[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.de. Ein herzliches Willkommen gilt auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries. Schön, dass ihr eingeschaltet habt.
[0:33] Wir beginnen ein neues Quartal, eine neue Studienserie und damit ein neues Thema. Und das Thema, das wir in den nächsten 13 Wochen gemeinsam studieren möchten, ist eines, auf das ich mich sehr gefreut habe. Wir möchten ein alttestamentliches Prophetenbuch unter die Lupe nehmen. Wir möchten uns mit dem Buch Jeremia beschäftigen. Ein Buch, aus dem selten gepredigt wird, nicht zuletzt, weil es viele scheinbar düstere Gerichtsprophezeiungen enthält. Und ich glaube trotzdem, es ist ein Buch, von dem wir unglaublich viel lernen können und das uns für die heutige Zeit einiges zu sagen hat.
[1:08] Und wir möchten heute beginnen mit einer Einleitung in das erste Kapitel von Jeremia. Das Thema, mit dem wir uns auf das Bibelgespräch am 2. Oktober 2015 vorbereiten, ist: Jeremia wird zum Propheten berufen. Und wir möchten das tun und unter der Leitung des Heiligen Geistes das Wort Gottes studieren. So möchte ich dich, lieber Freund, liebe Freundin, einladen, dass wir gemeinsam ein Anfangsgebet sprechen.
[1:33] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von Herzen Dank sagen, dass dein Wort zu uns spricht. Wir möchten dir Danke sagen, dass dein Wort Kraft hat, uns zu verändern. Wenn wir jetzt in dem Buch von Jeremia lesen und studieren, möchten wir dich bitten, dass du uns hilfst, den Plan zu erkennen, den du für uns hast, und dass wir erkennen können, wie du uns ebenfalls eine prophetische Botschaft gegeben hast. Sei dir mit deinem Heiligen Geist gegenwärtig und halte du alle Störende fern, dass wir dein Wort so verstehen können, wie du es gemeint hast. Im Namen Jesu. Amen.
[2:09] Wir wollen, wie gesagt, das erste Kapitel von Jeremia uns heute zu Gemüte führen. Jeremia, Kapitel 1, und wir beginnen in Vers 1. Es heißt hier: „Die Worte Jeremias, des Sohnes Hilkias, von den Priestern, die in Anatot im Land Benjamin wohnten.“
[2:34] Der Name Jeremia ist ein sehr schöner Name. Er hat verschiedene Bedeutungsnuancen. Einige geben ihn wieder mit: „Der Herr erhöht“ oder „Der Herr gründet“. Andere interpretieren es ein klein wenig anders als „Der Herr wird sich erheben“, also „Der Herr wird groß werden“ oder auch „Der Herr hat erwählt, er hat für jemand eine Aufgabe bestimmt“. In all dem wird deutlich, dass natürlich, wie das so oft bei den Namen der Propheten der Fall war, Gott im Mittelpunkt steht. Schon der Name des Vaters hatte denselben Gottesnamen Jahwe oder Ja in der Abkürzung vertreten gehabt. Hilkia bedeutet: „Der Herr ist mein Teil.“
[3:17] Interessant ist, dass Jeremia offensichtlich aus priesterlicher Abstammung war. Er gehörte zu dem Stamm der Leviten, auch wenn er in Benjamin, auf dem Territorium des Stammes Benjamin wohnte. In Josua 21 und dort Vers 17 und 18 können wir lesen, dass die Stadt Anatot eine von den 48 Levitenstädten gewesen ist. In Josua 21, Vers 17 und 18 heißt es von dem Stamm Benjamin: „Aber gaben sie Gibeon und seine Weideplätze, Geba und seine Weideplätze, Anatot und seine Weideplätze und Almon und seine Weideplätze und so weiter und so fort.“ Das heißt, es war eine Stadt, die für die Leviten gedacht war. Jeremia war ein Levit und offensichtlich sogar aus priesterlichem Geschlecht. Das ist eine Parallele zu einem anderen großen Propheten des Alten Testaments, nämlich Hesekiel, von dem es ebenfalls heißt, dass er ein Priester gewesen ist. Wenn wir das Buch Jeremia studieren, sollten wir das im Hinterkopf behalten, auch wenn es bei Hesekiel vielleicht manchmal sogar etwas offensichtlicher ist. Die Heiligtumssprache ist jedoch bei Jeremia auch sehr wichtig. Im Hinterkopf zu behalten, dass Jeremia wohl sehr vertraut gewesen ist mit dem Heiligtumsdienst und mit den Aufgaben und Funktionen und der Bedeutung des priesterlichen Amtes.
[4:38] Jeremia, Kapitel 1 und dort Vers 2 und 3, dort finden wir den geschichtlichen Rahmen, den historischen Anfang und Endpunkt des Dienstes von Jeremia. Das heißt hier in Jeremia 1 und dort Vers 2 und 3: „An denen das Wort des Herrn erging in den Tagen Josias, des Sohnes Amons, des Königs von Juda, im 13. Jahr seiner Regierung.“
[5:05] Josia war offensichtlich ein guter König, allerdings bekam er an die Macht, nachdem zuvor Manasse über Jahrzehnte das Volk in die tiefsten Tiefen des okkulten Götzendienstes gebracht hatte, und auch die Reformen des Josia konnten keine endgültige Neuausrichtung im Volk bewirken. Das 13. Jahr von Josia, das ist ungefähr das Jahr 627 vor Christus. Und ungefähr zur gleichen Zeit wie Jeremia hat auch der kleine Prophet Habakuk gewirkt. Wer diesen Propheten genauer unter die Lupe nimmt, wird feststellen, dass da ungefähr die gleiche Zeit mit Habakuk eine Rolle spielt, mit Jeremia eine Rolle spielt.
