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Diese Predigt von Christopher Kramp zum Reformationstag beleuchtet die zentrale Botschaft der Reformation: die Gerechtigkeit Gottes. Anhand biblischer Texte und historischer Ereignisse wird erklärt, was Gerechtigkeit bedeutet und wie sie uns durch den Gehorsam Jesu Christi zuteilwird. Die Predigt zeigt auf, dass diese Gerechtigkeit nicht durch eigene Werke erlangt werden kann, sondern ein Geschenk Gottes ist, das wir durch Glauben empfangen.


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Serie: Predigten

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Transkript

[0:00] Gesegneten Sabbat. Wir haben heute den 31. Oktober und wir haben uns gerade schon im Lied ein bisschen der Reformation zugewandt. Ich hoffe, ihr habt das mitbekommen. Ein Lied von Martin Luther und beim Singen haben wir festgestellt, die Rhythmen des Martin Luther sind nicht mehr unsere Rhythmen. Die fast 500 Jahre haben sich musikalisch niedergeschlagen und ich glaube, das ist nicht nur so bei den Liedern von Luther so, auch bei seiner Lehre gibt es vielleicht das eine oder andere, was uns mittlerweile nicht mehr so klar ist, was er gesagt hat. Wir behaupten, dass wir die Erben der Reformation sind und gibt es eine bessere Gelegenheit als einen Sabbat, den 31. Oktober, über die Reformation und vor allem über das entscheidende Ereignis der Reformation nachzudenken.

[1:05] Helft mir, ihr lieben Geschichtsstudenten. Was passierte am 31. Oktober 1517? Da gab es 95 Thesen, die Martin Luther aufgestellt hatte. Wer von euch hat die eigentlich mal gelesen? Doch einige. Und er hat sie angenagelt an die Tür in Wittenberg, an die Schlosstür der Schlosskirche. Nicht um eine Reformation zu starten, nicht um eine neue Kirche zu starten, sondern um einen theologischen Disput loszutreten. Und trotzdem war das der Geburtsmoment der Reformation, weil Luther in diesen 95 Thesen einen ersten Schritt ging, ein fundamentales biblisches Prinzip wieder zu entdecken, von dem ich glaube, obwohl wir es alle bejahen, die allerwenigsten von uns es überhaupt richtig verstanden haben. Und heute möchte ich die Zeit mir nehmen, euch einmal das Fundament anzuschauen, etwas tiefer zu graben, als wir es gewöhnlich tun. Was ist eigentlich das Fundament der reformatorischen Botschaft? Und bevor wir das tun, möchte ich euch einladen, dass wir gemeinsam niederknien für ein Anfangsgebet und dann in das Bibelstudium hineintauchen.

[2:23] Lieber Vater im Himmel, wenn wir jetzt zu dir kommen, dann wissen wir, dass wir nichts in uns haben, was uns irgendwie würdig vor dir machen würde. Nichts, was irgendwie uns einen Verdienst geben könnte. Wir sind schwache Menschen, sündige Menschen und wenn du uns segnen möchtest, dann kannst du das nur durch dein Wort. Und so möchten wir dich bitten, dass jetzt dein Wort zu uns spricht, dass es Dinge, die so tief sind, dass Engel seit Jahrhunderten das studieren, dass wir es wenigstens im Ansatz so klar und deutlich verstehen, dass es uns hilft, eine echte Reformation in unserem eigenen Leben zu erleben. Ich möchte dich bitten, dass du uns die Augen öffnest, so wie du sie damals Martin Luther geöffnet hast, dass wir die Wahrheit in Klarheit verstehen und wir danken dir, dass du verheißen hast, dass dein Wort nicht leer zurückkehrt, sondern dass dein Wort noch heute die gleiche Kraft hat, die damals die Reformation in Gang gesetzt hat. Sei du jetzt bei uns, sprich du zu uns mit deinem Heiligen Geist. Im Namen Jesu. Amen.

[3:37] Martin Luther war jemand, dem das Thema von der Erlösung sehr nahe ging. Als er in seinem Bezirk dort feststellte, dass Menschen zu Predigern gingen, wie dem Tetzel, den berühmten, von dem ich gelesen habe im Buch vom Schatten zum Licht, um Erlösung zu kaufen mit Geld, dann war ihm das zutiefst zuwider. Er hatte jahrelang damit gerungen, wie werde ich gerecht vor Gott. Er hatte Bücher gelesen, er hatte Theologie studiert, er hatte gute Werke getan, er hatte Almosen gegeben, er hatte sich selbst geknechtet und sich Schmerzen zugefügt, weil diese eine Frage ihn nicht losließ: Wie werde ich gerecht vor Gott? Wie kann ich mit Gott im Reinen sein? Eine Frage, die jeder Mensch irgendwann in seinem Leben stellt. Und als er merkte, dass dort Menschen umherziehen, die dieses Angebot des Evangeliums für billiges Geld verschachern, um damit vielleicht noch irgendwelche Gebäude zu bauen oder Kriegszüge zu finanzieren, da war das fast zum Überlaufen gekommen. Und er verfasste diese 95 Thesen. In ihnen hat er nicht die ganze Wahrheit erfasst. In den 95 Thesen behauptet er immer noch, dass der Papst der Stellvertreter Christi ist im Wesentlichen. Aber er hat zum ersten Mal am Fundament der Irrlehre gerüttelt. Was eigentlich genau ist diese Irrlehre und was genau ist die Wahrheit, die Martin Luther damals angefangen hat zu verstehen?

[5:15] Damals hat Tetzel ja gepredigt: Wenn man das Geld nur schnell genug in die Kasse springen lässt, nicht wahr? Der Taler, wie ging das nochmal? Genau. Wie auch immer, die Seele springt aus dem Feuer, nicht wahr? Die Idee war, dass wenn ich bezahle, jemand anderes gerettet wird. Und die Frage stellt sich: Wie sind die darauf gekommen? Was war das Fundament dafür? Viele von uns wissen vielleicht gar nicht, dass es eine theologische Begründung dafür gab. Denn selbst die katholische Kirche war nicht so blauäugig zu glauben, dass reines Geld Sünden vergeben könnte. Die katholische Lehre besagte, dass es Heilige gegeben habe, die so heilig, so gerecht gelebt haben, dass sie einen Überschuss an Heiligkeit haben. Sie waren heiliger als notwendig. Sie haben mehr gute Taten getan als notwendig. Und all diese guten Taten, die getan worden sind von Heiligen in den letzten Jahrhunderten, die sind auf einem imaginären Gemeindekonto sozusagen, einem Kirchenkonto, einem Konto der guten Taten. Und jeder, der möchte und das entsprechende Kleingeld aufbringt, kann diese übrig gebliebenen guten Taten, die da zur Verfügung stehen, kaufen.

[6:35] In Römer 1 möchte ich mit euch heute ein Bibelstudium haben über eines der wichtigsten Themen überhaupt. Und ich hoffe, es so klar und so deutlich zu machen, obwohl es ein Thema ist, das wir noch Jahrmillionen studieren werden. Römer 1 und dort Vers 16 und 17. Der Vers oder der Abschnitt, der für Luther die Essenz war, der Kernmoment, der die Reformation zum Starten brachte. Römer 1, Vers 16 und 17: Denn ich schäme mich des Evangeliums von Christus nicht. Denn es ist was? Ihr seid noch ein bisschen müde heute. Es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt. Zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen. Und dann gibt es eine Begründung, die wir selten durchdenken. Wir springen dann schnell weiter zu: Der Gerechte wird aus Glauben leben. Aber die Begründung ist, warum es Gottes Kraft ist. Was ist die Begründung in dem Vers, in dem nächsten Vers? Denn es wird darin offenbart die Gerechtigkeit Gottes. Paulus sagte uns und Luther verstand dann: Im Evangelium, in der Kraft des Evangeliums offenbart sich die Gerechtigkeit Gottes. Und das ist ein großes Thema. Wir haben wahrscheinlich verstanden, dass Jesus von uns gestorben ist. Wir haben verstanden, dass er auf Golgatha vor uns sein Blut vergossen hat. Wir haben auch verstanden, dass irgendwie Gott deswegen in der Lage ist, uns ewiges Leben zu geben. Aber die Frage ist, worin zeigt sich dort die Gerechtigkeit Gottes? Was ist daran gerecht, wenn wir einfach sagen: Herr, vergib mir, und mir passiert nichts?

