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In dieser Folge von „Die Zeit des Endes“ tauchen wir in das Jahr 1852 ein und beleuchten die Herausforderungen und Fortschritte der frühen Sabbat-Adventisten. Wir erfahren von den beschwerlichen Reisen der Pioniere im Winter, den theologischen Debatten über Träume und Babylon, sowie dem intensiven Kampf um die Anerkennung des Sabbats. Ein zentrales Thema ist die Anschaffung einer eigenen Druckerpresse, die einen wichtigen Schritt zur Unabhängigkeit darstellt. Zudem wird die wachsende Erkenntnis thematisiert, dass die Botschaft nicht nur für ehemalige Milleriten bestimmt ist, sondern auch neue Gläubige aus anderen Kirchen anzieht. Die Folge endet mit der Gründung des ersten Sabbat-Adventisten in Battle Creek, einem Ort, der später eine zentrale Rolle spielen wird.


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Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)

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Transkript

[0:00] Ein wunderschönen guten Abend, hallo und herzlich willkommen zu Die Zeit des Endes. Schön, dass ihr heute Abend wieder hier seid und schön, dass ihr eingeschaltet habt auf www.joelmedia.de. Oder wenn ihr später diese Aufnahme euch anschaut, zur 62. Folge heute mit dem Titel „Mit eigener Ausrüstung“. Wir wollen uns in das Jahr 1852 begeben. Wir gehen mal so Schritt für Schritt chronologisch voran und auch heute gibt es viele Dinge zu lernen aus unserer Pionierzeit. Und ich möchte euch einladen, dass wir gemeinsam ein Gebet sprechen und damit den Abend eröffnen.

[0:46] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass du heute den ganzen Tag bei uns gewesen bist, dass du uns geführt und geleitet hast, dass du uns immer nahe gewesen bist. Und wenn wir jetzt erneut in die Geschichte schauen, um zu erfahren, wie du dein Volk Schritt für Schritt geführt hast und wie du Erkenntnis geschenkt hast, Fehler korrigiert hast, dann sind wir sicher, dass etwas auch für uns dabei ist, was wir heute lernen dürfen und von dem wir profitieren können. Und so möchten wir dich bitten, dass dein Heiliger Geist uns genau diese Dinge dann zeigt und uns anspricht in unserem Herzen. Im Namen Jesu beten wir dies. Amen.

[1:28] Das Jahr 1852 begann wie alle Jahre kalt, es war Winter. Und unsere Pioniere, sowohl der James und Ellen White als auch der Joseph Bates, waren draußen im Feld. Und mit Feld bezog sich damals nicht auf den Acker, sondern auf das weite Feld all der Menschen, die man finden wollte, irgendwo am Rande der Zivilisation, um Menschen zu erreichen, die mal in der Millerbewegung gewesen waren und die jetzt diese dritte Engelsbotschaft bekommen sollten. Und so war der Joseph Bates auch im Jahreswechsel hier am See Ontario, das ist einer von diesen fünf großen Seen an der Grenze zwischen den USA und Kanada, im bittersten, kältesten Winter unterwegs. Und er schreibt hier am 1. Januar: „Wir haben uns westwärts entlang des Südufers von Lake Ontario vorgearbeitet und wo immer wir herausfanden, dass es in den Hintersiedlungen nördlich von uns verstreute Schafe gab, sind wir zwischen 2 und 40 Meilen durch tiefen Schnee gewandert.“ Also 40 Meilen sind dann 60 Kilometer so ungefähr, gut 60 Kilometer. Ich weiß nicht, ob einer von euch mal 60 Kilometer im Schnee, also durch tiefen Schnee gewandert ist, um sie zu finden und ihnen die Wahrheit zu präsentieren. So dass wir in fünf Wochen hunderte Meilen gereist sind. Also der Mann war nicht aus Pappe und hat sich dort durch den Schnee gekämpft.

[3:03] Genauso auch James White und Ellen White, die ebenfalls eine Tour in den Westteil vom Bundesstaat New York unternommen hatten und dort einige Konferenzen angebracht hatten. Schon Ende Dezember waren sie ja losgereist, über die Feiertage sozusagen und dann über den Jahreswechsel. Und einige dieser Konferenzen konnten sie nicht einmal besuchen, wegen schwerer Schneestürme und weil dann die Wege so zugeeisst waren und so zugeschneit waren, dass man gar nicht mehr sich fortbewegen konnte. Und das hat so ein bisschen ihre Planung dann durcheinandergebracht.

[3:35] Am 13. Januar kommt die erste Ausgabe des Review des Jahres 1852 heraus. Und neben einigen Artikeln aus früheren Zeiten, wo man mal von den alten Pionieren mal noch etwas wiederholt hat, gibt es interessanterweise hier ein Problem wohl in einer der Gemeinden in Oswego. Dort gibt es einige Geschwister, die sich sehr auf Träume verlassen und sagen: „Oh, der Herr hat mir das gezeigt im Traum und ich habe davon geträumt und dies geträumt und jenes geträumt.“ Und James White fühlt sich veranlasst, gemeinsam mit seinem Kollegen Holt, vor übertriebenem Vertrauen in Träume zu warnen. Ein anderer wichtiger Artikel dieser Ausgabe ist der hier über Babylon vom Otis Nichols. Und da definiert er Babylon als all die Kirchen, die in den Staat integriert sind. Und naja, ist etwas, was wir auch bis heute so sehen würden. Sehr interessant auch der Artikel über die Bündnisse, wo der Bruder Holt fünf verschiedene Bündnisse identifiziert und das so ein bisschen auch in der Tradition vom Joseph Bates. Naja, schließlich kann dann die Konferenz in Bath, die erst durch den Schnee verhindert worden ist, doch noch stattfinden. Hier ein Bild direkt aus 1852 aus dieser Stadt, so sah das damals aus, wenn Ellen White und James White diese Städte besucht haben.

[5:06] Unterdessen sind die ersten Tags Adventisten immer bösartiger geworden, was den Sabbat anging. Die hatten keine biblischen Argumente für ihren Sonntag und so hat man dann angefangen, Gerüchte über die Sabbat Adventisten zu verbreiten und dann den Leuten Angst zu machen. „Wenn ihr den Sabbat haltet, dann verliert ihr die Gnade Jesu und wer den Sabbat hält, der ist von der Gnade gefallen und wer den Sabbat hält, der ist im Fanatismus.“ Und in einer Ausgabe behaupten sie sogar, dass die Juden deswegen den Sabbat weiterhalten, weil sie Christus gekreuzigt haben. Und dementsprechend tobt jetzt Anfang der 50er Jahre ein regelrechter Krieg um den Sabbat zwischen den Sabbat Adventisten und der größeren Mehrheit der ersten Tags Adventisten. Naja, unsere Sabbat Adventisten halten Konferenzen überall. Hier auch in Topsham Ende Januar. Und die Whites sind hier, hier ist ja ihre Wohnung in Saratoga Springs in der Nähe. Und hier in all diesen Orten sind sie unterwegs im Januar, Anfang Februar. Das sind einige ausgewählte Orte, wo sie Konferenzen halten. Man muss sich das ja so vorstellen, an jedem Ort gibt es da mal 10 und dort 5 und hier 3 und dort 17 Geschwister. Die haben oftmals keine richtigen Gemeinden und die haben dann nur die Gelegenheit alle paar Monate mal sich gemeinsam zu versammeln, wenn dann mal ein reisender Prediger vorbeikommt. Und deswegen sind solche Konferenzen sehr, sehr wichtig.

