[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour. Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt, hier auf joelmedia.tv.de. Zur letzten Folge unserer Serie über die Sprüche. Wir wollen heute gemeinsam das 31. Kapitel betrachten. Es geht um einige sehr, sehr spannende Dinge. Und bevor wir das tun und die Bibelstellen miteinander studieren, um uns vorzubereiten auf das Bibelgespräch am 28. März, möchte ich dich, liebe Freunde und liebe Freundinnen, einladen, zu einem kurzen Gebet stille zu werden.
[0:52] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen für die Gnade, die du uns jeden Tag schenkst und für die Weisheit, die wir aus deinem Wort entnehmen dürfen. Wenn wir jetzt in der Bibel lesen und studieren, was du uns zu sagen hast, im letzten Kapitel der Sprüche, so bitten wir dich, dass du zu unserem Herzen sprichst und dass wir das Alte und das Neue erkennen, das du für uns heute vorbereitet hast. Im Namen Jesu beten wir dies.
[1:21] Das 31. Kapitel der Sprüche ist durchaus spektakulär in mancherlei Hinsicht. Da werden wir gleich noch im Detail dazu kommen. Es hat schon einen sehr interessanten Anfang. In Sprüche 31 Vers 1 lesen wir die Worte des Königs Lemuel, die Lehre, die seine Mutter ihm gab. Nun, dieser König Lemuel, so er denn eine historische Persönlichkeit gewesen sein sollte, ist nirgendwo sonst richtig belegt in der Geschichte. Und so hat es sich in der Christenheit und auch im Judentum so als Tradition herausgebildet, zu vermuten, dass hinter diesem Lemuel letztendlich auch wiederum Salomo steht, dass also Lemuel ein symbolischer Name für Salomo sein könnte. Ob dem so ist oder nicht, lässt sich mit der Bibel jetzt weder belegen noch widerlegen. Wir nehmen diese Theorie einfach mal als interessant auf, ohne sie jetzt zu sehr verfechten zu wollen.
[2:17] Interessant ist auf jeden Fall die Bedeutung des Namens Lemuel. Lemuel bedeutet wörtlich übersetzt „für Gott“. Und als König für Gott ist er für uns auch eine Identifikationsfigur, wie wir sehen werden. Denn auch wir sind durch das Blut Jesu Könige für Gott. Übrigens, das Wort für „Lehre“ an dieser Stelle ist dasselbe Wort, das ein Kapitel vorher, in Kapitel 30 Vers 1, übersetzt wurde: „der Ausspruch“. Also wir haben einmal die Lehre oder der Ausspruch von Agur und dann die Lehre oder den Ausspruch von Lemuel. Und das Wort „Lehre“ ist eigentlich wörtlich zu übersetzen mit „Bürde“ oder „Last“. Ein Wort, das ganz oft auch von den alttestamentlichen Propheten verwendet worden ist, wenn sie dann sagen: „Die Bürde über die Stadt so und so“ oder „die Last so und so“. Das heißt, es ist durchaus nicht am Text vorbei, wenn man dieses Kapitel auch durchaus mit prophetischer Signifikanz betrachten möchte. Und wir werden gleich sehen, was da Spannendes herauskommt, wenn man eben nicht nur die praktische Weisheit hier betrachtet, sondern auch gleichzeitig geistliche, prophetische Lektion in diesem Kapitel sieht.
[3:31] Interessant ist, dass diese Lehre der König Lemuel, wer auch immer sich dahinter letztendlich verbergen mag, von seiner Mutter bekommen hat. Und das ist nicht das einzige Beispiel in der Bibel, wo gottesfürchtige Männer und Frauen durch ihre Mütter im biblischen Glauben erzogen worden sind. Ein berühmtes Beispiel zum Beispiel ist die Geschichte von Timotheus. Wir lesen im zweiten Brief an eben jene Timotheus, wie Paulus sagt in 2. Timotheus 1, Vers 5: „Dabei halte ich die Erinnerung an deinen ungeheuerlichen Glauben fest, der zuvor in deiner Großmutter Lois und deiner Mutter Eunike gewohnt hat. Ich bin aber überzeugt, auch in dir.“ Und nur ein bisschen weiter später, in Kapitel 3, Vers 15: „Und weil du von Kindheit an die heiligen Schriften kennst, welche die Kraft haben, dich weise zu machen zur Rettung durch den Glauben, der in Christus Jesus ist.“ Timotheus hatte die biblische Lehre von seiner Mutter Eunike und von seiner Großmutter Lois kennengelernt. Und so Lemuel, der diese Sprüche, diese Worte, die hier aufgezeichnet sind, von seiner Mutter mitbekommen hat. Schon früher in den Sprüchekapiteln hatten wir zum Beispiel in Kapitel 1 oder auch Kapitel 6 den Hinweis darauf, dass die Lehre von Vater und Mutter kam. Und das ist also nichts Außergewöhnliches hier in Kapitel 31.
[5:02] In Vers 2 lesen wir: „Was soll ich dir raten, mein Sohn? Was, du Sohn meines Leibes? Ja, was, du Sohn meiner Gelübde?“ Diese Formulierungen sind äußerst interessant. „Sohn meines Leibes“ – diese Formulierung spielt letztendlich darauf ab, dass zwischen Mutter und Kind besondere emotionale Verbindungen bestehen. Eine Tatsache, die die Bibel sehr wohl kennt. In Jesaja 49 und dort Vers 15 zum Beispiel, dort lesen wir: „Kann auch eine Mutter ihr Kindlein vergessen, dass sie sich nicht erbarmt über ihren leiblichen Sohn, den Sohn ihres Leibes?“ Das heißt, diese Worte hier, die die Mutter dem Lemuel mitgibt, sind nicht einfach nur kluge Sprüche. Da steckt ganz viel emotionale Tiefe dahinter. Nämlich der Wunsch, den jede Mutter für ihr Kind hat, dass es dem Kind doch am besten geht und dass es vor Scham und Schande und Schmach bewahrt bleibt.
[6:10] Und interessanterweise heißt es nicht nur „Sohn meines Leibes“, sondern auch „Sohn meiner Gelübde“. Und da denken wir wahrscheinlich alle ganz automatisch an die Geschichte von Samuel, dessen Mutter Hannah ein Gelübde ablegte, dass, wenn sie ein Kind haben sollte, dieser dem Herrn gehören sollte. In 1. Samuel 1 und dort Vers 11 heißt es: „Und sie legte ein Gelübde ab und sprach: Herr der Herrscharen, wenn du das Elend deiner Magd ansehen und an mich gedenken und deine Magd nicht vergessen wirst und deiner Magd einen Sohn geben wirst, so will ich ihn dem Herrn geben, solange er lebt, und kein Schermesser soll auf sein Haupt kommen.“ Und in Vers 28 finden wir die Erfüllung dieser Idee. Das heißt, ein Sohn des Gelübdes war ein Kind, das dem Herrn gehören sollte. Und das wirft natürlich weiteres Licht auf den Namen Lemuel: „für Gott“. Ein König, der für Gott da sein soll und dessen Mutter ihn so sehr liebt, dass sie diese wichtige Lehre ihm mitgibt.