[5:52] Im Vergleich zu Habakuk aber ist Jeremia natürlich weitaus größer. Das Buch hat viel mehr Kapitel, viel mehr Stoff, und das liegt unter anderem daran, dass Jeremia einen viel längeren Dienst gehabt hat. In Jeremia 1, Vers 3 heißt es: „Und auch in den Tagen Jojakims, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, bis zum Ende des 11. Jahres Zedekias, des Sohnes Josias, des Königs von Juda, bis zur Wegführung Jerusalems im 5. Monat.“
[6:20] Wenn hier von der Wegführung Jerusalems die Rede ist, dann ist damit die dritte Wegführung gemeint. Bibelstudenten wissen, dass es drei Wegführungen gab in kurzer Aufeinanderfolge. Zunächst hatte Nebukadnezar Jerusalem angegriffen im Zuge seines Sieges bei Karkemisch über die Assyrer und Ägypter im Jahre 605 vor Christus, hatte dort nur einige Leute der Oberschicht und Tempelgefäße mit nach Babylon genommen. Das war die Gelegenheit, wo Daniel gefangen genommen worden ist mit seinen drei Freunden. Dann einige Jahre später, bei der zweiten Wegführung 597 vor Christus, da ist der Hesekiel mit weggeführt worden, als dann Nebukadnezar schon weitaus größeren Schaden in Jerusalem angerichtet hatte. Und dann die dritte Wegführung, die hier eine Rolle spielt, ist die endgültige, letztendgültige Zerstörung Jerusalems durch Nebukadnezar, was vorhergesagt worden war im Jahre 587 oder 586 vor Christus, je nachdem, ob man mehr deutsche oder mehr amerikanische Quellen befragt. Es ist etwas unklar, die Historiker streiten sich da etwas. Aber wie dem auch sei, ungefähr 40 Jahre können wir ansetzen für den Dienst des Jeremia, und das ist eine lange Zeit.
[7:43] Und für diesen Dienst ist er berufen worden, und die Berufung des Jeremia ist im Wesentlichen der Kerninhalt und das Hauptthema des ersten Kapitels.
[7:48] In Vers 4 geht es dann inhaltlich los. Es heißt: „Und das Wort des Herrn erging an mich folgendermaßen.“ Eine ganz typische Einleitungsformel, die wir bei Jeremia öfter finden, auch bei Hesekiel und anderen in ähnlicher Form. Und hier sind die Worte, die an den Jeremia ergingen: Das Wort des Herrn.
[8:09] „Ehe ich dich im Mutterleib bildete, habe ich dich ersehen, und bevor du aus dem Mutterschoß hervorkamst, habe ich dich geheiligt. Zum Propheten für die Völker habe ich dich bestimmt.“ Ein Vers und was für eine Fülle an Weisheit, Wahrheit und Information, an Tiefe, die hier in diesem Vers zum Vorschein kommt.
[8:35] Zunächst einmal halten wir fest, dass der Prophet Jeremia vor seiner Geburt bereits zum Propheten bestimmt worden ist, woraus wir schließen können, dass Gott einen ganz spezifischen Plan für unser Leben hat, noch bevor wir überhaupt das Licht der Welt erblickt haben. In Psalm 71 und dort Vers 6 wird uns gesagt durch den Psalmisten: „Auf dich habe ich mich verlassen vom Mutterleib an.“ Das heißt, noch bevor wir überhaupt geboren werden, schon als Embryo können wir uns auf Gott verlassen. Das heißt, dir vom Mutterschoß an hast du für mich gesorgt, mein Rühmen gilt dir allezeit. Gottes Fürsorge beginnt nicht erst bei dem Neugeborenen. Gottes Fürsorge beginnt in dem Moment, wo das Leben entsteht, denn Gott ist der Erhalter allen Lebens. Und das ist nur nebenbei gesagt ein sehr starkes Argument und sehr wichtiges Argument für den Schutz des Lebens, auch des ungeborenen Lebens. Gott hat einen Plan, selbst für den Embryo im Bauch der Mutter.
[9:46] Wir finden in der Bibel einige Personen, die schon im Mutterleib von Gott ausersehen waren für eine große Rolle. Wir wollen nur ein paar davon hier aufzählen. Zum Beispiel in 1. Mose und dort in 1. Mose, Kapitel 25, da wird Rebekka gesagt, dass die Kinder in ihrem Leib, die beiden Zwillinge, unterschiedliche Schicksale haben werden, eine unterschiedliche Zukunft. Es heißt in Vers 23: „Und der Herr sprach zu ihr: Zwei Völker sind in deinem Leib und zwei Stämme werden sich aus deinem Schoß scheiden, und ein Volk wird dem anderen überlegen sein, und der Ältere wird dem Jüngeren dienen.“ Gott kennt schon unsere Zukunft, die Zukunft unserer Nachfahren, lange bevor wir selbst geboren worden sind.
[10:38] In Lukas 1, Vers 15 haben wir das Beispiel von Johannes dem Täufer, dessen Aufgabe und Funktion, sein Lebenswerk ihm bereits mitgegeben worden ist, bevor er überhaupt auf der Welt war. Lukas 1, Vers 15 heißt es: „Denn er wird groß sein vor dem Herrn, Wein und starkes Getränk wird er nicht trinken, und mit heiligem Geist wird er gefüllt werden, schon vom Mutterleib an.“
[11:02] Paulus sagt uns dasselbe im Galaterbrief und dort in Galater, Kapitel 1, Galater, Kapitel 1 und dort Vers 15: „Als es aber Gott, der mich vom Mutterleib an ausgesondert und durch seine Gnade berufen hat, wohlgefiel, seinen Sohn mir zu offenbaren, damit ich ihn durch das Evangelium den Heiden verkündete, ging es sogleich nicht mit falschen Blutsiraten und so weiter und so fort.“ Paulus sagt, ich bin vor meiner Geburt im Mutterleib ausgesondert worden, geheiligt worden, das ist ja dasselbe Wort, dieselbe Idee, für den Dienst des Heidenmissionars.
[11:47] Gott hat Jeremia ausgesondert für die Aufgabe, die er ihm gegeben hat. Johannes der Täufer wurde für eine Aufgabe ausgesondert. Paulus wurde für eine Aufgabe ausgesondert. Diese Aufgaben waren natürlich alle basierend auf dem Wort Gottes, aber trotzdem hatten sie verschiedene Nuancen. Jeder einzelne Mensch von uns hat eine ganz spezifische Aufgabe von Gott bekommen, eine Aufgabe, die nur wir selbst so erfüllen können. Und Gottes Wunsch ist es, dass wir diese Aufgabe auch annehmen.