[6:28] Naja, der Februar kommt und diese Diskussion um den Sabbat nimmt jetzt die Form eines Duells an. Und zwar zwischen O.R.L. Croescheidt. Könnt ihr euch an den Namen noch erinnern? Das war ja mal einer von unseren Pionieren, der 1844, 45, 46 auf der Seite von Joseph Bates und James White gestanden hatte. Das war der gewesen, der diesen ersten Artikel über das Heiligtum verfasst hatte, von dem Ellen White gesagt hatte: „Das ist die Wahrheit, das ist das Fundament, was wir weiter studieren müssen.“ Er hatte sich ja 1847 von der Gruppe getrennt, hatte das Heiligtum aufgegeben, den Sabbat aufgegeben und jetzt Anfang der 50er fühlt er sich berufen, speziell gegen die Sabbat Adventisten zu kämpfen. Schon 1851, das habe ich letztes Mal vergessen zu erzählen, das wollte ich erzählen, hat er sich zur Aufgabe gemacht, die einzelnen Sabbat Adventistischen Gruppen zu besuchen und dort gegen den Sabbat zu predigen. Bei einer spezifischen Gruppe kommt er dann in den Gottesdienst und sagt: „Ich möchte gerne was erzählen über den Sonntag.“ Und sie sagen: „Nein, wir haben kein Interesse.“ Er sagt: „Ich möchte aber trotzdem reden.“ Dann sagt der Leiter der Gruppe: „Bruder Croescheidt, wir möchten nicht, dass du redest. Du bist hier nicht Teil der Gruppe.“ Er sagt: „Wo der Geist ist, da ist Freiheit und ich habe die Freiheit hier zu reden und ich würde gerne wissen, ob es irgendjemand gibt, der mich hören möchte.“ Dann veranlasst er eine Abstimmung und naja, wie es so kommen soll, alle im Raum stimmen ab, dass sie ihn nicht hören wollen. Stellt euch vor, ihr kommt in eine Gruppe, wollt was reden und alle stimmen einstimmig ab, sie wollen dich nicht hören. Spätestens dann würde man doch gehen, oder? Er sagt dann: „Nein, ich möchte aber trotzdem reden.“ Und dann wird der Leiter der Gruppe etwas ungemütlich und naja, ist nicht ganz zu entschuldigen, aber er droht ihm dann körperliche Gewalt an. Und das nimmt dann der Croescheidt zum Anlass und sagt: „Schaut her, die Sabbat Adventisten, das sind gewalttätige Leute. Die schlagen die Leute.“ Obwohl dieser Bruder gar nicht geschlagen hat. Jedenfalls, das ist eine wichtige Lehre dahinter. Jemand, der mal ganz viel Licht gehabt hat, hat nicht nur das Licht verloren, sondern hat dann angefangen, aktiv, bösartig gegen das Licht zu kämpfen. Und er schreibt in seiner Zeitschrift immer: „Tegel gegen den Sabbat, gegen den Sabbat, gegen den Sabbat.“ Und im Review and Herald nimmt dann der 24-jährige Andrews das Duell an und antwortet immer seitenweise, nimmt alle seine Argumente auseinander und zeigt die Wahrheit. Also Croescheidt gegen Andrews, das wird so, ja, das Déjà-vu die nächsten Monate. Immer auf der Frontseite: Croescheidt gegen Andrews. Naja, und Andrews hat deutlich die besseren Argumente, weil seine sind natürlich biblisch. Und diese Duelle helfen natürlich den Sabbat Adventisten jedes Argument, das irgendein Mensch nur finden kann gegen den Sabbat zu untersuchen und zu widerlegen.

[9:21] Die Whites hier reisen etwas nördlich in die Gegend um Lorraine und auch dort ist es kalt und winterhaft. Aber dort finden sie viele Leute. Und das ist jetzt diese Zeit 1850, 51, 52, wo ein Umdenken stattfindet. Sie finden ganz viele Leute, die Interesse an der dritten Engelsbotschaft haben, die aber vorher gar keine Milleriten gewesen waren. Ihr könnt euch erinnern, bis dato hatte man die so ein bisschen ausgeklammert. Aber man findet jetzt ganz viele von denen und die kann man ja nicht allerdings liegen lassen. Die meisten von den Sabbat-Halten in der Gegend waren keine Milleriten, kommen ganz frisch aus den baptistischen, methodistischen Kirchen. Und das fördert beim James White ein ziemlich deutliches Umdenken, dass man bisher zu eng gedacht hat. Und von dort geht es mal zurück, hier nach Oswego zu einer Konferenz und dann am 13. kommen sie wieder in Saratoga Springs an. Wie gesagt, die Duelle liefen zwischen Crozier und Andrews.

[10:23] Und im Laufe dieser Argumente kommt der Andrews zum Teil zu wirklich ganz tiefsinnigen, großartigen Gedanken, wo er das sehr fein zusammenfasst. Zum Beispiel hier, wo er sagt: „Das gesamte Neue Testament lässt sich wie folgt zusammenschreiben. Wir sind gerettet durch Gnade, durch den Glauben.“ Weil natürlich die ersten Taxadventisten sagen: „Ihr seid gesetzlich, ihr wollt das Gesetz halten, deswegen glaubt ihr nicht an die Gnade.“ Er sagt: „Wir sind gerettet durch die Gnade, durch den Glauben. Und Glaube ist wirksam durch Liebe, und die ist die Erfüllung des Gesetzes.“ Und so glauben wir es bis heute noch so. Das war hier vom 17. Februar.

[11:08] Und in dieser Ausgabe vom 17. Februar steht ganz unten, da wo die Ankündigungen sind für die nächsten Konferenzen und die Gedichte und die Leserbriefe, stehen ein paar Sätze, die wieder so ein Meilenstein sind. Der James White sagt, dass er unter den gegebenen Voraussetzungen nicht weiter die Zeitung veröffentlicht wird, es sei denn, etwas ändert sich. Er sagt: „Wir glauben, die Zeit ist gekommen, dass eine Druckerpresse von Sabbat-Haltern gekauft werden sollte.“ Warum? Denn zu dem jetzigen Zeitpunkt wird unsere Arbeit am Sabbat gemacht. Das heißt, wir haben hier eine Zeitschrift für den Sabbat und dann lassen wir das von einer Fremdfirma drucken und die druckt am Sabbat. Das ist ja inkonsistent und das ist ja irgendwie nicht schön. Und so fragt er: „Wäre das nicht besser, wenn wir irgendwie alle zusammenlegen und so eine Handdruckerpresse kaufen und dann selbst unsere Zeitschrift drucken und dass wir dann auch Leute finden, die uns helfen, die richtig drucken können, dass er selbst auch ein bisschen befreit wird?“ Und so ruft man eine Konferenz ein für den 12. März. Und auf diese Konferenz sollen möglichst alle Prediger kommen, damit man auch sich wieder ein bisschen einigt, was sind die Schwerpunkte in der Arbeit und da gemeinsam das besprechen kann.

