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In dieser Folge von „Die Zeit des Endes“ tauchen wir tief in das Jahr 1848 ein und beleuchten die Entwicklung der Sabbat-Adventisten. Wir erfahren, wie die revolutionären Ereignisse in Europa die Gläubigen beeinflussten und wie sie begannen, die biblische Prophetie und insbesondere die Bedeutung des Siegels Gottes zu verstehen. Die Serie zeigt die entscheidenden Konferenzen, die theologischen Durchbrüche und die persönlichen Opfer, die für die Festigung des Glaubensgrundes geleistet wurden.


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Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zu unserer Serie "Die Zeit des Endes". Schön, dass ihr wieder dabei seid auf www.joelmedia.tv.de zu unserer 55. Folge. Heute mit dem spannenden Titel "Das Siegel Gottes". Wir wollen heute das Jahr 1848 uns betrachten, den zweiten Teil. Und bevor wir beginnen, wollen wir wie jedes Mal ein Gebet sprechen. Ich lade euch dazu herzlich ein, mit mir zu beten.

[0:33] Lieber Vater im Himmel, wir danken dir von ganzem Herzen, dass wir die Gelegenheit haben, zurückzuschauen in die Geschichte, um zu lernen von Männern und Frauen, die uns vorangegangen sind, um zu lernen, wie die Botschaft dieser letzten Zeit entstanden ist, wie sie entdeckt worden ist und wie deine Endzeitgemeinde Stück für Stück die Wahrheit erkannt hat. Wir möchten dich bitten, dass wir daraus die Lektionen lernen, die ganz besonders wichtig sind für uns in unserer jetzigen Zeit. Bitte halte du alle Störende fern und schenke du uns einen aufmerksamen Verstand, damit wir das lernen, was du uns heute zu sagen hast. Im Namen Jesu, Amen.

[1:12] Letztes Mal haben wir gesehen, dass das Jahr 1848 ein Jahr der Revolutionen war. Überall in Europa, in Baden, in Preußen, in Frankreich, in Italien, überall brachen Revolutionen aus und der ganze Kontinent Europa war erschüttert. Und viele der adventistischen Gruppen in den ersten Tage adventistischen Kreisen haben geglaubt, jetzt kommt Jesus wieder, das ist das Zeichen des Endes, auf das man so lange gewartet hat. Und in der Tat, diese Revolutionen waren Erfüllung biblischer Prophetie. In Offenbarung 11 Vers 18 heißt es: "Und die Heidenvölker sind zornig geworden. Und ein Zorn ist gekommen und die Zeit, dass die Toten gerichtet werden." Dieser Zorn zeigte sich deutlich in all den Barrikadenkämpfen und etliche Regierungen fürchteten um ihren Fortbestand.

[2:00] Doch die Bibel macht deutlich, dass dieser Zorn der Heidenvölker nicht das Ende bereits ist, sondern dass da etwas noch kommen sollte. In Offenbarung 7 und dort Vers 1 und 2 heißt es: "Und danach sah ich vier Engel an den vier Enden der Erde stehen. Die hielten die vier Winde der Erde fest, damit kein Wind wehe über die Erde, noch über das Meer, noch über irgendeinen Baum. Und ich sah einen anderen Engel, der von Sonnenaufgang herauf stieg, der hatte das Siegel des lebendigen Gottes." Etwas muss noch geschehen. In Vers 2 und 3 heißt es dann: "Und er rief mit lauter Stimme den vier Engeln zu, denen es gegeben war, der Erde und dem Meer Schaden zuzufügen. Und er sprach: Schädigt die Erde nicht, noch das Meer, noch die Bäume, bis wir die Knechte unseres Gottes an ihren Stirnen versiegelt haben." Bevor das Ende kommt, muss dieses Siegel Gottes an die Stirn eines jeden gläubigen Menschen gebracht werden. Und dieses Siegel Gottes war bis dato noch nicht verstanden worden. Man hatte bereits in den Jahren zuvor in adventistischen Kreisen öfter mal von dem Siegel gesprochen, aber noch keiner hatte wirklich eine gründliche biblische Auslegung dazu fabriziert.

[3:15] Nun, im Juli 1848, da schreibt James White an seinen Freund Stockbridge Howland einen Brief. Und es geht über verschiedene Dinge, unter anderem auch über die Frage, wie man den Sabbat halten soll. Die Tatsache, dass der Sabbat der richtige Tag zur Anbetung sei, hatte sich jetzt durchgesetzt in dieser Gruppe um James White und Joseph Beetz. Aber die Frage war, wann ist der Sabbat eigentlich? Und wie wir schon gesehen haben, gab es verschiedene Optionen. Manche haben gesagt, von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang. Andere haben gesagt, von Sonnenaufgang bis Sonnenaufgang. Und Joseph Beetz als der Pionier, der Apostel des Sabbats, hatte sich dafür entschieden, von 18 Uhr bis 18 Uhr das zu feiern, den Sabbat. Und James White berichtet davon, wie man das jetzt quasi allgemein anerkannt hat.

[4:03] In diesem Zusammenhang gab es ein Ereignis, das zu den seltsamsten und merkwürdigsten in der frühen Adventgeschichte zählt. Bei einem Treffen, bei einer Versammlung, hat ein anderer Bruder, der Bruder Chamberlain, in einer unbekannten Zunge gesprochen. Und das wurde dann ausgelegt. Und er hat während des Sprechens mit Kreide eine Uhr auf den Boden gemalt und dann die Eintragung 3, 6, 9 und 12 vorgenommen. Und das wurde so, weil man sich besser verstanden hat, als Beweis genommen, dass wohl offensichtlich hier der Sabbat von 18 Uhr an jeden Tag, also jede Woche zu halten sei, ganz gleich, wann die Sonne untergeht oder auch nicht.

[4:45] Interessanterweise erwähnt er auch in seinem Brief, dass die Vorwürfe, die der Beetz in seinem Buch von Anfang 1848 gegen Turner und Weston gemacht hat, sich tatsächlich zu bestätigen scheinen. Zumindest Weston ist von seiner eigenen Gemeinde überführt worden, tatsächlich das Vergehen begangen zu haben. Den Betrug, den Beetz ihm in dem Buch vorgeworfen hat. Und auch Turner hat sich noch nicht weiter geäußert. Ist ganz still, nachdem Beetz nicht von seiner Position abgerückt ist.

[5:22] Er schreibt dann weiter in seinem Brief, was er zu der Zeit tut. Er sagt: "Ich mähe fünf Tage für Ungläubige und sonntags für Gläubige und ruhe am siebten Tag. Deswegen habe ich nur wenig Zeit zum Schreiben." Also James White war sehr beschäftigt, damit ein ganz klein wenig Geld zu verdienen, um überhaupt leben zu können mit seiner Frau. "Meine Gesundheit ist gut, Gott gibt mir Kraft, den ganzen Tag schwer zu arbeiten. Ich hoffe, einige Dollar hier für die Sache Gottes zu verdienen." Also das, was verdient worden ist, sollte gleich wieder hineingesteckt werden in die Verbreitung des Evangeliums.

[5:57] Nun, also wie gesagt, das war der Brief, den er geschrieben hat. Er hat versucht, mit dem Arbeiten auf dem Feld das notwendige Geld zusammenzubekommen. Und er schreibt, es geht ihm ganz gut, aber Ellen White gibt uns gleichzeitig einen Hinweis darauf, dass es ihm gar nicht so gut ging, wie er hier in diesem Brief schreibt. Sie sagt nämlich an anderer Stelle: "Mein Mann litt unter Verdauungsstörung. Seine Ernährung war sehr spärlich, aber es ergab sich die Möglichkeit, auf dem Feld Gras zu mähen. Es schien, dass wir aus Glauben leben müssten. Wenn wir morgens erwachten, beugten wir uns neben dem Bett und baten Gott, uns Kraft für die Arbeit des Tages zu geben. Wir waren nicht zufrieden, bevor wir nicht die Zusicherung hatten, dass der Herr unser Gebet erhört hat." Ich weiß nicht, ob ihr es schon mal so erlebt habt, dass ihr so fertig wart und nicht wusstet, ob ihr den Tag überstehen würdet und jeden Tag am frühen Morgen Gott gebetet habt: "Herr, hilf mir, gib mir Kraft für den heutigen Tag." Mir ist es schon so gegangen und ich denke, wir alle können uns damit identifizieren.

