[0:00] Gesegneten Sabbat. Ich hoffe, ihr seid auch glücklich innen, außen, oben, unten, weil Jesus kam und die Sünden uns nahm. Herzliche Grüße von der Gemeinde Filderstadt. Wenn nicht letzte Woche gewesen, und heute möchten wir den dritten Predigtabschnitt haben über unser Thema: „Es hat begonnen.“ Wer von euch war schon bei Teil 1 und Teil 2 da? Einige, aber ich kann mir vorstellen, sicherlich sind einige heute zum ersten Mal da oder haben nur Teil 1 mitbekommen und nicht Teil 2, oder nur Teil 2 und nicht Teil 1. Und deswegen wollen wir, bevor wir anfangen, noch mal so einen kurzen Überblick haben über das, was wir bisher studiert haben.
[0:49] Es geht uns ja um die Frage der Gesundheitsarbeit, wie Gott sie eigentlich wirklich in unserer Gemeinde, in unserem Leben haben möchte. Und bei dieser Frage ist es wichtig, dass wir ein bisschen auch in unsere Geschichte schauen. Die Geschichte hat den Vorteil, dass man vieles daraus lernen kann, nicht nur aus der biblischen Geschichte, auch aus unserer Adventgeschichte gibt es viele Dinge, die wir lernen können. Und das wollen wir tun. Und bevor wir damit richtig beginnen und hineinsteigen in das Thema, möchte ich euch einladen, wo ihr könnt, wo es euch möglich ist, dass wir gemeinsam niederknien für ein Gebet.
[1:47] Lieber Vater im Himmel, hab Dank für diesen Tag, hab Dank für den Segen und die Freude, die du uns schenkst. Hab Dank für deine Gegenwart, hab Dank für dein Wort, auf das wir uns immer verlassen können, das immer ein sicheres Fundament ist, auf das wir immer bauen können. Hab Dank auch dafür, dass du uns in der Vergangenheit so geführt hast, dass, wenn wir darauf achten und die Lektionen uns zu Herzen nehmen, dass wir nichts für die Zukunft zu befürchten haben. Ich möchte dich bitten, dass in den kommenden Minuten du uns echte Aufmerksamkeit schenkst, dass wir begreifen, was dein Wunsch für unser Leben als Einzelne, als Gemeinde, als weltweite Kirche ist und dass durch uns hindurch dein Charakter so sichtbar wird, dass alle Welt dich preist. Im Namen Jesu beten wir dies. Amen.
[2:48] Wir waren in Teil 1 davon ausgegangen von einer Geschichte in der Apostelgeschichte, wo zwei Menschen vor Gericht standen, weil sie jemanden gesund gemacht haben. Könnt ihr euch daran erinnern? Wir hatten gesehen, wie Petrus und Johannes vor den Sanhedrin, das oberste Gericht der Juden, gezerrt wurden, weil sie einen Menschen geheilt hatten. Und wir hatten dort gelernt, dass im Griechischen, der Bibel, das Wort für „heilen“ dasselbe Wort für „erretten“ ist. So, so. Und dass im biblischen Denken Errettung, also Erlösung und Heilung eng miteinander verbunden sind.
[3:28] Wir hatten uns einige Zitate angeschaut, die unsere Aufgabe als Christen spezifisch definieren. Ellen White sagte uns: „Unsere Aufgabe ist klar definiert. So wie der Vater seinen einziggeborenen Sohn in die Welt sandte, ebenso sendet Christus uns seine Jünger als seine medizinischen Missionare.“ Wir hätten gelernt, dass unsere Aufgabe identisch ist, nicht nur ähnlich oder vergleichbar oder ansatzweise in derselben Richtung gehend, sondern identisch ist mit dem Werk, das Christus tat. Und dass, wenn diese beiden Dinge, das Evangelium und die Gesundheitsbotschaft, wenn das Evangelium und die medizinische Mission getrennt werden in Einzelblöcke, dass das das schlimmste Übel ist, das auf unsere Gemeinden gelegt werden kann.
[4:21] Wir haben festgestellt, alles begann im Himmel, als ein Engel anfing zu denken, dass Gott vielleicht nicht die beste Herrschaft hat, die man haben kann. Und wir haben gelernt, dass Gott zwei Dinge tat. Er hat die Wahrheit erklärt, indem er im Universum den Sohn auf den Thron gesetzt hat und gesagt hat: „Er ist Gott.“ Aber Gott hat nicht nur erklärt, er hat auch demonstriert, indem Jesus selbst die Welt geschaffen hat. Es wurde erklärt, dass Jesus Gott ist. Es wurde demonstriert, dass Jesus Gott ist durch die Werke. Wir haben gesehen, dass die Werke Gottes eine besondere Aufgabe haben. Durch die Werke kann sein unsichtbares Wesen, seine Gottheit, seine Kraft, sein Charakter gesehen werden. Und das ganze Universum erkennt an den Werken Gottes, wie er ist.
[5:14] Wir haben gesehen, dass die Bibel schon immer gesagt hat, dass Gott barmherzig und gnädig, von großer Gnade und Treue ist. Aber dass diese Erklärung erst richtig sichtbar wurde, als Jesus es demonstriert hat auf der Erde durch seine Werke. Er lehrte, er verkündigte und er heilte. Jesus war nie nur Evangeliumsarbeiter und er war nie nur Sozialarbeiter, er war immer alles zusammen. Und am Kreuz wurde dieses Konzept besonders sichtbar: Jesus, der König des Universums, als Diener der Menschheit.
[5:58] Einige Zitate, die wir angeschaut haben, die das Gesetz des Lebens deutlich machen: Selbstverleugnende Liebe ist das Gesetz des Lebens. Der Kreislauf der Wohltätigkeit ist das Gesetz des Lebens. Das Großgesetz des Lebens ist ein Gesetz des Dienstes. Geben bedeutet Leben. Selbstaufopferung ist das Gesetz der Selbsterhaltung. Selbstverleugnung ist das große Gesetz der Selbsterhaltung. Und Selbsterhaltung ist das Gesetz der Selbstzerstörung.
[6:19] Wir haben gesehen, wie in unserer eigenen Adventgeschichte Gott neben der dreifachen Engelsbotschaft, dem Evangelium, das wir verkündigen sollen, er uns auch die Gesundheitsbotschaft gab, mit der wir demonstrieren sollen, wie das Evangelium in uns und auch in anderen Menschen funktioniert. Wir haben über Kellogg gesprochen, diesen brillanten Arzt, den Ellen White den „Arzt Gottes“ nennt, der große Ideen hatte, als er endlich bekehrt war. Und wir haben verschiedene Projekte angeschaut, die er gemacht hat.
[6:51] Wir haben gesehen, wie er diese kleinen Kompanien gegründet hat, die als mobile Missionstruppen in die Städte gegangen sind und ganz einfache Arbeit getan haben. Keine komplizierten medizinischen Operationen, sondern einfache Dinge wie Holzhacken, wie Wäsche waschen, wie Postbotendienste erledigen, Menschen zum Krankenhaus bringen oder Rezepte von der Apotheke holen. Einfache Dinge, den Menschen zu helfen, je nachdem, was jeder kann. Und Ellen White sagte, als dies passierte, als gleichzeitig die Botschaft von der Gerechtigkeit aus dem Glauben durch die Gemeinden ging, sie sagte: „Die Zeit des Testes steht vor uns, denn der laute Ruf des dritten Engels hat bereits begonnen.“ Nur einmal in ihrem Leben sagt sie das. Und sie sagt, es war in der Offenbarung der Gerechtigkeit Christi durch die Verkündigung der Prediger wie Jones und Wegener, aber auch durch die Demonstration dieses Evangeliums durch die medizinischen Missionare.
[7:48] Wir haben auch gesehen, wie Kellogg schnell etwas größenwahnsinnig wurde, wie er den simplen Charakter dieses Werkes missverstand und er große Institutionen in Chicago gründen wollte, wie er gleichzeitig gewaltige Ideen hatte, die es wert wären, aufgeschrieben zu werden. Allerdings wurden sie nicht aufgeschrieben, auch damals bei der Generalkonferenz nicht. Und wie er mit den Predigern in einen Konflikt kam, der immer schlimmer wurde und sich genau das anbahnte, was Ellen White befürchtet hatte, dass die medizinische Arbeit und die Evangeliumsarbeit sich mehr und mehr trennen würden.
