[0:00] Hallo und herzlich willkommen zur Cannstatt Study Hour hier auf www.joelmedia.tv.de. Ein herzliches Willkommen auch allen Zuschauern auf Amazing Discoveries. Schön, dass ihr wieder eingeschaltet habt zu unserem Studium des Buches Jeremia, heute mit der zweiten Folge. Wir möchten uns schwerpunktmäßig mit dem zweiten Kapitel beschäftigen. Wir bereiten uns damit vor auf das Bibelgespräch am 10. Oktober 2015 und die Thematik lautet: Die Krise, drinnen wie draußen.
[0:54] Ohne zu viel zu warten, können wir sehen, dass die Krise, die Jeremia anspricht, vor allem eine Krise drinnen gewesen ist. Ich denke, es ist ein Thema, das an Aktualität nichts eingebüßt hat, sondern besondere Brisanz in unserer Zeit hat, und wir möchten uns dem ganz ausführlich widmen. Bevor wir das aber tun, möchten wir, wie es unsere Gewohnheit ist, Gott bitten, dass er in unserer Mitte ist und unsere Gedanken führt und leitet. Du bist herzlich eingeladen, liebe Freunde, liebe Freundinnen, auch mit uns zu beten.
[1:24] Lieber Vater im Himmel, wir möchten dir von ganzem Herzen Dank sagen für die Gelegenheit, dein Wort zu studieren. Und wir möchten dich bitten, dass du jetzt zu uns sprichst durch deinen Heiligen Geist und dass dein Wort Frucht in uns bringt. Bitte gib, dass wir erkennen, was Jeremia uns heute zu sagen hat und dass wir dadurch verändert werden und näher zu dir gezogen werden. Im Namen Jesu beten wir dies. Amen.
[1:47] Jeremia, Kapitel 2 und dort ab Vers 1. Es heißt hier: „Und das Wort des Herrn erging an mich folgendermaßen.“ Diese Einleitungsworte haben wir bereits in Kapitel 1, Vers 4 und in Kapitel 1, Vers 11 gefunden. Eine typische Einleitungsformel, die Jeremia immer wieder verwendet. „Geh hin und rufe in die Ohren Jerusalems und sprich: So spricht der Herr: Ich denke noch an die Zuneigung deiner Jugendzeit, an deine bräutliche Liebe, als du mir nachgezogen bist in der Wüste, in einem Land ohne Ausland.“ Hier haben wir eine Botschaft an Israel, an Jerusalem. Und diese Bildsprache, „rufe in die Ohren“, macht deutlich, dass wahrscheinlich die Aufnahmebereitschaft nicht allzu groß ist. Jeremia soll bildlich gesprochen zu den Ohren Jerusalems gehen und hineinrufen, das, was Gott zu sagen hat. Die Botschaft muss mit großer Klarheit und Deutlichkeit verkündigt werden, denn das Volk befindet sich auf Abwegen.
[2:57] Und Gott erinnert sich an die Vergangenheit, erinnert sich an die Jugendzeit. Nun, welche Jugendzeit ist hier gemeint? Schauen wir mal gemeinsam in Hosea, Kapitel 2, Vers 15. Wir werden heute einige Bibeltexte aufschlagen, um Jeremia 2 etwas auszuleuchten. Hosea 2 und dort Vers 16 und 17. „Darum siehe, ich will sie locken, in die Wüste führen und ihr zu Herzen reden. Und ich will ihr von dort aus ihre Weinberge wiedergeben und ihr das Tal Achor in der Tür der Hoffnung machen, dass sie dort singen soll wie in den Tagen ihrer Jugend und wie an dem Tag, als sie aus dem Land Ägypten zog.“ Die Jugendzeit Israels wird hier beschrieben als die Zeit, als Israel aus Ägypten auszog. Deswegen der Hinweis in Jeremia 2: „Ich erinnere mich an die Zeit, als du mir nachgezogen bist in der Wüste.“
[3:58] Nun, Hesekiel hat eine ähnliche Stelle mit ähnlichen Worten in Hesekiel 16 und dort Vers 8. Hesekiel 16 und dort Vers 8. Das heißt dort: „Als ich an dir nun vorüberging und ich sah, siehe, da war deine Zeit, da die Zeit der Liebe. Da breitete ich meine Decke über dich und bedeckte deine Blöße. Ich schwor dir auch und machte einen Bund mit dir, spricht Gott der Herr, und du wurdest mein.“ Diese Jugendzeit, diese Zeit, als Israel aus Ägypten ausgezogen war, war die Zeit, wo Gott das Volk zu seinem Volk machte, wo er einen Bund mit ihnen schloss. Und diese Zeit, an die erinnert sich Gott mit großer Wehmut.
[4:46] Heute gibt es ja manchmal so diese Idee, wie schön war doch die Zeit der Pioniere. Und wir erinnern uns wehmütig an diese Zeit und dann gibt es diejenigen, die sagen: „Nein, nein, das sollten wir nicht tun. Jede Zeit hat ihre eigenen Probleme und ihre eigenen Schwierigkeiten und das ist alles nur Romantisieren.“ Aber es ist schon interessant, dass Gott sich hier wehmütig an die Zeit der Pioniere Israels zurückerinnert. Und das, obwohl er ja weiß, dass auch damals so manches schief lief. Aber als er zurückdenkt an die Zeit, als Israel noch durch die Wüste ging, dann sagt er: „Da war das noch bräutliche Liebe im Vergleich zu dem, was jetzt ist.“ Könnte es sein, dass Gott heute auch ähnliches denkt, dass er, wenn er zurückdenkt an die Zeit der Pioniere, er weiß, dass dort vieles schief lief und vieles kaputt war und vieles nicht so war, wie es hätte sein sollen. Aber im Vergleich zu heute, das Ganze, wie bräutliche Liebe aussieht.
