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Diese Folge der Serie „Hacksaw Ridge – Die Wahre Entscheidung“ beleuchtet die anhaltenden Konflikte von Desmond Doss mit seinen Vorgesetzten aufgrund seines Glaubens und seiner Weigerung, eine Waffe zu tragen. Trotz wiederholter Schikanen und Versuchen, ihn aus der Armee zu drängen, bleibt Doss seinen Prinzipien treu. Die Episode zeigt seine emotionalen Tiefpunkte, aber auch die Unterstützung durch seine Familie und einige Vorgesetzte, die seinen Charakter anerkennen.


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Serie: Hacksaw Ridge – Die Wahre Entscheidung

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Transkript

[0:29] Die Auseinandersetzung mit den Offizieren nahm kein Ende. Am 19. Oktober schrieb Desmond seiner Frau über einen erneuten Vorfall. Diesmal war es Colonel Hamilton gewesen, der ihn vorgeladen hatte zu einem besonderen Gespräch. Er wollte ihn zwingen, eine Waffe zu tragen. Dabei bemühte er auch einige Geschichten aus dem amerikanischen Bürgerkrieg. Dort habe es berühmte Soldaten gegeben, wie Stonewall Jackson zum Beispiel oder Robert Edward Lee. Er behauptete, dass dort ein Beispiel sei, der andere für seine religiösen Rechte kämpfen ließ, während er selbst keine Waffe anrühren wollte.

[1:16] Doch Desmond gab nicht nach. Er antwortete, dass es neben dem Töten noch andere wichtige Aufgaben gab, zum Beispiel das Leben zu retten. Und genau deswegen wollte er an die Front gehen. Nachdem Hamilton mit seinem Versuch, ihn zu überzeugen, gescheitert war, erhöhte sich der Frust bei den Vorgesetzten von Desmond. Die befehlshabenden Offiziere verhielten sich jetzt immer offener ablehnend gegenüber dem Kriegsdienstverweigerer und seinen Sonderwünschen. Sie beschlossen, ihn aus der Armee zu entlassen und als Begründung sollte ihm ein bestimmter Passus im Kriegsrecht dienen: die sogenannte Section 1 §, der es erlaubte, Soldaten wegen mentaler Instabilität aus dem Kriegsdienst zu entlassen.

[2:08] Man warf Desmond vor, völlig nutzlos für die Armee zu sein und dass er als Kriegsdienstverweigerer dort keinen Platz haben konnte. Sergeant Hause kam auf ihn zu und teilte ihm mit, dass er seinen Sanitätskasten abzugeben habe, da er nicht länger als Sanitäter in der Armee tätig sein würde. Desmond stand nun vor Colonel Kunkel, Kommandant des Bataillons, und musste sich verantworten. Die Anklage bestand in der Behauptung, er wäre mental unfähig für den Kriegsdienst. Kunkel sagte ihm, dass es zahlreiche Beschwerden über ihn gab und dass sich alle um seine Religion drehten. Aber Desmond gab nicht nach. Er sagte dem Kommandanten ins Gesicht: "Ich werde im Schlachtfeld ein genauso guter Soldat sein wie Sie es sind." Kunkel kam zur Überzeugung, dass man ihn nicht allein aus religiösen Gründen aus der Armee entlassen konnte, und so blieb alles beim Alten.

[3:17] Im Oktober 1943 wurde die 77. Infanteriedivision nach Indiana Township in Pennsylvania verlegt. Doch auch hier drohte neues Ungemach für Desmond. Dies hatte vor allem mit einem neuen Vorgesetzten von Desmond zu tun. Sein Name war Captain William C. Cunningham. Unter ihm gab es die neue Regel, dass jeder Angehörige der Armee, selbst die Lastfahrer, sich erst für einen Freigang qualifizieren mussten. Diese Qualifikation musste durch Schießleistung erbracht werden. Das bedeutete natürlich, dass Desmond nun theoretisch von allen Freigängen ausgeschlossen war. Trotzdem beantragte er dieselben immer noch.

[4:06] Es kam zum Showdown. Desmond wollte erneut einen Freigang und geriet an Cunningham, der vor ihm ein fiktives moralisches Dilemma aufbaute. Er fragte Desmond, was er tun würde, sollte ein Einbrecher in sein Haus eindringen und seine Mutter erschießen wollen, wenn gleichzeitig eine Waffe in der Nähe wäre. Würde er dann die Waffe anrühren und benutzen? Desmond antwortete ganz stolz: "Es würde keine Waffe in meinem Haus zu finden sein." Hin und her ging das Argument, bis Cunningham entnervt einen direkten Befehl erteilte: das Gewehr zu nehmen. Desmond verneinte. So ließ Cunningham das Gewehr fallen und befahl, dass es aufzufangen, bevor es den Boden berührt. Desmond rührte sich nicht.

