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Die nächste Frage in unserer Miniserie über das letzte Gericht. Wer die Ideen in diesem Video versteht wird die Tiefe und Kraft des Leitspruches der Reformation (Römer 1,16-17) richtig begreifen können.

Manuskript zum Video: DBE-Manuskript-Folge6

In dieser Folge von „Die Bibel erklärt“ geht es um die tiefgreifende Frage, warum es überhaupt ein letztes Gericht gibt. Lukas Hermann beleuchtet, dass dieses Gericht nicht primär für Gott selbst, sondern für die Bewohner des Universums und die Menschen bestimmt ist. Er erklärt, wie das Gericht Gottes Gerechtigkeit offenbart und wie es uns hilft, das Leben auf der Erde in einem größeren Kontext zu verstehen. Dabei wird auch die Rolle von Engeln und die Bedeutung des Evangeliums als Antwort auf das Gericht thematisiert.


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Serie: Die Bibel erklärt

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Transkript

[0:00] Hallo und willkommen zurück bei "Die Bibel erklärt". Heute schauen wir uns das Thema an, warum gibt es überhaupt das letzte Gericht? Hier in der Bibel, im 2. Timotheus Kapitel 2, Vers 19 steht folgendes: "Aber der feste Grund Gottes bleibt bestehen und trägt diese Siegel: Der Herr kennt die Seinen." Ja, wenn der Herr die Seinen kennt, warum braucht er dann ein Gericht, um zu entscheiden, wer die Seinen sind? Nun, wir werden herausfinden, dass das Gericht nicht notwendigerweise für Gott selber ist, sondern für die anderen Bewohner des Universums. Die Bibel zeigt uns ganz klar und deutlich, warum es das Gesetz gibt und wer davon profitiert. Gehen wir in die Bibel.

[0:55] Beim letzten Mal haben wir schon geguckt, was es mit dem Gericht so auf sich hat und wir haben vor allem zwei Fragen uns angeguckt: Wer wird gerichtet und wie wird gerichtet? Wir haben herausgefunden, dass alle Menschen gerichtet werden und vor Gottes Richterstuhl stehen. Und wir haben herausgefunden, dass Gott ein Werkzeug hat, und zwar hat er einige Bücher, in die er die Taten und die Werke der Menschen aufschreibt, und er hat ein ganz besonderes Buch, das Buch des Lebens, in dem alle Namen aufgeschrieben stehen, derer, die gerettet werden.

[1:30] Die heutige Frage ist: Warum braucht Gott überhaupt ein Gericht? Die Frage ist natürlich, kann Gott nicht einfach die Menschen retten? Kann er sie nicht einfach in den Himmel einlassen? Warum braucht es dieses Gericht? Und wir fangen an, unser Studium hier im 1. Korinther Kapitel 4. Hier heißt es: "Mir aber ist das Geringste, dass ich von euch oder von einem menschlichen Gerichtstag beurteilt werde. Auch beurteile ich mich nicht selbst. Denn ich bin mir nichts bewusst, aber damit bin ich nicht gerechtfertigt, sondern der Herr ist es, der mich beurteilt."

[2:16] Paulus spricht hier zu den Korinthern und er sagt etwas ganz Wichtiges. Er sagt hier: "Denn ich bin mir nichts bewusst." Das ist eine gute Sache. Paulus sagt, wie viele Menschen wahrscheinlich auf der Erde heutzutage sagen: "Ich bin doch ein guter Mensch, mir ist nichts Schlimmes bewusst. Also Gott sollte mich doch eigentlich einlassen in den Himmel." Aber dann sagt er hier, dass er damit nicht automatisch gerechtfertigt ist, sondern "der Herr ist es, der mich rechtfertigt."

