In dieser Podiumsdiskussion des J.O.S.U.A. 2016 BW-Camp Meetings teilen mehrere Personen ihre persönlichen Geschichten, wie sie zu Siebenten-Tags-Adventisten wurden. Sie beleuchten ihre individuellen Wege, die oft von unerwarteten Wendungen und tiefen Glaubensentscheidungen geprägt waren. Anschließend diskutieren sie über die Identität und den Auftrag der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten und die Rolle der verschiedenen Ministries und Einrichtungen in der Erfüllung dieses Auftrags.
J.O.S.U.A. 2016 – 10. Podiumsdiskussion – Warum bin ich Adventist?
Christopher Kramp · J.O.S.U.A. BW-Camp Meeting 2016: Offenbarung 10 ·Themen: ZeugnisWeitere Aufnahmen
Serie: J.O.S.U.A. BW-Camp Meeting 2016: Offenbarung 10
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Transkript
[0:30] Es ist eine Freude, euch alle hier zu sehen. Auch von unserer Seite einen schönen Sabbat. Wie ihr gehört habt, haben wir jetzt die Podiumsdiskussion und wir machen diese Podiumsdiskussion nicht um der Diskussion willen, sondern es ist ein Bibelgespräch und es soll das Ziel haben, dass unsere Beziehung zu Gott und unsere Identität und unser Auftrag dadurch gestärkt wird. Das soll unser Ziel sein.
[1:26] Es ist mir auch eine Freude, dass wir hier so viele Geschwister aus den verschiedenen Bereichen haben. Ich möchte sie euch kurz vorstellen, damit ihr auch wisst, wer hier so alles auf der Bühne ist. Wir fangen hier hinten an. Ilja Bonner, du bist glücklich mit Tanja verheiratet, wohnst in der Nähe von Bogenhofen und hast ein Ministry gegründet, wo ihr zu zweit tätig seid. Es ist euer Herzensanliegen, dass die gute Botschaft übers Internet verbreitet wird. Du bist dann auch der Leiter dieses Missionswerkes Advedia Vision e.V. Schön, dass du dabei bist.
[2:10] Wir gehen weiter. Manuela Montenegro ist ursprünglich aus der Schweiz. Auch sie war viele Jahre lang in einem Ministry tätig, nicht hier in Europa, sondern in Honduras an einer Adventistischen Grundschule. Und jetzt bist du in Baden-Württemberg und hilfst hier am Aufbau einer Adventistischen Grundschule in Mannheim. Schön, dass du dabei bist.
[2:36] Wir gehen weiter. Jasmin Stanischewski ist in Baden-Württemberg tätig, in unserer Vereinigung. Sie ist für das Resort Frauen zuständig. Sie ist verheiratet und hat zwei Kinder. Schön, dass du dabei bist.
[2:53] Unseren Moderator muss ich eigentlich gar nicht so groß vorstellen. Ronny, du bist hier schon öfters vorgestellt worden und wir haben dich auch schon etwas besser kennenlernen können. Aber es ist trotzdem gut zu wissen, dass du eigentlich nicht in der Adventgemeinde groß geworden bist, sondern du warst zehn Jahre lang Leiter einer evangelischen Kirche und heute bist du im Dienst für Gottes Gemeinde tätig als Laienmissionar. Du hast mir vorhin sogar erzählt, dass du in den nächsten Tagen nach Asien fliegen wirst, weil du ja dort hauptsächlich tätig bist als Bibelarbeiter, als Laienmissionar, als Lehrer. Ich glaube, ich kann schon jetzt Gottes Segen wünschen, dass dir die Missionsreise gut gelingt.
[3:47] Martin Ryschewski ist Prediger in Baden-Württemberg, besser gesagt, um genauer zu sagen in Heilbronn. Auch er ist glücklich verheiratet und hat drei Kinder. Gabriel Maurer, schön auch, dass du da bist. Du hast deinen Dienst hier in Baden-Württemberg als Prediger begonnen. Du hast dann über 18 Jahre in der Division gearbeitet und heute bist du in der Schweiz tätig, als im Für Adra, wo du deine Gaben einbringst. Unser Vorsteher Erhard Biro ist auch dabei. Wir freuen uns. Du bist Prediger, von Herzen Prediger und auch du bist glücklich verheiratet und hast drei Kinder. Schön, dass wir zu Ehre Gottes dieses Gespräch, dieses Bibelgespräch, diese Podiumsdiskussion haben können und ich möchte mit der ersten Frage beginnen.
[4:52] In unserem Mitteilungsblatt Bewegung gibt es eine Rubrik, die ich sehr schätze. Das ist die Rubrik, so kam ich zur Gemeinde. Das lese ich sehr gerne, weil es ist einfach schön zu sehen, wie Gott Menschen zu Christus führt, wie er sie in die Gemeinde bringt. Deshalb meine Frage an euch: Wie habt ihr Jesus Christus kennengelernt und wie seid ihr in die Gemeinde gekommen? Wieso seid ihr Siebenten-Tags-Adventisten geworden?
[5:31] Dann fange ich mal an. Bei mir war das so, wie bereits angekündigt, ich war damals Leiter einer evangelischen Kirche, evangelisch-lutherische Kirche, unsere Landeskirche und ich habe mich damals beschäftigt mit unserer eigentlichen Geschichte, also in der lutherischen Kirche und ich habe die Geschichte von Martin Luther etwas studiert und bin so auf die Sola gekommen, also Sola gratia, aber auch Sola Scriptura und als ich mich mit Sola Scriptura beschäftigt habe, habe ich unsere Lehren an der Bibel geprüft und bin auf ein paar Unregelmäßigkeiten gestoßen. In diesem Zuge, in dieser Zeit, habe ich einen Adventisten kennengelernt und habe mich mit ihm ausgetauscht über Glaubenspunkte und ich wollte wissen, was die Adventisten glauben. Von den Adventisten wusste ich so gut wie gar nichts. Als er mir seine Glaubenspunkte genannt hat, habe ich gedacht, das hätte Martin Luther so unterschrieben, alles auf die Bibel gegründet und dann habe ich mich gefragt, wie kann es sein, dass ich der evangelisch-lutherischen Kirche vorstehe oder eine Gemeinde vorstehe und die Adventisten eigentlich die Lehre Luthers aufrechterhalten und dann habe ich angefangen, die Geschichte der Adventisten zu studieren und so bin ich Jahre später Adventist geworden.