[7:26] Die Warnung in den nächsten Versen ist sehr deutlich und es geht um zwei Dinge: um Frauen und Alkohol. Und die Sprüche sind nicht das einzige Buch, die vor diesen beiden Dingen, vor allem auch manchmal in der Kombination, warnen. Ein interessantes Beispiel findet sich zum Beispiel in Hosea, in Hosea 4 und dort Vers 11. Hosea 4 und dort Vers 11, dort heißt es: „Hurerei, Wein und Most rauben den Verstand.“ Und damit wird deutlich, warum es so wichtig ist, hier diese Dinge zu betrachten. Es geht um zwei Aspekte, die dazu angetan sind, unser Denken, unseren Verstand zu rauben, kaputt zu machen, unser richtiges Denken zu zerstören.
[8:23] Nun, Gott hatte in Bezug auf Könige explizite Gebote gegeben. Wenn wir uns 5. Mose 17 anschauen, das berühmte Königsgesetz, dann finden wir dort in Vers 17 folgendes: „Der König soll auch nicht viele Frauen nehmen, damit sein Herz, also sein Denken, nicht auf Abwege gerät, auch soll er sich nicht zu viel Silber und Gold aufhäufen.“ Und deswegen sagt die Mutter zu Lemuel: „Gib nicht den Frauen deine Kraft, noch deine Wege, denen die Könige verderben.“
[8:57] Und sollte sich hinter Lemuel tatsächlich Salomo verbergen, dann müssen wir konstatieren, dass er diese Lehre nicht wirklich angenommen hat, obwohl er sie selbst verkündigt hat. Denn niemand in der Bibel ist so dermaßen bekannt für die Vielweiberei wie Salomo, von dem die Bibel tatsächliche 1000 Frauen registriert hat. In Nehemia 13 und dort Vers 26 wird darauf Bezug genommen. Es heißt dort: „Hat sich nicht Salomo, der König von Israel, damit versündigt? Ihm war doch unter den vielen Völkern kein König gleich und er war von seinem Gott geliebt und Gott setzte ihn zum König über ganz Israel. Gleichwohl verführten ihn die fremden Frauen zur Sünde.“ Wenn also jemand, der so sehr von Gott geliebt ist wie Salomo, durch diese Vielweiberei zur Sünde verführt werden kann, dann jeder.
[10:05] Aber nicht nur die vielen Frauen sind ein Problem für Könige, so sagt es diese Lehre, sondern auch der Wein. In Vers 4 heißt es: „Es ziemt sich für Könige nicht, Wein zu trinken, noch für Fürsten der Hang zu starkem Getränk.“ Nun, immer wieder gibt es Konfusionen auch in der Christenheit zum Thema Alkohol. Lehrt die Bibel, dass wir Alkohol trinken dürfen? Ja oder nein? Manchmal wird darauf Bezug genommen, dass in der Bibel ja nur die Priester und nur die Könige kein Alkohol trinken durften, wie es ja hier deutlich zu Tage tritt. Aber die Offenbarung sagt uns, und das beantwortet die Frage eigentlich ziemlich eindeutig, in Offenbarung 1, Vers 5 und 6: „Und von Jesus Christus, dem treuen Zeugen, dem Erstgeborenen aus den Toten und dem Fürsten über die Könige der Erde. Ihm, der uns geliebt hat und uns von unseren Sünden gewaschen hat durch sein Blut und uns zu Königen und Priestern gemacht hat für seinen Gott und Vater.“
[11:11] Das heißt, jeder von uns ist ein König für Gott. Durch das Blut Jesu, durch die Erlösung, die er uns geschenkt hat, sind wir alle Lemuel. Und die Worte, die die Mutter Lemuel mitgab, sind Worte, die auch uns gelten. Es ziemt sich für Könige nicht, es ziemt sich für Menschen, die durch das Blut Jesu erkauft worden sind. Es ziemt sich für sie nicht, Alkohol zu trinken. Dementsprechend sagt auch das Neue Testament in Epheser 5 und dort Vers 18: „Und berauscht euch nicht mit Wein, was Ausschweifung ist, sondern werdet voll Geist.“ Dort steht nicht, dass nur Ausschweifung der Genuss von Alkohol verboten ist, sondern dort steht, dass Wein an sich verboten ist, der alkoholische Wein, der berauscht. Denn die berauschende Wirkung des Alkohols an sich ist Ausschweifung. Das ist, was dort steht. Berauscht euch nicht mit Wein, was Ausschweifung ist, nicht was zur Ausschweifung führen kann, sondern das Berauschen mit Wein, das Trinken von Rauschmitteln ist per biblische Definition Ausschweifung.
[12:32] Und Alkohol fördert falsche Entscheidungen. In Hesekiel 28 und dort Vers 7 heißt es: „Aber auch diese taumeln vom Wein und schwanken vom Rauschtrank. Priester und Prophet sind vom Rauschtrank berauscht, vom Wein benebelt. Sie taumeln vom Rauschtrank, sie sehen nicht mehr klar, urteilen unsicher.“ Also Alkohol führt dazu, dass man nicht mehr klar urteilen kann, nicht mehr richtig sehen kann, was eigentlich entschieden werden müsste. Und wir haben einige Beispiele in der Bibel. Denken wir an König Belsazar oder auch an Herodes. Große Staatsmänner, die entscheidende Fehler gemacht haben und entsprechend dafür gebüßt haben.