[12:25] Dem James White ging es nämlich wirklich nicht gut. Schaut mal hier, was er sagt am 20. Februar: „Uns geht es gewöhnlich gut, von mir mal abgesehen. Ich kann die Arbeit des Reisens und die Sorge des Veröffentlichens nicht lange ertragen. Mittwochabend arbeiteten wir bis 2 Uhr morgens, um die Nummer 12 des Review Ontario zu falten und zu verpacken. Dann legte ich mich zur Ruhe und hustete bis zum Morgenanbruch.“ Das sind nur ein paar Sätze, aber man bekommt einen Eindruck von dem, wie die gelebt haben. Stell dir vor, bis 2 Uhr nachts gefaltet, gefaltet, so Tausende von Zeitungspapieren und dann völlig übermüdet ins Bett und dann konnte er nicht mal einschlafen, hat gehustet, bis der Tag anbrach und dann war völlig gerädert. Ein neuer Tag. Das war so sein Leben und das hat an seiner Konstitution gezerrt.

[13:21] 2. März, die letzte Ausgabe des Review and Herald unter den gegebenen Umständen. Insbesondere interessant vielleicht der Artikel hier über den Drachen, das Tier und den falschen Propheten. Der Nichols greift die Idee auf mit dem Erdentier aus Daniel auf Offenbarung 13 und sagt, der falsche Prophet in Offenbarung, der ist ja faktisch identisch mit dem zweiten Tier, aber da geht es besonders um die religiösen Führer des abgefallenen Protestantismus. Außerdem ruft man zu intensiveren Bibelstudien auf. Die ersten Tagsadventisten hacken zurzeit auf dem Sabbat herum und viele, die neu zur Wahrheit dazugekommen sind, sind oft nicht gut vorbereitet auf die vielen Argumente, also Scheinargumente, die gegen den Sabbat zu uns Feld geführt werden. Und entsprechend beantwortete Andrews auch viele Leserfragen, was ist denn damit, was mit dem Text und wie seht ihr das und so weiter und so fort. Das Thema der Druckerpresse wird noch einmal angekündigt und jeder soll sich Gedanken machen, wie man das am besten handeln soll, weil das wäre ein wirklicher Meilenstein und etwas, was auch nicht so einfach zu fabrizieren ist. Alle Sprecher sollen aus den ganzen Bundesstaaten zusammenkommen, unter anderem natürlich auch unser geliebter Joseph Bates, der in nur fünf Wochen an 20 verschiedenen Orten war und dort überall Sabbat-Halter gefunden hat und Sabbat-Halter bekehrt hat.

[14:48] Und naja, so kommt es 1852 zu jener berühmten Konferenz in der Nähe von Battle Creek, da Saratoga Springs, für vier Tage. Geht am Freitag los um 10 Uhr morgens und sie sind fast alle da, die reisenden Prediger der damaligen Zeit: Bates, Rotholt, Wheeler, Day, Baker, Ingram und so weiter und so fort, Edson, die Whites und noch ein paar andere. Und schon am Freitag macht man Nägel mit Köpfen, man bespricht die Sache und dann beschließt man einige Dinge einstimmig, unter anderem der sofortige Kauf einer Druckerpresse. Und diese Druckerpresse kostet ein halbes Vermögen, nämlich, lasst es mich genau sagen, 600 Dollar. Klingt nicht viel, oder? Aber 600 Dollar in heutige Währungskraft umgerechnet sind 16.000 Euro. Und das hat niemand so nebenbei. Also, woher nehmen und nicht stehlen?

[15:43] Außerdem entscheidet man sich, dass die Zeitschrift wieder umziehen soll und damit die Whites natürlich auch. Und zwar von Saratoga Springs nach Rochester, also von hier nach da. Der Grund ist, es gibt immer mehr Sabbat-Halter, auch hier und hier und vor allem jetzt auch schon in Michigan. Und so muss das Ganze noch zentraler in den Westen gerückt werden. Also in den letzten zwei, drei Jahren war die Zeitschrift schon hier und da und da und da. Also die Whites ziehen ständig um. Und so entscheidet man sich, aus strategischen Gründen muss es da hin. Die waren bereit, immer ständig mitzuziehen, einfach nur, um die Sache effektiver gestalten zu können. Und man entscheidet sich, okay, diese 600 Dollar, die müssen irgendwie eingesammelt werden. Und dazu brauchen wir Leute, die sich speziell darum kümmern. Man beschließt, dass ein dreiköpfiges Komitee diese Spenden einbringen soll. Und dass an allen Orten, wo es Sabbat-Halter gibt, sollen Leute gefunden werden, die dort lokal die ganzen Spenden einsammeln und dann zentral schicken zum Ätzen. Weil nur so kriegt man das Geld zusammen, was man braucht.

[16:56] Und man beschließt weiterhin, dass es doch gut wäre, bei so vielen neuen Gläubigen, die jetzt monatlich dazukommen, ganz gezielt Konferenzen anzubieten, um die in der Wahrheit zu gründen. Dazu werden Teams gegründet. Ein Team für den Osten und eins für den Westen. Für jedes Team gibt es ein Komitee von drei Organisatoren, die so Konferenzen Wochenende für Wochenende planen. Und zwei, die nur abgestellt sind, dort immer zu predigen. Die nichts anderes zu tun haben, als von einer Konferenz zur nächsten zu gehen, um systematisch zu predigen. Hier seht ihr die Namen für den Osten und hier die Namen für den Westen. Holt, Rhodes, Ätzen. Also die haben sich dann aufgeteilt, gesagt: „Okay, das ist unser Feld. Ihr geht dahin, wir gehen dahin und dann gehen wir systematisch durch all die Orte, wo es Sabbat-Halter gibt, um sie zu etablieren.“ Und das sind so alles. Damit hat man den Grund bereitet für spätere Gemeindegründung natürlich.

