Irrtums weiterlaufen würden, glaubend, dass sie Recht haben, bis sie herausfinden würden, dass es zu spät ist."
[26:31] "Dann hörte ich sie in der Trübsalszeit qualvoll zu Gott rufen: 'Warum hast du uns nicht unsere Fehler gezeigt, dass wir uns korrigiert hätten und uns auf diese Zeit vorbereitet gewesen wären?' Dann zeigte ein Engel auf sie und sagte: 'Mein Vater lehrte, aber ihr wolltet nicht gelehrt werden. Er sprach durch Visionen, aber ihr habt seine Stimme missachtet.'"
[26:52] Also so mancher, der heute vielleicht sagt: "Also, ich glaube an die Wiederkunft, ich glaube an den Sabbat, aber Ellen White kann mir gestohlen bleiben." Der wird sich in dieser Gruppe wiederfinden. Sehr, sehr interessant und für uns natürlich auch Anreiz genug zu sagen: Wir wollen ihre Vision ernst nehmen. Das ist kein Spaß, was sie da tut, sondern es ist Gottes Wort, das zu uns spricht.
[27:16] Naja, diese Visionen waren, wie gesagt, sehr häufig und als sie dann wieder unterwegs waren und in Topsham angekommen waren, wo sie ihren kleinen Sohn zurückgelassen hatten, hat Ellen White noch eine Vision, die ist sehr interessant für uns auch, die heißt nämlich "Vision von den Pflichten in der Zeit der Trübsal" und da geht es um einige praktische Dinge, die ich glaube, heute auch mal so ein bisschen unter den Tisch geschlagen werden.
[27:40] "Der Herr hat mir wiederholt gezeigt, dass es der Bibel widerspricht, Vorkehrungen für unsere zeitlichen Bedürfnisse während der Zeit der Trübsal zu treffen. Ich sah, wenn die Heiligen Nahrungsmittel bei sich oder in den Feldern aufsparten, sie ihnen zur Zeit der Trübsal, wenn Schwert, Hungersnot und Pestilenz über das Land kommen, durch gewalttätige Hände weggenommen und fremd ihre Felder ernten würden. Dann wird es für uns eine Zeit sein, ganz dem Herrn zu vertrauen, denn er wird für uns sorgen. Ich sah, dass uns Brot und Wasser zu der Zeit sicher sind, dass wir nicht Hunger oder Not leiden werden, denn Gott ist imstande für uns einen Tisch in der Wüste zu bereiten. Wenn es nötig sein sollte, wird er Raben senden, um uns zu speisen, wie er es bei Elia tat. Oder er wird Manna vom Himmel regnen lassen, wie er es für Israel tat." Also Gott hat Wege und Möglichkeiten.
[28:23] "Häuser und Ländereien werden den Heiligen zur Zeit der Trübsal von keinem Nutzen mehr sein, weil sie dann vor dem wütenden Pöbel fliehen müssen." Ich kann mich erinnern, der Bates schreibt auch in seinem Buch: "Ihr müsst verkaufen." Also sie bestätigt diese Dinge durch ihre Visionen, die immer vorher schon mal von anderen entdeckt worden sind.
[28:42] "Zu der Zeit kann ihr Besitz nicht mehr verkauft werden, um die Sache der gegenwärtigen Wahrheit voranzutreiben. Es wurde mir gezeigt, dass es der Wille Gottes ist, dass die Heiligen sich von allem losmachen und beim Opfer einen Bund mit Gott machen sollten, ehe die Zeit der Trübsal kommt. Wenn sie ihr Eigentum auf den Altar gelegt haben und den Herrn ernstlich bitten, ihnen ihre Pflichten zu zeigen, wird er ihnen zeigen, wann sie diese Dinge verkaufen sollen. Dann werden sie in der Zeit der Trübsal frei sein und nichts haben, was sie zurückhält."
[29:10] Aber, und das ist jetzt sehr wichtig und deswegen sind wir so froh, dass wir Ellen White haben, sie gibt eine moderate Fassung von dem, was Joseph Bates gesagt hat. Wenn man den Bates alleine liest, bekommt man fast den Eindruck, wir müssen alle sofort verkaufen und ansonsten haben wir ein Problem.