[12:19] Interessanterweise hat Gott selbst uns vorgemacht, wie das geht. Er selbst ist Mensch geworden und hat sich vorher eine Aufgabe gegeben, einen Plan, ein Lebenswerk sich gegeben, dem er dann strikt gefolgt ist. In Jesaja 49 und dort Vers 1, da lesen wir über den Messias: „Hört auf mich, ihr Inseln, und gebt acht, ihr Völker in der Ferne! Der Herr hat mich von Mutterleib an berufen, und meinen Namen von Mutterschoß an bekannt gemacht.“ Seit dem Zeitpunkt, wo Jesus als Embryo in den Mutterschoß, in den Mutterleib der Maria gekommen ist, seit diesem Zeitpunkt gab es da einen Plan, an den er sich halten sollte. Und sobald er auf der Welt war, hat er diesem Plan Folge geleistet. Gott verlangt nichts von uns, was er nicht selbst auch tun würde. Er hat vorgemacht, wie es möglich ist, einen Plan, der vor seiner Geburt gelegt worden ist, eins zu eins umzusetzen.
[13:24] Wenn wir das Leben von Jesus studieren, bedeutet das, dass er manchmal wichtige Entscheidungen fällen musste, vielleicht sogar harte Entscheidungen. Ich denke an die Geschichte, wo er in Kapernaum kranke, und er hat nicht geheilt, um dem Plan zu folgen und in eine andere Stadt zu gehen. Jesus wusste, welche oberste Priorität es hat, den Plan, den Gott für das eigene Leben gegeben hat, umzusetzen und zwar eins zu eins.
[13:51] Nun, es heißt, dass Gott den Jeremia im Mutterleib erkannt hat, ersehen hat, so wird es übersetzt. Das kann aber auch bedeuten: erkannt hat. Nun, in 2. Timotheus 2 haben wir einen Hinweis darauf, was das bedeutet. In 2. Timotheus 2 und dort Vers 19. Dort heißt es: „Aber der feste Grund Gottes bleibt bestehen und trägt dieses Siegel: Der Herr kennt die Seinen.“ Und jeder, der den Namen des Christus nennt, wendet sich ab von der Ungerechtigkeit.
[14:24] Gott hatte einen Grund, warum er Jeremia für diese Aufgabe bestimmt hat. Gott kennt die angeborenen und die kultivierten Tendenzen des Menschen. Er kennt die besonderen Charaktereigenschaften. Nicht alle Menschen sind gleich. Und weil Gott die Zukunft kennt und weiß, wie Menschen sein werden, gibt er ihnen Aufgaben, die für ihren Charakterzug, für ihr Temperament, für ihre Persönlichkeitsstruktur am geeignetsten sind. Und er weiß, wer zu ihm gehört.
[14:55] Gott gibt aber nicht nur Aufgaben denen, die ihm gehören, sondern auch denen, die sich zumindest nicht zu ihm gehörig fühlen, aber nicht ihm zugehörig sein wollen. In Vers 20 heißt es: „In einem großen Haus gibt es aber nicht nur goldene und silberne Gefäße, sondern auch hölzerne und irdene, und zwar die einen zur Ehre, die anderen aber zur Unehre. Wenn nun jemand sich von solchen reinigt, wird er ein Gefäß zur Ehre sein, geheiligt und dem Hausherrn nützlich, zu jedem guten Werk zubereitet.“
[15:30] Das heißt, durch unsere Entscheidung können wir entscheiden, ob wir ein Gefäß zur Ehre oder ein Gefäß zur Unehre sein können. Gott hat viele heidnische Könige benutzt, die sich nie bekehrt haben. Sie waren Gefäße zur Unehre. Sie haben seinen Dienst, seinen Willen ausgeführt. Aber Jeremia war ein Gefäß zur Ehre. Ein Gefäß, das Gott benutzen konnte, um das Evangelium Menschen zu bringen, auch wenn das, meine ich mal, schmerzhafte Erfahrungen mit sich brachte.
[15:58] Der Grund lag darin, dass Jeremia ein Mensch war, der nach Gott gefragt hat und der einen Charakter hatte, der die Wahrheit, der wie die Nadel zum Pol für die Wahrheit einstand. Gott konnte ihn als Propheten gebrauchen. Er kannte ihn schon, bevor er geboren worden ist.
[16:17] Und in Jeremia 1 hatten wir gelesen, dass die Aufgabe, die ihm gestellt worden war, eine ziemlich weitreichende war. In Jeremia 1, Vers 5 heißt es, und es ist vielleicht überraschend, wenn man das Buch Jeremia nur oberflächlich gelesen hat: „Ich habe dich zum Propheten für die Völker bestimmt.“ Meistens haben wir die Idee, dass die Propheten lediglich für Israel oder für Juden bestimmt worden waren. Aber hier heißt es explizit, dass Jeremia eine weltweite Botschaft haben sollte. Eine Botschaft, die über Israel und Juden hinausgehen sollte. Und das macht ihn natürlich zu einem interessanten Vergleichspunkt auch für uns, die wir eine weltweite Botschaft haben. Und viele von uns sind vielleicht sogar aufgewachsen in diesem Volk Gottes, dem diese weltweite Botschaft gegeben worden ist. Und Gott hat einen Plan für unser Leben noch, bevor wir geboren worden sind, egal wie wir aufgewachsen sind. Und egal was der spezifische Plan ist, ob wir als Vollzeit-Missionsmitarbeiter oder als Zeltmacher oder als treuer Zeuge am Arbeitsplatz diesen Auftrag erfüllen, eins ist sicher: Wir alle haben den Auftrag, diese weltweite Botschaft für alle Völker und Stämme und Sprachen zu predigen.
[17:41] Nun, Jeremia 1, Vers 6 zeigt, dass Jeremia sich äußerst unschlüssig war, ob er diesen Auftrag überhaupt annehmen sollte. Das heißt in Vers 6: „Da sprach ich: Ach, Herr, Herr! Siehe, ich kann nicht reden, denn ich bin noch zu jung.“
[17:58] Jeremia steht in einer Reihe von großen Gottesmännern, die die Idee ablehnen wollten, Sprachrohr Gottes zu sein. Das bekannteste Beispiel natürlich ist Mose. In 2. Mose, Kapitel 4, da lesen wir ab Vers 10, wie Mose Argumente vorbringt, weshalb er nicht als Gesandter Gottes zum Pharao gehen sollte. Dort heißt es in Vers 10: „Mose aber sprach zum Herrn: Ach, mein Herr, ich bin kein Mann, der reden kann. Ich bin es auch von jeher nicht gewesen und ich bin es auch jetzt nicht, seit du mit deinem Knecht geredet hast, denn ich habe einen schwerfälligen Mund und eine schwere Zunge.“ 40 Jahre in der Wüste. Er hatte kein gutes Gedächtnis mehr, was Ägyptisch angeht, und er hat sich das nicht mehr zugetraut.