[6:59] Dann sagt sie: "Er ging zu seiner Arbeit, nicht in seiner Kraft, aber in der Kraft des Herrn, um die Sichel zu schwingen. Wenn er abends nach Hause kam, baten wir Gott erneut um Kraft, um Mittel verdienen zu können, um seine Wahrheit zu verbreiten. Wir sind oft sehr gesegnet worden." In diesem Sommer hat James White etwa 40 Dollar verdient. Das war eine ganze Menge für die damalige Zeit und das hat ihn natürlich, war sehr nötig, haben sie sehr dringend gebraucht.

[7:26] 7. August, Joseph Bates schreibt einen Brief an den befreundeten Bruder Hastings und da geht es um einige Pläne, wann die nächste Generalkonferenz, also die nächste allgemeine Konferenz stattfinden soll, nachdem ja die erste so ein großer Erfolg gewesen ist und er schlägt vor, vielleicht im Westen von New York diesmal eine zu haben. Aber warum der Brief so wichtig ist für die Adventgeschichte, ist ein bestimmter Absatz in diesem Brief, wo Joseph Bates, dieser Vorreiter der adventistischen Theologie, der Pionier des Sabbats, als allererster, zumindest in schriftlicher Form, etwas zum Siegel Gottes sagt und zwar auf den Punkt. Er sagt hier: "Was ist das Siegel des lebendigen Gottes?" und dann antwortet er im typischen Joseph Bates Stil, kurz und knapp und zackig: "Der Sabbat." Das erste Mal am 7. August 1848, dass hier in unserer Literatur, in unseren Zeugnissen der Sabbat als das Siegel Gottes bezeichnet worden ist. Gott sagt: "Er ist ein Bund, er ist ein Zeichen zwischen mir und den Kindern Israels für immer. So werden die Heiligen unter diesem Bund und Zeichen dem heiligen Sabbat versiegelt werden. Sie können nicht versiegelt werden, bis sie in diesem Bund, Punkt, vereinigt worden sind." Und so wirft jetzt Bates diese Idee hier heraus und schon bald beginnen die Sabbat-Adventisten das noch etwas genauer zu studieren und diskutieren und genauer zu versuchen zu verstehen, was verbirgt sich hier hinter dem Siegel und wie ist die biblische Verbindung zwischen dem Sabbat und dem Siegel Gottes.

[9:02] Dann im August soll letztendlich eine weitere Konferenz stattfinden, so wie das angekündigt worden ist und James und Ellen White reisen über New York Richtung Oswego nach Wolny, so heißt der Ort, der kleine Ort dort. Und dort ist eine neue Konferenz anberaumt. Am 4. August haben sie dort in New York Bates und Chamberlain getroffen, sind dann gemeinsam gereist. Sie haben den kleinen Henry zurückgelassen, dort in Connecticut, wo sie gewohnt haben. Und die Clarissa Bonfoy, eine junge Glaubensschwester, hat sich um den kleinen Henry gekümmert und sie waren frei jetzt diese Konferenz hier zu besuchen und zwar in dieser Scheune hier. Die gehört David Arnold und etwa 35 verschiedene Sabbat-Adventisten kommen hier zusammen oder Adventisten, die zumindest an die geschlossene Tür glauben, das heißt diesem Kreis und James White und Joseph Bates sich da zugänglich fühlen und man will gemeinsam die Wahrheit genauer studieren und zusammenkommen.

[10:24] Diese Konferenzen, diese Sabbat-Konferenzen waren ja dazu da, all die versprengten Gläubigen, die noch festgehalten haben an 1844, zusammenzubringen auf die gegenwärtige Wahrheit des Sabbats. Vom 18. bis 20. August 1848 war diese zweite Sabbat-Konferenz und Hiram Edson war derjenige, der dazu eingeladen hatte. Wir lesen später: "Etwa 35 waren anwesend. Alle, die in diesem Bundesstaat, also in New York, ausfindig gemacht werden konnten. Es gab kaum zwei, die übereinstimmten. Jeder hatte Eifer für seine Ansichten und erklärte sie entsprechend der Bibel." Also viele verschiedene Theorien prallen aufeinander. Alle waren auf einer Gelegenheit bedacht, ihre Vorstellungen vorzutragen oder zu uns zu predigen. Also jeder wollte so seine persönliche Meinung sagen und hat sich gefreut, dass James White und Joseph Bates da sind, um mal zuzuhören. Aber es heißt hier: "Ihnen wurde gesagt, wir seien nicht eine so große Strecke gereist, um sie zu hören, sondern wir waren gekommen, um ihnen die Wahrheit zu lehren." Und damit war es gut dann. Die verschiedenen Gläubigen sollten erst mal ein bisschen zuhören, statt jeder so seine eigene Meinung herauszuposagen.

[11:38] Und dann heißt es hier: "Bruder Arnold glaubte, dass die 1000 Jahre aus Offenbarung 20 bereits der Vergangenheit angehörten. Das war der Eingehörige, also dem, was da gehörte. Und dass die 144.000 sich auf jede bezogen, die bei der Auferstehung Christi mit auferweckt wurden." Und als wir das Emblem unseres sterbenden Herrn vor uns hatten und seiner Leiden gedenken wollten, also auf deutsch Abendmahl feiern wollten, stand Bruder A. auf und sagte, er habe keinen Glauben an das, was wir jetzt tun würden. Das Sakrament sei eine Weiterführung des Passa und sollte nur einmal im Jahr durchgeführt werden. Das muss man sich mal praktisch vorstellen. Da haben wir also diese kleine Gruppe, wollen gerade Abendmahl feiern und bevor es richtig losgeht, steht einer auf und sagt: "Das ist Unsinn, das können wir jetzt hier nicht machen, das wird nur einmal im Jahr gefeiert." Also bekommt man so ein Gefühl, wie sehr die auch mit einer Gerungen haben um bestimmte Fragen und wie offen deutlich sie auch ihre Unterschiede ausgesprochen haben.

[12:27] Die prägenden Persönlichkeiten auf dieser zweiten Sabbat-Konferenz waren Joseph Beetz, der wie immer sein Sabbat-Thema an vorderster Front gehabt hat, dann James White, der sich auf Matthäus 25, das Gleichnis von den zehn Jungfrauen und die Erfahrung der Adventgläubigen im Jahre 1844, als er sich darauf konzentriert hat, die geschlossene Tür, das heißt Jesus hat etwas getan 1844 im Oktober, hat sich die Prophezeiung damals erfüllt, die Tür ist geschlossen worden und Ellen White hat in diesem Zusammenhang auch zwei Visionen über bestimmte Irrtümer, die dort von einigen geglaubt worden sind.

[13:10] Hier haben wir diese Vision auf der zweiten Sabbat-Konferenz: "Mein begleitender Engel präsentierte mir einige der Irrtümer der Anwesenden und auch die Wahrheit im Kontrast zu den Irrtümern, dass jene uneinigen Ansichten, die sie als biblisch bezeichneten, lediglich ihrer Meinung über die Bibel entsprachen und dass ihre Irrtümer aufgegeben werden müssten und alle sich auf der dritten Engelsbotschaft vereinen sollten." Also Ellen White mit ihrer Vision oder mit ihren Visionen zeigt deutlich: Die dritte Engelsbotschaft, das ist die Plattform, auf der die Gläubigen in der Zeit des Endes jetzt stehen müssen.

