In dieser Folge von „Die Zeit des Endes“ blickt Christopher Kramp auf das Jahr 1851 zurück, ein entscheidendes Jahr in der frühen Adventgeschichte. Er beleuchtet die theologischen Entwicklungen, wie die Auseinandersetzung mit dem Heiligtum und die Entstehung neuer Schriften. Gleichzeitig werden die persönlichen Herausforderungen der Pioniere wie James und Ellen White thematisiert, die mit finanziellen Schwierigkeiten und Anfeindungen zu kämpfen hatten. Ein besonderer Fokus liegt auf der bahnbrechenden Interpretation von Offenbarung 13 durch J.N. Andrews, die die USA als das Tier aus der Erde identifiziert.
Die Zeit des Endes: 60. Das Tier aus der Erde (1851 Teil 1)
Christopher Kramp · Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er) ·Themen: Adventgeschichte, Gemeinde, ZeugnisWeitere Aufnahmen
Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)
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Transkript
[0:00] Einen wunderschönen guten Abend und herzlich willkommen im neuen Jahr 2015 zu unserer Serie "Die Zeit des Endes". Schön, dass ihr da seid. Herzlich willkommen und schön, dass ihr eingeschaltet habt auf joelmedia.de oder wenn ihr später diese Aufnahme euch anschaut, zu unserer 60. Folge und heute heißt es "Das Tier aus der Erde". Wir schreiten voran in der Adventgeschichte und wollen einige Neuigkeiten, einige neue Entwicklungen im Jahre 1851 in den ersten Monaten bis zum Sommer heute betrachten. Es gibt viel zu entdecken, viel zu lernen und auch manches zu staunen heute und deswegen möchte ich uns einladen, dass wir gemeinsam mit einem Gebet beginnen und dann starten wir das Thema. Lasst uns gemeinsam beten.
[0:46] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass auch in diesem neuen Jahr wir immer noch lernen dürfen aus der Geschichte, dass wir immer noch sehen dürfen, dass du dein Volk führst und dass durch all die Schwierigkeiten, die Höhen und Tiefen du immer wieder die Wahrheit hast leuchten lassen. Und so möchten wir dich bitten, dass auch wenn wir jetzt in das Jahr 1851 gehen und einige Dinge dort uns anschauen wollen, die uns zu dem gemacht haben, was wir sind, dass du uns Weisheit schenkst, die Lektionen daraus zu lernen für uns, für unseren Alltag und auch für unsere Gemeinde. Sei du bei uns, halte alle Störende fern und sprich du mit deinem Heiligen Geist zu uns durch die Worte der Inspiration, die wir lesen werden. Im Namen Jesu. Amen.
[1:25] Das Jahr 1851 war das siebte Jahr mittlerweile nach der großen Enttäuschung. Wir haben in den letzten Wochen oder letzten Monaten gesehen, wie in den Jahren von 1844 bis 1850 das Fundament gelegt worden war. Das Heiligtum ist entdeckt worden, der Sabbat ist entdeckt worden und auf diesem festen Fundament begann jetzt ein etwas zögerlicher, aber immer erfolgreicherer Missionseinsatz unserer Pioniere. Trotzdem haben sie weiter noch an diesen Fundamenten studiert, vor allem die beiden hier. Zur linken Hand haben wir Joseph Bates und zur rechten haben wir, noch nicht so oft gesagt, das ist wild, aber oft schon genannt, Hiram Edson. Beide studieren um 1851 weiter an dem Heiligtum und kommen zu unterschiedlichen neuen Erkenntnissen, wo wir zunächst einmal die von Joseph Bates hier betrachten wollen, weil sie war durchaus gefährlich. Er hatte schon Ende 1850 ein Traktat drucken lassen, auf eigene Kosten, ohne Absprache mit den Brüdern und Schwestern, wo er eine Erklärung des typischen und antitypischen Heiligtums vornehmen wollte, mit einer Karte, mit Illustrationen, eigentlich ganz wunderbar. Aber in diesem Traktat formuliert er eine persönliche Idee, die ihm so gekommen ist im Studium und die ist äußerst interessant. Ich lese das hier mal übersetzt. Er sagt, diese sieben Punkte, im großen Versöhnungstag wurde das Blut ja siebenmal gesprengt. Er sagt, diese sieben Punkte des Blutes auf dem goldenen Altar und vor dem Gnadenthron, so glaube ich, stellen die Dauer, die Duration, die Dauer des Gerichtes dar, an den Heiligen, im Allerheiligsten. Und wenn diese Zeit vorbei ist, diese sieben Jahre, dann wird Jesus wiederkommen. Jetzt, wenn ihr gut in Mathe seid, werdet ihr wissen, sieben Jahre, von wann hat er wahrscheinlich angerechnet? Von dem Beginn des großen Versöhnungstages 1844 bringt uns wohin? 1807 Jahre dazu? 1851. Das heißt, da war schon wieder Brisanz in der Luft. Obwohl unsere Pioniere bis dahin von Zeitberechnungen Abstand gehalten hatten, spätestens seit 1845, kommt einer nochmal auf die Idee und sagt, das wäre doch schön, wenn vielleicht Jesus 1851 wiederkommen könnte. Er schreibt das nicht so ganz explizit, so ein bisschen um die Ecke gedacht, aber es steht da und es beeinflusst einige wenige. Insbesondere dort, wo Bates hingeht und predigt, da erwähnt er das auch und sagt, sieben Mal und dann sieben Jahre und bald. Naja, bald ist es mal so im Hinterkopf, wird gleich nochmal wichtig werden.