[18:47] Und Gottes Antwort war sehr bezeichnend. Da sprach der Herr zu ihm: „Wer hat dem Menschen den Mund gemacht? Oder wer macht ihn stumm oder taub oder sehend oder blind? Bin ich es nicht, der Herr? Geh hin, und ich will mit deinem Mund sein und dich lehren, was du sagen sollst.“ Also das Argument: Ich kenne die Sprache nicht mehr, kein Problem, Gott kann uns die Sprachengabe geben zur Not. Das Argument: Ich habe keine rhetorische Gabe, ich weiß nicht, wie man redet, Gott sagt: Kein Problem, ich kann dich lehren. Gott hat übrigens einem Esel das Sprechen beigebracht, dann kann er auch uns das Sprechen beibringen.
[19:18] Ein anderes Argument neben „Ich kann nicht so gut reden“ oder „Mir fehlen die richtigen Worte“ ist das Argument, das Jesaja vorbrachte. In Jesaja, Kapitel 6, als er die Herrlichkeit Gottes im Allerheiligsten gesehen hat und den Engelschor gehört hat: „Heilig, heilig, heilig!“ und dann er realisiert hat, wer er wirklich ist und was das Problem an ihm ist, dann heißt es hier in Vers 5: „Da sprach ich: Wehe mir! Ich vergehe; denn ich bin ein Mann mit unreinen Lippen, und wohne unter einem Volk, das unreine Lippen hat; denn meine Augen haben den König, den Herrn, den Herrscher, gesehen.“ Sein Argument war: Ich habe unreine Lippen, ich habe Dinge gesagt, die ich nicht hätte sagen sollen, ich bin da deswegen nicht mehr geeignet, Sprachrohr Gottes zu sein. Vielleicht ist das dein Argument, warum du nicht für Gott reden willst.
[20:14] Aber auch Gott hat hier eine wirklich wunderbare Lösung. Er sagt, einer der Engel kam und mit dieser glühenden Kohle hat sie an den Mund von Jesaja gehalten, und es heißt dann in Vers 7: „Und er berührte meinen Mund damit und sprach: Siehe, dies hat deine Lippen berührt, deine Schuld ist von dir genommen und deine Sünde ist gesühnt.“
[20:38] Liebe Freund, liebe Freundin, vielleicht denkst du: Mir fehlen die richtigen Worte. Gott sagt: Ich kann dir die Worte geben. Vielleicht sagst du: Mein Mund ist sündig, ich habe so viele schlechte Dinge gesagt. Gott sagt: Ich kann dir die Sünde nehmen. Und wenn du sagst, so wie Jeremia: Ich bin zu jung, zu unerfahren, ein Knabe, so sagt er wörtlich, dann wisse: Gott hat auch darauf eine Antwort.
[21:01] Übrigens, das Wort „Ich bin ein Knabe“, das ist genau das, was Salomo auch gesagt hat, als er die Königsherschaft von David übernommen hat und gedacht hat: „Ich bin noch ein Knabe, ich weiß nicht, wie ich ein- und ausgehen soll, wie soll ich dieses Land regieren, dieses Volk regieren.“ Vielleicht hat Jeremia sogar diesen Text von Salomo im Hinterkopf gehabt, als er gesagt hat: „Ich bin noch ein Knabe, ich bin noch jung.“
[21:28] Aber Gott geht auch auf dieses Argument ein und zeigt, dass wenn Gott beruft, er all das schon längst durchdacht hat. Gott wusste ja, wie alt Jeremia ist. Gott wusste auch, welche schlechten Dinge Jesaja gesagt hat, und Gott wusste auch, dass Mose seit 40 Jahren kein Ägyptisch mehr gesprochen hatte. Gott weiß das alles und er kennt unsere Probleme, er kennt die Umstände, er kennt die Schwierigkeiten und trotzdem beruft er uns. Das bedeutet, er kennt auch den Ausweg.
[21:58] Wenn das nächste Mal Gott dich für eine Aufgabe beruft und dir deutlich zeigt, was du machen solltest, sieh nicht auf die Probleme, denn wenn die Probleme zu groß wären für diese Aufgabe, hätte Gott, der die Probleme kennt, dich nie gerufen.
[22:10] Gottes Antwort an Jeremia, Vers 7: „Aber der Herr sprach zu mir: Sage nicht: Ich bin zu jung, sondern du sollst zu allen hingehen, zu denen ich dich sende, und du sollst alles reden, was ich dir gebiete.“
[22:26] Jugend ist kein Ausschlusskriterium, um eine große Rolle im Werk Gottes zu spielen. Ein typisches und wichtiges Beispiel im Neuen Testament für diese Wahrheit findet sich in 2. Timotheus, Verzeihung, 1. Timotheus, Kapitel 4 und dort Vers 12.
[22:51] Paulus schreibt hier an seinen jugendlichen Mitarbeiter Timotheus: „Niemand verachte dich wegen deiner Jugend.“ Offensichtlich bestand die Gefahr, dass Leute auf Timotheus herabgeschaut haben und gesagt haben: „Du bist noch zu jung, um hier als Leiter der Gemeinde wirken zu können.“ Aber es heißt hier: „Sondern sei den Gläubigen ein Vorbild im Wort, im Wandel, in der Liebe, im Geist, im Glauben, in der Keuschheit.“
[23:14] Wenn wir in die Kirchengeschichte sehen, in die Adventgeschichte, sehen wir immer wieder, dass Gott unter anderem junge Leute berufen hat. Junge Leute, die scheinbar wenig Erfahrung hatten, die aber sich abhängig gemacht haben von Gott und die Gott lehren konnte. Und Gott sagt: Sage nicht, du bist zu jung. Gott kennt auch unser Alter und er weiß, wann und wie er uns beruft.
[23:43] Interessanterweise können wir daran lernen, dass Gott, obwohl er schon vor Beginn des Lebens von Jeremia wusste, welche Aufgabe Jeremia haben würde, er einen bestimmten Zeitpunkt ausgewählt hat, um diese Aufgabe dem Jeremia kundzutun. Jesus hat das schon mit zwölf Jahren erkannt, was seine Aufgabe ist, andere erst viel später. Gott weiß, wann er uns zeigen kann, was unsere spezifische Aufgabe im Leben ist. Und wenn es Gott uns offenbart, dann zu einem Zeitpunkt, wo wir in der Lage sind, es auch anzunehmen und umzusetzen.
