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In dieser Folge von „Die Zeit des Endes“ tauchen wir in das Jahr 1849 ein und beleuchten die Anfänge der ersten Gemeindezeitung, „The Present Truth“. Wir erfahren von den unermüdlichen Reisen von Josef Bates, der auch abgelegene Gebiete erreichte, um die Botschaft des Sabbats zu verkünden. Gleichzeitig sehen wir, wie James und Ellen White trotz großer finanzieller Schwierigkeiten die Zeitschrift ins Leben riefen, basierend auf tiefem Glauben und göttlicher Führung. Die Ausgabe dieser Zeitschrift legte den Grundstein für die Verbreitung wichtiger biblischer Wahrheiten, wie der des Sabbats, und enthielt auch frühe Visionen von Ellen White.

Die Serie beleuchtet auch die Herausforderungen der frühen Adventbewegung, wie interne Konflikte und die Rückschläge von Fanatikern, aber auch die Bedeutung von Vergebung und Gemeinschaft. Ein besonderer Fokus liegt auf dem Tod von William Miller und den Lehren, die aus seinem Leben und seinem Vermächtnis gezogen werden können. Die Folge endet mit einem Ausblick auf die kommenden Konflikte und die fortwährende Bedeutung des Glaubens und der göttlichen Führung für die junge Adventbewegung.


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Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)

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Transkript

[0:00] So hallo und herzlich willkommen erneut zu unserer Serie "Die Zeit des Endes". Schön, dass ihr da seid, schön, dass ihr eingeschaltet habt, oder später dann auf joelmedia.tv dieses Video anschaut. Wir wollen heute über die zweite Hälfte des Jahres 1849 sprechen und über das erste Erscheinen unserer allerersten Gemeindezeitung und wie das gekommen ist und was es damit auf sich hat in wenigen Minuten. Aber zunächst wollen wir, wie immer, beginnen mit einem Gebet.

[0:32] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass wir zu dir kommen können, dass wir die Zeit uns nehmen dürfen, in die Geschichte zurückzuschauen. Wir wissen, so wie Mose vor dem Einzug in das Land Kanaan noch einmal Rückblick gehalten hat, im 5. Mose, so dürfen auch wir in der Zeit Rückblick halten und zurückschauen in die Geschichte unserer Gemeinde, Geschichte unserer Bewegung, damit wir sehen, worauf es ankommt und auf welches Fundament diese Bewegung gestellt hast. Wir möchten dich bitten, dass du bei uns bist, dass du uns mit deinem Heiligen Geist die Augen öffnest für die Lektionen, die in diesem Zeitabschnitt heute enthalten sind. Haltet du alle Störenden fern und sprich du direkt zu uns, auch durch die Worte, die wir lesen werden. Im Namen Jesu.

[1:18] Es war der Sommer 1849 und einer war wie immer an der Front: Josef Bates. Mit seinen 55 Jahren, oder ja, 56 Jahren, nicht tot zu kriegen, sozusagen unermüdlich unterwegs. Und zwar diesmal sogar ganz weit weg. Auf dieser Karte könnt ihr sehen, wo sonst so, ich zeige euch hier den Pointer, wo das sind so die Zentren der Adventbewegung bisher gewesen sind, wo er gelebt hat, wo sie jetzt leben, wo er lebt und wo er lebt. Und wo hier der Harem Etzen, das war bisher so der besten gewesen, so aus der Perspektive von James und Ellen White. Aber im Sommer 1849 geht Josef Bates nach Michigan, ja, hier so, völlig in die Prärie. Dort gibt es damals noch recht wenig Menschen und einige Adventisten, die seit Jahren keine wirkliche Botschaft mehr gehört haben, die immer noch so, ja, übrig geblieben sind von der Miller-Bewegung. Und der Bates denkt sich: Irgendjemand muss doch dahin gehen und den Sabbat predigen. Und wenn das keiner macht, muss ich es wohl machen. Und so geht er im Sommer dort nach Jackson. Er hat eine lange Reise und als er in der Stadt ankommt, das sind 2300 Einwohner, eine Stadt, also kleine Stadt, fragt er, wo sind die Leute, die damals zur Miller-Bewegung gehört haben? Und dann sagt man ihm so und so, dieser Bruder da, dieser Schmied zum Beispiel. Und dann, dann ganz berühmte Geschichte, macht er sich auf zu jenem Schmied und sagt, während er gerade darum hämmert und sagt: "Hallo, ich bin Josef Bates und ich bin gekommen, um über die gegenwärtige Wahrheit zu predigen." Ja, und der andere hämmert immer weiter. Und dann sagt Josef: "Also, der Sabbat ist der wahre Tag." Ihn interessiert das gar nicht. Hämmer und hämmer und hämmer. Und Bates predigt da, während der andere darum hämmert und er wird kaum verstanden. Aber das macht ihm gar nichts. Er hämmert weiter und hämmert mit seinen Bibelargumenten stärker, als der andere mit seinem Hammer hämmern kann. Und mit der Zeit werden die Hammerschläge immer langsamer. Der andere hört mehr zu und langsamer und irgendwann hört er auf zu hämmern und sagt: "Mal, wie war noch mal der Name?" Und dann sagt Bates: "Ich bin Josef Bates und der Sabbat ist der wahre Tag." Ja, und dann sagt er: "Hey Bates, du hast die Wahrheit. Kannst du nächsten Sonntag in unserer kleinen Gruppe das predigen?" Gesagt, getan. Am nächsten Sonntag kommt er und hält dort die Predigt und innerhalb kürzester Zeit sind die 20 eben, also Milleriten der dortigen Stadt, alle Sabbat-Adventisten gewonnen. Und das war also Josef Bates, immer ein Pionier und immer vorne weg.

[4:10] Nun eben im Sommer, am 3. Juli, darf der Papst eine gute Nachricht, denn französische und italienische, stimmt gar nicht, französische und spanische Militärtruppen schlagen die Revolution in Rom wieder nieder und so kann er zurückkehren in den Kirchenstaat.

