In dieser Folge von „Die Zeit des Endes“ tauchen wir in das Jahr 1853 ein und beleuchten die Entwicklung der Adventbewegung. Im Fokus steht die „offene Tür“ im Verständnis der Heiligtumslehre, die durch die Schriften von J. N. Andrews und die Erkenntnisse von Hiram Edson geprägt wurde. Wir erfahren von den Reisen und Predigten von Joseph Bates, den Herausforderungen und dem Wachstum der Gemeinden, sowie den persönlichen Opfern und dem Glauben der Pioniere. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den frühen Beiträgen von Uriah Smith und den wegweisenden Schriften von Ellen White, die die Gemeinde auf ihrem Weg begleiteten.
Die Zeit des Endes: 64. Die offene Tür (1853 Teil 1)
Christopher Kramp · Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er) ·Themen: AdventgeschichteWeitere Aufnahmen
Serie: Die Zeit des Endes (Eine chronologische Darstellung der Adventgeschichte von 1798 bis in die 1850er)
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Transkript
[0:00] Einen wunderschönen guten Abend, hallo und herzlich willkommen zu Die Zeit des Endes. Wie jeden Abend, schön, dass ihr da seid und schön, dass ihr eingeschaltet habt zur Live-Übertragung oder auch dann später für die Aufnahme. Wir wollen heute weitergehen im Strom der Zeit, die Adventgeschichte weiter verfolgen und ich kann euch versprechen, es gibt heute eine ganze Reihe von interessanten und aufschlussreichen Geschichten. Und ich will keine lange Vorrede machen, aber natürlich wollen wir wie jedes Mal zuerst beten, bevor wir dann über die offene Tür sprechen und ich lade euch dazu ein, mit mir gemeinsam zu beten.
[0:47] Lieber Vater im Himmel, wir kommen dankbar zu dir und wissen, dass wir nur durch deine Gnade und durch deine Liebe heute hier sind. Das bezieht sich sowohl auf unser persönliches Leben, als auch auf unsere Gemeinde und wenn wir zurückschauen, dann sehen wir nicht nur unser persönliches Leben, sondern auch in der Adventgeschichte, wie sehr du Geduld geübt hast und wie langmütig du gewesen bist und wie viel Liebe du gehabt hast. Und wir möchten diese Lektion auch heute lernen, wenn wir einige der Ereignisse betrachten. Bitte schenkt uns deinen Heiligen Geist, um zu sehen, wie sehr die Dinge auch auf uns zutreffen, damit der Zweck erfüllt wird, dieses Seminars, nämlich uns näher zu dir zu bringen. Im Namen Jesu beten wir dies. Amen.
[1:34] Die offene Tür. Wir steigen ein in das Jahr 1853. Gleich am ersten Januar kam Joseph Bates, der ja wie immer schwer auf Reisen war, an diesen Ort hier. Wisst ihr noch, was das für ein Ort war? Genau, das war das Heim von William Miller, seine Farm. Er war ja schon jetzt ungefähr über drei Jahre tot, aber dessen Familie lebte noch da, seine Witwe, hier die Schwester Miller und auch einige seiner Kinder und Enkel und so weiter. Und die kannten den Joseph Bates noch, weil er war ja ein alter Weggefährte von Miller, war ja einer der Führer in der Miller-Bewegung auch gewesen. Und Bates denkt, es ist doch eine gute Gelegenheit, sie mal zu besuchen und mit ihnen über den Sabbat zu reden. Und in der Tat ist die Schwester Miller vom Sabbat sehr, sehr angetan. Sie übernimmt ihn zu diesem Zeitpunkt jetzt nicht, aber zumindestens ist sie doch sehr beeindruckt von dem, was Bates dort zu sagen hat. Er lässt sich dann auch das Grab zeigen von William Miller, dort, wo er 1849 gestorben ist und bekommt sogar dann die Möglichkeit, in der Adventkapelle dort in Lowhampton zu predigen, die damals dann ja gebaut worden ist, 1848, die erste Adventkapelle der ersten Tagsadventisten. Und genau hier an diesem Ort hat Bates dann die dritte Engelsbotschaft mal gepredigt, zu der Gemeinde von William Miller. Und da seht ihr, oben drüber stehen diese berühmten Worte: „Denn zu der bestimmten Zeit soll das Ende sein.“ Das war eine der Lieblingsworte von Miller.
[3:16] Am 6. Januar haben wir den Andrews, wie er weiter an diesem großen Thema des Heiligtums schreibt und das Ganze ausführt. Und dieser Artikel, das haben wir letztes Mal schon angedeutet, ist nicht einfach nur eine Wiederholung von dem, was vorher schon andere geschrieben haben. Nein, es ist wahrscheinlich die erste richtig ganz, ganz ausführliche Heiligtumsdarstellung, so wie wir es auch heute vollständig glauben. Es gab nämlich eine Idee, die der Andrews dort entfaltet hat, die zu tun hatte mit dieser offenen Tür. Bis 1850, 51, 52 hatten die Milleriten, die Sabbatadventisten ja geglaubt, dass Jesus ins Allerheiligste gegangen ist und nur diejenigen, die vor ihm geglaubt haben, hatten dann noch die Möglichkeit Gnade zu bekommen, in diesem Verständnis der geschlossenen Tür. Und man hatte das damit begründet, dass man auf der Brustplatte sein musste, sozusagen, um dann mit Jesus ins Allerheiligste kommen zu können. Aber Andrews hatte einen Gedanken aufgeschnappt, den Hiram Edson vorher schon mal formuliert hatte in diesen Jahren, nämlich, dass das Blut von Jesus auch am großen Versöhnungstag angewandt wird. Denn am großen Versöhnungstag wird ebenfalls ein Opfertier geschlachtet und das Blut wird nicht nur ins Heilige, sondern auch ins Allerheiligste gebracht. Und Edson hatte, ähnlich wie schon 1844, nur so eine Idee gehabt und hatte das nie richtig ausformuliert, damals, als er Jesus gesehen hat, wie er ins Allerheiligste gegangen ist. Und Andrews hat diese Idee aufgenommen und hat sie weiter studiert und hat dann feststellen können: Ja, am großen Versöhnungstag haben nicht nur die Gnade, die schon ohnehin an Jesus geglaubt haben, sondern auch am großen Versöhnungstag ist da eine offene Tür für jeden, der zum Kreuz kommt. Einzig diejenigen sind ausgeschlossen, die ganz bewusst das Licht abgelehnt haben. Für die ist die geschlossene Tür. Ähnlich wie bei der Arche Noah damals, dass es eine geschlossene Tür gab oder bei Sodom und Gomorra eine geschlossene Tür, aber begrenzt für eine bestimmte Anzahl von Leuten. Und das war letztendlich der entscheidende Durchbruch, das, was man die letzten Jahre schon praktiziert hatte, nämlich auch Leute in die Gemeinde aufzunehmen, die gar keine Milleriten gewesen waren, das hatte sich jetzt auch biblisch bewahrheitet und das war so eine der entscheidenden Durchbrüche in dieser Zeit.
[5:53] Hier in der Gemeinde in Rochester, die so das Zentrum der damaligen Sabbatadventisten bildet, findet jeden Sabbat Gottesdienst statt, aber nicht nur am Sabbat. Schaut mal hier, wenn ihr mal wissen wollt, wie unsere Pioniere so ihre Termine gehabt haben. Jeden Sabbat gab es um 10:30 Uhr Gottesdienst, um 14 Uhr gab es dann nochmal eine Veranstaltung. Jeden Sonntag gab es um 14:30 Uhr und 18 Uhr Veranstaltungen und am Dienstag auch nochmal um 18:30 Uhr, die hatten auch ihr Dienstagsseminar, damals noch ohne Livestream. Ich hab ein Haar auf der Zunge, naja, jetzt muss ich es doch weg machen, jetzt ist es weg, okay.