[13:43] Und das Schlussresümee ist dann einfach und überzeugend: "Unser Treffen endete siegreich, Wahrheit behielt den Sieg. Auch die zweite Konferenz ist ein voller Erfolg, die Gläubigen legen ihre unterschiedlichen Meinungen beiseite und vereinigen sich auf der gegenwärtigen Wahrheit."

[14:06] Am 19. August macht dann die Nachricht, dass in Kalifornien Gold gefunden worden ist, auch an der Ostküste Furore. Der New York Herald berichtet davon und der Goldrausch nimmt jetzt so richtig gewaltige Züge an.

[14:22] 26. August, also nur wenige Tage später nach der zweiten Konferenz, findet hier schon in der Nähe, in Port Gibson, das ist der Ort, wo Hiram Edson wohnt, die dritte Sabbat-Konferenz statt. In der Zwischenzeit hatte man sich hier, da wo es grün ist, in dem Dorf Hannibal getroffen, dort gab es zehn Gläubige ungefähr, im Wesentlichen eine Familie namens Snow und dort hatte man sich getroffen und Ellen White hatte dort in Hannibal auch eine Vision gehabt und da wollen wir ganz kurz reinschauen.

[15:04] Das heißt hier: "Am Morgen hatte Ellen eine Vision und während sie in der Vision war, kamen die Geschwister herein." Also in anderen Worten, da kommen die zusammen und kommen in den Raum hinein und während sie hineinkommen, heißt es so: "Naja, die Ellen, die hat schon eine Vision und während sie in der Vision war, kamen die Geschwister herein. Ellen stand auf, nahm die große Bibel, hielt sie empor, redete aus ihr und trug sie dann zu jenem einfachen Bruder, der den Sabbat noch nicht angenommen hatte und legte sie in seine Arme. Er nahm sie, während Tränen über sein Gesicht liefen. Dann kam Ellen und setzte sich neben mich. Sie war anderthalb Stunden in der Vision, in dieser Zeit atmete sie überhaupt nicht. Es war eine berührende Zeit, alle weinten ausgiebig vor Freude." Also ein Grund, warum Gott Ellen White immer halt auch mitreisen lassen war natürlich, damit die verschiedenen Gläubigen an den verschiedenen Orten und in den Dörfern auch sehen tatsächlich, dass diese Berichte von der Prophetin Ellen White der Wahrheit entsprechen, dass dort wirklich auch die körperlichen Zeichen eines Propheten zu sehen sind und das war natürlich eine unglaublich bewegende Zeit und hat dazu geführt, dass einzelne Gläubige wie hier den Sabbat angenommen haben.

[16:18] Und am 26. August schreibt dann James White einen Brief an die Familie Hastings und erklärt, wie wunderbar diese zweite Konferenz gewesen ist und sagt auch, dass der ehemalige Mitstreiter Crozier mittlerweile den Sabbat ganz aufgegeben hat und auf die Wiederkunft im Jahre 1877 wartet. Ansonsten war die Konferenz natürlich ein großer Erfolg dort in Wolny.

[16:45] Und dann wie gesagt am 27., nicht am 26., am 27. und 28. August eine dritte Konferenz in dieser Scheune hier auf der Farm von Hiram Edson. Hier haben wir noch ein Bild. Diese Stätten werden heute von einer Ministry unterhalten, Adventist Heritage. Und naja, auch hier gibt es unterschiedliche Meinungen und verschiedene Streitpunkte, aber auch hier gibt es eine Vision über die Notwendigkeit der Einheit.

[17:13] Im Nachhinein heißt es hier: "Anwesend waren jene, die die Wahrheit liebten und solche, die Irrtum anhören und schätzen und die der Wahrheit entgegenstanden. Aber der Herr wirkte für uns in Macht. Bevor das Treffen zu Ende gegangen war, mir wurde erneut in einer Vision gezeigt, wie wichtig es ist, dass die Geschwister im Westen New Yorks alle Differenzen beiseite legen und sich auf der biblischen Wahrheit vereinen."

[17:34] Diese Sabbat-Konferenzen haben das Ziel, die bereits gefundenen Wahrheiten vom Sabbat und von 1844, von der geschlossenen Tür, vom Gang Jesu ins Allerheiligste, vom Geist der Weissagung, diese Wahrheiten zusammenzubringen und alle, die vielleicht an einem festhalten und am anderen noch nicht, alle auf diese gemeinsame Plattform zu festigen. Wie gesagt, auch hier gab es diese Vision.

[18:06] Und dann, ziemlich bald im Anschluss daran, nur wenige Tage später, Anfang September, 8. und 9. September, eine vierte Konferenz hier erneut in Rocky Hill, wo schon die erste stattgefunden hatte im Frühjahr, in Connecticut und wiederum im Heim von Albert Belden. Also das, was man jetzt mittlerweile im Westen erlebt hat und weiter studiert hat, wird jetzt auch wieder in den Osten getragen. Und so gibt es eine gute Verbindung von den verschiedenen versprengten Gruppen, die es zu dieser Zeit gibt. Es sind ja zu jedem Zeitpunkt noch nicht einmal 100 Gläubige, die zu dieser gesamten Gruppe zählen.

[18:43] Und James White beschreibt dann den Gesamtablauf dieser Reise in den Westen folgendermaßen: "Unser Besuch in New York war die gesamte Zeit von der Güte und Kraft Gottes begleitet. Auf unserer Rückkehr bemerkten wir untereinander, dass der Zustand der Sache in New York doppelt so gut ist, wie wir es erwartet hatten. Und dass während unseres Besuches, hätte es heißen müssen, dreimal so viel erreicht worden war, als wir erwartet hatten. Preis den Herren! Wir kamen mit leichtem Herz nach Hause. Allens Gesundheit während der Reise war weitaus besser als in den letzten Jahren. Es war eine triumphale Sache, diese zweite, dritte Konferenz." Und das muss man sich mal vorstellen. Sie hatten gar nicht so gut, gar nicht so viel erwartet. Und tatsächlich sind so gut wie alle Gläubigen zusammengekommen. Und James White und Ellen White sehen plötzlich nach den Jahren der Zersprengung und Zerstreuung im Jahr '45 und '46 und '47, die plötzlich endlich wieder Gläubige zusammenkommen, wie wieder eine spürbare Einheit entsteht. Wenn auch noch schwach, weil es eine sehr kleine Gruppe ist. Aber diese Bande, die hier entstehen, sind sehr wichtig. Auf diesem Fundament wird die Adventgemeinde entstehen.

[19:50] Vierte Sabbat-Konferenz, wie gesagt, hier erneut in Rocky Hill im Heim von Albert Belden am 8. und 9. September 1848. Also jetzt, ähnlich wie damals in der Miller-Bewegung, nehmen diese Konferenzen plötzlich eine ziemliche Fahrt an. Und sie sind ein absolutes Fundament für unsere Theologie.

[20:10] Am 14. September schreibt Miller einen Brief an Joshua Himes. Und dort drin heißt es: "Erlaube mir, dir ein paar Worte zu schreiben, obwohl du sie vielleicht nicht lesen können wirst." Wir haben ja gesehen letztes Mal, dass Miller mittlerweile sehr, sehr eingeschränkt war in seiner Sicht. "Es wäre tatsächlich eine traurige und melancholische Zeit für mich, gäbe es nicht die glückselige Hoffnung, Jesus bald zu sehen. In diesem Punkt, so schmeichel ich mir, kann ich nicht daneben liegen. Und obwohl meine natürliche Sicht finster ist, erleuchtet doch mein inneres Auge mit dem hellen und herrlichen Ausblick der Zukunft." Also Miller hat diese weiterführenden Entwicklungen der Sabbat-Adventisten nie wirklich angenommen. Er war schon alt, er war schwach, er stand letztendlich unter dem Einfluss von Himes und anderen. Aber an dieser Grundwahrheit der Wiederkunft Jesu hat er nie aufgegeben. Das hat er immer festgehalten, trotz aller Schwierigkeiten, in der er sich zuletzt dann auch befand.

