In dieser Predigt über Offenbarung 15, Vers 3, taucht Christopher Kramp tief in die Bedeutung der beiden Lieder ein, die am gläsernen Meer gesungen werden: das Lied Mose und das Lied des Lammes. Er beleuchtet die Parallelen zwischen Mose und Jesus und erklärt, wie diese Lieder die Erfahrungen der Überwinder widerspiegeln – von der Befreiung aus ausweglosen Situationen bis hin zur Erkenntnis von Gottes Gnade und Gerechtigkeit. Die Predigt betont, dass die sieben letzten Plagen nicht nur ein Zeichen des göttlichen Gerichts, sondern auch ein Ausdruck von Gottes erlösender Liebe sind.
Offenbarung 15:3
Christopher Kramp · Offenbarung Vers für Vers ·Themen: Bibel, Bibelstudium, Neues Testament, Offenbarung, ProphetieWeitere Aufnahmen
Serie: Offenbarung Vers für Vers
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Transkript
[0:00] Hallo und herzlich willkommen zu unserem Seminar, die Offenbarung Vers für Vers, heute mit Offenbarung 15, Vers 3 und gleich zwei Liedern. Aber wir werden nicht singen, sondern diese Lieder studieren. Und bevor wir das tun, möchten wir gemeinsam niederknien für ein Anfangsgebet, sofern das möglich ist.
[0:19] Lieber Vater im Himmel, Dankeschön für diesen Tag. Danke für deine Führung und Leitung, für die Freude, die du uns schenkst und für den Heiligen Geist, der uns führt und leitet und uns Sieg schenkt und Gnade gibt. Wir möchten dich jetzt bitten, dass wenn wir diesen Vers in Offenbarung betrachten, dass du unser Herz anhörst, dass die Worte, die wir lesen, in uns diese Sehnsucht erwecken, auch dort am gläsernen Meer zu stehen und mitsingen zu können. So möchten wir dich bitten, dass du uns hilfst, diese Erfahrung auch zu machen, die jene gemacht haben, die dort am Ende stehen werden. Im Namen Jesu, Amen.
[0:57] Offenbarung 15 und dort Vers 3. Ihr erinnert euch, wir haben gesagt, Offenbarung 15 ist eine Einleitung zu dieser großen Vision der sieben letzten Plagen. Offenbarung 15, 16, 17, 18 und letztlich auch 19 sind so ein großer Block, der die letzte Schlacht auf dieser Erde beschreibt, inklusive der sieben letzten Plagen. Und wir haben gesehen, dass Johannes als allererstes in Vers 2 und 3 und 4 was macht. Könnt ihr euch erinnern? Er sagt in Vers 1: "Und jetzt kommen die sieben letzten Plagen" und dann ist das allererste, was er beschreibt, in Vers 2, er beschreibt, er springt in die Zukunft. Könnt ihr euch daran erinnern? Er springt in die Zukunft und sagt: "Keine Angst, liebe Gemeinde, ihr werdet gewinnen." Also er sagt jetzt sozusagen, beginnt diese Beschreibung der riesigen Endschlacht, Kapitel 15, 16, 17, 18, 19, sagt jetzt geht's los, sieben letzte Plagen und dann sagt er als allererstes: "Ich habe gesehen, wer gewonnen hat. Am gläsernen Meer standen die Überwinder." Er springt also in den Versen 2, 3 und 4 in die Zukunft.
[2:26] Also wenn man jetzt sozusagen eine Zeitlinie aufmalen würde, würde man sagen, wenn hier jetzt, hier ist Offenbarung 15 Vers 1 und da ist Offenbarung 15 Vers 2 bis 4 und dazwischen sind die sieben letzten Plagen und die Wiederkunft. Man nennt das auch Parenthese, das sind wie zwei Klammern. Also das ist wie, als wenn man etwas absteckt, wenn man sagt: Vers 1, hier geht's los, Vers 2 bis 4, hier wird's enden und jetzt können wir uns anschauen, was dazwischen passiert. Ja, da geht's los, die Engel kommen mit den Plagen, danke, hier endet es, die Gemeinde gewinnt, steht am gläsernen Meer und jetzt können wir uns anschauen, was da passiert. Also wir sind immer noch jetzt hier bei dieser Endvision, dem Blick in die Zukunft, wie wird es einmal sein, wenn alles überstanden ist, alle Plagen und alle Kriege und selbst die Wiederkunft.