[4:27] Nun, was mit James und Ellen White? Wir hatten ja gesehen schon am Ende, also Ende 1848, hatte Ellen White diese Vision. Ihr könnt euch erinnern an diese Vision, wo sie gesagt hat: "James White, du musst ein Papier drucken, du musst eine Zeitschrift gründen und wenn du damit anfängst, werden irgendwann Ströme des Lichts um die ganze Welt gehen. Ja, die Botschaft von der Versiegelung wird die ganze Welt erreichen. Aber es fängt an, dass du eine kleine Zeitschrift gründest." Das war jetzt schon über ein halbes Jahr her und immer ist nichts geschehen gewesen. Und bei James White war es immer im Hinterkopf: Ich muss das tun, ich muss das tun. Ich habe kein Geld. Er hatte versucht im Sommer ein bisschen zu arbeiten, um Geld zu verdienen, aber Ellen White hatte ihm gesagt, dass Gott es plant für ihn. Es ist nicht zu arbeiten, sondern Artikel zu schreiben, auch wenn er kein Geld hat, irgendwie wird das vorangehen. Und so hört James White auf seine Frau, geht nicht arbeiten, setzt sich hin und fängt an Artikel zu schreiben. Erstmal hatte er die Idee, ein Buch zu schreiben, aber schnell wird ihm klar, das würde zu lange dauern. Es wäre besser, kleine Artikel zu schreiben und diese Artikel dann immer alle zwei Wochen in einer Form einer Zeitung zu veröffentlichen. Er sagt: "Wir bereiteten die das Material für das kleine Papier vor und schrieben jedes Wort. Unsere gesamte Bibliothek bestand aus einer 3-Schilling-Taschenbibel, Krudens gekürzter Konkordanz und Walkers altem Wörterbuch, dem bereits das Deckblatt fehlte." Da hat man so eine Idee, kann man so ein Bild sich machen, wie das da so ausgesehen hat. Kleine Taschenbibel, eine nicht mal eine vollständige Konkordanz, nicht mal vollständig und so abgegriffenes Wörterbuch. Das war alles. Wir waren mittellos. Unsere Hoffnung auf Erfolg lag bei Gott. Also, das ganze Verlagswesen unserer Adventgemeinde fing wirklich, also spärlicher kann man kaum anfangen. Mit weniger geht es wirklich nicht.

[6:30] Naja, und dann war es auch nicht mehr einfach, die Bibel zu studieren, obwohl sie ja schon die Wahrheiten gefunden hatten, gab es immer wieder schwierige Passagen, die man nicht mal gut verstehen konnte. Sagt, dann, wenn wir auf eine schwierige Passage stießen, riefen wir Gott an, uns die wahre Bedeutung seines Wortes zu zeigen. Also er und Ellen White hat sich oft zu ihm gesetzt, hat mit ihm gemeinsam versucht, ihm zu helfen und er hat geschrieben und geschrieben. Und naja, so haben sie zusammengearbeitet. Und dann musste er eine Druckerei finden. Ist dann in die nächste Stadt gefahren nach Middletown und hat gefragt: Gibt es dort irgendwie einen Drucker, der bereit ist, eine Zeitschrift zu drucken, die erstens kostenlos sein soll und von der auch der Herausgeber, also für die der Herausgeber kein Geld hat? Ja, also rein im Glauben, dass irgendjemand dafür spenden wird. Und er findet jemanden, Charles Pelton, der sagt: "Okay, das gehe ich mal darauf ein, ich probiere das." Und so lässt er diese ersten Artikel drucken. Acht Seiten hat die Zeitschrift und es gibt ungefähr 120 zu diesem Zeitpunkt, 120 vielleicht, wenn man gut schätzt, Gruppenmitglieder in dieser Gruppe der ganzen USA verstreut im Osten.

[7:44] Und wie viel Ausgaben, also diese Blätter hat er gedruckt? Wie viel Ausgaben bei 120 Mitgliedern der Gemeinde? Das würde dir drucken? 60? 60? Ja, noch ein, noch ein Vorschlag. Tausend. Sehr gut. Er hat genau 1000 Stück drucken lassen. Also das war diese Glaube, da werden noch viele mehr den Sabbat annehmen. Ohne 1000 drucken lassen zum Verteilen und dann noch mal 1000, die zurückbehalten hat, um die dann später zu einem Buch zusammenbinden zu lassen. Ja, die ganzen Ausgaben zusammen. Also er bringt diesen ganzen, ganzen Stapel an Ausgaben, Exemplaren wieder nach Hause. Er läuft die Kilometer nach Middletown, läuft wieder zurück, bringt sie alle in die Wohnung dort. Und er, Ellen White und ein paar Mitarbeiter versammeln sich in dieser berühmten Szene und die knien alle um diese erste Ausgabe.

[8:43] Dankeschön. Alle um diese erste Ausgabe und beten: "Herr, bitte schenk doch deinen Segen." Und da ist sie, die allererste Ausgabe. Sie hieß übersetzt: "Die gegenwärtige Wahrheit". Wie ihr sehen könnt, geschrieben von James White, Juli 1849, erste, erste Ausgabe. Und naja, was das Motto war: Psalm 25, Vers 14: "Diejenigen, die den Herrn fürchten, denen wird er seinen Bund offenbaren." Und der erste Bibeltext war 2. Petrus 1, Vers 12. Kann ich euch vorlesen, könnt ihr auch mitlesen, wenn ihr wollt. Das war, damit ging es los. Da heißt es: "Darum will ich es nicht versäumen, euch stets an die Dinge zu erinnern, obwohl ihr sie kennt und in der bei euch vorhandenen Wahrheit fest gegründet seid." Es geht um die Wahrheit, um die gegenwärtige Wahrheit. Er sagt: "In der Zeit von Petrus gab es gegenwärtige Wahrheit, oder Wahrheit, die auf damalige Zeit anwendbar war. Die Kirche hat immer eine gegenwärtige Wahrheit gehabt. Nun ist die gegenwärtige Wahrheit die, die uns gegenwärtige Pflicht zeigt und die richtige Position für uns, die wir die Zeit der Trübsal, wie sie noch nie gewesen ist, erleben werden." "Gegenwärtige Wahrheit muss oft wiederholt werden, sogar für diejenigen, die darin gegründet sind, wie Petrus sagt. Dies war notwendig in der Zeit der Apostel und es ist sicherlich nicht weniger wichtig für uns, die wir direkt vor dem Ende der Zeit leben." Und das sind die Artikel. Schaut mal, die ersten Artikel in der ersten Ausgabe: Erster Artikel: "Der wöchentliche Sabbat, bei der Schöpfung gegründet, nicht am Sinai." Zweiter Artikel: "Der Sabbat, ein ständiges, wöchentliches Andenken." Dritter Artikel: "Die zwei Gesetze, das Gesetz des Mose, das Gesetz Gottes oder die Zehn Gebote." Nächster Artikel: "Die zwei Gesetze im Neuen Testament." Dann der nächste Artikel: "Biblische Stellen, die für gewöhnlich gebraucht werden, um die Abschaffung des Sabbats zu beweisen." Also, was war das Hauptthema dieser Ausgabe? Da war jetzt nicht viel irgendwie mit, also bla bla bla. Das war eine Bibelfreund nach der anderen. Und der James White, der hatte die Fähigkeit, immer kurz und knapp auf den Punkt zu schreiben. Wenn er die Artikel, wenn man sich die Zeit nicht alle zu lesen, wenn er die mal liest auf Englisch, er verwendet mit die genau die gleiche Argumentation, die wir heute noch in unseren Informationen verwenden. 1. Mose 2, 2. Mose 16, 2. Mose 20, nicht wahr? 2. Markus 2, Matthäus 24, all die gleichen Verse, zum Teil die gleiche Reihenfolge. Also, das war schon wirklich kristallklar, kristallklar. Und er schreibt dann auch, nur damit es auch nicht unausgewogen wird: "Das Halten des vierten Gebotes ist die überaus wichtige gegenwärtige Wahrheit, deswegen hinter die Zeit läuft. Gegenwärtige Wahrheit, aber das allein wird niemand retten. Wir müssen alle zehn Gebote halten und den Richtlinien des Neuen Testaments strikt folgen, sowie lebendigen, aktiven Glauben an Jesus haben." Also, James White hat immer diese Balance gehabt.