[21:15] Und naja, in Frankfurt, wo das deutsche Parlament tagt, das erste deutsche demokratisch gewählte Parlament, brechen die Septemberunruhen aus. Einige der Revolutionäre sind nicht zufrieden mit der Arbeit des Parlaments, es ist ihnen noch zu konservativ. Und ein Parlamentarier wird sogar hier erschossen. Und man ist unzufrieden, auch über die Kriegsführung gegen Dänemark. Und erneut brechen also revolutionäre Momente aus, hier jetzt in Frankfurt am Main. Und aus Sicht von Amerika sieht es wirklich so aus, als ob dieser Kontinent Europa nicht zur Ruhe kommen kann.

[21:55] Interessante Ausgabe des Advent Harbinger am 30. September 1848 von den ersten Tage-Adventisten. Hier melden sich zwei ehemalige Sabbat-Adventisten zu Wort. Oder was heißt ehemalig? Der Cook ist ja bis zu dem Zeitpunkt immer noch der letzte verbleibende Sabbat-Adventist gewesen, der sich nicht mit Bates und White identifiziert hat, weil er nicht mehr an 1844 geglaubt hat. War bis dahin immer noch den Sabbat gehalten und unverteidigt. Aber am 30. September schreibt er dann als der letzte dieser Gruppe, dass der Sabbat eine Frage der persönlichen Freiheit sei. Also noch hält er den Sabbat, aber er wendet sich jetzt dagegen, den Sabbat so sehr zu predigen. Das wäre eine Sache, die jeder mit sich selbst ausmachen muss.

[22:45] Und auch Crozier, der ja 1845 und 1846 diese Lehre vom himmlischen Heiligtum entdeckt hat und gemeinsam mit Edson und Haren studiert hat und vielleicht wie kein anderer sie präzise formulieren konnte, Ellen White hatte ja 1846, Verzeihung, 1847 in einer Vision gesehen, dass seine Ausarbeitung die richtige ist. Und die Antwort ist auf die Frage, was ist 1844 passiert? Er schreibt jetzt hier in derselben Ausgabe, er habe sich von der geschlossenen Tür, das heißt von 1844 getrennt. Dieser Glaube, dass 1844 wahr war und eine Erfüllung der Prophezeiung, das sei falsch gewesen.

[23:28] Und das war natürlich eine bittere Erkenntnis für James White und Joseph Bates zu sehen, dass hier ein ehemaliger Mitstreiter sich öffentlich so gegen den gemeinsamen Glauben gewandt hat. Es ist interessant zu sehen, dass schon damals am Anfang der Bewegung solche Fälle immer wieder gab. Leute, die die Wahrheit erkannt haben und formuliert haben in einer Art und Weise, wie sie selbst Ellen White nicht formulieren konnte. Und sich dann doch nach kurzer Zeit vom Glauben wieder getrennt haben.

[23:57] Am 2. Oktober schreibt James White einen Brief an die Hastings und sagt, dass diese Reise so gut gewesen ist, dass mehr erreicht worden ist, als man erwartet hat. Und er lädt zur nächsten Konferenz ein. Und er sagt, da wollen wir noch weiter studieren, wir wollen uns noch bestimmte Fragen Gedanken machen und sei doch mit dabei. Ellen White sagt, er ist übrigens nach wie vor eine erstaunlich gute Verfassung und das ist ja nicht gerade etwas, was häufig ist in ihrer Biografie.

[24:33] Am 6. Oktober bricht in Wien die Revolution aus. Der Wiener Oktoberaufstand so heftig. Hier wird der Kriegsminister an den Pfahl gehängt, an die Straßenlaterne. Der Kaiser selbst flieht aus Wien. Währenddessen kämpft man weiter in Berlin. Die Berliner Bürgerwehr schießt auf Aufständische, selbst jugendliche Kinder stehen auf die Barrikaden und kämpfen gegen Soldaten. Europa scheint in Chaos zu versinken. Die allerletzten Tage der Weltgeschichte scheinen tatsächlich angebrochen zu sein.

[25:08] Und jener Zeit hat Ellen White auch erste Hinweise von Gott bekommen in Visionen über das Thema Tabak. Joseph Bates war auch sehr deutlich und hat darüber gepredigt und Ellen White hat Visionen bekommen über die schädliche Wirkung dieser Substanz.

[25:27] Am 20. bis 22. Oktober findet dann die 5. Sabbat-Konferenz statt hier in Topsham, dort wo Ellen und James noch ein paar Monate gelebt haben. Dort hier in diesem kleinen Ort und in diesem Haus, dem Haus von Stockbridge Hauland und seiner Frau. Und ich werde nicht müde zu betonen, dieses Haus stand ja damals auf dieser anderen Straßenseite. Dort ist es gewesen. Dort ist diese 5. Sabbat-Konferenz zu Gange gewesen vom 20. bis 22. Oktober. Und hier hat man jetzt noch vermehrt das Thema des Siegel Gottes studiert. Diese Idee, die Beetz schon formuliert hat, dass das Siegel Gottes der Sabbat ist. Und da man in vielen anderen Fragen bereits große Einigkeit hat, fragt man sich, wie man jetzt diese Wahrheiten, die man in den letzten Monaten und Jahren studiert hat und gerade auf diesen Sabbat-Konferenzen eine größere Gruppe auch präsentiert hat und gefestigt hat, wie man diese Wahrheiten jetzt noch weiter veröffentlichen kann. Und man entschließt sich am 22. Oktober dafür speziell zu beten. Das ist natürlich ein besonderes Datum, denn vor genau vier Jahren war die große Enttäuschung gewesen. Vier Jahre ist es jetzt schon her, dass sie geglaubt haben, Jesus kommt wieder. Und so beten sie an diesem Tag ganz besonders, aber sie haben nicht so wirklich ein Ergebnis. Sie wissen nicht genau, wie sie weitermachen sollen. Und so ist diese Frage noch unbeantwortet.

[26:59] Die Hauptsprecher insgesamt der ganzen Konferenzen, wenn wir das zusammenfassen bis dahin, waren wie gesagt Joseph Beetz über den Sabbat, James White wie gesagt über die Prophetie. Das war sein Thema, Matthäus 25, die geschlossene Tür. Hiram Edson mittlerweile als derjenige, der jetzt der Pionier des Heiligtums war. Crozier stand nicht mehr zur Verfügung, hatte die Gruppe verlassen. Aber Hiram Edson, der damals schon am 23. Oktober 1844 Jesus im Allerheiligsten gesehen hat, so vor dem inneren Auge, der übernimmt jetzt quasi diesen Part von Crozier und predigt das Heiligtum. Und auch H.S. Gurney, das war mal nicht so bekannt, guter Freund von Joseph Beetz, ist eine der Hauptpersonen in dieser jetzt entstehenden Gemeinde.

[27:46] Also 1848 haben wir tatsächlich einen nächsten Schritt. 1845 sind die ersten dieser Ideen formuliert worden. Der Sabbat ist formuliert worden, der Geist der Weissagung ist in Erscheinung getreten. Die Idee vom Heiligtum ist formuliert worden. 1846 sind diese Dinge dann stärker studiert und bekräftigt worden. Der Sabbat ist klar erkannt worden, etliche Leiter wie Ellen White und James White haben ihn angenommen. Das Heiligtum ist bestätigt worden durch Visionen von Ellen White. Und 1847 sind diese Wahrheiten mehr und mehr verknüpft worden miteinander. Die einzelnen Leiter wie Bates und White haben enger zusammengearbeitet und dann 1848 sind diese gefundenen Wahrheiten einer größeren Gruppe präsentiert worden. Und so ist Schritt für Schritt diese Gemeinde Jahr für Jahr gewachsen.