[4:11] Währenddessen sind Ellen White und James White, Ellen White zu dem Zeitpunkt 23 Jahre und James White 29, wirklich schwer beschäftigt, damit diese neue Zeitschrift, die gerade in den letzten Monaten entstanden ist, der Review and Herald, immer wieder rechtzeitig fertig zu bekommen. Sie wohnen zu der Zeit hier oben rechts in Paris, in Maine. Sie sind ja in den letzten Jahren ständig umgezogen. Ich war auch ihre beiden Kinder, sind in der Obhut von anderen, quer verteilt in den USA. Und so bringen sie alle zwei Wochen diese Zeitschrift heraus, das Second Advent Review and Sabbath Herald. Und da geht es natürlich immer noch um solche Themen wie den Sabbat und die 2300 Tage des Heiligtums. Und man notiert, dass es ein immer größeres Interesse an der dritten Engelsbotschaft gibt. Die ersten Jahre nach 1844 gab es überhaupt kein Interesse. Aber immer mehr Menschen fragen sich, ob da nicht doch Wahrheit dran ist. Und entsprechend gibt es Berichte. Doch hinter dem positiven Inhalt der Zeitschrift und diesen guten Nachrichten, dass es vorangeht im Werk und dass immer mehr dazukommen, brodelt es hinter den Kulissen gewaltig. Hier mal ein Zeugnis von Ellen White aus der Zeit. Sie sagt, wir litten viele Entbehrungen. Wir waren bereit, billig zu leben, um die Zeitung zu unterstützen. Mit anderen Worten, wir gönnen uns nichts und alles, was wir irgendwie übrig haben, stecken wir da in die Kosten für diese Zeitschrift. Mein Mann hatte Verdauungsprobleme. Wir konnten weder Fleisch noch Butter essen und waren gezwungen, auf alle fettigen Speisen zu verzichten. Wenn man diese Dinge vom Tisch eines armen Bauern nimmt, bleibt nur noch eine äußerst spärliche Nahrung übrig. Gesundheitsbotschaft war ja noch lange nicht aktuell. Und wir arbeiten so hart, dass wir kräftigende Nahrung brauchen. Mit anderen Worten, sie haben Mühe, überhaupt genügend Essen auf den Tisch zu bekommen, um sich richtig ernähren zu können. Wir hatten viel zu tun und saßen oft bis Mitternacht und manchmal bis 2 oder 3 Uhr morgens, um Korrektur zu lesen. Und was noch schlimmer ist, kommt jetzt. Wir hätten diese Extrastrapazen besser ertragen können, wenn wir die Sympathie unserer Geschwister in Paris, Maine gehabt hätten und wenn sie unsere Arbeiten und Bemühungen, die Sache der Wahrheit voranzubringen, wertgeschätzt hätten. Nicht genug Essen, nicht genug Schlaf und dann noch Geschwister, die wirklich so ein bisschen auf Abstand sind. Das hat ihnen extrem zugesetzt. Mentale Anstrengungen und Entbehrungen reduzierten sehr schnell die Kraft meines Ehemannes. Also es ist alles andere als rosig Anfang 1851 im Leben dieses jungen Ehepaars.
[6:55] Nun, Anfang 1851 hat man endlich ein großes Geheimnis endgültig beweisen können, nämlich dass die Erde sich dreht. Wie würdet ihr beweisen wollen, dass die Erde sich dreht? Könntet ihr euch ein Experiment vorstellen, wie man das beweisen kann? Am 3. Januar kommt ein Physiker mit Namen Foucault auf ein brillantes Experiment. Er geht in seinen riesigen Keller und stellt ein großes Pendel auf und das ist so abgeschirmt, dass es keinen Einfluss von außen gibt und er lässt es einfach ganz langsam pendeln und beobachtet, wo es lang pendelt und mit der Zeit, ich habe mal hier so ein Experiment mitgebracht, mit der Zeit verändert sich das Pendel, ohne dass irgendwas drauf eingreift und dadurch hat er bewiesen, dass die Erde sich dreht. Ziemlich spektakulär, die Leute waren völlig aus dem Häuschen. Naja, weitaus dramatischer ging es in China zu. Am 11. Januar bricht der sogenannte Taiping-Aufstand aus. Habt ihr mal was gehört vom Taiping-Aufstand? Solltet ihr mal gehört haben. Erstens war das der blutigste Bürgerkrieg in der gesamten Menschheitsgeschichte. In den nächsten Jahren sterben dort mehr als 50 Millionen Menschen. Das sind also Opferzahlen, die eigentlich mit dem Zweiten Weltkrieg zu vergleichen sind. Und es ist aus unserer Sicht deswegen so interessant, weil die Taiping christlich beeinflusst waren. Sie haben sich gegen den Konfuzianismus gewendet und einige von denen haben den Sabbat gehalten. Und bis heute gehen die Meinungen darüber auseinander, ob es sich um echte Christen handelte oder ob es sich um Fanatiker handelte, die der Satan Quartiere geleitet hat. Es gibt wenig Quellen so ganz genau über diese Taiping, aber jedenfalls werden wir die nächsten Male ab und zu vielleicht noch drauf zu sprechen kommen. Jedenfalls das geht 1851 dort los.
[8:43] Für die Whites bedeutet es natürlich auch, ihre Aufgabe ständig zu reisen, zu Konferenzen hier nach New Ipswich und dann nach Washington in New Hampshire, ja nicht die Hauptstadt. Und dort treffen sie in Washington jenen Prediger, den Frederick Wheeler. Vielleicht könnt ihr euch auch an den erinnern. Das war der, der 1844 als allererster Milleriten-Prediger den Sabbat angenommen hatte von jener Frau, der Rachel Oakes Preston. Und interessanterweise hat jener Bruder Wheeler jetzt auch die dritte Engelsbotschaft angenommen und wurde Sabbat-Adventist mit dem Heiligtum und allem drum und dran und hat auch die Gabe der Weissagung akzeptiert. Die Rachel Oakes Preston dagegen nicht. Sehr interessant. Die hat von Gerüchten gehört bezüglich Ellen White und James White und wollte mit denen nichts zu tun haben. Naja, und den haben wir letztes Mal glaube ich auch schon oder das war davor vorgestellt, den jungen J.N. Andrews. 21 Jahre alt, ein brillanter junger Mann. Er wollte eigentlich Politiker werden, hat sich dann aber dann für die dritte Engelsbotschaft entschieden und ohne Ausbildung, ohne großartige formale Erziehung geht er in das Feld und predigt und schreibt Artikel und wird schnell einer der brillantesten Pioniere, die wir so hatten. Hier ein Artikel von ihm über den Fortbestand des Gesetzes. In der Zeit fängt man auch immer mehr an, sich darüber Gedanken zu machen, wie man die Kinder noch zu Jesus führen kann. Man ist ja größtenteils der Meinung, dass die Hauptmasse der Welt schon mehr oder weniger verloren ist. Aber die Kinder, die 1844 noch zu klein waren, die können auf jeden Fall noch das Evangelium kennenlernen. Und Bates schreibt da einiges drüber. Und Bates war immer wieder gut für außergewöhnliche Ideen. Er schreibt auch einen Artikel über die richtige Gebetshaltung. Und er zeigt aus der Bibel, oder so meint er, zeigen zu können, dass die richtige Gebetshaltung eben nicht das Falten der Hände ist, sondern, könnt ihr das schätzen, das Aufheben der Hände. Hat sich nicht so richtig durchgesetzt, aber nur, dass ihr mal das gehört habt, dass sie auch darüber mal diskutiert und studiert haben. James White bringt im Januar ein kleines Büchlein heraus über den Sabbat. Wann ist der Sabbat eingesetzt worden und so weiter und so fort. Also der Sabbat war nach wie vor das absolute Zentrum ihres Denkens.