[12:11] "Jene, die bei der Erscheinung Christi vorbereitet erfunden werden wollen, um in die Ruhe der Heiligen einzugehen, in die Ruhe der Heiligen einzugehen, müssen jetzt ganz, ganz für Jesus leben." Es geht um den Sabbat, aber es geht natürlich um Jesus. Und so ist unsere erste Zeitschrift geboren worden.

[12:34] Und tatsächlich, in derselben Zeit, wahrscheinlich um die in den gleichen Tagen, als unsere Zeitschrift geboren worden ist, ist auch der zweite Sohn geboren von James und Ellen White. Am 28. Juli wird James Ettson White geboren. James, natürlich nach dem Vater James, und Ettson nach Hiram Etzen, dem Kollegen und Freund und Mitpionier. Und naja, deswegen ist Ellen White auch erstmal ein bisschen an das Haus gefesselt und kann nicht groß rumreisen. Und so entscheidet sich James White, gleich die nächsten Ausgaben zu publizieren. 2. August, die Nummer 2. Im August nur die Artikel. Und die bekommt, wir so ein Gefühl, was da so wichtig war. Ja, die Bibelstellen, die gewöhnlich gebraucht werden, um die Abschaffung des Sabbats zu beweisen, Teil 2. Ja, Untersuchung der Beweise für den ersten Tag Sabbat. Also, offenbar etwas sehen, erste Korinther 16, wo es heißt: "Jeder lege ein bisschen bei sich zusammen." Nicht wahr? Apostelgeschichte 20, wo es heißt: "Die kamen am ersten Tag der Woche zusammen, haben Brot gebrochen." All die Stellen, die wir auch kennen, systematisch werden sie alle studiert. Dann Geschichtsquellen zur Veränderung des Sabbats. Und dann der Sabbat, die praktische Sabbat-Teilnahme. Übrigens, interessanterweise schreibt er auf die Frage: "Soll man Feuer machen, ja oder nein?" Er sagt: "Feuer machen ist im Winter erlaubt, im Sommer nicht." Er begründet das damit, dass es in Israel immer Sommer war, also es war immer heiß und immer ist. Und deswegen, das ist seine Theorie zu dem Zeitpunkt. Müssen wir das auf Michigan und auf New York anwenden, dann gilt das für den Sommer, aber nicht für den Winter. Naja, sehr interessant. Und ja, so geht er auf praktische Sabbat-Teilnahme ein. Noch andere Punkte, nicht wahr, dass man am Sabbat nicht kochen sollte und Jesus den Sabbat gehalten hat und wie der Sabbat praktisch im Leben eines Gläubigen auszusehen hat.

[14:28] Derweil, erinnert euch, 1848, 49 waren die Jahre der Revolution. Doch gegen Ende 49 brechen die Revolutionen alle in sich zusammen. Ellen White hatte ja gesehen, die Winde würden zurückgehalten werden. Und auch der große Aufstand der Ungarn wird mit Hilfe russischer Militärs gebrochen und die Ungarn müssen sich wieder den Österreichern fügen. Am 13. August, dritte Ausgabe unserer Zeitschrift. Das ging zack, zack, zack. Und immer haben sich noch die Themen nicht geändert. Der nächste Artikel ist: "Der Sabbat im Neuen Testament gelehrt und bekräftigt." Matthäus 24, Apostelgeschichte 20. Gründe jede Woche den siebten Tag statt dem ersten Tag heilig zu halten. Also, das war wirklich der Sabbat. Und dann, interessanterweise, in der dritten Ausgabe wurden auch zum ersten Mal Ellen Whites Visionen mit eingefügt. Und zwar Visionen, die sie in den letzten Monaten gehabt hat, die wir vor allem das letzte Mal angeschaut haben. Ihr könnt euch erinnern, wir haben letztes Mal viele Visionen von ihr gelesen über die Versiegelung und über die geschlossene Tür und über andere Welten und über, nicht wahr, wie man die Revolution einordnen soll. All das wird veröffentlicht und zeigt also, dass auch ihre Visionen von Anfang an einen hohen Stellenwert gehabt haben. Und neben diesen Visionen gibt es einen Artikel, den ich finde, der lohnt sich mal gelesen zu werden, weil es zeigt sich, dass Ellen Whites Aufgabe nicht nur daran bestand, theologische Dinge zu klären und und Irrtümer aufzuzeigen, sondern auch ganz praktisch zu den Gläubigen zu reden. Schaut mal hier, ein Artikel, der bis heute nichts an seiner Aktualität verloren hat:

[16:11] "In dieser Zeit der Anfechtung müssen wir einander ermutigen und trösten. Die Versuchungen Satans sind nun stärker als jemals zuvor, denn er weiß, dass seine Zeit kurz ist und dass sehr bald jeder Fall entweder zum Leben oder zum Tod entschieden sein wird. Zeit des Endes ist ja da. Es ist nun nicht die Zeit, unter Entmutigung und Anfechtung zu versinken, sondern wir müssen in allen Bedrängnissen durchhalten und völlig auf den mächtigen Gott Jakobs vertrauen. Der Herr hat mir gezeigt, dass seine Gnade ausreichend ist für alle unsere Anfechtungen und obwohl sie stärker als je zuvor sind, können wir, wenn wir Gott völlig vertrauen, jede Versuchung überwinden und durch seine Gnade als Sieger davon kommen."