[28:45] Während die Sabbat-Adventisten hier in Topsham ihr theologisches Fundament gießen und studieren, geht Cook im Advent Harbinger am 21. Oktober sogar noch einen Schritt weiter. Er sagt, der Sabbat ist im Neuen Testament eine freie Sache und eine gesetzliche Exklusivität, so sagt er, verbietet sich. Und es ist natürlich ein ziemlich direkter Angriff, auch auf Bates, der sehr deutlich das Gesetz Gottes predigt und sagt, wenn du den Sabbat nicht hältst, dann kannst du am Ende nicht gerettet werden, weil jetzt ist die Zeit, wo der Sabbat besonders gepredigt werden soll.

[29:20] Diese Zeit in Topsham ist vielleicht auch deswegen so besonders, weil damit eine der wahrscheinlich herzzerreißendsten und wirklich schwierigsten Kapitel der Adventgeschichte verbunden sind. Ellen White muss eine Entscheidung fällen als junge Mutter, die einen wirklich zu schaffen machen kann. Sie sagt: "Erneut wurde ich gerufen, mich selbst zu verleugnen für das Wohl anderer. Wir mussten die Gesellschaft unseres kleinen Henry opfern, um uns ganz ungehindert dem Werk hingeben zu können." Der kleine Henry war 14 Monate alt, ein Jahr und zwei Monate und jeder, der ein Kind in gleichem Alter gehabt hat oder gesehen hat, weiß, das ist so süß, klein. Und es scheint so zu sein, hat sie gesagt: "Gott hat mich gerufen, dass ich ihn hier in Topsham zurücklassen soll. Meine Gesundheit war schlecht und er hätte notwendigerweise viel Zeit in Anspruch genommen. Es war eine schwere Prüfung, aber ich wagte es nicht, mein Kind im Weg unserer Pflicht stehen zu lassen. Ich glaubte, der Herr hatte ihn bewahrt, als er so krank war und dass, wenn er mich hindern würde, meine Pflicht zu tun, Gott ihn von mir nehmen würde. Alleine vor dem Herrn mit schmerzhaftesten Gefühlen und vielen Tränen machte ich das Opfer und gab mein einziges Kind in die mütterliche Fürsorge einer anderen." Ich glaube, das kann man fast gar nicht nachvollziehen, wie es ihr gegangen sein muss, wie sie mit vielen Tränen und mit den schmerzhaftesten Gefühlen ihren 14 Monate alten Sohn einer anderen Frau zur Fürsorge übergibt. Das heißt, wir ließen ihn Bruder Haul ins Familie zurück, in die wir äußerstes Vertrauen hatten. Sie waren bereit, Bürden hätte es sein müssen, Bürden zu tragen, um uns so frei wie möglich für die Arbeit im Werk Gottes zu lassen. Wir wussten, dass sie sich besser um Henry kümmern konnten, als wir auf der Reise. Und es war zu seinem Besten, wenn er ein beständiges Heim und gute Disziplin haben würde, damit sein sanftes Temperament keinen Schaden nimmt."

[31:30] Also Prophet oder Prophetin zu sein, ist keine angenehme Sache. Jeder, der vielleicht mal die Idee hat, ich würde gern Prophet sein, der lese das. Sie war als Prophetin gerufen worden für das Volk Gottes und deswegen musste sie dort sein, wo das Volk Gottes war, in den einzelnen versprengten Orten und Dörfern. Und das bedeutete in diesem extremen Fall sogar, dass sie eher ihr Kind zurücklassen sollte.

[32:02] Es war so schwer, von meinem Kind zu verabschieden. Sein kleines, trauriges Gesicht, als ich ihn verließ, stand mir Tag und Nacht vor Augen. Ich glaube, das kann jeder gut nachvollziehen. Aber der Kraft des Herrn verdrängte ich ihn aus meinen Gedanken und bemühte mich, anderen Gutes zu tun. Man spürt fast so ein bisschen diese Tränen zwischen den Zeilen. Aber Gott hat ihr Kraft gegeben und so sind sie aus Topsham dann wieder abgereist und haben kleinen Henry zurückgelassen.

[32:46] Derweil gehen die Revolutionen in Europa weiter. In Preußen wird die Nationalversammlung aufgelöst durch das Militär und es zeigt sich jetzt, dass diese Revolutionen so langsam am schwinden sind und dass sie mit militärischer Gewalt gebrochen werden können.

[33:01] Man reist weiter, diesmal jetzt nach Dorchester, in das Heim von Otis Nichols, in der Nähe von Boston. Dort soll eine weitere Konferenz stattfinden, die fünfte in diesem Halbjahr, die sechste im Jahr. Diese Konferenz ist interessant. Am 17. und 18. November fand sie statt, die letzte große Sabbat-Konferenz des Jahres 1848. Es gab weniger Teilnehmer als in den Konferenzen zuvor. Man hat noch einmal ganz intensiv das Siegel Gottes studiert. Das war jetzt das, wo es allen auf dem Herzen lag. Was hat es mit dem Siegel Gottes auf sich? Ist der Beetz korrekt mit seiner Ansicht? Und das setzt sich immer mehr durch. Und noch einmal steht diese Frage auf der Tagesordnung: Wie veröffentlichen wir die gefundenen Wahrheiten? Was machen wir mit den Dingen, die wir herausgefunden haben?

[34:02] In diesem Zusammenhang hat Ellen White auch eine interessante Vision. Am 17. November hat sie diese Vision und es gibt keine schriftliche Aufzeichnung davon, aber Joseph Beetz hat einige Dinge mitnotiert. Es ist skizzenhaft und das ist, was sie dort gesehen hat. Es ist eine Vision über jenen Bruder Cook, der gerade dabei ist, als letzter Sabbat-Adventist von denjenigen, die 1844 aufgegeben haben, den Sabbat aufzugeben.

[34:29] Und in dieser Vision ruft Ellen White aus: "Oh du törichter Mensch, oh du wirst wünschen, dass diese Worte niemals über deine Lippen gekommen sind." Und damit bezieht sie sich auf die Zeitungsartikel, die wir gerade angeschaut haben, wo er sagt, naja, der Sabbat ist eine persönliche Sache, kann jeder selbst entscheiden. Als sie aus der Vision kommt, sagt sie sogar, sie habe in der Vision gesehen, wie Cook im Bett liegt und sich im Bett hin und her wälzt, weil er einen Weg sucht, wie er an dem Gesetz Gottes vorbeikommt. Also sehr interessant, die Einsichten, die Ellen White gehabt hat. Wenn man die Artikel nur liest, könnte man denken, er hat wirklich studiert und es ist ihm jetzt durch Bibelstudium aufgegangen, der Sabbat sei nicht so wichtig. Aber sie hat gesehen, nein, nein, nein, er wusste es ganz genau, der Sabbat ist richtig und er versucht irgendwie drum herum zu kommen.

[35:14] Und naja. Sie hat eine weitere Vision und das ist die berühmte Siegelvision, die erste berühmte Siegelvision, 18. November, das ist ein Tag später. Auch hier haben wir nur die skizzenhaften Notizen von Joseph Beetz, der quasi im Telegram-Stil mitgeschrieben hat und wir lesen das mal, damit wir so eine Idee bekommen, wie das damals gewesen sein muss, wenn Ellen White diese Vision gehabt hat, diese interessanten Ereignisse. Schauen wir mal.

[35:41] Wir können uns einen Gedanken hineinversetzen, während sie diese Dinge ausruft. Sie sagt: "Wo ist das Licht hervorgebrochen? Lass deinen Engel uns sagen, wo das Licht hervorgebrochen ist. Es begann aus kleinem, als du ein Licht nach dem anderen gabst. Das Zeugnis und die Gebote sind miteinander verbunden, sie können nicht getrennt werden. Das kommt zuerst, die zehn Gebote von Gott. Es hat ihm wohlgefallen, dass sein Gesetz in Kraft hervorgekommen ist und die verwüsteten Städte wieder aufgebaut werden. Schaut mal weiter."