[5:48] Im Rückblick sagt Gott über Israel damals, Jeremia 2, Vers 3: „Israel war damals dem Herrn geheiligt, der Erstling seines Ertrages. Alle, die es verzehren wollten, machten sich schuldig.“ Dieses Geheiligtsein kommt zum Ausdruck in 2. Mose 19 und dort Vers 5 und 6, als Gott damals einen Bund mit dem jugendlichen Volk Israel schloss. Da heißt es in Vers 5 und 6: „Wenn ihr nun wirklich meiner Stimme Gehör schenken und gehorchen werdet und meinen Bund bewahrt, so sollt ihr von allen Völkern mein besonderes Eigentum sein. Denn die ganze Erde gehört mir, ihr aber solltet ein Königreich von Priestern und ein heiliges Volk sein.“ Das sind die Worte, die du den Kindern Israels sagen solltest. Die Kinder Israels sollten ein besonderes, ein heiliges Volk sein, weil sie mit Gott in einem besonderen Bund standen.
[6:39] Daran erinnert sich Gott. In 5. Mose 7, Vers 6 heißt es, 5. Mose 7, Vers 6, auch das ist ja noch aus jener Zeit: „Denn ein heiliges Volk bist du für den Herrn, dein Gott. Dich hat der Herr, dein Gott, aus allen Völkern erwählt, die auf Erden sind, damit du ein Volk des Eigentums für ihn seist.“ Gott erinnert sich daran, dass Israel einmal auserwählt worden war, ein besonderes, ein Eigentumsvolk, ein heiliges Volk zu sein.
[7:06] Nun die Frage ist, warum hat Gott diesen besonderen Bund mit Israel geschlossen? Was hat Israel so heilig gemacht? Sie hatten ja nicht wirklich bessere Charaktere als die Ägypter oder die Amalekiter. Den Hinweis finden wir dazu, wenn wir über die Erstlingsfrucht nachdenken. Jeremia 2 spricht davon, dass Israel der Erstling seines Ertrages war. Schauen wir mal in Jakobus, Kapitel 1 und dort Vers 18, um diesen Gedanken etwas zu vertiefen. Jakobus, Kapitel 1 und dort Vers 18: „Nach seinem Willen hat er uns gezeugt durch das Wort der Wahrheit, damit wir gleichsam Erstlinge seiner Schöpfung sein.“ Erstlinge sind diejenigen, die durch das Wort der Wahrheit gezeugt worden sind. Was hat Israel besonders gemacht? Es war das biblische Wort der Wahrheit. Es war die Prophetie. Es war die Heiligtumsbotschaft. Es war die Botschaft des Evangeliums, die ihnen anvertraut worden war, die sie zu einem heiligen Volk gemacht hat.
[8:13] Das ist auch das, was Paulus in seinem Römerbrief sagt, in Römer 3, wo er sagt: „Der Vorzug der Juden bestand im Wesentlichen darin, dass ihnen die Aussprüche Gottes anvertraut worden sind.“ In ähnlicher Weise dürfen auch wir heute sagen, dass wenn uns die Dreieinigkeitsbotschaft, die letzte Warnungsbotschaft an die Welt anvertraut worden ist, dass wir ein besonderes, ein heiliges Volk für Gott sind. Und Gott erinnert sich daran.
[8:38] Er sagt ja auch in Jeremia 2, Vers 3: „Alle, die es verzehren wollten, machten sich schuldig.“ Wir denken nur dann an Ägypten. Wir denken an die Amalekiter, die versucht haben, in der Wüste das Volk anzugreifen. Und jedes Mal hat Gott durch Siege deutlich gemacht, dass niemand seine Auserwählten antasten sollte. Die Midianiter und die Moabiter haben es versucht mit Trickserei, mit Verfluchung. Auch das hat nicht funktioniert.
[9:07] Vers 4: „Hört das Wort des Herrn, ihr vom Haus Jakob und alle Geschlechter des Hauses Israel.“ Hier wird eine Botschaft ganz bewusst an das Volk Israel gerichtet. Und wenn wir es übertragen auf unsere Zeit, ist es eine Botschaft direkt an uns.
[9:22] Vers 5: „So spricht der Herr: Was haben eure Väter denn Unrecht an mir gefunden, dass sie sich von mir entfernt haben und dem Nichtigen nachgegangen und zunichte geworden sind?“ Der Abfall war nicht erst eine neue Modeerscheinung. Der Abfall war etwas, was es schon seit Generationen gab. Gott fragt die Generation von Jeremia: „Warum sind eure Väter von mir abgefallen?“ Abfall entsteht nicht über Nacht. Über viele Jahrzehnte, Jahrhunderte hat sich der Abfall immer mehr eingeschlichen und vertieft. Es gab Höhen und Tiefen, aber generell ging es mehr ab als auf im Volk Israel. Und Gott stellt diese Frage: „Was gibt es eigentlich an mir auszusetzen? Was ist der Grund, warum er mich ständig verlässt?“
[10:07] Diese Frage wird auch bei anderen Propheten thematisiert, zum Beispiel Jesaja 5. Und dort Vers 3 und 4, Jesaja 5, Vers 3 und 4, wo Gott die Bürger von Jerusalem und von Juda anspricht. Er sagt: „Nun, ihr Bürger von Jerusalem und ihr Männer von Juda, sprecht Recht zwischen mir und meinem Weinberg. Was konnte man an meinem Weinberg noch weiter tun, das ich nicht getan habe? Warum hoffte ich, dass er gute Trauben brächte, aber er trug nur schlechte?“ Gott stellt die Frage: Gibt es irgendetwas, was ich hätte tun können und ich habe es versäumt? Irgendeine Segnung, irgendeine gute Sache, irgendeine Hilfe, eine Stärkung, eine Ermutigung, ein Trost, eine Verheißung. Gibt es irgendetwas, was ich hätte tun können und ich habe es nicht getan?
[10:53] Micha 6, gleiche Zeit wie Jesaja, Micha 6 und dort Vers 3: „Mein Volk, was habe ich dir angetan und womit habe ich dich beleidigt? Lege Zeugnis ab gegen mich.“ Gott lädt sein Volk ein und sagt: Gibt es irgendetwas, was ich Böses an dir getan habe, wo ich dich beleidigt habe, wo ich dich irgendwie auf den Schlips getreten bin? Gott fragt uns heute, ob er irgendeine Segnung, die möglich gewesen wäre, uns vorenthalten hat. Er fragt uns, ob er uns irgendwie beleidigt hat. Wir sollten uns diese Frage gefallen lassen und darüber nachdenken.