[11:11] Dann, Ende Januar, gibt es eine Einladung für eine Konferenz hier oben nach Camden. Und eigentlich konnten Ellen White und James White ja immer mit ihrem neuen Pferd und ihrem Wagen reisen. Aber diesmal hatten sie den ausgeliehen, die Kutsche mit dem Pferd an Andrews und jemand anders. Und so mussten sie wieder sehr umständlich reisen, hatten ein bisschen Geld zusammengespart für die Reisekosten. Als sie dann auf dem Weg aber Geschwister finden, die auch zur Konferenz wollen, aber kein Geld haben, geben sie all ihr Geld für diese armen Geschwister aus und müssen dann selbst sehen, wie sie vorankommen. Was dazu führt, dass sie drei Tage ohne richtige Decke, ohne Schutz im Schnee durch die Prärie quasi fahren. Und wenn man drei Tage lang ohne richtige Wärme durch den Schnee fährt, dann wird man schnell krank. Jedenfalls kommen sie ohne Geld völlig erschöpft und herdurchgefroren an dort in Camden und kriegen den Schock ihres Lebens. Denn in der Zwischenzeit hat man angefangen, sich zu wundern, warum die Whites immer so viel Geld ausgeben für andere. Und außerdem haben die ja so ein gutes Pferd. Könnte es sein, dass James White sich heimlich bereichert. Und so stellen sie fest, dass die Geschwister untereinander angefangen haben, über sie zu reden und zu vermuten, hey, also der James White, der ist wahrscheinlich unehrlich. Und was sie noch mehr erschüttert ist, dass sogar Joseph Bates da mitgemacht hat. Und so erzählt er, also das kann ja nicht sein. Wo kommt das ganze Geld her? Also Klatsch und Tratsch haben ihm dann wirklich den Rest gegeben. Ellen White schreibt über James White, dies war der Lohn, den er empfing. Wir waren gezwungen, durch eine Welle der Unterdrückung zu warten. Es schien, als ob die tiefen Wassern überfluten würden und dass wir versinken würden. Das war zu viel für sie. Und es ist interessant, nicht wahr, weil manche Dinge wiederholen sich bis heute, oder? Es sind dieselben Probleme, dieselben Themen, dieselben Konflikte, die immer wieder die Gemeinde in Schwierigkeiten bringen. Und diese Sprache deutet an, das haben sie nicht auf die leichte Schulter genommen. Das hat sie wirklich tief getroffen. Dass ihre eigenen Geschwister, für die sie so viel gegeben haben, ihr letztes Hemd, anfangen, hinter ihrem Rücken schlecht über sie zu reden. Und auch auf der Rückreise ist es genauso kalt, genauso wenig haben sie zum Anziehen. Und James White erkältet sich wieder. Und nachdem er sich mehrmals erkältet hat auf der Reise, geht es auf die Lungen. Und er wird wirklich ernsthaft krank.
[13:53] Und, naja, sie schreibt dann, er sank unter seinen Anfechtungen. Er war so schwach, dass er nicht ohne Schwanken zum Druckbüro gehen konnte. Der Mann war 29 Jahre alt. Das war kein alter Mann. Er war so geschwächt durch die Mangelernährung und durch die Erkältung und dann noch den mentalen Stress und Schlafmangel und ich meine, kommt irgendwie alles dazu, was man irgendwie haben kann. Der Mann muss wahrscheinlich depressiv gewesen sein, ja? Unser Glaube wurde auf das Heftigste geprüft. Wir hatten willig Entbehrung, Mühsal und Leiden erduldet, aber doch schienen nur wenige unsere Bemühungen zu schätzen, obwohl wir doch für sie gelitten hatten. Wir waren zu betrübt, um zu schlafen oder zu ruhen. Das hat sie so fertig gemacht. Und irgendwann entscheidet James White im Januar 1851 Schluss aus. Ende aus. Ich mache das nicht mehr mit. Wenn ich so weitermache, ende ich im Grab. Und er entscheidet sich zu jeder Zeit mit der ganzen Sache aufzuhören. Er entscheidet sich, die Zeitschrift nicht weiter zu veröffentlichen und einfach ein normales Leben zu leben. Er schreibt bereits die Notiz und will damit zum Drucker gehen, damit der das dann in der nächsten Ausgabe einfügt. Und in dem Moment, als er die Hausschwelle übertritt, wird Ellen White ohnmächtig. Jetzt kann er nicht zum Drucker gehen, jetzt muss er zurückgehen, um für sie zu beten. Und so bleibt es erstmal dabei. Am nächsten Morgen bekommt Ellen White eine Vision. Gerade zum richtigen Zeitpunkt. Sie sagt, ich sah, dass mein Ehemann die Zeitung nicht aufgeben durfte, denn solch ein Schritt wäre genau das, wohin Satan versucht hatte ihn zu treiben. Und er wirkte durch Mittelsmänner, um dies zu tun. Frage, wer waren die Mittelsmänner? Die eigenen Geschwister. Jetzt stellt euch das mal vor. Ohne den Geist der Weissagung wäre die Adventbewegung wahrscheinlich 1851 irgendwo im Sand verlaufen. Mal wieder. Das ist wahrscheinlich das erste Mal, wo wir das festgestellt haben. Weil die Geschwister wohlmeinend und klug wie sie waren, in ihrem eigenen Reim, den sie sich gemacht haben, einen ihrer besten Leute wieder kaputt gemacht hätten. Ohne den Geist der Weissagung wären wir nie da, wo wir heute sind. Naja, mir wurde gezeigt, dass er weiterhin veröffentlicht sollte und dass der Herr ihn unterstützen würde. Und das war für Ellen White und für James White genug zu sagen, okay, wir gehen voran. Und Gott hat ihn gesund gemacht.