[8:18] Und Ellen White hat versucht, beide Seiten zusammenzuführen. Sie hat versucht, den Kellogg wieder zu gewinnen für die Gemeinde und die Prediger darauf anzusprechen, dass sie doch nicht so harsch mit ihm sein sollten. Und wir haben uns angeschaut, wie er dann all diese Vorträge gehalten hat und wie er dann 1893 ganz felsenfest überzeugt gesagt hat: „Wir brauchen nicht zu erwarten, dass der laute Ruf je beginnt, wenn wir nicht medizinische Missionsarbeit machen.“
[8:46] Und ihr könnt euch erinnern, wir haben dann letztes Mal festgestellt, wie es diese Diskussionen gab, dann in der Generalkonferenz. Ellen White sagt: „Der laute Ruf hat begonnen.“ Und du sagst: „Der hat noch nicht begonnen.“ Kellogg hatte damals nicht verstanden, was es bedeutet, dass etwas begonnen hat und dass etwas ein Anfang ist. Er sah nur, was am Ende geschehen muss. Er sah nicht schon den Anfang, den Gott gelegt hatte. Und das war letztlich sein Problem, über das er gestolpert ist.
[9:10] Wir haben gesehen, wie Gottes Volk, Ellen White sagt, aus echten medizinischen Missionaren bestehen sollte. Kellogg hatte diese brillante Idee, jeden einzelnen, jedes einzelne Mitglied der Adventgemeinde in zwei Jahren zu einem medizinischen Missionar auszubilden, dass alle beteiligt werden können. Aber das gefiel den Predigern nicht. Die dachten: „Wir müssten nur deine Offenbarungen predigen, das reicht.“ Und Kellogg wurde immer mehr frustriert mit den Predigern, hat sich immer mehr von ihnen distanziert. Und ihr kennt die Geschichte, wir haben es angeschaut, wie dann das Krankenhaus niederbrannte, wie das Verlagshaus niederbrannte, als er dann auch häretische, falsche Theorien einbrachte und das Ganze damit endete, dass Kellogg ausgeschlossen wurde.
[9:57] Wir haben dann gesehen, dass Gott durch Ellen White einen Plan B installierte. Sie wurde nach Australien gesandt und dort in Australien hat sie erneut versucht, ein Modell zu gründen, wie medizinische Missionsarbeit und das Evangelium zusammenkommen können. Dort in Australien hat man jetzt auf anderen Fundamenten gebaut, als Kellogg in Amerika. Kleine Gruppen, nicht besonders teuer, effektiv und ganz selbstunterhaltend, mit rationalen Ausgaben und als Teil der Gemeinde, während Kellogg nur von großen Mengen an Geld verschlingenden Institutionen träumte, die unabhängig sind von der Denomination.
[10:42] Und wir haben einige Dinge auch angeschaut, wie das praktisch ausgesehen hat. Wir haben gesehen, wie einer von diesen australischen Missionaren dann nach Amerika ging und dort in San Francisco das anfing zu tun, wo die ganze Gemeinde verschiedenste Aktivitäten hatte. Und Ellen White sagt: „Das ist genau das, was wir tun sollen. Das ist der Anfang erst, und es muss noch ein viel weitreichenderes Werk getan werden.“
[11:02] Doch nach wenigen Jahren gab es das große Erdbeben in San Francisco, und das war erst einmal wieder alles kollabiert. An der Stelle wollen wir heute weitermachen und den Sprung bis in die Gegenwart wagen, denn es gibt einiges noch mehr zu lernen über diese Geschichte. Im Jahre 1901 kam Ellen White nach zehn Jahren Australien endlich wieder nach Amerika. Sie hat in Australien dieses neue Modell erfolgreich etabliert und sie wollte das jetzt auch nach Amerika bringen. Doch in Amerika gab es ganz andere Probleme. Da musste erst einmal die Generalkonferenz reorganisiert werden. Es war viel zu klein geworden, viel zu viele Mitglieder und die Generalkonferenz war wie ein Flaschenhals. Es gab das Problem mit dem heiligen Fleisch in Indiana, wenn ihr das kennt, und auch die ganze Krise mit Kellogg war gerade am brodeln und sie kam gar nicht dazu, das zu tun, was sie eigentlich wollte.
[11:59] Dann einige Jahre später sagte sie folgendes: Nachdem all das mit Battle Creek und dem Sanatorium da und dem Krankenhaus in der Nähe von Chicago, all das den Bach runtergegangen war, weil Kellogg die Gemeinde verlassen hatte oder ausgeschlossen wurde und all die Institutionen mit sich nahm, musste die Adventgemeinde überlegen, wie sie neu startet mit der Gesundheitsbotschaft. Und man wollte jetzt das Gesundheitswerk Richtung Kalifornien verlegen. Ellen White sagte im Jahre 1906: „Jedes Jahr besuchen tausende Menschen Südkalifornien auf der Suche nach Gesundheit, und wir sollten versuchen, sie durch verschiedene Methoden mit der Wahrheit zu erreichen.“ Also ein Prinzip, das man lernen kann, ist: Arbeite dort, wo die Menschen sowieso schon nach Gesundheit suchen. Schau dir Gelegenheiten an, schau dir Orte an, wo Menschen ohnehin schon hingehen, um Gesundheit zu erlangen.
[12:59] Und es gab verschiedene Pläne, es wurden verschiedene Grundstücke gekauft in Kalifornien. Das Werk war dort sehr am Blühen und eines Tages wurde Ellen White mit ihrem Sohn Willie White in ein Tal gebracht in der Nähe von San Bernardino. Sie stieg aus der Kutsche und als sie den Boden betrat, sagte sie zu ihrem Sohn: „Hier sind wir schon mal gewesen.“ Und Willie White sagt: „Nein, du bist ganz sicher in deinem ganzen Leben hier noch nie gewesen.“ Und sie sagt: „Es kommt mir so bekannt vor, es kommt mir so vertraut vor.“ Und dann sagt sie: „Dann, wenn ich hier nicht gewesen bin, dann ist es genau der Ort, den ich in der Vision gesehen habe. Wir müssen diesen Ort kaufen.“
[13:45] Dieser Ort hieß in der Landessprache dort bei den Indianern „der schöne Hügel“, besser bekannt als Loma Linda. Schon gehört? Und Loma Linda war damals so ein kleiner, heute ist das ein recht bekannter Platz. Es stand da schon ein Hotelkomplex, der allerdings verfallen war, nicht wirklich verfallen, aber nicht wirklich gebraucht werden konnte. Und das ganze Anwesen war für 110.000 Dollar zu haben, damals ein Vermögen. Und es gab schon einige andere Institutionen in Kalifornien und die Vereinigung hatte kein Interesse, noch mehr Schulden zu machen. Und Ellen White sagt: „Wir brauchen das, wir brauchen das sofort.“
[14:28] Und mit ihr war ein junger Adventist, der hieß John Burden, der sagte: „Okay, wir kaufen das.“ Ging zum Generalkonferenz, zum Präsidenten von Kalifornien, von der Vereinigung und sagte: „Wir müssen diesen Ort kaufen.“ Der sagt: „Bist du verrückt? Das kostet viel zu viel Geld, das machen wir nicht.“ Aber Ellen White hat gesagt: „Wir sollen es kaufen, zu teuer.“ Und naja, der Preis ging runter auf 40.000 Dollar, immer noch viel zu teuer. Und Ellen White sagt: „Wir müssen es kaufen, wir müssen es sofort kaufen.“ Und der Vereinigungsvorsitzende sagt: „Das ist zu teuer.“
[15:04] Dann hat der Burden gesagt: „Okay, dann kaufe ich das mit privaten Mitteln.“ Ja, welche privaten Mittel? Er hatte auch keine. Er hat gesagt: „Okay, ich unterschreibe den Vertrag, ohne dass ich Geld habe. Gott wird für das Geld sorgen.“ Wenn Ellen White sagt, wir sollen das Ding kaufen, dann kaufen wir das. Und der Vereinigungsvorsitzende sagt: „Nur dass du es weißt, das ist eine wahre Geschichte, wir werden keinen Cent dazu geben. Keinen einzigen Cent.“ John Burden sagt: „Kein Problem.“ Übrigens, John Burden ist der einzige Pionier, der uns bekannt ist, der in 87 Briefen von Ellen White nicht ein einziges Mal getadelt worden ist. Er hat einen ziemlich großen Glauben an das, was Gott tun möchte. Er unterschreibt diesen Vertrag und innerhalb kürzester Zeit hat er durch unerwartete Spenden all das Geld zusammen. Loma Linda ist gekauft und steht bis heute noch als eines der Flaggschiff-Operationen unserer Kirche.