[16:57] Das war die Aussage, oder ganz deutlich: Es ist seine, seine Gnade ist ausreichend. Und wenn wir ihm vertrauen, auch wenn die Versuchung stärker sind als jemals zuvor, weil der Satan mehr arbeitet als jemals zuvor, können wir trotzdem jede Versuchung überwinden. Und wenn wir unsere Anfechtungen überwinden und den Sieg über die Versuchungen Satans erringen, dann ertragen wir die Zeit unseres Glaubens, die kostbarer als Gold ist und sind besser auf die nächsten vorbereitet. Das ist jetzt eine sehr interessante Idee, die sich hier entwickelt. Aber wenn wir niedersinken und den Versuchungen Satans nachgeben, werden wir schwächer und bekommen keinen Lohn für die Anfechtung und werden nicht so gut vorbereitet sein, die nächsten zu begegnen. Also ein Sieg macht uns stärker, eine Niederlage macht uns schwächer. Auf diese Weise werden wir schwächer und schwächer werden, bis wir von Satan und seinem Willen gefangen sind. Wir müssen die ganze Waffenrüstung Gottes anhaben und jeden Augenblick bereit sein für einen Konflikt mit den Mächten der Finsternis. Ich glaube, es hat heute an Aktualität nichts verloren, nur dass es noch aktueller geworden ist, weil der Satan weiß, dass er noch weniger Zeit hat, weil jeder Tag bringt uns näher zur Wiederkunft. Wenn Versuchungen und Anfechtungen auf uns einstürzen. Habt ihr schon mal erlebt, dass Versuchungen und Anfechtungen auf uns einstürzen? Dann heißt es hier: "Dann lasst uns zu Gott gehen und mit ihm im Gebet ringen." Wie oft haben wir das schon verkehrt gemacht? Nicht, wir haben uns auf die Versuchung konzentriert, auf die Anfechtung konzentriert. Er wird uns nicht leer zurückschicken, sondern wird uns Gnade und Kraft geben zu überwinden und die Macht des Feindes zu brechen, dass alle diese Dinge in ihrem wahren Licht sehen könnten und Schwierigkeiten als gute Soldaten Jesu ertragen. Dann würde Israel vorwärts gehen, stark in Gott und in der Kraft seiner Stärke.

[18:50] 20. Sehr interessant. Wir fragen uns immer, ja, was muss jetzt geschehen, damit in der Gemeinde voran geht? Ja, dass es vorwärts geht, dass die ganze Gemeinde weltweit vorwärts geht. Was muss geschehen? Sie sagt: "Wenn alle diese Dinge so sehen können, wenn alle sehen könnten, wie sehr wir überwinden müssen und wie sehr wir in der Kraft Gottes überwinden können, wie sehr wir die Macht des Feindes brechen können, wenn wir das so sehen würden, dann würde Israel vorwärts gehen." Und dann zeigt sie noch was Interessantes.

[19:19] "Les mal, dass Gott mir gezeigt hat, dass er seinem Volk einen, was für ein Kelch, einen bitteren Kelch zu trinken gegeben hat, um sie zu reinigen. Es ist ein bitterer Zug, aber jetzt Achtung, und sie können ihn durch Murren, Beschwerden und Unzufriedenheit noch bitterer machen." Also, nicht alles, was bitter ist in unserem Leben, kommt von Gott. Ja, er gibt uns einen bitteren, aber wir machen ihn noch bitterer, als er eigentlich war. "Diejenigen, die ihn so aufnehmen, müssen einen weiteren Zug nehmen, denn der erste hatte nicht den geplanten Effekt auf das Herz. Und wenn der zweite das geplante Werk nicht tut, müssen wir noch einen nehmen, müssen sie noch einen nehmen und noch einen, bis der gewünschte Effekt sich einstellt, oder sie mit schmutzigen und unreinen Herzen zurückgelassen werden." Das heißt also, Gott möchte seine Gemeinde reinigen, jeden einzelnen. Und das muss durch eine bittere Erfahrung geschehen. Und so gibt er uns eine bittere Erfahrung. Aber wenn wir dann murren und uns beschweren, dann kann diese bittere Erfahrung uns nicht reinigen. Also müssen wir noch mal trinken. Wir uns dann wieder beschweren und wieder murren, dann kann und gibt uns noch ein und noch ein und noch ein, bis irgendwann dann: "Sah sie, ich sah, dass dieser bittere Kelch durch Geduld, Ausdauer und Gebet gesüßt werden kann." Ja, also Gott gibt uns einen bitteren Trank, aber wir können entscheiden, ob er etwas süßer wird oder etwas bitterer, noch bitterer. Und das ist einen geplanten Effekt auf die Herzen derer haben wird, die ihn annehmen. Und Gott wird geehrt und verherrlicht. Und das ist ein Satz, den, als ich den jetzt gerade noch mal gelesen habe, meine Güte. Das muss man sich eigentlich, wo hinschreiben.

[21:10] "Allein dieser Satz: Es ist keine kleine Angelegenheit, ein Christ zu sein und Gott zu gehören, von ihm bestätigt zu sein." Dass ich das mal den Kopf gehen. Es ist keine kleine Angelegenheit, ein Christ zu sein und Gott zu gehören, von ihm bestätigt zu sein. Das ist keine Kleinigkeit. Das ist nicht irgendwie. Das ist etwas Gewaltiges. Ein Christ zu sein, der Herr hat mir einige gezeigt, die sich zur gegenwärtigen Wahrheit, gegenwärtigen Wahrheit bekennen, deren Leben nicht mit ihrem Bekenntnis korrespondiert. Also, die Gemeinde war noch kaum richtig überhaupt erstmal entstanden, da hatten wir schon von Anfang an das Problem, mit dem wir heute zu kämpfen haben, in unserem eigenen Leben und auch in der Gemeinde, dass immer wieder wir Dinge zwar bekennen öffentlich, aber in unserem Leben manchmal dem nicht entsprechen. Sie haben ihren Standard der Fremdlichkeit allzu niedrig und erreichen bei weitem nicht biblische Heiligung. Einige haben nutzlose und passen unterhaltungen und andere lassen, dass ich sich erheben. Wir können nicht erwarten, uns selbst zu gefallen, wie die Welt zu leben und zu handeln, ihre Freuden zu genießen und die Gemeinschaft derer zu haben, die in der Welt sind und mit Christus in Herrlichkeit zurückgehen.