[16:14] 1851, im Anfang des Jahres, kam auch die neue Karte heraus. Ihr erinnert euch ja, dass 1842 mal so eine große Karte produziert worden war. Und man hatte die 1850 überarbeitet und jetzt auf die neuen Erkenntnisse angepasst. Hier seht ihr sie. Das ist die sogenannte 1850-Karte. Heutzutage gibt es ja wieder viel Interesse an diesen Karten. Ihr seht auch hier die Daniel-2-Statue und die Tiere aus Daniel 7 und aus Daniel 8. Viele Zahlen sind in den Hintergrund gerückt worden. Zum Beispiel hier die 677 für die 7 Zeiten, die man schon seit 6 Jahren nicht mehr studiert hat, aber auch noch nicht widerlegt hat. Bleiben Sie ein bisschen im Hintergrund hier. Schlüsselpunkt sind die 457 vor Christus. Und dann auf der unteren Seite noch viel wichtiger, natürlich 1844 hier. Übrigens ein interessantes Bild, weil das ist das Bild des Tieres. Sieht ein bisschen komisch aus, aber naja. Hier das Heiligtum, was auf der 1843-Karte natürlich noch längst nicht drauf gewesen ist. Und hier die drei Engel. Hier oben ist der erste Engel, sieht man nicht mehr. Erster Engel, dann der zweite Engel, 1843. Und dann jetzt der dritte Engel. Die Gebote Gottes und der Glaube an Jesus. Als Hilfe für die reisenden Prediger war das gedacht. Hat zwei Dollar gekostet und wurde in großen Mengen gedruckt. Diese Zeitschrift hatte immer wieder auch Gedichte. Das war so üblich damals in der Zeit. Und hier haben wir zum ersten Mal einen Namen, der sehr interessant ist. Den könnt ihr euch auch mal merken. Und zwar von einem Roswell F. Cottrell. Was gehört von dem? Cottrell war auch einer der Pioniere. Er wurde in diesem Jahr 1851 gewonnen durch Joseph Bates. Und er war von albigensischer Abstammung. Französische Abstammung von den Albigensern. Er war sein Leben lang 7-Tage-Baptist gewesen und hat jetzt den 7-Tage-Adventistischen Glauben angenommen. Er war poetisch sehr begabt und hat dann öfter mal so Gedichte geschrieben. Und in dieser Zeitschrift berichten die Leute immer wieder. Die Prediger Bates und Holt berichten davon. Das Interesse an diesem Thema wird immer größer. Und es gibt wirklich positive Rückmeldungen. Wie wir das letzte Mal schon gesehen haben. Die ersten 7-Tage-Adventisten um Heims haben mittlerweile alle Spekulationen um ein zukünftiges Datum abgelehnt und sind zurückgekehrt zur Originalposition. Das heißt, 457 vor Christus, 31 nach Christus. Die Daten, die wir auch kennen. Nur 1844 lehnen sie trotzdem ab. Die können sich nicht vorstellen, dass dort irgendetwas passiert ist. Dabei wäre die Erklärung so einfach nicht. Man müsste einfach mal lesen, was Leute wie Hiram Edson und James White zu schreiben haben, als sie über die Daniel 9 und die 2300 Tage immer wieder das so deutlich erklären. Aber das Vorurteil ist doch zu groß. Bei vielen.
[19:19] Naja. Übrigens. Im März berichtet man sogar, dass ein alter Mitarbeiter von Miller die dritte Engelsbotschaft angenommen hat. Und so wächst die Bewegung Stück für Stück. Man ist natürlich auf Spenden angewiesen. Hier haben wir Joseph Bates. Immer wieder ist der Sabbat das Hauptname. Holy Sabbat. Der Sabbat, der Sabbat, der Sabbat, der Sabbat. Und in dieser Ausgabe gibt es eine interessante Frage einer Person, die noch nicht ganz überzeugt ist. Und die will ich euch kurz mal zeigen, weil das ist wirklich spannend. Da haben wir diese Person hier. Amtruster. Und sie fragt sich, was sich hinter dieser geschlossenen Tür verbirgt. Ihr wisst ja, die Adventisten glauben und glauben heute noch an die geschlossene Tür. Und sie fragt, bedeutet das, dass es keine Bekehrung mehr geben kann seit 1844? Ist die Gnadenzeit für alle vorbei?
[20:27] Und hier kommt die offizielle Antwort von James White. Man ist ein bisschen erstaunt, wenn man das liest. Er sagt, in diesem Sinne antworten wir, dass natürlich nicht alle Bekehrungen ausgeschlossen sind. Aber wir glauben, dass diejenigen, die das ewige Evangelium gehört haben und abgelehnt haben oder sich geweigert haben, es zu hören, ausgeschlossen sind. Das heißt, alle, die 1844 bei Sinnen waren, es gehört haben und es abgelehnt haben, zu Ende. Wir haben für solche keine Botschaft. Und dann sagt er, es gibt eigentlich nur drei Gruppen von Leuten, die sich noch bekehren können. Das sind einmal irrende Brüder. Das heißt eigentlich Adventisten, die nur den Weg verloren haben. Leute, die 1844 dabei waren, geglaubt haben und in der Zwischenzeit abgefallen sind. Die in so einem Laodizea-Zustand sind. Unsere Pioniere haben damals Laodizea auf die anderen Adventisten, die ersten 7-Tage-Adventisten bezogen. Also das sind die einen, die sich noch bekehren können. Zweitens, Kinder können sich noch bekehren, die damals noch nicht alt genug waren. Und deswegen hat er auf der Bates zu viel darüber geschrieben. Und weil Gott nämlich nicht wahrgerecht ist und er jedem intelligenten Wesen eine Chance gibt, um gerettet zu werden. Also die anderen Adventisten können noch gerettet werden. Kinder können gerettet werden. Eine dritte Gruppe. Jetzt merkt man diesen Übergang von dem alten Begrenzenverständnis zu dem Verständnis, das wir heute haben. Er sagt, zur Zeit von Elia gab es ja auch mehr Gläubige, als Elia dachte. Elia dachte auch, ich bin der Einzige und da waren noch 7000. Und dann sagt er, wir glauben, dass Gott für sich selbst eine große Menge, eine Multitude, eine Menge von kostbaren Seelen für sich zurückgehalten hat. Manche sogar noch in den Kirchen. Also es klingt so, ob ihr es euch glauben könnt und nicht sogar noch in den Kirchen. So wie in der evangelischen Kirche oder der baptistischen Kirche. Da könnte es tatsächlich auch noch Gläubige geben. Und Gott wird dafür sorgen, dass sie noch zur Wahrheit kommen. Und sie haben nur allem Licht gefolgt, das sie hatten. Und so weiter und so weiter. Und sie werden dann noch zur Wahrheit bekehrt werden und von ihren Irrtümern. Aber, jetzt schaut mal her, aber wir glauben nicht, dass wir eine Botschaft an sie haben. Das heißt, in dieser Übergangsphase hat man geglaubt, ja da gibt es noch ganz viele Kinder Gottes, aber um die kümmert sich Gott. Unsere Aufgabe als Sabbat-Adventisten ist nur, den anderen Adventisten den Sabbat zu bringen. Und das Heiligtum. Also selbst 1851, sechseinhalb Jahre nach der großen Enttäuschung, ist es noch keinem unserer Pioniere auch nur eingefallen, zu den Katholiken zu gehen oder zu den Baptisten oder vielleicht sogar zu den Atheisten. Mit Intention, ja. Wenn da einer mal zufällig dabei war, gut und schön. Er sagt, unsere Botschaft gilt den Laodizianern. Die in Laodizea, die abgefallenen Adventisten, das ist unsere Botschaft. Interessant nicht, ja? Einfach spannend.