[11:33] Denn die Frage ist doch, warum weichen wir so oft von Gottes Geboten ab? Warum glauben wir Gott so oft nicht, wenn er durch Inspiration, durch die Bibel zu uns spricht, klar und deutlich und wir dann doch einen Weg finden drumherum? Warum glauben wir ihm nicht? Hat er uns irgendetwas Schlechtes getan? Gibt es irgendeinen Grund, ihm nicht zu vertrauen? Stattdessen sagt Jeremia, sind die Menschen dem Nichtigen nachgegangen, dem Götzendienst. Und das hat sie selbst nichtig werden lassen.
[12:06] Das ist ein Gedanke, den Paulus später aufgreift im Römerbrief, in Römer Kapitel 1 und dort Vers 21: „Denn obgleich sie Gott erkannten, hatten sie ihn doch nicht als Gott geehrt und ihm nicht gedankt, sondern sind in ihren Gedanken in nichtigen Wahn verfallen und ihr unverständliches Herz wurde verfinstert.“ Götzendienst macht ein finsteres Herz und degradiert die Menschen. Auch heute noch, wenn wir nicht mehr vor Götzen aus Stein und Gold niederfallen. Götzendienst degradiert.
[12:49] Zurück zu Jeremia und dort Kapitel 2, Vers 6. Jeremia 2 und dort Vers 6. Das heißt: „Sie haben nicht gefragt: Wo ist der Herr, der uns aus dem Land Ägypten herausgeführt, uns durch die Wüste geleitet hat, durch ein wildes und zerklüftetes Land, durch ein dürres und todes Land, durch ein Land, das niemand durchwandert und kein Mensch bewohnt.“ Mit anderen Worten: Niemand hat sich erinnert an die Zeit, als Gott ihnen durch große Schwierigkeiten hindurch geholfen hat. Niemand hat sich erinnert an die Führung und Leitung Gottes in der Vergangenheit.
[13:29] Uns ist ja gesagt worden, wir haben nichts zu befürchten für die Zukunft, es sei denn, wir vergessen, wie Gott uns in der Vergangenheit geführt hat und seine Lehre in unserer vergangenen Geschichte. 5. Mose 8, da hatte Gott schon angekündigt, dass so etwas passieren könnte. 5. Mose 8 und dort Vers 14 bis 16: „Damit du nicht dann dein Herz sich überhebt und du den Herrn, deinen Gott, vergisst, der dich aus dem Land Ägypten herausgeführt hat, aus dem Haus der Knechtschaft, ihn, der dich durch diese große und schreckliche Wüste geleitet hat, wo feurige Schlangen waren und Skorpione und dürres Land ohne Wasser, der dir Wasser aus dem harten Felsen entspringen ließ, der dich in der Wüste mit Manna speiste, von dem deine Väter nichts wussten, um dich zu demütigen und zu prüfen, damit er dir am Ende Gutes tue.“ Gott hatte schon damals den Israeliten gesagt, es könnte passieren, dass ihr all das vergesst. Und in Jeremia sehen wir, es ist eingetreten. All die wunderbaren Führungen durch diese schwierige Erfahrung der Wüstenwanderung, dieses wunderbare Leiten Gottes war vergessen worden.
[14:42] Kannst du dich noch daran erinnern, wie Gott dich aus der Sünde herausgeführt hat, aus der Knechtschaft der Sünde? Kannst du dich erinnern, wie er dich durch die dürren und öden Wüsten deines Lebens herausgeführt hat, wie er dir Wasser aus dem Felsen hat hervorspringen lassen? Erinnerst du dich noch an seine großen Taten der Vergangenheit?
[15:06] Gott sagt in Jeremia 2, Vers 7: „Und ich brachte euch in das fruchtbare Land“ – gemeint ist natürlich das Land Kanaan –, „damit ihr dessen Früchte und Güter genießt.“ Gott wollte, dass es den Menschen gut geht. Ja, der Weg nach Kanaan hat auch ein bisschen Wüste mit sich gebracht. Gottes Plan war ohnehin eine viel kürzere Wüstenwanderung, niemals 40 Jahre. Das hatten die Israeliten sich selbst zuzuschreiben. Gottes Ziel war, dass sie genießen, dass sie Freude haben, dass sie die Früchte hier ernten dürfen.
[15:38] Und dann heißt es: „Und ihr kamt hinein und habt mein Land verunreinigt und mein Erbteil habt ihr zum Gräuel gemacht.“ Gott sagt: Ich schenke euch das Land, ich möchte, dass es euch gut geht, und ihr habt dieses Geschenk verunreinigt, befleckt und kaputt gemacht. Wodurch? In Psalm 106 sehen wir die traurige Wahrheit. Psalm 106 und dort Vers 38 und 39: „Und sie vergossen unschuldiges Blut, das Blut ihrer Söhne und ihrer Töchter, die sie den Götzen Kanaans opferten. Und so wurde das Land durch Blutschuld entweiht, und sie machten sich unrein mit ihren Werken und begingen Hurerei mit ihrem Tun.“ Die Werke, das, was sie getan haben, hat das Geschenk Gottes verunreinigt.
[16:26] Lieber Freund, liebe Freundin, hat Gott dir etwas geschenkt, hat er dich freigemacht, hat er dir einen Sieg geschenkt, und kann es dann nicht manchmal passieren, dass wir durch unsere Taten, durch unser Leben dieses Geschenk Gottes verunreinigen und beflecken, zum Gräuel machen?
[16:49] Und das betraf nicht nur die ungebildeten Schichten des Volkes. Vers 8: „Die Priester fragten nicht: Jeremia 2, Vers 8: „Wo ist der Herr?“ Und die mit dem Gesetz umgingen, erkannten mich nicht. Die Hirten fielen von mir ab, und die Propheten weissagten durch Baal und liefen denen nach, die nicht helfen können.“ Die Priester und die Hirten und die Gesetzesgelehrten und die Propheten – allesamt im Abfall. Hier im Sendemanuskript, das ihr unter dem Video findet, haben wir noch einige Stellen in Jeremia aufgeschrieben, wo die einzelnen Gruppen, die aufgezählt werden, allesamt gesondert angesprochen werden. Die Krise des Volkes Israels war auch eine Krise der Theologen, es war eine Krise der geistlichen Leiter, es war eine Krise von oben, die es nach unten hindurchsetzte.