[2:41] Im Klartext, Paulus sagt: Ich kann mich nicht selber rechtfertigen, denn ich bin mir nichts Schlechtes bewusst. Aber der Herr hat einen anderen Standpunkt der Gerechtigkeit, den ich mir bewusst bin. Ich sage es in anderen Worten: Nur, weil ich mir nicht bewusst bin, dass ich etwas falsch gemacht habe, bedeutet nicht, dass ich vor Gott als gerechter Mensch dastehe. Das bedeutet, es kann sein, dass wir es sündigen und es gar nicht merken. Es ist sogar relativ wahrscheinlich, dass wir es sündigen und es gar nicht merken.

[3:26] Paulus führt diese Idee ein bisschen weiter aus in Römer 10. Und hier schreibt er: "Brüder, der Wunsch meines Herzens und mein Flehen zu Gott für Israel ist, dass sie gerettet werden." Paulus möchte also, dass das ganze Volk Israel gerettet wird. Das ist sein Wunsch. Aber jetzt sagt er: "Denn ich gebe ihnen Zeugnis." Was für ein Zeugnis gibt Paulus den Israeliten? Dass sie Eifer für Gott haben, aber nicht nach der rechten Erkenntnis. Sie haben Eifer für Gott, und das ist etwas Gutes. Eifer für Gott zu haben ist etwas Gutes. Aber das Problem ist, sie haben es nicht nach der rechten Erkenntnis.

[4:08] Er erklärt hier, was er damit meint im nächsten Vers: "Die Gerechtigkeit Gottes erkennen sie nicht, denn weil sie die Gerechtigkeit Gottes nicht erkennen und ihre eigene Gerechtigkeit aufzurichten trachten, haben sie sich der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen." Das heißt, die Israeliten kennen Gottes Gerechtigkeit nicht und deswegen denken sie, Gott ist so und so. Sie stellen sich eine Gerechtigkeit vor und sagen: "Danach leben wir. Diese Gerechtigkeit richten wir auf. Danach trachten wir zu leben." Und dann sind sie der Meinung, wir sind gerecht vor Gott. Aber weil sie die Gerechtigkeit Gottes nicht kennen, haben sie sich auch der Gerechtigkeit Gottes nicht unterworfen. Das heißt, sie sind nicht gerettet. Sie sind nicht gerecht vor Gott, obwohl sie denken, sie sind gerecht vor Gott.

[5:16] Und das ist das Ding, was Paulus hier auch beschreibt: Selbst bin ich mir nichts bewusst, aber nicht meine eigene Gerechtigkeit ist die, die mich gerecht macht, sondern der Herr ist der, der mich beurteilt. Gerecht vor Gott zu sein, das ist eigentlich der Punkt, ob wir gerettet sind oder nicht. Ob wir im Gericht durchgehen oder nicht. Und wer beurteilt das? Nicht wir selber, sondern Gott. Und das Gericht ist dazu da, um den Menschen zu zeigen, ob sie gerecht sind oder nicht.

[5:52] Genau dieses Problem anzupacken. Hier im Psalm 73, da schreibt der Asaph, der diesen Psalm geschrieben hat, seine Gedanken auf. Und es ist ein Gebet zu Gott, und er ringt hier etwas mit Gott. Wir sehen das ja schön in den ersten drei Versen: "Siehe, das sind die Gottlosen, denen geht es immer gut, sie werden reich. Ganz umsonst habe ich mein Herz reingehalten oder reinerhalten und meine Hände in Unschuld gewaschen, denn ich bin dort den ganzen Tag geplagt worden und meine Züchtigung war jeden Morgen da."

[6:33] Das heißt, Asaph, er schaut hier auf das Leben und er schaut ja auf seine Nachbarn und er sagt: Hier sind die Gottlosen, die scheren sich nicht um Gott, die scheren sich nicht um Gottes Gerechtigkeit, die trachten gar nicht danach, gerecht vor Gott zu leben, und denen geht es immer gut und sie werden reich, sie scheinen keine Probleme zu haben im Leben. Und dann schaut er auf sich selber und er sagt: Hier, es scheint, dass ich ganz umsonst mein Herz reingehalten habe und meine Hände in Unschuld gewaschen habe. Es scheint, als ob ich, der ich versuche, vor Gott gerecht zu sein, als ob ich mich hier den ganzen Tag plage, als ob das nur eine Last ist auf meinen Schultern.