[23:33] Hier ein anderes Artikel, immer wieder gerne diskutiert, die zwei Gesetze. Bis heute kennen wir das Gesetz Gottes und das Gesetz Mose. Unser gutes Verständnis, dass die zwei getrennt sind, ansonsten hätte man ein Problem mit dem Sabbat. Und interessanterweise, in dieser neuen Zeitung, die man herausbringt, gibt es keine Vision von Ellen White mehr. Weil man ja insbesondere jetzt die anderen Adventisten erreichen möchte, die nicht an die Geister Weissagung glauben, hat man sich entschieden, keine Vision von ihr abzudrücken. Stattdessen schreibt James White hier zum ersten Mal einen Artikel allgemein über die Geistesgaben und erklärt, dass es in der Gemeinde ja auch Geistesgaben geben muss, ohne Ellen White zu erwähnen. Obwohl sie eine Frau ist, sicher? Da sieht man also, zu einem frühen Zeitpunkt haben sie schon verstanden, welches Verhältnis Ellen White auch in der Mission haben sollte. Und in der Botschaft. Man hat sie nicht erwähnt erst mal und ist da sehr vorsichtig mit umgegangen.
[24:37] Und noch ein kurioser Artikel, wo wir schon dabei sind, nicht, ja? Heißt übersetzt, die Zeit, wann man den Heiligen Sabbat beginnen sollte. Nach wie vor war das ein bisschen diskutiert worden und so setzt sich der Apostel des Sabbats hin und schreibt einen langen Artikel und sagt, naja, einige glauben, dass der Sabbat mit Sonnenuntergang beginnt. Andere glauben, dass er Mitternacht beginnt. Andere glauben, dass er am Morgen beginnt. Aber wir werden jetzt die wahre Zeit von der Bibel herausfinden. Klingt doch toll, oder? Und dann zitiert er. Erste Mose 1, Vers 3. Von Abend, also aus Abend und Morgen war der erste Tag. Man denkt schon, naja, jetzt ist er auf dem richtigen Weg, nicht wahr? Und dann schreibt er. Und deswegen sind wir in völliger Harmonie mit dem biblischen Zeugnis. Nämlich, dass es von 6 Uhr abends ist. Bumm. Der Apostel hat gesprochen. Und er hat interessante Gründe. Ich würde mal behaupten, wenn der predigen würde, dass über die Hälfte von uns alle sagen, okay, stimmt, das macht Sinn. Er sagt nämlich, wenn es von Sonnenuntergang bis Sonnenuntergang wäre, was würden dann die Leute am Nordpolarmeer machen? Und was würden die Leute in der Antarktis machen? Weil da ist ja manchmal ein halbes Jahr Tag und ein halbes Jahr Nacht. Da kann man den Sabbat nicht feiern. Und das ist sein Grund zu sagen, deswegen kann es ja nicht von Sonnenuntergang zu Sonnenuntergang sein. Deswegen müssen wir es so machen wie am Äquator, weil da ist es ganz sicher. Und mehrmals sind diese Artikel geschrieben worden. Und das zeigt auch, dass unsere tollen Pioniere mit all dem, was sie wussten, selbst 6, 7 Jahre nachdem sie schon studiert haben, immer noch so knapp daneben waren. Es zeigt auch, wie menschlich die waren. Und das war aber mittlerweile absolut der Standard. Alle Pioniere, James White, Ellen White und so weiter, haben alle um 18 Uhr alles fallen lassen. Egal, ob die Sonne noch halb im Zenit stand oder ob es schon seit 3 Stunden dunkel war. Das spielte keine Rolle. Um 18 Uhr ging das Sabbat los.
[26:36] Am 1. Mai eröffnet Königin Victoria in London die erste Weltausstellung. The Great Exhibition. Dazu ist extra dieser Crystal Palace gebaut worden. Es ist so ein erstes Startsignal in diesem industriellen Zeitalter. Die Welt wird globaler, sie wird technischer und das Interesse an solchen Dingen wird immer größer. Und das ist natürlich so ein interessantes Nebenereignis, das man durchaus mit im Hinterkopf haben sollte. Und zu Pionieren hat das herzlich wenig interessiert. Die haben in den Review and Harrods, kommen nicht mal Botschaften vom Papst oder so. Das war alles relativ uninteressant, weil man sich allein auf die anderen Adventisten konzentriert hat. Nun, ansonsten ging es immer um die gleichen Sachen. Das Sabbat, Studium über den Sonntag, Sabbat in der Kirchengeschichte, Heiligtum, Daniel 11, solche Dinge.