[24:21] Und dann finde ich sehr interessant an diesem Vers, wie Gott sagt: „Du sollst zu allen hingehen, zu denen ich dich sende, und du sollst alles reden, was ich dir gebiete.“ Gott gibt dir zwei Kriterien, die für einen Botschafter Gottes von entscheidender Bedeutung sind. Jeremia durfte nicht ein klein wenig, nicht ein Bruchteil von der Botschaft kürzen, und er durfte auch den Adressatenkreis nicht kleiner machen. Egal zu wem Gott ihn senden würde, er müsste dorthin gehen, und egal was Gott ihm auftragen würde, er müsste es sagen.
[24:55] Gott fordert Gehorsam. Wir dürfen weder die Adressaten, den Adressatenkreis verkleinern, noch die Botschaft verändern. Und das ist ganz wichtig, weil wir eine ganz ähnliche Aufgabe haben. In Matthäus, Kapitel 28 und dort Vers 19 und 20, da heißt es: „So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehrt sie alles halten, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an das Ende der Weltzeit. Amen.“
[25:29] Wenn wir das Prinzip von Jeremia auf den Missionsbefehl anwenden, heißt das, wir müssen tatsächlich zu allen Völkern gehen. Und wenn wir nur Interessensgruppen rausgreifen, wenn wir unsere Aufgabe auf bestimmte Völker beschränken, dann widersprechen wir dem Prinzip, das Gott dem Jeremia gegeben hat. Wenn wir die Botschaft schwächen oder verwässern, wenn wir bestimmte Elemente von dem, was Jesus gelehrt hat, herausnehmen, dann gehorchen wir nicht dem Prinzip, das Gott dem Jeremia gegeben hat. Wir müssen zu allen gehen, zu denen Gott uns sendet, und wir müssen alles sagen, was Gott uns aufgetragen hat. Das heißt, die ganze dreifache Engelsbotschaft, erste, zweite und dritte, in all ihren Details, hin zu allen Menschen. Das ist die Aufgabe.
[26:14] Vers 8, Jeremia 1, Vers 8: „Fürchte dich nicht vor ihnen, denn ich bin mit dir, um dich zu erretten.“ Offensichtlich hatte Jeremia bereits geahnt zu diesem frühen Zeitpunkt, dass das Volk in Juda wohl offensichtlich nicht besonders gut zu sprechen wäre auf einen wahren Propheten, der alles sagen würde, was Gott gesagt hat. An falschen Propheten hat es zu dieser Zeit nicht gemangelt, die von Frieden und Sicherheit und von Wohlergehen und von „Gott hat euch lieb“ gesprochen haben, obwohl es schwere Probleme im Volk Gottes gab.
[26:57] Jesus hat auch über dieses Prinzip gesprochen, sich nicht vor anderen Menschen zu fürchten. Matthäus 10 und dort Vers 26, das heißt hier: „So fürchtet euch nun nicht vor ihnen, denn es ist nichts verdeckt, das nicht aufgedeckt werden wird, und nichts verborgen, das man nicht erfahren wird.“ Manchmal denken wir, naja, die Probleme sind oder der Widerstand ist so groß und da sind Intrigen gegen mich gesponnen, vielleicht sollte ich einfach jetzt mal einen Kompromiss schließen. Aber dieser Gedanke kann helfen, dass der Zeitpunkt kommen wird, wo noch die finsterste und verlogenste und geheim gehaltenste Intrige gegen Gottes Mitarbeiter offen ans Tageslicht kommen wird. Der Zeitpunkt kommt, wo jedes falsche Gerücht korrigiert werden wird.
[27:45] Wir können es uns leisten, die Wahrheit zu sagen, auch wenn wir angegriffen werden, weil Gott für den Zeitpunkt sorgen wird, wo alle Angriffe widerlegt werden. Und das hat auch dem Jeremia geholfen, zu wissen: Gott ist mit ihm, um ihn zu retten. Das hat auch die Apostel beflügelt, ansonsten könnten wir uns gar nicht erklären, wie sie das geschafft haben, in der Apostelgeschichte 4 mit solch einer Kühnheit zu reden. Das heißt ja, in Apostelgeschichte 4 und dort Vers 13, als sie über die Freimütigkeit von Petrus und Johannes sahen und sie erfuhren, dass sie ungelernte Leute und Laien seien, verwunderten sie sich. Und sie erkannten, dass sie mit Jesus gewesen waren.
[28:27] Vers 29: „Dass die Gemeinde betet und jetzt herrsche sie ihre Drohungen an und verleihe deinen Knechten dein Wort mit aller Freimütigkeit zu reden.“ Die Apostel wurden von Kirchenführern im eigenen Volk verfolgt, verbannt, mit Redeverbot belegt. Sie haben nicht gebetet: „Naja, Herr, gib, dass das irgendwann mal aufhört, dass das Redeverbot aufgehoben wird.“ Sie haben gebetet: „Herr, gib uns Freimütigkeit, damit wir weiter predigen.“
[29:06] Das gleiche hat der Jeremia auch. Amos hatte das selber erlebt. Der Versuch von führenden Leuten im Volk Gottes, den Propheten Gottes, den Botschafter Gottes zum Schweigen zu bringen. Alle diese Männer Gottes haben deutlich gemacht, dass kein Mensch das Recht hat, einem anderen Menschen zu verbieten, das Evangelium zu predigen. Niemand hat diese königliche Macht und schon gar nicht in der Gemeinde Gottes.
[29:32] Jesaja 51 und dort Vers 7.
[30:02] Nun, versteht mich nicht falsch, wir brauchen Menschenliebe. Wir brauchen auch Unterordnung untereinander, aber Unterordnung, christliche Unterordnung, christliches Zusammenarbeiten, christliches Aufeinanderzugehen, bedeutet nicht Menschenfurcht, wo ich etwas für richtig halte, aber nicht tue, weil ich Angst vor einem anderen Menschen habe. Das ist niemals Gottes Plan, nie, nie, niemals.
[30:54] Jeremia 1 und dort Vers 9.
[31:00] „Und der Herr streckte seine Hand aus und rührte meinen Mund an. Und der Herr sprach zu mir: Siehe, ich lege meine Worte in deinen Mund.“ Das muss eine außergewöhnliche Erfahrung für Jeremia gewesen sein, der sicherlich das Wort Gottes sehr gut kannte. Und ihm wird es nicht entgangen sein, dass in 5. Mose es eine Prophezeiung gibt, die ganz ähnliche Worte verwendet.