[6:50] Also, der Missionseifer kannte keine Grenzen, vor allem dort in diesem Bundesstaat Michigan, um den es heute auch ganz besonders gehen soll. Zum Beispiel hier in Grand Rapids, damals eine kleine Stadt von 3000 Einwohnern, da kommen zum Teil bis zu 150 Leute, um den Bruder Case zu hören, der dort eine Vortragsreihe hält und da ist richtig was los. Und die Whites, die überlegen die ganze Zeit schon, wann können wir da mal nach Michigan gehen, dort in den Westen.
[7:24] Am 6. Januar gibt es ein furchtbares Unglück. Der gerade frisch gewählte US-Präsident Franklin Pierce hat einen Eisenbahnunfall und dabei stirbt sein elfjähriger Sohn, schon der zweite Sohn, den er verloren hat. Daraufhin verliert seine Frau den Verstand und er wird schwer depressiv und bekommt ein Alkoholproblem. Und das ist natürlich nicht gerade gut, wenn man gerade frisch gewählter US-Präsident wird.
[7:48] Der rechts neben ihm, das ist der Zar von Russland, der am 9. Januar in einem privaten Gespräch mit dem britischen Botschafter einen berühmten Ausdruck geprägt hat, nämlich, er nennt das Osmanische Reich, das seine Autonomie schon quasi aufgegeben hat, er nennt es den kranken Mann am Bosporus. Vielleicht habt ihr das mal gehört. Und das ist ein Vorbote dessen, was in den nächsten Jahren passieren wird, denn sowohl Russland als auch die europäischen Mächte wollen dieses Osmanische Reich endgültig von der Landkarte verschwinden lassen.
[8:24] Ein Problem, das wir gesehen hatten in den letzten Jahren, das sich langsam aufkam, war, dass aufgrund der Menge an Geschwistern es nicht mehr so deutlich sichtbar war, wer war jetzt eigentlich ein offizieller Prediger und wer nicht. Und so beginnt man im Jahre 1853, kleine Predigtlizenzen auszuteilen. Der Loughborough ist einer der ersten, der ist ja relativ frisch dabei, er ist seit Dezember mit im Predigtdienst und so bekommt er im Januar, weil viele ihn wahrscheinlich nicht kennen würden, so eine kleine Predigtlizenz, auf der draufsteht, dass er ein anerkannter Prediger der Sabbatadventisten ist und James White und Joseph Bates unterschreiben das und damit kann er zeigen: Ich bin in Harmonie mit unserem Glauben.
[9:10] Ebenfalls im Januar gibt es eine ganz interessante Geschichte. Annie Smith war über den Jahreswechsel nach Hause gefahren, November, Dezember, Januar, weil ihr Vater im Sterben lag in New York City und dann auch gestorben ist. Dort hat sie dann auch ihren Bruder Uriah getroffen, der ja seit Dezember sich auch zu den Sabbatadventisten gezählt hat, haben wir letztes Mal kurz darüber gesprochen. Und just in diesem Moment bekommen die beiden ein Angebot, an einer Akademie gemeinsam zu unterrichten für 1000 Dollar pro Jahr. Das macht ein heutiges Monatsgehalt von mehr als 2000 Euro. Und wenn man 20 und 24 ist, dann ist das doch eigentlich ganz verlockend, oder? Zumal im Vergleich dazu beim Revue und Herald bei James White hat sie gar nichts verdient. Da war sie reine Volontärin und hat dort Schwerstarbeit geleistet für Kost und Logis. Aber beide entscheiden sich gegen das Angebot und der Uriah Smith überlegt, ob er nicht auch bald der Annie helfen soll, dort im Büro. Also das war auch der Geist, der dort geherrscht hat. Die haben lukrative Angebote ausgeschlagen für den Dienst des Herrn, diese Jugendlichen.
[10:27] Revue und Herald, 20. Januar. Neben Andrews' Heiligtumsanalyse gibt es zum Beispiel, und das ist sehr interessant, auch Tipps für harmonisches Familienleben. Wenn wir mehr Zeit hätten, würde ich euch die mal vorlesen. Sehr, sehr interessant. Und verschiedene Artikel über die prophetischen Hinweise auf die Wiederkunft, die neuesten Ereignisse beim Papsttum und in Frankreich, wo sich der Präsident erneut zum Kaiser krönen lässt. Und schaut mal hier, das ist doch interessant. Da gibt es einen Leserbrief aus Battle Creek. Könnt ihr euch an letztes Mal erinnern? Sechs Monate vorher ist da der erste getauft worden. Mittlerweile gibt es dort 24 Geschwister. Der ehrlichste Mann, genau. 24 Geschwister in sechs Monaten. Also, wenn das kein Gemeindewachstum ist. Und das sind natürlich solche Berichte, die richtig Euphorie auslösen, nicht nur bei den Whites. Übrigens, man warnt auch vor Perfektionismus, vor Leuten, die sich für so heilig halten, dass sie sich über alle anderen stellen. Das ist auch sehr interessant.
[11:27] Und der Andrews hat nicht nur diesen immensen Heiligtumsartikel geschrieben, der in mehreren Abteilungen veröffentlicht wird, sondern er hat auch etwas gemacht, was vor ihm niemand getan hat. Er hat mal alle Bibelverse rausgesucht, wo das Wort Heiligtum vorkommt. Damals gab es noch keine Strong Concordance, es gab keine Computerprogramme, wo man mal getippt hat und dann kommen sie alle. Der hat wirklich jede Seite der Bibel blättern müssen. Die Konkordanzen damals hatten längst nicht alle Verse, die waren niemals ausführlich. Und so hat er richtig Arbeit reingesteckt und damit auch wiederum eine Grundlage gelegt für weiteres Studium.
[11:57] Ebenfalls im Januar kommt dieses Buch heraus und das sind die Memoiren von William Miller, verfasst von seinem langjährigen Freund und Gefährten Sylvester Bliss und herausgegeben von Joshua Himes hier 1853. Und das Werk ist eigentlich ein Standardwerk, wenn es um die Biografie von Miller geht. Ist auch dann von den Sabbatadventisten gern gelesen und viel verbreitet worden. Auch unser Seminar hier hat das als eine der Hauptquellen gehabt. Sehr nah an seinem Tod noch dran und sehr viele Augenzeugenberichte. Sehr interessant, gibt es leider wie vieles Gutes nur auf Englisch, nur dass ihr wisst, das ist eine der Hauptquellen. Also, vier Jahre nach seinem Tod war bereits das Interesse so groß, dass man über sein Leben mehr wissen wollte und da gibt es dann die ganzen Kapitel, was er so alles hier getan hat und gemacht hat und so weiter und so fort.
[12:47] Dann am dritten Februar ist Andrews mit seiner Heiligtumsreihe fertig und man beschließt, diese verschiedenen Artikel als einen Traktat, als ein Buch herauszugeben. Und James White ist überzeugt, dass das das Beste ist, was bis zu dem Zeitpunkt überhaupt von Sabbatadventisten geschrieben worden ist. Obwohl was von der Prophetie als auch von der Lehre vom Heiligtum das betrifft. Es ist die vielleicht erste umfassende, gründliche und vollständig biblisch begründete Erklärung für das, was 1844 passiert ist. Die Enttäuschung ist vollständig aufgeklärt. Das, was damals der Edson seiner ersten Idee schon mal so skizziert hatte und was dann über viele Jahre gewachsen ist und durch Studium verfeinert worden ist und letztendlich jetzt zum Abschluss gekommen ist mit dem Verständnis, dass das Blut Jesu immer noch eine offene Tür bildet und dass man genauso heute noch gerettet werden kann. Und das bedeutet, dass damit der Weg frei ist für eine jetzt weltweite Verkündigung der Dreifaden Engelsbotschaft. Und spätestens jetzt hat die Gemeinde ihren wirklich festen Auftrag und weiß auch, warum sie ihn hat.