[27:37] Am 14. Mai 1851 hat Ellen White eine interessante Vision, die wir ganz kurz hier notieren wollen. Sie sagt, am 14. Mai 1851 sah ich die Schönheit und Lieblichkeit Jesu. Als ich seine Herrlichkeit schaute, kam mir nicht in den Sinn, dass ich je von seiner Gegenwart getrennt sein könnte. Und gerade zu dieser Zeit ist es wichtig, immer wieder den Fokus auf Jesus zurückzulenken. Wenn man immer nur über den Sabbat predigt und den Sabbat und den Sabbat, kann man leicht in so ein dogmatisches Fahrwasser kommen. Und dann schreibt sie einige Dinge über praktischen Glauben. Ich sah ein Licht von der Herrlichkeit ausgehen, die den Vater umgab. Und als es nahe zu mir kam, zitterte ich wie ein Blatt am Baum. Ich dachte, wenn es mir noch näher käme, würde ich sterben. Aber das Licht ging an mir vorbei. Dann konnte ich mir einen Begriff von dem großen und schrecklichen Gott machen, mit dem wir es zu tun haben. Ich sah aber auch, welchen schwachen Begriff manche von der Heiligkeit Gottes haben und wie oft sie seinen heiligen und ehrwürdigen Namen unnütz führen, ohne daran zu denken, dass es der große und schreckliche Gott ist, von dem sie sprechen. Während des Gebetes gebrauchen viele unachtsamerweise unerbittliche Ausdrücke, die den sanften Geist des Herrn betrüben. Und deshalb werden ihre Gebete im Himmel nicht angenommen. Das nächste Zitat ist relativ bekannt. Ich sah auch, dass viele nicht erkennen, wie sie sein müssen, um in der Zeit der Trübsal ohne einen hohen Priester im Heiligtum vor Gottes Angesicht zu leben. Jene, die das Siegel des lebendigen Gottes empfangen und in der Zeit der Trübsal beschützt werden, müssen das Bild Jesu vollkommen widerstrahlen. Ich sah, dass viele die so sehr nötige Vorbereitung versäumten und auf die Zeit der Erquickung und auf den Spätregen schauten, die sie bereit machen sollten, am Tag des Herrn zu bestehen, vor seinem Angesicht zu leben. Also viele haben gedacht, naja, wenn der Spätregen kommt, dann werde ich charakterlich verändert werden. Wenn Gott seinen Geist ausgießt, dann werde ich verändert werden. Oh, wie viele sah ich in der Zeit der Trübsal ohne irgendeinen Schutz. Sie hatten die nötige Vorbereitung vernachlässigt und konnten deshalb nicht die Erquickung empfangen, die alle haben müssen, um vor dem Angesicht eines heiligen Gottes zu leben. Und das ist super aktuell. Manchmal denken wir auch, naja, wenn erstmal der Spätregen kommt, wir beten um den Spätregen und dann verändern wir uns. Ja, der Spätregen kommt, aber der Spätregen tut nicht das, was wir jetzt schon tun können. Jene, die sich nicht durch die Propheten, also durch den Geist der Weissagung, zurichten lassen wollen, die es versäumen, ihre Seelen zu reinigen, indem sie der ganzen Wahrheit gehorchen und ihren Zustand für besser halten, als er wirklich ist, während zur Zeit der Plagen aufwachen und erkennen, dass es nötig ist, für den Bau behauen und zugerichtet zu werden. Aber dann wird dafür keine Zeit mehr sein. Und es wird keinen Mittler mehr geben, der ihre Sache vor dem Vater vertritt. Vor dieser Zeit ist die schreckliche Ernsterklärung ausgegangen. Da kommt das Zitat aus Offenbarung 22. Wer böse ist, der sei fernan böse. Wer unrein ist, der sei fernan unrein. Aber wer fromm ist, der sei fernan fromm. Und wer heilig ist, der sei fernan heilig. Ich sah, dass keiner an der Erquickung, also am Spätregen, teilhaben kann, der nicht den Sieg über jegliche Sünde, über Stolz, Selbstsucht, Liebe zur Welt und über jedes unrechte Wort und jede unrechte Tat erlangt hat. Also viel deutlicher kann man es so wirklich nicht schreiben, oder? Also manchmal gibt es ja so Diskussionen. Geht das so, geht das nicht? Nicht wahr und wahr. Vielleicht gibt es die Bibelstellen und die Bibelstellen. Manchmal macht Ellen White die Sachen so deutlich klar, das tut schon fast weh. Also zumindest kann man sagen, es ist klar, was die Wahrheit ist. Es ist wirklich klar. Und deutlich. Wir sollten deshalb immer näher zum Herrn kommen und ernstlich danach trachten, diese nötige Vorbereitung zu erlangen, die uns befähigt, im Kampf am Tag des Herrn zu bestehen. Lasst uns immer daran denken, dass Gott heilig ist und dass noch heilige Wesen ewig in seiner Gegenwart wohnen können. Also näher zu Jesus.
[31:45] Und dann am 19. Mai eine Ausgabe des Second Advent Review and Herald, die absolut Geschichte gemacht hat. Sieht erstmal nicht so aus, nicht wahr? Hier ein Artikel, ein Leitartikel mit dem Titel Thoughts on Revelation 13 und 14. Heißt übersetzt, Gedanken über Offenbarung 13 und 14. Klingt erstmal so, naja. Autor ist J.N. Andrews, 21 Jahre alt. Und dieser Artikel geht in die Geschichte, eigentlich fast in die Kirchengeschichte ein. Weil er ist der Allererste. Er will nochmal Offenbarung 13 und 14 gründlich studieren, nochmal alles zeigen in der 1. Engelsbotschaft, 2. Engelsbotschaft und 3. Engelsbotschaft. Und eine Sache war bisher immer noch völlig unklar. Wer ist dieses Bild des Tieres? Wer ist dieses zweite Tier aus Offenbarung 13? Nicht wahr? William Miller hatte geglaubt, das ist die katholische Kirche. Aber das war ziemlich klar, dass das nicht so ist, weil das erste Tier ist schon die katholische Kirche und nicht das zweite Tier. Und dann der Josiah Litch hat gedacht, vielleicht ist es Napoleon damals mit dem französischen, also mit dem atheistischen Frankreich. Aber das hat er dann auch wieder verworfen. Und so war man irgendwie unsicher. Und es scheint so zu sein, dass Andrews nicht der Einzige war. Wahrscheinlich haben sie das studiert, Bates und White und Andrews und verschiedene. Aber er ist derjenige, der das aufschreibt, der den Artikel schreibt mit seinen 21 Jahren. Und der erste Ausleger in der Geschichte der Menschheit ist, der