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In dieser Cannstatt Study Hour-Episode taucht Dominique Quinger tief in das Buch Jeremia ein und beleuchtet das Leiden des Propheten. Die Lektion konzentriert sich auf die Widerstände, denen Jeremia vonseiten der Priester und Propheten ausgesetzt war, und analysiert die Rolle von Figuren wie Paschur. Es wird untersucht, wie Jeremia trotz Verfolgung und Spott an seiner göttlichen Botschaft festhielt und wie seine Erfahrungen Parallelen zu anderen biblischen Figuren wie Hiob und Elia aufweisen. Die Ausführungen betonen die Bedeutung von Gottes Plan und die Möglichkeit der Umformung, selbst in schwierigen Zeiten.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2015 Q4: Jeremia

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Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zu einer weiteren Ausgabe der Cannstatt Study Hour. Wir sind froh, dass ihr euch wieder zugeschaltet habt, dass ihr mit uns dieses Buch Jeremia studieren wollt. Und wie ihr gemerkt habt, man studiert ja nicht nur die Botschaft von Jeremia, sondern vor allen Dingen auch oder gewissermaßen auch die Person Jeremia selbst, nicht wahr? Es gibt viele Propheten, da ist uns nur die Botschaft überliefert, aber bei Jeremia ist nicht nur seine Botschaft, beziehungsweise die Botschaft Gottes überliefert, sondern auch uns wird viel gesagt über die Person Jeremia, wie er gedacht hat. Und ich denke, das ist vor allen Dingen in dieser Betrachtung diese Woche durchgekommen. Jeremia leidet weiter, der Prophet leidet weiter. Und sie soll uns vorbereiten, diese Betrachtungsreihe auf das Bibelgespräch am 31. Oktober. Und wie immer wollen wir zuallererst mit einem Gebet beginnen. Vater im Himmel, wir danken dir, dass wir jetzt zur Ruhe kommen dürfen, dass wir dein Wort studieren dürfen. Und wir bitten dich darum, dass du alles Störende fernhältst. Und sei du auch mit uns, mit unseren Gedanken, leite sie durch deinen Heiligen Geist, dass wir verstehen und lernen von dem, was wir in deinem Wort lesen dürfen. Und wir danken dir dafür und bitten dich darum, dass du all dies so geschehen lässt. In deinem Namen. Amen.

[1:50] Nun, dieses Thema Jeremia, der Prophet leidet, ist ja ein Thema, was wir immer wieder vortreffen in dem Buch Jeremia. Und zum Beispiel hatten wir in der letzten Lektion von den Leuten von Anathot gelesen. Also dieses Leiden sah so aus, dass es von einer anderen Gruppe von Personen ausging. Und das waren sogar die, wo er aufgewachsen ist. Und diesmal bekommt Jeremia erneut Gegenwind, aber von sehr hoher Instanz. Und dass dieser Gegenwind nicht nur vom Volk ausging, sondern von Priestern und Propheten, haben wir in den Texten Jeremia 5 gesehen zum Beispiel. Da heißt es in Jeremia 5, und dort im Vers 30, es steht gräulich und grässlich im Lande. Ja, es war wirklich ein katastrophaler Zustand im Land. Und da heißt es, die Propheten weissagen Lüge und die Priester herrschen auf eigene Faust. Und mein Volk hat es gern so. Aber was werdet ihr tun, wenn es damit ein Ende hat? Das Problem war nicht nur, dass das Volk auf dem falschen Weg war, sondern die Priester und die Propheten. Ja, die, die am nächsten an Gott hätten sein sollen, die seine Wege verstehen hätten sollen, die die Möglichkeit hätten, ihre Autorität zu benutzen, um das Volk wieder auf den richtigen Weg zu bringen, die haben Lüge geweissagt, wie der Text sagt, oder auf eigene Faust gehandelt. Und das Schlimme dabei war, dass das Volk natürlich das dann noch so gut geheißen hat, dass es es gern gemacht hat.

[3:39] Ein anderer Text aus Jeremia, Jeremia 23, das gleiche Prinzip im Vers 14, heißt es aber bei den Propheten zu Jerusalem, sehe ich gräulich, es ging hier nicht nur um irgendwelche Propheten in fernen Ländern, es ging wirklich um die Propheten in Jerusalem, wie sie Ehebruch begehen und mit Lügen umgehen und die Boshaftigkeit stärken, auf dass sich ja niemand bekehre von seiner Boshaftigkeit. Sie sind alle vor mir gleich wie Sodom und die Bürger Jerusalems wie Gomorra. Darum spricht der Herr Zebaoth über die Propheten, siehe ich will sie mit Wermut speisen und mit Gift tränken, denn von den Propheten Jerusalems geht die Gottlosigkeit aus ins gesamte Land, ins ganze Land. Auch hier wieder dieses Bild von den Propheten, die nicht das verkündigen, was Gott ihnen sagt, sondern Lüge weissagen. Und das ist nicht die Ansichtweise von Jeremia selbst oder irgendeinem externen Beobachter, der sich die Propheten anschaut und sagt, die sind wie Sodom und Gomorra. Nein, es ist Gott selbst, der die Propheten wie die Bürger von Sodom und Gomorra vergleicht. Nicht die Bürger von Juda und Jerusalem vergleicht er wie die Bürger von Sodom und Gomorra, sondern sogar die Propheten. Und das zeigt wirklich, in welcher Situation sich das Land befunden hat. Und so geht es immer in den verschiedenen Zeiten, kann man es sehen, dass es in Jeremia stattgefunden hat. Und der Begriff Sodom und Gomorra, ich denke, ist klar, das ist ja das biblische Synonym für die Unmoral. Und diese Propheten und diese Priester hätten ihre Autorität zum Guten nutzen können, aber sie haben das nicht getan.