[29:27] Sie sagt: "Ich sah, wenn manche an ihrem Eigentum festhielten und nicht den Herrn nach ihren Pflichten fragten, es sei ihnen auch nichts zeigte, es wurde ihnen erlaubt, ihr Eigentum zu behalten, aber in der Zeit der Trübsal wurde es wie ein Berg für sie, der sie drücken drohte, dann wollten sie es verkaufen, waren aber nicht mehr imstande."
[29:50] Aber dann sagt sie hier, Moment mal, das springen wir nicht, das lesen wir noch kurz vor. "Ich hörte etliche sagen: 'Das Werk litt Not, das Volk Gottes hungerte nach der Wahrheit und wir machten keine Anstrengung, um diesem Mangel abzuhelfen. Nun ist unser Besitz wertlos.'"
[30:03] Und dann sagt sie hier etwas ganz Spannendes. Sie sagt: "Ich sah, dass ein Opfer nicht mehr wurde, sondern dass es abnahm und verzehrt wurde." Das heißt, wenn man etwas opfert, wird es weniger, wenn ich also Geld opfere, dann muss am Ende weniger Geld bei rauskommen, als wenn ich immer nur zunehme, wenn ich mehr bekomme, wenn ich reicher werde, dann opfere ich nicht. Das zeigt ihr Gott, ein Opfer heißt abnehmen, nicht zunehmen.
[30:27] Und dann sagt sie, wie gesagt, diese etwas moderate Sicht: "Ich sah auch, dass Gott nicht von allen seinen Kindern verlangt, ihr Eigentum zur selben Zeit zu verkaufen. Wenn sie es aber wünschten, darüber belehrt zu werden, so würde ihm, wenn die Not bestand, zeigen, wann und wie viel sie verkaufen sollten." Die Frage ist also nicht, ob, sondern wann.
[30:50] Und das ist diese ausgewogene Ansicht, die Ellen White beschreibt. Wenn man den Bates liest, dann hat man das Gefühl: Alle sofort und jetzt und gleich. Aber Ellen White sagt: Ja, du hast recht, aber Gott zeigt jedem, wann er was und wie viel zu verkaufen hat. Kann man sehr dankbar sein.
[31:10] Ich glaube, ohne diese Vision wäre unsere Gemeinde sehr schnell irgendwo in der Bedeutungslosigkeit verschwunden. "Manche sind in vergangenen Zeiten angewiesen worden, ihr Eigentum zur Unterstützung des Adventwerkes zu verkaufen, während anderen erlaubt ist, es zu behalten, bis es gebraucht wird. Wenn dann das Werk ihre Mittel braucht, ist es ihre Pflicht zu verkaufen." Das ist keine Wohltätigkeit, wo man sagt, ein besonderes Opfer. Sie sagt, Gott sieht es als Pflicht an, dass wir mit unserem Eigentum das Werk Gottes unterstützen.
[31:40] Und dann sagt sie auch noch was Interessantes. "Der Zweck des Verkaufens ist nicht, denen zu geben, die imstande sind, zu arbeiten und selbst für ihren Unterhalt zu sorgen, sondern um die Wahrheit zu verbreiten. Es ist eine Sünde, den Müßiggang solcher zu unterstützen und zu begünstigen, die arbeiten können. Manche haben eifrig alle Versammlungen besucht, nicht um Gott zu verherrlichen, sondern wegen der Brote und Fische." Da gab es also Leute, die ganz eifrig waren, auf jeder Konferenz dabei zu sein, jede Versammlung zu besuchen, jede Predigt anzuhören, aber nicht um selbst zu predigen, sondern nur dabei zu sein, weil es da immer was zu essen gab. Und die allerdings dann auch während ihrer Reisetätigkeit ja nicht arbeiten konnten und sich von anderen haben aushalten lassen. Und sie sagt, so ein Unfug macht das nicht.
[32:20] Naja, und dann sagt sie unten ein paar sehr interessante Sachen. Sie sagt: "Nun ist es Zeit, das Gesetz Gottes in unserem Denken an unserer Stirn und in unserem Herzen geschrieben zu haben." Das ist die Essenz der Versiegelungsbotschaft, nicht nur den Sabbat zu halten. Das ist mir sehr wichtig hier.