[6:50] Ich würde gerne meine Geschichte erzählen. Ich bin in der Ukraine geboren. Einige unserer Verwandten waren Siebenten-Tags-Adventisten. Als Familie sind wir sehr säkular gewesen, aber durch diese Verwandtschaft habe ich den adventistischen Glauben ganz grob kennengelernt. Ich habe von den zehn Geboten gewusst. Ich wusste, man sollte kein Schweinefleisch essen und der Samstag ist ein besonderer Tag. Mit zehn Jahren bin ich nach Deutschland gekommen und ich bin in einer Großstadt, mitten in einer Großstadt, aufgewachsen. Fünf Minuten von uns entfernt war Bahnhof Zoo. Für einige von euch ist es ein Begriff, dort wo die Drogendealer und die Fixer sind. Auf der anderen Seite, fünf Minuten entfernt, ist der Prostituiertenstrich und ich bin sehr schnell in eine Szene reingeraten. Ja, 90 Prozent meiner Freunde waren Türken und Araber, sodass ich in eine Szene kam, wo Rap, Hip-Hop, Graffiti sprühen und einfach diese Musik, Breakdance und ich habe mich irgendwo da wohl gefühlt. Ich habe gesehen, dass ich da Talente habe und mich hat es fasziniert, auch künstlerisch mich auszudrücken, auch wenn es sehr illegal war, was ich gemacht habe. Aber es hat einen süchtig gemacht, der Geruch von Sprühe, von Lack, ja, wenn man abends her zieht und seinen Rucksack die Sprühdosen reinlegt, der Adrenalinrausch in seinem Blut, dass man erwischt wird und durch die Tunnel läuft und Bahnzüge voll sprüht oder irgendwelche Häuserwände, davon dann Fotos macht und präsentiert. Es war etwas, was mich ziemlich gefangen genommen hat.
[8:47] Zu dieser Zeit hat uns aber eine adventistische Familie zum Essen eingeladen. Wir sind dorthin gegangen und wir haben festgestellt, dass es vegetarisch war und ich muss sagen, zu der Zeit war das gerade in den Medien ganz stark verbreitet, BSE-Skandal und diese ganze Geschichte und wir haben gefragt, wieso ist hier kein Fleisch und sie haben gesagt, ja, Ellen White hat prophezeit, schon vor 100 Jahren, dass die Tiere zu unserer Zeit krank werden und es ist nicht mehr gesund, sie zu essen. Und meine Ohren sind ganz groß geworden. Ellen White, wer ist das? Und prophezeit? So etwas wie Nostradamus? Ihr habt einen Propheten? Wow! Jemand, der für unsere Zeit, als vorhergesagt, weil bis jetzt hatte ich eigentlich den Eindruck, die Bibel ist Jahrtausende alt. Da sind Dinge beschrieben, die mit mir in der Großstadt, mit meinem Leben absolut nichts zu tun haben. Es gab keine Berührungspunkte. So war mein Interesse auch nicht da. Aber als ich hörte, dass da plötzlich vor 100 Jahren etwas vorhergesagt wurde, wo ich gerade lebe und in den Medienlandschaften habe ich gesehen, der Skandal BSE und das, jenes, dachte ich, wow, ich möchte mehr darüber wissen. Und gibt es da irgendwelche Bücher? Kann ich da was lesen? Und man hat mir Bücher ausgeliehen. Ich weiß nicht, ältere Geschwister kennen das vielleicht, diese grüne Reihe vom Advent Verlag. Schatzkammer der Zeugen ist eine Erziehung. Zur Info, ich habe bis dahin nur Comics gelesen, ja? Und mal eine Bravo.
[10:35] Ja, ich habe aufgeschlagen. Schon der erste Satz hat mich überfordert. Der war drei Zeilen lang. Dass mein Hirn qualmte. Ich war nur kurze Sätze gewohnt. Aber ich habe gesagt, ich will wissen, was für meine Zeit, was Gott vorhat, was im Plan da ist. Es hat mich fasziniert, dass plötzlich die Bibel so real in meinem Leben eine Rolle spielte. Und ich habe gelesen, ich habe wenig verstanden, aber in der Zeit hat der Geist Gottes auf mir gewirkt und mir wurde bewusst, hier geht es um eine ganz andere Dimension. Hier geht es nicht um dein Bezirk, deine Stadt, deine Züge, die du voll sprühst, deine Fotos, die du davon machst, ja? Es geht um weit ganz andere Dimensionen. Und ich habe dann daraufhin, hat mir jemand einen Tipp gegeben, dass die Bibel auch zwei interessante Bücher hat, die für unsere Zeitwertes vorher sagen. Und ich habe dann angefangen, auch in Daniel Laufenbang zu studieren. Und dann wurde mir bewusst, dass ich eine Entscheidung treffen muss. Ich kann nicht mein Leben so leben, wie es vorher war. Ich kann nicht Dinge weiterhin illegal machen. Sprühen ist ein teures Hobby. Man braucht viele Sprühflaschen, man muss in das Geld rankommen.
[11:53] Noch mal illegal, ich habe mich immer stärker verstrickt. Und ich erblickte plötzlich, dass Gott einen Fahrplan hat für die Endzeit. Und ich erkannte, dass mitten in diesem Fahrplan ein besonderes Volk ist, die Siebenten-Tags-Adventisten. Und ich habe gesagt, ich möchte mit dabei sein. Und zwei Jahre später wurde ich getauft.