[8:24] Fangen wir mal einfach an. Was eigentlich ist Gerechtigkeit? Denn wenn wir wissen wollen, wie sich die Gerechtigkeit Gottes offenbart, müssen wir verstehen, was Gerechtigkeit ist. Kann mir jemand helfen? Was ist Gerechtigkeit? Du sagst das Gesetz. Jemand hat gesagt: Liebe, Freiheit. Schauen wir mal uns 5. Mose an. 5. Mose Kapitel 6 und dort Vers 25.

[9:05] 5. Mose 6 Vers 25: Und es wird uns zur Gerechtigkeit dienen, wenn wir was tun? Wenn wir darauf achten, alle diese, was steht bei euch, Gebote vor dem Herrn, unserem Gott, zu tun, wie er es uns geboten hat. Also Mose sagt sehr deutlich: Wenn wir alle Gebote tun, die er uns geboten hat, dann dient es uns zur Gerechtigkeit. Schlussfolgerung ist sehr simpel, sehr einfach. Es kommt noch mehr dazu, aber sehr simpel erstmal: Gerechtigkeit ist der Gehorsam dem Geboten Gottes gegenüber. Ellen White sagt in "Faith and Works" 101: Righteousness is Obedience to the Law. Gerechtigkeit ist Gehorsam dem Gesetz gegenüber.

[9:59] Nun, warum brauchen wir eigentlich Gerechtigkeit? Schauen wir gemeinsam in Römer 3 und dort Vers 23. Römer 3 und dort Vers 23.

[10:13] In Römer 3 Vers 23 wird deutlich, dass wir ein Problem haben und das ist auch wahrscheinlich den allermeisten von euch sehr klar und noch ein bisschen Einleitung zu unserem Thema. Römer 3 Vers 23: Denn alle haben was? Gesündigt und verfehlen die Herrlichkeit, die sie vor Gott haben sollten. Beschrieben wird das in Vers 13, Verzeihung, in Vers 10 und 11, wie geschrieben steht: Es ist keiner gerecht, auch nicht einer. Es ist keiner, der verständig ist, der nach Gott fragt. Die Bibel sagt, wir alle müssten gerecht sein, oder? Aber dann sagt die Bibel: Keiner von uns ist gerecht. Uns fehlt etwas, was wir vor Gott haben sollten. Wenn das so ist, ist die große Frage: Wo bekomme ich das her, was mir fehlt? Gerechtigkeit ist Gehorsam. Allen von uns fehlt also Gehorsam, weil wir gesündigt haben. Irgendwo müssen wir den Gehorsam herkriegen, der uns fehlt.

[11:20] Nun gibt es einige Ideen, wie man das machen könnte. Eine Idee zum Beispiel ist: Na ja, ich bin jetzt einfach gehorsam. Ich habe verstanden, mir fehlt Gehorsam, dann bin ich jetzt einfach gehorsam, oder? Das ist doch eine gute Lösung, oder? Lasst mich mal so illustrieren. Stellt euch vor, jemand wird ins Gefängnis geworfen, weil er die letzten zehn Jahre jede zweite Woche einen Menschen umgebracht hat. Und im Gefängnis stellt er fest: Ich hätte das nie tun dürfen. Ich hätte niemals Menschen umbringen sollen. Also nehme ich mir jetzt vor, von dem heutigen Tag an nie wieder jemanden umzubringen. Und er lebt jetzt 20 Jahre im Gefängnis und bringt niemanden um. Wird der Richter sagen: Okay, weil du jetzt 20 Jahre lang gehorsam gewesen bist, bist du gerecht? Ja oder nein? Ganz einfach. Gehorsam, den wir ab jetzt tun, kann niemals unser ganzes Leben reinmachen, weil wir schon einfach zu spät kommen. Wir haben schon gesündigt. Das heißt, unser eigener Gehorsam nützt uns nichts. Es war wichtig und gut und wir sollten jetzt gehorsam sein, natürlich, ohne Frage. Aber er nützt uns nichts vor Gott, weil er zu spät kommt. Er ist einfach zu spät. Es ist schon geschehen.

[12:53] Wir brauchen also, wenn der Gehorsam nicht von uns kommt, wo muss er dann herkommen? Erstmal ganz einfach denken: Wenn er nicht von uns kommt, dann kommt er von woanders, oder? Wir brauchen also aus einer Quelle, die nicht in uns ist, Gehorsam. Jetzt, einige haben da verschiedene Ideen gehabt. Im Alten Testament, als Gott den Heiligungsdienst gab, da gab es viele Israeliten, die glaubten, dass die Makellosigkeit des Lammes, das unfehlbare Lamm, das keinen Makel hatte, dass das sie irgendwie gerecht machen könnte, oder? Wenn immer sie gesündigt haben, haben sie schnell ein Lamm geschlachtet und dachten, jetzt sind sie gerecht. Die Bibel sagt uns aber in Hebräer 10 und dort Vers 4:

[13:30] Hebräer 10 Vers 4: Dort heißt es: Denn unmöglich kann das Blut von Stieren und Böcken was tun. Sünden wegnehmen. Das heißt, Lämmer, Stiere, Turteltauben, was immer wir opfern wollen, kann uns nicht diesen Gehorsam schenken, den wir brauchen. Unmöglich.

[14:08] Einige Menschen, vor allem im Altertum, haben dann gesagt: Naja, vielleicht geht das daran, weil die Lämmer und die Schafe und die Ziegen und die Stiere, die sind ja im biologischen Sinne unter uns, oder? Das sind ja nur Tiere. Vielleicht muss, um es gerecht zu sein, muss ein Mensch für uns sterben. Ja, weil wir sind Menschen. Gerecht wäre es ja, wenn jetzt ein anderer Mensch unseren Platz einnimmt, oder? So kam man auf die Idee, Menschenopfer zu bringen. Hat das was genutzt? In der Folge könnten wir sagen: Na, vielleicht lag das daran, dass die Menschenopfer immer gewaltsam gebracht wurden. Aber wenn ein Mensch freiwillig sein Leben opfern würde, nehmen wir mal an, sogar vielleicht ein gehorsamer Mensch. Könnte das nicht als Opfer akzeptiert werden für uns?

[14:55] Schauen wir mal, was wir lesen in 2. Mose. In 2. Mose Kapitel 32. Bekannte Geschichte. 2. Mose 32. Das ist Mose, der offensichtlich ein ziemlich gerechtes Leben gelebt hat, oder? Als Führer des Volkes hat er wie viele Sünden begangen? Als Führer des Volkes Gottes in der Wüste hat er wie viele Sünden begangen? Was sagt Gott? Wegen einer Sünde. Und zu dem Zeitpunkt hat er sie noch nicht begangen. Ja, all seine anderen Sünden waren vergeben gewesen. Er lebt jetzt ein gerechtes Leben. Und er sagt in 5. Mose 32, Vers 32: Und nun vergib ihnen doch ihre Sünde, wenn aber nicht, so tilge mich aus deinem Buch, das du geschrieben hast. Mit anderen Worten: Nimm doch mein Leben, mein gerechtes Leben für die Menschen. Und was sagt Gott?

[16:04] Vers 33: Ich will den aus meinem Buch tilgen, der gegen mich so nicht. Du kannst mit deinem gerechten Leben, sagt er zu Mose, nicht ein Opfer sein für die anderen.