[7:24] Den ganzen Tag geplagt worden. Er vergleicht hier das Leben seiner gottlosen Nachbarn und sein eigenes Leben und er sagt: Die scheren sich nicht um Gott und denen geht es gut, die haben ein leichtes Leben. Ich möchte gerecht sein vor Gott und es ist eine Last. Und das stimmt, und das erleben wir auch, wenn wir wirklich gerecht sind vor Gott, wenn wir gerecht sein wollen vor Gott. Und wenn Gott seinen Heiligen Geist in unser Herz legt und uns zeigt: Diese Dinge sind nicht gut. Es ist eine Last, es ist eine Schwierigkeit, es ist ein Kampf, jeden Tag das zu tun, was richtig ist in den Augen Gottes. Und das erkennt Asaph hier.

[8:06] Und dann sagt er in Vers 16 sogar: "So sang ich danach, um dies zu verstehen, aber es war vergebliche Mühe in meinen Augen." Er sagt, ich versuche das irgendwie zu verstehen, ich versuche dieses Konzept zu vereinen, aber es scheint mir nicht zu gelingen. Also es ist vergeblich, irgendwie macht es keinen Sinn. Aber damit endet der Psalm glücklicherweise nicht.

[8:27] Sondern in Vers 17 heißt es dann: "Bis ich dann das Heiligtum Gottes ging und auf ihr Ende acht gab." Eine ganz kurze Beobachtung hier: Das Heiligtum Gottes hat etwas zu tun mit dem Ende, mit dem Gericht Gottes. Wir werden es später noch mehr im Detail angucken. Aber für den Moment, quasi, nehmen wir mal diese Information: Heiligtum Gottes, Verbindung mit dem Gericht, legen das in unserem Gehirn ab und gehen weiter in unserem Studium hier.

[9:07] Das heißt, der Asaph geht hier ins Heiligtum Gottes und er schaut auf ihr Ende, also das Ende der Gottlosen. Und schaut mal, was er hier sagt: "Fürwahr, du stellst sie auf schlüpfrigen Boden, du lässt sie fallen, dass sie in Trümmer sinken." Er ist ja noch im Gebet. Das heißt, du richtest sie hier an Gott. "Wie man einen Traum nach dem Erwachen verschmäht, so wirst du, o Herr, wenn du dich aufmachst, ihr Bild verschmähen."

[9:42] Und jetzt vergleicht Asaph diesen Moment, als er ins Heiligtum geht, als ob er von einem Traum erwacht. Ja, wir kennen das, wenn wir manchmal Träume haben, vielleicht Albträume, vielleicht gute Träume, und wir erwachen aus dem Traum und man findet sich so ein bisschen in der Realität wieder plötzlich. Oh, das war ja nur ein Traum, das war ja gar nicht wahr. Und genau die gleiche Erfahrung hat hier Asaph.

[10:10] Er geht ins Heiligtum und plötzlich wacht er so ein bisschen auf. Sein Blick ist nicht mehr gerichtet auf das Leben hier auf der Erde, wo es den Gottlosen gut geht und denen, die Gott treu sind, die haben Schwierigkeiten anscheinend. Sondern plötzlich sieht er das Ende, plötzlich sieht er aufs Gericht und plötzlich sieht er das Ganze in einem weiteren Kontext und er sieht: Moment mal, wenn ich das so betrachte, dann ist mein Leben, ja, das steht in einem ganz anderen Licht.

[10:37] Das heißt, diejenigen, die hier auf der Erde dieses wundervolle, gottlose Leben haben, die sind am Ende, werden zerstört, die liegen in Trümmern, die versinken und Gott verschmäht sie. Und ich, oder und diejenigen, die Gott treu sein möchten und Gott treu sind in diesem Leben, diejenigen werden am Ende gerettet werden. Und so ist dieser Blick am Ende ganz wichtig für Asaph, denn er versteht, dass dieses Leben auf der Erde in einem gewissen Licht steht.