[17:41] Ich weiß nicht, wer sich von euch für Literatur interessiert. Wir haben ja hier an diesen Folgen jetzt uns nicht so großartig um die Kunstgeschichte und Literaturgeschichte gekümmert. Aber am 20. März kommt ein Buch auf den amerikanischen Markt, das ihr bestimmt gut kennt und das durchaus so auch in diese Geschichte hineinpasst. Ihr wisst ja, dass seit Jahren die Frage der Sklaverei schwer diskutiert worden ist. Viele unserer Pioniere waren Antisklaven, also Sklavereigegner. Und das brodelte schon immer mehr zwischen den Bundesstaaten. Und am 20. März kommt ein Buch von Harriet Beecher Stowe heraus, kennt ihr wahrscheinlich als Uncle Tom's Cabin, Uncle Tom's Hütte. Ja, das kennt ihr wahrscheinlich. Ein Buch, das die Sklaverei beschreibt und das innerhalb von 48 Stunden verkauft war und dann noch im selben Jahr mehrere Auflagen erreicht hat, millionenfach verkauft worden ist, wurde ein Theaterstück rausgemacht und das natürlich dieses Thema der Sklaverei noch mal weltweit an die Vorderfront gebracht hat und natürlich dann Entwicklungen ausgelöst hat, die wir in den nächsten Folgen auch weiter verfolgen werden.

[18:53] Am 23. März bringt Edward Revue einen großen Artikel über den Tag des Herrn. Der Bruder Holt macht eine lange Auseinandersetzung über die tausend Jahre und über all die Irrtümer, die es gibt diesbezüglich und festigt damit unsere Position. Habe ich gerade erzählt von diesen Komitees und hier seht ihr mal so die ersten Appointments. Da war die Konferenz und dann das Ostkomitee hat hier so ganz systematisch Konferenzen gehalten, das Westkomitee im Westen und so ging das dann vor sich.

[19:32] Die Whites waren unterdessen damit beschäftigt umzuziehen von Saratoga Springs nach Rochester und zwar genau hierhin. Heute steht da kein Haus mehr. In die Mount Hope Avenue 124, das war ungefähr genau da. Da sind die hingezogen und nicht nur alleine, sondern mittlerweile mit einem ganzen Hausstand. Und es war das allererste Mal, dass die Whites irgendwo ein Haus gemietet hatten und selbst auch eigene Möbel hatten. Also zum ersten Mal mit der Idee, ein bisschen länger hier zu bleiben. Ein kleiner Blick in ihren Haushalt, wer da alles so mitgewohnt hat, ist ganz interessant. Also da war natürlich der James und die Ellen. Er war jetzt 30, sie war 24. Der kleine Edson war wieder bei ihnen. Seine Amelie, Clarissa Bonfoy, war mitgezogen. Außerdem war Ellen Schwesters Sarah Belden noch mit dem Haus, mit ihrem Ehemann. Sarah war fünf Jahre älter als Ellen und dann ja noch die Annie Smith, die dem James geholfen hat mit der Zeitung. Also schon eine größere, größere Gruppe. Und dann in den nächsten, kurz darauf, kamen noch eine Köchin, die Jenny Fraser und zwei junge Leute, Thomas and Mary Matt, beide 17 Jahre als Bürokräfte, Oswald Stowell für die Druckerpresse und noch ein erfahrener Drucker, der Lumen Masten, der dann den Oswald einlernen sollte. Also so eine kleine Arbeitsgruppe fast schon.

[21:05] Und hier seht ihr mal diese Druckerpresse. Handdruckerpresse, hier noch ein anderes Bild von einem ähnlichen Modell. Also ich meine, ich weiß nicht, ob wir heute dafür 16.000 Euro ausgeben würden, aber das war der Preis. Das war wirklich keine Kleinigkeit und das musste auch gut bedient werden. Und man hatte sich dann entschieden, um Geld zu sparen, nicht extra Bürogebäude anzuschaffen, sondern die Druckerpresse auch noch mit im Haus zu haben. Und wie das dann so vor sich ging, könnt ihr euch ja vorstellen, wenn da mehrere Leute in so einem Haus wohnen und dann noch der Arbeitsplatz mit der Druckerpresse und dann noch Tausende von Zeitungen, die da mal stapeln, dann habt ihr vielleicht so ein ungefähres Bild, wie es da zuging.

[21:41] Im selben Frühling 1852 zog noch jemand nach Rochester, nämlich der damals 19-jährige John Loveborough. Der war damals junger Prediger der ersten Tagsadventisten, hatte noch nie was von den Sabbatadventisten gehört. Das war derjenige, der schon mit 16 losgezogen war zum Predigen und der damals dem, vielleicht könnt ihr euch erinnern, der damals mal einem Pastor gesagt hat, als der gesagt hatte: „Ich kenne einen Text in Offenbarung 25.“ „Dein Text ist drei Kapitel außerhalb des Buches.“ Das war der. Und er arbeitet unter der Woche und jeden Sonntag predigt er. Und ihn wurmen zwei Dinge. Er versteht nicht, was in der Bibel das Heiligtum ist. Er ist mit der ersten Tagsadventistischen Position nicht zufrieden, dass das die Erde sein soll. Und er fragt sich, wer ist das zweite Tier aus Offenbarung 13. Keiner kann es ihm erklären. Und das studiert er so. Und er hat keine Ahnung, dass nur ein paar Häuserecken entfernt fast gleich alte Leute wohnen, die ihm helfen könnten. Aber natürlich wird das nicht für ewig so bleiben.

[22:57] Also Ellen White schreibt über ihre ersten Tage dort in Rochester: „Wir leben uns gerade hier in Rochester ein. Wir haben ein altes Haus für jährlich 175 Dollar gemietet, das wären ungefähr 390 Euro heutzutage. Also gar nicht so ohne. Wir haben die Druckerpresse im Haus. Ansonsten müssten wir jährlich 50 Dollar für Büroraum ausgeben. Du würdest lächeln, wenn du uns und unsere Möbel sehen würdest. Wir haben zwei alte Bettkästen für jeweils 25 Cent gekauft.“ Ich meine, Bettkasten für sieben Euro gekauft. Das ist ungefähr die Qualität, die man erwarten kann. „Mein Mann brachte mir achtung, sechs alte Stühle, von denen keiner dem anderen gleicht, für die er ein Dollar, 26 Euro bezahlt hat. Und schon bald präsentiert er mir vier andere Stühle ohne jede Sitzfläche.“ Also stellt euch vor, da kommt der James White: „Hey, ich habe hier sechs Stühle. Jeder ist ein anderes Modell.“ Und dann kommt er ein bisschen später und sagt: „Noch mal vier. Da fehlt zwar jetzt der Sitz, aber da können wir irgendwas da rein bauen. Hauptsache, wir haben schon mal ein Gestell.“ Also das waren so die äußeren Umstände. Es lohnt sich immer wieder, das mal sich vor Augen zu führen.

[24:04] Sie schreibt weiter: „Butter ist so teuer, dass wir sie nicht kaufen. Genauso wenig können wir uns Kartoffeln leisten. Wir benutzen Fruchtsoße statt Butter.“ Also wie genau sie das gemacht haben, das finde ich interessant, aber leider hat sie kein Kochbuch aus der Zeit geschrieben. „Und Rüben statt Kartoffeln. Wir sind bereit Entbehrung zu ertragen, wenn das Werk Gottes so vorangebracht werden kann.“ Also wie gesagt, ohne ohne dazu veröffentlichen, hätten sie auch gerne Kartoffeln und Butter haben können. Das ist, was sie schreibt. „Wir glauben, Gott hat es so geführt, dass wir diesen Ort gekommen sind. Es gibt ein großes Arbeitsfeld und wenige Arbeiter. Unser Treffen letzten Sabbat war exzellent. Der Herr erfrischte uns und mit seiner Gegenwart.“ Ja, ja, gar nicht so einfach.