[32:37] Sie sagt: "Ich sah, dass das Denken mancher von der gegenwärtigen Wahrheit und der Liebe zur Heiligen Bibel durch das Lesen anderer aufregender Bücher abgewendet wird." Das lesen wir Ellen White mit der Brille des 21. Jahrhunderts, werden wir jetzt am Wochenende noch lernen vom Justin. Wenn wir das heute übertragen, dann bezieht sich das nicht nur auf Bücher, oder? Auf was könnte sich das denn noch so beziehen? Auf das Internet, auf Filme, auf alles Mögliche, was so an aufregenden Dingen uns abwenden könnte, uns mit der Bibel zu beschäftigen. Und das sagt sie, das ist ein Teil der Versiegelungsbotschaft, sich von diesen Dingen fernzuhalten.
[33:16] Dann sagt sie: "Andere sind mit Unruhe und Sorge erfüllt, was sie essen und trinken und wie sie sich kleiden sollen. Etliche halten das Kommen des Herrn noch für sehr weit entfernt." Die Zeit hat schon einige Jahre länger gedauert, als sie erwartet haben. Und deshalb denken sie, dass es noch viele Jahre dauern wird. Und auf diese Weise werden ihre Gedanken von der gegenwärtigen Wahrheit abgewendet und der Welt der Welt zugewandt. Ich sah an diesen Dingen eine große Gefahr.
[33:42] Ist der Geist mit anderen Dingen erfüllt, wird die gegenwärtige Wahrheit ausgeschlossen. Und es ist an unseren Stirnen kein Platz für das Siegel des lebendigen Gottes. Interessant, oder? Gott ist allmächtig, aber unsere Stirn ist begrenzt. Und wenn wir unsere Stirn mit anderen Dingen füllen, unser Denken, dann ist dann irgendwann kein Platz für das Siegel Gottes. Und das hat damit zu tun, wo wir nachdenken, sagt sie, ob wir über das Gesetz Gottes nachdenken, so wie David sagt, Tag und Nacht. Wir sollten unsere Musestunden dazu benutzen. Weiß ich nicht. Habt ihr auch Musestunden? Wir sollten unsere Musestunden dazu benutzen, die Bibel zu durchforschen, die uns am letzten Tag richten wird. Meine lieben Geschwister, lasst die Gebote Gottes und das Zeugnis Jesu Christi beständig eure Gedanken erfüllen und weltliche Gedanken und Sorgen verdrängen.
[34:31] Ich glaube, das ist so absolut die dringlichste Botschaft unserer heutigen Zeit. Dringlicher geht es gar nicht. Das ist die Versiegelungsbotschaft per Exzellenz, nicht einfach nur, der Sabbat ist der richtige Tag, jetzt haben wir das Siegel Gottes. Nein, Ellen White zeigt dieser Vision. Es geht darum, das Gesetz Gottes im Herzen zu haben, darüber nachzudenken. Denkt darüber nach, wenn ihr euch niederlegt, wenn ihr aufsteht, lebt und handelt als solche, die auf das Kommen des Menschensohnes warten.
[34:56] Jetzt, während die vier Engel noch die vier Winde halten, ist es Zeit, unsere Berufung und Erwählung festzumachen. All diese Visionen, die sie gehabt hat, Anfang im Januar. Die werden zusammengefasst und Ellen White schickt sie dann an die Gemeinden, also an die Gruppen sozusagen. Das ist somit die erste, das erste Zeugnis sozusagen, dass sie dieser Gemeinde im Großen und Ganzen gibt. Und es wird sehr deutlich, welche Aufgabe sie hat, um die Gemeinde zu formen und zu stärken. Und noch heute können wir diese Dinge lesen und noch heute sind sie von größter Wichtigkeit für uns.
[35:30] Und wie gesagt, sie bestätigt den Bates, aber sie ist ausgewogener und am Ende natürlich auch korrekter. Währenddessen der Papst ist in Rom geflohen, ja letztes Mal schon im Ende 1848. Die Republik wird ausgerufen in Rom und das bringt die Beobachter natürlich dazu, das mit der Prophetie zu vergleichen. Miller zum Beispiel schreibt an Heims: "Erlaube mir einige Gedanken über die historischen Fakten des letzten Jahres verglichen mit den Prophezeiungen im Wort Gottes fallen zu lassen." Dann beschreibt er über den Papst, wie der beliebt war, hier anerkannt als Oberhaupt der Kirche von fast jedem Königreich und jeder Regierung auf der Erde, gelobt und besungen von den Bürgern der protestantischen und katholischen Länder. Er wurde Apostel der Freiheit genannt, Reformer des Zeitalters und angebetet, wenn nicht gar vergöttlicht von versammelten Bürgern in vielen unserer Städte. Damals war der Papst ja fast genauso populär wie heute.