[17:42] Vers 9: „Gott sagt: Darum will ich weiter mit euch rechten, spricht der Herr, und auch mit euren Kindeskindern will ich rechnen.“ Und was bedeutet dieses Rechten? Schauen wir mal zwei Stellen an, die das deutlich machen. In Micha Kapitel 6 und dort Vers 2 heißt es: „Hört doch, ihr Berge, den Rechtsstreit des Herrn und achtet darauf, ihr unwandelbaren Grundfesten der Erde, denn der Herr hat einen Rechtsstreit mit seinem Volk und mit Israel will er sich auseinandersetzen.“ Gott hat eine Auseinandersetzung mit seinem Volk, er hat einen Rechtsstreit, er will mit ihnen rechten.
[18:22] Die andere Bibelstelle findet sich in Jesaja Kapitel 1 und dort Vers 18. Dort sagt er: „Kommt doch, wir wollen miteinander rechten.“ Dieser Gerichtsstreit, diese Rechtsauseinandersetzung hat eine sehr positive Seite, wenn man sie versteht. „Kommt doch, wir wollen miteinander rechten, spricht der Herr. Wenn eure Sünden wie Scharlach sind, sollen sie weiß werden wie der Schnee. Wenn sie rot sind wie Karmesin, sollen sie weiß wie Wolle werden.“ Im Gericht Gottes ist es möglich, gerecht gemacht zu werden, wenn man zu Gott kommt.
[19:04] Jesaja 3, Vers 13: „Der Herr tritt auf, um zu rechten, und er steht da, um die Völker zu richten.“ Also, wenn Gott sagt: „Ich will mit euch rechten“, heißt das, ich werde mit euch ins Gericht gehen. Aber dieses Gericht ist nicht einfach ein Draufhau-Gericht. Dieses Gericht ist die Einladung, die Sünden reingewaschen zu bekommen, die blutrote Sünde, dass sie wieder weiß wird, wenn man sich dann zum Herrn bekehrt.
[19:32] Jeremia 2, Vers 10: Gott hat eine wirklich eindringliche Aussage hier, die fast wie eine Ohrfeige in das Gesicht der Israeliten klatscht. Vers 10: „Fahrt doch hinüber zu den Inseln der Kitäer und schaut und sendet nach Kedar und erkundigt euch und genau und seht, ob es dort so zugeht.“ Nun, wer waren die Kitäer? Kitäer waren die Menschen in Kittim, und Kittim, so sagt uns 1. Mose 10 und dort Vers 4 und 5. 1. Mose 10 und dort Vers 4 und 5: „Dort heißt es: Und die Söhne Javans: Elisha, Tarsis, die Kitäer und die Dodanim. Von diesen haben sie sich auf die Gebiete der Heiden verteilt, ihre Länder, jeder nach seiner Sprache, ihre Völkerschaften, jeder nach seiner Sippe.“ Die Kitäer waren Nachkommen Javans, und Javans ist der Vater Griechenlands. In Daniel 11, Vers 30, schlagen wir jetzt nicht auf, aber könnt ihr nachlesen, da wird von den Schiffen Kittims gesprochen. Das war offensichtlich eine Seefahrernation. Das müssen Bewohner der Inseln oder zumindest Mittelmeerbewohner gewesen sein, dort im griechischen Raum.
[20:51] Wer war Kedar? 1. Mose 25 und dort Vers 13. 1. Mose 25 und dort Vers 13: „Und dies sind die Namen der Söhne Ismaels, nach denen ihre Geschlechter genannt sind: Der erstgeborene Ismaels, Nebajot, dann Kedar und Adbeel und Mibsam.“ In Hiob 1, Vers 5 können wir auch einfach notieren hier, da ist von den Zelten Kedars die Rede, also es waren Nomaden, die in Zelten gelebt haben. Und allgemein nennt man an, dass es sich hierbei um Araber gehandelt hat.
[21:36] Also Gott sagt: Geht, fahrt zu den Griechen, fahrt zu denen, die im Mittelmeer wohnen, auf den Inseln und an den Küsten des Mittelmeeres, und fragt dort nach, wie es in Religionsfragen zugeht. Geht in die Wüste, geht in den Süden, geht nach Arabien, geht dort in die Weiten der Wüste und fragt die Nomaden, die Araber, wie es bei ihnen bezüglich der Religion zugeht.
[21:56] Und dann sagt er in Jeremia 2, Vers 11: „Hat je ein Heidenvolk die Götter gewechselt, die doch nicht einmal Götter sind?“ Er sagt mit anderen Worten: Ihr könnt zu den Griechen gehen, ihr könnt zu den Babyloniern gehen, ihr könnt zu den Ägyptern gehen, zu den Arabern gehen. Überall werden die Menschen ihre Götter hochheilig halten. Sie würden gar nicht auf die Idee kommen, ihre Götter zu wechseln. Kein Grieche kam auf die Idee, plötzlich arabische Götter anzubeten. Kein Babylonier kam plötzlich auf die Idee, die Götter Babylons wegzuschmeißen und stattdessen die ägyptischen Götter anzubeten. Obwohl religionswissenschaftlich können wir natürlich sagen, dass viele dieser Götter eine gemeinsame Quelle haben, ideengeschichtlich. Aber der Punkt ist der: Die Heiden waren treu zu ihren Götzen, die überhaupt gar keine Götter waren.
[22:40] Aber dann sagt Gott: „Mein Volk hat seine Herrlichkeit vertauscht gegen das, was nicht hilft.“ Wie blamabel ist es, dass Gott seinem Volk sagen muss, seinem Volk, das die Bibel in der Hand hält, dass die Heiden mit ihrer nicht wissenden Bibel treuer zu ihrem Irrtum stehen als das Volk Israel zur Wahrheit. Sie haben die Herrlichkeit Gottes vertauscht.