[16:16] Paulus hatte dieselbe Idee, schaut mal, in Römer 9. Der Paulus, der wusste, warum er das schreibt. Er hatte dieselbe Idee wie Paulus. In Römer 9 und dort Vers 3, da sagt der Paulus in Römer 9, Vers 3: Ich wünschte nämlich, hat einen Wunsch gehabt. Was war sein Wunsch? Ich wünschte nämlich, selber von Christus verbannt zu sein. Anderthema, verflucht, weg von Christus. Warum hat er sich das gewünscht? Komischer Wunsch, oder? Von Christus verbannt zu sein. Warum hat er sich das gewünscht? Für wen? Helft mir, für wen? Für seine Brüder. Meine Verwandten nach dem Fleisch. Er sagt: Wenn ich sehe, dass die Israeliten Gott nicht annehmen, dann wünsche ich mir, dass ich auf mein ewiges Leben verzichten kann. Ich wünsche mir, dass ich von Christus verflucht bin, wenn das etwas nützt für die anderen. Aber die Bibel macht offensichtlich deutlich: Paulus konnte nicht seine Gerechtigkeit auf andere Menschen übertragen.

[17:23] Nun, vielleicht liegt es daran, dass wir jemanden brauchen, der über uns steht, oder? Vielleicht brauchen wir jemanden, der größer ist. Kennt ihr ein Wesen, ein Geschöpf in der großen Welt Gottes, die er geschaffen hat, in dem ganzen Universum, das vielleicht etwas höher steht als die Menschen? Die Engel, oder? Was ist mit den Engeln? Ellen White sagt uns, als der Plan der Erlösung überlegt wurde, als der Plan der Erlösung notwendig wurde, als Menschen sündigten und Gerechtigkeit brauchten, da kamen Engel auf die Idee und sagten: Hey, wir haben nie gesündigt, wir könnten es machen. Weil, ich meine, der Mose hat auch mal gesündigt, der Paulus hat mal gesündigt, aber wir Engel, wir sind sündlos, wir könnten doch unser Leben geben, oder? Sie sagt: Ein paar Jahre in den Propheten, Engel warfen sich vor den Füßen ihres Befehlshabers nieder und baten ihr Leben als ein Opfer für den Menschen an. Und dann sagt sie: Das Leben eines Engels konnte die Schuld nicht bezahlen.

[18:20] Dann hat man nachgedacht, warum? Warum kann die Schuld eines, das Leben eines Engels, der sündlos ist, nicht die Schuld bezahlen? Also Lämmer können es nicht, Menschen können es nicht, Engel können es nicht und wir alle hätten wahrscheinlich zugestimmt, dass das so ist. Aber wissen wir auch wirklich, warum?

[18:57] Schaut mal mit mir in Lukas 17. Das ist ein bisschen herausfordernder Text hier. In Lukas 17 und dort Vers 7 bis 10. Lukas 17 und dort ab Vers 7. Jesus hier. Ein Gleichnis, das man nicht oft liest. Lukas 17 Vers 7: Wer aber von euch wird zu seinem Knecht, der pflügt oder weidet, wenn er vom Feld heimkommt, sogleich sagen: Komm her und setze dich zu Tisch? Wird er nicht vielmehr zu ihm sagen: Bereite mir das Abendbrot, schütze dich und diene mir, bis ich gegessen und getrunken habe, und danach sollst du essen und trinken? Dankt er wohl jenem Knecht, dass er getan hat, was ihm befohlen war? Und Jesus beantwortet seine Frage. Ich meine nicht. Er sagt also: Wenn du ein Knecht bist und deine Arbeit tust, dann hast du keinen Dank verliehen. Krass, oder? Wenn du das tust, was dir aufgetragen ist und du tust es, dann hast du keinen besonderen Verdienst. Du hast einfach getan, was dir befohlen ist.

[20:07] Vers 10: So sollt auch ihr, wenn ihr alles getan habt, was euch befohlen war, sprechen: Wir sind was? Ohne zu Knechte. Wir haben getan, was wir zu tun schuldig waren. Jesus sagt: Wenn ihr alles tut, was ihr tun solltet, was sagt ihr dann? Oh, wir sind besonders heilig, wir sind sündlos, wir haben alles Gutes getan. Nein, so würden wir denken, oder? Wenn man alles richtig getan hat, wenn man ein sündloses Leben gelebt hätte, was sollten wir tun? Wir müssten sagen: Wir sind ohne zu Knechte, wir haben nur getan, was wir tun mussten.

[20:45] Mit anderen Worten, selbst ein sündloses Leben reicht gerade für mich. Selbst wenn ich alles richtig machen würde, von dem ersten Atemzug bis zum letzten, es würde gerade für mich reichen. Nichts von wegen extra Heiligkeit, extra gute Taten, die irgendwie von der Kirche verwaltet werden können. Wenn ich alles richtig mache und alles richtig getan habe, dann habe ich immer noch keinen Verdienst vor Gott. Und deswegen, selbst wenn ich sündlos wäre, könnte ich dir nichts geben, weil ich brauche es ja selber. Deswegen können Engel ihr Leben nicht geben, weil sie brauchen ihre Sündlosigkeit selber.

[21:28] 1. Korinther 9, Vers 16. Paulus hat das ganz praktisch gewusst. 1. Korinther 9, Vers 16. 1. Korinther 9, Vers 16 sagt der Paulus: Denn wenn ich das Evangelium verkündige, so ist das kein Ruhm für mich. Heute hat man oft das Gegenteil den Eindruck. Wenn jemand was für Gott tut, dann haben wir den Eindruck, wir müssen ja irgendwie auch geehrt werden. Man muss uns doch irgendwie eine Medaille geben. Man muss doch irgendwie feststellen, dass wir was getan haben. Wenigstens sollte man uns belobigen. Paulus sagt: Wenn ich jetzt predige, habe ich keinen Ruhm. Ich habe nichts verdient. Warum? Warum? Denn ich bin dazu verpflichtet. Der große Paulus, mit all dem großen, was er getan hat, wusste, wenn er alles richtig macht, dann reicht das nur für ihn, denn er ist dazu verpflichtet.

[22:33] Jetzt, warum war der Paulus verpflichtet, das Evangelium zu predigen? Konnte er sich das nicht selbst aussuchen oder an freien Willen? Natürlich an freien Willen. Schaut mal mit mir in Galater 5, da sagt er, warum er verpflichtet ist zu predigen und das hilft uns, dieses Thema besser zu verstehen. Galater 1, Vers 15. Galater 1, Vers 15. Paulus wusste, alles was er tut, er ist dazu verpflichtet. Das Gute, was er tut, das Religiöse, was er tut, er ist dazu verpflichtet. Warum? Galater 1, Vers 15: Seit wann war Paulus bestimmt worden zum Evangelisten? Seit dem Mutterleib. Und wer hat ihn dort im Mutterleib geformt? Kennt ihr noch jemanden, der sagt, dass er vor Mutterleibs Formung bestimmt worden ist für eine Aufgabe? Haben wir gerade studiert, Jeremia, oder? Die Bibel macht deutlich, dass unsere Lebensaufgabe, das was wir tun sollen, von Gott vorgesehen ist. Mit anderen Worten, er hat mich erschaffen für eine bestimmte Aufgabe und wenn ich die Aufgabe ausführe, dann sagt Gott nicht: Oh wow, danke, dass du das gemacht hast. Er sagt: Schön, weil dafür hatte ich ja geschaffen. Du hast genau das getan, was du tun solltest. Mit anderen Worten, jedes geschaffene Wesen, jeder, der sein Leben ableitet von Gott, hat eine Aufgabe und wenn er die Aufgabe perfekt ausführt, hat er doch immer keinen Ruhm. Er hat nur das getan, was er tun sollte.