[3:30] Und haben wir gesehen, diese Überwinder stehen dort an dem gläsernen Meer mit Feuer vermischt und sie sind überwunden über das Tier und über sein Bild und das Mahlzeichen, über die Zahl seines Namens und sie haben Harfen Gottes. Wozu braucht man Harfen? Für die Musik, ja, Musik am gläsernen Meer und jetzt wird uns auch gesagt, was dort gespielt wird oder vielmehr gesungen wird, Vers 3, das ist der Vers für heute. Und sie singen das Lied Moses, des Knechtes Gottes und das Lied des Lammes und sprechen: "Groß und wunderbar sind deine Werke, oh Herr, Gott, du Allmächtiger, gerecht und wahrhaftig sind deine Wege, du König der Heiligen."
[4:13] Also, zunächst einmal haben wir hier zwei Lieder. Was sind die beiden Lieder? Das Lied des Mose und das Lied des Lammes. Okay, jetzt haben wir das natürlich eben gerade im Seminar schon schön gesehen. Wer schreibt die Offenbarung? Johannes. Und was war das allererste, was er gehört hat von seinem, als er Jesus begegnete? Siehe, das Lamm Gottes. Deswegen schreibt er ständig von dem Lamm. Das Lamm ist natürlich Jesus. Was haben Mose und Jesus gemeinsam? Beide sind Propheten, okay. Was noch? Beide sind Menschen, was? Beide sind Menschen, okay. Beide sind Männer. Beide führen aus der Gefangenschaft. Beide waren sehr demütig. Ja, beide waren Mittler. Mose hat auch vermittelt, zwischen Gott und dem Volk, sehr gut. Beide waren bereit, für das Volk zu sterben. Ja, Mose sagt, ich wäre bereit dafür zu sterben. Beide waren Hirten. Beide haben eine hohe Stellung verlassen, um sich mit ihrem Volk zu identifizieren. Königliche Stellen, genau. Ja, Mose war kein Hohepriester direkt, aber hat eigentlich, Aaron war der Hohepriester, genau. Aber er sprach, er war eigentlich noch mehr als ein Hohepriester, genau. Genau, also er hat so eine Sonderrolle gehabt im ganzen System. Das stimmt schon. Mose stieg auf einen Berg, um die zehn Gebote zu bekommen. Jesus stieg auf einen Berg, um die zehn Gebote zu erklären, in der Bergpredigt. Also zwischen den beiden gibt es enorm starke Parallelen. Nicht zuletzt ist ja Jesus der Prophet, der kommen sollte, so wie Mose. Ja, Mose sagt ja, einen Propheten wie mich wird der Herr erwecken, der und so weiter. Das heißt, da ist schon mal eine erste Parallele hier, diese Lieder, das Lied Mose, das Lied des Lammes.
[6:22] Wo finden wir denn das Lied des Mose? Gibt es das tatsächlich? Na wo denn? Jetzt bin ich mal gespannt. Wo finden wir das Lied des Mose? Am Ende von? Okay, 2. Mose 15. Hat jemand eine andere Idee gehabt? Ja, also wir haben, eigentlich gibt es zwei Lieder von Mose. Eines ist in 2. Mose 15 und das andere ist in 5. Mose 32 und das ist das Ende. Danach kommt nur noch der Segen und dann sein Tod. 2. Mose 15 spielt wo? Zeitlich gesehen wo? Ja, noch vor Sinai. 2. Mose 15, was ist denn direkt davor passiert? Genau, direkt nach dem Auszug aus Ägypten. Kapitel 12 das Passah, 13 der Auszug, 14 das Schilfmeer, 2. Mose 15. Also das erste Lied des Mose ist ganz am Anfang der Wüstenwanderung. Ja, so nach dem ersten Erfolg. Das zweite Lied des Mose ist quasi am Ende. Es gibt zwei Lieder Mose, eins am Anfang der Wüstenwanderung, direkt nachdem sie das Rote Meer durchquert haben, eins fast am Ende, kurz bevor er stirbt. Und beide haben Elemente, die auf Offenbarung zurückweisen. Also ich würde mich nicht zwischen einem der beiden entscheiden, sondern ich glaube, wahrscheinlich sind beide mit gemeint.