[13:24] Aber all das hat eine ganz aktuelle und wichtige prophetische Anwendung für uns in der Offenbarung. Und dort in Offenbarung 17, da finden wir diese beiden Aspekte, die Vielweiberei, die man ja auch manchmal Hurerei nennt in der Bibel, und auch den Wein gemeinsam kombiniert. Dort sehen wir in Offenbarung 17, ab Vers 1: „Und einer von den sieben Engeln, welche die sieben Schalen hatten, kam und redete mit mir und sprach zu mir: Komm, ich will dir das Gericht über die große Hure zeigen, die an den vielen Wassern sitzt, mit der die Könige der Erde Unzucht getrieben haben und von deren Wein der Unzucht die, welche die Erde bewohnen, bewohnen, getrunken worden sind.“ Und dann lesen wir in Vers 4: „Und die Frau war bekleidet in Purpur und Scharlach und übergoldet mit Gold und Edelstein und Perlen. Und sie hatte einen goldenen Becher in ihrer Hand, voll von Gräueln und der Unreinheit ihrer Unzucht. Und auf ihrer Stirn war ein Name geschrieben: Geheimnis Babylon, die Große, die Mutter der Huren und der Gräuel der Erde.“
[14:25] Die Könige der Erde hier in Offenbarung 17 übertreten beide Gebote aus Sprüche 31. Das Gebot, nicht Hurerei zu treiben, das Gebot, sich nicht mit Wein zu berauschen. Aber an dieser Stelle, da geht es nicht nur um Prostitution und um Alkoholismus, hier geht es auch um eine geistliche Dimension. Was ist das Problem hier an dem Alkohol? In Sprüche 31, Vers 5 bekommen wir einen interessanten Hinweis darauf. Dort heißt es über die Fürsten und Könige: „Denn sie könnten über dem Trinken das vorgeschriebene Recht vergessen und die Rechtssache aller geringen Leute verdrehen.“ Also mit anderen Worten, Alkohol bewirkt, dass ein König das Gesetz entweder vergisst oder verändert, verfälscht. Und Alkohol ist ja nichts weiter als fermentierter, verdorbener Traubensaft. Und Traubensaft in der Bibel hat eine tiefe geistliche Typologie.
[15:29] In Matthäus 26 und dort ab Vers 26, dann lesen wir: „Als sie nun aßen, nahm Jesus das Brot und sprach den Segen, brach es, gab es den Jüngern und sprach: Nehmt, esst, das ist mein Leib. Und er nahm den Kelch und dankte, gab ihnen denselben und sprach: Trinkt alle daraus, denn das ist mein Blut, das des neuen Bundes, das zur Vergebung der Sünden vergossen wird.“ Der Traubensaft in der Bibel, in seiner geistlichen Anwendung, ist ein Symbol für das Blut des neuen Bundes. Jesaja 65, Vers 8 sagt übrigens, dass in dem Saft der Traube ein Segen ist und dass er deswegen nicht verdorben werden sollte, weil dann würde der Segen aufhören, Segen zu sein.
[16:25] Das Blut des neuen Bundes und der neue Bund, den haben wir wunderbar definiert im Hebräerbrief, in Hebräer Kapitel 8 und dort ab Vers 10: „Sondern das ist der Bund, den ich mit dem Haus Israel schließen werde. Nach jenen Tagen, spricht der Herr: Ich will ihnen meine Gesetze in den Sinn geben und sie in ihre Herzen schreiben, und ich will ihr Gott sein, und sie sollen mein Volk sein.“ Jemand, der im neuen Bund lebt, der lebt für Gott, er lebt Lemuel und hat das Gesetz Gottes im Herzen. Aber Alkohol sorgt dafür, dass das Gesetz vergessen wird. Alkohol als fermentierte, als verdorbene Form des Traubensaftes steht in der Prophetie für eine falsche Lehre, einen falschen neuen Bund. Eine Lehre, die besagt, dass der eine verdorbene Lehre vom neuen Bund sozusagen, die besagt, dass man Gottes Gesetz abschaffen oder ändern kann. Wehe uns, wenn wir den neuen Bund anders definieren, als Gott ihn gegeben hat.
[17:48] Vielleicht macht es einen Menschen erstmal ganz, ganz, ganz fröhlich, wenn er hört, dass das Blut Jesu das Gesetz abgeschafft und wir das Gesetz nicht mehr halten müssen und vielleicht sind Leute sogar begeistert davon. Aber das Ende ist genauso bitter wie beim Alkohol. Und dann steht etwas Interessantes in den Versen 6 und 7 in Sprüche 31. Dort steht: „Gibt starkes Getränk dem, der zugrunde geht, und Wein den betrübten Seelen. Vers 7: Sie werden über dem Trinken ihre Armut vergessen und werden nicht mehr an ihr Elend denken.“ Also das, was für Könige sich nicht ziemt, soll denen gegeben werden, wie es hier heißt, die zugrunde gehen. Ihre Lehren sind nicht für Könige und Königskinder. Ihre Lehren sind für die Verlorenen. Und dieser Vers hilft uns etwas besser zu verstehen, was Paulus meinte im zweiten Thessalonicherbrief. Im zweiten Thessalonicher 2 und dort Vers 11, wo es von jenen die Rede ist, die die Liebe zur Wahrheit nicht hatten, die sich gegen Gott stellten und die Wahrheit nicht annehmen wollten. Dort heißt es in Vers 11: „Darum wird ihnen Gott eine wirksame Kraft der Verführung senden, sodass sie der Lüge glauben.“ Menschen, die sich gegen Gott stellen, erhalten von Gott sozusagen die Erlaubnis, ihre Lehren anzunehmen, sodass sie ihren miserablen Zustand nicht in all seiner Dramatik ertragen müssen. Der Wein ist für die Verlorenen.
[19:34] Sprüche 31 Vers 8 und 9: „Tu deinen Mund auf für den Stummen, für das Recht all derer, die dem Untergang geweiht sind. Tu deinen Mund auf, errichte Recht und verteidige den Elenden und Armen.“ Hier macht die Bibel sehr deutlich, dass jemand in verantwortungsvoller Position, wie zum Beispiel ein König, nicht die Aufgabe hat, seine Position zu demonstrieren durch das Angeben und durch das Zurschaustellen von viel Luxus und Pomp, sondern er hat seine Position von Gott bekommen, um denen zu helfen, die sich nicht so gut selbst helfen können. Und dazu ist gutes Urteilsvermögen entscheidend.
[20:26] In Johannes 7 und dort Vers 24 lesen wir, wie Jesus uns diesen wichtigen Ratschlag gab: „Richtet nicht nach dem Augenschein, sondern fällt ein gerechtes Urteil.“ Und Jesus spricht hier nicht unbedingt zu Königen, er spricht zu den Israeliten, zu denen, die zum Volk Gottes gehörten, die durch Gottes Erlösungstat Könige und Priester waren. Gott erwartet von seinem Volk, von den geistlichen Königen, er erwartet ein gerechtes Urteil und er erwartet, dass wir diese Gerechtigkeit auch wirklich ausleben. Denn Jesus liebt Gerechtigkeit.