[23:06] Psalm 106, Vers 20 spricht diesen Gedanken sehr präzise aus. Psalm 106 und dort Vers 20: „Sie vertauschten den, der ihre Herrlichkeit war, gegen das Abbild eines Stiers, der Gras frisst.“ Natürlich eine poetische Darstellung des Tanzes um das Goldene Kalb. Innerhalb von wenigen Wochen waren sie bereit, die Herrlichkeit Gottes, der zu ihnen gesprochen hatte, vom Berg in einer hörbaren Stimme – wann hat jemals irgendein Babylonier, irgendein Araber, irgendein Grieche, irgendein Ägypter seinen Gott reden hören? Die Israeliten hatten Gott reden hören. Sie hatten gesehen, wie das Wasser sich teilt, sie hatten Wasser aus dem Felsen bekommen. Innerhalb von wenigen Wochen waren sie bereit, diese Herrlichkeit einzutauschen gegen ein Bild von einem Gras fressenden Ochsen.
[24:11] Kein Wunder, dass Gott sagt in Jeremia 2, Vers 12: „Entsetzt euch darüber, ihr Himmel, und schaudert, werdet schreckensstarr. Spricht der Herr.“ Was für ein Entsetzen ist im Himmel, wenn Menschen, die Gottes Wahrheit kennen, die dreifach Engelsbotschaft verstanden haben und dann Gott den Rücken kehren. Für die sogenannten Freuden der Welt, die gar keine Freude bringen. Für die irrleeren anderen Kirchen, die die Bibel Babylon nennt, oder aus irgendwelchen anderen Gründen. Der Himmel ist schreckensstarr, wenn er sieht, wie Gottes Volk, das ein heiliges Volk sein sollte, sich plötzlich mit Dingen einlässt, vor denen Gott gewarnt hat.
[25:07] Vers 13: „Denn mein Volk hat eine zweifache Sünde begangen: Mich, die Quelle des lebendigen Wassers, haben sie verlassen, um sich Zisternen zu graben, löchrige Zisternen, die kein Wasser halten.“ Das Volk wusste, dass sie Wasser brauchen, aber sie wollten das Wasser nicht aus der Quelle haben, aus der Quelle des lebendigen Wassers. Die Frage ist, wer ist diese Quelle? Wer spricht hier? Wer sagt: „Mich, die Quelle des lebendigen Wassers, haben sie verlassen?“ Jesus sagt in Johannes 4, Vers 14, zu der Samariterin am Jakobsbrunnen: Johannes 4, Vers 14: „Wer aber von dem Wasser trinkt, das ich ihm geben werde, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, wird in ihm zu einer Quelle von Wasser werden, das bis ins ewige Leben quillt.“ Jesus ist die Quelle des lebendigen Wassers. Er sagt in Johannes 7 und dort Vers 37 und 38: „Am großen Tag des Festes stand Jesus auf, rief und sprach: Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke. Wer an mich glaubt, wie die Schrift gesagt hat, aus seinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“
[26:14] Die Quelle des lebendigen Wassers war Christus in der Schrift. Der biblische Jesus, der in den Prophezeiungen der Propheten vorhergesagt war, der in den Typen des Heiligtumsdienstes angedeutet war, der mit seinen Verheißungen all die biblischen Bücher des Alten Testaments durchdrungen hatte. Dieser Jesus war die Quelle des lebendigen Wassers, und diese Quelle hatte Israel verlassen. Stattdessen hatten sie sich Brunnen ausgehauen, Zisternen, die kein Wasser halten konnten.
[26:47] Interessanterweise spricht auch das Neue Testament von solchen Brunnen, die das Wasser nicht halten. In 2. Petrus 2 und dort Vers 17 spricht Petrus von Verführern, von Irrlehrern, die Schaden anrichten. Das heißt es in Vers 17: „Diese Leute sind Brunnen ohne Wasser, Wolken vom Sturm wird getrieben, und ihnen ist das Dunkel, das Finsternis, aufbehalten in Ewigkeit. Denn mit hochfahrenden leeren Reden locken sie durch ausschreifende fleischliche Lüste diejenigen an, die doch in Wirklichkeit weggeflohen waren von denen, die in die Irre gehen.“ Hier sind Verführer gemeint, die durch ihr Reden Menschen in die Irre treiben. Das sind Brunnen ohne Wasser. Israel hatte sich von Christus in der Schrift entfernt und hatte sich Irrlehrern zugewandt.
[27:50] Könnte es möglich sein, dass so etwas auch heute noch passiert? Dass wir den biblischen Jesus, wie er sich im Heiligtumsdienst, in der Prophetie, im Alten und Neuen Testament zeigt, dass wir ihn beiseite schieben und uns anderen Ideen, anderen Lehren zuwenden, die von außen hineindringen?
[28:16] Gott stellt in Jeremia 2 und dort Vers 14 eine interessante Frage: „Ist denn Israel ein Knecht oder unfrei geboren? Warum ist es zur Beute geworden?“ Als Jeremia spricht, da gab es noch einen Teil Israels, der war frei, zumindest politisch. Aber in Gottes Augen waren sie schon längst zur Beute geworden. Ein Hinweis darauf, dass hier die Knechtschaft eine Knechtschaft der Sünde ist. So wie Jesus sagt in Johannes 8, Vers 34: „Jeder, der die Sünde tut, ist ein Knecht der Sünde.“ Israel war ein freies Israel. Gott hatte dem Pharao gesagt: „Lass meinen Sohn ziehen, meinen erstgeborenen Sohn Israel.“ Und er fragt: „Ist Israel ein Knecht? Israel ist doch gar nicht als Knecht gedacht. Israel ist doch frei. Israel ist doch frei gemacht. Israel ist doch der Sohn Gottes im übertragenen Sinne.“ Warum ist es zur Beute geworden?
[29:18] Könnte sein, dass Gott auch heute die Frage stellt: Sie sind doch frei, ich habe sie doch erlöst. Sie sind doch Kinder der Freiheit. Der Heilige Geist soll doch auf ihnen sein, und wo der Geist ist, da ist Freiheit. Warum sind sie dann in der Sklaverei? Sklaverei zum Zweifel, in der Sklaverei zu bösen, schlechten Gedanken, schlechten Gewohnheiten? Warum sind sie nicht frei?
[29:41] Vers 15: „Junge Löwen brüllen es an mit lautem Gebrüll und machen sein Land zur Wüste, seine Städte zu Brandstätten, die niemand bewohnt.“ Diese Löwen, könnt ihr nachlesen in Jeremia 50, Vers 17, sind die Könige von Assyrien und Babylon gewesen, die Israel von Norden her bedroht hatten.