[36:24] Die Zeit war fast genauso wie heute, aber was dann passiert ist, war interessant. Kein Kaiser, König oder Protestant so beliebt wie Pius IX. Das war der Stand der Dinge. Anfang 1848 in einem kurzen Jahr sind viele der katholischen Regierungen Europas revolutioniert worden und haben einen Teil ihrer Macht verloren. Papst Pius hat seine Vorherrschaft und zivile Gewalt verloren und ist ein Flüchtling seiner eigenen Regierung geworden. Wie ist seine Herrschaft von ihm genommen worden? Ich antworte: Offensichtlich durch die Vorsehung und Kraft Gottes. Innerhalb kürzester Zeit hat ein weltweit populärer Papst alle Macht verloren. Und das ist in unserer heutigen Zeit vielleicht auch keine so uninteressante Lektion.
[37:04] Naja, dann sagt er am Ende des Briefes: "Wir leben in einem Moment schrecklicher Konsequenzen für die Welt, an einem Punkt, an dem das Schicksal des Universums für immer entschieden werden wird." Und sogar Joseph Wolf meldet sich noch mal aus England. Den haben wir schon fast vergessen. Der war ja noch mal um die eine Jahre zuvor noch mal in den Nahen Osten gereist. Allerdings nicht so sehr, um zu predigen, sondern sich um einige gefangene britische Soldaten zu kümmern, die allerdings dann schon enthauptet waren, als er ankam.
[37:36] Und er schreibt aufgrund dieser Ereignisse in Rom einen Brief an die Bürger Roms und sagt: "Lest La Cuna, lest Savonarola, lest das, denn der Papst ist der Antichrist. Nicht wahr? Wir müssen das sehen, dass der Papst abgesetzt werden muss und man kann das Papsttum nicht reformieren."
[37:54] Ellen White und James White sind weiter unterwegs und reisen. In dieser Zeit gibt es auch immer wieder Heilungswunder, wo man also betet für kranke Leute und die werden dann gesund. Zum Beispiel gibt es da einen Jungen, ein 13-Jähriger, der heißt Gilbert Collins. Der hatte neun Wochen lang an Keuchhusten gelitten, war beinahe tot. Und Ellen White hat in der Vision gesehen, dass sie ihn besuchen sollten. Sind hingefahren, haben gebetet. Der Junge war, also das muss man erzählen. James White ist gekommen, hat gebetet, hat den Jungen, der war todkrank, hochgenommen und gesagt: "Du wirst nicht sterben, du wirst leben." Nächsten Morgen war der Kern gesund. Und solche Geschichten häufen sich in dieser Zeit. Sehr interessant. Auch die Schwester Hastings, Ellen Whites Freundin, wird geheilt durch solche Gebetswunder.
[38:54] Die USA bekommen einen neuen Präsidenten, Zachary Tyler, einen General, einen Militärmann, einer fürs Grobe, der Kalifornien und Mexiko, also den Norden Mexikos beobachtet, wird neuer General, nicht General, Präsident, General der USA. Und der 18-jährige Kaiser Österreichs lässt eine neue Verfassung und stoppt quasi die gesamte Revolution per Verfassung und setzt sich durch. Denn in jenen Tagen wird die Revolution von den Regierungen unterdrückt und bekämpft und scheitert.
[39:29] 1848 sah es so aus, als ob das Ende kommen würde. Und alle Adventisten haben gerufen: "Jetzt ist das Ende gekommen, die Welt geht unter." Und diese kleine Gruppe um Joseph Bates und James White hat gesagt: "Nein, nein, nein, nein. Die vier Engel werden die Winde noch zurückhalten." Und wenige Monate später brechen fast alle Revolutionen in sich zusammen und es kehrt wieder Ruhe ein. Und das ist interessant.