[22:28] Im August kommt dann auch noch eine weitere, weitere Ausgabe aus. Und das ist, glaube ich, Anfang September. Genau, Anfang September muss es sein. Und dort gibt es einen Artikel über Jesaja 58. Und das natürlich auch wegen dem Gesetz, dem Gesetz wegen dem Sabbat, dem Gesetz Gottes, dass eine Brücke geschlagen worden, der Sabbat ist verändert worden. Und dann wird werden die Attacken gegen den wahren Sabbat verglichen mit den Attacken damals gegen die Männerbotschaft. Das heißt, für unsere Freunde damals war die Botschaft vom Sabbat mittlerweile auf dem gleichen Stellenwert wie diese Botschaft von der Wiederkunft. Und das wird hier sehr deutlich. Und dann schreibt er hier in dieser vierten Ausgabe etwas ganz Tolles. Er sagt: "Die Zeit der Zerstreuung seit 1844 war wirklich ein finsterer und wolkiger Tag." Wir können uns erinnern, 1845, 46, 47, als diese Adventbewegung zerbrochen ist in tausend Teile, zersplittert ist, mit diesen ganzen Irrläufern, Fanatikern, weltlichen Kompromissen, alles durcheinander. "Die ermüdete und zerrissene Herde ist betrübt und vertrieben und über die Berge zerstreut worden." Aber dann sagt er: "Die Sammlungszeit ist gekommen und die Schafe beginnen die froh machende Stimme des wahren Hirten zu hören in den Geboten Gottes und dem Zeugnis Jesu, die vollständiger verkündigt werden." Offenbarung 14, Vers 12, dritte Engelsbotschaft. Wir haben jetzt vier Jahre, drei, vier Jahre lang Zerstreuung gehabt in der Adventbewegung. Jetzt nur ganz wenig übrig geblieben, aber wir fangen an, wieder alle zusammen zu sammeln. Zeit. Und dann sagt er: "Diese Botschaft wird vorangehen. Die Schafe werden zur gegenwärtigen Wahrheit, sprich Sabbat, versammelt werden und die Brücke wird wiederhergestellt." Das heißt, mit anderen Worten, wir sind die Erfüllung von Jesaja 58. Alle Mächte der Erde und der Hölle kombiniert können, dass wir Gottes nicht auffallen, denn dann lasst die Botschaft fliegen, denn die Zeit ist kurz. Plötzlich haben sie ihre Missionen, Missionsalter wieder entdeckt. In den Jahren zuvor haben sie nur unter sich studiert und überhaupt erstmal die Antworten gesucht. Da war die Welt mal egal. Ja, aber plötzlich, als sie die Wahrheit haben, entdecken: Die Zeit ist kurz, wir müssen vorangehen. Naja, und so gibt es, wie gesagt, diesen weiteren Artikel und es gibt in der vierten Ausgabe auch den ersten Leserbrief aus Jackson, da wo der Josef Bates gewesen ist. Und dann stellt sich die Frage: Was ist aus den Finanziers, also aus den finanziellen Angelegenheiten geworden? Sie hatten kein Geld, haben es ohne einen Penny zum Drucker gebracht. Und wie gesagt, diese Ausgaben waren kostenlos, haben sie einfach die Leute verschickt. Die haben nichts bezahlen müssen. Also, ist das Geld irgendwie zusammengekommen?

[25:17] Die Antwort ist: Ja. Hier haben wir das Original, die Originalnotiz von dem Drucker, dem Charles Pelton, der schreibt hier: "Middletown, September 9. September 1849. Für den James White hier 64 Dollars. Also 46 Dollar für das Drucken von vier Ausgaben der Publikation 'Present Truth' bezahlt worden und zwar vollständig bis zum heutigen Datum. 46 Dollar." Was war damals eine enorme Menge, allein an Spenden und keine Schulden für James White. Und das war natürlich eine Erfahrung, denn Ellen White hat in der Vision gesehen, es würde ein Erfolg sein von Anfang an. Sie mussten im Glauben vorangehen und Gott hat das Wasser geteilt.

[26:12] Nun, da kann man unglaublich viel von lernen. Ja, für alle unsere Unternehmungen, die wir so vorhaben, von dem das Gefühl haben, Gott hat uns dafür gerufen. Nun, im September war dann die Zeit, sich an verschiedenen Orten zu treffen. Josef Bates hat hier zum Beispiel eine Konferenz in Vermont abgehalten. Der ist also, das ist hier gewesen, ist also überall herumgereist, um die versprengten Milleriten, die noch irgendwie an 1844 festgehalten haben, zusammen zu sammeln und jetzt diese Gemeinde zu vergrößern.

[26:41] Eine andere Konferenz, die recht berühmt gewesen ist, ist in Paris gewesen, hier in diesem Ort in Maine. Dort hatte es in den letzten Jahren ganz viele Fanatiker gegeben. Im Bundesstaat Maine war der Fanatismus besonders stark gewesen. Alle waren zersprengt und Ellen White und James White waren schon in den Monaten davor mal da gewesen, haben da versucht, ein bisschen Verordnung zu sorgen. Und bei dieser Konferenz sind sie wieder da, die Whites, Joseph Bates, einige andere, aber auch einige Fanatiker. Ja, und ein Fanatiker treibt es besonders wild. Und als es dann soweit gekommen ist, der Stockbridge Holland steht dann auf und in der Autorität des Heiligen Geistes verweist er ihnen den Raum. Und obwohl dieser Fanatiker bisher niemals auf irgendjemand gehört hat, fängt er an zu zittern, nimmt seinen Hut, rennt davon und war nie wieder gesehen. Woraufhin mehrere Leute in der Gemeinde förmlich umfallen, in Tränen aussprechen, bekennen, dass sie falsch gelegen haben, dass sie ihre Kinder schlecht behandelt haben, dass sie mit ihren seltsamen Irrtümern Streit erzeugt haben. Und Ellen White sagt später noch, dass sie selten eine Versammlung gesehen hat, wo so viel Vergebung war, so viel Bereuen von Sünde und so eine herzliche Atmosphäre am Ende. Und das hat Eindruck gemacht auf einen 20-jährigen Mann, der auf diesem Bild schon weit aus älter als 20 und den wir in den nächsten Wochen und Monaten immer wieder hören werden. Sein Name ist John Nevin Andrews, besser genannt. 20 Jahre, damals ein junger Mann, der hatte mit 15 Jahren die Adventbewegung, die große Enttäuschung erlebt, hatte sich dann dieser Gruppe dort in Paris angeschlossen, war eigentlich jahrelang eben, wie soll man sagen, im Milieu der Fanatiker gewesen. Aber hier mit 20 Jahren sieht er die eigentliche Wahrheit der Adventbewegung und er schließt sich dieser Gruppe an. Und das ist ein brillanter Mann gewesen. Das ist einer von denen, von dem wir später mal sagen werden: "Die Adventbewegung ist von Jugendlichen vorangetragen worden." Ja, James Andrews, mit 20 Jahren. Aber wenn wir die nächsten Male sehen, das war eine, wir kommen später mal auf ihn zurück, aber dass wir den Namen schon mal gehört habt. Hier an diesem, in dieser Konferenz hat er sich quasi zur dritten Engelsbotschaft bekehrt.