[11:12] Das heißt, das Gericht rückt das Leben auf der Erde in ein richtiges Licht und zeigt, wer eigentlich der Gerechte ist und wer eigentlich der Verlorene ist. Dann gehen wir weiter. Denn es ist ganz wichtig, dass Gott einem jeden Menschen zeigt, was ist Gerechtigkeit und was ist Sünde.

[11:29] So heißt es auch hier im Johannes 5, Vers 30, da sagt Jesus: "Ich kann nichts von mir selbst aus tun. Wie ich höre, so richte ich, und mein Gericht ist gerecht." Zwei Informationen, die wir hier lernen: Erstens, Jesus richtet. Zweitens, Jesu Gericht ist gerecht. Und er sagt auch: "Ich kann das nicht von mir selbst aus tun." Das heißt, Jesus richtet mich einfach aus dem Blauen heraus. Er hat die Bücher, die Werke sind aufgeschrieben, er hat das Buch des Lebens und Gott zeigt ihm das Gericht. Er sagt: "Wie ich höre, so richte ich." Wie es aufgeschrieben ist, nach diesem Maßstab richte ich. Und mein Gericht ist gerecht.

[12:16] Und das ist so wichtig, das ist der wichtige Punkt, warum es das Gericht eigentlich gibt. Damit jeder anerkennt, damit Gott gerecht ist und sein Gericht und seine Entscheidungen gerecht sind. Dass es passieren wird, das sagt uns Paulus ganz eindeutig hier im Römer 14, Vers 10: "Du aber, was richtest du deinen Bruder? Oder du, was verachtest du deinen Bruder? Wir werden ja alle vor dem Richterstuhl Gottes oder vor dem Richterstuhl Christi erscheinen."

[12:42] Das haben wir schon gelernt. Alle Menschen werden vor dem Richterstuhl Christi erscheinen. Denn es steht geschrieben: "So wahr ich lebe, spricht der HERR, mir soll sich jedes Knie beugen und jede Zunge wird Gott bekennen." Paulus zitiert das Alte Testament und er zeigt ganz deutlich anhand des Alten Testaments, dass jedes Knie sich beugen wird vor Gott und jede Zunge Gott bekennen wird. Das heißt, egal ob gottloser Mensch oder gottesfürchtiger Mensch, es wird einen Zeitpunkt geben, namentlich der Zeitpunkt, wenn wir alle vor dem Richterstuhl Gottes stehen.

[13:32] So verbindet Paulus diese zwei Verse. Zu diesem Zeitpunkt wird jeder Mensch erkennen, was ist die wahre Gerechtigkeit Gottes und jeder Mensch wird erkennen, dass er ein Sünder ist. Wie kann ich das illustrieren? Als ich damals, so zur Abi-Zeit, als das Abi rum war und die Lausbuben wussten dann nicht mehr genau, was sie zu tun und lassen haben, da habe ich viel mit meinen Freunden auf Partys und wir haben gesoffen und als wir so ein bisschen angetrunken waren, haben wir uns zum Spaß gemacht und sind im Dorf herumgelaufen, vor allem zu den Häusern unserer vorherigen Lehrer und haben dann so nachts um zwölf, nachts um eins geklingelt und sind weggerannt.

[14:12] Und das haben wir relativ, wirklich mehrere Nächte nacheinander gemacht. Es gab ja viele Partys, Nacht für Nacht und auch Woche für Woche hat man sich da den Spaß gemacht, bis eines Tages wir angezeigt wurden und dann mussten wir zur Polizei, mussten unsere Zeugenaussagen machen. Und ich kann mich noch erinnern, als ich dann halt, ja, man hat gedacht, das ist ja nur so ein Lausbubenscherz, aber als wir dann da im Polizeipräsidium gesessen sind, auf der Polizeistation und unsere Aussagen machen mussten, jeder individuell, da ist uns dann klar geworden, was wir da gemacht haben, das war gar nicht so richtig, ja.