[36:15] "Aus Schwachheit ist es stark geworden durch das Forschen in seinem Wort." Ein direkter Bezug auf diese Sabbat-Konferenzen, wo aus ganz, ganz, ganz, ganz schwachen Anfängen einzelne Leute hier und dort jetzt immer mehr diese Wahrheit ans Tageslicht kommt, buchstäblich. "Es ist das Siegel, es kommt hervor, es geht auf, beginnt vom Aufgang der Sonne. Wie die Sonne erst kalt wird, es wärmer und sendet seine Strahlen. Als diese Wahrheit aufging, war nur wenig Licht in ihr, aber es hat zugenommen. Oh, die Kraft dieser Strahlen, es wächst in Stärke. Das größte Gewicht und Licht ist auf dieser Wahrheit, denn es bleibt für immer, wenn die Bibel nicht mehr gebraucht wird. Dieses Siegel Gottes, wenn wir verstehen, was das Siegel Gottes ist, das werden wir bis in alle Ewigkeit verstehen. Die Bibel wird irgendwann nicht mehr notwendig sein, weil wir im Himmel sind, aber die Versiegelung, die Veränderung unseres Charakters in das Ebenbild, Ebenbild Christi, von der der Sabbat ein Zeichen ist, diese Wahrheit wird für immer bleiben. Es ging dort im Osten auf, es begann mit einem kleinen Licht, aber seine Strahlen heilen. Oh, wie mächtig ist diese Wahrheit. Es ist die höchste, nachdem sie das gute Land betreten haben, aber es wird zunehmen, bis sie unsterblich gemacht worden sind. Es begann beim Aufgang der Sonne, hält seinen Kurs wie die Sonne, aber es geht niemals unter."

[37:32] Ellen White sagt: "Die Botschaft von der Versiegelung, die Lehre von dem Siegel Gottes ist wie ein Sonnenaufgang von einer Sonne, die niemals untergeht. Es wird immer heller und heller und heller und deswegen ist das Siegel Gottes nicht einfach nur der Sabbat als der richtige Tag, sondern es steckt mehr dahinter. Das ist eine ganz tiefe Wahl und ich glaube, auch wir müssen heute lernen, uns neu mit dem Siegel Gottes zu beschäftigen. Diese Wahrheit von damals, dass das Siegel der Sabbat ist, wirklich tiefer zu verstehen, um zu verstehen, ja, was ist denn eigentlich damit gemeint? Mit wahrem Sabbat halten. Was ist damit gemeint? Den Charakter Gottes an der Stirn zu haben."

[38:03] Und dann sagt sie hier: "Die Engel halten die vier Winde. Es ist Gott, der die Mächte zurückhält. Die Engel haben noch nicht losgelassen, denn die Heiligen sind noch nicht alle versiegelt. Wenn Michael aufsteht, wird auf der ganzen Erde Trübsal sein. Sie sind bereit, loszublasen. Es wird aufgehalten, weil die Heiligen noch nicht versiegelt sind." Also während alle Erstentags-Adventisten darauf warten, dass diese Revolution in einen Weltkrieg mündet und hammer getötet und dann Jesus wiederkommt, hat Ellen White diese Vision und sie sieht das, was jetzt immer mehr sich herauskristallisiert, dass diese Revolutionen nicht das Ende sind, sondern dass es noch aufgehalten wird, weil die Versiegelungsbotschaft noch kommen muss.

[38:44] "Ja, veröffentliche die Dinge, die du gesehen hast und gehört hast und Gott wird segnen. Schaut, dieses Aufgehen geschieht in Macht und scheint heller und heller." Immer diese Idee vom Wachstum, vom Licht, vom Sonnenaufgang, dem Symbolischen.

[39:00] Und dann, als sie aus der Vision kommt, hat sie einen tatsächlich prophetischen Auftrag an ihren Ehemann. Sie sagt: "Nachdem die Vision vorbei war, sag dich zu meinem Mann: Ich habe eine Botschaft für dich. Was jetzt kommt, das kann einem wirklich den kalten Rücken runterlaufen lassen. Du musst anfangen, eine kleine Zeitschrift zu drucken und sie an die Leute versenden. Wohlgemerkt, sie hatten kein Geld. Sie soll zunächst klein sein, aber wenn die Menschen lesen werden, werden sie dir Mittel für den Druck senden und es wird von Anfang an ein Erfolg sein. Mir ist gezeigt worden, dass von diesem kleinen Anfang so etwas wie Ströme des Lichts klar um die Welt gingen." Ellen White hat gesehen, mit einer kleinen Zeitschrift, wenn wir, wenn James White das machen würde, die Wahrheit zu veröffentlichen durch ein Medium wie eine Zeitschrift, dann würden irgendwann Ströme des Lichts um die ganze Welt gehen.

[40:01] Diese Vision ist die Grundlage aller adventistischen Missionen, die Grundlage, warum wir heute Radionetzwerke, Internet, Fernsehen haben, warum wir Fernsehsender haben, die buchstäblich das Licht um die Welt senden. Also während wir hier stehen und während ihr zuhört, erleben wir die direkte Erfüllung dieser Vision. Alles sollte beginnen mit einer kleinen Zeitschrift, aber das Verlagswerk und die Veröffentlichung der gefundenen Wahrheiten sollten schlussendlich die gesamte Welt erreichen. Während wir hier sprechen, erleben wir mit eigenen Augen, mit eigenen Ohren die Erfüllung jener Vision vom 18. November 1848: Streams of Light im Englischen, Ströme des Lichts.

[41:02] Nun, für die meisten Kritiker war das natürlich nicht mehr als ein schlechter Scherz. Die Sabbat-Adventisten waren nicht einmal 100 Leute. Sie hatten drei Prediger, Joseph Beetz, James White und Ellen White, wenn man sie als Prediger bezeichnen möchte, obwohl sie im Wesentlichen nur die Geister Weissagung hatte. Die drei hatten absolut gar kein Geld und auch sonst war die restliche Gemeinde relativ arm. Es gab ein paar hundert Exemplare dieser Pamphlete von Joseph Beetz. Das war alles. Und mit diesem spärlichen Aufgebot, mit dieser fast vernachlässigbaren Gruppe von Menschen soll die ganze Welt erreicht werden. Ein Kritiker sagte daraufhin: "Mit diesem Aufgebot werde es 144.000 Jahre dauern, bis die ganze Welt erreicht wird." Und eins ist sicher, in menschlicher Kraft hätte er recht gehabt. Aber Gott war in dieser Bewegung, so klein und unscheinbar sie auch war. Es war die biblische und ist die biblische Wahrheit.

[42:00] 1848 kann man vielleicht als eines der Gründungsdaten der adventistischen Bewegung ansehen. Der Siebenten-Tags-Adventistischen Bewegung. Die Jahre 1845, '46, '47 waren eine Orientierung, ein Suchen nach der Antwort nach dieser großen Enttäuschung in der Millerbewegung 1844. Aber 1848 sind die Fragen im Wesentlichen erst einmal beantwortet. Die Säulen der gegenwärtigen Wahrheit sind gesteckt. Die Plattform ist errichtet. Man steht darauf, auch wenn vieles noch gefeilt werden muss, auch wenn manches noch besser studiert werden muss. Aber die Grundsäulen stehen, die Landmarks, wie sie später genannt werden, sind formuliert und die Vision ist gegeben: Hinaus damit in die ganze Welt. Momentan, zu dem Zeitpunkt, sind die Mittel noch sehr begrenzt. Aber die Richtung ist jetzt klar.