[5:05] Cunningham drohte jetzt mit dem Kriegsgericht und gab ihm eine zweite Chance. Noch einmal würde er das Gewehr loslassen, noch einmal würde Desmond die Gelegenheit bekommen, es aufzufangen. Aber noch einmal nahm Desmond diese Gelegenheit nicht wahr. Das Gewehr fiel zu Boden und jetzt beschloss Cunningham, Desmond vor das Kriegsgericht zu stellen. Doch dazu kam es nicht. Ein anderer Offizier kam in den Raum hinein und verwies auf die komplizierte Sachlage. Cunningham verlor das Argument, und Desmond wurde nicht vor ein Kriegsgericht gestellt. Der erboßte Cunningham suchte nach anderen Möglichkeiten, Desmond zu bestrafen. Immer wieder gab er ihm die schlimmsten und unangenehmsten Pflichten, die es gab. Er musste oft Gegenstände so lange schleppen, bis seine Haut ganz aufgeschürft war. Zu allem Überfluss verweigerte Cunningham regelmäßig jeglichen Freigang, sodass Desmond seine Frau nicht besuchen konnte.

[6:17] Aber es sollte noch schlimmer kommen für Desmond. Eines Tages erhielt er einen Brief, dass sein geliebter Bruder Harold ebenfalls als Sanitäter eingezogen wurde und es nicht mehr viel Zeit gab, ihn noch einmal zu besuchen. Falls sie ihn noch sehen möchten, hatte Desmond schon längere Zeit Anrecht auf einen zweiwöchigen Urlaub. So beantragte er seine Papiere, die alle vorlagen und nur noch von Cunningham unterzeichnet werden mussten. Alles war bereit, nur Cunningham stand zwischen ihm und dem lang ersehnten Heimaturlaub. Doch Cunningham schaute ihn an, sagte ihm trocken und kühl, er habe sich nicht mit dem Gewehr für einen Freigang qualifiziert und zerriss alle Papiere. Desmond konnte seinen Bruder nicht mehr besuchen. Für ihn war das vielleicht die größte Enttäuschung seiner gesamten Armeezeit.

[7:21] Doch schon am nächsten Morgen gab es eine gute Nachricht. Captain Statement, der ihm so oft Probleme bereitet hatte wegen dem Sabbat, begrüßte ihn wieder im Sanitäter-Korps. Jemand hatte sich für ihn eingesetzt. Es war sein Vater gewesen, der über die Behörden dafür gesorgt hatte, dass der Regimentskommandeur Milton daran erinnert wurde, dass Präsident Roosevelt selbst eine Anordnung gegeben hatte, dass jeder Kriegsdienstverweigerer das Recht hatte, keine Waffe tragen zu müssen. Dies war ein Beschluss des Kongresses und musste auch von jedem Offizier der Armee befolgt werden.

[8:00] Während seiner gesamten Zeit beim Militär hat Desmond doch nicht einmal nachgegeben, wenn es um seine religiösen Überzeugungen ging. Die Offiziere wunderten sich über diese Sturheit. Sie meinten doch, dass Desmond wusste, was er tat. Er war sich bewusst, dass ein einzelner Kompromiss zu weiteren Kompromissen führen würde, und er wollte dem treu sein, was er glaubte. Kaum einer ahnte, dass gerade diese Kompromisslosigkeit das erste Anzeichen für den großen Heldenmut war, den er bald beweisen sollte.

[8:40] Es war mittlerweile 1944. In der zweiten Märzwoche wurde die 77. Infanteriedivision nach Westen verlagert, um alsbald in den Pazifikkrieg eingreifen zu können. Desmond musste seiner geliebten Frau Duffy goodbye sagen. Auf der Fahrt gen Westen fiel Desmond auf, dass der Zug offensichtlich auch durch seine Heimatstadt Lynchburg in Virginia fahren würde. Er wusste, dass die Gleise ganz in der Nähe seines Hauses waren. Er wusste auch, dass sein Vater oft die vorbeifahrenden Züge beobachtete und so verfasste er schnell mit klopfendem Herzen eine kleine Notiz in der Hoffnung, dass sein Vater sie bemerken würde.

[9:40] Als der Zug an seinem Heim vorbeifuhr, stand tatsächlich der Vater vor dem Haus und beobachtete den vorbeifahrenden Zug. Desmond warf die Notiz schnell aus dem Zug, rief und winkte mit den Armen. Doch sein Vater schien ihn nicht zu erkennen. Schließlich musste er sehen, wie sein Vater sich entfernte, ohne ihn bemerkt zu haben.

[10:06] Desmond war das der absolute emotionale Tiefpunkt in der ganzen Armee-Karriere. Am 31. März 1944 erreichte die Division. Hier sollte der Ernstfall für den Einsatz im Westpazifik geprobt werden. Landeoperationen und der Dschungelkrieg standen auf dem Trainingsprogramm und hier auf Hawaii unternahmen seine befehlshabenden Offiziere noch einmal den Versuch, Desmond loszuwerden. Aber sie scheiterten erneut, nicht zuletzt deswegen, weil einer seiner Vorgesetzten, Vernon Mitchem, sich für ihn einsetzte, weil er mittlerweile mitbekommen hatte, was für einen guten und standhaften Charakter Desmond hatte. Von jetzt an sollte es tatsächlich in den Krieg gehen.


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