[29:08] Und Dosis berichtet von seinen vielen Reisen, die er so als Pionier tut. Und er sagt: "Ich finde einige Orte, wo ich Versammlungen mit ein paar wenigen Hungrigen abhalten kann." Das sind immer so so Gruppen von 10, 20, 15 Leuten. Und dann schreibt er: "Die Pfeifen und der Tabak verschwinden rasant von der Bildfläche. Das kann ich dir sagen." Also, wo der Bates auftaucht, da wird nicht mehr lange geraucht. Er ist sehr klar und deutlich, obwohl sonst die Adventisten, die auch die Sabbat-Adventisten, noch nicht so stark und deutlich über Gesundheit sprechen. Ja, er hat kaum ein bisschen was, ein bisschen was über Tabak gesehen bisher. Aber für Josef Bates ist das ganz klar: Wie kann man jemals gerettet werden, wenn man auch raucht? Und dann sagt er: "Seid rein, ihr, die ihr die Geräte des Herrn tragt. Nichts sollte zu lieb oder wertvoll sein, um es nicht zugunsten der jetzigen Sache aufzugeben."

[29:54] Also, im Herbst sind Ellen White und James White und auch viele andere sehr gereist. Die Zeitschrift musste ruhen, keine Zeit für Zeitschrift. Und stattdessen gibt es etliche interessante Begebenheiten. Unter anderem treffen sie die Mutter von James, von Ellen White, die auf einen rostigen Nagel getreten war und Tetanus bekommen hatte. Und naja, nach Gebet gehalten, gibt es in dieser Zeit etliche solche Heilungswunder durch Gebet und durch Fasten und entsprechende andere Dinge.

[30:30] Vielleicht könnt ihr euch an den noch erinnern, an T.M. Preble, der 1845 als erster mal ein Traktat über den Sabbat geschrieben hat. Er war es gewesen, der Josef Bates damals zum Sabbat geführt hat. Aber 1849 will er vom Sabbat nichts mehr wissen. Schreibt ebenfalls, dass er schon seit einiger Zeit den Sabbat aufgegeben hat und wieder den Sonntag hält. Von seinem Schwager erfahren wir später dann mal, warum er das getan hat. Der Grund war nicht, dass er durch Bibelstudium überzeugt worden ist, dass der Sonntag besser ist, sondern weil er auf seinem Arbeit, mit seinem Arbeitsplatz Probleme hatte. Er musste am Sabbat arbeiten und wollte mit seinem, also dieses Problem nicht. Und weil er lieber keine finanziellen Einbußen haben wollte, hat er sich dann entschlossen, dass der Sabbat vielleicht nicht so wichtig ist. Es war also keine Theologie, ist auch kein Fanatismus, es war einfach praktisches Sabbat halten, dass diesen Pionier des Sabbats wieder zum Sonntag getrieben hat.

[31:33] Ganz interessant, am 17. Oktober schreibt James White einen Brief an einen anderen Bruder und darin zitiert er den Vers, den später auch Ellen White oft zitiert hat, der sogar der meistzitierte Bibelvers bei Ellen White ist: Matthäus 5, 14: "Ihr seid das Licht der Welt." Und zwar in dem Kontext von: Wir machen jetzt wieder Mission. Wir wollen wieder die anderen Milleriten erreichen. Wir wollen diese Botschaft, die wir erkannt haben, von dem Siegel Gottes, von dem Sabbat, wir wollen sie in die Welt hinaustragen.

[32:06] Und in dieser Zeit lassen sich dann Ellen White und James White, nachdem sie ja schon hier gelebt haben und da gelebt haben und alle paar Monate wieder umziehen und und reisen, lassen sie sich jetzt hier, da wo dieser grüne, grüne Punkt ist, in Oswego nieder für einige Zeit. Den kleinen James Ettson haben sie immer noch dabei. Der etwas ältere Henry ist immer noch hier in der Fürsorge von Familie Holland hier. Das ist ein Bild von der Stadt Oswego aus der damaligen Zeit. Also, und hier wollen sie jetzt den Winter verbringen und von hier aus möchte James White jetzt wieder die Zeitschrift publizieren. Also, das war gar nicht so einfach, gleichzeitig zu reisen und eine Familie zu haben und dann auch eine Zeitschrift zu publizieren. Ja, also, wenn James White gereist ist, konnte jemand anders die Zeitschrift machen. Naja, und hier so einen kleinen Eindruck von dem, was James White damals so gepredigt hat. Er sagt in einem Brief: "Die versiegelnde, trennende Botschaft, die schneidende Botschaft des dritten Engels aus Offenbarung Kapitel 14. Dieser dritte Engel trägt in seinem Flug das versiegelnde Zeichen, den Sabbat, zu den Heiligen, während er das schreckliche Unheil derjenigen erntet, die das gegensätzliche Zeichen empfangen, den ersten Tag der Woche." Also, Ende 1849 sind sie super klar: Sonntag = Zeichen des Tieres, Sabbat = Siegel Gottes.

[33:33] Und dann gibt es eine Geschichte, die ist wirklich spannend. Ende November, Mitte November dort im Westen des Bundesstaates New York werden die Whites aufmerksam auf den Fall eines ehemaligen Milleriten-Predigers mit Namen Rhodes. Rhodes war 1842, 1843 ein auch einer von diesen vielen hunderten Miller-Predigern, die durch die ganzen USA gereist sind und ein wirklich teuer waren. Und als er dann die Enttäuschung erlebt hat, war er so enttäuscht, weil er das Gefühl hat, er hat so sein Gesicht verloren vor den Mitmenschen, dass er sich aus der Zivilisation zurückgezogen hat und seit vier Stunden, seit fünf Jahren im Wald gelebt hat. Im Wald des Bundesstaates New York, irgendwo in der Wildnis, hat seit fünf Jahren nur vom Fischen und Jagen gelebt, lebt dort irgendwo in so einer Hütte. Und der Heilige, der dort in der Nähe wohnt, der weiß, dass das seit fünf Jahren diese Bruder dort, wo Fuchs und Hase gute Nacht sagen, wohnt. Und er ist schon mehrmals hat er versucht, ihn zurückzuholen, ohne Erfolg. Das kann nicht sein, dass der da im Wald lebt. Übrigens, gibt es einen Eindruck von uns, wie tief die Enttäuschung gewesen ist, also wie sehr das einige getroffen hat. Und da im November sagt sich der Heilige: "Ich habe schon zwei Versuche gemacht, ich will einen dritten versuchen." Er hat wirklich eine Bürde für diesen, diesen Bruder Rhodes. Und naja, auf einer Konferenz, wo auch die Whites dabei sind, James White und Ellen White, wird das diskutiert: Sollen wir noch mal dahin gehen? Sollen wir aufsuchen im Wald und versuchen zu überreden? Und ein anderer Bruder, der anwesend ist, der Bruder Rolf, der spricht in einer Fremdsprache, ein anderer legt das aus. Es gab viele solche interessanten Dinge am Anfang unserer Gemeindegründung. Und das hat die Botschaft, ja, wir sollen gehen, wir sollen ihn holen. Aber James White und Ellen White sind ein bisschen skeptisch und sagen: "Das ist doch Quatsch, das bringt nichts. Besseres zu tun, als hier den Leuten im Wald hinterher zu rennen." Aber wie das so oft ist, auch der, der Prophet kann sich irren in seiner persönlichen Meinung.