[42:52] Am 24. November erreichen die Revolutionen sogar Rom und Papst Pius IX, ein hochbeliebter Papst in der ganzen Welt, muss fliehen. Und hier flieht dann eine Hafenstadt in Italien aus Angst vor der Revolution im eigenen Kirchenstaat. Und dann der allerletzte Schritt in dieser traurigen Geschichte von Bruder Cook. Am 2. Dezember 1848 sagt er dann, dass er nun auch ganz praktisch den Sabbat aufgegeben hat und wieder den Sonntag hält. Und damit ist wirklich die letzte, noch ganz schwache Verbindung zwischen den 1844-Adventisten und Joseph Bates und James White und den restlichen Adventisten, die 1844 aufgegeben haben, getrennt. Und die Sabbat-Adventisten sind jetzt allein diejenigen in der Gruppe von Joseph Bates und James White und Ellen White. Das sind jetzt die Sabbat-Adventisten. Es gibt keine prominenten Sabbat-Adventisten mehr unter den anderen adventistischen Gruppen. Und damit können wir jetzt von jetzt an die Gruppe von James White und Joseph Bates und Ellen White als die Sabbat-Adventisten bezeichnen und die anderen Gruppen als die Erstentags-Adventisten, wie sie dann auch später genannt wurden.

[44:07] Am 5. Dezember bestätigt Präsident Polk in einer Ansprache indirekt, ohne eigentlich damit den Goldrausch fördern zu wollen, dass in Kalifornien wirklich Gold gefunden worden ist. Er gibt es als Grund an, warum er Mexiko angegriffen hat und eingenommen hat, einen Großteil Kaliforniens. Aber damit fördert er diesen Goldrausch noch mehr und Schiffe bringen Herrscharen von Abenteurern und sensationsgierigen Goldgräbern dort nach Kalifornien, die alle versuchen, dort ihr Glück zu machen. Und im nächsten Jahr wird das dann noch mehr zunehmen.

[44:39] Nun, und dann, am 16. Dezember, es war ein Sabbat, hat Ellen White noch eine Vision, die im Lichte der Ereignisse von 1848 sehr interessant ist. Viele der Erstentags-Adventisten haben ja geglaubt, dass diese Revolutionen das Zeichen des Endes jetzt sind. Und auch etliche in der Gruppe, Joseph Bates zum Beispiel und andere, haben gesagt, das sind wirklich wichtige prophetische Ereignisse hier. Ellen White gibt eine Vision, in der das Ganze richtig in die richtige Bahn gelenkt wird.

[45:12] Einige der Erstentags-Adventisten hatten geglaubt, dass diese Revolutionen eine Erfüllung der biblischen Vorhersage sind, dass die Kräfte des Himmels bewegt werden. Und so interpretieren sie die Kräfte des Himmels als die europäischen Mächte. Aber Ellen White sagte am 16. Dezember 1848: "Der Herr gab mir eine Vision darüber, wie die Kräfte des Himmels bewegt werden. Ich sah, dass der Herr, wenn er bei den Zeichen, wie wir sie im Evangelium nach Matthäus, Markus und Lukas finden, Himmel sagt, er Himmel meint. Und wenn er Erde sagt, er Erde meint. Die Kräfte des Himmels sind die Sonne, der Mond und die Sterne. Sie beherrschen die Himmel. Die Kräfte der Erde sind solche, die die Erde beherrschen. Die Kräfte des Himmels werden durch die Stimme Gottes bewegt werden. Dann werden Sonne, Mond und Sterne aus ihren Örtern bewegt werden. Sie werden nicht vergehen, aber sie werden durch die Stimme Gottes bewegt."

[46:05] "Es stiegen dunkle, schwere Wolken auf und prallten gegeneinander. Die Atmosphäre teilte sich und rollte sich zusammen. Und dann konnten wir durch den offenen Raum im Orion sehen, woher die Stimme Gottes kam. Das ist auch ein interessanter Punkt, dass aus dem Orion die Stimme Gottes zu hören ist. Durch diesen offenen Raum kommt auch die heilige Stadt herab. Ich sah, dass jetzt die Kräfte der Himmel, der Erde bewegt werden." Und Achtung, dass die Ereignisse nun der Reihe nach kommen. Es gibt also eine Reihenfolge der Endzeitereignisse nach Ellen White. Krieg und Kriegsgeschrei, Schwert, Hungersnot und Pestilenz bewegen zuerst die Kräfte der Erde. Dann wird die Stimme Gottes die Stimme, die Sonne, den Mond und die Sterne und auch diese Erde bewegen. Ich sah, dass das Wanken der Mächte Europas nicht, wie einige lehren, das Bewegen der Kräfte des Himmels ist, sondern es ist der Aufruhr der zornigen Nationen."

[47:09] Also Ellen White gibt hier Richtung und Hinweis, wie diese politischen Ereignisse von 1848 richtig in den prophetischen Kontext eingeordnet werden sollten, ohne ins Extrem zu gehen. Und damit zeigt sich erneut eine besondere Aufgabe von Ellen White.

[47:25] Nun, nebenbei, was ist eigentlich geworden aus diesen Größen der Miller-Bewegung? Himes und Litsch sind noch immer aktiv. Sie versuchen so, das, was sie als den originalen Miller-Glauben definieren, weiter zu verbreiten. Es ist längst nicht mehr dieser Erfolg. Die größere Masse der verbliebenen Milleriten sind bei ihnen. Litsch reist mit Hutchinson weiter durch Kanada, versucht dort ein bisschen die Gemeinde zu organisieren, ein bisschen Struktur hineinzubringen.

[47:59] Einige andere haben sich ja völlig getrennt. Storrs zum Beispiel ist in dieser Zeit immer noch unterwegs, wieder als Einzelperson, ohne jegliche Verbindung zu anderen Kirchen oder Gruppen. Und sein Thema ist nach wie vor der Zustand der Toten. Er predigt die Wahrheit darüber und hat seine eigene Zeitschrift.

[48:16] Das vielleicht krasseste Beispiel ist Samuel Snow, den Gott benutzt hat für den Mitternachtsruf. Und damit für die Auslösung der siebten Monatsbewegung. Die beiden waren die Hauptköpfe darin. Snow hat mittlerweile seine eigene Sekte, so muss man es bezeichnen. 50 Leute folgen ihm noch ungefähr. Und er schreibt in den Jahren 1848 ein Buch mit dem Titel "Overflowing Scourge". Darin behauptet er, dass er der buchstäbliche Elia sei, oder der antitypische Elia sei, der kommen soll, und dass er der Premierminister Jesu sei. Und er fordert alle Könige, alle Magistraten, alle Präsidenten auf, alle Macht der Welt ihm zu übergeben. Und er bezeichnet sich als einen Propheten. Also ein trauriges Beispiel dafür, wie tief man in die Finsternis rutscht, wenn man einmal im Licht gestanden hat und es mit Füßen tritt.

[49:07] Stattdessen sind das jetzt die Führer des Volkes Gottes. Hiram Edson, der Mann, der das Heiligtum studiert hat, Joseph Bates, der Apostel des Sabbats, James White und Ellen White natürlich als derjenige, der den Geist der Weisheit hat. Und bevor wir schließen, möchte ich noch ein paar Worte von Ellen White hier zitieren, die zu tun haben mit jenem Jahr 1848 und letztendlich auch mit den Jahren zuvor, als unsere Glaubensüberzeugungen studiert worden sind und festzementiert worden sind. Ich glaube, es lohnt sich, das zu lesen.

[49:47] "Viele in unserem Volk realisieren nicht, wie fest das Fundament unseres Glaubens gelegt worden ist. Mein Ehemann, Bruder Bates, Vater Pierce, Bruder Edson und andere, die eifrig, edel und wahr waren, fanden sich unter denen, die nach dem Verstreichen der Zeit in 1844 nach der Wahrheit wie nach verborgenen Schätzen suchten. Ich traf mich mit ihnen und wir studierten und beteten ernstlich. Oft blieben wir bis spätabends und manchmal die gesamte Nacht zusammen, indem wir um Licht beteten und das Wort studierten."