[25:00] Naja, der Joseph Bates immer fleißig unterwegs, diesmal jetzt im Osten der USA, berichtet dem James White, wie er doch Konferenzen auf eigene Faust abhält. Und an den könnte ich mich noch erinnern, oder? Den George Storrs, der seit 1844 mit allen Adventisten, weder ersten Tags- noch Sabbat-Adventisten, nichts mehr zu tun haben wollte. Und der hatte bis im Jahre 1852 immer in Philadelphia gelebt und dort gepredigt, zu seiner eigenen Gruppe. Und jetzt zog er dann auch um und nach wie vor predigt er immer noch über das Thema vom Zustand der Toten. Das ist ein Ding. Da rennt er durch die ganze Gegend und predigt über dieses Thema. Da hat er sich auch nie von abbringen lassen.

[25:43] 6. Mai. Die neue Ausgabe des Advent Review, die jetzt mit der eigenen Druckerpresse gedruckt worden ist. Also die ersten Exemplare der ersten Ausgabe wurden noch fremd gedruckt, weil da die Druckerpresse ein bisschen später kam. Aber dann die vollständige Ausgabe zum ersten Mal hier mit der eigenen Handdruckpresse. Wie ihr seht, Joseph Bates, J. N. Andrews und Joseph Baker waren das Komitee. Der Bates immer mit dabei und James White, der Editor. Und das allererste war wieder ein Gedicht von der Annie Smith. Und was einst, da seht ihr, wie lange das hier ist. Das war ihre Sache. Aber in dieser ersten Ausgabe steht ein Artikel, der es wirklich lohnt, nochmal ein bisschen verdaut zu werden. Dieser Artikel, außerdem, dass jetzt Andrews und Crozier sich wieder die Klingen kreuzen, der heißt „Das Werk des Herrn“. Und James White, der hat so das Gefühl, jetzt wo wir unsere eigene Druckerpresse haben, jetzt wo wir so einen neuen Schritt gemacht haben, lohnt es sich einmal zurückzuschauen und zu gucken, was momentan so der Stand der Dinge ist. Und schaut mal genau hin, was er jetzt schreibt. Und wenn ihr die letzten Folgen im Hinterkopf habt, dann werdet ihr sehen, wie revolutionär das ist, was er schreibt.

[27:02] Er sagt: „Aber dieses Werk ist nicht allein auf jene beschränkt, die eine Erfahrung in der vergangenen Adventbewegung hatten.“ Könnt ihr euch noch erinnern, was er zwei Jahre vorgesagt hat, wo er gesagt hat: „Ja, es mag dort ein paar geben, so 7000 in den anderen Kirchen, aber wir haben keine Botschaft für sie. Gott muss sich um sie alleine kümmern.“ Jetzt realisiert er: „Unser Werk ist nicht auf die Ex-Milleriten beschränkt. Eine große Anzahl derjenigen, die an den Segnungen der gegenwärtigen Wahrheit teilhaben, waren 1844 nicht mit der Adventssache verbunden.“ Also sie realisieren einfach von den Fakten überwältigt, so viele Sabbat-Halter jetzt waren gar keine Milleriten. Also Gott segne sie trotzdem, dass sie damals nicht besonders darauf aufmerksam gemacht worden sind, haben sie es auch nicht abgelehnt. Sie sind nun vorbereitet, die Wahrheit anzunehmen, wenn man sie in einer angemessenen Weise präsentiert. Einige von ihnen wurden auf die Wiederkunft seit der großen Bewegung von 1844 aufmerksam. Andere verlassen die Kirchen, um in Freiheit den Sabbat der Bibel zu halten.“ Das heißt also, da gibt es jetzt Baptisten, Methodisten, Presbyterianer, die bis eben gerade noch in den Kirchen waren und die jetzt die Kirchen verlassen für die dritte Engelsbotschaft.

[28:11] Dann sagt er weiter, das können wir überspringen. Da erklärt er einfach, wie diese dritte Engelsbotschaft, die, aber das können wir auch lesen. „Unsere Adventgeschwister, die an den Botschaften des ersten und zweiten Engels aus Offenbarung 14 teilnahmen, die seit 1844 unfähig waren, ihre Position klar zu definieren, können nun durch das Licht der dritten Botschaft sehen, wo sie stehen und ihre gegenwärtige Position erklären.“ Dann sagt er: „Die harmonischen Wahrheiten, die mit der dritten Botschaft verbunden sind, zeigen klar ihre gegenwärtige Position und stellen ihre Füße erneut auf einen geraden Pfad. Und nun können sie erneut mit Zuversicht sich der gesegneten Hoffnung erfreuen, Jesus bald zu sehen.“ Dank dem Himmel, dass die zerstreute Herde nun die vormachende Stimme des Hirten in der dritten Botschaft hört und ihm nachfolgt, wohin er auch geht. Er beschreibt, wie immer mehr Ex-Milleriten sagen: „Das ist die Botschaft, die wir gebraucht haben. Jetzt wissen wir, was damals passiert ist.“ Und dann sagt er: „Diejenigen, die die gegenwärtige Wahrheit annehmen und nicht in den vorherigen Botschaften waren, können ebenso die Harmonie des Ganzen sehen und sind in der Lage, die Absicht Gottes in der Adventbewegung zu erkennen.“ Also gibt es Leute, die kommen jetzt erst überhaupt dazu, die haben keine Ahnung von Miller gehabt, aber die sehen jetzt im Rückblick aus dem, was ihnen James White und Joseph Bates und Rhodes und Holt erklären und sagen: „Das muss also doch Gottes Bewegung gewesen sein.“ „Diese betrachten wir mit Gefühlen äußerster Zärtlichkeit. In ihrem Fall ist die Kraft und der gesegnete Effekt der Wahrheit am klarsten zu sehen. Ebenso die Güte und Kraft Gottes, indem sie zur elften Stunde aus den Kirchen und der Welt herausruft.“