[8:05] Schaut mal, was in 2. Mose 15 der Mose singt. Was singt er denn dort in 2. Mose 15? Er sagt ab Vers 1: "Damals sangen Mose und die Kinder Israels dem Herrn diesen Lobgesang und sprachen: Ich will dem Herrn singen, warum? Denn hoch erhaben ist er, Ross und Reiter hat er ins Meer gestürzt. Der Herr ist meine Stärke und mein Lobgesang und er wurde mir zum Heil. Das ist mein starker Gott. Ich will ihn preisen. Er ist der Gott meines Vaters. Ich will ihn erheben. Der Herr ist ein Kriegsmann." Das war ein sehr aufrüttelndes Lied. "Der Herr ist ein Kriegsmann. Der Herr ist sein Name. Die Streitwagen des Pharao und seiner Heeresmacht warf er ins Meer. Seine auserlesenen Wagenkämpfer sind im Schilfmeer versunken. Die Tiefe hat sie bedeckt. Sie sanken auf den Grund wie ein Stein. Herr, deine Rechte ist mit Kraft geschmückt. Herr, deine Rechte hat den Feind zerschmettert." Er sagt also wie beim Boxen: "Deine Rechte. Du hast den Feind zerschmettert. Mit deiner großen Macht hast du deine Widersacher vertilgt und so weiter und so fort."
[9:19] Also was beschreibt er hier? Den Siegeszug, ja. Also konkret, was ist gerade passiert? Genau. Die Israeliten waren in einer aussichtslosen Situation. Vor ihnen das Meer, rechts Berge, links Berge, hinten der Pharao. Es ging nicht vorwärts, nicht rückwärts. Sie waren festgefahren. Es war eine sichere Todessituation. Und was macht Gott? Er befreit sein Volk auf übernatürliche Art und Weise. Und indem er sein Volk befreit, wie viele Israeliten sind verloren gegangen? Keiner. Wie viele von den Feinden sind verloren gegangen? Alle. Er befreit sein Volk und vernichtet seine Feinde. Deswegen wird er beschrieben, er ist ein Kriegsmann. Es geht um eine Schlacht, eine geistliche Schlacht. Also ich meine, die Schlacht war jetzt, es war kein richtig großer Kampf, weil Gott natürlich anders kämpft als mit Armeen. Er hat mit dem Wind gekämpft und mit dem Wasser und hat den Pharao und seine Armee im Wasser begraben. Es war eine Schlacht. Also es ist ein Siegeslied. Es geht um Befreiung vom Feind, der einen in eine Todesecke gestellt hatte, in einer Falle. Und es war ein Krieg. Gott hat gekämpft.
[10:44] Frage, was sind die Parallelen zur Offenbarung 15? Gibt es so etwas ähnliches jetzt in der Offenbarung auch? Könnt ihr euch vorstellen, dass... Warum singen sie genau das Lied? Was haben die erlebt? Auch eine Befreiung. Aus was für einer Situation? Ja, konkret, die Israeliten waren in einer Situation, wo sie nicht vorwärts oder rückwärts konnten. Die Menschen am Ende werden in einer ausweglosen Situation sein. Nicht wahr? Links das Papsttum, rechts die USA. Es geht nicht vorwärts oder rückwärts. Die ganze Welt ist gegen sie. Sie sind eingesperrt und dann heißt es: "Wenn ihr nicht den Sonntag haltet, werdet ihr sterben." Und dann befreit Gott sein Volk genauso spektakulär, wie er damals die Israeliten befreit hat. Und so wie damals der Pharao und seine ganze Armee vernichtet werden, wird dann der Papst und seine ganze Armee vernichtet. Deswegen sagt die Offenbarung 19 dann auch später, wenn die Wiederkunft beschrieben wird, dass der Herr kommt, der König der Könige, der Herr der Herren, der auf seinem weißen Pferd reitet und die Feinde zerschmettert, nicht wahr, mit eisernem Stab sie hütet. Die haben genau die Erfahrung gemacht. Das Lied des Mose beschreibt die Erfahrung, dass Gott Sieger ist und dass Gott sich um die Probleme seines Volkes kümmern kann, auch wenn die Probleme scheinbar überwältigend sind.