[24:29] Deswegen gibt es im ganzen Universum nicht ein einziges geschaffenes Wesen, das auch nur einen Bruchteil seiner Sündlosigkeit, seiner Gerechtigkeit abgeben könnte, weil jedes geschaffene Wesen braucht seine Sündlosigkeit selbst. Das ist der Grund, warum in Matthäus 25, das kennt ihr bestimmt, zehn Jungfrauen, oder? Matthäus 25, kennt die Geschichte, muss ich nicht nacherzählen. Alle wachen auf und man stellt fest, die einen haben Mangel, die einen haben auch genug Öl, die anderen haben Mangel an Öl, sie brauchen mehr. Ellen White sagt, das Öl stellt Gerechtigkeit dar. Sie haben einen Mangel an Gerechtigkeit und jetzt stellen sie fest: Hey, ihr habt auch Gerechtigkeit. Könnt ihr uns nicht was abgeben?

[25:15] Vers 7, da warten alle jene Jungfrauen und machten ihre Lampen bereit. Die Törichten aber sprachen zu den Klugen: Gebt uns von eurem Öl. In der katholischen Kirche wäre das gegangen. Bei Tetzel wäre das gegangen. Da hätten die Klugen gesagt: Naja, wie viel willst du denn haben? Also, wie viel gibst du denn? Gibst du mir 25 Duplonen oder Dukaten oder was auch immer, dann kriegst du ein bisschen Öl. Wir haben ja extra Öl. Nee, kein extra Öl. Die Klugen antworten: Nein. Warum? Weil wir sind so egoistisch. Nein, du hattest vorher Zeit. Nee, was sagen sie? Nein. Was ist der Grund? Helft mir. Was ist der Grund? Es würde sonst nicht für uns und für euch reichen.

[25:59] Jedes geschaffene Wesen kann maximal für sich selbst sorgen. Und wenn wir aufgrund von Sünde irgendwo einen Mangel haben in unserer Bilanz, wenn irgendwo was fehlt, dann können wir selbst nicht das auffüllen und wir können es auch nicht von irgendeinem anderen bekommen, der selbst gehorsam schuldig ist. Mit anderen Worten, ihr Lieben, woher bekommen wir dann Gehorsam, den wir so dringend brauchen, wenn alle Wesen, die zum Gehorsam verpflichtet sind, ihn nicht abgeben können, ohne selbst ewiges Leben zu verlieren? Es müsste jemand geben, der übertragbaren Gehorsam hat. Es müsste jemand geben, der gehorsam ist, ohne es für sich selbst zu brauchen. Versteht den Gedanken? Jemand, der einen Gehorsam anhäuft, den er nicht für sich selbst braucht, sondern den er dann weitergeben kann. Das müsste jemand sein, der von Natur aus nicht gehorsam sein muss, sozusagen, der nicht verpflichtet ist, der nicht irgendwie abhängig ist von Gott.

[27:22] Gibt es jemand, der nicht abhängig ist von Gott, dem Vater? Die Bibel sagt Johannes 1 und dort Vers 1, kennst du auswendig, oder? Im Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott und das Wort war Gott. Vers 4: In ihm war das Leben. Da ist jemand im Universum, der lebt aus sich selbst heraus. Er ist nicht abhängig von Gott, dem Vater, wie die Engel oder wie Menschen oder wie die Turteltauben. Jemand, der das Leben in sich hat. Jemand, von dem Gott, der Vater, sagt: Ihr kennt es, Hebräer 1, Vers 8: Dein Thron, oh Gott. Einer, der aus sich selbst existiert. Christus ist der präexistente, selbstexistente Sohn Gottes. Er existiert aus sich selbst heraus.

[28:48] Indem er von seiner Präexistenz spricht, tut Christus die Gedanken zurück in unzählbare Zeitalter zurückversetzen. Er versichert uns, dass es niemals eine Zeit gab, in der er nicht in enger Gemeinschaft mit dem ewigen Gott war. Sein göttliches Leben kann nicht durch menschliche Berechnungen angegeben werden. Die Existenz von Christus vor seiner Menschwerdung wird nicht durch Zahlen angegeben. Das heißt auf Deutsch: Er ist ewig. Er war gleich mit Gott, unendlich und allmächtig. Und dann sagt sie etwas Entscheidendes im Buch "Desire of Ages", Leben Jesu, und merkt euch diesen Satz. Sie sagt, ich sag es im Englischen und dann im Deutschen: In Christ is life original, unborrowed, and underived. Das heißt auf Deutsch: In Christus ist Leben original, ungeborgt und unabgeleitet. Mit anderen Worten, wir Menschen haben unser Leben von Gott. Es ist abgeleitet, es ist geborgt. Wir können nicht darüber selbst verfügen. Aber in Christus ist ein Leben, das zu keinem Zeitpunkt irgendwann irgendwie von Gott dem Vater abhängig war. Es ist in ihm selbst seit Ewigkeiten. Er schuldet Gott dem Vater nichts. Er schuldet ihm nichts. Wenn zu irgendeinem Zeitpunkt er von Gott ausgegangen wäre, wenn er sein Leben von ihm abgeleitet hätte, dann hätte Gott einen Plan damit gehabt und Jesus müsste ihm schuldig sein, diesen Plan zu erfüllen.

[30:29] Dieses Thema ist super entscheidend, denn wenn wir die Göttlichkeit Jesu nicht verstehen, dann können wir eigentlich den Plan der Erlösung nicht begreifen. Nur wenn er das Selbstleben aus sich hat, freiwillig unter den Gehorsam Gottes stellen würde, dann würde er einen Gehorsam praktizieren, den er selbst gar nicht braucht. Versteht ihr den Gedanken? Er würde gehorsam sein, aber diesen Gehorsam bräuchte er nicht für sich selbst, weil er lebt ja aus sich selbst heraus. Er wäre es Gott nicht schuldig, sondern er würde Gott einen Gefallen tun.

[31:14] Mit anderen Worten, um es mal mit einem hinkenden Vergleich zu sagen: Wenn eure Kinder den Garten machen, dann müssen sie das tun, weil sie eure Kinder sind, oder? Ihr habt ihnen das Leben gegeben. Ihr könnt ihnen sagen, was sie zu tun und zu lassen haben, zumindest eine gewisse Zeit. Wenn euer Nachbar, der von euch völlig unabhängig ist, euch den Garten macht, dann hat er was verdient, oder? Dann steht er jetzt in seiner Schuld sozusagen, dann müsste er jetzt auch einen Wunsch erfüllen. Er hat etwas getan, was er nicht verpflichtet ist.

[31:40] Jesus wurde freiwillig Mensch, um einen Gehorsam anzuhäufen, den er nicht schuldig war. Schaut mal, wie das der Hebräer ausdrückt. Hebräer, Kapitel 7, Hebräer 5, Entschuldigung. Hebräer, Kapitel 5 und dort Vers 8. Und obwohl er Sohn war, hat er doch an dem, was er litt, was gelernt? Den Gehorsam. Er hat sich freiwillig Gott unterstellt. Deswegen sagt die Bibel in Philipper 2, schaut mal in Philipper 2, dann seht ihr, wie praktisch das plötzlich wird. In Philipper 2 und dort Vers 5 bis 8.

[32:39] Denn ihr sollt so gesinnt sein, wie es auch Christus Jesus auch war, der, als er in der Gestalt Gottes war, das heißt, er war Gott, es nicht wie einen Raub festhielt, Gott gleich zu sein, sondern er äußerte sich selbst, nahm die Gestalt eines Menschen, eines, eines was an? Eines Knechtes und wurde wie ein Mensch. Was ist ein Knecht? Jemand, der gehorsam ist, oder? Aber hier ist der entscheidende Punkt: Jesus war nicht Knecht, weil Gott ihn dazu bestimmt hatte, weil er ihn irgendwie erschaffen hätte oder weil Jesus von ihm ausgegangen wäre. Nein, Jesus wurde freiwillig Knecht. Er tat etwas, was er nicht hätte tun müssen.

[33:23] Vers 8: Unter seiner äußeren Erscheinung als ein Mensch erfunden, erniedrigte er sich selbst und wurde gehorsam bis zum Tod am Kreuz. Mit anderen Worten, das Leben Jesu durch seinen Gehorsam hat einen Gehorsam Realität gemacht, den er selbst nicht braucht, den er verschenken kann.