[14:06] Und entsprechend öffnen sich die Felder überall. Einer schreibt hier: „Just in der Zeit vor einem oder zwei Jahren mussten diejenigen, die die Gebote Gottes und den Glauben Jesu lehrten, manchmal 100 Meilen zurücklegen, um eine Person zu unterrichten. Aber eine große Veränderung hat stattgefunden. Das Feld, damals verschlossen, öffnet sich schnell. Der Geist Gottes bewegt viele zu forschen und aus allen Ecken kommen Rufe nach jemandem, zu kommen und die Beweise unserer Position zu präsentieren. Aber viele rufen vergeblich, denn es gibt niemanden übrig, der qualifiziert ist, zu ihnen zu gehen und das Wort zu predigen. Manchmal haben wir den Eindruck, es ist eine schmerzliche Tatsache, dass viele in der hungernden Herde, statt dass ein Hirte sie aufsucht, selbst vergeblich nach einem Hirten suchen, der sie zu den grünen Auen der gegenwärtigen Wahrheit bringt.“
[14:58] Da ist plötzlich, nachdem man mehrere Jahre Einzelne gesucht hat, den ehrlichsten Mann der Stadt und Tier und da ein Ex-Millerit und so, plötzlich bricht es von überall hervor: „Wir wollen die Wahrheit wissen, was hat es mit dem Heiligtum auf sich?“ Und die Sabbatadventisten kommen gar nicht hinterher. Und ich denke, das ist eine tiefe, tiefe Lektion dahinter, denn genau das erwarten wir auch. Wir leben vielleicht noch in einer Zeit, wo wir auch 100 Meilen laufen, um mal einen zu finden. Aber was ist, wenn plötzlich überall die Leute rufen? Und wir können von damals lernen, dass es für einen Moment so aussah, als ob die Gemeinde nicht in der Lage war, damit Schritt zu halten.
[15:37] Schaut mal hier. Liebe Geschwister, halten wir als Volk mit den sich öffnenden Vorsehungen Gottes Schritt? Sind wir uns unserer Pflicht völlig bewusst und wir haben gesehen, was für Opfer die bereits getan haben? Und realisieren wir die Verantwortung, die auf uns ruht? Es steht zu befürchten, dass viele nicht realisieren, was Gott von unseren Händen erwartet. Uns ist die Aufgabe gegeben worden, zu lehren und durch heilige Leben die großen Wahrheiten der letzten Gnadenbotschaft zu bekräftigen. Tun wir alles, was wir können, in diesem großen Werk?
[16:06] 3. Februar. Naja, weiterhin dort immer wieder diese Berichte von offenen Türen in Michigan. Also eine offene Tür im Heiligtum, offene Türen in der Mission. Und James White kündigt an: Okay, wir können nicht länger. Wir werden demnächst, also Ellen White und er, wir werden demnächst nach Michigan gehen. Wir müssen dort mithelfen.
[16:28] Übrigens, nach wie vor druckt man immer auch noch Artikel von Milleriten ab, von '43, von '44, von George Storrs und von anderen. Also hier, das ist Michigan. Wir haben letztes Mal schon mal angeschaut. Hier, das waren so die Gebiete, wo die James White und Ellen White bisher so gewirkt hatten. Die Ellen White war bis zu dem Zeitpunkt ihres Lebens noch nicht weiter als hierhin gereist, nach Westen. Das sollte eine ganz neue, ganz neue Reise werden, die sie jetzt geplant haben.
[16:55] Aber vorher gab es traurige Nachrichten. Am 5. Februar verstarb dann endlich der Robert Harmon, ihr Bruder, mit 27 Jahren, den sie letztes Jahr noch in Gorham besucht hatten. Und er starb und die Annie Smith hat dann ein Gedicht geschrieben, wie wir es, glaube ich, letztes Mal schon erwähnt haben. Er schläft in Jesus.
[17:19] Joseph Bates, derweil mal wieder in seinem Heimatbundesstaat in Massachusetts unterwegs, hier einige Orte, die er besucht hat. Und dabei hat er interessante Erfahrungen gemacht. An einem Ort, in Chester Factory, wird er eingeladen, von den ersten Tagsadventisten zu predigen, tut das auch. Und als er fertig ist, steht der Pastor auf und bekämpft ihn wirklich wie wütend. Er hat einen schweren Stand gehabt. An einem anderen Ort in Ethel, da, das stimmt gar nicht, in Hartwig, da erlebt er, wie ein Mann, der von den Ärzten aufgegeben worden ist und der nur noch ein paar Tage zu leben hatte, durch Gebet und Krankensalbung geheilt worden ist. Etwas, was damals ziemlich oft vorgekommen ist. Aber nicht immer, wie wir gesehen haben. Einige sind auch gestorben.
[18:03] Und dann in Ethel eine andere interessante Geschichte. Dort gibt es eine Gruppe von Sabbatthaltern. Da kommt er hin und es sind alles Sabbatadventisten. Ganz gut, er predigt dort. Aber es gibt dort einige Geschwister, die relativ frisch dabei sind und die so ein bisschen so einen Hang zu merkwürdigen Ideen haben, die noch nicht fest gegründet sind. Und die sind auf die Idee gekommen, dass das Heiligtum nicht so sehr das Heiligtum im Himmel ist, sondern das Heiligtum ist die Gemeinde. Damit liegen sie ja gar nicht so ganz hundertprozentig verkehrt. Aber ihre Idee ist, die Gemeinde muss gereinigt werden und das müsste irgendwie körperlich geschehen, eine körperliche Erfahrung der Heiligung und der Reinigung. Und als sie dann zum Abschluss beten, beten sie sehr vehement, dass auch der Bruder Bates das doch endlich begreifen möchte. Und sie beten laut und rufen und möge doch Gott dem Bruder Bates zeigen, was da passiert. Und als Ausdruck ihres Eifers fangen sie an, auf die Stühle zu hauen und mit dem Fuß aufzustampfen und: „Herr, sei doch mit dem Bruder Bates!“ Naja, der Herr macht aber nichts bei Bruder Bates. Und so fühlt sich einer der führenden Brüder dort berufen, etwas nachzuhelfen. Er kommt während des Gebets durch den gesamten Raum, vorn aufs Podium zu Bruder Bates und schüttelt ihn mal richtig durch. Richtig heftig, gewaltsam. Und Bruder Bates fragt ihn: „Was soll denn das?“ Er sagt: „Und dann sagt der andere: Das bin nicht ich, das ist Gott, der dich aufwecken möchte.“ Naja, hat der Bates seine liebe Mühe und Not, ihm zu erklären, was ein geordneter und wirklich vom Geist erfüllter Gottesdienst bedeutet. Und solche Erlebnisse machen natürlich deutlich, dass Ordnung wirklich wichtig ist und dass man auch die Geschwister gründlich unterweisen kann und nicht einfach nur so ein paar Tage besuchen in den Sabbat predigen und sie dann sich allein überlassen kann.