[39:55] Ellen White und James White kommen dann Ende März wieder nach Topsham zurück. Und auf dem Weg dorthin haben sie eine etwas schwierige Erfahrung. Der Weg ist noch sehr schlecht. Es gibt noch Schneebänke, es gibt Schlammlöcher und in der Kutsche, in der sie fahren, geht es Ellen White, die mittlerweile im fünften Monat schwanger ist, sehr schlecht, hoch und runter, so sehr, dass sie glaubt, die Reise gar nicht zu Ende machen zu können. Aber dann beten sie und plötzlich wird es besser.
[40:27] Die Italiener versuchen, Unabhängigkeit zu erlangen und verlieren in der Schlacht von Novara. Und dann am 24. März hat Ellen White noch eine ganz berühmte und bekannte Vision, die bis heute viele Kritiker auf den Plan wirft, nämlich die Vision von der geschlossenen und geöffneten Tür, die würde ich gerne noch mit euch lesen, weil die wirklich wichtig ist. An einem Sabbat gegeben am 24. März 1849.
[40:49] Da sagt sie: "Dann wurde mir gezeigt, dass die Gebote Gottes und das Zeugnis Jesu Christi, das von der geschlossenen Tür berichtet. 1844 geschlossene Tür. Jesus hat die Prophezeiung 1844 erfüllt, dass man geschlossene Tür berichtet, nicht getrennt werden können. Und es wurde mir gezeigt, dass die Zeit da die Gebote Gottes in ihrer ganzen Bedeutung erscheinen sollten und Gottes Volk an der Sabbat-Wahrheit geprüft werden sollte. Dann kam, als die Tür zum Allerheiligsten im himmlischen Heiligtum geöffnet wurde, wo die Lade ist, in der sich die zehn Gebote befinden. Diese Tür war nicht offen, bis die Vermittlung Jesu im Heiligen des Heiligtums 1844 vollendet war. Dann erhob sich Jesus und schloss die Tür des Heiligen und öffnete die ins Allerheiligste."
[41:39] Das ist die Bedeutung der geschlossenen Tür. Er ging durch den zweiten Vorhang, wo er nun bei der Lade steht. Und wohin der Glaube Israel jetzt reicht. Ich sah folgendes.
[41:49] "Jesus hat die Tür in das Heilige geschlossen und niemand kann sie öffnen. Er hat die Tür in das Allerheiligste geöffnet und niemand kann sie zuschließen. Seit Jesus die Tür in das Allerheiligste geöffnet hat, in dem die Lade steht, sind die Gebote dem Volk Gottes offenbar geworden und es wird an der Sabbat-Frage geprüft."
[42:09] "Ich sah, dass die gegenwärtige Prüfung mit dem Sabbat nicht eher stattfinden konnte, als die Vermittlung Jesu im Heiligen vollendet und er durch den zweiten Vorhang eingegangen war." Sie macht das sehr, sehr deutlich.
[42:21] "Deshalb ruhen Christen, die gestorben sind, eher die Tür in das Allerheiligste geöffnet wurde und die nicht den wahren Sabbat gehalten haben, nun in Hoffnung. Sie haben nicht das Licht und die Prüfung mit dem Sabbat, die wir haben, seitdem die Tür geöffnet ist."
[42:36] "Ich sah, dass Satan manche vom Volk Gottes durch diesen Punkt versuchte, weil so viele gute Christen gestorben sind und nicht den wahren Sabbat gehalten haben, bezweifelten sie, dass es nur ein Prüfstein für uns sei." Mit anderen Worten, vielleicht kennt ihr noch das Argument: Es gibt so viele Christen, so viele treue Christen, die haben den Sabbat nicht gehalten. Die werden auch im Himmel sein, oder?
[42:56] Und Ellen White sagt: Ja, wer den Sabbat nicht kannte, der ruht in Hoffnung. Aber jetzt seit 1844 ist der Sabbat gegenwärtige Wahrheit.
[43:07] Sagt weiter: "Satan versucht nun in dieser Zeit der Versiegelung jede List, um das Volk Gottes von der gegenwärtigen Wahrheit abzuhalten und es unentschlossen zu machen. Ich sah eine Decke, die Gott über sein Volk ausbreitete, um es in der Zeit der Trübsal zu beschützen. Jede Seele, die sich für die Wahrheit entscheidet und reinen Herzens ist, wird mit der Decke des Allmächtigen bedeckt werden." Schon mal gehört von dieser Decke des Allmächtigen? Satan weiß dies und es mit Macht an der Arbeit, um so viele als möglich unentschlossen und der Wahrheit gegenüber unentschieden zu machen.