[14:59] Was wir da gemacht haben, das hat anderen Schaden zugefügt. Und das ist die gleiche Erfahrung, die auch die Menschen haben werden, wenn jeder mal vor dem Richterstuhl Gottes steht. Plötzlich werden wir jetzt sehen, was wir da gemacht haben, war gar nicht richtig, ja. Was wir da gemacht haben, war ganz falsch. Und so zeigt Gott einem jeden Menschen, dass er gerecht ist und dass seine Entscheidungen gerecht sind und jedes Knie wird sich vor Gott beugen, jede Zunge wird Gott bekennen, auch ob sie gottlos war oder gottesfürchtig hier auf der Erde.

[15:33] Und natürlich ist es zu dem Zeitpunkt dann zu spät, sich zu bekennen, denn der Richterspruch, der wurde schon gefällt, was wir noch sehen werden. Und ganz wichtig, jeder Mensch wird erkennen, dass er gesündigt hat, er hat was falsch gemacht, so wie ich damals auf der Polizeistation saß und ich wusste, ich habe was falsch gemacht und jetzt muss ich dafür zahlen und ich muss dafür gerade stehen. Wir mussten in der Tat ein kleines Bußgeld zahlen, relativ klein, glücklicherweise. Aber ich wusste ganz genau, ich muss dafür jetzt gerade stehen, ich muss dafür was bezahlen.

[16:07] Und in der Bibel ist es nicht anders. Und es wird gesagt, hier im Römer 6, Vers 23: "Der Lohn der Sünde ist der Tod." Das heißt, ein jeder Mensch wird erkennen, ich habe gesündigt. Und ein jeder Mensch wird erkennen, der Lohn dieser Sünde ist der Tod. Es gibt keinen Ausweg. Ich bin des Todes. Ich bin der Vernichtung. Aber die Gnadengabe Gottes ist das ewige Leben in Christus Jesus, unserem Herrn.

[16:35] Deswegen ist diese Botschaft so wichtig. Diese Botschaft der Gnade Gottes, die uns genau vor diesem Moment bewahrt, dass wir da plötzlich erkennen: Moment mal, Gottes Gerechtigkeit ist ja ganz anders. Und wir sind verloren. So, und hier im Philipper 2, Vers 10 erweitert Paulus diesen Gedanken noch: "Damit in dem Namen Jesus sich alle Knie derer beugen, die im Himmel und auf Erden und unter der Erde sind."

[17:05] Das heißt, nicht nur auf Erden werden sich alle Knie beugen. Das heißt, nicht nur unter den Menschen werden sich alle Knie beugen, sondern auch im Himmel. Und wer ist im Himmel? Das sind die himmlischen Wesen, die Engel. Das heißt, nicht nur ist das Gericht, den Menschen zu zeigen, was die Gerechtigkeit Gottes ist und dass sie verloren sind, oder dass sie gerettet sind, oder besonders eben den Verlorenen zu zeigen, dass sie verloren sind, sondern auch den Engeln.

[17:32] Jetzt würde man sich natürlich fragen: Ja gut, ich meine, wir wissen, wir sind Sünder hier auf der Erde und Gott richtet die Menschen. Aber die Engel, die Engel sind doch eigentlich diejenigen, die rein sind, die rechtschaffen sind. Ich kann mir nicht vorstellen, dass Engel auch gerichtet werden. Hier in Matthäus 25, das ist der Vers, mit dem wir angefangen haben, Vers 41, da sagt Jesus in diesem Gleichnis mit den Schafen, den Böcken zur Linken und zur Rechten: "Dann wird er auch denen zur Linken sagen: Geht hinweg von mir, ihr Verfluchten, in das ewige Feuer."

[18:11] Jetzt, das ewige Feuer der Vernichtung. Für wen wurde das vorbereitet? Jesus sagt, dass dem Teufel und seinen Engeln bereitet ist. Das heißt, das ewige Feuer wurde nicht vorbereitet für die Menschen. Gottes Plan von Anfang an war es nicht, die Menschen zu vernichten. Ja, wir wissen, wir kennen den Vers Johannes 3, Vers 16: "So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben." Das heißt, er möchte eigentlich alle Menschen retten. Alle, die an ihn glauben, können gerettet werden.