[19:57] Ja, ja, Ellen White am 17. Februar hat einen interessanten Artikel, von dem wir nur ein paar Zitate hier herausgreifen wollen. „Liebe Geschwister, glauben wir von ganzem Herzen, dass Christus bald kommt und dass wir tatsächlich die letzte Gnadenbotschaft haben?“ Also, nicht wahr? Eine Botschaft der Gnade, eine Botschaft des Kreuzes, eine Botschaft der offenen Tür. Und schau mal, was sie sagt, die dieser schuldigen Welt noch gegeben wird. Das ist wahrscheinlich das erste Mal, eines der ersten Male in unserer Literatur, dass die Idee mal formuliert wird, dass wir eine Botschaft an die ganze Welt haben. Also damals war die Botschaft ja im Wesentlichen an diese Neu-England-Staaten in Amerika. Und wahrscheinlich haben sie auch geglaubt, dass man irgendwann mal die ganze USA erreichen muss. Aber an Australien, Afrika oder Europa hat noch kein Mensch in seinen kühnsten Träumen denken können. Ja, das ist so ein erster, so ein erster Lichtblick so an die gesamte Welt.
[20:50] Und dann fragt sie: „Zeigen wir durch unser Leben und unsere heiligen Gespräche, dass wir auf Jesu Christus warten?“ Ich fürchte, dass wir diese Dinge nicht so glauben und uns nicht so klar machen, wie wir sollten. Als Beispiel sagt sie: „Die Gedanken beschäftigen sich zu viel mit der Kleidung und die Zunge wird zu oft zu leichtsinnigen, unnützen Reden gebraucht.“ Und das kann man lesen. Und obwohl es 1853 geschrieben ist, passt es, glaube ich, ziemlich genau auf 2015, oder? „Engel wachen über uns und schützen uns. Wir betrüben sie oft, indem wir uns unnützen Unterhaltungen, Scherzen und Tändeleien hingeben und in einem sorglosen, gleichgültigen Zustand verfallen.“ Ja, dann sagt sie: „Manchmal erringen wir den Sieg, aber dann lassen wir den Sieg wieder los. Wir halten nicht fest und dann werden wir die Prüfung unseres Glaubens doch nicht bestehen“, sagt sie. Hier ist ein Mangel an christlicher Festigkeit, Gott aus Grundsatz zu dienen.
[21:47] Sie sagt hier: „Wenn wir folgende wichtige Worte unserem Herzen einprägen und sie stets in Gedanken behielten, würden wir nicht so leicht in Versuchung fallen.“ Das ist das Thema von der Versiegelung, Gottes Wort im Herz zu haben, darüber nachzudenken. Und dann zitiert sie einige Verse aus Jesaja 53, aus Matthäus 12, hier 1. Mose 16: „Du bist ein Gott, der mich sieht.“ Wenn wir darüber nachdenken würden, dass Gott alles weiß, dass er, dass wir Rechenschaft geben müssen über jedes unnütze Wort, dann würden wir anders leben, sagt sie. Dann würden wir uns anders verhalten.
[22:17] Und dann sagt sie: „Wenn wir bei diesen Dingen verweilen, wird das liebe Ich in seiner Würde gedemütigt und an seine Stelle wird kindliche Einfachheit treten, die einen Vorwurf von anderen ertragen kann und nicht gleich gereizt ist.“ Interessantes Geheimrezept, oder? Manchmal haben wir damit zu kämpfen, dass uns jemand komisch kommt und dann fühlen wir den Stolz hochkommen, nicht wahr, wir fühlen uns gereizt. Sie sagt: „Das Geheimnis ist, wenn wir über Gottes Wort nachdenken, dann wird unser Ich so sehr gedemütigt, dass, wenn wir mal angegriffen werden, es uns gar nichts ausmacht.“ Und ich denke, das lohnt sich mal, darüber nachzudenken.
[22:56] Sie sagt auch: „Wer sowas tut, wird in seiner Freizeit genug zu tun finden, nicht mehr irgendwie die Zeit totschlagen mit sinnlosen Dingen. Ihre Seelen sehnen sich nach Gott.“ Naja, und dann sagt sie hier: „Die Anziehungskraft Gottes und des Himmels wird dann so groß sein, dass nichts ihre Gedanken von dem großen Thema des Seelenheils sowie der Verehrung und Verherrlichung Gottes abwenden kann.“ Irgendwann, je mehr wir über Gottes Wort nachdenken, ist wie ein Magnet, der zieht uns mehr und mehr und mehr zu Gott.
[23:25] Sie sagt an dieser Stelle: „Der ganze Himmel nimmt Anteil an uns.“ Und wir sehen daran wieder, wie sehr Ellen Whites Rolle eben nicht nur die einer Prophetin war, die Dinge vorher sagt, sondern vielmehr auch eine Prophetin, die Gottes Volk durch den Alltag führt, für den Alltag Ermutigung und Ratschläge gibt und immer wieder zurückweist auf den einen Weg, der allein zum Himmel führt über Jesus Christus.
[23:49] Unsere Herzen sollten in Liebe und Dankbarkeit zu dem überfließen, der uns mit so viel Liebe und Erbarmen umgibt. Wie leicht vergessen wir das, oder? Und immer wieder muss sie sich schon damals unsere Pioniere daran erinnern, dass wir mit Liebe und Dankbarkeit ihnen begegnen sollten. Aber die Hauptursache ihrer Prüfung ist ein trotziges Herz, wodurch das eigene Ich so empfindlich wird, dass es sich oft beleidigt und gekränkt fühlt. Die meisten, sie sagt, da viele reden davon: „Oh, ich fühle mich so angegriffen, ich habe solche Prüfung.“ Aber sie sagt, die meisten Prüfungen entstehen aus einem trotzigen Herzen.
[24:22] Und dann sagt sie: „Haltet Jesus alle Zeit in eurem Gedächtnis. Er ist euer Vorbild, folgt seinen Fußstapfen nach.“ Manchmal hört man die Idee: „Ach, unsere Pioniere, die haben immer nur das Gesetz geprägt, das Gesetz, Gesetz, Gesetz.“ Schaut mal, was das für wunderbare Worte sind: „Seht auf Jesus, den Anfänger und Vollender eures Glaubens, der um der Freude willen, die vor ihm lag, das Kreuz erduldete und der Schmach nicht achtete.“ Lasst uns denn um Christi willen gern etwas leiden. Uns täglich selbst kreuzigen.
[24:54] Weiterhin hier am 17. Februar wird deutlich, dass die Sabbatadventisten die einzigen sind, die immer noch konsequent an den 2000, an der Berechnung der 2300 Jahre wie bei Miller festhalten. Und der R. F. Cottrell berichtet, dass viele frisch bekehrte Sabbatadventisten manchmal von Spiritisten verwirrt werden. Denn die letzten vier Jahre hat eine rasante Ausbreitung des Spiritismus gesehen. Ihr könnt euch erinnern, 1848 die Fox-Schwestern, dann waren es erst noch einige wenige. Aber 1853 gibt es, so berichtet uns ein Richter des Obersten Gerichtshofs, mehr als 1000 Medien allein in den USA, also Menschen, die mit den Toten Kontakt aufnehmen. Man schätzt, dass zu diesem Zeitpunkt mehrere hunderttausend Menschen direkte Gläubige des Spiritismus gewesen sind. Und dass allein in New York City ungefähr 20.000 bis 25.000 Menschen sich dem Spiritismus hingegeben hatten, darunter Doktoren, Professoren, Kleriker, Richter, Politiker bis in die höchsten Reihen. Und demzufolge wird das immer mehr eine richtige Plage und man muss dieses Thema anfassen und darüber sprechen.