[16:15] Aber die Frage war: Was nun? Man hatte jetzt dieses gigantische Anwesen mit Land in einer der schönsten Gegenden der USA mit mehreren Gebäuden. Man konnte sofort ein Sanatorium gründen, man konnte sofort auch eine kleine Trainingsschule für Krankenschwestern und Krankenpfleger gründen. Aber es gab das Potenzial, noch mehr zu tun. Es gab solch gute Räumlichkeiten dort, dass man vielleicht sogar eine richtige große medizinische Schule, ja vielleicht eine Universität dort haben könnte. Was nun?
[16:43] Die erste Frage war für die Adventgemeinde, die jetzt das neu starten wollte: Wenn wir ein groß angelegtes medizinisches Werk machen wollen, unter welcher medizinischen Schule wollen wir uns anmelden? Damals in Kalifornien gab es verschiedene Möglichkeiten, als Arzt zu arbeiten. Das war noch nicht wie heute, wo es im Prinzip eigentlich nur die Schulmedizin ist, die anerkannt ist, sondern es gab verschiedene Richtungen. Noch ein paar Jahrzehnte vorher konnte fast jeder Arzt werden. Da konnte man fast zur Volkshochschule gehen und dann konnte man Arzt werden. Ich war irgendwelche Tinkturen machen. Das war schon etwas besser geworden. Es gab damals ungefähr fünf Richtungen.
[17:22] Es gab die amerikanische medizinische Gesellschaft, das war die Schulmedizin, das war wissenschaftliche Untersuchung und Medikamente. Dann gab es die Osteopathen, es gab die Homöopathen, die kennt ihr auch, mit ihren Globuli. Dann gab es die Chiropraktiker und es gab die Eklektiker. Die Eklektiker, die waren vor allem so mit Kräutern unterwegs, aber haben von allem anderen so ein bisschen was genommen. Das war so ein Mix. Ellen White sagt übrigens, die Eklektiker waren von allen die harmlosesten. Naja, und die Frage ist jetzt: Wenn wir als Adventgemeinde jetzt ein richtig großes Sanatorium haben und wenn wir da Sanatorium haben und wenn wir eine medizinische Schule haben, wo Ärzte ausgebildet werden, sind das dann Schulmediziner oder sind das Homöopathen oder sind das Eklektiker? Was sind die dann?
[18:13] Und so ging das so ein bisschen hinterher, man hat sich am Kopf gekratzt. Keine von den Kategorien passt so wirklich zu unserem System, oder? Mit dem, was auch Ellen White uns gesagt hat. Naja, es gab unglaublich viel Durcheinander. Damals in Kalifornien ständig wurden die Gesetze geändert, wie man jetzt als Arzt lizenziert wird. Und dann im Jahre 1907 passierte etwas, von dem heute viele glauben, dass eigentlich dort die Vorsehung Gottes seine Hand im Spiel hatte. Ein Gesetz kam in Kalifornien zum Tragen, das völlig unerwartet war. Es sagte, man könnte als Arzt anerkannt werden, entweder mit der Schulmedizin oder mit einigen von diesen anderen oder mit irgendeiner anderen Art von medizinischer Praxis, die da nicht aufgelistet ist. Das war quasi wie ein Blankoscheck, man konnte alles mögliche eintragen.
[19:04] War das die Gelegenheit, vielleicht zu sagen: „Wir haben eine adventistische medizinische Schule.“ Das Gesetz war da, aber unsere Pioniere waren sich nicht ganz sicher. Sollen sie das jetzt wagen, eine eigene Schule zu gründen, also eine eigene philosophische Richtung zu haben, oder soll man nicht lieber vielleicht doch unter der Schulmedizin gehen? Kellogg war immer unter der Schulmedizin gewesen, mit seinem Krankenhaus und allem. Er war ja ein anerkannter Arzt und vielen erschien das vielleicht doch die sichere Variante, um auch wirklich anerkannt zu sein. Wer weiß, wie lange dieses Gesetz überhaupt gelten würde.
[19:46] John Burden jedenfalls war anderer Meinung. Er sagte: „Wir brauchen sowieso eigentlich nur einige qualifizierte Ärzte. Der Hauptpunkt muss ja nicht sein, Ärzte auszubilden, sondern medizinische Missionare. Und dann brauchen wir einige qualifizierte Ärzte und die könnten jetzt ganz offiziell ausgebildet werden, so wie wir es wollen. Nicht als Schulmediziner, nicht als Homöopathen, nicht als dies oder jenes, sondern als adventistische Ärzte.“
[20:14] Das Interessante war, damals in Kalifornien mit diesem neuen Gesetz konnte man Arzt werden, indem man einen bestimmten Test bestand und in diesem Test wurde keine Pharmakologie abgefragt. Das heißt, das ist die Lehre von den Medikamenten und keine Chirurgie. Und nur nicht, dass Chirurgie sündhaft wäre. Das ist ganz in Ordnung, gar kein Problem. Ellen White hat auch nie was dagegen gesagt, aber Chirurgie ist jetzt nicht das Effektivste in der flächendeckenden Mission. Man braucht ein paar Chirurgen, aber wenn man viel mehr Ärzte und Missionare hätte, die einfach mit Lebensmittelmedizin schon die normalen Krankheiten heilen könnten, dann wäre das noch viel effektiver. Das heißt, man kann Chirurgie machen, aber man muss es nicht unbedingt. Und damit könnte man viel mehr Möglichkeiten haben in der Gestaltung. Naja, und man hatte die Befürchtung, dass, wenn es unter die Schulmedizin geht, dass es so ein bisschen sich kommerzialisiert. Ja, das war ja bei Kellogg auch zu sehen.
[21:09] Naja, also die Frage: Sollen wir was Eigenes machen oder lieber mit der AMA, mit der Schulmedizin? John Burden sagte: „Lass uns was alleine machen.“ Aber Willie White, der Sohn von Ellen White, sagte: „Vielleicht ist es doch besser, wenn wir den anerkanntesten Weg gehen. Auch wenn das andere möglich wäre, lass uns lieber so machen wie damals bei Kellogg. Lass uns lieber die Schulmedizin wählen und dort anerkannt werden.“ Und Arthur Daniels, der spätere Generalkonferenzpräsident, sagte dasselbe.
[21:46] Naja, damals lebte der Prophet noch, man konnte Ellen White fragen. Und man fragt erstmal: „Ist es überhaupt ein Wunsch, dass wir hier in Loma Linda Ärzte ausbilden oder soll es einfach nur eine Missionsschule sein, so für Krankenschwestern?“ Und Ellen White sagt: „Nein, nein, nein, nein, wir brauchen Ärzte, wir brauchen hochqualifiziertes Personal.“ Und 1909 haben dann beide, John Burden und Willie White, Ellen White interviewt und haben gesagt: „Was sollen wir machen?“ Und ihre Antwort war immer so ein bisschen enigmatisch.
[22:13] Sie sagte zum Beispiel hierhin: „Wir wollen nichts von dieser höheren Ausbildung, die uns in eine Lage versetzt, wo nicht dem Gott Israels, sondern dem Gott von Ekron Ehre gegeben werden muss. Der Herr möchte, dass wir als unterscheidbares, geheiligtes und heiliges Volk bestehen, so mit ihm verbunden, dass er mit uns arbeiten kann.“ Also möchtest du nicht, dass wir eine Schule für Ärzte haben? Doch, doch, doch, eine Schule für Ärzte. Ja, aber wie? Ja, nicht so, dass es den Menschen Ehre gibt, sondern Gott. Wie genau machen wir das?