[5:38] Und einer von diesen Priestern, mit dem haben wir uns ja auch gewissermaßen beschäftigt, diese Woche in Jeremia 20, die Rede ist von Paschua. Und wenn wir in Kapitel 20 lesen, was auch, denke, das Hauptkapitel war in dieser Betrachtung, und deswegen wollen wir uns hauptsächlich auch damit beschäftigen, heißt es in Vers 1, als aber Paschua, ein Sohn Imers, der Priester, der zum Vorsteher im Hause des Herrn bestellt war, hörte, wie Jeremia solche Worte weissagte. Und hier werden wir schon über viel berichtet, wer dieser Paschua war. Das heißt, einmal war er der Sohn Imers, der auch ein Priester war. Und dementsprechend ist es auch naheliegend, dass dann auch, wie der Text auch bestätigt, dass Paschua selber der Priester war. Das heißt, es war eine Priesterfamilie. Und wenn man sich anschaut, was der Name Imer bedeutet, dann heißt es, er hat gesagt. Und das ist interessant, er hat wohl viel gesprochen, der Name bedeutet es zumindest. Aber wie hat sein Sohn das aufgefasst? Und über die Bedeutung des Namens Paschua, da habe ich sehr viele Bedeutungen gelesen, deswegen will ich mich nicht auf eine festlegen. Zum Beispiel hieß es einmal, dass der Name Freiheit bedeutet, oder der Name Splitter oder Hackebeil, also etwas, was etwas trennen sollte. Wo sich aber sehr viele einig waren, war, dass der ursprüngliche Begriff Paschua oder der Name eigentlich aus dem Ägyptischen kommt und so viel bedeutet wie Sohn des Horus. Und das zeigt eigentlich in gewisser Weise, was wir eingangs gelesen haben, wie es eigentlich sogar bei den Priestern im Tempel auch, wie es dort war, dass sogar ein Priester namens Imer seinen Sohn den Namen gibt von einem Gott, beziehungsweise dem Sohn eines Gottes aus Ägypten. Und das ist sicherlich nicht der eindeutigste Beweis, aber es ist ein weiterer Hinweis, wie es eigentlich im Tempel, was für ein Frevel dort eigentlich stattgefunden haben muss.

[8:07] Und dann bekommen wir aber mehr über Paschua gesagt. Er ist der Vorsteher im Hause des Herrn. Er war der Priester zur Zeit von dem Hohepriester Seraja und dem König Jojakim. Und während Seraja der Hohepriester war, war er der Vorsteher im Hause des Herrn. Mit anderen Worten, er war genau eine Ebene, eine Hierarchiestufe, könnte man sagen, unter dem Seraja, dem Hohepriester. Also er war einer der Vorsteher, wie es auch heißt, einer der höheren Ränge im Tempel. Und dann wird uns gesagt, dass er hörte, wie Jeremia solche Worte weissagte. Und der Text bezieht sich natürlich auf das, was vorhergegangen ist, die Weissagungen von Jeremia in Kapitel 19. Und wir wollen nicht alles durchstudieren, da es natürlich nicht unser Hauptthema war, aber einige Punkte können uns definitiv helfen, zu verstehen, gegen was, wie wir später sehen, auch gegen was Paschua eigentlich angegangen ist, was er in dieser Botschaft von Jeremia gehört hat. Und wir können diese Botschaft in Jeremia 19 lesen. Da lesen wir auch von dem Bild von dem Krug und dem Töpfer, was uns später auch wieder vorkommen wird. Und dann lesen wir in Vers 3 heißt es, also die Vorgeschichte war, dass Jeremia zu diesem Tal in Vers 2 lese, dass Ben-Hinnom gehen sollte. Und die dazugehörige Höhe war Tophet. Und dann spricht er diese Worte. Und er spricht interessanterweise gegen alle Bürger Jerusalems. Obwohl er speziell zu diesem Ort geht, gilt seine Botschaft doch ganz Jerusalem. Und eins macht deutlich, wieso er an diesen Ort gehen sollte. Den Bericht in Vers 4 zeigt es, dass dort wohl das Greuel so eine Überhand genommen hatte, dass es zu einem der schlimmsten Städte gehörte von Juda. Weil wenn man sich den Text so durchliest, dann lesen wir einmal davon, dass fremden Göttern geopfert wurde, die nicht mal die Väter kannten überhaupt. Und die Bürger Jerusalems haben ihn geopfert. Und zum anderen steht dort auch von unschuldigem Blut die Rede, dass vergossen wurde. Wenn man Vers 5 weiterliest, heißt es, also hier sieht man die krasse Auswirkung. Es wurde zum einen nicht nur ein falscher Gottesdienst betrieben. Es wurden nicht nur die falschen Götter angebetet, sondern auch das Mittel, mit dem diese Anbetung vonstatten gegangen ist, war Kinderopfer. Und das ist wirklich ein sehr krasser Gegensatz. Gott sagt selber, es wäre ihm nie in den Sinn gekommen, dass das passiert.

[11:59] In Vers 10 lesen wir, und du sollst den Krug zerbrechen vor den Augen der Männer, die mit dir gegangen sind. Ja, dieses Bild von dem Töpfer, wo wir uns nachher noch mal ein bisschen näher auseinandersetzen würden, spricht hier von einem zerbrochenen Krug. Das heißt, dieser Krug war schon gebrannt, weil sonst hätte man ihn nicht zerbrechen können. Und in Vers 14 von Kapitel 19 heißt es, und als Jeremia von Tophet zurückkam, wohin ihn der Herr gesandt hatte, um zu weissagen, trat er in den Vorhof am Hause des Herrn und sprach zu allem Volk. Das heißt, zuerst ist er nach Tophet gegangen, wo diese schrecklichen Taten passiert sind, und hat dort gepredigt, aber gegen alle des Volkes. Und dann geht er zu der wohl öffentlichsten Stelle überhaupt, zum Hause des Herrn, zum Tempel selber. Und gewissermaßen wiederholt er, was er gesagt hat, auch, erneut diese Unheilsbotschaft. So spricht der Herr Zebaoth. Der Gott Israels, siehe ich will über diese Stadt und über alle ihre Ortschaften all das Unheil kommen lassen, dass ich gegen sie geredet habe, weil sie halsstarrig sind und meine Worte nicht hören wollen. Das Problem war nicht das bevorstehende Unheil, sondern dass das Volk halsstarrig war, dass es Gott nicht hören wollte. Das heißt, sie hätten die Möglichkeit gehabt, umzukehren, und Gott hat ihnen die Möglichkeit mit dieser starken Botschaft, mit dieser starken Predigt gegeben, umzukehren, aber sie wollten nicht. Sie waren halsstarrig.