sagt, das zweite Tier aus Offenbarung 13, das ist unser Land, das sind die USA. Und dieser berühmte Vers, ich sah ein anderes Tier aus der Erde aussteigen und es hatte zwei Hörner gleich einem Lamm. Er beschreibt genau die Entstehung der Besiedlung Amerikas, wie die Pilgerväter dort herankommen. Er studiert das biblisch, er studiert die Geschichte, zeigt das alles auf. Er zeigt, wie diese beiden Hörner für Republikanismus und Protestantismus stehen. Für eine Verfassung ohne König und eine Kirche ohne Papst. Und die Trennung von Kirche und Staat, dieses lammähnliche Wesen. Und bis dahin hätten wahrscheinlich alle Amerikaner gesagt, preis den Herrn. Wir haben es zwar bisher noch nicht gesehen, aber das macht Sinn. Das freut uns, Amerikaner Prophetie. Aber die Prophezeiung hat eine wirklich außergewöhnliche andere Seite der Medaille. Nämlich, es heißt, ich sah ein anderes Tier aus der Erde aufsteigen und es hatte zwei Hörner gleich einem Lamm und es redete wie ein Drache. Und der Teil war zur Zeit von J.N. Andrews 1851 nun wirklich nicht zu sehen. Die USA waren immer noch eines der friedliebendsten Nationen, die es damals auf der Welt gab. Jeder Mensch, der Freiheit suchte, ist in die USA gegangen. Also wenn man heute fragt, wie viel Prozent der Bevölkerung USA mit Freiheit verbinden würden, dann wahrscheinlich weniger. Aber damals waren die USA der Prototyp für ein wirtschaftlich erfolgreiches, geistlich offenes, freies, wunderbares christliches Land, wo es nicht besser sein könnte. Und manchmal ist es ja so, dass prophetische Ausleger sich von ihrer Zeit beeinflussen lassen. Aber in der Zeit zu sagen, die USA werden einmal die ganze Welt beherrschen, unterdrücken und Gesetze erlassen, die die Religionsfreiheit einschränken lassen, das ist ungefähr so, als wenn man behauptet, dass die Schweiz irgendwann mal zum größten Banken-Terrorstaat der Welt wäre. Unvorstellbar. Wie soll das gehen? Das ist genau das Gegenteil. Und das ist natürlich eine unpopuläre Position, wenn man als amerikanischer Gläubiger die Bibel auslegt, um amerikanische Gläubige zu gewinnen und zu sagen, unser Land ist quasi der letzte Feind der Gläubigen. Damit macht man sich auf jeden Fall nicht populär. Und trotzdem schreibt er es. Und er hat keine Ahnung gehabt, wie deutlich sich das erfüllen würde. Schon jetzt, wo wir heute leben, sehen wir das vor unseren Augen. Immer deutlicher. So schreibt er das. 19. Mai 1851. Bis dahin hatte er keine Ahnung davon. Und das war das erste Mal, dass das, was uns heute bewusst ist, in unserer Literatur aufgetaucht ist.
[36:02] Aber natürlich interessiert er sich auch für andere Dinge. Er schreibt über den Sabbat wie kaum ein anderer. Und schon bald wird deutlich, der Mann hat echtes Potenzial. Aber man würde denken, vielleicht war das so ein 21-jähriger Studiosus, der zu Hause saß und tausend Bücher gelesen hat, so ein Bücherwurm. Und studiert hat wie kein anderer. Die Wahrheit ist, J.N. Andrews war aus ganz anderem Holz geschnitzt. Er war ein reisender Prediger. Schaut mal hier, was er beschreibt, als er gemeinsam mit Hiram Edson auf Missionstour ist. Ein Teil unserer Reise war durch neues Land. Die Straßen waren neu und unwirksam, über Hügelchen, Baumstümpfe und unebene Wege, Schlammlöcher und umgefallene Bäume auf unserem Weg. Ein Großteil unserer Route verlief durch tiefe Täler und tiefe, enge Schluchten mit fast senkrechten Felswänden, sodass umgefallene Bäume, die von einer Felswand zu anderen reichten, etliche Meter über unseren Köpfen waren, als wir durchfuhren. Dann mussten wir wieder die Berge und Höhlenhügel der Allergenies erklettern. Aber geführt von der guten Hand unseres Gottes fanden wir eine Anzahl der verstreuten Erwählten des Herrn, hier und da auf den Bergen und Hügeln. Der beschreibt dort keinen Wanderurlaub. Der beschreibt dort sein tägliches Brot, von Ort zu Ort zu gelangen, zu Fuß, per Kutsche, berghoch, bergrunter, durch die Schluchten. Durch den Wald. Man würde nicht denken, dass ausgerechnet jemand wie er etwas in der Bibel entdeckt, was vor ihm 1800 Jahre lang niemand entdeckt hat. Aber da ist eine ganz tiefe Wahrheit dahinter. Es sind nicht diejenigen, die sich einschließen und alle Bücher der Welt gelesen haben, die die Wahrheit entdecken, sondern diejenigen, die ihr letztes Hemd geben, auch die unangenehmen Dinge zu tun, die ihre Hände schmutzig machen, die oftmals die größten Wahrheiten in der Bibel entdeckt haben. Ganz interessantes Prinzip.
[37:49] Naja, gehen wir weiter. Wir sind schon im Juni angelangt, gleich zu Ende. James White hat hier einen kolossalen Artikel über das Gleichnis, Matthäus 25. Noch einmal betont er daran, wie die ganze Adventgeschichte bis dahin, von Miller bis zu dem Zeitpunkt, eine Illustration ist oder eine Erfüllung von dem Gleichnis von den törichten und weisen Jungfrauen. Und, für alle, die das studieren und interessiert, auch gerade wegen den Posaunen, es gibt immer wieder Leute, die die siebte Posaune irgendwie in die heutige Zeit verlegen wollen, James White und andere sind sich sehr sicher, die siebte Posaune begann 1844. Und dann endet am 9. Juni auch schon dieser erste Jahrgang dieser Zeitschrift. Und James White macht sich Gedanken, er sagt, und das ist auch wieder so eine praktische Erwägung, wie praktisch er eigentlich war, wenn wir hier so ganz im Nordosten der USA sind, dann kostet es zu viel, die ganzen Zeitschriften ins ganze Land zu verteilen. Wir müssen irgendwie unser Büro an einen anderen Ort bringen, wo wir zentraler sind. Und so fragt er, wo er dann am besten hinziehen sollte, damit die Kosten reduziert werden können. Außerdem schlägt er vor, lass uns doch die Zeitschrift jede Woche rausbringen. Also noch mehr Arbeit. Das war ihr Geist.