[29:52] Vers 16: „Auch weiden dir die Sünde von Nob und Tachpanches den Scheitel ab.“ Und hier wird uns gesagt, dass Nob, die ägyptische Form für Memphis, die Hauptstadt von Unterägypten, des Tachpanches, war eine Grenzfestung im Osten Ägyptens. Und demzufolge ist also Ägypten hier gemeint. Die großen Mächte der damaligen Zeit wollten Israel zermalmen und trotzdem hat Israel sich eher ihnen zugewandt als Gott. Was für eine törichte Entscheidung, sich dem Feind in die Arme werfen zu wollen. So oft tun wir das, wenn wir sündigen. Wir werfen uns dem Feind in die Arme. Gott warnt davor.
[30:30] Vers 18: „Und nun, was soll dir die Reise nach Ägypten helfen, um die Wasser des Nils zu trinken? Oder was soll dir die Reise nach Assyrien helfen, um die Wasser des Euphrats zu trinken?“ Die Israeliten glaubten, ihre Probleme lösen zu können, indem sie sich mit den Babyloniern – Verzeihung – mit den Assyrern verbinden würden oder mit den Ägyptern verbinden würden.
[30:52] Liebe Freunde, liebe Freundinnen, Probleme in der Gemeinde, Probleme im Volk Gottes lassen sich nicht durch Bündnisse mit anderen Kirchen lösen. Sie lassen sich nicht durch politische Entscheidungen und kluge Schachzüge lösen. Probleme in der Gemeinde Gottes, Probleme im Volk Gottes lassen sich allein durch eine Umkehr, eine Bekehrung hin zu Christus.
[31:21] Vers 19: „Deine Bosheit straft dich und deine Abtrünnigkeit züchtigt dich. Erkenne doch und sieh, wie schlimm und bitter es ist, dass du den Herrn, deinen Gott, verlassen hast und dass keine Furcht vor mir in dir ist, spricht der Herr, der Herrscher.“ Die Botschaft: Fürchte Gott, findet kein Ausleben im Volk Israel. Ihre eigene Bosheit straft sie. Das ist ein Thema, das wir in den Sprüchen immer wieder finden. Sprüche 1, Vers 31 zum Beispiel: „Darum sollen sie von der Frucht ihres eigenen Weges essen und von ihren eigenen Ratschlägen genug bekommen. Es wird ihre eigene Weisheit sein, die sie verdirbt.“
[32:00] Vers 20: Jeremia 2, Vers 20: „Denn vor langer Zeit habe ich dein Joch zerbrochen und deine Bande zerrissen, aber du hast gesagt: Ich will nicht dienen. Ja, du hast dich auf allen hohen Hügeln und unter allen grünen Bäumen als Hure hingestreckt.“ Die hohen Hügel, das waren die Hügel, auf denen die Israeliten ihre Götzen anbeteten, und Gott beschreibt das als Hurerei. In der Offenbarung wird auch von Hurerei gesprochen, wo all die verschiedenen abgefallenen Kirchen mit dem Staat sich verbünden. Lasst uns nicht daran teilhaben, an der Hurerei.
[32:50] Vers 21: „Und doch hatte ich dich gepflanzt als eine Edelrebe von ganz echtem Samen. Wie hast du dich mir verwandeln können? In wilde Ranken eines fremden Weinstocks.“ Dies ist ein Bild, das aus Jesaja 5, Vers 1. Da heißt es: „Ich will doch singen von meinem Geliebten, ein Lied meines Freundes von seinem Weinberg. Mein Geliebter hatte einen Weinberg auf einem fruchtbaren Hügel, und er grub ihn um und säuberte ihn von Steinen und bepflanzte ihn mit edlen Reben. Mitten darin baute er einen Turm und tief auch eine Kelter darin aus, und er hoffte, dass er gute Trauben brächte.“ Jemand hat alles investiert in diesen Weinberg und hat den besten Samen angesehen und hat eine Kelter gebaut, einen Turm gebaut, eine Mauer, hat alles getan und hoffte auf gute Frucht. Gott hatte alles investiert in dieses Volk und deswegen hofft er auf gute Frucht. Gott hat alles investiert in dieses Volk, das Volk der Endzeit, und er hofft auf gute Frucht. Lass es nicht zu, dass gesagt werden muss im Vers 2, 3 und 4: „Aber er trug schlechte. Nun, ihr Bürger von Jerusalem und ihr Männer von Juda, sprecht recht zwischen mir und meinem Weinberg. Was konnte man an meinem Weinberg noch weiter tun, das ich nicht getan habe? Warum hoffte ich, dass er gute Trauben brächte, aber er trug nur schlechte?“
[34:26] Gott hatte echten Samen gesehen. Der wahre Same, den Gott sieht, den finden wir in Lukas 8, Vers 11. Das Gleichnis bedeutet dies: „Der Same ist das Wort Gottes.“ Das Volk Israel war gegründet auf dem Wort Gottes, auf den Verheißungen, die Abraham und Isaak und Jakob gegeben worden waren, auf dem Gesetz Gottes, das dem Mose gegeben war, auf dem Heiligtumsdienst und auf dem ganzen Fundament des Wortes Gottes. Christus, das Wort Gottes, war das Zentrum des jüdischen Systems.
[35:00] Gott stellt die Frage: Ich habe doch dieses Volk gegründet auf dem, auf der verändernden Kraft des Wortes Gottes. Wie kann es sein, dass dieses Volk plötzlich sich benimmt, schlimmer als die Kanaaniter und die Babylonier und die Ägypter? 5. Mose 32, im Lied des Mose, sagt Mose, 5. Mose 32, Vers 32: „Denn vom Weinstock Sodoms stammen ihre Reben und von den Fluren Gomorras ihre Beeren sind Giftbeeren, ihre Trauben, ihre Trauben sind bitter.“ Gott hatte guten Samen gesät und doch kamen schlechte Trauben heraus. Das Wort Gottes, dem Wort Gottes wurde es nicht erlaubt, im Leben zu wirken.