[12:14] Ich bin sehr froh für das Vorrecht, dass ich Jesus als Kind kennenlernen durfte. Ich bin in einer adventistischen Familie aufgewachsen und habe von klein auf die Bibel kennengelernt, die biblischen Geschichten. Ich habe beten gelernt und mein Kennen von Jesus und meine Beziehung von Jesus war und ist immer noch ein Wachstum. Und ich bin Gott sehr dankbar, dass er die Bemühungen einer adventistischen Familie gesegnet hat, die das, was sie erkannt haben, nach bestem Wissen und Gewissen ausgelebt haben. Als ich in die in die Zeit kam, wo ich selber Entscheidungen getroffen habe für mein Leben, da habe ich mich entschieden, Adventist zu sein, weil ich gesehen habe, das macht Sinn. Das ist etwas, was Sinn macht. Das ist das, was mit der Bibel übereinstimmt und das möchte ich auch für mein Leben.
[13:17] Ich bin Adventist dritter Generation. Ich bin auch in der Gemeinde aufgewachsen. Mein Vater war ja Prediger, ist noch Prediger, in Rente schon seit vielen Jahren, aber er ist Prediger. Und mich hat das immer fasziniert, wenn er gepredigt hat. Das kam von Herzen und vor allem, wenn er über Prophetie gepredigt hat, das hat mich beeindruckt, auch in dem Sinne, dass es mich überzeugt hat. Wenn ich schlafen gehen sollte, mittags hat meine Mutter immer Ziehungslieder auf dem Klavier gespielt, bis ich eingeschlafen bin und manchmal hat das sehr lange gedauert, weil mir die Lieder gefallen haben. Meine beiden Großväter sind Adventisten geworden, der eine im Krieg, der andere, weil er als Unternehmer so viel Erfolg hatte, dass er nach Gott gesucht hat. Und der Großvater hat immer für mich gebetet, eigentlich für jeden Tag, morgens und abends, für all seine 16 Enkelkinder Beinamen. Und ich glaube, das hat mich in der Gemeinde gehalten. Aber ich war natürlich nicht der brave Junge. Immer wenn was Schlechtes passierte, war ich mit von der Partie. Wenn Fensterscheiben zu Bruch gingen, war ich dabei. Wenn irgendwas anderes passierte, war ich dabei, bis ich mit 13 Jahren anfing, täglich die Bibel und den Geist der Weissagung zu lesen. Und das hat mein Leben verändert.
[14:47] Und dann mit 17 habe ich mir auch die Frage gestellt, naja, so viele Konfessionen, so viele Religionen, was ist richtig? Und eins war für mich klar aus den Predigten meines Vaters, die Bibel stimmt, das ist Gottes Wort. Es gibt alle anderen Bücher, die sind natürlich menschliche Erfindung, nur eine Gemeinde, die sich nach der Bibel hält. Da habe ich mich ganz bewusst für diese Gemeinde entschieden und bin glücklich dabei.
[15:23] Es ist möglich, in einer adventistischen Familie geboren zu werden, aufzuwachsen, ohne Jesus kennenzulernen. Das war bei mir nicht der Fall. Sogar väterlicher, mütterlicherseits war es mein Urgroßvater, meine Urgroßmutter, die schon Adventisten waren. Und ich bin als Kind in eine predige Familie hineingeboren. Aber auf die Frage, wie ich Jesus kennengelernt habe, möchte ich so kurz antworten. Durch die Liebe meiner Eltern, durch die regelmäßigen Familienandachten und ganz besonders durch geistliche Lieder. Es gab eine Zeit in meinem Leben, da habe ich mich von Gott entfernt. Ich war fasziniert von der Evolutionstheorie. Und Gott hat mich eingeholt. Und wenn ich es ganz kurz zusammenfasse, es war meine große Entdeckung, dass wenn man betet, dass einer wirklich zuhört und antwortet. Und das hat mich so überwältigt, dass ich als einer von Milliarden von Menschen gehört werde und Gott antwortet. Und da machte ich mich auf die Suche, allerdings auf eine ganz komische Weise. Ich habe gedacht, die Wahrscheinlichkeit, dass der Glaube, den meine Eltern haben, der Richtige ist, das ist gering. Deshalb habe ich angefangen, die Bibel zu lesen, um das zu widerlegen. Und es klappte nicht. Es ging in die andere Richtung. Und ich muss sagen, warum ich in die Adventgemeinde kam, nachdem ich Jesus schon angenommen habe, ist das prophetische Wort, ist die Tatsache, dass es Voraussagen gibt, die sich erfüllen. Es ist das Buch Daniel und Offenbarung, die haben mich so bewegt und so überzeugt, dass ich deshalb in der Adventgemeinde bin.
[17:29] Die Frage, wie bin ich zur Gemeinde gekommen, ich würde sie umdrehen und würde sagen, die Gemeinde ist zu mir gekommen. Ich bin auch in der Gemeinde aufgewachsen, das war eine relativ lose Bindung zur Gemeinde und ich habe Freunde gesucht und habe mich dann irgendwann taufen lassen, weil es die Freunde ja auch machen. Das war wichtig, aber dann ist mir mein wirklicher Freund begegnet und er hat mir auch gezeigt, dass im Leben auch Dinge anders sein sollten. Und er hat dann einfach an einer Stelle gesagt, okay, ich zeige dir, was ich für dich vorhabe. Ich war nicht so willig, nicht so besonders gehorsam und Gott hat einfach mal gesagt, okay, ich zeige dir, was wirklich wichtig ist. Und dadurch, dass Gott mit seiner Gemeinde zu mir gekommen ist und mit seiner Freundschaft eigentlich, mit seinem Angebot, habe ich Stück für Stück dann entdeckt, was in diesem Freundschaftspaket an Inhalt ist. Und heute kann ich mir nichts anderes mehr vorstellen.