[30:05] Also 1852 ist das Jahr, wo zum ersten Mal man ganz offensiv das sagt: „Wir haben einen Auftrag an alle Christen.“ Es hat sieben Jahre gedauert, um unseren Pionieren klarzumachen, dass die geschlossene Tür nur für die geschlossen ist, die 1844 die Wahrheit bewusst abgelehnt hatten. Und alle anderen, egal ob erste Tags Adventisten oder Leute, vielleicht die noch in irgendwelchen Kirchen sind oder vielleicht sogar Atheisten, spielt keine Rolle. Für die ist die Tür immer noch offen. Wir glauben, dass die…“ Und dann sagt er einen Satz, der wird euch freuen: „Wir glauben, dass die Vergangenheit uns eine Idee gibt über unser gegenwärtiges und zukünftiges Werk. Bis jetzt ist im Fortschritt des Werkes nur wenig ohne andauernde Bemühungen erreicht worden.“ Er sagt: „Wenn wir wissen wollen, wie es weitergeht, müssen wir zurückschauen. Wie ist es denn bisher so vorangegangen? Alles, was wir erreicht haben, haben wir durch andauernde Bemühungen erreicht. Wenn wir wissen wollen, wie wir weiter wachsen, klarer Fall, lass uns aus der Vergangenheit lernen. In dieser Weise können wir sichere Schlussfolgerungen aus der Vergangenheit für die Gegenwart und Zukunft ziehen.“ Man könnte auch sagen, wir haben nichts zu befürchten für die Zukunft, es sei denn, wir vergessen, Gott ist in der Vergangenheit geführt. Das sagt er schon 1852. Das ist ein Grundgedanke der Adventbewegung. Lass uns zurückschauen, damit wir lernen, wie wir es weiter gutmachen können.

[31:32] So beschreibt er aus seiner Sicht die letzten Jahre in Kurzfassung. Er sagt, da gab es die Zeit von 44 bis 46, wo wir den Sabbat entdeckt haben, wo es Zerstreuung gab durch den Fanatismus. Viele haben den Sabbat angenommen, wieder aufgegeben. Nur eine kleine Gruppe hat festgehalten, diese 50, 60 Leute. Dann 1848 auf den Sabbat-Konferenzen, wo man zusammengekommen ist, wo man den Sabbat und das Heiligtum, das alles zusammengebracht hat und wo so eine Gruppe entstanden ist. Dann 1849, wo die Zeitschrift gegründet worden ist, damals Present Truth und wo Leute nach Michigan gegangen sind, wie der Bates. Und ab diesem Zeitpunkt, 1849, sagt er jetzt im Rückblick, ab dann gab es Wachstum. Er gibt ein paar Zahlen, die wirklich erstaunlich sind. Er sagt, im Bundesstaat New York gab es 1849 etwa 20 Sabbat-Adventisten, jetzt etwa 1000. In den westlichen Staaten, also Ohio, Michigan, Wisconsin, gab es 1849 keinen einzigen, jetzt etliche 100. Er sagt, in Kanada gibt es welche, in den Oststaaten ist es sogar noch stärker. Und ob die Statistiken jetzt genau stimmen, kann man nicht genau überprüfen. Aber die letzten zwei, drei Jahre haben rasantes Wachstum gezeigt. Und es lohnt sich, da reinzuschauen.

[32:45] Nun, Reverend Harold, 27. Mai und wieder Andrews gegen Crozier. Es ging die ganze Zeit hin und her. Ein Artikel über die Bundeslade und den Gnadenthron. Die Adventisten entdecken jetzt, also die Sabbat-Adventisten, dass der Gnadenthron, von dem immer alle Christen sprechen: „Wir kommen zu deinem Gnadenthron“, der Gnadenthron ist doch über der Bundeslade. Und wie kann man vom Gnadenthron sprechen, wenn man das Gesetz ablehnt? Macht ja gar keinen Sinn. Also Heiligtum offenbart große Wahrheiten. Der Wagoner, der J. H. Wagoner, berechnet aus Wisconsin, aus der Prärie von Sabbat-haltenden Adventisten dort.

[33:28] Und am 27. Mai sind schon immerhin fast die Hälfte des Geldes zusammengekommen. Hat nur ein paar Wochen gedauert, bis man die ersten 8000 Euro zusammen hatte. Aber da fehlten nochmal 8000 Euro, umgerechnet. Und es waren noch ungefähr zwei, drei Wochen Zeit, um sie zu bezahlen.

[33:44] Ja. Am 28. bis 30. Mai gab es eine kleine Konferenz dort direkt in Rochester. Der Joseph Bates war anwesend, hat dort auch Vorträge gehalten. Alle waren begeistert. Aber er blieb nicht lange, denn er hatte die Idee: „Ich muss wieder Richtung Westen.“ Kam ja gerade aus dem Osten. War ja von der Ostküste. Und jetzt ging es wieder Richtung Westen zurück nach Michigan, wo er als erster schon vor drei Jahren gewesen ist. Und dann wollte er noch weiter. Hier seht ihr mal rot ummalt so das Gebiet, wo eigentlich so die Sabbat-Adventisten die ersten Jahre so zu finden waren. Hier in Maine, Vermont, New Hampshire, ja vor allem New York, Massachusetts, ein bisschen Pennsylvania, Ohio und hier Michigan. Ja. Das ist so auch die Gegend, wo größtenteils die Minderbewegung am stärksten gewesen war. Aber Bates sagt sich: „Das ist ja alles schön und gut. Hier haben wir genügend Leute. Der geht eigentlich hier nach Wisconsin. Da, wo die Grenze ist. Da, wo es so ein paar Leute gibt, verstreut. Da will er hin jetzt.“ Und so macht er sich auf den Weg erstmal nach Michigan, das sind hier die Seen natürlich, um dann im Sommer da weiter hin zu gehen.

[34:58] Also der Bates war wirklich ein echter Pionier. Wir nennen die ja Pioniere, nicht einfach, weil sie die ersten waren, sondern weil sie so einen Pioniergeist hatten. Die haben gesagt: „Wo ist noch keiner gewesen? Da müssen wir hin.“

[35:09] Am 6. Juni kommt dann endlich mal wieder ein Artikel von Ellen White. Allerdings keine Vision, sondern einfach so ein erbaulicher Artikel. Das allererste schriftliche Dokument von ihr, das wir haben, das keine Vision ist, sondern einfach so quasi als die Prophetin, die einfach spricht. „Als ich mich kürzlich umschaute, um die demütigen Nachfolger des demütigen und sanftmütigen Heilands zu finden, wurde mein Gemüt sehr bewegt. Viele, die bekennen, auf das baldige Kommen Christi zu warten, also die ganzen Adventisten, die ersten Tags Adventisten sind hier vor allem gemeint, passen sich dieser Welt an und suchen ernstlicher ihren Beifall als die Anerkennung Gottes. Die sind kalt und förmlich wie die Namenschristen, von denen sie sich kurz zuvor absonderten. Die Worte, die an die Gemeinde zu Laodicea gerichtet sind, beschreiben ihren gegenwärtigen Zustand aufs deutlichste. Siehe Offenbarung 3, Verse 14 bis 20 und so weiter und so fort.“ Das heißt, Ellen White benutzt hier den Begriff Laodicea nicht auf die Sabbat-Adventisten, sondern auf die allgemeinen Adventisten, die immer noch so, ja, dort existieren, auf die Wiederkunft warten, aber die gegenwärtige Wahrheit abgelehnt haben.