[13:37] Und genau in diesem Text fließt dann Kapitel 20, und wir hören von Paschur, dem diese Worte überhaupt nicht gefallen haben. Und dass er sich deutlich angesprochen fühlt, sehen wir in Vers 2, da heißt es, er schlug den Propheten Jeremia und schloss ihn in den Block am oberen Benjamin-Tor, das im Hause des Herrn ist. Das heißt, er lässt ihn schlagen, und das hat er sicherlich nicht selber getan, er hat ihn schlagen lassen, und es werden wohl diese 40 Hiebe gewesen sein, die wir im 5. Buch Mose 25 lesen, oder auch im 2. Korinther 11, von diesen 40 verhängten Hieben. Und interessant ist, dass hier der Prophet Jeremia Prophet genannt wird, das erste Mal im Buch Jeremia, dass es so direkt nebeneinander steht. Und das zeigt eigentlich, zu welcher, wie bewusst eigentlich dieser Paschur gegen den Propheten, gegen den Botschafter Gottes gehandelt hat. Und wenn man sich überlegt, dass er ihn dann später eingesperrt hat, beziehungsweise in diesem Holzblock, und man die Vorgeschichte kennt, Jeremia war ein Prophet und hat schon öffentlich gepredigt, gesagt, was los ist. Und dann geht er zum Haus des Herrn, zum Tempel selber, und predigt öffentlich, damit alle es hören. Das hieß, er hat gegen das ganze Volk gesprochen. Und dann lesen wir, dass Paschur, der im Hause des Herrn bestellt war, ihn schlagen lässt. Das heißt, Jeremia hat öffentlich gesprochen, und er bekommt eine öffentliche Reaktion von Paschur. Er wird öffentlich zur Schau gestellt, er wird öffentlich geschlagen, und er wird öffentlich auch eingesperrt. Das ist anzunehmen, dass dieses obere Benjamin-Tor, dass es die Ortsangabe ist, und er nicht wirklich dort eingesperrt wurde in ein Gefängnis, sondern eben in diesen Block, wo man Holz genommen hat, und so die Arme und Füße eingesperrt hat, dass man sich nicht mehr bewegen konnte. Aber die Menschen haben das gesehen. Aber selbst wenn er eingesperrt war, auf jeden Fall ist es nicht am Volk vorbeigegangen. Und es war eine öffentliche Schaustellung von Paschur, wie er mit dem Botschafter Gottes umgeht. Und dementsprechend war es auch ein Zeichen, wie er selbst mit der Botschaft umgeht.

[16:24] Und das Volk hat das natürlich mitbekommen. Und später ist das immer wieder passiert, und auch davor haben wir schon gelesen, wie Jeremia immer durch diese Leiden gehen musste, und er trotzdem die Wahrheit gesagt hat, und trotzdem wurde er verurteilt. Und das erinnert uns an das allererste Kapitel von Jeremia, in Kapitel 1, Vers 17 war es, wo gesagt wird, dass er alles predigen soll. Und das hat er getan. Und dennoch hat er, oder vielleicht deswegen, hat er diesen ganzen Gegenwind bekommen. Vers 17, Kapitel 1 heißt es, so gürte nun deine Lenden, und mache dich auf, und predige ihnen alles, was ich dir gebiete. Erschreck nicht vor ihnen, auf dass ich dich nicht erschrecke vor ihnen. Und Jeremia hat das wirklich gemacht. Er hat die Botschaft gepredigt, er hat die Wahrheit gepredigt, er hat alles gepredigt, er hat nicht einfach was ausgelassen, und selber die Botschaft ein bisschen modifiziert. Und das Ergebnis ist klar, er bekommt diese Antwort von Paschur und dem Volk selber. Und so ist es auch immer, wie reagiert man auf diese Botschaft? Es gibt zwei Wege. Der eine ist, er führt direkt zur Buße, um das nicht mehr zu tun. Er steht bevor, Gott kündigt es an, und die Frage ist, höre ich dem zu, was er zu sagen hat? Und der andere Weg ist, dass man diese Botschaft ignoriert, und früher oder später ist es nicht nur ein Ignorieren, sondern man geht sogar kämpfen dagegen vor, wie Paschur wirklich gegen diese Botschaft und den Botschafter vorgegangen ist.

[18:10] Da heißt es in Vers 3 und am anderen Morgen, in Kapitel 20 in Vers 3 heißt es, und am anderen Morgen ließ Paschur den Jeremia aus dem Block los. Und ich habe mir gedacht, wieso hat er ihn nur einen Tag eingesperrt? Hätte er nicht die ganze Zeit einsperren können? Irgendwann weiß man nichts mehr von einem Jeremia. Aber ich glaube, es hängt auch damit zusammen, dass er wirklich, dass Paschur dieses öffentlich zur Schau stellen machen wollte, dass er die Botschaft auch ein bisschen verändern wollte. Jeremia hat gepredigt, hat die Wahrheit gesagt, er hat ihn eingesperrt und sagt, einen Tag später schauen wir mal, ob er jetzt nicht zum Schweigen gekommen ist, ob er immer noch die Wahrheit predigt. Und was wäre gewesen, wenn Jeremia dann eingeknickt hätte? Im Folgenden lesen wir vielleicht, wie Jeremia seine Probleme hat und mit Gott hadert und wir sehr oft schnell im Urteil sind über Jeremia. Aber wenn wir das lesen, dann sehen wir, dass selbst in dieser krassen Situation, er wurde geschlagen, er wurde öffentlich zur Schau gestellt, wurde gefangen und einen Tag später kommt der Paschur wieder vorbei und sagt nach dem Motto, jetzt schauen wir mal wieder, wie er spricht. Und er knickt nicht ein. Und das ist das Interessante an der Person Jeremia. Wenn Gott ihn wirklich brauchte, wenn er die Wahrheit verkünden musste, selbst in dieser Situation, dann hat Jeremia das getan.