[26:17] Das Attentat auf den französischen Kaiser notieren wir nur ganz kurz hier am 18. Februar. Und schaut mal hier, 3. März, da habe ich was gefunden, wo ich dachte: Mensch, das müsste eigentlich jeder von uns hier in der Gemeinde hören. Der James White hat sich Gedanken gemacht und sagt: Hey, wir haben die letzten drei Jahre so ein Wachstum erlebt. Es ist so ein Triumph auf allen Seiten. Da gibt es bestimmt auch Gefahren. Was sind die Gefahren für die übrigen angesichts rasanten Wachstums? Und ich glaube, das sollten wir uns alle ganz, ganz fest in den Ohren schreiben.
[26:53] Er sagt, sechs Punkte könnten passieren, wenn man als Gemeinde, könnte in einer Gemeinde passieren, die schnell wächst, wo es geistlich vorangeht, wo wirklich eine eine geistige Atmosphäre ist. Das sind die sechs Punkte. Erstens: Zufriedenheit mit der Theorie der Wahrheit. Die Adventisten haben irgendwann gemerkt, niemand kann sie widerlegen. Das war so deutlich. Das ist eine Gefahr, wenn man damit zufrieden wird, wenn man es nicht mehr auslebt. Er sagt, zweitens: Es könnte ein Betrug durch den Reichtum entstehen, dass man sich zu sehr in der Welt beschäftigt und die Einfachheit des Lebens vergisst. Eine andere Gefahr ist von einigen, dass sie zu viel Eifer haben und sofort alles aufgeben und damit unausgewogen werden. Eine vierte Gefahr sind Prediger, die von Menschen gerufen werden und nicht von Gott. Eine fünfte Gefahr ist Fanatismus. Weil die Adventisten ja an ein, die Sabbatadventisten an die Geistesgaben geglaubt haben, zum Beispiel den Geist der Weissagung, aber das bringt natürlich die Möglichkeit mit sich, dass jemand das auch pervertieren kann, missverstehen kann und dann falsch anwendet und davor warnt. Und dann, und das finde ich für die heutige Zeit fast schon prophetisch, er warnt vor der Überbetonung von Nebensächlichkeiten. Da gab es einige, die gesagt haben: Okay, wenn das Papsttum den Sabbat auf den Sonntag geändert hat, warum gehen wir nicht zurück und halten alle kalendarischen Daten, so wie damals in der Bibel? Also, warum fangen wir nicht das Jahr im Frühling an und rechnen dann wieder die Monate nach dem Mond aus und so weiter und so? Er hat gesagt: Stopp! Ihr könnt ja meinetwegen den Sonntag ersten Tag nennen und den Montag zweiten Tag, aber jedes kleine Detail jetzt ändern zu wollen, das sind Nebensächlichkeiten. Das würde nur Vorurteil erzeugen und das ist etwas, das wir heute immer wieder erleben, dass Leute Nebensächlichkeiten zu Hauptpunkten machen und das ist eine ganz, ganz große Gefahr, die schon der James White erkannt hat.
[28:51] Vielleicht könnt ihr euch an den noch erinnern, an den Crozer. Und der bringt es fertig, im März 1853 seinen eigenen Artikel über das Heiligtum zu widerrufen und nicht nur den Sabbat aufgegeben. Er sagt dann ganz explizit, als er gefragt wird von anderen Erst-Tags-Adventisten, was es damit auf sich hat: „Damals habe ich mich geirrt und ich möchte nicht, dass die Sabbatadventisten meinen Artikel weiter verwenden.“ Und das, obwohl Ellen White ja geschrieben hatte, dass das die Wahrheit war, weil das war die Erklärung, die erste, die grundlegende Erklärung für die große Enttäuschung. Also diese Finsternis im Kopf von Crozer war wirklich gewaltig.
[29:36] Am 7. März führt der Papst neue Bischöfe in den protestantischen Niederlanden ein und das löst erneut einen Proteststurm aus. Die katholische Kirche gewinnt gehörig an Territorium, nicht nur in England, sondern auch in anderen protestantischen Ländern wie den Niederlanden. Also das Feld war mal wieder bereit, ein populärer Papst, der sich überall bereit macht.
[29:59] Und währenddessen planen die Whites ihre Tour nach Michigan. Jetzt habe ich was mitgebracht hier. Das ist eine Ausgabe vom Advent Review und Sabbat Herald. Ihr wisst ja, am Anfang gibt es ja meistens so ein kleines Gedicht, könnt ihr euch erinnern? Schaut mal, die erste Seite hier, das ist nur ein Gedicht. Die gesamte erste Seite ist nur ein Gedicht, aber das und es geht auf der zweiten Seite weiter. Man könnte denken, wer schreibt so ein langes Gedicht? Das war nur der allererste Anfang. Dieses Gedicht wurde über mehrere Monate immer weitergeführt. Das war der erste Teil, dann der zweite, dritte, vierte, fünfte, sechste, siebte, achte und so weiter. Das Gesamtgedicht hatte, haltet euch fest, 35.000 Worte. Jetzt fragt ihr euch, wer in der Welt findet Zeit, 35.000 Worte zu schreiben über die Prophezeiung in ein Gedicht? Uriah Smith, ein begabter Poet.
[30:56] Da habt ihr sein berühmtes Gedicht: „The Warning Voice of Time and Prophecy“, die warnende Stimme der Zeit und Prophetie. In diesem Gedicht geht er durch Daniel 2, Daniel 7, Daniel 8, durch alles, die gesamte Adventbewegung, alles im Gedicht von 35.000 Worten. Das war sein erster Beitrag für die Adventgemeinde. Das war gleich ein steiler Einstieg und kein Wunder, dass man sich gedacht hat: Den Mann können wir gebrauchen. Der Mann hat was auf dem Kasten, ein hochbrillianter Mann, ähnlich wie der Andrews.
[31:27] Gleiche Ausgabe, hier nur ganz kurz. Kein Thema hat größeres Recht auf die Aufmerksamkeit des Adventvolkes als das Heiligtum und die 2300 Tage aus Daniel 8. Dies wurde als wichtigste Säule unseres Glaubens angesehen. Es gibt heute Leute, die behaupten, die Milleriten hätten andere wichtige Säulen gehabt und wir glauben, dass diejenigen, die dieses Thema erneut sorgfältig untersuchen, sehen werden, dass es noch immer die Hauptsäule des Glaubens derer ist, die auf den Herrn warten und damit rechnen, ihn bald zu sehen.
[31:55] Ellen White, wie gesagt, war kaum präsent in der Zeitschrift, mal abgesehen von ein oder zwei Artikeln hier oder da. Trotzdem ist viel über sie geredet worden, vor allem unter den ersten Tagsadventisten und viele greifen sie an und geben vor, dass ihre Visionen gegen die Bibel sprechen und da ist ziemlich viel los in der Zeit.