[43:40] Ist das nicht interessant? Satan arbeitet daran, die Menschen unentschieden zu machen. Unentschlossen so, na ja, ich bin mir nicht ganz sicher. Ich warte noch ab.
[43:49] "Ich sah, dass das geheimnisvolle Klopfen übrigens in New York und an anderen Orten – diese diese Fox-Schwester war. Das war zu dem Zeitpunkt noch relativ unbekannt. Das wurde nur hier und da mal berichtet, die Macht Satans war und dass solche Dinge immer gebräuchlicher würden." Zu dem Zeitpunkt war das noch nicht öffentlich bekannt, großartig mit dem Spiritismus. Sie sind in ein religiöses Gewand gekleidet, um die Betrogenen mehr in Sicherheit zu wiegen und so weiter und so fort.
[44:15] Springen wir hier bei der Predigt, im Gebet oder im Gespräch wanden manche sogenannte Adventisten. Da meinten sie jetzt nicht die Sabbat-Adventisten, sondern die anderen Adventisten, die Erste-Tags-Adventisten. Das ist ganz wichtig im Kontext, weil wenn man das liest, dann versteht man das falsch. Die die gegenwärtige Wahrheit zurückgewiesen hatten, Messmerismus, also Hypnose an, um Anhänger zu gewinnen.
[44:39] Sie spricht jetzt an dieser Stelle davon, wie der Spiritismus in der Christenheit sich breit machen wird. "Das Volk freute sich über ihren Einfluss, weil sie glaubten, dass es der Heilige Geist sei. Manche von denen diese Kraft gebrauchten, waren so weit in Dunkelheit und der Täuschung Satans, dass sie dachten, es sei die Macht Gottes, die ihnen zur Ausübung gegeben hätte." Und so weiter und so fort.
[45:05] "Ich sah, dass Satan gerade in dieser Zeit der Versiegelung bemüht war, das Volk Gottes abzulenken, zu betrügen und wegzuziehen. Ich sah einige, die nicht fest für die gegenwärtige Wahrheit einstanden, ihre Knie zitterten, ihre Füße glitten, weil sie nicht fest in der Wahrheit standen. Die Decke des Allmächtigen Gottes konnte nicht über sie ausgebreitet werden, als sie so zitterten." Oh.
[45:33] Und dann sagte er dieses berühmte Zitat: "Ich sah, dass die geheimnisvollen Zeichen, Wunder und falschen Reformationen zunehmen und sich ausbreiten werden." Also falsche Erweckung, falsche Reformationen, christliche, aber falsch. Die Reformationen, die mir gezeigt wurden, waren keine Reformationen vom Irrtum zur Wahrheit.
[45:53] "Mein begleitender Engel befahl mir, nach der Seelenarbeit für Sünder auszuschauen, wie sie früher bestand. Ich schaute auch, konnte sie aber nicht sehen, denn die Zeit für ihre Rettung ist vorbei."
[46:05] Kritiker haben diesen letzten Satz genommen und daraus konstruiert, zu sagen, dass Ellen Whites Visionen ein Ende der Gnadenzeit schon damals gesagt haben. Also wenn ihr mal Ellen White-Webseiten anschaut, wo Ellen White kritisiert wird, ist das eines der Top-Argumente, zu sagen: Ellen White hätte gesagt, schon zu dieser Zeit gibt es keine Rettung mehr, die Zeit für ihre Rettung ist vorbei, Sünder können nicht mehr gerettet werden. Aber wenn ihr den Kontext anschaut, spricht sie von falschen Reformationen, spricht von falschen Erweckungen. Schon zu der Zeit gab es adventistische Gruppen, die angefangen haben, wieder einfach Menschen für Christus gewinnen zu wollen, aber nicht zur Wahrheit, nicht zum Sabbat, sondern zum Irrtum. Und sie sagt, diese falschen Erweckungen werden zunehmen. Und Gott ist nicht in diesen Erweckungen.