[18:36] Ich bin auch als Adventistenkind aufgewachsen und ich habe zwei kurze Fragen an euch. Wer von euch ist auch als Adventistenkind aufgewachsen? Okay, das sind einige. Eine zweite Frage, wer von euch denkt, dass es das viel einfacher macht, zu Gott zu finden? Okay, ich bin sozusagen mit der harten Kost aufgewachsen. Ich wusste schon, bevor ich richtig sprechen konnte, dass man kein Schweinefleisch isst, wie man sich anzieht, wie man sich verhalten soll, welche Gebote man befolgt. Und je älter ich geworden bin, ich bin perfektionistisch veranlagt, desto größer war der Berg, vor dem ich jeden Tag gestanden bin. Und irgendwann habe ich meine Flinte ins Korn geworfen sozusagen und habe viele Jahre mich distanziert von allem, was ich mit auf den Weg bekommen habe, in vielerlei Weise. Aber diese Wahrheiten, die man als Kind gelernt hat, die sind wie ein Same im Herzen. Ich konnte sie nur nicht mit meinem Leben verknüpfen. Und irgendwann habe ich mich wieder der Gemeinde angenähert, auch über die Pfadfinderarbeit und habe auch zu Gott gefunden. Aber der Berg war immer noch da. Ich hatte immer das Gefühl, ich muss perfekt sein, ich muss das Richtige tun, damit Gott mich annimmt. Und eigentlich richtig zu Gott gefunden habe ich erst, als ich die Taufe meiner Freundin auf Video angeguckt habe. Und das war die Patja, deine Tochter. Und ich möchte ein Bibelvers, das ist auch schon der Abschluss meines Zeugnisses, mit euch teilen, der mir das erste Mal in meinem Leben, und ich hatte wirklich schon 20 Jahre mit Gott zu tun, gezeigt hat, warum ich der Gemeinde angehören möchte. Das steht in Hosea 2, der Vers 21 und der Vers 22 und die haben mich nie wieder losgelassen. Hosea 2, Vers 21 und 22. Gott sagt da zu uns und ich will dich mir verloben in Ewigkeit und ich will dich mir verloben in Gerechtigkeit und in Recht und in Gnade und in Erbarmen. Ja, in Treue will ich dich mir verloben und du wirst den Herrn erkennen. Und als ich, in dem Moment hat Gott mein Herz berührt und ich wusste, warum ich wo richtig bin.
[21:29] Vielen Dank für eure ehrlichen Worte. Das persönliche Zeugnis ist doch die stärkste Predigt, oder? Deshalb haben wir uns bewusst Zeit dafür genommen und um das zu hören. In der Heilsgeschichte hat Gott immer wieder Personen oder sogar Nationen berufen und ihnen eine Identität gegeben, einen Auftrag. Ich denke da zum Beispiel an Noah, an Abraham, an das Volk Israel, an die Jünger. Eine Frage an euch: Woher bezieht die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten ihre Identität und ihren Auftrag?
[22:24] Ist es gut, die Bibel aufzumachen? Das ist ein gutes Zeichen. Vor Jahren erzählte Mark Finley in einem kleinen Kreis folgender Begebenheit. Er hat gesagt, ich bin in eine große Stadt gekommen, habe dort eine große Evangelisation durchgeführt. Eine freundliche Dame nahm teil an diesen Vorträgen und beim Ausgang, als ich die Gäste verabschiedet habe, kam sie zu mir mit einem süffisanten Lächeln und fragte: Herr Finley, warum sind sie in unsere Stadt gekommen? Schauen sie, wir haben so viele schöne Kirchen hier und wenn ihnen die eine nicht gefällt, dann können sie die nächste wählen und wenn ihnen auch nicht gefällt, dann die übernächste. Und sie hat die Zahl der Kirchen aufgeführt. Warum sind sie hergekommen? Und Bruder Finley berichtete, wie er sie zurückgefragt hat: Verehrte Dame, haben sie in ihrer Kirche schon vom ewigen Evangelium gehört? Und sie sagte: Ja, ja, da wird Evangelium verkündigt. Und dann sagte er: Haben sie schon etwas über die Stunde des Gerichtes gehört? Hat man ihnen schon erklärt, was Babylon ist? Und haben sie schon etwas vom Tier und von seinem Mahlzeichen gehört? Und sie musste bekennen: Nein. Und er sagte: Ich bin deshalb in diese Stadt gekommen.
[24:05] Ich glaube, was ist die sozusagen die Berechtigung der Gemeinde sozusagen? Also was ist unser Auftrag? Woher kommt das? Woher leiten wir das ab, dass wir als Adventgemeinde einen speziellen Auftrag haben? Und ich glaube, das kann man ganz, ganz eng verknüpfen mit unserem Motto hier auf dem Camp. Du sollst abermals weiß sagen. Also Offenbarung 10, Vers 11. Da wird von der Gemeinde gesprochen, die diese Erfahrung hat mit dem kleinen Büchlein, das gegessen werden sollte und das so süß im Mund war. Und dann kam die große Enttäuschung. Aber zu ihr übrig geblieben, zu dieser Gemeinde wird gesagt: Du sollst abermals weiß sagen. Und das ist unser missionarischer Auftrag als Gemeinde der Siebenten-Tags-Adventisten.
[25:02] Wenn ich die Kirchengeschichte anschaue, zur Zeit von Jesus, Jesus kam um das Bild Gottes, Gottes Charakter zu zeigen. Durch die Zeit des Mittelalters wurde, wird auch genannt das dunkle Mittelalter, wurde wirklich viel zugedeckt. Da war nicht mehr viel zu sehen von dieser Wahrheit, von diesem Charakter Gottes. Und mit der Reformation kam die Wiederherstellung dieser Wahrheiten. Es fing an, eins nach dem anderen. Es waren verschiedene Stufen der Wiederherstellung. Und wir haben, wie auch schon erwähnt, die Erfahrung mit dem Büchlein Daniel 8, Vers 14, die Reinigung des Heiligtums, wo wir wissen, dass es nicht Jesu Wiederkunft war, sondern Jesu Eintritt ins Heiligtum. Und damit wurden, wurden weitere Wahrheiten wiederhergestellt. Und ich denke, das ist Kern unserer Identität, unseres Auftrages, diese, diese Wahrheiten wiederherzustellen und diese Botschaften, die mit dem Allerheiligsten in Zusammenhang sind, zu verkünden.