[21:14] Dazu nur ein, zwei Verse, die das sehr deutlich machen. Hebräer 1 zum Beispiel, das lesen wir auch über Jesus und seine Liebe für die Gerechtigkeit. Hebräer 1 und dort Vers 9: „Dort heißt es: Du hast, also der Vater spricht zu dem Sohn, du hast Gerechtigkeit geliebt und Gesetzlosigkeit gehasst.“ Die Bibel sagt ja, dass Sünde Gesetzlosigkeit ist. Jesus liebt Gerechtigkeit und er hasst die Sünde. Darum hat dich, oh Gott, dein Gott gesalbt mit Freudenöl, mehr als deine Gefährten.“ Jesus liebt Gerechtigkeit. Noch ein Beispiel, Jesaja 11 und dort Vers 4. Jesaja Kapitel 11 und dort Vers 4. Hier geht es um den kommenden Messias, wie er im Alten Testament angekündigt worden ist, sondern er wird die Armen mit Gerechtigkeit richten und den Elenden im Land ein unparteiisches Urteil sprechen. Er wird die Erde mit dem Stab seines Mundes schlagen und den Gesetzlosen mit dem Hauch seiner Lippen töten.
[22:25] Dieser Messias würde das Ideal ausleben, das die Mutter des Lemuel ihrem Sohn mitgegeben hat. Ein König, der sich nicht selbst berauscht, der seine Kraft nicht den Frauen gibt, sondern der für die Armen da ist und in Recht und Gerechtigkeit herrscht. Jesus ist damit eigentlich mit dem, was er getan hat, der Prototyp eines Königs in Gottes Augen. Und das, obwohl er nach menschlicher Ansicht überhaupt nichts Königshaftes an sich hatte. In Gottes Augen war er der König schlechthin und das ohne Krone, ohne königliche Gewänder, ohne Zepter, sondern weil er mit Gerechtigkeit für andere da gewesen ist. Und es ist letztendlich die Gerechtigkeit, die jede Herrschaft befestigt.
[23:15] In Sprüche 16 Vers 12 haben wir vor einigen Wochen ja gemeinsam betrachtet, da heißt es in Sprüche 16 Vers 12: „Freveltaten sind den Königen ein Gräuel, denn durch Gerechtigkeit wird ein Thron befestigt.“ Nicht ohne Grund hat die Mutter von Lemuel, der wohl ein König gewesen ist, egal ob es jetzt Salomo war oder jemand anders, ihrem Sohn mitgegeben: „Richte in Gerechtigkeit, denn das wird deinen Thron festigen.“ Wenn wir als Könige im Reich Gottes, die durch das Blut Jesu Christi zu Königen gemacht worden sind, wenn wir unseren Thron festigen wollen, dass er Bestand hat, dann brauchen wir Gerechtigkeit. Dann müssen wir nicht nur über Gerechtigkeit reden, sondern Gerechtigkeit in unser Leben hineinlassen und Gerechtigkeit ausleben. Diese Gerechtigkeit wird unseren Thron befestigen.
[24:08] Der Rest des Kapitels gehört zu den gut bekannten Abschnitten des Buches der Sprüche. Das Lob der tugendhaften Frau, so ist es bei mir überschrieben. Und dieser Abschnitt hat wirklich einiges in sich. Zunächst einmal, was dem deutschen Leser nicht so sehr auffallen wird, ist, dass die letzten 22 Verse dieses Kapitels ein Gedicht sind. Ein Gedicht, ein sogenanntes Akrostichon, wo jeder Vers mit einem neuen Buchstaben des hebräischen Alphabets beginnt, das übrigens genau 22 Buchstaben hat. Also Vers 10 beginnt mit Aleph und dann Vers 11 beginnt mit dem Buchstaben Bet und dann Vers 12 mit dem Buchstaben Gimmel und so weiter und so fort. Das war ein Mittel, einmal um Poesie auszudrücken, natürlich war es auch ein Mittel, um sich das besser merken zu können, durchaus vielleicht etwas, um Kindern oder Jugendlichen es zu erleichtern, diese Dinge auswendig zu lernen. Aber wichtiger noch als der Urtext im Hebräischen jetzt hier, ist das, was damit ausgedrückt wird mit den Worten dieses Gedichtes.
[25:33] In Vers 10 lesen wir: „Eine tugendhafte Frau, wer findet sie? Sie ist weit mehr wert als die kostbarsten Perlen.“ Nun, schon in den folgenden Sprüchen, zum Beispiel in Sprüche 12 Vers 4, hatten wir ähnliche Gedanken gefunden. Sprüche 12 Vers 4, dort heißt es: „Eine tugendhafte Frau ist die Krone ihres Mannes, aber eine schändliche ist wie ein Fraß in seinen Gebeinen.“ Oder Sprüche 18 Vers 22, wo wir lesen: „Wer eine Ehefrau gefunden hat, der hat etwas Gutes gefunden und hat Gunst erlangt von dem Herrn.“ Also eine tugendhafte Ehefrau ist wie eine Krone, es ist eine Gunst, eine Gnade vom Herrn.
[26:20] Und was ebenfalls interessant ist, das ist, wenn man sich mit Salomo beschäftigt, der ja wie kein anderer Frauen kannte. Ich meine, er hat 1000 Ehefrauen gehabt. Und Salomo sagt uns in Prediger 7 Vers 28: „Was aber meine Seele noch immer sucht, habe ich nicht gefunden. Einen Mann habe ich unter tausend gefunden, aber eine Frau habe ich unter diesen allen nicht gefunden.“ Salomo hatte 1000 Frauen, aber die eine tugendhafte Frau, von denen seine eigenen Bücher berichten, die war nicht darunter. Er hat an einer falschen Stelle gesucht. Salomo sagt ja nicht, dass es solche Frauen nicht gibt. Er sagt nur, dass er sie nicht gefunden hat. Offensichtlich waren die Methoden, mit denen er Frauen ausgesucht hatte, nicht die besten.
[27:16] Dass es solche Frauen gibt, ist in der Bibel mehr als deutlich. Im Buch Ruth zum Beispiel, da finden wir in der Hauptperson des Buches ein glänzendes Beispiel für solche Frauen. Ruth Kapitel 3 und dort Vers 11. Dort heißt es: „Nun, meine Tochter, fürchte nicht, fürchte dich nicht. Alles, was du wünschst, das will ich für dich tun, denn jedermann im Tor meines Volkes weiß, dass du eine tugendhafte Frau bist.“ Ruth ist ein Prototyp, ein Musterbeispiel für eine Frau nach Sprüche 31. Und zwar nicht nur in den Augen eines Mannes, sondern es heißt hier: „Jedermann im Tor meines Volkes“, also dort, wo Gericht gesprochen wird, dort, wo die Ältesten zusammenkommen. Überall war bekannt, dass Ruth eine tugendhafte Frau war. Interessanterweise, wenn wir sehen, dass diese Ideen auch jetzt in Sprüche 31 gleich nochmal eine Rolle spielen werden mit dem Tor und so weiter.