[50:16] Wieder und wieder kamen diese Geschwister zusammen, um die Bibel zu studieren und ihre Bedeutung zu erkennen und vorbereitet zu sein, sie mit Vollmacht zu lernen. Wie oft hast du die ganze Nacht durchstudiert, weil du unbedingt die Bibel wirklich erklären können wolltest? Da war eine Ernsthaftigkeit dabei, die uns oft heute fehlt und von der wir es lernen können und lernen müssen.

[50:40] "Wenn sie in ihrem Studium an einem Punkt angekommen waren, wo sie sagten, wir kommen nicht mehr weiter, dann kam der Geist des Herrn auf mich und ich hatte eine Vision, in der mir eine klare Erklärung der studierten Passagen gegeben wurde, verbunden mit Instruktionen, wie wir effektiver arbeiten und lehren sollten." Ellen White hatte eine Funktion dabei. Sie haben studiert und wenn sie nicht mehr weiter kamen, hat Gott durch Ellen White eingegriffen, hat sie weiter auf den Weg gebracht und haben sie weiter studiert.

[51:06] "So wurde uns Licht gegeben, dass uns Christus seine Mission und sein Priestertum zu verstehen, dem himmlischen Heiligtum. Eine Linie der Wahrheit, die von dieser Zeit bis zur Zeit, wenn wir die Stadt Gottes betreten wurden, reichte, wurde mir deutlich gemacht und ich gab die Instruktionen, die der Herr mir gegeben hatte, weiter."

[51:26] Manchmal setzten sich ein oder zwei Geschwister widerspenstig gegen die präsentierte Ansicht und ließen ihre natürlichen Gefühle freien Lauf. Das passiert manchmal heute auch noch, dass jemand einfach nicht das wahrhaben will, was alle anderen schon klar deutlich sehen können in der Bibel. Aber es ist interessant, wie sie dann damit verfahren sind. Ich glaube, das ist ein sehr praktischer Punkt, von dem wir alle, die wir zuschauen und auch, die wir hier lesen, wirklich lernen können.

[51:49] "Aber wenn diese Haltung auftrat, stoppten wir unsere Nachforschungen. Wir haben nicht angefangen, mehr zu diskutieren und zu sagen: Du musst es doch verstehen. Nein, nein, nein. Sie stoppten ihre Nachforschung und wir vertagten, sagen sie, unser Treffen. Dass jeder die Möglichkeit habe, zu Gott ins Gebet zu gehen und ohne mit den anderen zu reden, den Streitpunkt studieren konnte, um nach Licht vom Himmel zu suchen. Wir verabschiedeten uns freundlich, ohne persönlich zu werden, um uns so bald wie möglich zu weiterem Studium zu treffen und uns auch keine ewig lange Zeit verstreichen lassen."

[52:30] Was würde passieren, wenn jedes Mal, wenn wir in der Gemeinde, in der gemeinten Stunde irgendwo eine Schwierigkeit haben, ein Konflikt entsteht, ein persönlicher Konflikt, jemand anfängt wütend zu werden, wenn wir jedes Mal dann sagen würden: Okay, liebe Geschwister, macht jetzt keinen Sinn, lasst uns nach Hause gehen, jeder für sich alleine beten und bei der nächsten Gelegenheit kommen wir wieder zusammen. Ich glaube, das wäre sehr heilsam, oder? Sehr hilfreich. Kann man einiges lernen von unseren Pionieren.

[52:57] "Manchmal kam die Kraft Gottes in deutlicher Weise auf uns und wenn klares Licht die Punkte der Wahrheit offenbarte, weinten und jubelten wir zusammen. Wir liebten Jesus, wir liebten einander." Ich glaube, diese Erfahrung, die brauchen wir auch.

[53:16] Wie in der gesamten Zeit konnte ich die Argumentation, das ist jetzt sehr, sehr wichtig, der Geschwister nicht verstehen. Also Ellen White war nicht die theologische Führerin dieser Gruppe oder die irgendwie daran gebastelt hat, an den Lehren. Nein, nein, nein, es waren Joseph Bates und Hiram Edson und James White, die die theologischen Denker waren. Ellen White konnte tatsächlich die meisten Punkte an für sich gar nicht verstehen. Sie sagt: "Mein Denken war blockiert, sozusagen und ich konnte die Bedeutung der Verse, die wir studierten, nicht erfassen. Dies war eine der größten Traurigkeiten meines Lebens." Wieder muss man ganz schön leiden als Prophet. Warum? Ich war in diesem Zustand, bis alle Hauptpunkte unseres Glaubens uns klar gemacht waren, in Harmonie mit dem Wort Gottes. Die Geschwister wussten, dass wenn ich nicht in einer Vision bin, ich diese Dinge nicht verstehen konnte und sie akzeptierten die Offenbarung als direktes Licht vom Himmel. Also mit anderen Worten, jeder wusste, dass Ellen White eigentlich, dass dieses Studium vom Siegel und von dem Ellen White zu hoch war. Sie konnte das nicht verstehen. Und wenn sie dann aber durch eine Vision plötzlich genau die Verse genau zeigen konnte, wo alles in der Bibel steht, um dieses Problem zu lösen, dann war deutlich, es war nicht Ellen White, die hier ihre persönliche Meinung durchgedrückt hat, sondern es war tatsächlich der Geist Gottes, der sie benutzt hat. Und genauso haben es dann die Geschwister angenommen.

[54:37] Jetzt das Zitat: "Die führenden Punkte und das ist vielleicht das Wichtigste von allen. Ihr Lieben, lasst uns genau lesen. Die führenden Punkte unseres Glaubens, wie wir ihn heute haben, wurden fest etabliert. Sprich nicht von jedem einzelnen Detail. Ja, sie haben später manche Dinge noch etwas genauer gesehen und poliert hier und dort. Aber die führenden Punkte des Sabbat, des Heiligtums, Gesetz Gottes, 1844, Geisterweissagung. Die führenden Punkte unseres Glaubens, wie wir ihn heute haben, wurden fest etabliert. Punkt um Punkt wurde klar definiert und alle Geschwister kamen in Harmonie zusammen. Das war vor allem 1848. Die gesamte Gruppe der Gläubigen wurde in der Wahrheit vereint. Es gab solche, die mit seltsamen Lehren hineinkamen, aber wir fürchteten uns niemals ihnen zu begegnen. Unsere Erfahrung war auf wundersame Weise durch die Offenbarung des Heiligen Geistes etabliert." Sie studierten und studierten und studierten und dann gab der Heilige Geist durch den Geist der Weissagung seinen Stempel darauf und hat gesagt, das ist die Wahrheit, bis sie auf der Plattform standen, auf der wir heute stehen. Und liebe Geschwister, lasst uns diese Plattform nicht verlassen.

[55:45] Ich glaube, wenn wir uns anschauen, wie unsere Pioniere 1848 und in den Jahren zuvor die Wahrheit studiert haben, mühevoll, bis sie all diese Punkte verstanden haben, dann können wir zwei Dinge lernen. Erstens, wir sollten selbst mehr Zeit investieren, um wirklich für uns selbst festgegründet zu sein in der Wahrheit. Und zweitens, wir sollten das, was unsere Pioniere so gründlich studiert haben und das durch den Geist der Weissagung bestätigt worden ist, nicht leichtfertig verwerfen. Ich glaube, heute ist es angemessener als jemals, wenn wir am Ende dieses Vortrages sagen können: Wir haben nichts zu befürchten für die Zukunft, es sei denn, wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat.

[56:32] Gottes Segen für euch. Nächste Woche werden wir dann anschauen, wie diese Botschaft weitergeführt worden ist und was man gemacht hat, um diese Botschaft von dem Siegel Gottes auch anderen weiter zu vermitteln. Bis dahin wünsche ich euch Gottes Segen und jetzt werden wir gleich das Offenbarungsseminar haben und Gottes Segen wünschen wir euch auch im Livestream. Bis dann, Amen.


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