[22:54] Und diese Idee oder diese Aussage, „der Gott von Ekron“, das hat Ellen White öfter mal benutzt, wenn unsere Pioniere sich zu sehr auf weltliche Experten bezogen haben. Es gibt eine andere berühmte Geschichte, die ist ganz lustig. Als Ellen White in Australien war, da haben sie auch ein Grundstück gesucht für die Schule, Avondale. Und da haben sie dann so ein Grundstück gesehen, das war nicht besonders gut. Der Boden war sehr schlecht, voller Steine. Und Ellen White sagt: „Das ist genau der Platz, den brauchen wir.“ Und Daniels sagte: „Nein, nein, nein, nein, nein.“ Und auch Willie White sagte: „Das ist nicht gut.“ Und sie sagt: „Nein, wir müssen das kaufen.“ Und dann haben sie einen Experten kommen lassen, einen nicht-adventistischen Experten. Der hat gesagt: „Also, wenn ihr das Gebäude kauft oder diesen Boden kauft, macht ihr den Fehler eures Lebens.“ Der sagte berühmterweise: „Wenn eine Beutelratte über dieses Gelände läuft, muss immer noch was zu essen mitnehmen, weil da nichts ist.“ Und Ellen White, als sie das hörte, sagte: „Naja, zum Glück dienen wir nicht dem Gott von Ekron, sondern dem Gott Israels.“ Grundstück wurde gekauft, Schule ein Riesenerfolg, naja.
[23:57] Also, der Burden und der White, die waren sich nicht ganz sicher, was meint jetzt Ellen White damit? Und noch einmal, 1910 wurde ein Brief an sie geschrieben: „Soll Loma Linda Ärzte ausbilden, die staatliche Examen bestehen, ja oder nein?“ Und Ellen White sagt: „Ja, aber nicht so, dass Menschen geehrt werden.“ Also, man hatte so ein bisschen, wenn man das so zusammenfasst, hatte man zwei Möglichkeiten. Entweder man macht eine Schule nur für Krankenpfleger, Krankenschwestern, oder eine Schule für richtige Ärzte. Dann, wenn es nur für Krankenschwestern gewesen wäre, wäre keine staatliche Schule notwendig gewesen, man hätte einfach sein Ding machen können. Aber mit Ärzten brauchte man eine staatliche Anerkennung. Und Ellen White schien zu sagen, und das hat sie öffentlich so gemeint: „Staatliche Anerkennung kein Problem. Aber die Frage ist, unter wem und wie?“ Schulmedizin, AMA oder eine eigene Richtung gründen?
[24:57] Naja, am 29. Januar wurde dann vom Pazifikverband unserer Gemeinde beschlossen: „Wir gründen eine medizinische Ausbildungsstätte, eine Universität sozusagen, würden wir heute sagen, für Ärzte.“ Und Ellen White hat dann nochmal gesagt: „Jetzt, wo die Welt der Lehre der Gesundheitsreform positiv gegenüber eingestellt ist, sollten Entschlüsse gefasst werden, die unseren eigenen Ärzten das Vorrecht sichern, unseren jungen Leuten medizinische Unterweisungen zukommen zu lassen, die ansonsten weltliche medizinische Colleges besuchen würden. Die Zeit wird kommen, wo es schwieriger sein wird, für unsere jungen Leute eine medizinisch-missionarische Ausbildung zu organisieren.“ Und der letzte Satz hat sich sehr deutlich erfüllt.
[25:44] Nun, was sollten sie machen? Über Jahre hin und her war es sich unsicher und auch alle Beteiligten haben immer wieder ihre Positionen gewechselt. Wie genau? Am Ende fällten sie eine Entscheidung, und die Entscheidung wurde später von der Los Angeles Times so kommentiert: „Sie brauchten, also Loma Linda, zuerst die Erlaubnis der staatlichen Aufsichtsbehörde für medizinische Examinierungen und wollten auch die Bestätigung der amerikanischen medizinischen Gesellschaft.“ Mit anderen Worten, sie brauchten staatliche Unterstützung, aber sie brauchten nicht die Anerkennung der schulmedizinischen Gesellschaft. Aber die wollten sie.
[26:28] Und so wurde Loma Linda eine schulmedizinische Universität. Das war mit bester Intention gemacht und getan. Es hat aber einen Rattenschwanz, über den man nicht nachgedacht hat oder vielleicht nicht lang genug. Sobald man unter der schulmedizinischen Gesellschaft war, sagten die: „Naja, aber wir haben hier einige Regulierungen, die müsst ihr einhalten. Ihr könnt nicht Mitglied bei uns sein, wenn ihr nicht das macht, was wir euch sagen.“ Zum Beispiel braucht ihr ein Labor und ihr braucht teures Equipment für das Labor. Und so musste plötzlich mit viel Geld erstmal so Equipment angeschafft werden.
[27:03] Als das alles gekauft worden ist, kam die AMA schon wieder und sagt: „Nee, nee, nee, ihr braucht auch Trainingsmöglichkeiten für eure Studenten. Ihr braucht Kliniken, sonst könnt ihr keine Schule haben.“ Naja, hat man gesagt: „Wir haben ein Sanatorium, da können unsere Studenten das arbeiten.“ Aber die Gesellschaft sagt: „Nein, nein, nein, in einem Sanatorium sind nicht genügend verschiedene Krankheiten präsent. Ihr braucht richtige Kliniken.“ Ja, haben wir nicht. Außerdem sollen unsere Ärzte ja nie in großen Kliniken arbeiten. Unsere Ärzte werden doch ausgebildet, um im Sanatorium zu arbeiten. Naja, die AMA ließ nicht mit sich reden und so hat man einen Deal gemacht, dass unsere Studenten dann an den umliegenden Kliniken ihre Praktika machen konnten.
[27:48] Hat aber ein Problem, da, wenn man adventistische medizinische Ausbildung bekommt und dann an den weltlichen Kliniken arbeitet, dann gibt es immer so einen Konflikt. Die Methoden werden nicht immer gleich gesehen und so war das nicht besonders effektiv. Noch 1912 war man sich eigentlich sicher, dass das Hauptziel ja gar nicht die Ausbildung von Ärzten sein sollte, sondern von tausenden von medizinischen Missionaren. Aber in all den Jahren hat man sich nie darum gekümmert. Man hat sich immer nur gekümmert um die Ärzte, weil das so schwierig war. Und mit der Zeit verlor man all die medizinischen Missionare ganz aus den Augen. Alles konzentrierte sich nur noch auf die Arztausbildung.
[28:33] Nun, was passierte? Schließlich beschloss man: „Okay, wir brauchen eine Klinik.“ Lasst uns eine Klinik bauen. So hat man wieder viel Geld in die Hand genommen, um in Loma Linda für 15.000 Dollar eine Klinik zu errichten, damit man endlich jetzt die Bedingungen erfüllen kann. Zwei Jahre später war das Gebäude fertig und als es fast fertig war, stellte man fest, man kann das Gebäude nicht als Klinik verwenden. 15.000 Dollar in den Sand gesetzt. Man muss es irgendwie anders verwenden.
[29:04] Aber die AMA sagt: „Ihr braucht eine 200-Betten-Klinik in Los Angeles, Downtown.“ Aber das ist ja gar nicht unser Konzept. Unser Konzept ist doch, die Leute raus aus den Städten, in kleinen Institutionen, in der Natur heilen. Egal, wenn ihr bei uns seid, 200-Betten-Klinik am besten in den Slums von Los Angeles. Mittlerweile hat sich auch die Gesetzeslage geändert. Mittlerweile war diese Option, unter einer eigenen adventistischen Schule zu arbeiten, nicht mehr gegeben. So richtig, noch nur so mit so einem Hintertürchen eventuell. Man konnte noch eine sogenannte medikamentenlose Behandlung haben. Das haben dann die Osteopathen und die Chiropraktiker und so weiter gemacht. Aber das war nicht besonders angesehen und da hatten wir mehr darüber nachgedacht. Da war ein Zeitfenster von sechs Jahren, wo wir Weltgeschichte hätten schreiben können. Wir hätten unsere eigene adventistische medizinische Richtung gründen können. Wir waren halt nicht ganz mutig genug.
[30:10] Naja, das gab natürlich jetzt mehr Probleme und so musste dieses 200-Betten-Klinikum angeschafft werden. Und so beschloss man ein Jahr später für maximal 50.000 Dollar, das Ellen White Memorial Klinikum in Los Angeles zu bauen. Also riesigen Klinik zum Andenken an Ellen White. Das Ganze war aber nicht ganz unumstritten, weil Ellen White zu Lebzeiten, sie war schon tot, immer gesagt hat: „Baut keine Klinik in Los Angeles.“ Es hatte schon Pläne gegeben, eine Klinik in Los Angeles zu bauen und sie sagte: „Mach das nicht.“ Und jetzt war sie gerade tot und jetzt will man eine Klinik bauen in Los Angeles. Und man hat sie dann einfach in Andenken an Ellen White genannt, in der Hoffnung, dass das die Sache besser macht.