[28:25] Also Sprüche 31 beschreibt nicht ein unerreichbares Ideal, sondern etwas, was Gott sich sehr wohl für jede Frau wünscht. Interessanter ist die Formulierung hier in Sprüche 31, Vers 10, dass eine Frau, die so tugendhaft ist, kostbarer ist als Perlen. Und das ist etwas, was wir ebenfalls aus den Sprüchen kennen. Denn in Sprüche 3, Vers 15 hatten wir bereits gelesen: „Sie, die Weisheit, ist kostbarer als Perlen und alle deine Schätze sind ihr nicht zu vergleichen.“ Ähnlich in Sprüche 8, Vers 11, wo es heißt: „Ja, Weisheit ist besser als Perlen und alle Kostbarkeiten sind nicht zu vergleichen mit ihr.“
[29:12] Könnte es sein, dass die Frau in Sprüche 31, die tugendhafte Frau, natürlich eine Ermutigung ist, ein Ideal für Frauen, auch Gottes Plan für ihr Leben wirklich umzusetzen. Aber könnte es sein, dass hinter dieser Frau auch eine Personifizierung der Weisheit ist? So ähnlich, wie wir schon gesehen haben, dass die Hure in anderen Sprüchen, in Sprüche 5 und Sprüche 7, vor der so deutlich gewarnt wird, dass sie eben nicht nur ein Beispiel ist für die Gefahren der Prostitution und die Gefahren des Ehebruchs und der Unzucht, sondern auch eine Personifikation für die Sünde an sich. Könnte es sein, dass Sprüche 31, nachdem es viel von der ungerechten Frau, der bösen Frau, die verführt und heimtückisch dann ermordet, spricht, dass hier am Ende, sozusagen als großes Finale, die tugendhafte Frau, die reine Frau dargestellt wird, als Symbol für die göttliche Weisheit, die kostbarer ist als Perlen.
[30:12] Aber dann kommt noch dazu, dass uns aus dem biblischen Prophetiestudium bekannt ist, dass eine Frau in der biblischen Prophetie, und wir haben ja gesehen, dass das Wort am Anfang, diese Lehre an den Lemuel, ja durchaus prophetischen Charakter in sich trägt, dass eine Frau in der biblischen Prophetie ein Symbol für eine Gemeinde ist. In 2. Korinther und dort Kapitel 11, Vers 2, da sagt Paulus: „Denn ich eifere um euch mit göttlichem Eifer, denn ich habe euch einem Mann verlobt, um euch als eine keusche Jungfrau Christus zuzuführen.“ Paulus vergleicht die Gemeinde der Korinther mit einer keuschen, einer tugendhaften Frau. Wenn wir also beide Ideen zusammennehmen, dass die Frau hier ein Symbol für die Weisheit ist, aber gleichzeitig ein Symbol für die Gemeinde, dann kommen wir plötzlich zu der erstaunlichen und weitreichenden Schlussfolgerung, dass die Frau in Sprüche 31 ein Symbol ist für eine Gemeinde, die das Buch Sprüche praktisch umsetzt, die eine Gemeinde der Weisheit ist, wo Weisheit gelebt und praktiziert wird.
[31:26] Sprüche 31 beschreibt also nicht nur einfach das Idealbild für eine christliche Frau, sondern es beschreibt letztendlich die Gemeinde Gottes, die vom Heiligen Geist befähigt ist, Gottes Weisheit der Welt zu präsentieren. Und als Beispiel dafür verwendet Gott eine tugendhafte Hausfrau. So viele Christen fragen sich: Wie würde die ideale Gemeinde aussehen? Und Gott beschreibt die ideale Gemeinde auf Erden unter dem Bild einer Hausfrau. Und wenn das nicht Trost und Ermutigung für jede Hausfrau ist, dass Gott ausgerechnet diesen Beruf, der so oft verächtlich angeschaut wird in der Welt, benutzt, um zu zeigen, wie er sich jeden einzelnen Gläubigen wünschen würde.
[32:24] Etliche Charaktereigenschaften werden beschrieben. Zum Beispiel in Vers 11 heißt es: „Auf sie verlässt sich das Herz ihres Mannes und an Gewinn mangelt es ihm nicht.“ Punkt Nummer eins, den wir lernen können: Die tugendhafte Frau, auf sie ist Verlass. Man kann auf sie zählen. Und im gleichen Sinne möchte Gott, dass er sich auf seine Gemeinde verlassen kann, dass er ihr vertrauen kann.
[32:50] In Vers 12 heißt es: „Sie erweist ihm Gutes und nichts Böses alle Tage ihres Lebens.“ Wir haben in der Bibel mit der Abigail ein interessantes Beispiel für eine Frau, die selbst einem wirklich bösen Ehemann nur Gutes erweisen wollte. Wieviel mehr sollte die Gemeinde, die mit Christus den besten Ehemann hat, den es gibt, darauf bedacht sein, in allem, was sie tut, Gott nur Gutes zu tun und niemals Schlechtes. Sie ist konstant angesprochen, alle Tage ihres Lebens. Sie ist nicht mal mal mal zu Himmel hoch jauchzen, mal zu Tode betrübt, sondern konstant hat sie das Gute für ihren Ehemann vor Augen.
[33:24] Vers 13: „Sie kümmert sich um Wolle und Flachs und verarbeitet es mit willigen Händen.“ Ja, sie arbeitet, aber sie arbeitet nicht, weil sie muss, sondern weil sie es gerne tut. Und übrigens sagt natürlich die Bibel auch, dass Männer genau so arbeiten sollen. 2. Thessalonicher 3 ist da zum Beispiel ein gutes Beispiel. Aber es gibt einige Frauen in der Bibel, die fast schon sprichwörtlich sind für ihre Bereitschaft zu arbeiten und das Gute zu tun.
[34:06] In 1. Mose 24 zum Beispiel, als der Knecht von Abram auf der Suche nach einer Frau für Isaak war, da findet er dieses Mädchen, das heißt in Vers 18 bis 20: „Und sie sprach: Trinke, mein Herr! Und sie ließ den Krug sogleich auf ihre Hand nieder und gab ihm zu trinken. Und als sie ihm zu trinken gegeben hatte, sprach sie: Auch deinen Kamelen will ich schöpfen, bis sie genug getrunken haben. Und sie eilte und leerte den Krug in die Tränke und lief noch mal zum Brunnen und schöpfte für alle seine Kamele.“ Eines der entscheidenden Kriterien, warum Rebekka, die Frau Isaaks, Bruders, war, dass sie bereit war, willig war, mehr zu tun, als von ihr gefordert war. Gott wünscht sich von seiner Gemeinde, dass sie diese Willigkeit hat zu arbeiten, dass die Willigkeit hat, etwas zu tun, nicht nur das Minimum, das, was Gott ihr explizit aufgetragen hat. Gott möchte eine Gemeinde, die gerne etwas tut.