[19:37] Er beginnt diese Predigt, diese Prophezeiung gegen Paschur. Da heißt es in Vers 3, da sprach Jeremia zu ihm, der Herr nennt dich nicht Paschur, sondern Schrecken ringsum. Denn so spricht der Herr, siehe, ich will dich zum Schrecken machen für dich selbst und alle deine Freunde. Sie sollen fallen durchs Schwert, ihre Feinde, und du sollst es mit eigenen Augen sehen. Und ich will ganz Juda in die Hand des Königs von Babel geben. Der soll sie wegführen nach Babel und mit dem Schwert töten. Es ist deutlich, dass es hier nicht aus Jeremia einfach so heraus sprudelt, dass er jetzt sagt, okay, jetzt zeige ich dir mal, was dir passieren wird. Die Genauigkeit macht deutlich, dass es auch eine Offenbarung Gottes war. Zum Beispiel sagt er, dass er jetzt einen anderen Namen haben wird. Und er sagt ihm sogar, dass das Exil, dass die Gefangenschaft in Babylon sein wird. Das ist das erste Mal im Buch Jeremia, wo der Ort Babel genannt wird. Davor hieß es immer, ihr werdet in die Gefangenschaft, ihr werdet in die Gefangenschaft kommen. Und hier wird das erste Mal, später, wo er dann auch gegen das Volk diese Botschaft erweitert, genannt, dass Babel der Ort der Gefangenschaft sein wird. Und so wird deutlich, dass diese Botschaft von Gott kommt und nicht aus irgendeiner Emotion heraus aus Jeremia, wie man sie vielleicht annehmen könnte. Und er sagt, Schrecken ringsum wirst du heißen. Und er erweitert es und sagt, deine Freunde werden Angst vor dir haben. Ja, wie krass ist das? Oder er wird sogar selber sich zum Schrecken werden. Also es ist wirklich eine beängstigende Botschaft, die er dort bekommt, der Paschur.

[21:26] In Vers 6 heißt es, und du, Paschur, sollst mit allen deinen Hausgenossen gefangen, weggeführt werden und nach Babel kommen. Dort sollst du sterben und begraben werden, samt all deinen Freunden, denen du Lügen gepredigt hast. Und hier wird deutlich, was Paschur eigentlich gemacht hat. Er hat Lügen gepredigt im Urtext und viele Übersetzungen, wie zum Beispiel auch die Schlachter, stellen das deutlich heraus. Da heißt es, er hat falsch geweissagt. Das heißt, Paschur wurde eigentlich zu einem falschen Propheten.

[22:03] In Jeremia, Kapitel 14 zum Beispiel, lesen wir auch von den falschen Propheten. Jeremia, Kapitel 14, Vers 13, da heißt es, da sprach ich, Ach Herr, siehe, die Propheten sagen ihnen, ihr werdet das Schwert nicht sehen und keine Hungersnot bei euch haben, sondern ich will euch beständigen Frieden geben an diesem Ort. Das heißt, es gab die, die diese Wohlfühlbotschaft verkündet haben. Und so kann man sich auch vorstellen, hat Paschur das gemacht. Und da kam diese Botschaft von Jeremia, einfach ungelegen. Vers 14 heißt es, aber der Herr sprach zu mir, diese Propheten weissagen Lüge und das Schlimme in meinem Namen. Ich habe sie nicht gesandt und ihnen nichts befohlen und nicht zu ihnen geredet. Sie predigen euch falsche Offenbarung, nichtige Wahrsagung und ihres Herzens Druck. Wie wir vorhin auch gesehen haben, sie haben auf eigene Faust gehandelt. Sie haben sich von ihrem Herzen leiten lassen und im Namen Gottes gesprochen. Und es gab viele andere Propheten, wie zum Beispiel auch falsche Propheten, wie Sedekia oder Ahab oder Hanania. Wir wollen jetzt nicht im Einzelnen darauf eingehen.

[23:21] Und wenn wir zurück in Kapitel 20 gehen, Jeremia, in Vers 7 sehen wir, eine Änderung findet statt. Da heißt es, Herr, du hast mich überredet und ich habe mich überreden lassen. Du bist mir zu stark gewesen und hast gewonnen, aber ich bin darüber zum Spott geworden täglich. Und jedermann verlacht mich. Auf einmal spricht er mit Herr. Und das legt deutlich, dass diese Prophezeiung zu Ende ist und dass er jetzt selber mit Gott spricht. Wir wissen nicht, wann das war, aber wir sehen einen Unterschied auch in den Gedanken, die jetzt folgen. Und er sagt, Herr, du hast mich überredet. Und das Problem war nicht, dass Gott ihn überredet hat, sondern was ihn wirklich betroffen gemacht hat, ist, dass er zum Spott geworden ist täglich. Das heißt, er hat die Wahrheit gepredigt, er hat genau das gesagt, was Gott ihm gesagt hat. Und er hat auch genau das getan, was Gott ihm gesagt hat. Aber was er geerntet hat, ist der Spott von dem eigenen Volk und auch sogar von den Priestern, von den hohen Instanzen. Und das zeigt uns eine andere Seite über Jeremia. Aber ich bin froh darüber, dass er das aufgeschrieben hat und dass er diesen ernsthaften Hader auch festgehalten hat mit Gott. Weil es zeigt, dass selbst Propheten, selbst Menschen, die von Gott in diese spezielle Weise berufen worden sind, dass nicht immer alles gut läuft und auch nicht in ihrem Kopf, dass nicht alles immer wunderbar ist und dass es ihnen immer blendend geht und dass sie selbst in der größten Bedrängnis standhaft sind, sondern was auch wirklich in ihren Gedanken vorgeht, können wir hier lesen. Und es erinnert uns auch so ein bisschen wie Hiob, der auch mit Gott gehadert hat und den Spott geerntet hat von seinen Freunden. Aber ich denke, was beide verbindet ist, dass sie sagen und dass die Bibel sagt, dass Hiob zum Beispiel rechtschaffen war und fromm. Das heißt, er hat genau das getan, was Gott von ihm gesagt hat. Und so hat auch Jeremia das getan. Und ich denke, deswegen ist Gott auch mit diesem Gespräch anders umgegangen. Es sind schon harte Anschuldigungen, die Jeremia dadurch macht. Aber er hat genau das getan, was Gott von ihm wollte. Und so hat Gott ihn, glaube ich, auch anders behandelt.