[30:55] Dahinter steckte eine interessante Geschichte. Und jetzt müssen wir noch mal in Gedanken 16 Jahre zurückgehen in Adventgeschichte. 16 Jahre zuvor, im Jahre 1899. Damals war Ellen White in Australien und Kellogg war noch in der Gemeinde. Es war gerade die Zeit, die wir letztes Mal angeschaut haben. Kellogg war dabei, große Institutionen zu planen und zu machen. Und in jener Zeit hatte Ellen White eine Vision. 1899. In Australien sah sie folgendes: Sie sah ein großes Gebäude in Chicago, das für seinen Bau und seine Ausstattung eine große Menge Geld kostet. Und dann sah sie, wie dann in der Endzeit die Gebäude durch die Erdbeben und die Feuersbrünste alle einfallen würden. Und ich sah das oben erwähnte Gebäude mit vielen anderen zusammenfallen.
[31:45] Sie dachte aufgrund der Vision, dass in ihrer Abwesenheit in Chicago tatsächlich schon ein großes Gebäude von Kellogg gebaut worden ist. So schreibt sie einen Brief an Kellogg und sagt: „Hey, ich habe da eine Vision gehabt über dieses große Gebäude in Chicago. Das hättest du nicht tun sollen.“ Kellogg bekommt den Brief, er war gerade in Europa und sagt: „Ein großes Gebäude?“ Das Problem war, dieses große Gebäude in Chicago gab es gar nicht. Er wusste gar nicht, wovon sie redet. Großes Gebäude in Chicago? Gibt's nicht. Haben wir nicht gebaut. Ich habe gar keinen Plan.
[32:20] Ellen White, wenn du von einem großen Gebäude in einer Vision berichtet wirst, dass es gar nicht gibt, bist du überhaupt eine Prophetin? Schreib zurück: „Von welchem großen Gebäude sprichst du? Es gibt keins.“ Ellen White sagt: „Ich weiß auch nicht, ich habe es gesehen. Ich dachte wirklich, es ist gebaut worden. Ist es nicht gebaut worden? Nein, es ist nicht gebaut worden. Es gibt es gar nicht.“ Und jetzt? Drei Jahre ging das so. Ellen White konnte es nicht erklären. Sie wusste nicht, was los war. Sie wusste nur, in der Vision hat sie das Gebäude gesehen.
[32:58] Und Kellogg nutzte es als Gelegenheit und sagt: „Ja, ja, ja, siehste, da gab es Leute, die mir feind sind. Die Prediger, die haben Ellen White was erzählt, was gar nicht stimmt. Die sagt, es ist eine Vision. Seht ihr, es ist alles nur Humbug.“ Naja, drei Jahre später erfährt Ellen White von einem gewissen Jesse Arthur, dass es tatsächlich 1899 Pläne gegeben hatte, ein großes Gebäude in Chicago zu errichten, zu einer Zeit, als Kellogg nicht in Amerika war. Also Kellogg war in Europa, aber in Amerika hatten seine Mitarbeiter die Idee gehabt, so ein riesiges Gebäude zu bauen.
[33:38] Und Ellen White wird das später in einer Vision nochmal gezeigt. Sie sagt: „Einige Zeit später sah ich, dass die Vision von Gebäuden in Chicago und deren Belastung für die Finanzen unseres Volkes und ihre Zerstörung ein Gleichnis war.“ Was ist ein Gleichnis? Was ist ein Gleichnis? Ein Bild. Diese Vision war ein Gleichnis für unser Volk, um sie zu warnen, nicht intensiv in Immobilien in Chicago oder in einer anderen Stadt zu investieren, es sei denn, die Vorsehung Gottes öffnet eindeutig den Weg. Und dann sagt sie so, völlig so, keiner weiß warum, aus dem Ärmel: „Eine ähnliche Warnung wurde für Los Angeles gegeben.“
[34:19] Später klärt der Jesse Arthur das aus. Kellogg war in Europa gewesen und seine Mitarbeiter hatten gesagt, wir bräuchten irgendwie noch mehr Unterstützung mit der Schulmedizin. Sie hatten also die Idee gehabt, sich noch genauer unter die Schulmedizin, unter die Gesellschaft damals dort zu stellen. Und dann ist jemand, ein Delegierter, zu der medizinischen Gesellschaft gegangen und gesagt: „Wir haben hier dieses Sanatorium in Battle Creek und wir wollen in Chicago große Sachen machen. Wir würden gerne mit euch gemeinsam zusammenarbeiten. Was müssen wir tun?“ Die schulmedizinische Gesellschaft sagt: „Wenn ihr mit uns zusammenarbeiten wollt, braucht ihr ein 200-Betten-Klinikum in Chicago.“ Also gründen sie ein Komitee, planen für 100.000 Dollar ein riesiges Klinikum in Chicago.
[35:11] Dann kommt Kellogg zurück aus Europa, hört von den Plänen und sagt: „Das machen wir nicht.“ Er sagt nie warum. Kellogg hatte den Brief von Ellen White bekommen. Er wusste, dass Ellen White das in der Vision gesehen hatte. Er sagt: „Wir machen das nicht.“ Behauptet aber gleichzeitig, dass Ellen White gefälscht worden wäre. Das Gebäude wurde nie gebaut, aber es war ein Gleichnis und Ellen White sagt: „Eine ähnliche Warnung würde für Los Angeles gegeben werden.“
[35:51] Naja, 16 Jahre später sagen unsere Geschwister: „Wir müssen mit der medizinischen Gesellschaft zusammenarbeiten.“ Die sagen: „Okay, ihr braucht ein 200-Betten-Klinikum in Los Angeles.“ Und sie bauen es und nennen es im Andenken an Ellen White. Ist nicht interessant. Ich glaube, sie haben ihr Bestes versucht, aber kurze Zeit später bekamen Loma Linda immer mehr einen Platz für spezialisierte, hochprofessionelle Ärzte und ist bis heute eines der größten und begnadetsten Zentren für spezifische schulmedizinische Operationen. Einige unserer Ärzte dort sind in Saudi-Arabien angesehene Experten und sind die einzigen, die dort überhaupt als Christen arbeiten dürfen. Große Leistung, aber der eigentliche Zweck, tausende von einfach ausgebildeten medizinischen Missionaren auszusenden, konnte nicht mehr stattfinden. Es war spezialisiert, teuer, gut, aber nicht das Ideal, das Gott hatte. Aber das Ideal stirbt nicht.
[37:01] Heute möchte ich jemanden noch vorstellen, den ihr wahrscheinlich noch nie gehört habt. Wer von euch hat was von John Tyndale gehört? Ah, doch, ein, zwei, drei. John Tyndale wuchs als Methodist auf. Im Prinzip kam er so in die Adventgeschichte, so gegen Ende der Lebenszeit von Ellen White hinein. Er hatte seinen Glauben verloren, als sein Bruder gestorben war, hat dann verschiedene Jobs gemacht, hat sein Glück an der Westküste versucht und hörte dann, dass es Gold gibt in der Nähe Mexikos. Rannte nach Mexiko, hat angefangen Gold zu schürfen, hat sich dort ein Bein gebrochen und musste dann von einem Mann versorgt werden, der ein alter Adventist war, der ihn liebevoll umsorgt hat, einfache Anwendungen mit ihm gemacht hat und ihm nebenbei von Jesus erzählt hat. Und als er dann das Leben Jesu las, wurde er Adventist.