[46:51] Und auch sehr deutlich wird aus diesem Zitat: Diejenigen, die 1844 abgelehnt hatten, wissentlich, deren Zeit der Rettung ist vorbei. Sie spricht von einer geschlossenen Tür, bedeutet auch, dass damals ein Test war, an dem Menschen ihr ewiges Leben verloren haben. Das muss man so deutlich sagen, so wie zur Zeit von Noah, zur Zeit von Lot. Wer die Wahrheit gesehen hat und sie abgelehnt hat, der hat an dieser Frage sein ewiges Leben verloren, auch wenn er weitergelebt hat.
[47:19] Naja, gehen wir ein bisschen weiter. Ellen White hat weitere Visionen und wird an verschiedene Orte gebeten, wo sie dann auch Visionen hat. Einige Gruppen müssen gestärkt werden, zusammengeprüft werden. In Paris und Maine gibt es einige sehr versplitterte Adventisten, die wir zusammengebracht werden als eine Gruppe und so weiter und so fort.
[47:48] Eines Tages fragt sie den James, wo sie eigentlich den Sommer verbringen sollen. Und sie haben keine richtige Ahnung, wo sollen wir hingehen im Sommer? Und dann sagt James: "Ich weiß auch nicht so genau, lass uns beten. Da kriegen wir bestimmt eine Antwort." Also beten sie: "Wo sollen wir hingehen?" Sie kriegen keine Antwort. Was sollen wir jetzt machen? Bisher haben wir immer eine Antwort bekommen. Jetzt wissen wir nicht, wo wir hingehen sollen. Sollen wir jetzt in die Bundesstadt New York gehen oder sollen wir nach Connecticut gehen? Beide Möglichkeiten. Keine Antwort.
[48:16] Und dann sagt James: "Okay, dann gehen wir nach New York. Machen wir einfach." Bereiten alles vor. James schreibt einen Brief an die Brüder, die sie eingeladen haben.
[48:27] Eines Tages wird Ellen White, also nicht depressiv, aber richtig schwer krank. Und sie weint und heult und sie weiß gar nicht, warum. Und James White ist so fertig mit den Nerven, er denkt, sie stirbt. Und er sagt dann später, er hat den Brief, den er an die Freunde in New York geschrieben hat, hat in den Ofen geworfen und gesagt: "Okay, wir canceln alles." Er betet für sie. Sie hat eine Vision. Und am nächsten Morgen ist sie ganz klar wieder, alles wunderbar.
[48:57] Es kommt ein Brief aus Rocky Hill, Connecticut. "Wir brauchen eure Hilfe. Kommt zu uns." Ellen White will jetzt sagen: "Alles klar, das war die Antwort von Gott."
[49:10] In einem dieser Briefe, die sie in dieser Zeit oft schreibt, hat sie folgenden berühmten Satz formuliert: "Unsere Position sieht sehr klar aus. Wir wissen, wir haben die Wahrheit. Der Mitternachtsruf ist hinter uns. Die Tür ist 1844 geschlossen worden und Jesus wird bald seine Position zwischen Gott und Menschheit verlassen. Die Versiegelung wird dann vollendet sein." Sie sagt, wir wissen, wir haben die Wahrheit.
[49:38] Derweil haben die deutschen Staaten ihre erste Verfassung beschlossen in der Paulskirche, die sollte einen Kaiser vorsehen. Und man fragt den preußischen König, ob er Kaiser werden will und überlegt lange und sagt dann nein. Das war dann fast schon das Ende der deutschen Revolution. Krieg mit Dänemark überspringen wir.
[50:00] Und die Gesundheit von William Miller nimmt stark ab. Er wird immer kränker. Er schreibt dann einen Brief an die Delegierten einer Konferenz der Erste-Tags-Adventisten: "Ich habe nur wenig Hoffnung, dass ich mit meinen gegenwärtigen Schwachheiten und Gebrechen viele von euch im Fleisch von Angesicht sehen kann. Erlaubt mir daher, euch zu ermahnen, euch nicht der Lehre vom Königreich Christi zu schämen, noch es zu versäumen, bei allen angemessenen Gelegenheiten eurem Vertrauen in die Nähe seines Kommens Ausdruck zu verleihen."