[26:11] In Vers 8 heißt es, denn so oft ich rede, muss ich schreien. Frevel und Gewalt muss ich rufen, denn das Wort des Herrn ist mir zu Hohn und Spott geworden täglich. So oft ich rede, muss ich schreien. Ich würde gerne mal normal reden mit den Menschen. Aber immer wenn du mir sagst, Gott, dass ich diese Botschaft predigen muss, dann muss ich schreien. Und es geht immer nur um Unheil und immer nur um Gewalt. Und ich ernte den Spott. Ich ernte den Spott. Aber die Frage ist natürlich, ist Gott dafür verantwortlich? Natürlich nicht. Es ist das Volk, das sich immer wieder gegen diese Botschaft gesträubt hat. Und das ist das Problem, wieso Jeremia diesen Spott erntet.

[27:02] Ich glaube, während er diese Gedanken aufschreibt oder während er sie hat, wird ihm auch bewusst, er versteht ja auch Gott mehr. Wenn er sagt, so oft ich rede, muss ich schreien. Und immer geht es nur um dieses Schlechte und das Schlechte. Und er versteht, glaube ich, in diesem Prozess, versteht er, wie Gott sich eigentlich fühlt mit den Menschen. Er sagt, ihn macht es nicht. Und immer wieder muss er es ihnen sagen und sagen. Und er wiederholt sich. Und er erntet den Spott. Gott selbst erntet den Spott von den Menschen. Und so finde ich es interessant, dass Jeremia das hier festhält. Und ein Stück weit, so glaube ich, Gott auch dadurch näher verstehen kann. Weil Gott sich genau in der gleichen Position eigentlich befindet wie Jeremia.

[27:49] Und er geht weiter. In Vers 9 heißt es, da dachte ich, ich will nicht mehr an ihn denken und nicht mehr in seinem Namen predigen. Was er eigentlich sagt, ich höre auf. Ich lege mein Amt nieder als Prophet. In diesem Moment hat Jeremia eigentlich gekündigt, so könnte man sagen. Und er war wirklich in einem ernsthaften Konflikt. Aber dann heißt es, aber es ward mir in meinem Herzen wie ein brennendes Feuer in meinen Gebeinen verschlossen, dass ich es nicht ertragen konnte. Ich wäre viel vergangen. Er hat probiert, sich dagegen zu sträuben, aber die Wahrheit, die Botschaft war einfach zu stark. Als selbst den Spott erleben musste und mit Gott ins Hadern gekommen ist und gesagt hat, ich möchte aufhören, da konnte er nicht. Weil die Botschaft, die Wahrheit in ihm so sehr brannte, dass er sich nicht dagegen wenden hätte können. Und ich finde das für uns eine Ermutigung, wenn wir vielleicht nicht in diesen großen Dienstberufen sind wie Jeremia. Und es uns vielleicht auch nicht immer genauso schlecht geht wie ihm. Aber trotzdem haben wir auch unsere Phasen, wo wir für Gott arbeiten und trotzdem den Spott ernten. Und vielleicht auch nicht mehr immer alles im Blick haben und froh sein können. Und hier haben wir aber die Zusicherung, dass wir trotzdem weitermachen können. Und ja auch als Ermutigung einfach über diese Situation mit diesem brennenden Feuer im Körper weitermachen können. Und dieses, wir können es, ja ich glaube Paulus ist es, der auch sagt, ich kann gar nicht anders als davon zu predigen.

[29:44] Und einen interessanten Text, der sehr bekannt ist, ist ja in Amos Kapitel 3. Lesen wir in Vers 7. Gott der Herr tut nichts, er offenbare denn seinen Ratschluss den Propheten seinen Knechten. Also sehr bekannter Text, aber lesen wir auch den Kontext dazu. Wenn wir davor lesen, zum Beispiel heißt es in Vers 6, liest man etwa die Posaune in einer Stadt und das Volk entsetzt sich nicht. Das ist ein ganz klares Beispiel für, es passiert was und es hat eine Folge. Also wenn eine Posaune geblasen wird, dann ist es ein Signal für Krieg oder irgendwas Besonderes passiert. Und dann entsetzt sich das Volk, das ist eine Selbstverständlichkeit. Und dann kommt dieser bekannte Text in Vers 8, der Löwe brüllt, wer sollte sich nicht fürchten. Das ist doch selbstverständlich, dass wenn der Löwe brüllt, dass man sich fürchtet, nicht wahr? Und er macht dort einen Vergleich zu Gott. Da heißt es, Gott der Herr redet, wer sollte nicht Prophet werden? Und das ist genau dieses gleiche Beispiel, was Jeremia durchgemacht hat mit diesem brennenden Feuer in den Knochen. Das heißt, mit der gleichen Selbstverständlichkeit, wenn ein Löwe brüllt, dann hat man Angst. Aber wenn man die Wahrheit hört, dann möchte man sie auch weitergeben. Und das ist ein sehr interessanter Punkt, den wir hier von Jeremia lernen können.