[37:56] Er ging dann nach Loma Linda, wo ja gerade erst das Gebäude da gekauft worden war und wo noch keine Ärzte ausgebildet wurden, sondern zu dem Zeitpunkt noch medizinische Missionare. Er machte einen Kurs dort und wurde bald ausgewählt als ein Pionier für mobile Missionstruppen. Ellen White hatte 1910 gesagt: „Wir brauchen neben den Institutionen mobile Einheiten, so wie Kellogg das damals schon geplant hatte, mobile Einheiten, die immer von Ort zu Ort gehen, um medizinische Missionsarbeit zu machen.“ So wurde Tyndall gebeten, nach San Bernardino zu gehen. Das war eines der härtesten Orte und härtesten Plätze überhaupt und keiner wollte dorthin gehen, weil niemand hat dort bisher irgendetwas erreichen können. Und er ging dorthin und sagte: „Okay, ich werde nicht einfach Daniel Offenbarung predigen, ich werde mit Gesundheitsarbeit anfangen.“
[38:50] Das Ganze war so erfolgreich, weil da gab es so einen luxuriösen Frauenclub und die feinen Damen waren begeistert von der Gesundheitsbotschaft. Und so haben sich plötzlich Türen geöffnet und in der kürzesten Zeit hat er 16.000. Die Leute waren begeistert. Weil es so erfolgreich war, wurde er eingeladen nach Los Angeles zu gehen als Evangelist. Doch man sagte ihm: „Jetzt bist du ein richtiger Evangelist, jetzt kannst du die Gesundheitsarbeit weglassen, jetzt machst du einfach Daniel Offenbarung.“ Aber Tyndall sagte: „Nein, nein, nein, ich habe gesehen, wie effektiv das ist, wenn wir die Gesundheitsbotschaft mit der Dreifachen Engelsbotschaft verbinden.“
[39:31] Und so geht er nach Hartford und dort ist die Gesundheitsarbeit so erfolgreich, dass sogar die lokale Zeitung nicht nur über ihn berichtet, sondern die lokale Zeitung bittet ihn: „Könntest du die Artikel schreiben?“ Das stellt euch vor, die Stuttgarter Zeitung ruft uns an und sagt: „Könntet ihr bitte Artikel schreiben über Gesundheit?“ Und weil das so erfolgreich ist, vielleicht auch gleich etwas über Religion auch, was ihr glaubt. Der Tyndall kann über Wochen lang in der Zeitung Artikel schreiben. Es gibt andere Kirchen, sonntagshaltende Kirchen, die keinen Prediger haben, die lesen die Zeitungsartikel vor. Und ohne, dass sie es merken, werden sie alle Adventisten. Die Hälfte von denen, dass sie taufen.
[40:12] Tyndall hat ein neues Konzept. Er bleibt sechs Monate in einer Stadt, dann geht er zur nächsten. Von einer Großstadt zur nächsten: Milwaukee und Oklahoma und Dallas und Indianapolis. Und er beginnt ein Trainingsprogramm in Washington D.C., um genau diese Arbeit zu fördern. Doch die Prediger mögen das nicht so sehr. Die Prediger halten das für nebensächlich und so wird es erst mal wieder eingestampft. Und dann hat Tyndall eine gute Idee. Er sagt: „Vielleicht können wir das Ganze noch mehr optimieren. Ich brauche ein richtig großes Team.“
[40:43] Er gründet solche Teams mit einem Evangelisten, einem medizinischen Missionar, einem Bibelarbeiter, einem Geschäftsmann, einem Sänger, sechs Krankenschwestern, zehn weitere Freiwillige und geht dann von Ort zu Ort. Die leben von drei Gehältern und vielleicht ein paar Spenden und haben gigantischen Erfolg. Bevor er dieses Prinzip eingesetzt hatte, hat er 36.000 pro Serie. Jetzt hat er über 120.000 pro Serie. Genau das, was Ellen White gefordert hatte, hat den größten und durchschlagendsten Erfolg.
[41:18] Aber Tyndall bekommt Probleme mit Ärzten. Ärzte sagen: „Diese vegetarische Ernährung, das ist gefährlich. Und überhaupt, was hast du für eine Ausbildung? Bist du Arzt? Nein. Bist du Krankenschwester? Nein. Was bist du denn?“ Ja, ich habe einen kleinen Kurs in Loma Linda besucht. Kein Abschluss. Also sagt er sich: „Okay, ich werde nochmal ein bisschen Ernährungswissenschaften studieren.“ Und dort lernt er in Loma Linda einen 17-jährigen jungen Mann kennen. Ein brillanter Mann, der nicht einmal auf einer Schule gewesen ist, sondern zu Hause unterrichtet worden ist. Sein Name ist Bill. Und die beiden werden gute Freunde.
[42:09] Und 1927 wird Tyndall gebeten, erneut eine Missionsschule zu gründen. Nicht so wie die theologischen Seminare, die wir schon haben. Nicht so wie die medizinischen Universitäten, die wir schon haben. Sondern eine kleine Schule, wo das Evangelium und die Gesundheit miteinander verbunden werden sollen. Er wird gebeten, einen Assistenten zu benennen. Und er sagt: „Ich will diesen Bill haben.“ Der Vereinigungsvorsteher sagt: „Aber Bill hat überhaupt gar nichts. Der ist ein junger Mann, der hat keinen Abschluss, nichts.“ Aber Tyndall sagt: „Ich will genau ihn haben.“
[42:43] Bill war nur ein Spitzname für W. D. Frizzi. Ich weiß nicht, ob ihr den kennt. W. D. Frizzi wurde für die nächsten 50, 60, 70 Jahre der Pionier dieser Arbeit, der Gründer von Wildwood und der Hauptlehrer von Mark Finley aufgrund seiner Arbeit. Seine Arbeit, die von Tyndall und Frizzi, ist direkt die Linie, die heute führt zu TGM, zur Arche, zu Wildwood, zum Weimar-Institut, zu ENA, zu Manhood, zu all diesen Gesundheits-Ministries, die genau diese Arbeit tun. Gott hatte ein, zwei Männer benutzt, um die Idee nicht sterben zu lassen. Das meiste von dem heute oft in selbstunterhaltender Arbeit. Das war eigentlich Gottes Ideal von Anfang an.
[43:39] Und ihr Lieben, in den letzten 20 Jahren ist genau diese Arbeit explodiert wie nie zuvor. Ich möchte nur eine Sache euch vorstellen. Kennt ihr „Your Best Pathway to Health“? Habt ihr das gehört? In Amerika gibt es jetzt fast jedes Jahr von unserer Kirche organisiert, Megakliniken, wo 3000 Ärzte, also Hunderte, zum Teil 1000 Ärzte und Krankenschwestern zusammenkommen in riesigen Hallen und über Tage lang im Wert von vielen Millionen Dollar Operationen durchführen, Krankenpflege machen, ärztliche Untersuchungen, zahnärztliche Untersuchungen und die Leute rennen ihnen die Bude ein. So sehr, dass das amerikanische Fernsehen auf den Hauptkanälen davon berichtet. Es gibt eine echte Explosion an dieser Arbeit.
[44:43] Kommen wir zum Schluss und stellen wir die Frage aller Fragen. Die Frage aller Fragen, die Luzifer im Himmel hatte, war diese: Ist Gottes Herrschaft die beste Herrschaft, die es gibt? Wir haben gesehen, Gott hatte erklärt, dass es so ist. Aber wir haben auch gesehen, dass Gott ein Gott ist, der demonstriert und nicht nur erklärt. Und Gott wollte nicht nur dem Luzifer, sondern dem gesamten Universum demonstrieren, dass seine Herrschaft die beste ist. Wie? Indem er ein Bild seiner Herrschaft malte.
[45:42] Wenn ich Bibelstunden gebe, habe ich oft eine Flipchart und auf der Flipchart male ich oft ein Bild auf. Wenn man Daniel 2 erklärt, malt man ein Bild von Daniel 2 und dann kann man sich das vorstellen. Gott machte ein Bild von seiner Herrschaft. Wie nannte er das Bild? Als er die himmlische Flipchart nahm und ein Bild malte von seiner Art zu herrschen, wie nannte er das Bild? Er nannte es: „Mensch.“ „Lasst uns ein Bild machen, lasst uns Menschen machen, nach unserem Bild uns ähnlich. Sie sollen was tun. Sie sollen herrschen.“
[46:20] Als Gott den Menschen schuf, hatte er ein primäres Ziel. Er wollte dem ganzen Universum zeigen, anhand der Menschen, wie Gottes Regierung ist. Worüber sollen die Menschen herrschen? Die Menschen sollten überschreitend über die Tiere herrschen, oder? Was ist der Unterschied zwischen Tieren und Menschen? Die Menschen haben einen freien Willen. Ich weiß, die Tiere sind lieb und nett und freundlich, die meisten, damals alle, aber sie leben nach Instinkt. Aber der Mensch steht über dem Tier, oder? Jeder Engel, der auf die Erde schaut, konnte sehen: Schau, das sind die Tiere, das sind die Menschen. Die Engel wussten auch, dass sie als Wesen unter Gott stehen. Gott ist höher als Engel.