[26:25] Also Identität ist wichtig, um zu überleben. Man braucht eine Identität. Und die Frage ist natürlich, woher nehmen wir das? Für mich persönlich ist es aus dem Wort Gottes, aus Jesu Worten, die gesprochenen und das Wort Gottes, die Heilige Schrift. Wenn Jesus sagt: Geht hin in alle Welt, dann zeigt das unseren Auftrag. Auf der anderen Seite lesen wir noch mehr Sachen in der Heiligen Schrift. Und ich habe festgestellt, es gibt auch andere, die den Sabbat halten, nicht nur Adventisten. Es gibt auch andere, die über Prophetie sprechen, nicht nur Adventisten. Es gibt auch andere, die etwas über das Heiligtum wissen, nicht nur Adventisten. Aber es sind nur die Adventisten, die Drei-Engels-Botschaft und den Sabbat und das Heiligtum und die gesamte biblische Wahrheit verkündigen. Und von daher sehe ich die Identität unserer Gemeinde in der ganzheitlichen Verkündigung des ewigen Evangeliums, wie wir gesprochen haben, gehört haben.
[27:41] Dieser Gedanke war mir auch sehr wichtig. Ich wollte wissen, als ich so die ersten Schritte im Glauben gemacht habe, wo gehe ich hin? Und wieso sind die Sieben-Tags-Adventisten so besonders gegenüber anderen Kirchen? Und als ich die Bücher der Offenbarung studiert habe, gerade Offenbarung mit ihren Kapiteln zwölf, zehn, du hast das Kapitel zehn erwähnt, oder Kapitel 14, werden immer wieder die Übrigen charakterisiert. Es werden immer gewisse Dinge erwähnt, wie die Treuen, wie sie dargestellt werden. Und ein Bereich hat mich besonders angesprochen damals, ist, dass die Drei-Engels-Botschaft, die wir in Kapitel 14 finden und der zentrale Punkt unserer Verkündigung ist, dass einige Verse davor erwähnt wird, dass die Übrigen dem Lamm nachfolgen, wohin es geht. Und mir wurde bewusst, dass wir als Sieben-Tags-Adventisten die einzigen sind, die Jesus gefolgt sind ins Allerheiligste, als er von Heiligen ins Allerheiligste übergetreten ist. Und ich wollte mit dabei sein, ich wollte Jesus nachfolgen, ich wollte dort sein, wo Jesus ist. Und das charakterisiert uns.
[29:07] Vielleicht noch zwei kurze Gedanken. Offenbarung 12, Vers 17 ist für mich sehr wichtig. Ich lese den Text. Da wurde der Drache zornig über die Frau und ging hin, um Krieg zu führen mit den Übrigen von ihrem Nachkommenschaft, die Gottes Gebote halten und das Zeugnis Jesu Christi haben. Die Gebote Gottes und das Zeugnis Jesu Christi, der Geist der Weissagung, sind wichtige Kennzeichen der Übrigen, der wahren Gemeinde Jesu. Und ich möchte etwas noch hinzufügen, was Ellen White geschrieben hat. Sie sagte sinngemäß an mehreren Stellen, sagt sie das: Siebenten-Tags-Adventisten sollten die freundlichsten, liebevollsten Menschen sein.
[29:58] Vielen Dank für diese wertvollen Gedanken. Ich möchte auch noch ganz kurz ergänzen etwas, was der weltweiten Adventgemeinde wichtig ist. Die Adventgemeinde weltweit lehrt nicht, dass die Übrigen die einzigen sind, die gerettet werden, sondern die Übrigen sind die einzigen, die den Auftrag bekommen haben, eine Identität, diesen Auftrag weltweit zu verkündigen. Aber das heißt nicht, und das ist auch nicht etwas, was wir lehren, dass die Siebenten-Tags-Adventisten, die Übrigen im Heilsgeschehen sind, das heißt die im Erlösungsgeschehen sind, die sind nicht die einzigen, die gerettet werden. Es werden viele Menschen aus vielen Völkern, aus vielen Nationen im Himmel sein. Und das ist der Gnade und Güte Gottes zu verdanken, von der wir alle profitieren. Wir haben eine hohe Verantwortung und das sollte uns demütig machen.
[30:58] Die nächste Frage, die ich euch gerne stellen möchte, ist: Die weltweite Adventgemeinde betreibt viele verschiedene Schulen, Krankenhäuser, Verlagshäuser, Medienzentren, Gesundheitszentren, die Hilfsorganisation ADRA, es gibt verschiedene Ministries, ASI. Was haben all diese Einrichtungen und diese Dienste mit der adventistischen Identität und ihrem Auftrag zu tun?
[31:32] Ihr erinnert euch ja an mein Zeugnis vorhin, dass ich den Gott der Liebe nicht gekannt habe. Ich habe das Daniel-Standbild erklären können. Ich wusste über die Offenbarung Bescheid. Ich wusste eigentlich alles, was die Identität auf den ersten Blick ausmacht, aber meine Identität in Jesus habe ich nicht gefunden. Und auf deine Frage hin ist mir gleich der Bibelfers von gestern Abend, von unserer Abendandacht eingefallen, also zu Hause, Johannes 14 Vers 35. Da steht: Daran werden alle erkennen, dass ihr meine Jünger seid, weil ihr Liebe untereinander habt. Und das ist auch ein wichtiger Punkt, den wir uns immer wieder bewusst machen müssen. Und das drücken diese ganzen Institutionen und Organisationen aus. Auch ein Bestandteil unserer Identität, nicht nur das Wissen über Prophetie, sondern auch das Wissen, wie man Liebe praktisch übt und Jesus widerspiegelt.