[31:18] In Vers 10 heißt es in Kapitel 20, denn ich höre, wie viele heimlich reden. Schrecken ringsum. Verklagt ihn, wir wollen ihn verklagen. Alle meine Freunde und Gesellen lauern, ob ich nicht falle. Vielleicht lässt er sich überlisten, dass wir ihm beikommen können und uns an ihm rächen. Das heißt, diese Botschaft, die Jeremia vorher gepredigt hat, wo er zu Paschur gesagt hat, Schrecken ringsum, den nehmen jetzt selbst Freunde, mit denen er Frieden hatte, wie der Text sagt, nehmen diese Worte und drehen sie um und wenden sie jetzt auf Jeremia an und sagen, Schrecken ringsum. Und das ist, was diese Verleumdung ausmacht und was eigentlich, glaube ich, dem Jeremia am meisten zu schaffen gemacht hat, dass seine Freunde aus dem Volk die Worte, die er gesprochen hat, genommen haben und sie ihm im Mund praktisch umgedreht haben, um ihm eine Falle zu bauen. Und damit hat er schwer zu kämpfen. Schrecken ringsum.

[32:30] Und der Psalmist hat die Antwort dafür. In Kapitel 31 und dort in Vers 14 heißt es, denn ich höre, wie viele über mich lästern. Das ist genau das gleiche Prinzip. Lästerung, Verleumdung, Schrecken ringsum. Sie halten Rat miteinander über mich und trachten danach, mir das Leben zu nehmen. Ich aber, Herr, hoffe auf dich und spreche, du bist mein Gott. In Vers 18 heißt es, oder in Vers 19 heißt es, Verstummen sollen die Lügenmäuler, die da reden, wider den Gerechten, frech, stolz und höhnisch. Er hat die Lösung. Hoffe auf den Herrn.

[33:31] Und es scheint, als ob Jeremia aus der Verheißung gelebt hat. Wenn wir zurückgehen in Kapitel 20, Vers 11, heißt es, aber der Herr ist bei mir wie ein starker Held. Darum werden meine Verfolger fallen und nicht gewinnen. Sie müssen ganz zu Schanden werden, weil es ihnen nicht gelingt. Ewig wird ihre Schande sein und nie vergessen werden. Aber der Herr, heißt es am Anfang, ist bei mir wie ein starker Held. Und hier sieht man, dass Jeremia ein Mann war, der aus der Verheißung gelebt hat. Weil genauso wie Gott ihm gesagt hat, dass in Kapitel 1, dass er alles predigen soll und nichts weglassen soll. Und dann hat er ihm gesagt, dass in Vers 18, in Kapitel 1, heißt es, dass er zur eisernen Mauer werden soll. Und dass die Könige Judas gegen ihn sein werden. Dass die Großen gegen ihn sein werden. Dass die Priester gegen ihn sein werden. Dass das Volk gegen ihn sein wird. Und genau das hat er erlebt. Und in diesem Fall war es der Priester und die Freunde, die gegen ihn waren. Und dann heißt es aber in Vers 19, in Kapitel 1, dass wenn sie auch wider dich streiten, sie dir dennoch nichts anhaben können, denn ich bin bei dir, spricht HERR. Das ist genau das gleiche Wort, ich bin bei dir. Und hier sagt er, aber der HERR ist bei mir. Er hat aus dieser Verheißung gelebt.

[35:03] Und er sollte zur Mauer werden. Die Mauer ist das, wenn man eine Stadt hat und da ist eine Mauer drumherum. Und sie wird angegriffen. Die Stadt wird angegriffen, dann ist der erste Feindkontakt die Mauer. Und so sollte Jeremia auch zu dieser Mauer werden. Er wurde so sehr angegriffen, aber er hat standgehalten, weil der HERR bei ihm ist.

[35:22] In Vers 12, in Kapitel 20 heißt es, und nun, Herr Zebaoth, der du die Gerechten prüfst, Nieren und Herz durchschaust, lass mich deine Vergeltung an ihnen sehen, denn ich habe dir meine Sache befohlen. Jeremia hat es abgegeben und er sagt, dass Gott die Herzen prüft und die Nieren durchschaut. Und er war sich gewissermaßen sicher, dass Gott bei ihm ist, weil er all das gemacht hat, was Gott von ihm verlangt hat. Er hat die Wahrheit gesagt und er wusste, dass Gott die Herzen prüft. Aber weil er ihm gefolgt ist, weil er Jesus, weil er Gott gefolgt ist, war er auch sicher, dass Gott bei ihm ist. Und ich denke, das ist auch etwas Wunderbares, was wir hier lernen können.

[36:17] Und dann heißt es in Vers 13, Singt dem HERRN, rühmt den HERRN, der das arme Leben aus den Händen der Boshaften errettet. Er stimmt dieses kurze Danklied an, weil dann in Vers 14 lesen wir einen starken Kontrast dazu. Da heißt es, verflucht sei der Tag, an dem ich geboren bin. Der Tag soll ungesegnet sein, an dem ich meine Mutter geboren habe. Als ich das gelesen habe, habe ich mir wirklich gedacht, kann das wirklich sein? Ist es möglich von dieser Erfahrung, die er gemacht hat, und wirklich dem HERRN ein Loblied anzustimmen, kommt er in dieses krasse Tief, zu sagen, verflucht sei der Tag und so weiter. Und es ist ihm immer wieder passiert. Wir haben leider nicht die Zeit, durch alles zu gehen, wo er weitere Leiden im Buch Jeremias festhält. Aber es wird deutlich, dass das Leben von Jeremia immer ein Auf und ein Ab war. Und dieses Verfluchen, es geht so weit, dass er gewissermaßen seine Mutter und seinen Vater verflucht. Und das ist etwas, was mit der Todesstrafe bestraft wurde. Und er möchte wirklich nicht einmal mehr geboren sein. Aber Gott sei Dank, kann man sagen, ignoriert Gott auch diese Bitten teilweise. Und so ist es immer schön zu sehen, dass Gott wirklich Geduld hat mit uns. Und auch wenn wir diese großen Aufgaben vor uns haben und verzweifeln, so hat er doch die Geduld mit uns.