[50:30] "Mein Glaube an die Korrektheit meiner Schlussfolgerung, die ich entdeckt und die letzten 20 Jahre verteidigt habe, ist unerschüttert. Ich sehe keinen Grund, den Beweis, auf dem die fundamentalen Prinzipien und das Glaubensruhen in Frage zu stellen." Und dann sagt er: "Die Beweise für das Kommen Christi verdicken sich ständig. Die politischen Wolken am östlichen Horizont deuten für mich auf die Nahankunft des Krieges des Herrn Gott, dem Allmächtigen." Und er sagt am Ende: "Wir mögen die genaue Zeit nicht wissen, aber ich flehe euch alle an, euch auf die heraufziehende Krise vorzubereiten."
[51:05] James White, Joseph Bates bringt dann noch mal ein neues Traktat raus, wo er seine Ansicht von den vier Engeln korrigiert und sagt, ich habe früher geglaubt, es sind Österreich, ach Quatsch, Österreich, die USA, Russland, Frankreich und Großbritannien und sagt, jetzt bin ich überzeugt, es sind vier buchstäbliche Engel.
[51:24] Ellen Whites Vision hat ihren Auftrag erfüllt. Noch einmal bricht die Revolution aus. Im Mai, im berühmten Dresdner Maiaufstand, noch einmal Straßenkämpfe in Deutschland, die Polizei und das Militär geht mit Härte gegen die vor. Einer der Führer war der russische Anarchist Bakunin, der alle Gesellschaftsordnung zerstören wollte.
[51:46] Die Geschichte haben wir wahrscheinlich doch ganz kurz Zeit. Ganz interessante Geschichte aus dem Jahre 1849. Ein nicht-adventistischer Missionar auf Haiti studiert die Bibel, findet den Sabbat, kämpft lange mit sich, findet dann durch Bibelstudien heraus, der Sabbat ist der wahre Tag, findet dann durch Bibelstudien heraus, der Sonntag kommt der Bibel gar nicht vor als Ruhetag, wird daraufhin abgerufen von seiner Kirche und nicht nur seiner Missionstätigkeit entzogen, sondern aus der Kirche ausgeschlossen mit Schimpf und Schande. Und so mehren sich die Menschen, die sich für den Sabbat interessieren. Das Thema Sabbat wird wichtig.
[52:28] Das deutsche Parlament, das sich ja gerade erst gebildet hatte, muss umziehen von Frankfurt nach Stuttgart und wird kurze Zeit später hier in Stuttgart mit Militärgewalt auseinandergetrieben. Die deutsche Revolution ist am Ende. Die Winde werden zurückgehalten. Und wieder einmal hatte diese kleine Gruppe Recht. Und die Erste-Tags-Adventisten hatten kein Recht mit ihren Vorhersagen.
[53:03] Und damit sind wir am Ende unserer heutigen Folge angelangt. James White und Ellen White haben dann sich überlegt, wo werden wir den Sommer verbringen? Hier in Rocky Hill, wo sie hingerufen worden sind. Da war es sehr angemessen. Und sie haben gedacht, wir bleiben hier, weil Ellen White war mittlerweile im achten Monat schwanger und jetzt weiter zu reisen, hätte keinen Sinn gemacht.
[53:25] Und auf dem Gewissen von James White war immer noch diese Sache, wir müssen doch eigentlich was veröffentlichen. Noch immer hat er nichts veröffentlicht gehabt. Ellen White hat ihm schon vor einem halben Jahr gesagt: "Gott hat einen Auftrag an dich, du musst etwas veröffentlichen." Und so überlegte er sich, was soll ich machen? Ich habe kein Geld, ich habe keine Mittel. Und hier in Rocky Hill kommt ihm der Gedanke, vielleicht soll ich ein bisschen arbeiten, um Geld zu verdienen, um dann vielleicht ein Buch herauszubringen.
[53:49] Und naja, Gott hat andere Pläne gehabt. Er hat nochmal ein paar Konferenzen besucht. Aber wie diese Pläne von Gott ausgesehen haben und wie dann unsere Gemeinde ihre erste, ihre erste Publikation, ihre erste offizielle Gemeindezeitschrift bekommen hat, das sehen wir nächste Woche, dann heißt es "The Present Truth". Und wenn wir sehen, wie Gott es geführt hat, wie wir zu unserer ersten Zeitschrift gekommen sind. Bis jetzt können wir sagen, wir haben nichts zu befürchten für die Zukunft. Es sei denn, wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat.
[54:22] Jetzt haben wir eine kurze Pause und dann sehen wir uns gleich zum Offenbarungsseminar wieder. Gottes Segen. Amen.
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