[35:44] Am nächsten Tag hat Ellen White eine Vision über Bruder Rhodes. "Gesagt, während der Vision zeigte der Engel auf die Erde, wo ich Bruder Rhodes in dicker Finsternis. Er trug aber noch immer das Bild Jesu. Ich sah, dass es Gottes Wille war, dass Bruder Etzen und Ralph zu ihm gehen sollten. Dann wurde mir die ehemalige Arbeit von Bruder Rhodes im Adventwerk gezeigt, dass er mächtig in Wort und Tat gewesen war. Ich sah ihn vor den Menschen stehen mit der Bibel in der Hand, und ein Strom des Lichts kam aus seinem Mund, der seinen Weg zu den Herzen der Menschen fand. Einige jubelten, während andere, die sich in Finsternis befanden, aufgewühlt waren. Ich sah, dass er die Wiederkunft mit großer Zuversicht verkündigt hatte und seinen Glauben durch seine Werke gezeigt hatte. Und als die Zeit verstrich, war die Enttäuschung sehr groß. Und dann verletzten einige vorgebliche Adventisten sein Herz, und ich sah ihn von Entmutigung und Trauer überwältigt, als er die kleine Herde verließ und sich in die Wildnis zurückzog." Es war also die Enttäuschung plus die lieben, netten Geschwister. Wie oft ist das nicht auch schon passiert, dass Menschen die Gemeinde verlassen haben, nicht, weil sie die Theologie nicht mehr glauben oder weil sie plötzlich böse Menschen geworden sind, sondern wegen der lieben Geschwister, die völlig entmutigt worden sind.

[37:08] "Ich sah, dass Jesus sein Blut für Bruder Rhodes gelten machte und dass der Engel bereit war, seinen Namen aufzunehmen, sobald er aus diesem finsteren Ort kommen würde und auf der ganzen gegenwärtigen Wahrheit stehen würde. Der Engel wies mich auf die Schlinge Satans, den Band, und ich sah, dass er dachte: Achtung, das ist keine Hoffnung, keine Gnade für ihn. Gebe und dass es nutzlos wäre, es zu versuchen." Stell dir das mal vor. Ihr seid Prediger gewesen, habt Hunderte Menschen zur Wahrheit geführt und dann lebt ihr fünf Jahre lang im Wald, weil ihr glaubt, ihr seid hoffnungslos. Nicht nur fünf Minuten oder fünf Stunden. Ja, wir, also die meisten von uns hätten sich wahrscheinlich schon Strick genommen. Fünf Jahre lang hat er geglaubt, dort hat ein paar Fische gefahren, hat geglaubt, er ist von der Welt abgeschnitten, es gibt keine Hoffnung mehr für ihn. Und doch sagt Ellen White: "Ich habe gesehen, er trug noch immer das Bild Jesu. Ich sah, dass Bruder Etzen und Ralph ihn überzeugen sollten, dass es Hoffnung und Gnade für ihn gebe und ihn wegreißen. Dann würde er in die Herde kommen und das Engel sie auf ihrem Weg begleiten würden." Ich hörte einen Engel sagen: "Könnt ihr nicht den Wert der Seele sehen? Reißt ihn aus dem Feuer." Ich sah, dass im Mund von Bruder Roth kein Falsch gewesen ist, so dass gegen die, dass er gegen die gegenwärtige Wahrheit bezüglich des Sabbats oder der geschlossenen Tür gesprochen hätte. Ich sah ebenfalls, dass der Herr den Fall von Bruder Roth dem Bruder Etzen intensiv, was soll ich sagen, intensiv aufs Herz gelegt hat. Genau.

[38:32] Also er sagt: "Okay, ich bin überzeugt, das ist gut zu gehen." Und so gehen die beiden, Bruder Rolf und Bruder Etzen, in den Wald, suchen ihn auf. Und Bruder Rolf spricht wieder in einer Fremdsprache, diesmal legt er sich selbst aus. Und Bruder Roth ist überzeugt, kommt mit. Einige Tage später treffen sie sich alle zusammen. Er trifft dann auch die Whites und Bates und er ist so froh, wieder eine Gruppe zu haben und er wird dann ein Sabbat-Adventist und bleibt das sein Leben lang bis ans Ende seines Lebens. Ganz interessante Geschichte aus jener Zeit.

[39:25] Dann im Dezember hat James White endlich wieder Zeit, nachdem drei Monate lang er seine Zeitschrift gar nicht veröffentlichen konnte, mal wieder eine Ausgabe rauszubringen. Das war noch sehr unregelmäßig damals, aus Mangel an Zeit und und und Geld und vor allem auch an Personalkraft. Und da geht es weiter über den Sabbat, nicht wahr, diesmal, ach, was gar nicht mit den Sabbats. Der Otis Nichols macht einen Artikel über 2. Chronik 3. Und Hiram Etzen berichtet ganz prompt, druckfrisch sozusagen, die Geschichte mit Bruder Roth. Also, jetzt kommen ein paar andere Themen rein, aber der Sabbat spielt natürlich weiter eine Rolle. Und auch James Andrews ist schon mit einem kleinen Beitrag vertreten. Und es gibt Leserbriefe. Und James White sagt, dass sein Sabbat-Buch bald fertig sein wird und er möchte nächstes Jahr ein Gesangsbuch rausbringen. Ja, denn wenn man eine kleine Gruppe von Gläubigen hat, braucht man auch ein eigenes Gesangsbuch. Und er lädt die Gläubigen ein, ihre Lieblingslieder vorzuschlagen. Damals war die, das Erstellen eines Gesangsbuchs noch weitaus einfacher als heute, ging es schneller.