[35:06] Vers 14: „Sie gleicht den Handelsschiffen aus der Ferne, bringt sie ihr Brot herbei.“ Sollte wirklich Salomo sich hinter Lemuel verbergen, dann ist es kein Wunder, dass hier dieses Bild verwendet wird von den Handelsschiffen. Es war doch Salomo selbst, der so eine Flotte versucht hatte aufzubauen. Wir können davon in 1. Könige 9 Vers 26 bis 28 lesen. Und was hier angesprochen ist, ist auch eine interessante Fähigkeit, die Gott sich sowohl bei Mann als auch Frau wünscht, nämlich auch über den eigenen Tellerrand etwas hinauszublicken. Wer Handelsschiffe hat, der geht einen weiten Weg. Er hat Beziehungen zu fernen Landen. Das Ziel, Gottes Ziel für eine Frau war es, nicht nur in ihrem ganz engen Kreis und Zirkel bei sich selbst zu sein, sondern einen weiten Blick zu haben, eine weite Perspektive und zur Not auch aus der Ferne das Brot hervorzuholen.
[36:13] Vers 15: „Bevor der Morgen graut, ist sie schon auf. Sie gibt Speise aus für ihr Haus und bestimmt das Tagewerk für ihre Mägde.“ Ja, hier ist natürlich die Bereitschaft, früh aufzustehen gemeint. Hier ist die Bereitschaft zu arbeiten gemeint, aber auch die Fähigkeit zu delegieren und zu organisieren. Sie bestimmt das Tagewerk für ihre Mägde. Und das ist sehr wichtig. Auch in Gottes Gemeinde wünscht er sich, dass nicht einfach nur blind drauf losgearbeitet wird, sondern dass die Arbeiten sinnvoll verteilt werden. Übrigens, das mit dem Frühaufstehen ist etwas, was Jesus selbst praktiziert hat. Man kann das in Markus 1 Vers 35 nachlesen.
[36:50] Schön ist auch Vers 16: „Sie trachtet nach einem Acker und erwirbt ihn auch. Vom Ertrag ihrer Hände pflanzt sie einen Weinberg an.“ Die Frau, die hier in Sprüche 31 besungen wird, ist nicht eine Frau, die nur lästige Hilfsarbeiten tut, sondern eine Frau, die die Autorität und die Kompetenz hat, Grundstücke zu kaufen. Sie trachtet nach einem Acker, sie erwirbt ihn. Das heißt, sie kauft, sie hat ihn vorher untersucht, hat nach den Qualitäten des Ackers geschaut. Und das zeigt auch, welche Würde und welche Fähigkeiten Gott nicht nur dem Mann, sondern auch der Frau gegeben hat. Sie tätigt wichtige Kaufentscheidungen.
[37:31] Vers 17: „Sie gürtet ihre Lenden mit Kraft und stärkt ihre Arme.“ Sie ist nicht schwach und hilflos, sondern voller Kraft. Und im Neuen Testament wird diese Idee von dem Gürten der Lenden öfter mal aufgegriffen, zum Beispiel in Epheser 6 Vers 14 in der geistlichen Waffenrüstung. Gott wünscht sich, dass die Gemeinde nicht schwach ist, sondern kraftvoll.
[38:03] Vers 14: „So steht nun fest, eure Lenden umgürtet mit Wahrheit und angetan mit dem Brustpanzer der Gerechtigkeit.“ Gottes Gemeinde wird schwach, wenn sie die Wahrheit verleugnet oder die Wahrheit in den Hintergrund drückt. Aber wenn die Wahrheit alles zusammenhält in der Gemeinde, dann ist die Gemeinde auch stark und voller Kraft.
[38:22] Vers 18: „Sie sieht, dass ihr Erwerb gedeiht. Ihr Licht geht auch bei Nacht nicht aus.“ Das Wort „sie sieht“ bedeutet wörtlich eigentlich: „sie schmeckt“, dass ihr Erwerb gedeiht, so wie es heißt: „Seht und schmeckt, wie freundlich der Herr ist.“ Ihr Licht geht auch bei Nacht nicht aus. Paulus hat das ja ebenfalls getan auf Missionsreisen, wo er Tag und Nacht gearbeitet hat, sowohl für die Mission als auch für seinen eigenen Unterhalt. Beispiele, die uns zum Nachdenken anbringen sollten.
[39:11] Nun, damit ist nicht gesagt, dass wir niemals schlafen sollten. Natürlich brauchen wir den Schlaf, aber es zeigt, dass sowohl diese Frau als auch die Gemeinde dazu berufen sind, wirklich fleißig zu sein und auch Opfer zu bringen.
[39:25] Vers 19: „Sie greift nach dem Spinnrocken und ihre Hände fassen die Spindel.“ Übrigens, beim Bau des Heiligtums finden wir Beispiele für Frauen, die auch genau bei solchen Arbeiten beteiligt waren.
[39:35] Vers 20: „Sie tut ihre Hand dem Unglücklichen auf und reicht ihre Hände dem Armen.“ Die tugendhafte Frau kümmert sich nicht nur um ihre eigene Familie, sondern auch für die, für die sie rechtlich gesehen keine Verantwortung notwendigerweise hat, für die Armen. Gottes Gemeinde wird sich nicht nur selbst betreuen und dafür sorgen, dass die Glieder der Gemeinde immer gut unterhalten sind und gute geistliche Nahrung haben und alle seelsorgerlich betreut sind, sondern sie wird sich um andere kümmern. Das wäre die tugendhafte Gemeindefrau. Sie tut ihre Hand auf. Und solche guten Werke, so sagt Hebräer 13, Vers 16, solche guten Werke sind echte Opfer.
[40:16] Es heißt hier in Hebräer 13, Vers 16: „Wohlzutun und mitzuteilen, vergesst nicht, denn solche Opfer gefallen Gott wohl.“ Ja, es ist ein Opfer, wenn man für andere da ist. Ja, es ist ein Opfer, wenn man, wenn man, wenn man gute Taten tut und für andere da ist. Aber das ist wie ein Opfer, das Gott wohlgefällt, das Gott von seiner Gemeinde, der tugendhaften Frau erwartet. Jene Frau übrigens, die in Offenbarung geschrieben ist, in Offenbarung 12, die reine Frau, von der wir hoffen, dass wir dazugehören, indem wir an den Geboten und dem Zeugnis Jesu festhalten. Aber hier in Sprüche 31 finden wir die praktische Lebensweise dieser Frau.