[12:23] Kennt ihr das, wenn man mal ein Problem hat und man denkt, man kommt nicht mehr weiter? Vorne, links, rechts, alles ist versperrt. Man sagt Gott, jetzt kann ich auch nichts mehr. Und Gott rettet aus ausweglosen Situationen. Die Menschen, die dort am gläsernen Meer stehen, die werden alle singen können: "Wir waren in einer ausweglosen Situation und Gott hat uns befreit." Gerade dann, wir werden es ja bei den sieben Plagen noch anschauen, gerade dann, als sie alle uns umbringen wollten, als sie mit ihren Schwertern auf uns los sind, da hat Gott es finster werden lassen, da ist die Stimme Gottes erschienen, nicht wahr? Und plötzlich waren sie alle in Verwirrung, haben festgestellt, dass sie sich verwirrt haben, dass sie verführt worden sind, haben sich gegenseitig abgemetzelt und Gottes Volk ist befreit. Gucken wir uns das genau noch an, aber ganz ähnliche Situation.
[13:18] Übrigens, schaut man noch in 2. Mose, am Ende hier, Kapitel 15, Vers 13: "Du leitest in deiner Gnade das Volk, das du erlöst hast. Durch deine Kraft bringst du sie zur Wohnung deines Heiligtums." Gott befreit nicht nur sein Volk, sondern er will sie zu einem bestimmten Ort bringen. Wo will er sie hinbringen? Zum Heiligtum. Schaut mal in Vers 17, da steht es noch ganz genau: "Du wirst sie hineinbringen und sie einpflanzen auf dem Berg deines Erbteils, an dem Ort, den du her zu deiner Wohnung gemacht hast, zu dem Heiligtum her, das deine Hände bereitet haben." Natürlich, also in einem ersten Sinne, wovon spricht das hier, jetzt wenn Mose das gesungen hat und das Volk von der Stiftshütte, nicht wahr, von dem Land Canaan, von dem Heiligtum, das dort auf dem Berg Zion gebaut werden sollte. Aber ich glaube, das ist nicht der Hauptsinn. Schaut doch mal genau an, da heißt es: "zu dem Heiligtum her, das deine Hände bereitet haben." Gibt es in der Bibel irgendwo ein Heiligtum, das nicht von Menschen Händen gebaut ist? Das himmlische Heiligtum. Das heißt, eigentlich ist es schon eine Prophezeiung, dass Gott sein Volk befreien möchte, um sie zum himmlischen Tempel zu bringen und dann später mal auf die neue Erde, auf den Berg, auf den Ort, den Gott sich zu seiner Wohnung ausersehen hat. Wie sagt es in Offenbarung 21, Vers 3: "Siehe, das Zelt Gottes bei den Menschen, er wird bei ihnen wohnen." Also das ist dieses Lied, was sie singen: Gott hat uns befreit und jetzt bringt er uns in den Himmel und dann werden wir gemeinsam mit ihm auf der neuen Erde wohnen, inmitten des und damit der ganze Palast Gottes wird dann bei uns sein. Er bringt uns zu seinem Heiligtum.
[15:24] Das ist die Erfahrung der 144.000. Jetzt 5. Mose 32 bringt auch ein Lied des Mose. 5. Mose 32 und da können wir nicht alles lesen, aber 5. Mose 32 beschreibt noch einige Aspekte, die in 2. Mose 15 nicht so vorkamen. Schaut mal mit mir in Vers 2 bis 4: "Meine Lehre triefe wie der Regen, meine Rede fließe wie der Tau, wie die Regenschauer auf das Gras und wie die Tropfen auf das Grün." Übrigens diese Lehre hier, was Mose predigt, das ist wie ein Regen. Thema Spätregen, aber ist ein anderes Thema. "Denn ich will dem Namen des Herrn verkünden, gebt unserem Gott die Ehre. Er ist der Fels, vollkommen ist sein Tun, ja alle seine Wege sind gerecht. Ein Gott der treu und ohne Falsch, gerecht und aufrichtig ist er."
[16:28] Was sagt in Offenbarung 15 Vers 3? "Groß und wunderbar sind deine Werke, wahrhaftig und gerecht sind deine Wege." Fast identisch. Hier in 5. Mose 32 wird nicht beschrieben, wie Gott mit den Feinden Israels umgeht, sondern was wird hier, wenn ihr jetzt ein bisschen weiter so mit dem Blick so über die Kapitel rüber geht, was wird hier beschrieben jetzt? Geht es hier darum, wie Gott mit dem Pharao umgeht? Hier geht es um das Volk Gottes selbst. 2. Mose 15 beschreibt, wie Gott die Feinde Israels besiegt und 5. Mose 32 beschreibt, was für Mühe Gott mit seinem eigenen Volk hat. Er beschreibt, wie er sie getragen hat in der Wüste. Schaut mal in Vers 13, in Vers 10: "Er hat ihn in der Wüste gefunden, in der Öde, im Geheul der Wildnis. Er umgab ihn, gab Acht auf ihn. Er behütete ihn wie seinen Augapfel. Wie ein Adler seine Nestbrut aufscheucht, über seinen Jungen schwebt, seine Flügel ausbreitet, sie aufnimmt, sie auf seinen Schwingen trägt. Der Herr allein leitete ihn und kein fremder Gott war mit ihm."