[33:50] Deswegen sagt die Bibel in Daniel 9, schaut mal Daniel 9, bekannte Prophezeiung, haben wir jetzt gerade die Woche studiert. Daniel 9, achtet mal auf folgendes. Ich hoffe, bei euch fügen sich jetzt ein paar Synapsen zusammen. In Daniel 9 Vers 24: Daniel 9 Vers 24: Über dein Volk und deine heilige Stadt sind 70 Wochen bestimmt, um was zu tun? Um die Übertretung am Ende zu machen und die Sünden abzutun, um die Missetat zu sühnen und, liest ihr mit, eine ewige Gerechtigkeit herbeizuführen. Mit anderen Worten, da soll eine Gerechtigkeit eingeführt werden.

[34:33] Frage, das müssen wir lesen. Matthäus, Matthäus 3. Könnt ihr euch an die Geschichte erinnern? Als Jesus zur Taufe kommt. Als Jesus zur Taufe kommt, was sagt Johannes der Täufer? Hilf mir, komm, schlaf nicht ein. Er sagt: Du brauchst nicht getauft werden, oder? Du hast es nicht nötig. Was sagt Jesus? Doch, ich habe es nötig. Ich habe gesündigt. Sagt er das? Jesus wusste, dass er die Taufe nicht nötig hat. Er wusste, dass er nicht gehorsam sein braucht in diesem Sinne. Er wusste, dass dieser Gehorsam für andere sein würde. Er sagt: Lass es so sein.

[35:12] Matthäus 3 und dort Vers 15: Lass es jetzt so geschehen, denn so gebührt es uns, alle Gerechtigkeit zu erfüllen. Mit anderen Worten, wann immer Jesus gehorsam war, hat sich das Konto, das Gerechtigkeitskonto, das Gehorsamskonto im Himmel aufgefüllt. Ein Konto, das von dem andere ziehen könnten, weil er braucht diesen Gehorsam nicht für sich selbst, aus einem einzigen Grund: weil er selbstexistent ist. Wenn er das nicht wäre, würde alles gar keinen Sinn machen. Dann hätte Gott nämlich auch einen Engel schicken können oder einen Menschen. Aber Gott ist gerecht. Jesus sollte mit seinem Leben eine Gerechtigkeit bringen, die für jeden einzelnen Menschen gelten kann.

[36:06] Das heißt, jeder einzelne Fall musste abgedeckt werden. Da gibt es Menschen, die sündigen, weil sie sagen: Wenn ich bessere Gene hätte, dann würde ich das nicht tun, oder? Habt ihr schon mal Menschen getroffen, die sagen: Ich bin so wegen meiner Gene? Also wurde im Himmel beschlossen, dass Jesus in einer Familie geboren werden würde, die im Stammbaum Ehebrecher, Vergewaltiger und Mörder hat. Dann gibt es Menschen, die sagen: Wenn ich mehr materiellen Wohlstand hätte, dann würde ich diese Sünde nicht tun. Um das auszugleichen, musste Jesus in eine Familie geboren werden, die bettelarm ist. Manche Menschen sagen: Oh, dankeschön.

[36:50] Manche Menschen sagen vielleicht: Naja, wenn ich mehr Bildung hätte, dann würde ich nicht in dieser Sünde leben, dann könnte ich ein besseres Leben, dann hätte ich gehorsamer sein können. Also kam Jesus in eine Zeitepoche der Antike, wo die Bildung Minuspunkt war und er ging nicht mal zur Schule, hatte keinen Schulabschluss. Manche sagen: Naja, ich sündige oder ich kann nicht gehorsam sein wegen meiner Umgebung. Und so planten Gott der Vater und Jesus: Okay, wo muss ich dann leben? Und Jesus sagte: Wir werden Nazareth auswählen, um sicherzustellen, dass mein Gehorsam auch für die gilt, die in den allerschlimmsten Umständen gelebt haben. Manche sagen: Naja, ich sündige oder ich kann nicht gehorsam sein, weil andere schlecht über mich reden. Also lebte Jesus ein Leben mit dem Stigma, ein uneheliches Kind zu sein. Manche sagen: Naja, meine Geschwister sind so böse, nicht wahr? Kennt ihr das? Die Geschwister haben es getan. Die haben mich verführt. Also lebte Jesus mit Stiefbrüdern, die alle älter waren als er und ihn böse behandelt haben. Manche Menschen sagen: Wenn ich nur einen Ehemann oder eine Ehefrau gehabt hätte, dann hätte ich besser Gottes Plan erfüllen können. Ich bin zu einsam. Und so entschied der Himmel, dass Jesus sein Leben als Single leben müsste. Vielleicht sagen wir: Ja, es liegt an politischen Umständen. Jesus wurde in eine Diktatur geboren, die römische. Vielleicht sagen wir: Es liegt an dem materiellen Mangel. Jesus hatte keine Besitztümer.

[38:42] Mit anderen Worten, Jesus, als er im himmlischen Rat sich überlegte, welches Leben müsste ich leben, um jeden Fall abzudecken, hat er das schwierigste aller schwierigen Leben sich ausgesucht. So konstruiert, dass seine Gehorsam jeden möglichen Fall abdecken könnte. Dass jeder sagen könnte: Okay, das brauche ich. Jesus hat sich freiwillig gehorsam gemacht.

[39:15] Schaut mit mir in Johannes 5 und dort Vers 30. Einige denken, wir wollen den Vers lesen. Einige denken, dass Jesus früher im Himmel Gott war, aber dann auf der Erde nur Mensch war. Wisst ihr, was das bedeuten würde? Es würde bedeuten, dass sein Gehorsam hier auf der Erde nicht übertragbar ist. Denn wenn er nur Mensch wäre und nicht Gott, dann wäre er doch vollkommen abhängig von Gott gewesen. Wenn also Jesus sagt in Johannes 5 und Vers 30: Ich kann nichts von mir selbst tun. Dann bedeutet das nicht, dass er nicht mehr Gott war. Es bedeutet, dass er diese Göttlichkeit nicht benutzt hat.

[40:09] Ellen White sagt: Christus hat seine Göttlichkeit nicht ausgetauscht gegen Menschlichkeit, sondern er hat seine Göttlichkeit in Menschlichkeit gekleidet. Das ist ein entscheidender Punkt, denn wenn er seine Gottheit aufgegeben hätte, dann wäre sein Gehorsam nicht mehr der freiwillige Gehorsam gewesen. Bei jedem einzelnen Gehorsam-Schritt hat er immer die Option gehabt, es aus eigener Kraft zu tun.

[40:33] Mit anderen Worten, als er in der Wüste war und der Satan kommt: Mache die Steine zu Brot. Hatte Jesus die Option? Er hatte zwei Optionen. Eine Option wäre gewesen: Schalte an, ich bin Gott, geh hinweg, Satan, du hast keine Chance gegen mich. Hätte er machen können. Aber das hätte das Konto nicht aufgefüllt. Also hat er sich gegen diese Option entschieden, freiwillig, obwohl sie da war und gesagt: Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von einem jeden Wort, das aus dem Mund Gottes hervorgeht. Ich bin Gott aus Glaubengehorsam, nicht aus meiner eigenen Kraft, nicht aus meiner Göttlichkeit, nicht aus meinem eigenen, das ist zwar da, aber freiwillig tue ich es nicht. Und damit füllt sich mit jedem Gehorsam-Schritt das Konto auf.