[40:33] Naja, am 8. Dezember veröffentlicht Papst Pius der Neunte, der mittlerweile wieder sicher in seinem Vatikanstaat getrönt hat, eine weitere Enzyklika mit dem Titel "Nostis et Nobiscum" und da geht es vor allem um die Lage in Italien und über die Gefahr des Sozialismus und des Kommunismus. Und dann passiert was wirklich Wichtiges. Am 13. Dezember bekommt William Miller einen seinen bis dahin stärksten Anfall überhaupt und man glaubt, dass er die nächsten Stunden nicht überleben wird. Man telegrafiert sofort zu Joshua Himes, dass er, wenn möglich, noch kommen soll, um ihn vielleicht noch dann sehen zu können. Aber es sieht so aus, als ob William sterben wird. Und Himes lässt alles stehen und liegen, macht sich auf den Weg. Und als er ankommt, lebt Miller noch. Und als er das Zimmer betritt, ruft Miller, der mittlerweile fast erblindet ist und sehr schwach ist, kaum noch richtig viel redet: "Also, ist es Bruder Himes? Ist es Bruder Himes? Ist es Bruder Himes?" Und dann Himes sagt: "Ja, ja, ich bin es. Ich liebe Bruder Himes." Also, er hat diesen Bruder Himes wirklich geliebt, weil er wusste, was der Himes alles für ihn getan hat. Und dann haben sie noch ein bisschen sprechen können. Der, der Miller war schon so schwach, er hat ein paar Sätze gesprochen, dann hat er wieder, also pausiert, nicht wahr, so Minuten lang, einfach nur nachgesonnen, ohne was mitzubekommen. Hat er wie was gesprochen, hat sich bedankt und hat gesagt, hat Sorge getragen, um die, wie die Adventbewegung weitergehen wird. Und da hat er wieder so geschlummert. Und einer seiner letzten, einer seiner letzten Sätze, die er noch vollständig gesagt haben soll, kurz vor seinem Tod, war: "Sagt ihnen den Geschwistern, dass wir recht haben, das Kommen des Herrn ist nahe, aber sie müssen geduldig sein und auf ihn warten." Er hat dann ab und zu noch so Sachen gerufen wie: "Sieg, Sieg!" Hat dann manchmal haben sie noch seine Lieblingslieder gesungen und das hat ihm offensichtlich gefallen. Hat er manchmal noch so eingestimmt und hat er noch das gerufen: "Noch Herrlichkeit!" und konnte kaum richtig artikulieren. Und dann am 20. Dezember um 15:05 ist William Miller ganz friedlich eingeschlafen, letzten Atemzug getan. Und drei Tage später hat man ihn dann beerdigt. Hier ist sein, sein Grab mal. Das Leben dann von seiner Frau, die dann später erst gestorben ist. Hier starb am 20. März 1849 William Miller. Und hier, das kann man hier auf dieser Einstellung besser sehen, sind zwei Bibeltexte. Das eine Daniel 8, Vers, könnt ihr auch raten, oder 14, nicht wahr, bis zu 2300 Abend und Morgen, dann wird Zeit um, gereinigt werden. Und das andere ist Daniel 12, Vers 12: "Glückselig sind, die nicht mal, der wartet bis zu den 1335 Tagen." Was er von den beiden Prophezeiungen, die auf 1843, 1844 gedeutet hat, stehen auf seinem Grabmal. Übrigens, Ellen White hat, sag ich jetzt auch schon, aber Ellen White hat später gesehen, dass ein Engel Gottes dort am Grab steht. Also, als mein Freund Lukas Herrmann das fotografiert hat, er gesagt: "Naja, man konnte fast den Engel sehen." Ich stelle ich das mal vor, da ist ein Engel, der seit 1849 dort am Grab steht und darauf wartet, William wieder hervorzuholen. Übrigens, kann man ganz viel von lernen. Manchmal denkt man ja, die Aufgaben, die wir so haben, sind unwichtig. Oder wie fühlt sich wohl ein Engel, der seit über 100 Jahren am Grab steht? Auf Gott, ist das eine ausreichend wichtige Aufgabe für einen Engel, dazu zu stehen, darauf zu warten, dass die Wiederkunft kommt? William Miller. Hier ist die kleine Kapelle, die 1848 gebaut worden war, dort in der Nähe seines Hauses, die erste Kapelle, die ja von einer Adventgruppe gebaut worden ist, gilt als die erste Kapelle im Andenken an die 1843, 48 Botschaft.

[45:07] Genau, sehr, sehr spannend. Ich glaube, ich brauche jetzt keine lange Rede halten über das, was William Miller getan hat. Ihr könnt die anderen 54 oder 55 Folgen anschauen. Aber damit war natürlich eine, eine Ära zu Ende gegangen in der Adventbewegung. Eine echte Zäsur. Der Staffelstab war schon längst übergeben worden an jüngere Leute, die mittlerweile die dritte Engelsbotschaft gepredigt haben. Er war übrigens nicht der einzige, der in diesem Mai gestorben ist. Jemand anderes ist auch gestorben, der vielleicht ein bisschen in Vergessenheit geraten ist heutzutage. William Cunningham, einer der britischen, der besten britischen Adventausleger, der längst vielleicht nicht so, so klar gewesen ist wie Miller, aber doch von allen Adventauslegern in Britannien der stärkste gewesen ist. Auch er ist 1849 gestorben. Und dann gab es noch eine letzte Ausgabe der "Present Truth". Und da ging es um die geschlossene Tür. Und da ging es darum, um die Beziehung zu den anderen Adventisten. James White sagt: "Ihr werft uns vor, dass wir die Wahrheit verlassen haben, die Bibel. Ihr habt die Bibel verlassen. Wir sind immer noch auf dem Weg, den Miller ursprünglich gegangen ist." Ja, und es geht um eine Einwände gegen den Sabbat. Aber der Konflikt brodelt schon. James White schreibt in dieser letzten Ausgabe des Jahres 1849, dass er in finanziellen Schwierigkeiten ist, dass er schon ein paar Schulden machen müssen. Und währenddessen denkt sich Josef Bates: "Ist das wirklich so eine gute Sache, eine Zeitung zu haben? Wäre es nicht besser, so kleine Bücher zu schreiben, wie wir halt das Geld haben?" Und diese Meinungsverschiedenheit zwischen den beiden Führern der Gemeinde soll in kürzester Zeit zu einem echten Konflikt führen. Aber davon hören wir nächste Woche, wenn wir dann das Jahr 1850 hineinsteigen.

[47:05] Also, ich denke, wir können eine ganze Menge lernen aus unserer Vergangenheit, im Glauben voranzugehen, auch wenn wir keine Mittel haben und wenn wir wirklich so gut wie nichts haben, aber mit dem Wenig, was wir haben, alles geben, dann kann Gott es segnen. Stück für Stück hat er 1849 unsere erste Zeitschrift gesegnet, und wir werden sehen, wie dieser Weg, auch wenn er manchmal dornig ist, weitergegangen worden ist. Und wir können mit vollem Recht sagen: Auch diesmal, wir haben nichts zu befürchten für die Zukunft, es sei denn, wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat. Ihr Lieben, wir haben jetzt gleich das Offenbarungsseminar. In fünf Minuten geht es weiter. Und bis dahin wünsche ich Gottes Segen und bis dann. Amen.


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