[19:04] Das heißt, in der Theorie wollte Gott gar nicht die Menschen vernichten, sondern eigentlich wollte er die Menschen retten. Das heißt, dieser Feuersee am Ende des Gerichts, wenn die Verfluchten vernichtet werden, der wurde eigentlich vorbereitet für die Teufel und seine Engel. Ja, wir wissen, der Teufel hat rebelliert im Himmel und er hat einige dieser Engel, die Gott geschaffen hat, mit sich gezogen, die wir heute Dämonen nennen. Aber die Bibel nennt sie auch seine Engel. Und für diejenigen ist der Feuersee bereitet.

[19:34] Das heißt, nicht nur muss Gott den Menschen zeigen, warum sie verloren sind, sondern Gott muss auch den Engeln zeigen, warum einige Engel verloren sind und warum diese Entscheidung rechtschaffen ist, warum Gottes Gericht gerecht ist, so wie Jesus gesagt hat. Epheser 3, Vers 10.

[19:55] Paulus sagt uns hier etwas sehr Interessantes: "Damit jetzt den Fürstentümern und Gewalten in den himmlischen Regionen durch die Gemeinde die mannigfaltige Weisheit Gottes bekannt gemacht werde." Ja, das ist so einer dieser typischen Paulus-Verse, so dreimal um die Ecke gedacht, aber eigentlich gar nicht so kompliziert.

[20:09] Damit jetzt den Fürstentümern und Gewalten in den himmlischen Regionen. Wer könnten die Fürstentümer und Gewalten in den himmlischen Regionen sein? Fürstentümer und Gewalten, das sind Personen, die herrschen, Personen, die die Macht haben. Und wo sind diese Personen? Nicht in den irdischen Regionen, also nicht auf der Erde, sondern in den himmlischen Regionen. Das heißt, himmlische Wesen. Also Fürstentümer und Gewalten in den himmlischen Regionen sind Wesen oder Personen, die Macht haben im Himmel, himmlische Wesen.

[20:54] Und jetzt ersetzt sich das: Damit jetzt den himmlischen Wesen durch die Gemeinde. Wer ist die Gemeinde? Die Gemeinde ist nicht im Himmel. Die Gemeinde ist auf der Erde. Die Gemeinde sind wir. Die mannigfaltige Weisheit Gottes bekannt gemacht werde. Das ist ein faszinierender Vers. Warum? Weil hier Paulus sagt, dass Gott durch die Gemeinde auf der Erde den Engeln was beibringt, den himmlischen Wesen was beibringt. Und das geht so etwas gegen unsere Logik, denn wir denken eigentlich, dass die himmlischen Wesen, dass die Engel, die wissen alles. Aber wir auf Erden müssen eigentlich lernen und müssen eigentlich von Gottes Weisheit lernen.

[21:42] Aber Paulus sagt uns hier, dass die Engel auch noch was von Gottes Weisheit zu lernen haben. Dass die mannigfaltige Weisheit Gottes auch den Engeln noch bekannt gemacht werden muss. Und interessanterweise, wie macht er das? Wie bringt Gott den Engeln seine Weisheit bei? Durch die Gemeinde. Also nicht, dass jetzt wir als Gläubige den Engeln direkt was beibringen, sondern Gott benutzt die Gemeinde, von der Jesus ja der Kopf ist. Gott benutzt die Gemeinde, um den Engeln, um den himmlischen Wesen seine Weisheit beizubringen. Das heißt, so wie er die Gemeinde lenkt, so wie das, was er mit der Gemeinde tut, das bringt den Engeln und das lehrt die Engel die Weisheit Gottes.