[41:32] Nun, Jesus wusste, dass es Menschen geben würde, die sagen werden: Ich konnte nicht gehorsam sein, weil die Emotionen waren überwältigend. Als sie also sein Lebensbuch schrieben, da fügten sie die Szene in Gethsemane hinein, als er mit seinen überbordenden Emotionen und Gefühlen kämpfen musste. Manche sagen: Ich kann nicht gehorsam sein, wegen dem Gruppendruck. Das ist der Grund, warum Jesus verlassen werden musste. Manche sagen: Ich bin zu Unrecht beschuldigt worden, deswegen habe ich gesündigt. Deswegen musste Jesus alle Schuld auf sich nehmen und zeigen, dass man trotzdem gehorsam sein kann, auch wenn alle Schuld auf einem liegt, zu Unrecht. Manche sagen: Naja, wenn es nur Worte gewesen hätten, aber ich bin geschlagen worden, deswegen konnte ich nicht Gott gehorsam sein. Jesus musste geschlagen werden. Er musste Todesandrohung bekommen. Er musste von anderen zur Sünde angestiftet werden. Und am Ende, wisst ihr, es wird Menschen geben, die sagen: Naja, ich wusste, Gott hat mich verlassen, deswegen habe ich einfach weiter gesündigt. Und Gott zeigt am Kreuz, dass Jesus selbst dann noch gehorsam war, als Gott sich von ihm abgewendet hat. Sagte er nicht am Kreuz: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Und ich bin trotzdem freiwillig dir gehorsam. Es gibt gar keinen Grund für irgendeinen Ungehorsam.

[42:58] Frage: Wenn jemand ein kleines Opfer bringt, was ist dann sein Verdienst? Ein kleiner Verdienst, oder? Wenn jemand ein großes Opfer bringt, dann ist es ein großer Verdienst. Und wenn jemand ein ewiges Opfer bringt, dann ist es ein ewiger Verdienst. Wenn also ein ewiger Gott auf ewig Mensch wird, auf ewig sich Gott sozusagen unterstellt, dann ist da genügend Gehorsam für alle Ewigkeit. Genügend Gehorsam, der übertragbar ist. Aber eine Frage war noch zu klären. Eine Frage musste geklärt werden, als er nach dem Kreuz in das Grab gelegt worden ist. Die Frage nämlich: Hat er das wirklich freiwillig getan oder ist er doch von Gott irgendwie gezeugt worden? Ist er doch von Gott bestimmt worden für diese Aufgabe? Dann wäre all sein Gehorsam Pflicht gewesen gegen Gott. Die Frage musste geklärt werden, vor allem mal: Ist er wirklich aus sich selbst heraus so gehorsam gewesen? Ohne jegliche Verpflichtung gegenüber Gott? Oder war er doch irgendwie von Gott abhängig?

[44:22] Nachdem er alles getan hatte, man hätte ja sagen können, er hat doch die Kranken geheilt, das hat Petrus auch gemacht. Er hat auch die Toten auferweckt, das hat Elisa auch gemacht. Er ist auf dem Wasser gegangen, das hat Petrus auch gemacht. Keiner von denen könnte unser Löser sein. Der Beweis muss also gebracht werden, dass er tatsächlich aus sich selbst heraus das getan hat und dass er unabhängig von Gott ist.

[44:52] Schaut mit mir in Johannes Kapitel 10. Johannes Kapitel 10 und dort Vers 18. Johannes Kapitel 10 Vers 18: Jesus starb für die Menschheit und drei Tage später brachte er den Erweis, dass all sein Gehorsam freiwillig war und deswegen übertragbar. Niemand nimmt es, das Leben von mir, sondern ich lasse es von mir aus. Gott hat mich nicht dazu geschaffen. Er hat nicht mich irgendwie gezeugt, dass ich diese Aufgabe übernehme, sondern ich lasse es von mir aus. Ich habe Vollmacht, es zu lassen und ich habe Vollmacht. Was heißt Vollmacht? Ich habe die volle Macht, es wiederzunehmen. Diesen Auftrag habe ich von meinem Vater empfangen. Gott hat mir gesagt, ich soll es tun, aber die Kraft dazu habe ich selbst.

[45:49] Die Auferstehung Jesu. Wir verstehen gar nicht, was sie bedeutet hat. Die Auferstehung Jesu am dritten Tag hat vor dem ganzen Universum bewiesen, dass er selbst mit seinem Leben präexistent, selbstexistent ist und dass deswegen all das, was er vorher getan hat, inklusive des Kreuzestodes, er das nicht Gott geschuldet hat, sondern hat es einfach so gemacht und jetzt kann er zu Gott gehen und sagen: Ich bin dir gehorsam gewesen, jetzt schuldest du mir was. Ich bin dir gehorsam gewesen und diesen Gehorsam möchte ich gern, dass er übertragen wird auf meine Nachfolger. Und wisst ihr, was Gott dazu sagt?

[46:39] Vers 17: Darum liebt nicht der Vater. Mit anderen Worten, der Vater, der war ja verzweifelt gewesen, als Adam und Eva gesündigt haben. Denn Engel konnten das Problem nicht lösen. Das wusste Gott ganz genau. Er konnte niemanden zwingen, jetzt für die anderen zu sterben. Das wäre nie gerecht gewesen. Aber als Jesus aus freien Stücken zu ihm kommt und sagt: Schau mal her, ich bin unabhängig von dir. Ich könnte mich unter dich stellen. Ich könnte dir gehorsam sein und diesen Gehorsam könnten wir dann rechtmäßig übertragen auf andere. Da sagt die Bibel: Gott, der Vater hat ihn geliebt. Danke, dass du es möglich machst, dass ich sie retten kann und gleichzeitig gerecht sein kann.

[47:38] Als Jesus auferstand, da sagt uns die Bibel in Johannes 20, dass obwohl er auferstand aus sich selbst heraus, er erst wissen wollte, ob tatsächlich die Gerechtigkeit Gottes erfüllt worden ist. In Johannes 20, Vers 17 heißt es: Jesus spricht zu ihr: Rühre mich nicht an, denn ich bin noch nicht aufgefahren zu meinem Vater. Als Maria Magdalena zu ihm kommt und ihn anfassen will, sagt er: Rühre mich nicht an. Ich muss erst zu meinem Vater auffahren. Ich muss erst sehen, ob dieses Opfer anerkannt ist. Als es anerkannt war, kam er wieder zurück, hat sich von Thomas befassen lassen.

[48:13] Jesus hat durch sein Opfer, durch sein freiwilliges Opfer, das er nicht Gott schuldete, ein Konto eröffnet. Ein Konto mit Gehorsam. Jetzt die Frage ist: Wenn man ein Konto hat, braucht man eine Karte, nicht wahr? Die Karte ist eine PIN. Ohne PIN kein Zugriff zum Konto. Könnt ihr mir sagen, was ist die PIN zu dem Gehorsamskonto? Was ist die PIN, mit der wir diesen Gehorsam anzapfen können? Denn so hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass jeder, der an ihn glaubt. Glaube ist nicht Gehorsam, Glaube ist nicht die Erlösung, sondern Glaube ist die PIN zum Konto. In diesem Konto ist genügend Geld, um alle Schulden, die ich bisher getan habe, zu bezahlen. Und die meisten stoppen da. Die sagen: Naja, ich ziehe mir so viel Geld runter, dass alles das, was bisher ich falsch gemacht habe, wird bezahlt. Aber in diesem Konto ist genügend Geld, dass ich nicht nur meine ehemaligen Schulden bezahle, sondern jetzt auch tagtäglich mir das Geld hole, sozusagen, was ich zum Leben brauche. Das nennt man, alter, adventistische Begriffe, die zugerechnete Gerechtigkeit und die verliehene Gerechtigkeit. Schon mal gehört? Schon mal verstanden? Jetzt habt ihr es verstanden.

[49:42] Zugerechnete Gerechtigkeit ist der Gehorsam, den Jesus mir gibt, damit ich die alten, alles, was ich schon falsch gemacht habe, bezahlen kann. Alle Schulden werden dann beglichen, alles Geld ist da. Das ist zugerechnet, es wird dem Konto zugerechnet, wird jetzt verglichen. Verliehene heißt zusätzlich leitermiert ständig Geld, damit ich weiterleben kann, weil es nützt ja nichts, wenn alle Schulden bezahlt sind, ich bin immer noch bettelarm, oder? Ich brauche immer noch Geld, ich brauche immer noch Gerechtigkeit, ich brauche seine Gerechtigkeit, die mich bekleidet.