[32:13] Und dann möchte ich was zeigen, das ist wirklich bewegend. Sonst haben wir jetzt mal die Leserbriefe hier ein bisschen ausgelassen, weil ansonsten kommen wir nie auf den grünen Zweig, aber dieser Leserbrief ist wirklich wunderbar. Ein Bruder Rap aus Wisconsin, irgendwo in der Prärie, schreibt, von ihm hört man vielleicht später nie wieder was. Er sagt: „Lieber Bruder White, ich danke dir und so weiter, dass ich dir 5 Dollar mitgeben kann.“ Er hat 5 Dollar gespendet. 5 Dollar sind umgerechnet 135 Euro. Er sagt: „Als ich gehört habe, wie es um euch steht, habe ich mich so schlecht gefühlt, dass ich euch nicht helfen konnte, weil ich habe nicht so viel und ich bin arm.“ Und jetzt sagt er, wie arm er ist: „Ich lebe in einer kleinen Hütte im Wald, wo es hineinschneit und hineinregnet. Ich habe eine Familie von 5 Mitgliedern zu unterhalten, aber ich habe nicht mal eine Kuh, um uns zu unterstützen.“ Also, der lebt irgendwo im Wald, mit 5 Familienmitgliedern, hat nicht mal ein Tier, was er irgendwie für die Landwirtschaft gebrauchen kann, in einer Hütte, wo es hineinregnet und hineinschneit und aus lauter Dankbarkeit für diese Zeitschrift spendet er 135 Euro. Er sagt dann: „Ich bin völlig alleine, weil alle um mich herum sind Spiritisten, im gesamten Dorf, überall wo es Leute gibt, also nicht im Dorf, aber überall wo es sonst Hütten gibt, alle Spiritisten.“ Er sagt, er hat alle seine Freunde verloren. Und als er das dann schreibt, ist der James White so bewegt. Was hat er denn gemacht? Ich kann nicht sagen, was er gemacht hat. Er sendet ihm die Spende zum größten Teil wieder zurück und sagt: „Wir geben dir 3 Euro, also 80 Euro wieder zurück und sagen: Du wolltest opfern und das ist wichtiger, aber deine Umstände erlauben es nicht, dass wir so ein großes Opfer annehmen und wir danken dir so sehr und Gott segne dich.“ Das war der Geist damals, der in dieser Zeitschrift geherrscht hat. Die einen waren bereit, ihr letztes Hemd zu geben, die anderen haben gesehen: Hey, dem geht es nicht, das wollen wir nicht. Da war echte, echte brüderliche Liebe zu sehen.
[34:22] Naja, 14. April. James White, Andrews beginnt eine weitere Studie über die Geschichte des Sabbats, ein Thema, das ihn noch viele Jahre beschäftigen wird. Und James White hat einen Artikel über die geschlossene Tür. Jetzt, wo der Andrews so deutlich die offene Tür gepredigt hat, muss man auch erklären: Okay, was meint er mit der geschlossenen Tür? Wir haben ja jahrelang die geschlossene Tür gepredigt, immer gesagt, die geschlossene Tür, der Sabbat, der geschlossene Tür. Und jetzt erklärt er, was wird dann durch die geschlossene Tür dargestellt? „Wir haben gesehen, dass es absurd wäre, sie auf die Wiederkunft zu beziehen. Wir können keine andere Anwendung der geschlossenen Tür, die mit den anderen Teilen des Gleichnisses und der Schrift harmonisiert, als dass unser Hohepriester am Ende der 2300 Tage im Herbst 1844 mit dem Antitypus des antiken Versöhnungswerkes am zehnten Tag des siebten Monats begann.“ Heißt also, geschlossene Tür bedeutet von jetzt an und nie wieder was anderes: Jesus ist ins Allerheiligste gegangen, das ist die geschlossene Tür. Demzufolge muss seine Arbeit, die Verrichtung des Antitypus zum täglichen Dienst im Heiligen, des wahren Heiligtums aufhören, damit er in das Allerheiligste hineingehen kann, um das Heiligtum zu reinigen. Und als sein Werk im Heiligen endete, begann es im Allerheiligsten.
[35:36] Und dann sagt er diese Worte an Philadelphia: „Das sagt der Heilige, der Wahrhaftige, der den Schlüssel Davids hat, der öffnet, sodass niemand zuschließt und zuschließt, sodass niemand öffnet.“ Das beschreibt das ja, die offene Tür, die geschlossene Tür. Offene Tür zum Allerheiligsten, geschlossene Tür zum Heiligen. Obwohl es eine geschlossene Tür gibt, die diejenigen ausschließt, die durch die törichten Jungfrauen dargestellt sind, diejenigen, die von der Verkündigung der Wiederkunft bewegt wurden, aber nichts von der Gnade Gottes besaßen und keinen echten Glauben hatten. Und außerdem diejenigen, die töricht und gottlos genug waren, die herrliche Botschaft des bald kommenden Erlösers zu bekämpfen und zu verachten. Also die sind ausgeschlossen. Wir glauben bis heute, dass es damals eine geschlossene Tür gab für die, die sich aktiv gegen die Milleriten gestellt haben. Für die war die Gnadenzeit 1844 vorbei. Freuen wir uns, denen die Ohren haben, um zu hören, verkündigen zu können, dass es eine offene Tür gibt. Oh, dass kostbare Seelen zu dieser offenen Tür kommen mögen und an der vergebenen Liebe des Erlösers Anteil haben. Und dann, um das sehr deutlich zu machen: „Wenn gesagt wird, dass wir für die offene Tür und die Siebenten-Tags-Sabbat-Theorie stehen, werden wir dagegen nichts einwenden, denn dies ist unser Glaube.“ Ab dem Zeitpunkt werden sie nicht mehr die Adventisten der geschlossenen Tür genannt, weil sie die offene Tür gesehen haben.
[37:02] Immer wieder werden Fragen gestellt über Daniel 8 und Daniel 9 und so weiter und es gibt Antworten von J. N. A., das ist John Nevins Andrews, der die Fragen beantwortet. Und dann im Mai kommt er endlich zum Review dazu, der 20-jährige Uriah Smith, und verzichtet ebenfalls auf lukratives Angebot zur Arbeit, um als Volontär dort zu helfen im Büro.
[37:37] Eine traurige Geschichte noch, die sich ereignet am 6. Mai. Der jüngere Bruder von James White, Nathaniel White, stirbt mit 22 Jahren. Er war auch Millerit gewesen, hatte sich dann nach der großen Enttäuschung ganz vom Glauben entfernt und war erst letzten Herbst wieder zum Glauben zurückgekommen. War schon ziemlich krank und dann hatten James White und Ellen White ihn eingeladen, nach Rochester zu kommen. Und er hat dort die letzten Monate verbracht, hat dort den Sabbat angenommen, hat die Heiligungsbotschaft angenommen und ist dann friedlich mit einem Lächeln auf dem Gesicht auf seinem Stuhl eingeschlafen, mit 22 Jahren. Sehr interessante Geschichte.
[38:28] Naja, am 12. Mai gibt James White einen Überblick, wie es so gerade um die Arbeit steht. Es gibt momentan keine finanziellen Engpässe, es geht voran und die Gemeinde in Rochester hat sogar 40 Personen. Also wirklich eine stabile Grundlage. Übrigens, der Storrs hat sich beschwert, dass man seine Artikel abdruckt, weil er sagt: „Ich glaube da schon längst nicht mehr dran. Das habe ich vor acht Jahren geglaubt.“ Wie der Quoscher sich beschwert hat, diese ganzen führenden Milleriten wenden sich nicht nur von der Wahrheit ab, sondern beschweren sich, dass sie noch zitiert werden. Naja, das können wir überspringen.