[47:13] Gottes Plan war der, wenn die Engel sehen, wie der Adam mit dem Pony umgeht, wenn sie sehen, wie die Eva sich um den Papagei kümmert, wenn sie die liebevolle Herrschaft sehen, dass sie dann daran aufgehen. So ist Gott zu uns. Der Mensch war geschaffen als eine Illustration im großen Kampf, damit die Engel sehen, die ungefallenen Welten, so wie der Mensch mit den kleineren Wesen umgeht. Das ist ein Bild von der Herrschaft, wie Gott mit dem ganzen Universum umgeht.
[48:00] Sagt nicht die Bibel, sein unsichtbares Wesen, seine Kraft und Gottheit wird woran durch Nachdenken wahrgenommen? An den Werken, nicht nur an den Blumen, nicht nur an den Schmetterlingen, nicht nur an den Sternen, sondern am meisten an den Menschen. Wenn schon die Sterne die Herrlichkeit Gottes verkünden, meint ihr nicht erst recht die Menschen?
[48:33] Also, lasst uns diesen Gedanken ganz tief einsingen, weil alles, was wir gesagt haben, in den drei Predigten jetzt auf einen Punkt zukommt. Der Mensch, nicht die Christen, nicht die Adventisten, sondern der Mensch an sich als Spezies ist geschaffen worden, um den Charakter Gottes vor dem Universum zu demonstrieren. Ein Beweisstück im großen Kampf. Frage: Wer hätte wohl ein Interesse, dass dieser Beweis etwas nebulös wird? Könnt ihr euch jetzt vorstellen, warum der Satan ausgerechnet die Menschen unbedingt verführen wollte? Weil er wusste, wenn er die Menschen verführt, dann wird ihr Handeln, dass ihre Werke sind, dann nicht mehr ein Bild von den Werken Gottes. Und wenn dann die Menschen die Tiere schlachten, wenn die Menschen sich gegenseitig umbringen, dann sehen die Engel nicht mehr so deutlich, wie Gott über die Engel regiert.
[49:27] Der Satan hat dich und mich angegriffen, um genau diesen einen Punkt unsichtbar zu machen. Denn was ist die Herrschaft? Jesus sagt: „Wenn jemand der Erste sein will, mit anderen Worten, wenn jemand Herrscher sein will, dann soll er was sein? Er soll Diener sein.“ Was Gott immer intendiert hatte für jeden Menschen ist, dass auf die Art und Weise, wie die Menschen dienen der Schöpfung, der anderen Menschen, anderen Tieren, dienen, dadurch sichtbar wird, wie Gott Diener für das ganze Universum ist. Das war Gottes Plan. Jesus hat es am Kreuz hundertprozentig offenbart. Der König Israels opfert sich für die gefallenen Menschen.
[50:38] Und alles, was Gott möchte von seiner Gemeinde, von dir als Gläubigen, ist, dass du durch seine Kraft diesen originalen Plan wieder durchführst, dass du den Zweck deiner Existenz erfüllst. Die Bibel sagt: „Damit jetzt den Fürstentümern und Gewalten in den himmlischen Regionen durch die Gemeinde die mannigfaltige Weisheit Gottes bekannt gemacht werden.“ Mit anderen Worten, dort gibt es im Himmel Fürstentümer und Regionen, da gibt es Engel, da gibt es Königreiche, da gibt es ungefallene Welten und die haben direkten Zugang zu Gott. Aber es gibt etwas an der Weisheit Gottes, dass diese Engel, diese ungefallenen Wesen erst dann erkennen, wenn sie auf diese Gemeinde schauen und sehen, wie diese Gemeinde handelt, weil die Gedanken der Gemeinde können sie nicht sehen. Engel können keine Gedanken lesen.
[51:33] Wir können tausendmal sagen: „Aber ich fühle mit Jesus, ich liebe Jesus in meinem Herzen.“ Für das Universum wird das erst sichtbar, wenn wir es tun. Die Werke des Glaubens sind nicht nur das beste missionarische Mittel, das es gibt, sie sind der Sinn unserer Existenz im großen Kampf. Und immer dann, wenn Menschen diesen Zweck erfüllen, wird der Satan böse. Wofür sind Petrus und Johannes angeklagt worden? Weil sie geheilt und gepredigt haben.
[52:33] Ich bin fast versucht zu fragen: Warum geht es uns so gut? Könnte es sein, dass am Ende der Zeit es nicht eine Verfolgung gibt, weil wir richtig rechnen können bis 1844, dass es keine Verfolgung gibt, weil wir mit dem Kalender uns nicht vertun, genau auf den richtigen Takt zeigen können, sondern weil plötzlich der Charakter Gottes in den Werken sichtbar wird. Hier ist das Interessante: Ihr werdet sagen: „Aber Menschen lieben es doch, wenn man für sie Opfer bringt.“ Das stimmt, unbekehrte Menschen lieben es, wenn Opfer gebracht werden, aber unbekehrte Menschen lieben es nicht, wenn die Opfer gebracht werden und die Ehre allein Gott gebührt. Denkt mal darüber nach.
[53:13] Wenn wir anderen dienen, werden die Menschen es lieben, aber wenn dann immer mehr sichtbar wird, dass das ein Angriff auf menschlichen Stolz per se ist, wird die Liebe sich in Hass umschlagen, so wie bei Jesus. Der Herr wird Erfolg in dieser Arbeit geben, denn das Evangelium ist die Kraft Gottes zur Erlösung, wenn es mit dem praktischen Leben verwoben ist, wenn es gelebt und praktiziert wird. Die Verbindung von Christus-ähnlicher Arbeit für den Körper und Christus-ähnlicher Arbeit für die Seele ist die wahre Interpretation des Evangeliums.
[54:03] Wie gesagt, nichts wird uns im gegenwärtigen Zustand mehr helfen, als die Mission des größten medizinischen Missionares, der jemals auf Erden lebte, zu verstehen und zu erfüllen. Nichts wird uns mehr helfen, als zu realisieren, wie heilig dieses Werk ist und wie vollkommen es mit dem Lebenswerk des großen Missionars korrespondiert. Das Ziel unserer Mission ist dasselbe wie das Ziel der Mission Christi. Warum hat Gott seinen Sohn der gefallenen Welt gesandt? Um der Menschheit seine Liebe zu ihnen bekannt zu machen und zu demonstrieren. Gottes Plan ist immer die Liebe Gottes zu demonstrieren. Das ist der Grund unserer Existenz.
[54:38] Jetzt denkt mal darüber nach, das ist noch ein tiefer Gedanke. Wenn der Grund unserer Existenz darin besteht, Gottes Liebe zu demonstrieren, nicht nur, weil wir Adventisten oder Christen sind, sondern weil wir Menschen sind. Was passiert dann, wenn ich gegen den Charakter Gottes kämpfe? Wenn ich gegen den Charakter Gottes kämpfe, dann kämpfe ich gegen meine Existenzgrundlage. Und das ist, was der Satan irgendwann mal verstehen wird. Er wird irgendwann mal verstehen, dass er selbst als Luzifer geschaffen wurde, als Lichtträger, die Herrlichkeit Gottes weiterzugeben. Und als er gegen das Licht rebelliert hat, hat er gegen sich selbst rebelliert, denn er wurde geschaffen für das Licht. Deswegen ist Sünde und Rebellion immer selbstzerstörerisch und das Evangelium wird immer aufbauen und helfen und Leben wiederherstellen.
[55:39] Schaut mal, dieses Zitat gefiel mir so gut: „Gott fordert nicht nur deine Wohltätigkeit.“ Er möchte nicht nur, dass wir spenden, so aus gutem Gewissen, hier hast du eine Spende, sondern was möchte er wirklich? Er fordert nicht nur deine Wohltätigkeit, sondern dein fröhliches Gesicht, deine hoffnungsvollen Worte, deinen Handschlag. Einige sind krank und die Hoffnung ist dahin. Bringe ihnen das Sonnenlicht zurück. Das sind Seelen, die ihren Mut verloren haben. Rede mit ihnen, bete mit ihnen. Das sind jene, die das Brot des Lebens brauchen. Lies ihnen aus dem Wort Gottes vor. Es gibt eine Seelenkrankheit, die kein Balsam und keine Medizin heilen kann. Bete für diese und bring sie zu Jesus Christus.