[35:41] Was passiert, wenn wir in dieser Gemeinde der Endzeit sind, die auf dem unveränderlichen Wort Gottes, das Kraft hat, gebaut ist, aber wir das Wort Gottes nicht in unser Leben hineinlassen? Dann werden auch wir Früchte hervorbringen, die nach Sodom und Gomorra aussehen und nicht nach dem unveränderlichen Wort Gottes.
[36:11] Jeremia 2, und dort Vers 22: „Denn wenn du dich auch mit Lauge wäschst und viel Seife dazu nimmst, so würde deine Schuld von meinem Angesicht doch schmutzig bleiben, spricht Gott der Herr.“ Egal wie du dich anstrengst, egal wie viel du Aktivität zeigst, du wirst nicht rein werden. Die einzige Möglichkeit, Schmutz zu entfernen, ist, wenn wir unser schmutziges Kleid in das Blut Christi hineintauchen. Dann kommt es weiß hervor.
[36:51] Vers 23: „Wie kannst du sagen: Ich habe mich nicht verunreinigt und bin den Baalen nicht nachgelaufen?“ Mit anderen Worten: Sie leugnen sogar, dass sie das tun. „Schau doch deinen Weg im Tal an, erkenne, was du getan hast, du leichtfüßige Kamele, die kreuz und quer läuft im Tal.“ Dort, so sagt uns Jesaja 57, Vers 5 und 6, dort sind schlimme Dinge passiert. Jesaja 57 und dort Vers 5 und 6: „Ihr erglüht für die Götzen unter jedem grünen Baum, ihr opfert die Kinder in den Bachtälern unter Felsenklüften. Bei den glatten Steinen des Bachtals ist dein Teil, hier ist dein Los. Ihnen hast du auch Dankopfer ausgegossen und Speisopfer dargebracht.“ Sollte ich mich darüber beruhigen? Es waren diesen Tälern, dass die Kinder geopfert wurden. Gott sagt: Schaut doch dahin, was ihr gemacht habt. Warum behauptet ihr, dass alles gut mit euch ist?
[37:41] Könnte es sein, dass wir hier genau dasselbe Phänomen haben, wie Laodizea, die nicht einmal erkennt, wie arm und blind und bloß und elend sie ist? So wie Maleachi, so wie in der Zeit von Maleachi, als das Volk Gottes jedes Mal, wenn Gott etwas sagt, sagt: „Ja, was? Wie genau? Ist das wirklich so?“ Könnte es sein, dass wir in demselben Problem stecken, dass Gottes Warnungsbotschaften an uns abprallen und wir sie als irrelevant und nicht auf unsere Zeit zugehörig betrachten, weil wir sagen: „Ist doch alles wunderbar.“ Wenn Gott durch die Prophetie, wenn Gott durch seinen Geist Weisungen zu uns spricht, wir sagen: „Das betrifft uns nicht, bei uns ist alles wunderbar.“ Sage bloß nicht, dass wir abgefallen sind. Das Volk Israel war in dieser tödlichen Verführung.
[38:32] Vers 24: „Die Wildeselin, welche die Wüste bewohnt, ist sie in der Begierde ihre Luft nach Luft schnappt, ihre Lust. Wer kann sie aufhalten in ihrer Brunst? Alle, die sie suchen, brauchen sie nicht abzumühen. In ihrem Monat finden sie sie.“ Vers 25: „Bewahre deinen Fuß vor dem Barfußgehen und deine Kehle vor dem Durst.“ Das wäre nämlich die Konsequenz des Abfalls. 5. Mose 28, Vers 48 hatte angekündigt, dass, wenn sie sich den Heiden zuwenden würden, die Heiden sich ihnen zuwenden würden, aber nicht, um ihnen Gutes zu tun, sondern um sie gefangen zu nehmen. Und das würde dann bittere Konsequenzen haben.
[39:10] 5. Mose 28, Vers 48. Wir lesen auf Vers 47: „Dafür, dass du dem Herrn, deinem Gott, nicht gedient hast mit fröhlichem und bereitwilligem Herzen, als du an allem Überfluss hattest, musst du deinen Feinden, die dir der Herr gegen dich senden wird, dienen in Hunger und Durst, in Blöße und in Mangel an allem. Und er wird ein eisernes Joch auf deinen Hals legen, bis er dich vertilgt hat.“ Gott sagt: Lass es nicht so weit kommen. Bewahre deinen Fuß vor dem Barfußgehen, bewahre deine Kehle vor dem Durst. Noch kannst du umkehren.
[39:44] Aber du sprichst, Jeremia 2, Vers 25: „Nein, da wird nichts draus, denn ich liebe die Fremden und ich will ihnen nachlaufen.“ Gott warnt sein Volk, und das Volk sagt: „Nein, nein, nein, nein, wir lieben aber das. Wir möchten es, und das ist unser Wunsch, und du musst das akzeptieren.“ Wenn Gott uns heute warnt vor bestimmter Musik und wir sagen: „Nein, wir lieben aber die Musik, wir wollen sie gerne im Gottesdienst haben.“ Wenn Gott uns warnt vor theatralischen Sachen, vor Filmen und solchen Dingen, wir sagen: „Nein, nein, wir lieben es, aber wir wollen es uns gerne anschauen.“ Wenn Gott uns warnt vor falschen akademischen Ideen, falschen theologischen Konzepten, aber wir sagen: „Nein, wir lieben aber diese ganze akademische Ausbildung und wir wollen uns mit diesen Konzepten auseinandersetzen und wir wollen das auch reflektieren in unserem eigenen Glaubensbekenntnis“, dann kann Gott irgendwann nichts mehr tun, wenn wir seine Ratschläge in den Wind schlagen, weil wir das Fremde lieben. Gott, Israel, liebt nicht Gott, sondern das Fremde.
[40:42] Vers 26: „Wie ein Dieb sich schämen muss, wenn er ertappt wird, so ist das Haus Israel zu Schanden geworden.“ Sie, ihre Könige, ihre Fürsten, ihre Priester und ihre Propheten. Wiederum werden hier Führungspersönlichkeiten, Leiter, Vorsteher genannt. Ein König war der Vorsteher des ganzen Landes. Die Fürsten waren Vorsteher bestimmter territorialer Gruppen, die Priester waren die Theologen, die Propheten, die Lehre des Volkes.