[31:26] In 5. Mose 18 und dort Vers 18. Da ist die Prophezeiung von dem großen verheißenen Propheten. 5. Mose 18, Vers 18 heißt es: „Ich will ihnen einen Propheten, wie du es bist, aus der Mitte ihrer Brüder erwecken und meine Worte in seinen Mund legen. Der soll alles zu ihnen reden, was ich ihm gebieten werde.“
[31:48] Das ist natürlich eine Prophezeiung auf den kommenden Messias, den größten aller Propheten. Aber doch war Jeremia schon so eine Teilerfüllung dieses Verses. Er war ein Prophet, den Gott erwählt hat, seine Worte in seinen Mund gelegt hat.
[32:11] Und Jeremia wird dadurch auch so ein wenig zu einem Typus auf Jesus Christus. Jeremia, der weinende Prophet. Jesus, der weinend vor Jerusalem steht. Jeremia, der ankündigt, dass Jerusalem durch die Babylonier zerstört wird. Jesus, der ankündigt, dass Jerusalem durch die Römer zerstört wird. Jeremia, der über den neuen Bund predigt. Jesus, der den neuen Bund vorlebt und anbietet. Jeremia, der angeklagt wird, der ins Gefängnis gesteckt wird. Jesus, der angeklagt wird und sogar gekreuzigt wird. Jeremia, ein Vorbild auf Jesus.
[33:01] Jeremia kannte seine Berufung in jungen Jahren. Jesus kannte seine Berufung, wie gesagt, mit zwölf Jahren. Jeremia, ein Priester. Jesus, ein Priester. Jeremia, von Anfang an, von Mutterleib an, in dieser Aufgabe von Gott gesehen. Jesus, von Anfang an, in dieser Aufgabe gesehen. Jeremia, ohne Furcht vor den Menschen. Jesus, ohne Furcht vor den Menschen.
[33:29] Wenn wir das Buch Jeremia lesen, dann sollten wir bei all den Gerichtsbotschaften und bei all den aktuellen Bezügen, auch auf die Zeit des Jeremia, niemals aus den Augen lassen, dass Jeremia ein Typus auf Jesus ist.
[33:44] Vers 10.
[33:48] „Ziehe ich letztendlich am heutigen Tag über die Völker und über die Königreiche ein, um auszuretten und niederzureißen und um zu zerstören und abzubrechen, um zu bauen und zu pflanzen.“ Eine ganz, ganz interessante Aussage hier.
[34:05] Gott sagt: Deine Aufgabe wird zweierlei sein. Einmal wird sie darin bestehen, auszurotten, niederzureißen, zerstören, abzubrechen. Auf der anderen Seite wird sie darin bestehen, zu bauen und zu pflanzen. Offensichtlich ist es ein Symbol, dass er eine Gerichtsbotschaft predigen wird, als auch eine Heilsbotschaft, eine Botschaft der Wiederherstellung, eine Botschaft des Wachstums.
[34:29] In Jeremia 18 finden wir dann diesen Hinweis darauf, dass dies sich über Königreiche bezieht. Jeremia 18, Vers 7. „Einmal rede ich über ein Volk oder ein Königreich, das sich jetzt ausrotten, verderben und zugrunde richten will. Oder Vers 9: Ein anderes Mal rede ich über ein Volk oder Königreich, das sich jetzt bauen und pflanzen will.“
[34:47] Gott hat Botschaften an die Völker, an die Menschen. Es sind Botschaften des Gerichts und es sind Botschaften der Gnade und des Evangeliums. Und beides zusammen ergibt eine interessante Mischung und erinnert uns automatisch an die dreifache Engelsbotschaft.
[35:04] Offenbarung 14, Vers 6 sagt, dass seinen anderen Engel im Himmel fliegen. Er hat ein ewiges Evangelium, dem zu verkündigen, die auf der Erde sind, und zwar allen Nationen, allen Völkern, Stämmen und Sprachen. Und dieser sprach mit lauter Stimme: „Fürchtet Gott und gebt ihm die Ehre, denn die Stunde seines Gerichts ist gekommen. Alle Völker, Nationen, Stämme und Sprachen sollen eine Botschaft des Gerichts und des Evangeliums hören.“
[35:27] Auch unsere Botschaft ist eine Botschaft des Untergangs großer Systeme. Offenbarung 14, Vers 8: „Gefallen, gefallen ist Babylon.“ Offenbarung 16 und Offenbarung 17 beschreiben, wie die Elemente Babylons sich am Ende gegenseitig zerstören werden. Unsere Botschaft handelt davon, dass die katholische Kirche, dass die USA und andere große Systeme, religiöse Systeme unserer Zeit fallen werden und zerstört werden. Insofern haben wir eine ganz ähnliche Botschaft wie Jeremia.
[35:57] Und das, was Gott dem Jeremia mitgibt auf seinem Weg, ist etwas, das auch wir für uns in Anspruch nehmen können.
[36:05] Es folgen im Buch Jeremia die ersten beiden Visionen, die Jeremia erhalten hat. Beides sind sehr kurze, sehr einfache und trotzdem sehr ermutigende Botschaften. Die erste Vision findet sich in Vers 11.
[36:18] „Und das Wort des Herrn erging an mich folgendermaßen: Was siehst du, Jeremia?“ „Ich sehe den Zweig eines Wächterbaums.“ Der Wächterbaum, das war der Mandelbaum. Und das hing damit zusammen, dass der Mandelbaum dort in Palästina ein Frühblüher ist, der im Frühjahr als erstes blüht und sozusagen als Wächter bezeichnet worden ist.
[36:41] Der Mandelzweig spielt ja auch in den Büchern Mose eine nicht unbedeutende Rolle. In 4. Mose 17 zum Beispiel wird der Mandelzweig benutzt, um eine Krise im Volk Gottes zu lösen. In 4. Mose 17 ist im Anschluss an die oder im Zusammenhang mit der ganzen Geschichte von Korah, da heißt es hier in 4. Mose 17, Verse 8, 18: „Aber Aarons Namen sollst du auf den Stab Levi schreiben, denn für jedes Oberhaupt ihrer Vaterhäuser soll ein Stab sein.“ Und dann heißt es in Vers 23: „Und es geschah am nächsten Morgen, als Mose das Zelt des Zeugnisses trat, siehe, da sproßte der Stab Aarons des Hauses Levi. Er hatte ausgeschlagen und Blüten getrieben und trug reife Mandeln.“
[37:37] Das Wachstum des Mandelbaumes war ein Zeichen für den wahren, den echten Priester. Offensichtlich wollte Gott dem Propheten Jeremia deutlich machen: In meinen Augen bist du ein wahrer, ein echter Prophet. Und das Wort, das ich dir geben werde, wird echte, wahre Prophetie sein. Im Gegensatz zu den vielen falschen Propheten, die einfach nur für Geld alles Mögliche behaupten.