[22:29] Das heißt, wir lernen hier, dass auch die Engel noch die Weisheit Gottes erkennen müssen. Dass auch die Engel noch dazu zu lernen haben, bezüglich der Weisheit Gottes. Und wirklich Gott zu vertrauen, dass seine Weisheit und seine Entscheidungen gerecht sind. Und dann geht es noch weiter.

[22:52] Also wir haben jetzt gelernt: A, Gott muss uns Menschen zeigen, oder den verlorenen Menschen zeigen, dass sie verloren sind und den gerechten Menschen zeigen, sie sind gerecht. Gott muss auch den Engeln zeigen, warum einige Engel verloren sind. Sich quasi gerecht sprechen, sich selbst rechtfertigen vor den Engeln und vor den Menschen, warum einige verloren sind und einige gerettet. Und er muss auch uns als Menschen vor den Engeln rechtfertigen. Er muss rechtfertigen, warum erlöse ich diesen Menschen? Wenn ich jetzt diese Person, diesen Menschen in den Himmel bringe, warum tue ich das? Das muss er vor den Engeln rechtfertigen.

[23:33] Wir lesen das hier. Hiob, Kapitel 1, das erste Kapitel von Hiob, zeigt uns das im Vers 8. Da sprach der Herr zum Satan: "Hast du meinen Knecht Hiob beachtet? Keinesgleichen gibt es nicht auf Erden, einen so untadeligen und rechtschaffenen Mann, der Gott fürchtet und das Böse meidet."

[24:04] Kurze Pause. Gott sagt zu Satan: Auf der Erde gibt es hier einen rechtschaffenden und untadeligen Mann. Das heißt, kann es gerechte Menschen auf Erden geben? Ja, denn Hiob war einer derer. Und er zeigt uns auch gleich, was es bedeutet, rechtschaffen zu sein: Der Gott fürchtet und das Böse meidet. Das heißt, ein rechtschaffender Mann, der fürchtet Gott und der meidet die Sünde.

[24:31] Und jetzt kommt Satan ins Spiel und Satan sagt: "Der Satan aber antwortet dem Herrn und sprach: Ist Hiob umsonst gottesfürchtig?" Was bedeutet das? Was sagt Satan hier? Satan sagt, er klagt Hiob an und sagt: "Ist Hiob nicht einfach und macht er das einfach nur aus Eigennutz? Ist er wirklich gottesfürchtig? Ist er wirklich selbstlos? Ist er wirklich ein gerechter Mann, oder macht er das nur, weil du ihn so segnest?" Und wir kennen die Geschichte von Hiob, wie Gott Hiob in die Hand Satans gibt und sagt: "Du kannst ihn jetzt überprüfen und sehen, dass er wirklich ein rechtschaffender Mann ist." Und am Ende stellt sich heraus, Hiob ist wirklich ein rechtschaffender Mann. Aber wir sehen ja, dass Satan den Menschen anklagt.

[25:11] Auch Zacharias Kapitel 3 gibt uns dieses Bild. Zacharias hat eine Vision mit dem Hohepriester Jeschua, der zu dieser Zeit gelebt hat und sagt: "Und er ließ mich den Hohepriester Jeschua sehen, wie er vor dem Engel des Herrn stand. Der Satan aber stand zu seinen Rechten, um ihn anzuklagen." Das heißt, wir kriegen hier einen kleinen Einblick in die Richterszene. Ein Mensch steht vor Gott, zu seiner rechten, der Engel des Herrn, nein, zu seiner linken, denn zu seiner rechten steht ja Satan und der Satan klagt den Menschen an. Er sagt: "Ich habe diesen Menschen verführt, er hat gesündigt."

[26:07] Und wir wissen, wenn ein Mensch sündigt, der Lohn der Sünde ist der Tod. Satan sagt: "Ich habe diesen Menschen verführt, er hat gesündigt, deswegen kann er nicht in den Himmel, denn er muss sterben, er muss vernichtet werden." Das heißt, Gott muss uns vor dem Universum rechtfertigen und sagen: Satan, dieser Mensch, den lasse ich in den Himmel ein aus diesen und diesen und diesen Gründen.