[17:43] Die 144.000 werden einmal singen können: "Gott hat uns überall getragen. Er war so gnädig, er war wie ein Adler. Er hat uns immer wieder geführt." Aber dann beschreibt 5. Mose 32, wie das Volk untreu geworden ist. Immer wieder könnt ihr lesen, hier zum Beispiel Vers 15: "Da wurde Jeschurun fett und schlug aus. Du bist fett, dick und feist geworden. Und er verwarf den Gott, der ihn geschaffen hat und er verachtete den Felsen seines Heils." Sie erregten seine Eifersucht durch fremde Götter, das ist alles prophetisch, was passieren würde. Und wir können das alles lesen, aber machen wir es nicht aus Zeitgründen.
[18:22] Und dann schaut mal, was Gott sagt, Vers 36: "Denn der Herr wird sein Volk richten und er wird sich über seine Knechte erbarmen, wenn er sieht, dass jeder Halt entschwunden ist und der Sklave samt dem Freien dahin ist." Ist das nicht ein wunderbarer Vers? Ich lese es nochmal: "Denn der Herr wird sein Volk richten." Übrigens, wenn das Volk gerichtet wird, wie heißt das auf Griechisch? Laodizea. Das Volk, das gerichtet wird. "Der Herr wird sein Volk richten und er wird sich über seine Knechte erbarmen, wenn er sieht, dass jeder Halt entschwunden ist und der Sklave samt dem Freien dahin ist." Wenn Gottes Volk ihn so sehr enttäuscht hat, dass es so sehr in die Sklaverei geraten ist, ob jetzt die Sklaverei der Sünde oder buchstäblich. Und wenn es so aussieht, als ob jeder Halt entschwunden ist, als wenn es so aussieht, wie Ellen White sagt, als ob die Gemeinde fällt, wird Gott sich erbarmen. Er wird sein Volk richten, nicht um es zu vernichten, sondern um es wiederherzustellen.
[19:51] Vers 37: "Und er wird sagen: Wo sind ihre Götter? Der Fels, bei dem sie Zuflucht suchten." Vers 39: "Seht nun, dass ich, ich allein bin und kein Gott neben mir." Und dann beschreibt er, wie er die Feinde besiegt. Fünfte Mose 32 beschreibt ein anderes Bild. Fünfte Mose 32 beschreibt das Bild, dass die Gemeinde und dass die Gläubigen von Gott ja ein Leben lang geführt und geleitet werden und eigentlich mehr undankbar als dankbar sind, ihn mehr enttäuschen als ihm ehren, mehr sündigen als gehorsam sind und eigentlich es verdient gehabt hätten, vernichtet zu werden. Und doch in dem Moment, wo es eigentlich fast ausweglos scheint, sagt Gott: "Erbarmt er sich über mein Volk." Während er die Ägypter besiegt und vernichtet, erbarmt er sich über alle, die dann doch noch gerettet werden wollen.
[20:52] Das heißt, wer am gläsernen Meer steht, der hat zwei Erfahrungen. Die eine Erfahrung ist: Ja, wir waren in der Endzeit, alle waren gegen uns, wir wollten den Sabbat halten, das wurde mit dem Tode bestraft und Gott hat uns befreit. Aber die zweite Erfahrung ist: Lange bevor Gott uns in der Endzeit geführt hat, hat er uns eigentlich schon unser ganzes Leben lang geführt. Er hat uns immer wieder mit seinem Wort nachgegangen, er hat uns immer schon darauf vorbereiten wollen und wir sind ständig in die Ehre gegangen. Wir sind weggelaufen, wir haben ihn enttäuscht, wir haben gesündigt, wir haben schlechte Gedanken gehabt, wir haben das und jenes gemacht und es sah fast so aus, als ob seine Gemeinde fällt. Und dann hat er sich über uns erbarmt. Er hat nicht mit uns gehandelt nach unseren Sünden, sondern er hat unsere Sünden vergeben und er hat uns gereinigt.