[41:17] Vers 27: „Die zum Holz sagen: Du bist mein Vater, und zum Stein: Du hast mich geboren.“ Ist ja fast schon kurios, wenn es nicht so traurig wäre, denn sie haben mir den Rücken zugewandt, so wie in Hesekiel 8, wo die 25 Männer im Heiligtum den Rücken dem Heiligtum zuwenden und dann die Sonne anbeten. Sie haben mir den Rücken zugewandt und nicht das Angesicht zur Zeit ihres Unglücks. Aber werden sie sagen: „Mache dich auf, rette uns.“ Wenn das Unglück kommt, dann erinnert sich immer alle an Gott.
[41:44] Aber Gott sagt hier in Vers 28: „Wo sind deine Götter, wo sind denn deine Götter, die du dir gemacht hast? Sie sollen sich aufmachen, wenn sie dich retten können zur Zeit deines Unglücks.“ Denn so viele Städte hast du, denn so viele Städte du hast, Juda, so viele Götter hast du auch. Die Götzen können nicht helfen.
[42:00] Jesaja 46 und dort Vers 7: „Sie nehmen ihn auf die Schulter, tragen ihn und stellen ihn an seinen Ort, da steht er und rührt sich nicht von der Stelle. Ja, man schreit zu ihm, aber er antwortet nicht, er rettet niemand aus seiner Not.“ Wenn die Zeit der Trübsal kommen wird, werden uns die Kirchen, mit denen wir ökumenische Bündnisse eingehen wollen, nicht helfen. Die Akademiker, denen wir Gefallen suchten, indem wir unsere Botschaft so kompliziert wie möglich gemacht haben und so diffizil wie möglich und so verwässert wie möglich, die werden uns nicht helfen. Die Politiker, denen wir zum Mund reden wollten, die werden uns nicht helfen. Die Musiker, deren Musik wir in den Gottesdienst hineingebracht haben, die weltlichen Musiker, die werden uns nicht helfen. Der Reichtum, an dem wir jetzt hängen, um ihm nichts zu geben für das Werk Gottes, der wird uns nicht helfen. Der weltliche Lebensstil, den wir nicht aufgeben wollten, weil wir das Ganze für eine lebensrechtliche Sache hielten, der wird uns nicht helfen. So wie die Götzen damals nicht geholfen haben, so wird uns das nicht helfen, was wir über Gott stellen, in unserem persönlichen Leben oder als Gemeinde.
[43:33] In Vers 35 steht: „Aber du sagst: Ich bin doch unschuldig. Gewiss hat sich sein Zorn schon von mir abgewandt.“ Ja, ja, es ist ein bisschen zornig, aber er ist so gnädig, er ist so gnädig. Gottes Gnade ist so groß. Ich bin unschuldig. Ich habe ja mich einmal zu Gott bekannt, dann wird doch meine jetzige Sünde nicht meine Beziehung zu Gott in Frage stellen. Lieber Freund, liebe Freundin, lass dir diese Irrlehre nicht einbläuen, dass, wenn du in bewusster Sünde lebst, du trotzdem nicht verloren bist, weil du dir irgendwann mal irgendwo dich zu Christus bekannt hast.
[44:05] Die Israeliten glaubten, dass sie nicht verloren gehen können, dass sie nicht von Babylon besiegt werden können, weil sie waren doch Gottes Volk. Gott sagt: „Siehe, ich will mit dir ins Gericht gehen, weil du sagst: Ich habe nicht gesündigt.“ Jeremia 5, Vers 2 und 3: „Aber wenn sie auch sagen: So wahr der Herr lebt, so schwören sie dennoch falsch. Herr, sieh in deine Augen nicht Wahrhaftigkeit. Du hast sie geschlagen, aber es tat ihnen nicht weh. Du hast sie aufgerieben, aber sie haben sich geweigert, Zucht anzunehmen. Sie haben ihr Angesicht härter als Fels gemacht. Sie haben sich geweigert, umzukehren.“
[44:38] Die große Krise im Volk Gottes war damals, dass das Volk nicht auf den Tadel Gottes umkehren wollte. Die große Krise des Volkes Gottes heute ist, dass Gott seiner Gemeinde sagt in Offenbarung Kapitel 3 und dort Vers 17: „Du erkennst nicht, dass du elend und erbärmlich bist, arm, blind und entblößt.“ Und Gottes Volk sagt: „Stimmt nicht, ich bin reich, ich habe Überfluss, mir mangelt es an nichts.“
[45:10] Die einzige Lösung, liebe Freunde, liebe Freundinnen, die einzige Lösung für die Krise von innen und außen ist, dass, wenn wir diese Stimme hören, die sagt in Vers 20: „Siehe, ich stehe vor der Tür und klopfe an.“ Der Christus der Bibel, der Christus des Heiligtums, der Christus der Prophetie. Wenn dieser Christus an deiner Tür anklopft und du seine Stimme hörst, dann tu, was hier steht: „Wenn jemand meine Stimme hört und die Tür öffnet, so werde ich zu ihm hineingehen und das Mahl mit ihm essen und er mit mir. Wer überwindet, dem will ich geben, mit mir auf meinem Thron zu sitzen, so wie auch ich überwunden habe und mich mit meinem Vater auf seinen Thron gesetzt habe.“
[45:46] Auch wenn wir jetzt elend, erbärmlich, bloß und nackt sind, wir können dann auf dem Thron Gottes sitzen, wenn wir Christus hineinlassen in das Herz, wenn wir die Sünde überwinden durch seine Kraft, so wie er überwunden hat, mit dem Wort Gottes, mit der übernatürlichen Kraft und Gnade Christi. Jesus klopft an deine Tür, er klopft an meine Tür und er klopft an die Tür unserer Gemeinde, um die Krise zu beenden. Möchtest du ihn hineinlassen? Möchtest du ihm Gelegenheit geben, die Krise zu lösen? Möchtest du ihm Gelegenheit geben, dass er in dir bewirkt, dass du überwinden kannst? Gott segnet deine Entscheidung.
[46:22] Nächste Woche wollen wir weiter studieren im Buch Jeremia und es gibt noch viele spannende Dinge zu entdecken. Bis dahin wünschen wir euch Gottes Segen und viel Freude im Studium seines Wortes. Amen.