[41:12] Vers 21: „Vor dem Schnee ist ihr nicht bange für ihr Haus, denn ihr ganzes Haus ist in Scharlach gekleidet.“ Diese Frau lebt nicht in den Tag hinein, sondern sie ist auf Notsituationen und unangenehme Umstände vorbereitet. Und sollte auch die Gemeinde Vorsorge treffen für unangenehme Umstände, um nicht immer aus der Bahn geworfen zu werden.
[41:38] Vers 22: „Sie macht sich selbst Decken, Leinen und Purpur ist ihr Gewand.“ Eine Eigenschaft, die hier angesprochen wird, ist die Eigenschaft, für das Notwendige selbst sorgen zu können, in einer gewissen Art und Weise autonom zu sein, nicht von anderen Menschen abhängig zu sein. Und das ist etwas, wozu uns die Bibel und auch die Schriften von Ellen White immer wieder ermutigen, eine gewisse Autonomie in unserem Leben auch zu haben. Die Kleidung ist schön, aber zweckmäßig. 1. Petrus 3, Vers 3 sagt uns, dass äußerlicher Schmuck nicht dazu gehört.
[42:18] Vers 23: „Ihr Mann ist wohl bekannt in den Toren, wenn er unter den Ältesten des Landes sitzt.“ Diese Frau lebt so, dass unter all den Nachbarn und Mitmenschen im Tor, dort, wo das Gericht stattfindet, der Mann berühmt ist. Leben wir als Gemeinde so, dass überall in der Welt unser Ehemann, Jesus Christus, geehrt und berühmt ist? Das wäre die praktische Anwendung.
[42:45] Vers 24: „Sie fertigt Hemden und verkauft sie und liefert dem Händler Gürtel.“ Sie arbeitet nicht nur irgendwie, sondern sie arbeitet mit einem Zweck und sie arbeitet so, dass es auch effektiv ist, dass man davon leben kann. Gott wünscht sich für seine Gemeinde, dass sie nicht einfach nur irgendwelche Dinge tut und aus Hobby, sondern dass das, was getan wird, wirklich effektiv geschieht und auch wirklich, ja, ökonomisch ist. Dass die Arbeit entsprechend auch einen Lohn sieht.
[43:11] Vers 25: „Kraft und Würde sind ihr Gewand und sie lacht angesichts des kommenden Tages.“ Ich weiß nicht, wer von euch das letzte Mal angesichts des nächsten Tages lachen konnte. So oft sehen wir nur die Plage des nächsten Tages, von der Jesus auch gesprochen hat in der Bergpredigt. Und ja, die Plage wird sein, aber können wir trotzdem lachen? Können wir trotzdem mit einem frohen Geist in die zukünftigen Herausforderungen gehen? Als Gemeinde wissen wir, uns erwarten schwere Zeiten. Können wir trotzdem mit einem fröhlichen Herzen vorangehen? Das ist die Tugend auf der Frau.
[43:58] Vers 26: „Ihren Mund öffnet sie mit Weisheit und freundliche Unterweisung ist auf ihrer Zunge.“ Gott möchte, dass Frauen nicht einfach nur arbeiten und das Gute tun und für ihre Familie da sind, sondern sie sollen auch Weisheit sprechen und zwar die Weisheit, die ja vorher in all den Kapiteln, in Sprüche so deutlich beschrieben ist. Theologische Einsichten, das Evangelium von Jesus Christus. Gott wünschte sich schon damals und heute, dass auch eine Frau, die zu Hause bleibt und für die Kinder sorgt und für den Mann da ist und all diese Dinge tut, dass sie selbst aus ihrem eigenen Bibelstudium Worte der Weisheit weitergeben kann.
[44:40] Betragen auf die Gemeinde bedeutet das, dass Gott beides möchte: Aktivität und praktisches Ausleben, aber dann auch die Fähigkeit, in der Theorie die Worte der Weisheit richtig darzulegen. Oftmals findet man ja nur eines von beidem in einem extrem verkehrt: die einen, die sehr theoretisch das Evangelium bis ins Letzte kennen, aber nie etwas für andere tun und dann die anderen, die sich für Ausgaben mit sozialer und karitativer Arbeit, aber die Predigt des Wortes Gottes, der Weisheit Gottes vernachlässigen. Aber ich denke, jeder von uns weiß, dass wenn eine Frau nur noch arbeitet und nicht mehr Zeit für die Bibel hat, wenn sie nur noch schuftet und keine Zeit zum geistlichen Auftanken hat, dann wird ihr das nicht gut tun. Genauso wenig tut es einer Gemeinde gut, wenn sie nur noch sozial arbeitet und sich für Ausgaben ohne geistliche tiefe Botschaften selbst aufnimmt, um dann auch weitergeben zu können. Gottes Gemeinde ist nicht nur mit guten Werken aktiv, sie gibt auch die Tiefe des Evangeliums weiter.
[45:45] Vers 27: „Sie behält die Vorgänge in ihrem Haus im Auge und sie ist nie das Brot der Faulheit.“ Sie hat einen Überblick, sie verliert sich nicht in kleinen Details und so brauchen wir auch als Gemeinde einen Überblick über das Werk, dass wir nicht bei kleinen Schwierigkeiten aus der Bahn geworfen werden, dass wir das große Ganze nicht aus den Augen verlieren und niemals faul sind, denn auch die tugendhafte Frau ist niemals das Brot der Faulheit.
[46:23] Vers 28: „Ihre Söhne wachsen heran und preisen sie glücklich. Ihr Mann rühmt sie ebenfalls, sie wird von ihren nächsten Familienangehörigen gelobt.“
[46:39] Vers 29: „Viele Töchter haben sich als tugendhaft erwiesen, du aber übertriffst sie alle.“ Es gab mehrere, die tugendhaft waren, aber du bist die Beste. Wenn man das übertragen, könnte man vielleicht sagen: In jeder Generation hat es eine treue Gemeinde gegeben, es hat treue Kirchen gegeben, doch eine übertrifft sie alle. In der Epheser 5, da spricht Paulus es an, in der Epheser 5 und dort Vers 27: „Damit er sie selbst, die Gemeinde, sich selbst darstelle als eine Gemeinde, die herrlich sei, so dass sie weder Flecken noch Runzel noch etwas ähnliches habe, sondern dass sie heilig und tadellos sei.“ Gott wünscht sich diese eine Gemeinde, die ohne Flecken und Runzel ist, ohne die heilig und tadellos ist, die exzellente Gemeinde.