[39:05] Die Michigan-Tour ist geplant und Loughborough soll als Vorhut voraus. Er soll diese ganzen Gemeinden hier in Tyrone und Jackson und Battle Creek besuchen und ein, zwei Wochen später kommen dann die Whites hinterher. Und so zieht er von dannen und dann auch Mitte Mai die Whites, die dort hier auf dem Weg zum Schiff noch Zwischenstopp machen bei der Familie Jilbert, ach Quatsch, nicht Jilbert, so ein Quatsch, Cottrell, eine Siebenten-Tags-Baptisten-Familie, die die Botschaft angenommen hat und wo der R. F. Cottrell noch sehr bedeutsam sein wird. Und als sie dort sind und am nächsten Tag dann hier nach Buffalo reisen wollen, liegt der James White mit hohem Fieber im Bett und kann nicht reisen. Und jetzt fragen sie: Was sollen sie machen? Sie haben lange, lange, viele Monate gehofft, mal nach Michigan gehen zu können und jetzt liegt er da. Und sie beten. Ellen White sucht sich einen besonderen Gebetsort und betet und betet und betet, bis ihr bewusst ist, wir müssen gehen. Und auch James White ist überzeugt und so machen sie sich auf die Reise. Und während sie auf der Reise sind, geht es dem James White immer besser und besser, vor allem hier auf der Schiffsreise auf dem Eriesee. Und als sie dann ankommen in Michigan, da ist er schon wieder fast wohlauf. Also manchmal, zeigt Gott, muss man noch einfach mal mit den Füßen ins Wasser hinein und dann teilt sich das Wasser, haben sie immer wieder erlebt, unsere Pioniere.
[40:38] Ja, das können wir gerade überspringen. Sie kommen dann an hier in Michigan und sie treffen zunächst einmal hier in Plymouth die Geschwister Connor. Und dann geht es weiter hier nach Tyrone, wo sie unter anderem auch die Familie Kellogg treffen. Jetzt, Kellogg dürfte euch etwas sagen. Ja, ihr kennt vielleicht den John Harvey Kellogg, den berühmten Doktor. Das ist seine Familie. Der John Harvey ist gerade letztes Jahr geboren worden. Der ist gerade ein Jahr alt. Sein Vater, der John Kellogg, der ist der, der gerade mit den Whites da Kontakt hat und der Merritt Kellogg und so. Und sie treffen sich dort zum allerersten Mal. Das sind alles frische Gläubige dort und die Whites haben dort viel Freude bei ihnen.
[41:21] Und dort in Tyrone hat Ellen White eine ihrer berühmten Visionen. Warum berühmt? Weil es dort bei der Konferenz einen Erst-Tags-Adventisten gibt, einen Prediger, der gleichzeitig Arzt ist. Sein Name ist Drummond. Vielleicht habt ihr davon mal gehört. Und er hatte vorher behauptet, dass all diese Visionen von Ellen White nur Mesmerismus sind und das ist nur Hypnose. Und dann hat sie eine Vision. Und James White macht das, was er immer macht. Er sagt: „Naja, wenn es hier einen Arzt gibt oder jemand, der sich berufen fühlt, möge er sie doch untersuchen.“ Und dieser Arzt untersucht sie, bis er irgendwann leichenblass ausruft: „Sie atmet wirklich nicht. Sie atmet nicht.“ Und man erlebt dann, es ist übrigens so, dass wenn sie aus der Vision herauskommt, nimmt sie immer erst einen langen, tiefen Zug an Luft und dann nach einiger Zeit wieder. Und die Art und Weise, wie sie das tut, sagen Ärzte, es ist genauso wie ganz Neugeborene, die ihren ersten Atemzug zogen. Genau auf die gleiche Weise. Und der Arzt ist ziemlich angenehm. Diese Vision ist sehr bekannt geworden. Wir sehen auch noch, warum.
[42:33] Es geht dann weiter, hier nach Jackson. Und dort in Jackson treffen sie dann auf den Loughborough, der schon ein bisschen vorgearbeitet hat. Und Ellen White sagt ihm, er solle etwas aufschreiben, was sie vorher in Tyrone in dieser Vision gesehen hat. Sie hat nämlich gesehen, dass es eine Frau gibt, die behauptet, Sabbatadventistin zu sein und durch Michigan reist mit einem jungen Mann, der nicht ihr Ehemann ist. Und dass sie mit dem das siebte Gebot bricht. Aber sie kennt die Frau nicht und sie möchte, dass er das mal aufschreibt. Und er schreibt das auf und, naja, denkt sich ja mal gespannt, was da wohl daraus werden wird. Und sie sagt ihm sogar, was die Reaktion der Frau sein wird, wenn man sie damit konfrontiert. Die Frau wird dann sagen: „Der Herr kennt mein Herz.“ Und so schreibt das der Loughborough auf und wartet der Dinge, die da kommen sollen.
[43:33] Übrigens, an diesem Ort bekommt der James White wieder eine Spende von 100 Dollar, das sind 2700 Euro, in Gold. Und was macht er? Er sagt: „Das ist zu viel“ und nimmt 15 Dollar an. Den Rest wieder zurück. Also, da gehört was dazu, wenn man selbst nicht zu viel hat, große Spenden wieder zurückzuweisen und sagen: Das ist zu viel. Das ist nicht angemessen. Und nimmt also nur einen kleinen Teil der angebotenen Spende an sich. Und Ellen White schreibt auch darüber und sagt, es ist eine Gefahr, wenn junge Prediger zu viel zu schnell bekommen.
[44:10] Sie sind dort in Jackson und in der Konferenz gibt es ein anderes Problem. Die Geschichte kennt ihr vielleicht, die ist einfach unglaublich. Die ganze Gemeinde ist in heller Aufregung wegen einer Schwester, die sich wirklich vergangen hat gegenüber ihrer Nachbarin. Sie hat in einem Streitgespräch ihre Nachbarin „Witch“ genannt, das heißt auf Deutsch Hexe. Eine andere Gemeindeschwester hat das gehört, hat aber nicht genau hingehört und hat statt „Witch“ „Bitch“ gehört. Und „Bitch“ heißt nicht Hexe, sondern Hure. Und die ganze Gemeinde ist in Aufregung. Diese Schwester hat eine andere Frau Hure genannt. Ja und naja, da ist gerade die beiden Gemeindeleiter dort, der Bruder Case und der Bruder Case und ganz wichtig Case und genau Bruder Case und Russell. Die sind ganz, ganz heftig mit ihr und sagen: „Du musst das bekennen, ansonsten müssen wir dich ausschließen.“
[45:14] Und jetzt kommt die Ellen White und am 3. Juni beginnt die Konferenz. Die Schwester hieß Schwester Palme, die diesen Ausrutscher gehabt hat. Und sie wird auch an diesem Freitagabend angegriffen von den Geschwistern und Ellen White hat eine Vision und in der Vision sieht sie, wie sich die Schwester dort versündigt hat und sie gibt ein klares, deutliches Zeugnis, dass die Schwester bereuen muss, aber ansonsten geht das so nicht. Sie muss ihre Sünde bereuen. Und ihr könnt euch vorstellen, die Gemeindeleiter mit geschwellter Brust sagen: „Preis den Herrn für Ellen White, Preis den Herrn für die Geisterweissagung. Sie hat es bestätigt.“ Ja, und wir glauben an Ellen White und das ist ja fantastisch und so und nicht anders. Und die Schwester gibt aber nichts zu, die Schwester Palme. Also denkt man sich: Okay, nächsten Sabbat müssen wir es mal ansprechen.