[36:19] Sie sagt hier: „Die Zeit ist gekommen, wo ein großer Teil derjenigen, die einmal in der Aussicht auf das baldige Kommen des Herrn vor Freude jauchzten, sich in demselben Zustand befinden wie die Kirchen und die Welt, von denen sie einst für ihren Glauben an das Kommen Jesu verspottet wurden, die alle möglichen Lügen verbreiteten und so weiter und so fort. Wenn nun jemand nach dem lebendigen Gott verlangt, nach Gerechtigkeit hungert und dürstet und Gott ihm seine Kraft fühlen lässt und das Verlangen seiner Seele stillt, indem er seine Liebe in sein Herz ausgießt und er durch seinen Lob Gott verherrlicht, so wird er oft von denen, die bekennen, an das nahekommende Herrn zu glauben, als Verführte angesehen und beschuldigt, unter dem Einfluss von Hypnose zu stehen oder einen bösen Geist zu haben.“ Heißt auf Deutsch, die große Masse der ersten Tags-Adventisten sagt: „Ihr Sabbat-Adventisten, ihr nehmt das alles zu genau, ihr seid zu fanatisch, ihr wollt immer alles genau richtig machen, ihr seid zu gesetzlich.“ Und damit sagt sie: „Ihr ersten Tags-Adventisten, verhaltet euch gegenüber uns genauso wie damals die Kirchen gegenüber den Milleriten. Selbes Prinzip, genau derselbe Geist kommt wieder zum Tragen.“

[37:37] „Viele von diesen bekenntlichen Christen kleiden sich, reden und handeln wie die Welt. Das Einzige, woran man sie erkennen kann, ist ihr Bekenntnis. Obgleich sie vorgeben, auf Christus zu warten, also Adventisten sind, dreht sich ihre Unterhaltung nicht um himmlische, sondern um irdische Dinge. Wie müssen die beschaffen sein, die mit heiligem Wandel und gottseligem Wesen bekennen, zu warten und zu beschleunigen die Zukunft des Tages des Herrn. Ein jeglicher, der solche Hoffnung hat zu ihm, der reinigt sich, gleich wie auch er rein ist. Aber ist offensichtlich, dass viele, die den Namen Adventist tragen, mehr darüber nachdenken, wie sie ihre Leibe schmücken und in den Augen der Welt schön erscheinen können, als aus den Worten Gottes zu lernen, wie sie Gottes Beifall erlangen können.“

[38:22] „Wie wäre es nun, wenn Jesus, unser Vorbild, unter ihnen und den bekenntlichen Christen im Allgemeinen, wie bei seinem ersten Kommen erscheinen würde? Er wurde in einem Stall geboren, folgte ihm durch sein Leben und sein Predigtamt, er war ein Mann der Leiden und mit Schmerzen bekannt. Diese bekenntlichen Christen würden sich für den sanftmütigen und demütigen Heiland schämen, der ein einfaches Gewand ohne Naht trug und nichts hatte, da er sein Haupt hinlegte.“ Also ich sage mit anderen Worten, wenn heute Jesus kommen würde, die Adventisten würden ihn ablehnen, die ersten Tags Adventisten.

[38:57] „Sein fleckenloses, selbstverleugnendes Leben würde sie verdammen, seine heilige Würde würde wie ein schmerzlicher Vorwurf für ihren Leichtsinn und ihr eitles Gelächter sein. Seine reine Rede, in der kein Falsch ist, würde ihrer weltlichen und lüsternen Unterhaltung Einhalt tun. Seine Auslegung der ungeschminkten, einschneidenden Wahrheit würde ihren wahren Charakter offenbaren. Sie würden wünschen, das sanftmütige Vorbild des liebevollen Heilands so bald wie möglich aus dem Wege zu schaffen. Sie würden die Ersten sein, die versuchten, ihn in seinen Reden zu fangen und den Ruf erheben: ‚Kreuzige ihn, kreuzige ihn!‘“

[39:35] Schon ziemlich harte Worte. Er sagt, so wie diese vorgeblichen Adventisten leben, würden sie, wenn Jesus kommen würde, sie würden schreien: „Kreuzige ihn, kreuzige ihn!“ Und ich denke, da kann man darüber nachdenken, was würde passieren, wenn Jesus heute kommen würde, auf seine Art und Weise, wie er damals gekommen war. Lasst uns Jesus folgen, wie er so demütig in Jerusalem einzog und so weiter.

[39:59] Schauen wir hier weiter. „Ein großer Teil derer, die vorgeben, auf Christus zu warten, wäre ebenso bereit wie die Pharisäer, den Jüngern Schweigen zu gebieten und würde ohne Zweifel den Ruf erheben: Fanatismus, Magnetismus, Mesmerismus. Ebenso sind die Jünger, die ihre Kleider ausbreiteten und Palmzweige auf den Weg streuten, für verrückt und überspannt erklärt worden.“ Er sagt also genau das, was erst die Milleriten, was die Christen mit den Milleriten gemacht haben und jetzt die Ex-Milleriten mit den Sabbat Adventisten, das ist das, was die Pharisäer mit den Jüngern gemacht haben. Immer dasselbe, immer dasselbe Phänomen.

[40:40] „Doch Gott will kein Volk auf Erden haben, das kalt und tot ist, sondern das ihn loben und verherrlichen kann. Er will von etlichen Ehre empfangen und wenn seine Auserwählten, die seine Gebote halten, schweigen, so werden die Steine schreien. Jesus kommt, aber nicht wie bei seinem ersten Kommen, als sein Kind in Bethlehem, nicht wie er zu Jerusalem einzog, als die Jünger mit lauter Stimme Gott priesen und Hosianna riefen, sondern eine Herrlichkeit des Vaters und so weiter.“ Das kennt ihr ja, sie werden verwandelt werden und so weiter.

[41:10] Und dann sagt er: „Sollten wir mit solcher Aussicht vor uns, solch herrliche Hoffnung, solche Erlösung, die Christus uns durch sein eigenes Blut erworben hat, schweigen? Sollten wir nicht auch Gott mit lauter Stimme preisen, wie die Jünger dies taten, als Jesus in Jerusalem einzog? Ist unsere Aussicht nicht viel herrlicher, als es die ihrige war? Wer sollte uns dann hindern, Gott mit lauter Stimme zu verherrlichen, wenn wir eine solche Hoffnung der Unsterblichkeit und Herrlichkeit haben?“ Und die letzten Sätze: „Wir haben die Kräfte der zukünftigen Welt geschenkt und verlangen auch mehr. Mein ganzes Wesen sehnt sich nach dem lebendigen Gott und ich will nicht zufrieden sein, bis ich mit seiner ganzen Fülle erfüllt bin.“

[41:46] Gleich haben wir angelangt, 24. Juni. Der James White kündigt an, man werde nach Osten reisen, weil Ellen Whites Vater, der Robert Harmon, an Tuberkulose erkrankt ist und im Sterben liegt. Und natürlich möchte sie ihn sehen und so will man jetzt im Sommer nach Osten reisen, aber auf dem Weg dahin noch möglichst viele Konferenzen halten und die Geschwister sollen sich melden, wo sie dann vorbeikommen sollen. Und natürlich kämpft Andrews gegen Crozier auch jetzt hin und her, monatelang. Also wirklich jedes Argument gegen den Sabbat, das man irgendwo noch finden kann oder was noch nicht finden kann, wird hier debattiert.