[38:17] Man hat sehr viele Parallelen zu Kapitel 1 gesehen. Da haben wir auch gesehen, dass er schon von Mutterleib an, in Vers 5 heißt es, ich kannte dich, ehe ich dich im Mutterleib bereitete und sonderte dich aus, ehe du von der Mutter geboren wurdest und bestellte dich zum Propheten, für die Völker. Und er hatte einen Plan für Jeremia, schon von Mutterleib an. Und jetzt sagt Jeremia, ich wäre froh gewesen, wenn ich gar nicht aus dem Mutterleib gekommen wäre. Aber so hat Gott nicht nur einen Plan gehabt für Jeremia davor, sondern auch für danach. Und hat diese Bitte nicht stattgegeben, dass Jeremia jetzt hier an Ort und Stelle sterben muss. Gott ist gnädig und er hat einen Plan mit uns.

[39:12] Und in den kurzen Minuten, die uns noch bleiben, wollen wir uns noch kurz Jeremia 18 anschauen. Weil dort auch dieser Plan veranschaulicht wird, den Gott hat. Und da heißt es, mach dich auf, in Vers 2, mach dich auf und geh hinab in das Töpferhaus. Dort will ich dich meine Worte hören lassen. Das heißt, er hat ihm wirklich Anschauungsunterricht gegeben. Und in der Lektion wurde, glaube ich, auch die Frage nach geistlichen Prinzipien gefragt. Eins zum Beispiel ist, dass das Wort des Herrn zu Jeremia kommt und es sagt, mach dich auf. Das heißt, das Wort kommt und er soll aktiv werden, um was zu tun? Um noch mehr zu hören im Haus des Töpfers. Das heißt, manchmal fragen wir Gott, ja, ich möchte das und das wissen oder ich möchte hier deine Weisung erhalten. Aber er hat uns schon zuvor Sachen erzählt, die wir eigentlich machen sollen. Und wir haben es nicht geschafft, das umzusetzen oder ihn zu fragen, dass wir es mit seiner Hilfe umsetzen können. Und so würde er uns auch weitere Sachen nicht sagen können. Wir sind einfach am falschen Ort. Das geistliche Prinzip ist hier, das Wort kommt zu uns, wir hören es und wir sollen es aufnehmen, dass wir noch mehr von ihm hören.

[40:35] Und das andere ist, dass wir die Botschaft selber verstehen müssen. Jeremia sollte nicht einfach nur predigen von irgendeinem Töpfer und so weiter, sondern er sollte es selber zu dem Töpfer hingeben, um wirklich die Botschaft Gottes selber zu verstehen. Der Prophet, der Botschafter muss selber die Botschaft verstehen können. Und dann wird uns gezeigt, wie der Töpfer daran arbeitet an dem Gefäß und es misslingt ihm etwas, weil der Ton sich sozusagen wehrt. Aber es ist kein Problem für den Töpfer. Der Ton ist noch weich, er kann ihn entweder neu umformen oder komplett neu gestalten zu einem Gefäß. Und der Schlüssel ist hier auch, da macht er ja in Vers 4 einen anderen Topf daraus, wie es ihm gefiel. Gott hat einen Plan und wir sollten diesem Plan nachgeben, so wie es Gott gefällt. Und der weiche Ton, der lässt sich noch bearbeiten, wie wir vorhin gesehen haben. Der gebrannte Ton, der lässt sich schwierig bearbeiten. Und in dem Fall von Kapitel 19 wurde er zerbrochen.

[41:45] Und in Vers 6 macht er dann das Beispiel. Kann ich nicht ebenso mit euch umgehen? Ihr vom Hause Israel, wie dieser Töpfer spricht er her. Siehe, wie der Ton in des Töpfers Hand, so seid auch ihr vom Haus Israel in meiner Hand. Israel, du hast, man könnte sagen, alles falsch gemacht, aber ich habe dich trotzdem noch nicht aufgegeben. Ich möchte dich noch umformen. Ich weiß, ich kann dich noch gestalten. Und so macht er dieses Angebot.

[42:19] Und dann heißt es aber leider, in Vers 12, und in Vers 11 sieht man, wie er nun spricht zu den Leuten in Juda. Das heißt, diese Botschaft ging an Juda, an die Bürger von Jerusalem. Und dann heißt es in Vers 12, aber sie sprechen, daraus wird nichts. Wir wollen nach unseren Gedanken wandeln und an jedem soll tun, nach seinem Verstockten und bösen Herzen. Das war das Problem, wieso das Unheil über sie kommen musste. Gott hat ihnen die Möglichkeit gegeben und selbst wenn er das Unheil angekündigt hat, dann ist das eigentlich eine Gnade. Er hätte das Unheil, er hätte die Strafe direkt vollstrecken können, aber er hat ihnen gesagt, das steht euch bevor. Und sie wollten nicht hören, sie wollten ihrem verstockten Herzen folgen und nicht Gott.