[21:37] 2. Mose 15, 5. Mose 32 berichten zwei Seiten einer Medaille. Die 144.000 haben eine spektakuläre Erfahrung, dass Gott ihre Feinde besiegt. Aber sie haben auch die Erfahrung, dass Gott sie aus ihrem eigenen Laodizeer-Zustand herausgeholt hat und gereinigt hat. Das finde ich interessant, weil es heißt ja, dass sie die Überwinder sind. Und das ist die Erfahrung, dieses Lied des Mose, das Mose ganz am Ende singt. Und übrigens, als Mose ganz am Ende dieses Lied singt, was passiert mit dem Volk, das immer abgefallen war und immer abgefallen war und immer abgefallen war? Jetzt am Ende in 5. Mose bekehrt sich das Volk und unter Josua ziehen sie in das Gelobte Land ein. Sie sind erfolgreich.
[22:32] Ich glaube, es lohnt sich sozusagen darüber nachzudenken, dass die 144.000, wenn sie dort am gläsernen Meer stehen, werden sie sagen: Gott hat uns gerade in der Endzeit super geholfen. Er hat in den sieben letzten Plagen Wunder getan. Das ist eine Geschichte. Aber die andere Geschichte ist: All die Jahrzehnte vorher, als mein Leben relativ normal war, da hat er mich schon geführt und geleitet. Und eigentlich hätten wir schon viel früher ihm folgen können. Eigentlich hätten wir viel gehorsamer sein können. Eigentlich hätten wir noch viel mehr für ihn erreichen können. Und jetzt sind wir trotzdem hier. Er hat sich über uns erbarmt. Er hat uns doch noch vollendet, was vielleicht menschenunmöglich aussah, weil wir manchmal mehr Richtung dem Bösen tendiert haben, als Richtung dem Guten. Aber Gott hat sich erbarmt. Und das ist die Erfahrung der 144.000. Und das, glaube ich, wird manchmal etwas vergessen.
[23:28] Jetzt, was glaubt ihr wohl, was ist wohl dieses Lied des Lammes? Genau, wie das Lied des Mose auch. Aber was ist das Lied des Lammes? Es liegt. Ja, klar. Hat Jesus irgendwann, irgendwo, irgendwie mal gesungen? Ja, wir wissen von Ellen White, dass er mal ein Lied auf den Lippen hatte. Aber wird in der Bibel irgendwo eine Situation berichtet, wo Jesus singt? Mit den Jüngern ist er irgendwo gegangen und hat Psalmen gesungen. Wann und wo? Wann und wo hat Jesus mit den Jüngern Psalmen gesungen? Es war nämlich an einer ganz besonderen Situation. Wo war das? Denkt mal kurz nach.
[24:38] Das muss ja eine ziemlich bedeutsame Situation gewesen sein, oder? Schau bei mir in Matthäus, 26 und dort Vers 30. Also vielleicht irre ich mich, aber ich glaube, das ist die einzige Stelle, wo in der Bibel gesagt wird, dass Jesus singt. Matthäus 26, Vers 30: "Und nachdem sie den was? Nachdem sie den Lobgesang gesungen hatten, gingen sie wohin? An den Ölberg." Also wann war das? Nach dem ersten Abendmahl der Weltgeschichte, dass Jesus deswegen eingesetzt hat, weil er wusste, dass er am nächsten Tag stirbt.
[25:40] Okay, stellt euch vor, ihr wüsstet mit Sicherheit, mit absolut prophetischer Sicherheit. Ich meine, Jesus kannte die Prophetie. Er wusste mit prophetischer Sicherheit: Morgen ist das Passah. Es ist das Jahr 31. Morgen Abend bin ich tot. Stellt euch das mal vor. Ihr wisst, morgen Abend seid ihr tot. Würdet ihr ein Loblied singen? Jesus singt ein Loblied, wissend, dass jetzt die Stunde der Finsternis kommt und dass er morgen tot ist. Er weiß, dass jetzt die Verfolgung kommt, dass jetzt die Pharisäer und die Sadduzäer und die Römer alle zusammen sich verbünden werden, dass Judas ihn verraten wird, dass die Jünger weggelaufen werden. Er weiß das alles, dass er alleine sein wird. Die Jünger wissen das nicht. Die singen das Loblied und denken, morgen wird er zum König ausgerufen oder so. Die Jünger wissen nicht, was sie singen, aber Jesus weiß, was kommt und er singt ein Loblied.