[38:06] Und genauso wird auch diese Vision interpretiert in Vers 12. Da heißt es, da sprach der Herr, in Jeremia 1, Vers 12: „Da sprach der Herr zu mir: Du hast recht gesehen, denn ich werde über meinem Wort wachen, um es auszuführen.“
[38:18] Als Prophet musste sich Jeremia keine Gedanken machen, ob tatsächlich das Wort auch eintreffen würde. Jesaja 55, Vers 11 sagt: „So soll auch mein Wort sein, das von mir hervorgeht. Es soll nicht leer wieder zu mir zurückkehren.“ Wenn wir das Wort Gottes predigen, dürfen wir wissen, dass Gott über seinem Wort wacht, dass Gott dafür sorgen wird, dass das Wort Gottes Frucht bringt. Wir müssen uns nicht Gedanken machen, ob das eintritt, was Gottes Wort sagt. Wir müssen einfach unserer Aufgabe nachkommen, das Wort Gottes den Menschen zu predigen. Gott wacht darüber, dass sein Wort sich erfüllt. Wir müssen uns keine Gedanken machen und uns schlaflose Nächte bereiten, ob wirklich die Prophezeiungen so sich erfüllen werden, wie es die Bibel sagt. Nein, Gott sagt: Ich werde wachen.
[39:07] Vers 13, in der zweiten Vision heißt es hier: „Und das Wort des Herrn erging zum zweiten Mal an mich: Was siehst du?“ Da antwortete ich: „Ich sehe einen siedenden Topf, der kommt von Norden her.“
[39:22] Die Interpretation wird ebenfalls gleich gegeben, Vers 14: „Und der Herr sprach zu mir: Von Norden her wird das Unheil über alle Bewohner des Landes entfesselt werden.“ Im Buch Jeremia wird immer und immer wieder, wir werden das im Laufe des Studiums noch sehen, auf den Norden hingewiesen als die Himmelsrichtung, aus der der Zerstörer, der Feind kommt. Das Gericht Gottes kommt aus dem Norden. Jeremia 4, Vers 6, 6, 1, 6, 2, 20, 10, 22 und so weiter und so fort.
[39:50] Vers 15 wird sogar noch konkreter, was dieses Unheil ist, das dargestellt wird als ein siedender Topf. Es heißt in Vers 15: „Denn siehe, ich rufe alle Geschlechter der Königreiche des Nordens, spricht der Herr, damit sie kommen und jeder seinen Thron aufstellt vor den Toren Jerusalems und gegen alle seine Mauern ringsum und gegen alle Städte Judas.“
[40:12] Später im Buch Jeremia wird dann diese Prophezeiung sehr deutlich ausgesprochen in Jeremia 25 und dort Vers 9. Das heißt es: „Siehe, so sende ich nach allen Geschlechtern des Nordens und hole sie herbei und sende zu meinem Knecht Nebukadnezar, dem König von Babel, und lasse sie kommen über dieses Land, über seine Bewohner, über alle diese Völker ringsum, und ich will sie dem Band preisgeben und sie zum Entsetzen und zum Gespött und zum ewigen Trümmerhaufen machen.“
[40:40] Als Jeremia berufen wird, werden ihm zwei grundsätzliche Gedanken gezeigt. Das eine ist, dass das Wort Gottes sich erfüllen wird. Der Zweig am Mandelbaum zeigt, dass das Wort Gottes lebendig ist, es ist nicht tot, es ist das wahre Wort, das wahre Wort der Prophetie und natürlich das Wort Gottes ist Jesus Christus. Das heißt, das eine Zentrum, der eine Fokus des Jeremia-Buches ist die Botschaft von dem lebendigen Wort Gottes, dass das sich erfüllen wird, dass das tun wird, wozu es gesandt wird.
[41:09] Der andere Schwerpunkt ist die Botschaft vom Gericht durch Babylon, das kommende Gericht durch den babylonischen König. Das heißt hier, dass sogar ganze Königreiche, alle Geschlechter der Königreiche des Nordens kommen werden. Und das hat seinen historischen Hintergrund darin, dass als Nebuchadnezzar die Babylonier gegen die Assyrer geführt hat, 605, und gegen die Ägypter und dann später nach und nach den ganzen Nahen Osten erobert hat, er nicht nur babylonische Soldaten in seinem Heer hatte, sondern eine ganze Koalition angeführt hat, darunter befanden sich Meder, die nördlich von Babylon leben, im Gebirge des heutigen Iran, die Kimmerer, die noch weiter nördlich aus dem Kaukasus und eigentlich sogar nördlich des Kaukasus kamen und von denen einige glauben, dass sie die Vorfahren der Kelten waren, und die Skyten aus Zentralasien. Es waren tatsächlich die Nordvölker, noch einige andere, die in der babylonischen Armee gekämpft haben und die alle gemeinsam dann Jahre später Jerusalem umzingelt haben. Die Prophezeiung sollte sich wortwörtlich erfüllen.
[42:18] Warum sendet Gott die Babylonier?
[42:23] „Und ich will mein Urteil über sie fällen, wegen all ihrer Bosheit, dass sie mich verlassen haben und anderen Göttern Räucherwerk dargebracht und die Werke ihrer Hände angebetet haben.“ Gott wird richten.
[42:37] Die Botschaft von dem sich erfüllenden Wort Gottes, von der Kraft, die im Wort Gottes ist, und vom Gericht, ist die Botschaft des Jeremias. Und es ist unsere Botschaft, die wir der Welt zu verkündigen haben.