[43:15] Und dann lesen wir in Vers 18 eine sehr menschliche Reaktion von Jeremia wieder. Sie sprechen, kommt und lasst uns gegen Jeremia böses planen, denn dem Priester wird es nicht fehlen an Weisung, noch dem Weisen an Rat, noch den Propheten am Wort. Kommt, lasst uns ihn mit seinen eigenen Worten schlagen und nichts geben auf all seine Reden. Und dann heißt es in Vers 19, Herr, hab acht auf mich und höre die Stimme meiner Widersacher. Und er geht weiter und sagt, im Prinzip zerstöre sie doch alle. Und ich glaube, dass man manchmal in der Gefahr steht, wenn man die Wahrheit spricht und die Wahrheit manchmal wirklich so direkt ist und so schwer, dass man anfängt, den anderen zu predigen und dass man dem Volk predigt, was es alles falsch macht und dabei nicht realisiert, dass man eigentlich selber zum Volk gehört. Und dass man nicht gegen die Botschaft immun ist, einfach nur deswegen, weil Gott uns diese Botschaft gegeben hat, dass wir sie anderen sagen. Und ich glaube, das ist das, was Jeremia auch hier lernen musste.

[44:22] In Römer 3, Vers 23 lesen wir, dass keiner gerecht ist vor Gott und wir im Prinzip alle im gleichen Boot sitzen. Und so hat Jeremia immer diese Höhen und Tiefen durchgemacht. So sehr, dass er gar nicht mehr leben wollte. Und es scheint so ein bisschen ein Prophetenproblem zu sein. Elia hat genau das gleiche durchgemacht. Er hat die Wahrheit gepredigt und die Folge war, dass er selber verfolgt wurde. Und so sehr, dass er dann irgendwann gesagt hat, okay, jetzt will ich lieber sterben. Gott, nimm mir mein Leben. Und auch da hat Gott aus Gnade diesem Gebet natürlich nicht zugehört. Im Gegenteil, er hat ihm einen Engel geschickt, hat ihm eine warme Mahlzeit gegeben und ihn auf den Weg geschickt und der Mund hat ihm die Worte noch mitgegeben. Und später sieht er dann, dass er nicht alleine ist, wie er in der Wüste dachte. Ich bin alleine und ich werde verfolgt, ich will eigentlich nur noch sterben. Und dann sagt Gott ihm, hier sind noch 7000. Und das ist auch ein Sinnbild für den Dienst für Gott und für das christliche Leben im Allgemeinen.

[45:46] Manchmal sind diese Höhen und diese Tiefen ganz nah beieinander. Im einen Moment preist man Gott und dann verflucht man den Tag, an dem man geboren wird. Und in einem Moment möchte man vielleicht gar nicht mehr leben. Jetzt krass ausgedrückt in diesem Bereich, wo es von Elia und Jeremia die Rede war. Und auf einmal bekommt er wunderbare Verheißungen. Und im gleichen Kapitel ist es glaube ich, oder ein Kapitel später, in 1. Könige 19 müsste es sein, wo er dann Elisa beruft und dann direkt jemanden an seine Seite bekommt. Und später fährt er sogar in den Himmel. Und so liegen die Freude und manchmal der Schmerz sehr nah beieinander. Aber wir dürfen uns entscheiden, wie wir damit umgehen. Und das zeigt auch, wie Gott aus einer so aussichtslosen Lage es ihm möglich ist, diese Situation komplett zu verändern, zum Guten. Und so ist auch die Frage an uns. Möchten wir dem Plan, den Gott für uns vorgesehen hat, folgen? Und auch wenn Schmerz kommen wird, eben trotzdem durchstehen.

[47:06] Wenn das auch dein Wille ist, möchte ich mit einem Text schließen, der, wie ich denke, das sehr gut zusammenfasst. Diese Aufs und Abs, diese Höhen und Tiefen. Vor allen Dingen, wenn man denkt, man macht alles richtig, so wie Gott es einem gesagt hat. Es gibt Leid, das ist hausgemacht, aber trotzdem trifft uns manchmal auch das Leid, wenn wir alles genauso umsetzen, wie Gott es möchte. Und da heißt es in 1. Petrus 5, zuerst wird hier von den Ältesten geredet. Und da heißt es in Vers 5, Desgleichen, ihr Jüngeren, ordnet euch den Ältesten unter. Alle aber miteinander haltet fest an der Demut. Die Demut scheint der Schlüssel zu sein. Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. So demütigt euch nun unter die gewaltige Hand Gottes, damit er euch erhöhe zu seiner Zeit. Alle eure Sorge werft auf ihn, denn er sorgt für euch. Seid nüchtern und wach, denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlinge. Dem widersteht fest im Glauben und wisst, dass eben dieselben Leiden über eure Brüder in der Welt gehen. Der Gott aller Gnade aber, der euch berufen hat zu seiner ewigen Herrlichkeit in Christus Jesus, der wird euch, die eine kleine Zeit leidet, aufrichten, stärken, kräftigen und gründen. Ihm sei die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

[48:47] Wir wollen beten. Vater im Himmel, wir danken dir, dass wir dieses Studium machen durften, dass wir gesehen haben, dass Jeremia die Wahrheit verkündigt und dass er leider trotzdem schwierige Zeiten durchleben musste, aber du dennoch bei ihm warst und er das auch erleben durfte. Aber für unser Willen hat er es auch festgehalten, wie sehr er mit dir gehadert hat, um zu zeigen, dass es uns alle betreffen kann, selbst wenn wir dir 100% nachfolgen. Aber wir dürfen sicher sein, dass wenn wir dir nachfolgen, dass du bei uns sein wirst und du uns auch das Leid ertragen lässt, das manchmal auf uns zukommt. Und dass es, wenn wir unser ganzes Leben betrachten, doch nur eine kleine Zeit von Leiden ist. Schenke uns du doch, dass wir dennoch die Freude behalten und dass wir die Botschaft weiterhin verkündigen, alles sagen, was du uns sagst. Ich danke dir dafür. In deinem Namen bitten wir dich darum, dass du bald wiederkommen wirst, um allen Schmerz zu beseitigen. Amen.

[50:13] Wir sind froh, dass ihr zugeschaltet habt, dass ihr mit uns dieses Thema studieren wolltet. Und Gottes Segen euch beim Gespräch. Bis zum nächsten Mal bei der Cannstatt Study Hour. Amen.


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