[32:38] Ich finde es interessant, in Matthäus 24, wo Jesus ja seine Endzeitrede darlegt, folgenden Vers zu finden in Vers 45. Matthäus 24, 45. Nachdem Jesus so sehr deutlich das beschreibt, was am Ende kommt und wie es sein wird im Blick auf seine Wiederkunft, kommt dann ein Vers, der ein bisschen überraschend ist. Und der heißt: Wer ist nun der treue und kluge Knecht, den sein Herr über seine Dienerschaft gesetzt hat, damit er ihnen die Speise gibt zur rechten Zeit? Auf der einen Seite können wir natürlich sehr schnell sagen: Oh ja, Speise, das Wort Gottes ist. Aber wenn wir weiterlesen und dann auch diese Gleichnisse lesen, dann haben die sehr viel mit dem Praktischen zu tun. Das heißt also, Endzeitpredigt, prophetisches Reden, prophetisch Leben, ist ganz praktisch. Also es ist nämlich gar nicht denkbar, ohne solche Institutionen leben zu können, um das deutlich zu machen, was du gesagt hast, Jasmin, ja, diese Liebe Gottes für Menschen verständlich zu machen. Und von daher glaube ich, dass Jesus hier ganz deutlich sagt: Okay, ihr braucht eine Anleitung, wie das jetzt geht in Vorbereitung auf das Kommen.
[33:54] Das bringt mich zu einem Gedanken, wo du gerade sagst, die Speise, also was denn die Speise ist? Johannes 4, Vers 34, da spricht Jesus Christus von dieser Speise. Das heißt, Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist die, dass ich den Willen dessen tue, der mich gesandt hat und sein Werk vollbringe. Und ich glaube, genau das ist auch unsere Speise, dass wir den Willen dessen tun, der uns gesandt hat. Und wer hat uns gesandt? Jesus Christus persönlich hat uns den Missionsauftrag gegeben. Und ich glaube, dass alle unsere, diese Ministries, die erwähnt wurden, ob es Asi ist oder Adra, ob unsere ganzen Self-Supporting, diese Ministries alle auf diesem Grundsatz aufbauen, den Menschen draußen zu helfen, den Menschen draußen das Evangelium zu verkünden, Menschen zur Gemeinde zu rufen. Und ich glaube, wir haben Bedarf, wir brauchen genau diese Ministries, genau diese Organisation in unserer Gemeinde, um diesem Auftrag überhaupt gerecht werden zu können.
[35:08] Ich denke, es war ja auch Jesu Auftrag, Gottes Charakter zu zeigen und das ist auch Teil unserer Identität, der in diesen Institutionen gelebt und gelehrt wird. Persönlich liegen mir die Schulen sehr am Herzen und es war einer der Gründe, warum ich Lehrerin geworden bin, als ich gesehen habe, Adventistische Schulen haben so viel Potenzial. Da geht es nicht nur darum, jetzt einfach so viel schlechte Einflüsse fernzuhalten, die wir überall sehen. Und das ist auch wichtig, aber vielmehr noch liegt darin wirklich die Chance, eine adventistische Identität weiterzugeben. Und ich denke, das ist einer der Gründe, warum sie so eng mit adventistischer Identität verbunden sind.
[35:52] Das Evangelium braucht ein Gesicht. Gott hätte das Evangelium auch am Himmel schreiben können, aber er hat seinen Sohn gesandt. Wir könnten das Evangelium auch im Internet einfach posten, aber Gott braucht Botschafter, die es unter die Menschen bringen. Und weil Adventgemeinde nicht Gebäude sind und nicht Dienststellen und nicht irgendwas anderes, sondern die Menschen, die Gläubigen, die Geschwister, die Brüder und Schwestern, deshalb glaube ich, dass all das notwendig ist. Ich meine, Jesus hat ja unter anderem in der Bergpredigt gesagt: Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berg liegt, nicht verborgen sein. Das heißt also, all diese Institutionen, die Ministries, all das, was getan wird, aus der Motivation heraus, Menschen, die Liebe Gottes, das Evangelium, die Erlösung der Liebe Gottes, ich möchte das schon präzisieren, nahezubringen, das erfüllt genau, was Jesus uns gesagt hat. Dass wir das, was wir bekommen haben, einfach weitergeben. Und dazu braucht es eben Menschen, bekehrte Menschen, Menschen, die Gott an erster Stelle in ihrem Leben setzen und eben überall, wo es nur geht, von Jesus erzählen. Genauso wie ein Fußballfan oder irgendein anderer Fan die ganze Zeit nur davon erzählt, so sollten auch wir begeistert von Jesus weitererzählen. Und von daher bin ich froh, dass es diese Ministries gibt. Und ich möchte all denen danken, die sich dafür einsetzen.
[37:34] Vielen Dank. Wir werden jetzt die nächste Frage angehen, aber um das noch mal kurz zusammenzufassen. Es ist schön zu sehen, wie hier dieser Gedanke der Zusammenarbeit betont wird. Wir haben alle einen Auftrag bekommen. Gott hat jeden berufen, tätig zu sein, sich mit seinen Gaben einzusetzen, damit die Gaben wachsen. Aber es gibt eine Sache, die in diesem Auftrag keinen Platz hat. Und das ist das Konkurrenzdenken. Das ist nicht möglich. Dafür gibt es keinen Platz. Lasst uns zusammenarbeiten, sammeln und nicht streuen.
[38:16] Die nächste Frage, sie wurde kurz schon erwähnt oder ein Gedanke wurde kurz schon erwähnt. Das dunkle Mittelalter hat den Charakter Gottes zugedeckt und durch die Reformation wurde immer mehr aufgedeckt, so dass die Liebe und die Güte Gottes, die Gerechtigkeit Gottes wieder in den Mittelpunkt gerückt ist. Das Wort Gemeinde oder Kirche im griechischen Ekklesia meint ja die Herausgerufenen. Gott ruft die Menschen aus der Welt heraus, aus Systemen, die ein falsches Gottesbild verbreiten. Und so sehen wir ja auch in der Kirchengeschichte, dass Gott aus dem dunklen Mittelalter Schritt für Schritt Menschen herausgerufen hat. Ich denke da an die evangelische Kirche, dann später an die Freikirchen, an die Wiedertäufer, die Baptisten, die Mennoniten und so weiter. Dann haben wir ja auch die Müller-Bewegung angeschaut. Da wurden auch Menschen herausgerufen. Die Adventgemeinde hat sich gegründet. Was gibt euch die Sicherheit, dass es nicht auch an der Zeit ist, aus der Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten Gemeindeglieder herauszurufen?