[50:14] Wisst ihr, was das Tolle ist? Schaut mal, Hebräer 7, Vers 25. Die Bank hat immer offen. Hebräer 7 und Vers 25. Hebräer 7, Vers 25: Daher kann er auch diejenigen vollkommen retten, die durch ihn zu Gott kommen, weil er für immer lebt, um für sie einzutreten. Wo ist eigentlich die Bank? Das ist das himmlische Heiligtum. Das himmlische Heiligtum ist die Bank. Am Kreuz hat er den Gehorsam, das Geld sozusagen, geschaffen, aber wir gehen ja nicht zum Kreuz, wir gehen zum himmlischen Heiligtum. Dort ist das Konto und mit der Glaubens-PIN können wir den Gehorsam für unser altes Leben und das neue Leben uns holen. Wie dumm wäre es, wenn wir die Geldkarte in der Tasche haben und das Konto nicht nutzen.

[51:14] Ich möchte eine Frage stellen. Gott ist ja gerecht, oder? Wenn Gott uns seine Gerechtigkeit gibt, dann muss ja ein Austausch stattfinden, oder? Denn nicht nur mangelt uns Gerechtigkeit, sondern wir haben ja auch gesündigt. Nun, wie man sagt in Johannes 1, Vers 29, kennt es: Siehe, das Lamm Gottes, das die Sünde der Welt hinwegnimmt oder trägt. Frage: Was ist Sünde? Das Gesetz ist. Was wird man durch die Sünde? Man wird irgendwann sterben. Man ist ein Knecht. Die Bibel sagt: Wer die Sünde tut, der ist der Sünde Knecht. Von wem ist man Knecht?

[52:08] Also stellen wir uns vor, hier ist Gott mit seiner Freiheit, mit seinem Gesetz, mit seiner Gerechtigkeit. Hier ist der Sünder mit seiner Sünde und als Sünder ist er ein Knecht. Jetzt sagt Gott: Ich möchte gern, jetzt hört gut zu, ihr Lieben, ich möchte gern den Sünder wieder frei bekommen. Er könnte einfach kommen und sagen: Satan, ich nehme ihn dir weg. Das könnte er machen, oder? Wäre er mächtig genug dazu? Wäre das gerecht? Nein, warum? Weil der Sünder ja gesagt hat: Hey, ich möchte auf deiner Seite, Satan, sein. Satan hat ein Recht auf den Sünder. Er ist ja sein Knecht, so wie der Meister ein Recht auf den Sklaven hat. Hat Satan ein Recht? Wenn also Gott sagt: Ich möchte ihn haben, dann sagt Satan: Was bietest du? Was bietest du? Du kannst ihn haben, aber du musst mir etwas geben. Gott ist gerecht. Das Reich Gottes, die Bibel sagt, das Evangelium offenbart die Gerechtigkeit Gottes. Wen soll ich geben? Hat Gott sich gefragt. Wer würde anstelle des Menschen sich jetzt in die Fänge Satans begeben? Denn wenn ich einen aus den Fängen des Satans befreie und das gerecht sein soll, dann muss ja ein anderer sich in die Fänge des Satans begeben.

[53:35] Jesus hat deutlich gesagt: Wenn der Sohn frei macht, den macht er frei. Das heißt, wir sollen freigemacht werden. Gerechterweise muss jemand anderes an unsere Stelle treten. Gerechterweise muss sich jemand dem Satan ausliefern. Jemand, der vielleicht die Chance hat, gegen ihn zu gewinnen. Das Problem ist nur: Wenn Jesus gekommen wäre als Gott und sagt: Schau mal her, den Menschen da, den möchte ich frei machen, ich komme und stelle mich an deine Stelle. Was hätte Satan gesagt? Er hätte gesagt: Das ist nicht fair. Den Menschen konnte ich relativ leicht verführen, aber wenn du als Gott kommst, gegen dich habe ich keine Chance. Du lässt dich ja nicht verführen. Jesus musste also Mensch werden, um die menschliche Stelle einzunehmen. Er musste sich also dem Satan ausliefern.

[54:31] Mit anderen Worten, das ist so. Stellt euch vor, eure Kinder sind in den Händen von Terroristen und ihr wisst, eure Kinder haben keine Chance gegen diesen Terroristen. Dann sagt er: Gib mir das Kind frei, mach mit mir, was du willst. Mach mit mir, was du willst. Ich werde nicht meine Göttlichkeit benutzen, dagegen anzukämpfen, sagt Jesus. Und als die Menschen wählen konnten, als der Satan wählen konnte, sündige Menschen in seiner Hand zu haben oder Jesus. Wisst ihr, was er gewählt hat? Als Barabbas und Jesus nebeneinander standen, was haben die Dämonen der Menge eingeflüstert? Wen wollten sie haben? Hört mal genau zu. Als Barabbas und Jesus nebeneinander standen, was haben die Dämonen der Menge eingeflüstert, was sie skandiert haben? Sie wollten Jesus haben. Die Dämonen haben gesagt: Gib uns lieber Jesus, dann kannst du die Menschen haben, aber gib uns Jesus, dann können wir mit Jesus machen, was wir wollen.

[55:39] Mit anderen Worten, kennt ihr eine Geschichte, wo jemand in die Hände Satans gegeben wird, obwohl er nichts dafür kann? Das ist die Geschichte von Hiob. Jemand wird in die Hände Satans gegeben und Satan kann sich an ihm austoben, nur mit dem Unterschied, dass es bei Hiob ein paar Grenzen gab. Und bei Jesus gab es keine Grenzen. Er sagt mit anderen Worten: Ich werde Mensch, ich werde meine Göttlichkeit nicht benutzen, ich verspreche es und du kannst machen, was du mit mir willst. Lass die Menschen frei.

[56:18] Schaut mal, was Jesus sagt in Lukas 22. Wir sind gleich am Ende angelangt. Lukas 22.

[56:29] Lukas 22, 153. Jesus wusste ganz genau, was passierte. Lukas 22, 153: Als ich täglich bei euch im Tempel war, habt ihr die Hände nicht gegen mich ausgestreckt, aber dies ist eure Stunde und die Macht der Finsternis. Ich weiß ganz genau, damit die Menschen frei werden, stelle ich mich euch zur Verfügung. Macht mit mir, was ihr wollt. Es war ja nicht Gott, der Jesus ans Kreuz gebracht hat, oder? Es waren römische Soldaten, inspiriert von Satan. Es war nicht Gott, der ihn bespuckt hat. Es waren römische Soldaten, inspiriert von Satan. Es war Satan, der ihn gequält, gemartert, bespuckt hat und damit deutlich gemacht hat, was er immer schon wollte im Himmel. Warum hat Gott das gemacht? Weil er wusste, dass Jesus der Einzige ist, der vielleicht eine Chance hat. Der Mensch hatte keine Chance gegen Satan, aber Jesus als Mensch, weil er sündlos war, hat eine Chance, was nicht heißt, dass er nicht auch hätte fallen können.

[58:13] Stellt euch vor, ihr habt eine Gruppe von Terroristen, ISIS-Terroristen, die haben eure Kinder und ihr seid voll bewaffnet, überall habt ihr Waffen. Und eure Kinder sind waffenlos und die ISIS-Terroristen sagen: Wir geben die Kinder her, wenn wir damit dich an ihrer Stelle haben können, wir wollen mit dir machen, was wir wollen. Und dann sagt ihr: Okay, aber die Bedingung ist, du darfst deine Waffen nicht benutzen. Jetzt fang sie an. Ich will es gar nicht beschreiben. Wie lange dauert es, bis du irgendwann das Gefühl verspürst, jetzt muss ich mich schon wehren, ich habe doch alles. Das wäre ungerecht, denn der Deal war ja: Lass sie gehen. Du kannst mich haben. Mit anderen Worten, wenn irgendwann einmal Satan im Gericht sagen wird: Aber dieser hat gesündigt, er gehört mir. Sagt Jesus: Moment mal, wir haben einen Deal gemacht, du konntest mich haben für ihn.