[39:08] Nun, da Ellen White nicht mehr in dieser Zeitschrift großartig zitiert wird, fehlt den Geschwistern jetzt ein bisschen der Zugang zu ihren Visionen. Und so häufen sich die Anfragen, können wir nicht irgendwie die ganzen gesammelten Visionen von Ellen White mal irgendwie so bekommen. Weil man hat da mal was gelesen, da mal was gelesen, aber es wäre doch schön, das mal alles zusammen zu haben. Und so beginnt Ellen White im Sommer 1851 die wichtigsten Visionen, die sie in den letzten sechs Jahren gehabt hat, mal zu sammeln. Und vielleicht eine extra Ausgabe zu machen, wo man alles mal so zusammen haben könnte. Würde ja auch Sinn machen. Und da ist sie schwer mit beschäftigt. Und dann im Juni gibt es zwei größere Konferenzen hier in der Bundesstadt New York. Zunächst einmal in Camden und dann in West Middleton. Und hier in Camden gibt es eine Vision am 21. Juni, die das Problem von dem Joseph Bates nochmal angeht. Ihr erinnert euch, der wollte diese Zeitberechnung da reinbringen mit diesen sieben Jahren. Und nicht viele haben dem geglaubt, aber doch einige Geschwister hier in Vermont und New Hampshire haben sich davon mitreißen lassen. Und so bekommt Ellen White am 21. Juni folgende Vision. Auch die ist sehr aktuell, weil es bis heute immer wieder Leute gibt, die irgendwie das Gefühl haben, wir brauchen mal wieder so eine Zeitprophezeiung, damit wir mehr Kraft in der Botschaft haben. Der Herr hat mir gezeigt, dass die dritte Engelsbotschaft voranschreiten soll und den verstreuten Kindern des Herrn gepredigt werden muss und dass sie nicht an Zeit gehängt werden sollte. Denn Zeit wird nie wieder eine Testfrage sein. Es hat in den letzten Jahrzehnten immer wieder Leute mal gegeben, die gesagt haben, ah, könnte es nicht sein, ich will mal hier die Zeit prophezeien oder das und das nochmal als zweite Erfüllung nochmal 1.335 Tage hier oder 120 Jahre oder was auch immer. Sie sagt, Zeit wird nie wieder eine Testfrage sein. Ich sah, dass einige in falsche Aufregung gerieten, weil Zeit gepredigt wurde. Außerdem sah ich, dass die dritte Engelsbotschaft stärker ist, als es eine Zeit sein könnte. Lasst euch mal den Satz auf der Zunge zergehen. Unsere Botschaft ist noch stärker als eine Zeitprophezeiung. Wir haben alle gemeinsam studiert, was für eine Wirkung die Zeitbotschaft von 1844 entwickelt hat. Als es hieß 1844, 1843 erst, 1844, da war so eine gewaltige Macht dahinter. Und viele haben später gedacht, Mensch, wir bräuchten mal wieder so einen richtigen Push. Vielleicht brauchen wir ein neues Datum. Aber Ellen White sagt, die dritte Engelsbotschaft, wenn sie richtig verstanden ist, hat noch mehr Macht, hat noch mehr Kraft, als irgendeine Zeitprophezeiung es haben könnte. Ich sah, dass diese Botschaft auf ihrem eigenen Fundament stehen kann und keine Zeit braucht, um bekräftigt zu werden. Und dass sie mit mächtiger Kraft voranschreiten wird und ihr Werk tun wird. Ich sah, dass einige alles so hinbiegen, dass es auf die Zeit im nächsten Herbst weist. Ich sah, dass dies falsch war und zwar deswegen. Anstatt täglich zu Gott zu kommen, um die gegenwärtige Pflicht zu erfahren, schauen sie in die Zukunft und rechnen so, als ob sie wüssten, dass diesen Herbst das Werk vollendet ist, ohne täglich ihre Pflicht von Gott zu erfragen. Ist ganz interessant, warum sie sagt, dass das falsch ist. Sie sagt, Irrlehren oder in dem Fall eine falsche Zeitprophezeiung führt dazu, dass man seine persönlichen Pflichten vernachlässigt. Und das ist der Hauptgrund, warum sie es bekämpft oder warum Gott es bekämpft. Sehr interessant.
[42:47] Naja. Und so geht halt diese erste Hälfte zu Ende mit diesen Konferenzen, wo alle Gläubigen zusammenkommen. Eine letzte Geschichte noch, bevor wir aufhören und schließen. Joseph Bates. Ach übrigens, was hat Joseph Bates gemacht, als er diese Vision mitbekommen hat? Seine schöne Theorie. Siebenmal sprengen, sieben Jahre, ist doch so toll, oder? Jetzt kriegt Ellen White eine Vision und sagt, das ist alles Quatsch. Was hat er gemacht? Er hat das getan, was wir alle tun sollten, wenn wir mal eine tolle Idee hatten und lesen bei Ellen White, es ist falsch. Hat es fallen lassen. Und auch alle, die er so mitgezogen hat, haben es fallen lassen. Und daran zeigt sich auch wieder sein Charakter zurück. Er war mal ein bisschen vorschnell, ein bisschen sehr deutlich. Aber er hat sich auch gerne korrigieren lassen und das macht seinen Wert aus. Er hat übrigens in diesem Jahr eine Frau zur dritten Engelsbotschaft geführt mit dem Namen Rebecca Smith. Sie war vor 1844 auch eine Milleritin gewesen mit ihren kleinen Kindern. Und sie wird jetzt durch ihn auch quasi Sabbat-Adventistin. Aber ihre Kinder wollen schon seit längerem nichts mehr mit Gott zu tun haben. Und sie bittet Bates und sagt, kannst du mir was tun? Meine beiden Kinder, mein Sohn und meine Tochter, ich würde mich so sehr freuen, wenn sie auch wieder zum Glauben finden würden. Damals waren sie ja so 10, 11 gewesen, als Miller da aktuell war. Und Bates sagt, ja, was immer ich tun kann, ich versuche sie wieder zu gewinnen. Die Namen der beiden Kinder? Annie Smith und Uriah Smith. Und naja, da warten schon die nächsten spannenden Geschichten am Horizont.
[44:26] Währenddessen ist Ellen White schwer beschäftigt, alle Revisionen zu sammeln. Und dort Zeitungsmanuskript und hier alles, was sie irgendwann mal aufgeschrieben hat. Weil sie möchte etwas herausbringen in dauerhafter Form. Und nächste Woche werden wir sehen, wie das vonstattengegangen ist und wie es dann zu ihrem ersten Buch gekommen ist mit dem uns bekannten Titel "Erfahrung und Gesichter". Und dann werdet ihr noch ein bisschen Hintergrund dazu bekommen zu einem Buch, das ihr wahrscheinlich schon alle mal gelesen habt. Bis dahin können wir auch diesmal sagen, wir haben nichts zu befürchten für die Zukunft. Es sei denn, wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat. Und jetzt werden wir gleich uns in die Offenbarung hineinbewegen in fünf Minuten. Bis dahin Gottes Segen und wir sehen uns gleich wieder. Amen.
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