[39:36] Ich hoffe, es ist okay, dass ich so direkt bin. Absolut. Also warum rufen wir dich aus dieser Gemeinde raus? Also wenn ich das von meinem Standpunkt sagen darf, also ich bin ja gerade in diese Gemeinde hineingekommen, weil die Lehre einfach auf den Worten Gottes steht. Jetzt habe ich viele Gemeinden gesehen in meinem Leben. Also ich war in der evangelischen Kirche, ich war bei den Baptisten, ich war bei den Methodisten, ich war in Pfingstgemeinden. Ich habe mir vieles angeguckt. Ich habe auch viel mit diesen verschiedenen Gemeinden zusammengearbeitet früher. Und ich kann euch sagen, in all diesen Gemeinden, in wirklich jeder Gemeinde, habe ich treue und gute Christen gefunden. Aber was mich zur Adventgemeinde gezogen hat, ist das Fundament der richtigen Lehre. Und das wird auch Menschen bewegen, zu der Gemeinde zu kommen. Denn Jesus Christus sagt: Meine Schafe hören meine Stimme. Sie werden das Wort Gottes hören, wie es von Jesus gegeben ist und sie werden Christus folgen. Sie werden also irgendwohin gerufen werden, wo das Wort Gottes noch gehört wird. Und ich meine, machen wir uns ja keine Illusion. Natürlich gibt es bei uns in der Adventgemeinde auch ganz viel Strömung, Richtung und auch ganz viel Wirrwarr. Aber sozusagen die Gemeinde ist deshalb ja nicht Babylon. So wie es Christen in anderen Gemeinden gibt, die treu ihrem Herrn folgen und vielleicht trotzdem die Lehre der Gemeinde nicht biblisch ist. Also müssen wir schauen, welche Gemeinde steht denn auf den Worten Gottes. Diese Gemeinde kann unmöglich Babylon sein.
[41:16] Vielleicht sollten wir uns auch bewusst machen, unsere Pioniere haben sich nicht einfach hingesetzt gesagt, jetzt gründen wir einen neuen Verein und eine neue Gemeinde. Sie wollten die Gemeinden reformieren, in denen sie waren, aber an irgendeinem Punkt hatten sie keine Möglichkeit mehr und wurden rausgetrieben. Dasselbe auch mit Luther. Er wollte eigentlich seine Kirche reformieren, aber an irgendeinem Punkt hatte er keinen Platz mehr. Und ich glaube, das ist wichtig auch für uns. Wenn wir aktiv werden, dann ist das immer ein Problem. Außerdem haben wir in der Bibel prophetisch und in den prophetischen Büchern auch einen Hinweis, dass es eben nur sieben Gemeinden gibt. Und ich glaube, es ist ganz wichtig, dass wir uns darauf verlassen. Ich möchte hier das Wort anführen aus Matthäus 24. Ihr wisst ja, da stehen so einige schlimme Sachen. Da werden sich viele ärgern, untereinander verraten, untereinander hassen und so weiter. Und das passiert ja nicht draußen, das passiert drinnen. Aber dann heißt es Vers 13: Wer aber beharrt bis ans Ende, der wird selig.
[42:32] Was mir in dem Zusammenhang auch hilft zu sehen, gerade wurde erwähnt in der Gemeinde, in der Offenbarung, ist von sieben Gemeinden die Rede. Und die letzte Gemeinde ist die Gemeinde Laodicea. Und die Laodicea bekommt nicht nur Lob. Und das hilft mir, auch wenn ich in der Gemeinde vielleicht Sachen sehe, die ich gerne anders hätte, Schwachheiten sehe, zu sehen, es wurde so gesagt. Wir wissen, dass das nicht alles perfekt ist. Aber das bedeutet nicht, dass es nicht mehr diese Gemeinde ist.
[43:12] Ich habe mich auch gefragt, meine Vergangenheit, war ich auch durch viele Splittergruppen durchgegangen. Und dort war auch dieser Gedanke ganz stark vertreten, dass man die Gemeinde oder die Fehler, die dort passieren oder etwas, was nicht optimal läuft, man genau besonders rauspickt, um sich selber besser darzustellen. Wieso die Gemeinde nicht Babylon sein kann? Es ist sehr einfach. Wir finden in der letzten Zeit oder auch in einer Offenbarung beschrieben, dass es zwei Gruppen geben wird. Es sind die Übrigen, die von einem Drachen verfolgt werden, das Ziel der Angriffe des Satans sind. Deswegen ist es überhaupt nicht realistisch zu erwarten, dass man eine perfekte Gemeinde hat. Sonst wären wir nicht angegriffen. Wir sind eine kämpfende Gemeinde, wir sind nicht die siegreiche Gemeinde. Und das andere ist, es wird uns von Babylon erzählt in der Offenbarung. Etwas, was vieles vereinigt, viele Freikirchen, die katholische Kirche natürlich. Und in Großem Kampf lesen wir, dass Ellen White Babylon spezifiziert, indem sie sagt, dass die Charakteristika von Babylon ist, ist die Unsterblichkeit, der Glauban, die Unsterblichkeit der Seele und die Sonntagsheiligung. Und wir haben 28 Glaubenspunkte. Richtig, ja? Wir stehen ganz klar zu dem, was Gottes Wort spricht. Und deswegen ist es absolut unbiblisch, in diese Richtung zu denken.
[45:12] Ja, vielen Dank für die Beiträge. Es zeigt einfach, dass Gott Menschen herausruft. Aber gleichzeitig hat er uns offenbart, zum Beispiel in den Schriften von Ellen White oder wie wir auch jetzt gehört haben, in der Offenbarung, dass es eben sieben Gemeinden gibt, nicht acht. Und Gott ist in Laodicea. Er geht mitten durch die Leuchte hindurch. Er ist in seiner Gemeinde und er wird die Gemeinde reinigen. Deshalb spricht die Bibel und auch die Schriften von Ellen White von einer Sichtung, kurz vor der Wiederkunft. Aber wir sollten uns hüten, diese Sichtung selbst in die Hand zu nehmen und die Gemeinde zu sichten. Das ist nicht unser Auftrag. Wir sollten für jeden beten, für die lieben Geschwister, denen wir begegnen in der Gemeinde, für die Menschen außerhalb der Gemeinde, für die Menschen in anderen Kirchen. Lasst uns aber auch für die Verantwortungsträger in unseren Gemeinden beten. Mehr beten und weniger kritisieren.