[42:49] Interessant, wie sie heißt, dass sie Gott verlassen haben und dann Götzen nachgelaufen sind. Das erinnert ein wenig an das, was wir nächste Woche studieren werden, in Jeremia Kapitel 2 und dort Vers 13. Dort heißt es: „Denn mein Volk hat eine zweifache Sünde begangen: Mich, die Quelle des lebendigen Wassers, haben sie verlassen, um sich Zisternen zu graben, löchrige Zisternen, die kein Wasser halten.“
[43:15] Jeremia soll an ein Volk sich wenden, das die Quelle des lebendigen Gottes, die Quelle des Wort Gottes vernachlässigt hat, sich abgewendet hat von einer Kenntnis Gottes und sich der Welt zugewandt hat, um von der Welt zu lernen und dabei nur löchrige Zisternen gegraben hat, die kein Wasser halten können. Könnte es sein, dass wir heute auch so eine Jeremia-Botschaft brauchen, dass wir auch in der Gefahr stehen oder vielleicht es schon getan haben, uns von Gott und von der Quelle des Lebens entfernt zu haben, um der Welt hinterher zu rennen und dabei keine echten Segen erlebt haben, nur löchrige Zisternen, die das Wasser nicht halten können?
[43:59] Vers 18, Vers 17: „Du aber gürte deine Lenden, mache dich auf und rede zu ihnen alles, was ich dir gebieten werde. Sei nicht verzagt vor ihnen, damit ich dich nicht vor ihnen verzagt mache.“
[44:14] Dieses Lenden zu gürten ist ein Bild, das wir von Jesus kennen. In Lukas 12 und dort Vers 35, Lukas 12 und dort Vers 35, das heißt: „Eure Lenden sollen umgürtet sein und eure Lichter brennen.“ Petrus erklärt in 1. Petrus 1 und dort Vers 13, 1. Petrus 1 und dort Vers 13: „Darum umgürtet die Lenden eurer Gesinnung. Seid nüchtern und setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch zuteil wird in der Offenbarung Jesu Christi.“
[45:01] Jeremia war aufgerufen worden, sein Denken zu umgürten. Wir wissen aus Epheser 6, was der Gurt bedeutet. Es ist die Wahrheit. Jeremia, so sagt uns Ellen White, war besonders stark darin, für die Wahrheit einzustehen, und das hat ihn gerettet. In all den Jahrzehnten in seinem Dienst, er stand zur Wahrheit und er wusste, die Wahrheit ist das Wort Gottes. Er wusste, Gott ist die Wahrheit. Seine Lenden umgürtet, hat er sich aufgemacht und hat das geredet, was Gott ihm gesagt hat.
[45:35] Dann hat Gott gesagt: Solange du die Wahrheit predigst, hast du Gottes besonderen Schutz. Aber wenn du verzagt bist und nicht das sagst, was Gott dir aufgetragen hat, dann wirst du selbst verzagt gemacht werden. Wenn wir die ganze Wahrheit predigen, können wir uns auch des ganzen Schutzes Gottes sicher sein.
[45:55] Der Schluss von Kapitel 1 endet mit diesen Worten. Jeremia 1, Vers 18 und 19: „Siehe, ich mache dich heute zu einer festen Stadt und zu einer eisernen Säule und zu einer ehrenden Mauer gegen das ganze Land, gegen die Könige von Juda, gegen ihre Fürsten, gegen ihre Priester und gegen das Volk des Landes. Sie werden zwar gegen dich kämpfen, aber sie werden dich nicht überwältigen, denn ich bin mit dir, so spricht der Herr, um dich zu erretten.“
[46:23] Es ist interessant, dass dieser Jeremia prophezeit hat, dass Jerusalem eingenommen werden sollte. Jerusalem, so heißt es in seinen eigenen Klageliedern, in Klagelieder 4, Vers 12, galt als uneinnehmbar. Kein König der damaligen Zeit hatte ernsthaft damit gerechnet, Jerusalem einnehmen zu können. Aber Jerusalem, das auf einem hohen Berg lag und militärisch unannehmbar war, würde fallen, während Jeremia, der kleine, junge Mann, der Priester, der später ein bisschen älter wurde natürlich, er würde standhaft stehen bleiben. Jerusalem fiel, Jeremia stand, wie eine feste, uneinnehmbare Stadt.
[47:11] Warum? Weil er sein Denken mit der Wahrheit umgürtet hatte. Gott hat ihm kein leichtes Leben prophezeit. Der Dienst im Werk Gottes war voller Schwierigkeiten und Gefahren. Aber was Gott ihm versprochen hatte, war der Sieg, wenn er festhalten würde an Gott. Und genau das ist das, was Gott uns heute verheißt. Er hat uns berufen, er hat uns alle berufen, die dreifache Engelsbotschaft zu predigen, egal ob auf unserer Arbeit oder als Vollzeitmissionar. Und uns allen sagt er, dass es Schwierigkeiten geben wird. Es wird Schwierigkeiten in der Familie geben, es wird Schwierigkeiten in der Gemeinde geben, es wird Schwierigkeiten von außen geben. So viele Schwierigkeiten. Gott hat nicht verheißen, dass wir als Missionare für ihn keine Schwierigkeiten haben. Wenn wir die Botschaft vom Evangelium und vom Gericht predigen, werden wir auf Schwierigkeiten stoßen. Aber Gott kann uns zu einer festen Mauer, zu einer uneinnehmbaren Stadt machen.
[48:04] Warum? Weil er uns den Sieg schenkt. Im 1. Korinther 5, 10, der letzte Vers für heute, im 1. Korinther 5, 10 und dort Vers 57 lesen wir: „Gott aber sei Dank, der uns den Sieg gibt durch unseren Herrn Jesus Christus.“
[48:24] Liebe Freunde, liebe Freundinnen, Jesus schenkt dir den Sieg. Und in diesem Sieg darfst du vorwärts gehen und darfst all das sagen, was Gott dir aufgetragen hat, und zwar zu allen Menschen, zu denen Gott dich sendet. Und so wie er mir, darfst du ein Typus, ein Vorbild sein auf Jesus, ein Bild, von dem andere Menschen sehen können, wie Jesus war. Möchtest du dir vornehmen, deine Berufung, was auch immer sie im Einzelnen ist, anzunehmen und in der Kraft Gottes seinen Sieg in Anspruch zu nehmen, um die Botschaft vom Evangelium und vom Gericht allen Völkern, allen Nationen, allen Stämmen und allen Sprachen zu verkündigen? Gott segne deine Entscheidung.
[49:15] Nächste Woche wollen wir uns dann mit dem nächsten Kapitel in Jeremia beschäftigen, wollen uns anschauen, was war die Situation im Volk Gottes zur Zeit von Jeremia. Und ich denke, wir werden viele interessante Details da lernen können. Bis dann wünsche ich euch Gottes Segen und viel Freude im Studium, insbesondere des Buches Jeremia. Gott sei mit euch. Amen.