[26:41] Was ist die Erfahrung der 144.000? Die 144.000 werden wissen aus der Prophetie, wenn das Sonntagsgesetz kommt, wenn all die Dinge sich erfüllen. Sie werden wissen: Jetzt kommt die Verfolgung und sie werden Gott loben. Ob ihr es glaubt oder nicht, weil der Paulus sagt: "Freut euch allezeit, sagt Dank in allem." Das heißt nicht, dass sie begeistert sind, aber Matthäus sagt: "Freut euch und jubelt. Glückselig seid ihr, wenn sie euch schmähen und verfolgen und lügen, ihr schreckliches böses Wort gegen euch reden. Freut euch und jubelt." Jesus wusste, morgen bin ich tot und ich werde vorher geschlagen und gefoltert. Und er sang ein Loblied. Die 144.000 singen das Lied des Lammes.
[27:47] Ja genau, wir wissen das von Husserl und Hieronymus, die haben gesungen auf dem Weg zum Scheiterhaufen, oder? Die wussten auch, in wenigen Stunden sind wir tot, in wenigen Minuten vielleicht. Die haben gesungen und sie hatten einen inneren Frieden und dahinter steckt diese Idee: Ihre Erfahrung wird sein, unser Leben ist so in Christus verborgen. Wir sind so sicher, weil wir ihn so lieb haben und er uns so lieb hat, dass auch wenn wir jetzt sterben, wir auferstehen. Es kommt was Neues. Wir haben keine Angst vor dem Tod und Jesus hat sein Leben in die Hände Gottes gelegt und hat Gott gelobt. Und die 144.000 werden eine ähnliche Erfahrung haben, nur nicht so dramatisch wie bei Jesus, weil die 144.000 immer immer in Verbindung mit Gott sein werden, auch während der Plagenzeit. Jesus war tatsächlich von Gott getrennt. Jesus war das ganze noch eine ganze Stufe schlimmer, aber so prinzipiell.
[28:55] Das Lied des Lammes und in der Offenbarung wird oft gesungen für das Lamm. Ich schaue mal nur ein Beispiel. Offenbarung 5, Vers 12. Sie sprachen mit lauter Stimme: "Aber liebe Vers 9: Und sie sangen ein neues Lied, in dem sie sprachen: Du bist würdig, das Buch zu nehmen und seine Siegel zu öffnen. Du bist geschlachtet worden und hast uns für Gott erkauft mit deinem Blut aus allen Stämmen und Sprachen und Völkern und Nationen." Das Lied des Lammes ist die Erfahrung der Erlösung, die Erlösung, die einen so fröhlich macht, so so freudig macht, dass man selbst der Verfolgung mit freudigem Herzen entgegengehen kann.
[29:56] Vers 10: "Und hast uns zu Königen und Priestern gemacht für unseren Gott und wir werden herrschen auf Erden." Vers 12: "Sie sprachen mit lauter Stimme: Würdig ist das Lamm, das geschlachtet worden ist, zu empfangen Kraft und Reichtum und Weisheit und Stärke und Ehre und Ruhm und Lob." Jesus ist würdig, Jesus, das Lamm Gottes. Sie werden singen das Lied Mose über ihre Erfahrung und werden singen das Lamm, das Lied des Lammes.
[30:29] Schaut auf Markus 14 noch an, auch eine Parallelstelle, auf Markus 14, Vers 3. Und sie sangen wie ein neues Lied vor dem Thron und vor den vier lebendigen Wesen und den Ältesten und niemand konnte das Lied lernen als nur die 144.000, die erkauft worden sind von der Erde. Sie haben eine besondere Erfahrung gemacht, sie haben einen besonderen Segen Gottes erlebt, eine besondere Befreiung in schier ausweglosen Situationen und sie wissen, es war Jesus. Jesus hat ihnen geholfen, Jesus hat gesiegt, er ist der starke Held und deswegen beten sie ihn an und sagen: "Wahrhaftig und gerecht sind deine Werke."
[31:15] Schaut mal in Vers 3, in Offenbarung 15, Vers 3 zum Schluss. Und sie singen das Lied Moses, des Knechtes Gottes und das Lied des Lammes und sprechen: "Groß und wunderbar sind deine Werke, oh Herr Gott, du Allmächtiger." Wo hatten wir in dem gleichen Kapitel schon mal gelesen, dass etwas groß und wunderbar war? Er sagt: "Groß und wunderbar sind deine Werke." Wo hatten wir schon mal etwas gelesen von groß und wunderbar? Ja, ja, in Kapitel 15, in Kapitel 15, Offenbarung 15, in Vers 1. Was ist denn dort groß und wunderbar? Genau, und welches Zeichen? Die sieben letzten Plagen. Also in Vers 1 heißt es, die sieben letzten Plagen sind ein großes und wunderbares Zeichen und in Vers 3 heißt es, dass am Ende, nach den sieben Plagen, die Menschen sagen werden: "Groß und wunderbar sind deine Werke."