[59:25] Du hast bereits deinen Spaß gehabt, an ihm hast du kein Recht mehr, ich habe ihn freigekauft, ich habe ihn freigekauft. Das ist gerecht. Deswegen sagt die Bibel: Keine Zunge, die sich gegen dich im Gericht erhebt, wird etwas ausrichten können. Das ist das Erbe, das ist die Gerechtigkeit, die Gott bringt. Aber wisst ihr was, es gibt noch einen Schritt dramatischer, denn Jesus hat sich nicht nur in die Hände Satans gegeben, er hat ja auch gleichzeitig die Sünden der Welt getragen. Das ist ganz schön komplex die Sache. Das heißt, er hat gleichzeitig das Strafgericht Gottes erlebt. Stellt euch vor, ihr seid gleichzeitig in den Händen Satans und erlebt das Strafgericht Gottes. Ohne Gnade.

[1:00:08] Was ist die Strafe für Sünde? Was für ein Tod? Was für ein Tod? Ist Jesus ewig gestorben? Wer hat denn die Strafe bezahlt? Wenn die Sünde den Tod, den ewigen Tod bedeutet, dann kann Jesus uns nur davon erlöst haben, gerechterweise, wenn er selbst den ewigen Tod gestorben ist.

[1:00:34] Er wurde also Mensch und hat in seiner Menschheit, seine Menschheit war ja von Gott dem Vater abhängig, seine Göttlichkeit nicht, aber seine Menschheit war von Gott dem Vater abhängig. Und als er starb am Kreuz von Golgatha, starb er nicht, weil Menschen ihm in die Arme gestochen hatten, er starb nicht, weil er sich so verrenken musste, er starb, weil Gott ihn verlassen hatte. Sein Herz ihm brach und er, jetzt hört genau zu, für alle Ewigkeit in diesem menschlichen Körper von dem Leben Gottes abgeschnitten wurde. Denn die Strafe für den Tod, für die Sünde ist der ewige Tod. Und wenn Jesus nicht Leben in sich selbst gehabt hätte, hätte er nicht auferstehen können. Das war das Risiko. Das war das Risiko.

[1:01:43] Er musste tatsächlich den ewigen Tod sterben. Das Risiko eingehen, sich ganz von Gott zu trennen, unter der Gefahr, dass er dann vielleicht ungehorsam wird. Aber wenn er seine Göttlichkeit benutzt, dann könnte all seine Gerechtigkeit, die er ja schon getan hat, nicht mehr den Menschen zugerechnet werden, weil die wird ja nur zugerechnet, wenn er seine Göttlichkeit nicht benutzt. Könnt ihr sehen, in welchem Dilemma er war? Wie schwierig der Plan der Erlösung eigentlich ist?

[1:02:19] Ich möchte euch mal ganz kurz illustrieren. Wenn ein Kind in den Brunnen fällt und man das Kind rausziehen will und man tut ein Seil runter, wer hat dann die schwere Arbeit? Das Kind, das sich festhalten muss, oder der, der zieht? Wir denken immer, Erlösung ist zu schwer für uns, oder? Wir denken immer, so schwer ist es, erlöst zu werden. Nein, nein, nein. Gott hat eine unfassbare Arbeit geleistet und er leistet sie immer noch. Er arbeitet und arbeitet, tut die unglaublichsten Dinge, unvorstellbaren Dinge. Und was müssen wir tun als kleine Kinder? Festhalten.

[1:02:51] Wie nennt man das? Glauben. Wenn wir glauben, dann tut er all das.

[1:03:03] Jesus hat alle Forderungen der Gerechtigkeit erfüllt. Er hat ein Gehorsam gelebt, den man gerechterweise uns übertragen kann, weil er braucht ihn nicht. Er hat uns von der Sünde befreit, weil er tatsächlich unseren Platz eingenommen hat. Und Satan hat keine rechtliche Grundlage zu sagen, er möchte uns wieder haben. Und er hat tatsächlich den ewigen Tod gestorben. Und niemand kann sagen, er wäre nicht gestorben. Denn als er von den Toten auferstand, war es nicht das Leben Gottesvaters, das ihn zurückgeholt hat, sondern wer? Es war Jesus Christus selbst. Er ist selbst der größte Held aller Zeiten. Mitten in die Finsternis gegangen, um die Finsternis von innen zu besiegen.

[1:03:53] Die Bibel sagt in letzter Vers, in Offenbarung 1. In Offenbarung 1 und das wäre es, 17 und 18. Und als ich ihn sah, fiel ich zu seinen Füßen nieder wie tot. Er legte seine rechte Hand auf mich und sprach zu mir: Fürchte dich nicht. Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebende. Und ich war tot und siehe, ich lebe von Ewigkeit zu Ewigkeit und ich habe die Schlüssel des Totenreiches und des Todes.

[1:04:25] Jesus ist der wahre Held. Jesus ist der wahre Held, der hineingegangen ist in das Reich des Satans, um das Reich des Satans von innen zu zerstören. Und dabei hat er sogar nicht einmal irgendeine Ungerechtigkeit begangen. Der Satan wird am Ende feststellen, nach den tausend Jahren. Ja, du hast recht. Den Gehorsam, den du geleistet hast, den hättest du gar nicht leisten müssen. Es ist gerecht, dass du einen anderen gibst. Ja, tatsächlich. Ich habe dich geschlagen, anstatt... Ich habe kein Recht mehr auf dich. Du hast recht. Du bist tatsächlich den ewigen Tod gestorben. Und ich dachte, wird Satan sagen, ich dachte, dass du auch nur ein Geschäft bist. Deswegen habe ich doch angefangen mit der Rebellion. Ich dachte, dass du auch nur einer von den Engeln bist, auch nur irgendwie abgeleitet von Gott. Und deswegen war ich eifersüchtig auf dich. Aber jetzt sehe ich, du bist den ewigen Tod gestorben und hast trotzdem Leben. Das muss bedeuten, du hast ja Leben in dir selbst. Du bist Gott. Und dann wird er gekrönt.

[1:05:39] Ihr Lieben, ich schäme mich des Evangeliums nicht. Denn es ist Gottes Kraft. Zur Rettung für jeden, der da glaubt, der die PIN-Nummer eintippt, den Juden wie den Griechen. Denn darin wird offenbart die Gerechtigkeit Gottes. Gott ist supergerecht. Und die Frage heute Morgen ist einfach die: Möchtest du von diesem und der unfassbaren Kosten aufgestockten Konto dein Geld beziehen? Möchtest du diesen Gehorsam?

[1:06:18] Allerletzter Vers, Epheser 2. Epheser 2.

[1:06:36] Epheser 2, Vers 8-10: Denn aus Gnade seid ihr errettet, durch den Glauben. Die Englischen nennen es Punchline. Aus Gnade seid ihr errettet, durch den Glauben. Das ist die PIN, da kommt es her. Aus Gnade seid ihr errettet, durch den Glauben. Das ist die PIN, da kommt es her. Es ist Gottes Gabe. Nicht aus Werken, damit niemand sich rühme. Denn wir sind seine Schöpfung, erschaffen in Christus Jesus. Zu was? Zu guten Werken, zu Gehorsam, die Gott zuvor bereitet hat. Die er durch seinen Gehorsam möglich gemacht hat. Wir sind seine Schöpfung, erschaffen, damit wir in ihnen wandeln. Damit wir sie das Geld uns lohnen.

[1:07:27] Wie Luther: Warum soll ich mich noch quälen, wenn ich verstehe, dass Gott sich quält für mich? Warum soll ich mir Sorgen machen, wenn ich weiß, dass Gott die Sorgen um mich gemacht hat? Soll ich nicht vielmehr an diesem Seil festhalten? Soll ich nicht den Gehorsam mir holen, den ich brauche für die Vergangenheit und die Zukunft? Ist nicht Zeit für eine Reformation? In unserem Denken, dass wir verstehen, dass Gott gerecht ist. Ich möchte von diesem Konto täglich abheben. Euer Wunsch. Amen.


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