[56:26] Und in deinem ganzen Werk wird Christus präsent sein, um auf menschliche Herzen Eindrücke zu machen. Dies ist die Art von medizinischer Missionsarbeit, die getan werden muss. Jesus wünscht sich, dass du als ein fröhlicher Christ mit Sonne im Herzen die Sonne der Gerechtigkeit anderen bringst. Vielleicht, indem du ein Arzt bist und anderen das Gehirn aufschneiden kannst und ihnen helfen kannst. Vielleicht auch nur, indem du eine medizinische Mystikanausbildung gemacht hast und weißt, wie man Wasseranwendung macht oder jemand massieren kannst. Oder vielleicht, wenn du einfach für jemanden das Holzhackst. Spielt keine Rolle. Die Art und Weise, wie wir es tun, wird ein Beweisstück sein im Universum.
[57:16] Die wahre Interpretation des Heiligtums. Wir glauben, wir leben in der großen Zeit des Versöhnungstages. Ich glaube, Jesus kommt sehr bald wieder und wir alle wissen, bevor Jesus wiederkommt, muss etwas mit unserem Charakter geschehen. Es heißt, die Vollkommenheit des christlichen Charakters ist erreicht, wenn der Impuls, anderen zu helfen und sie zu segnen, konstant von innen herauskommt. Ich dachte mal früher, vollkommener Charakter heißt: keine Sünde, keine Sünde, keine Sünde. Der Kampf vieler Christen ist es, die Sünde zu überwinden und sicherzustellen, dass wir keine Sünde mehr tun und wir versuchen, da keine Sünde zu tun und da keine Sünde und da keine Sünde und da keine Sünde und da keine Sünde, bis wir entweder frustriert sind oder am Boden zerstört oder deprimiert oder fanatisch.
[58:05] Vollkommenheit bedeutet, dass ständig, nicht ab und zu, nicht jeden Missionsabend, nicht jeden zweiten Dienstag, nicht immer, wenn es mir gerade gut geht, wenn die Sonne scheint, sondern konstant, egal ob es regnet, schneit, düster ist, konstant ein Impuls aus meinem Inneren, nicht von außen, weil da hat jemand gesagt: „Mach es“, sondern konstant von innen heraus dieses Impuls kommt: „Ich möchte helfen, ich möchte was Gutes für dich tun.“ Das ist Vollkommenheit. Übrigens, nebenbei gesagt, wer das tut, der sündigt nicht, denn wenn konstant der Impuls ist: „Ich möchte anderen was Gutes tun“, dann wirst du nicht auf ihre Kosten dich bereichern, du wirst dich nicht gegen sie kämpfen, du wirst ihnen das Beste wollen.
[58:54] Und diese Vollkommenheit von Charakter, nach der wartet Jesus. Jesus Christus wartet sehnsüchtig auf die Manifestation seiner selbst in seiner Gemeinde. Wenn der Charakter Christi in seinem Volk vollkommen reproduziert ist, dann wird er kommen, um sie als sein Eigentum zu beanspruchen. Jesus wartet darauf, nicht dass wir davon predigen und reden, das auch, aber dass sichtbar wird, dass sein Wesen sichtbar wird, dass Menschen sagen: „Wenn ich den sehe, dann muss ich an Jesus denken.“ Das, was er tut, was er sagt, wie er dabei ausschaut. Nicht die Christen, die einfach nur das Richtige tun, vielleicht sogar Gesundheitsarbeit machen und immer aussehen, als ob sie gleich sterben dabei. Nein, fröhlich, so wie Jesus.
[59:45] Nach drei Predigten muss es auch einen Aufruf geben, oder? Wir haben gesehen, jeder von uns ist aufgefordert, ein medizinischer Missionar zu sein. Ein kleiner Bruchteil vielleicht als qualifizierte Ärzte, ein weitaus größerer Teil vielleicht als Leute, die eine medizinische Missionsausbildung gemacht haben, vielleicht einige nur, indem sie Holzhacken für den Nachbarn. Aber jeder von uns hat diese Aufgabe. Jeder von uns ist aufgefordert, diese Arbeit zu tun, indem er Männer und Frauen die Mission aufträgt, die ihr Christus auftrug.
[1:00:17] Beabsichtigt Gott, seine Nachfolger von aller weltlichen Politik zu entflechten, um ihnen ein Werk zu geben, das identisch ist mit dem, das Christus getan hat. Vielleicht fängst du an, auf den Fußspuren des großen Arztes zu lesen. Vielleicht fängst du an, ein bisschen über Anatomie zu lernen. Vielleicht fragst du einen deiner Geschwister, die schon was wissen über Wasseranwendung. Vielleicht schaust du einfach nach deinem Nachbarn, der krank ist. Aber fang an. Lasst uns nicht länger darüber immer nur reden. Lasst uns wirklich echte Christen sein, echte Menschen, deren Existenz darin begründet ist, andere zu segnen, für andere da zu sein, ihnen Gutes zu tun, sodass nicht nur andere Menschen um uns herum, sondern das ganze Universum sieht: „So ist also Gott.“ Christus in uns, die Hoffnung der Herrlichkeit.
[1:01:21] Wisst ihr was? Ich glaube, wenn ich die letzten Jahre mir anschaue, die ich erlebt habe und vergleiche mit dem, was ich in der Adventgeschichte sehe in den letzten 50 Jahren. Die letzten 10 bis 15 Jahre haben eine Explosion gesehen von Gesundheitsmissionswerken, von Missionaren, die das tun, von einem Fokus auf diese Sache. Ich glaube heute, obwohl ich kein Prophet bin, sagen zu können, dass wir den Titel ändern müssen von „Es hatte begonnen“ zu „Es hat begonnen“. Es gibt auf dieser Welt, vielleicht nie zuvor, hat es so viele Adventisten gegeben, die das verstehen und umsetzen wollen.
[1:02:02] Und vielleicht ist es einfach Zeit zu sagen: „Okay, ich möchte mit dabei sein. Herr, hilf mir, zeig mir, wie ich, ob Mann oder Frau, jung oder alt, dick oder dünn, groß oder klein, wie ich ein medizinischer Missionar sein kann, auf die Art und Weise, die ich am besten ausführen kann.“ Wer von euch möchte sagen: „Ich möchte nicht länger warten, ich möchte dabei sein und möchte ein Werk tun, das identisch ist mit dem, das Christus getan hat.“ Lassen wir uns noch gemeinsam in der Kniee beten.
[1:02:45] Lieber Vater im Himmel, eigentlich ist es ganz einfach. Du möchtest einfach, dass wir auf dich schauen und das tun, was du getan hast. Dass wir einfach die Werke tun, die du schon vorbereitet hast, damit wir in ihm wandeln, wie Epheser 2, Vers 10 sagt. Und wir haben gesehen in den letzten drei Predigten in der Adventgeschichte, wie schwer wir uns oft tun, das einfach so simpel anzunehmen. Wie oft wir durch weltliche Politik, durch innere Streitigkeiten, durch Unglaube, durch Zweifel, durch Unsicherheit uns ablenken lassen. Wie oft gute Ansätze verloren gehen und wie leicht der Satan uns oft wieder ablenkt.
[1:03:48] Herr, du wünschst dir so sehr, dass Menschen, die deinen Namen tragen, auch deine Werke tun. Wir möchten dich um Vergebung bitten, wo wir auch in der Gemeinde mehr um uns sich drehen mussten, als um andere. Wo wir mehr auf unser eigenes Wohlbefinden und unser eigenes Wohl geachtet haben, als das der anderen. Schenk uns dein Herz, schenk uns deine Gedanken, schenk uns dein Wesen. Dass, wenn die Menschen uns betrachten, wenn sie sehen, was wir sagen und tun, so wie die Bergpredigt sagt, dass sie dich preisen werden, wenn sie das Licht sehen.
[1:04:31] Herr Jesus, hab Dank für alles, was jetzt schon auf der ganzen Welt passiert. Hab Dank, dass du immer mehr Menschen erweckst, weltweit, die das verstehen und umsetzen wollen. Die es nicht mehr länger hinnehmen, dass wir in unserem Denken ständig das Evangelium und die Gesundheit irgendwie trennen, sondern das als eine einzige, einige Sache ansehen. Bitte bewahre uns vor Fanatismus. Gib, dass wir all das so tun, wie du es möchtest und in deinem Geist und nicht mit Rechthaberei und mit Übereifer, sondern mit Demut und mit Weisheit und mit Liebe für jeden Menschen. All das bitten wir in deinem kraftvollen Namen, Herr Jesus. Amen.