[32:21] Das heißt, sie singen hier nicht nur allgemein von der Schöpfung, die sagen eigentlich: Deine sieben letzten Plagen sind groß und wunderbar und gerecht. Das heißt, von Anfang an will die Bibel deutlich machen, wenn Gott die Plagen ausgießt, ist das keine tyrannische Bestrafung von Leuten, die nicht gespurt haben, sondern die sieben letzten Plagen sind ein Ausdruck der Gerechtigkeit und Großartigkeit Gottes. Denn durch die Plagen befreit er sein Volk, so wie er auch durch die Plagen die Israeliten befreit hat. Und sie selbst, die Gläubigen, haben die Plagen ja gar nicht erlebt, weil nämlich Jesus für sie ja schon gestorben ist. Er hat ja schon den Zornesbecher getrunken.
[33:07] Und so singen sie in dem doppelten Sinne das Lied Mose: Gott hat die Feinde durch Plagen besiegt und das Lied des Lammes: Gott selbst hat für uns die Plagen auf sich genommen. Das Lied des Mose bedeutet: Gott besiegt die Feinde durch Plagen. Das Lied des Lammes bedeutet: Gott selbst hat die Plagen für mich erlitten, dass ich sie nicht erleiden muss. Ich bin befreit von meinen äußeren Feinden, ich bin befreit von meinen inneren Feinden. Die Plagen offenbaren die ganze Größe des Erlösungsplanes und das singen sie hier. Und sie bestätigen die Gerechtigkeit Gottes vor dem Universum. Ziemlich gewaltig.
[33:55] Also wenn wir dann später zu den Plagen kommen, lass uns das immer im Hinterkopf haben. Die Plagen sind eigentlich ein Ausdruck der Größe und wunderbaren Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit Gottes. Und das werden sie singen. Und wenn wir dort einmal stehen wollen und das Lied mitsingen wollen, dann sollten wir vielleicht heute anfangen, schon mal die erste Strophe zu lernen. Die ersten Takte. Wenn in unserem Leben wir gefordert sind und Situationen schwierig sind oder wenn wir Gottes Führung manchmal vernachlässigt haben, dass wir uns wieder zurück erinnern, das was Gott für uns getan hat. Denn Gottes Wege sind immer die besten. Nicht nur in der Endzeit, auch in dem, was wir essen, trinken, wie wir uns anziehen, was wir tun, was wir uns anschauen, womit wir uns beschäftigen. In allen Dingen des Lebens sind Gottes Wege immer die besten. Und wenn wir das heute erleben, dann werden wir das in der Endzeit auch erleben. Amen.
[34:51] Dann lassen wir uns noch gemeinsam niederknien und beten. Lieber Vater im Himmel, hab du so wunderbar herzlichen Dank, dass dein Wort uns zeigt, dass selbst die sieben letzten Plagen, bei denen so viele Menschen irgendwie Furcht und Schrecken haben, eigentlich eine Offenbarung deiner wunderbaren Herrlichkeit sind. Dass sie die Schönheit deines Charakters offenbaren und die Gerechtigkeit. Und wir möchten dich bitten von ganzem Herzen, dass du uns heute schon diese ersten Zeilen dieses Liedes des Mose und des Liedes des Lammes beibringst. Dass wir jetzt schon üben können, diese Noten, die wir einmal singen werden dort am Gläsernen Meer. Dass wenn die Endzeit kommt und die letzten Dinge über uns hereinbrechen, dass wir dann vorbereitet sind, weil wir ein echtes und tiefes Vertrauen in dich haben, weil wir wissen aus Erfahrung, aus Alltagssituationen, dass du dich um unsere Probleme kümmerst und dass wenn wir in Schwierigkeiten sind, dass du unser Trost, unsere Kraft, unser Helfer bist. Und dass du uns erlöst hast, gereinigt hast von aller Sünde durch das Blut, das Jesus von uns vergossen hat. Dafür danken wir von ganzem und tief im Herzen. Amen.
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