[47:34] Und dann heißt es im Vers Kapitel 3, Epheser 3, Vers 10: „Damit jetzt den Fürstentümern und Gewalten in den himmlischen Regionen durch die Gemeinde, Achtung, die mannigfaltige Weisheit Gottes bekannt gemacht werden.“ Gottes Weisheit soll durch die Gemeinde bekannt gemacht werden und zwar ohne Flecken und ohne Runzel.
[47:55] Das ganze Buch der Sprüche ist ein Buch über die Weisheit, sie wird beschrieben von allen Seiten und von allen Ecken und Enden, doch ganz am Ende wird eine Frau dargestellt, eine Hausfrau, die einfach das tut, was eine Hausfrau tut, treu und tugendhaft. Und das ist das Symbol dafür, für die Gemeinde, die die Botschaft der Sprüche aufgenommen hat, auslebt und dadurch tugendhaft, exzellent, ohne Flecken und Runzel dem ganzen Universum die Weisheit Gottes demonstriert. Und das ist nicht ohne Grund das letzte Kapitel der Sprüche, die letzte Manifestation der Weisheit Gottes, und zwar nicht im Sinne zeitlich, sondern im höchsten, hier auf dieser Erde. Denn dann kommt Jesus wieder, wenn die Frucht es zulässt, dann kommt er wieder, seine Gemeinde zu sich zu holen. Sprüche 31, ein Kapitel über den Zustand der Gemeinde kurz vor der Wiederkunft. Kein Wunder, dass vorher von Frauen und Unzucht die Rede gewesen ist, was uns ja an Offenbarung 17 erinnert.
[49:02] Das Ganze endet mit Vers 30 und 31: „Anmut ist trügerisch und Schönheit vergeht. Aber eine Frau, die den Herrn fürchtet, die wird gelobt werden.“ Es gibt manche Dinge, die sind schön, wenn man sie hat, aber unwichtig, weil sie vergänglich sind. Aber etwas ist beständig und deswegen wichtig, und das ist die Gottesfurcht. Das Buch der Sprüche begann im Wesentlichen mit der Idee der Gottesfurcht. Das heißt, dass die Furcht des Herrn der Anfang der Erkenntnis, der Anfang der Weisheit ist. Diese Furcht des Herrn, die definiert wird in Sprüche 8, Vers 13: „Das Böse, das heißt die Sünde, zu hassen.“ Und Offenbarung 14, Vers 7 sagt, dass die letzte Botschaft an eine sterbende Welt beginnt mit den Worten: „Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre.“
[49:52] Hier ist eine Frau, die Gott fürchtet. Und wir wissen von den Menschen der Bibel, die Gott wirklich gefürchtet haben, wie Hiob und andere, dass sie mit einem tadellosen Charakter beschrieben werden. Und dass es Menschen waren, die nicht nur heilig in ihren Höhlen lebten, sondern die sich für andere eingesetzt haben und praktisch ausgelebt haben, was sie geglaubt haben. Sprüche 31 fasst das in diesem wunderbaren Bild der tugendhaften Frau zusammen.
[50:19] „Gebt ihr von den Früchten ihrer Hände und ihre Werke werden sie rühmen in den Toren.“ Wir haben gesagt, das Tor war der Ort des Gerichts. Im Parallelbuch zu den Sprüchen, im Buch Prediger, lesen wir in Prediger 12, Vers 13 und 14: „Lasst uns die Summe aller Lehre hören. Fürchte Gott und halte seine Gebote, denn das macht den ganzen Menschen aus. Denn Gott wird jedes Werk vor ein Gericht bringen, samt allem Verborgenen, es sei gut oder böse.“
[50:49] Die tugendhafte Frau, Symbol für die reine Gemeinde Gottes. Wenn sie in das Gericht kommt, werden ihre Werke im Gericht sie preisen, weil ihre Werke getan sind in Christus Jesus. Denn das, was hier beschrieben steht, ist nichts anderes als das Leben, das Jesus gelebt hat, das frühe Aufstehen, das für andere Dasein, die Worte der Weisheit. All das ist nichts weiter als eine Beschreibung des Charakters Jesu. Gottes Wunsch für eine tugendhafte Frau und für einen tugendhaften Mann ist es, Jesus zu imitieren. Und Sprüche 31 zeigt uns, dass obwohl Jesus ein Mann war, eine Frau genauso Jesus in seinem Lebenswerk imitieren kann. Und deswegen auch Gottes Gemeinde, dargestellt ist eine Frau, Jesu Leben imitieren kann.
[51:38] Im Gericht sind es die in Christus getanen Werke, die die Gemeinde rühmen. Möchtest du in deinem Alltag Gottes Weisheit ausleben? Möchtest du so wie diese tugendhafte Frau sein? Möchtest du dafür, möchtest du ein Initiator sein, dass auch deine Ortsgemeinde so eine tugendhafte Frau wird, die die Worte der Weisheit liest und anderen weitergibt, die von früh bis spät arbeitet für das Wohl anderer, für die innerlich in der Gemeinde als auch nach außen? Damit die Weisheit Gottes, die diesen Sprüchen so wunderbar beschrieben ist, im praktischen Leben sich demonstriert. Darauf wartet Gott. Er wartet nicht auf noch mehr Missionswerke, auf noch mehr Prediger oder auf noch mehr Wahrheiten aus der Bibel. Er wartet darauf, dass die bereits offenbarte Wahrheit im Leben, im Alltag manifestiert wird. Darf er auf dich zählen? Gott segne deine Entscheidung.
[52:55] Wir haben viel gelernt in den letzten Monaten über die Sprüche und ich denke, es lohnt sich auch, später immer wieder hineinzuschauen in dieses Buch und darin zu lesen und Weisheit für sich in Anspruch zu nehmen, die Gott einem geben möchte. Ab nächster Woche werden wir uns mit einem neuen Thema beschäftigen, auf das ich mich schon sehr, sehr freue. Wir werden uns gemeinsam durch das Lukas-Evangelium studieren und werden dort sehen, wie Jesus als der Menschensohn gekommen ist, um allen Menschen die frohe Botschaft der Liebe Gottes zu predigen. Und seid dabei, wenn wir uns in den nächsten drei Monaten mit dem Leben von Jesus aus der Perspektive des großen Arztes Lukas beschäftigen, der von dem noch Größeren, dem wahren Arzt Jesus berichtet. Bis dann wünsche ich Gottes Segen und viel Freude im Studium seines Wortes.