[26:40] Und das ist eine interessante Frage. Wenn der Satan da steht und uns anklagt und zweifelsohne kann er jeden Menschen anklagen und jeden Menschen anklagen und sagen: Dieser Mensch hat gesündigt, denn wir wissen, die Bibel sagt, ein jeder Mensch hat gesündigt. Wie kann er uns dann retten?

[26:57] Und so möchte ich abschließen mit Römer Kapitel 1, Verse 16 und 17, dem Leitspruch der Reformation: "Denn ich schäme mich des Evangeliums von Jesus Christus nicht, denn es ist Gottes Kraft zur Errettung für jeden, der glaubt, zuerst für den Juden, dann auch für den Griechen. Denn es wird darin offenbart die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben zum Glauben, wie geschrieben steht: Der Gerechte wird aus Glauben leben."

[27:30] Obwohl das Evangelium nicht wirklich Teil des Studiums jetzt ist, man kann das Evangelium nicht von dem Gericht trennen, denn das Evangelium ist die Antwort auf das Gericht. Das Gericht fragt: Wie kann Gott den Menschen, der gesündigt hat, in den Himmel einlassen? Wie kann er den Menschen, der gesündigt hat, vor den Engeln rechtfertigen? Und das Evangelium ist die Antwort darauf und sagt: Es ist die Kraft Gottes für die Errettung für jeden, denn darin wird offenbar die Gerechtigkeit Gottes aus Glauben. Ja, die Gerechtigkeit aus Glauben, denn der Gerechte wird aus Glauben leben.

[28:09] Das ist ein anderes Studium und eine tiefe, tiefe Wahrheit, die es sich lohnt, selbst wieder und wieder zu studieren, wie Gott uns durch den Glauben rechtfertigen kann und gerecht machen kann, so dass er sagen kann: "Der Gerechte wird aus Glauben leben." Und wie er uns so vor den Engeln, vor dem Universum rechtfertigen kann und sagen: "Dieser Mensch, der ist bereit für den Himmel, der kann in den Himmel eingehen."

[28:46] Somit haben wir gelernt: Warum braucht Gott ein Gericht? Er braucht ein Gericht, damit er den Menschen zeigen kann, was seine Gerechtigkeit ist. Damit alle Menschen erkennen: Das ist Gottes Gerechtigkeit und ich bin entweder bereit für den Himmel, weil ich durch den Glauben gerecht bin, oder ich bin nicht bereit für den Himmel und ich beuge meine Knie vor Gott und sage: Seine Gerechtigkeit, seine Entscheidung, sein Gericht ist gerecht. Dass ich verloren bin, ist die richtige Entscheidung vor Gottes Angesicht.

[29:10] Und auch, damit er den Engeln zeigen kann, warum ist Satan verloren, warum sind die Engel Satans dem Feuersee vorbereitet und warum kann Gott den Menschen A und den Menschen B und den Menschen C, der auf der Erde gelebt hat, obwohl er gesündigt hat, doch erretten. Darum, das ist der Kern des großen Gerichts Gottes.

[29:37] Wir haben also gesehen, dass das Gericht nicht für Gott selber ist, sondern für die Engel, die anderen Bewohner des Universums und für die Menschen selber. Das Gericht hat die Funktion, Gott zu rechtfertigen, zu zeigen, dass Gott nicht wie eine Terroristengruppe agiert und einfach alle umbringt, die nicht an ihn glauben, sondern dass Gott in seinen Entscheidungen, die Geretteten zu retten und die Verlorenen zu töten, gerechtfertigt ist. Und damit das jedes lebende Wesen im Universum anerkennt, um zu garantieren, dass im Universum Liebe regiert und nicht Tyrannei.

[30:19] In der nächsten Folge werden wir uns anschauen: Wann findet das Gericht eigentlich statt? Findet es statt bei der Wiederkunft Jesu? Findet es statt direkt nach dem Tod? Was sagt die Bibel darüber? Bis dann, Gottes Segen. Amen.


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