[46:16] Unsere Weltkirchenleitung setzt sich für die Einbeziehung aller Gemeindeglieder in der Mission ein. Das ist ganz wertvoll. Dabei sollen auch die selbst unterhaltenen Gruppen, also die Ministries, ihren Beitrag zur Verkündigung der Adventbotschaft leisten. Da sind jetzt zwei Fragen in einem. Wieso brauchen wir die selbst unterhaltenen Gruppen und wie kann ich unterscheiden, ob diese selbst unterhaltenen Gruppen, also auch die Ministries, die Gemeinde in ihrem Auftrag unterstützen oder ihr eher schaden? Wie kann ich das unterscheiden? Wieso brauchen wir sie und wie kann ich unterscheiden, dass sie der Gemeinde nutzen oder ihr eher schaden?
[47:13] Wieso brauchen wir selbst unterhaltene Dienste? Wenn wir die Geschichte der Adventbewegung betrachten, in ihren Anfängen war sie ein selbst unterhaltener Dienst. Die ganze Bewegung, die Adventbewegung, bestand aus selbst unterhaltenen Diensten. Die Organisation wurde notwendig. Wir kennen die Gedanken und die Begründungen, warum das notwendig wurde, aber wir wollen eine Bewegung bleiben und wir können nur eine Bewegung bleiben, wenn wir die Gaben, die Gott den einzelnen Gliedern der Gemeinde gibt, auch unterstützen, einander respektieren und achten.
[47:53] Zur zweiten Frage, woran man das unterscheidet: Wenn wir über die Grenzen oder auch hier bei uns die Situation anschauen, dann gibt es verschiedene Gruppen. Es gibt selbst unterhaltene Initiativen, die sagen, sie sind unterstützend, aber in Wirklichkeit bekämpfen sie die Gemeinde und zerstören Vertrauen und leben davon, die Fehler von Menschen, die meinetwegen auch stimmen, zu verbreiten. Es gibt andere Dienste, die sagen, sie stehen loyal zur Gemeinde und sie arbeiten zusammen mit der Gemeinde, aber sie führen ihre eigene Agenda und nutzen auch die Gemeinde nur als Plattform. Und es gibt selbst unterhaltene Dienste, die treu sind. In dem Sinne wird aus der Geisterweissagung auch bestätigt, sie sind treu im Zehnten, sie haben eine positive Beziehung zu den gewählten Leitern der Gemeinde, sie sind transparent, treu zu den 28 Glaubenspunkten, sie suchen die Zusammenarbeit und ich denke, eines der wichtigsten Kennzeichen für mich persönlich ist, woran man die Echtheit eines selbst unterhaltenen Dienstes erkennen kann: Es geht nicht um sie selbst.
[49:18] Ich wollte noch einen Gedanken äußern. Die Bibel präsentiert uns den Leib Christi als ein Organismus und dieser Organismus wird zusammengehalten durch den Geist des Dienens und das ist dieser Geist, der die Unterscheidung macht. Diene ich, indem ich etwas unterstütze, indem ich mich hingebe zum Aufbau, zum das, was Gott berufen hat, in dieser Welt dazustehen, nämlich die Gemeinde, die Bewegung, die er hervorgerufen hat, um die Dreifachungsbotschaft zu verkündigen, oder nutze ich die Dinge, die nicht optimal laufen, um die Aufmerksamkeit auf mich zu legen und zu zeigen: Hey, ich bin der bessere Adventist.
[50:09] Vielleicht noch kurz abschließende Worte. Nur zwei Sekunden oder fünf. Die Weltbevölkerung wächst jedes Jahr um mindestens 80 Millionen. 80. Wir sind keine 80 Millionen. Also wie sollen wir die Weltbevölkerung erreichen, wenn nicht durch die Gemeindeglieder mit den Ministries. Ganz kurz noch, woran erkenne ich nun ein gutes oder ein falsches Ministry, also ein Ministry, das sozusagen gegen die Gemeinde arbeitet. Nun, wie in den meisten Fällen an den Früchten werden wir sie erkennen. Also ist das, was ich sehe, ist es Geistesfrucht: Liebe, Geduld, Treue, Sanftmut, Selbstbeherrschung, oder ist das, was ich sehe, vielleicht Hass, Eifersucht, Neid. Also sind da Ministries, die vielleicht ihre Brüder verklagen. Also wären wir zum Verkläger unserer Brüder, dann sind wir bestimmt auf der falschen Seite. Wir sollen alle zusammenarbeiten und jeder hat natürlich seinen Schwerpunkt und jeder hat seinen Teil der Wahrheit. Aber dass wir dieses Wissen haben, lässt uns nicht auf einer Stufe stehen, dass wir zum Ankläger unserer Brüder werden und uns darüber erheben. Denn denkt daran, das war die erste Sünde des Universums: Ich stelle mich über andere und behaupte, ich habe das Recht, ich habe die Macht, ich bin größer als die anderen. Und da wollen wir nicht hineinfallen. An den Früchten werden wir sie erkennen.
[51:39] Vielen Dank. Gott hat uns die Ehe geschenkt und die Ehe basiert auf der Liebe und der Treue. Und genauso ist es auch im Dienst mit der Gemeinde und den Ministries. Sie basiert auf Liebe und Treue. Das sind wichtige Faktoren und wir wollen das in den Mittelpunkt stellen und Gott darum bitten, dass diese Zusammenarbeit auch weiterhin positiv gestaltet werden kann.
[52:02] Vielen Dank für euren Beitrag. Möge diese Podiumsdiskussion zum Segen werden für alle diese Herren.
[52:28] Vertraue und glaube, es hilft, es heilt die göttliche Kraft!
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