[42:32] Und ein kleiner Artikel, aber klein aber oho, nämlich der Fall Babylons. Und dort wird zum ersten Mal die Idee präsentiert: Ja, Offenbarung 14 Vers 8, die zweite Engelsbotschaft, liegt in der Vergangenheit. Aber Offenbarung 18, wo es heißt: „Kommt aus ihr heraus, mein Volk“, ist auch in der Zukunft. Das heißt also, noch gibt es Gottes Volk in Babylon. Warum? Weil Offenbarung 18 spricht direkt von den Plagen und zur Miller Bewegung hat niemand wirklich gewusst, dass die Plagen vor der Wiederkunft fallen. Da hat man gedacht, die kommen erst nach der Wiederkunft und niemand hat damals über die Plagen geredet. Also niemand hat damals wirklich Offenbarung 18 verkündigt. Und so sagt man: „Ja, wir müssen Menschen aus Babylon herausrufen.“ Entsprechend heißt es hier: „Wir möchten Gottes Volk sagen, wo immer sie sich in diesem großen Babylon befinden, ob bei den Baptisten, Methodisten, Adventisten – und hier sind wohlgemerkt die Erstentagsadventisten im Allgemeinen gemeint – oder irgendeiner anderen Denomination, kommt aus ihr heraus, flieht von ihren unreinen Geistern, sodass ihr nicht Babylons Plagen empfangt und so weiter und so fort.“

[43:49] Einige dieser… und ja, das können wir springen. Für diese Reise nach Osten bekommen die Whites ein ganz tolles Geschenk, nämlich eine neue Kutsche. Das ist jetzt kein Bild von ihnen, sondern einfach nur so ein Bild von so einer Kutsche von 1852, weil ihre alte Kutsche war schon aus, also in alle Einzelteile zerfallen und jemand schenkt ihnen dann für 85 Dollar. Das ist auch keine Kleinigkeit, kann ich euch sagen. Das sind nämlich dann immerhin schon nochmal 2500 Euro. So eine neue Kutsche, mit der sie dann reisen können.

[44:22] Und währenddessen studiert sich der Loveborough fast das Gehirn raus und sagt: „Meine Güte, was ist das Heiligtum? Und was ist dieses zweite Tier?“ Er findet keine Antworten. Er ist immer mehr enttäuscht von seinen bisherigen Vorbildern bei den ersten Tagsadventisten. Und während das alles passiert, das ist die letzte Geschichte für heute, gibt es noch eine ganz spannende Erfahrung von Joseph Bates. Auf seinem Weg dort durch die Prärie im Wilden Westen, auf dem Weg nach Wisconsin, fährt er mit der Bahn. Und während er in der Bahn fährt, kommt er auf die Idee, also irgendwie kommt da ein Gedanke in seinen Kopf, dass er dort an einem bestimmten Ort aussteigen soll. Normalerweise steigt er nur an solchen Orten aus, wo er weiß, dass es mindestens ein oder zwei Sabbat-Halter gibt, die er dort dann im Glauben stärkt und dann neue gewinnt. Aber der nächste Ort, der jetzt kommen würde, da gibt es überhaupt niemanden. Man weiß von keinem. Und er fragt sich: „Warum soll ich aussteigen?“ Aber trotzdem ist das Gefühl sehr stark, steigt dort aus. Der Name des Ortes: Battle Creek. Schon mal gehört? Dort hier, so in der Mitte von Michigan, ein kleines Dörfchen, damals kleines Städtchen, völlig unbedeutend. Und er so gehorchte diesem Eindruck, steigt aus der Bahn aus und befindet sich hier in Battle Creek. Das ist ein Originalbild aus 1852.

[45:53] Und er fragt sich: „Naja, hier gibt es aber keinen Sabbat-Adventisten. Was soll ich jetzt machen? Zu irgendjemandem muss ich ja reden.“ Und dann überlegt er sich, was er machen soll. Und er ist ja ein gescheiter, nicht mehr jung, aber gescheiter, kluger Mann. Und er geht zur Post und fragt den Postbeamten: „Guten Tag, mein Name ist Joseph Bates. Wer ist der ehrlichste Mann in dieser Stadt?“ Und der Postbeamte sagt: „Hm, gute Frage. Versuch uns mal mit David Hewitt.“ Okay, wo wohnt denn der David Hewitt? Da und da und da. Und dann geht der Bates dorthin, klopft an und sagt: „Hallo, mein Name ist Joseph Bates. Der Postbeamte meinte, Sie sind der ehrlichste Mann der ganzen Stadt.“ Und er sagte: „David Hewitt, das ist interessant, dann kommen Sie mal rein.“ Und der Bates erzählt ihm dann von der Dreiviertel-Engelsbotschaft, erste Engelsbotschaft, zweite Engelsbotschaft, dritte Engelsbotschaft, Sabbat. Und ihr wisst, der Bates, der konnte das mit Feuer. Und der Abend kommt, der Mann ist Sabbat-Adventist. Der erste Sabbat-Adventist in Battle Creek. Joseph Bates ist zufrieden und reist weiter. Aber das war der erste Same, der dort in Battle Creek gelegt worden ist. Und wenn ihr nur ganz bisschen was von Adventgeschichte versteht, werdet ihr wissen, dass der Same mal zu einem richtig großen Baum wird. Warum? Weil ein Mann gesagt hat: „Hey, ich weiß nicht warum, aber irgendwie habe ich den Eindruck, ich muss hier aus dem Zug aufsteigen.“ Und dann wirklich mit auch gutem Menschenverstand überlegt hat, wie kann ich den wahrscheinlichsten Erfolg haben, den ehrlichsten Menschen zu finden. Ganz interessante Missionsstrategie, nicht wahr? Ich weiß gar nicht, ob heute noch ein Postbeamter wissen würde, in unseren Städten, wer der ehrlichste Mensch ist. Aber ich denke, grundsätzlich können wir eine ganze Menge davon lernen.

[47:36] Und wir haben nichts zu befürchten für die Zukunft, es sei denn, wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat. Nächste Woche werden wir uns anschauen, wie Gott in diese aufstrebende Bewegung jugendliche Energie noch mehr hineingespritzt hat. Wir haben ja schon den Andrews, wir haben die Annie Smith, wir haben die James White, wir haben die Ellen White, aber da gibt es noch mehr Jugendliche. Genau, unter anderem. Und die werden wir 1852 erleben. Bis dahin wünschen wir euch Gottes Segen. Jetzt in fünf Minuten haben wir das Advent, die Offenbarung und da freuen wir uns. Und bis dahin Gottes Segen euch. Amen.


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