[46:03] Am nächsten Sabbat, am folgenden Sabbat im Gottesdienst ist das wieder ein Thema. Ellen White hat wieder eine Vision, aber diesmal sieht sie, welches Wort wirklich gefallen ist und sie sieht, wie sehr Gott unzufrieden ist mit dem unchristlichen Kurs der Gemeindeleiter. Und jetzt gibt Ellen White das bekannt und plötzlich ist das Bild 180 Grad gedreht. Die Gemeindeleiter sagen also, dass sie noch nie wirklich an Ellen White geglaubt haben und dass man das sehr kritisch sehen muss, dass man nicht alles auf bare Münze nehmen kann, während die Schwester Palme gesagt und bekennt: „Ja, genau das habe ich gesagt und es tut mir leid und Verzeihung.“ Die Geschichte ist sehr interessant, weil diese beiden Gemeindeleiter Case und Russell verlassen die Gemeinde und wir werden sie in wenigen Wochen, das heißt nächste Woche dann, wiederfinden als die Gründer der ersten Splittergruppe, die es jemals in der Adventgemeinde gab. Die Ursache, sie wurden von Ellen White getadelt und wir werden sehen, wie ein roter Faden durch die restliche Adventgeschichte bis heute, Splittergruppen entstehen meistens dann, wenn Leute es nicht ertragen können, dass Ellen White sie getadelt hat. Das war die Konferenz in Jackson, die war wirklich äußerst spektakulär.
[47:27] Dort wird auch der Entschluss gefasst, dass man unbedingt Missionare aussenden soll hier nach Wisconsin und nach Illinois. Der Bates war hier schon mal gewesen, aber da muss mehr getan werden und man beschließt sich den Bruder Case und den Bruder, nee, Cornell und Loughborough, der ganz heiß ist, dorthin zu senden, dort in die Prärie, um dort im Herbst mal etwas auf die Beine zu bringen und von dort geht es dann weiter nach Battle Creek.
[47:52] Also James White und Ellen White auf ihrem ersten Besuch in Battle Creek im Haus von Bruder Hewitt, dem ehrlichsten Mann der Stadt, dort mit den mittlerweile 24 Gläubigen in seinem Vorzimmer und dort sagen sie ihnen, ohne dass sie selbst wahrscheinlich ahnen, was sie dort sagen, dass wenn die Geschwister in Battle Creek treu sind, dass da mal eine richtig große Gemeinde entstehen könnte. Ja, das ist es dann auch, aber dazu kommen wir im Laufe der Zeit.
[48:23] Von dort geht es weiter nach Vermont. Auf dem Weg dorthin ist Ellen White so schwach, dass sie fast eine Halluzination hat, eine Fata Morgana sieht und sie müssen anhalten und sie wird dann von einer Frau am Wegesrand, also in so einem Haus, dann aufgepäppelt und als Dank gibt dann Ellen White ihr ein Buch, das einzige Buch, das sie bisher geschrieben hat, „Erfahrungen und Gesichter“. Und wie sie herausstellen wird, 20 Jahre später sind durch dieses Buch allein, das dort weitergereicht worden ist, an viele einzelne Geschwister, etliche, etliche, etliche Menschen zur Wahrheit gekommen. Also, kleine Lehrer, die rausziehen können, haben immer ein kleines Buch oder Traktat dabei, wenn dir mal jemand hilft. Ellen White hat es selbst erlebt.
[49:06] Das können wir auch überspringen und ja, Eli Smith gibt ein Zeugnis, wie er zum Glauben gekommen ist, hier im Juni. Und dann in Vermont, kommen sie an, haben wieder eine Konferenz und dort treffen sie dann die Frau, die Ellen White in der Vision in Tyrone gesehen hat, die mit dem anderen Mann. Und das ist die Schwester Alcott, die große Heiligkeit vorgibt und sich sehr heilig benimmt. Und als man sich dann trifft und in der Konferenz sagt dann die Ellen White sehr deutlich, was sie gesehen hat und was die Wahrheit ist. Und was hat die Schwester Alcott gesagt? „Der Herr kennt mein Herz.“ Sie hat es nicht einmal abgestritten, sie hat nur gesagt: „Der Herr kennt mein Herz.“
[49:55] Ja, die Geschichte ist dann interessant ausgegangen. Kurze Zeit, sie hat immer größere Probleme gehabt dann, die Geschwister wollten sie nicht mehr hören. Der junge Mann ist später zurück nach Kanada gegangen, wo er herkam und hat die Sache bestätigt. Sie hat es nie bestätigt, sie hat es nie abgelehnt, aber der Mann hat es bestätigt. Und das war natürlich für den Loughborough nochmal so eine Bestätigung, dass Ellen White wirklich eine wahre Prophetin ist.
[50:14] Sie haben interessante Dinge erlebt zu der Zeit. Am 21. Juni kamen die Whites wieder nach Hause. Und kaum waren sie zu Hause, da planten sie schon die nächste Tour, diesmal Richtung Osten. Also war fast wie auf dem Bahnhof.
[50:33] Letzte Geschichte, kleines Zeugnis von Loughborough aus dieser Zeit, erste Hälfte 1853. Es gibt so eine kleine Idee, wie sie damals gearbeitet haben. Das Büro hatte keine Stepp- oder Beschneidemaschine. Bruder White rief einen Bienenschwarm der Glieder aus. Was ist die Geschichte? Man wollte das erste Buch drucken, das es jemals von uns gab, nämlich das Buch von Andrews über das Heiligtum. 2300 Tage, hat ein kleines Buch gemacht. Der James White rief einen Bienenschwarm der Glieder aus Rochester zusammen, der die Druckbögen für hundert Bücher faltete. Ich, Loughborough, perforierte sie mit einem Schuhmacherdorn. Die Schwestern nähten sie mit Nadel und Faden. Mary Patton kümmerte sich um die Umschläge und Uriah Smith schnitt sie mit einem Taschenmesser zu. Schwester White verpackte sie und Bruder White adressierte sie für die Post. Das könnt ihr euch vor Augen so vorstellen. Unsere ganzen Pioniere so in Reihe und Glied, jeder macht so eine kleine Aufgabe. Und so werden diese Bücher genäht, fertig gemacht, eingepackt, adressiert. Und dann schreibt er: „Wir waren eine fröhliche Gruppe zusammen, denn wir versandten das erste Buch, das auf einer Druckerpresse gedruckt wurde, die den Siebenten-Tags-Adventisten gehörte.“ Warum? Weil Leute wie Uriah Smith und Andrews, die geniale Leute waren, die große Karrieren hätten machen können, bereit waren, irgendwo für Unterkunft und Essen in so einem Büro zu sitzen und mit dem Taschenmesser Papier zuzuschneiden, um diese Botschaft herauszubringen. Und da können wir was von lernen, oder? Dass das die kleinen Arbeiten sind. Und das war eine tolle Gemeinschaft wohl damals.
[52:08] Und wie ihr vielleicht gesehen habt, es waren fast alles junge Leute. James White 31, Ellen White 25, Loughborough 24, Uriah Smith 20, Andrews 24, Annie Smith 24. Das ist jetzt die Zeit, von der ihr immer hört: Unsere Adventbewegung war eine Jugendbewegung. Jetzt war sie das. Und weil das so war, hat Gott gleich den nächsten Jugendlichen vorbereitet. In dieser Zeit beginnt ein Mann namens Stephen N. Haskell, 20 Jahre alt, für die Erst-Tags-Adventisten zu predigen. Aber wie ihr wahrscheinlich ahnen werdet, wird er das nicht lange tun. Denn Gott braucht noch mehr junge Leute in seiner Armee. Und die werden wir das nächste Mal betrachten, wenn wir uns dann der Frage der Organisation widmen wollen. Und dazu dann nächstes Mal mehr.
[52:57] Jetzt haben wir unser Aufmachungsseminar, aber bevorher können wir natürlich auch diesmal sagen, und ihr wisst, was kommt: Wir haben nichts zu befürchten für die Zukunft, es sei denn, wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat. Und jetzt unser Aufmachungsseminar in fünf Minuten. Bis dann, Gottes Segen und Amen.
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