Veröffentlicht am
2.229 Klicks

Präsentation zur Sendung >>> CSH-2017-Q1-4

In dieser Cannstatt Study Hour-Lektion untersucht Rabea Kramp die Persönlichkeit des Heiligen Geistes. Anhand biblischer Texte und Zitate von Ellen White wird beleuchtet, warum der Heilige Geist mehr als nur eine Kraft ist, sondern eine eigenständige Person der göttlichen Dreieinigkeit. Die Lektion ermutigt dazu, die Rolle des Heiligen Geistes im Leben anzunehmen und die Geheimnisse Gottes im Glauben zu akzeptieren.


Weitere Aufnahmen

Serie: Cannstatt Study Hour 2017 Q1: Der Heilige Geist und das geistliche Leben

  • 0:0
  • 0:0
  • 0:0

Transkript

[0:00] Hallo und herzlich willkommen zu CSH Nr. 4. Das Thema lautet: Die Persönlichkeit des Heiligen Geistes. Wahrscheinlich ist das Thema dieser Woche das allerbrisanteste, was wir in diesem ganzen Quartal zu erwarten haben. Und wir wollen darum den Heiligen Geist erbitten im Gebet, weil wir ihn ganz besonders brauchen, um das Thema zu verstehen. Gott Vater im Himmel, wir danken dir für dein Wort, das du gegeben hast, das klar ist, dass uns Richtschnur ist. Und wir möchten dich jetzt bitten, wenn wir es aufschlagen, um dein Wesen, deine Gottheit zu verstehen, dass du uns den Heiligen Geist schenkst, dass er uns in alle Wahrheit leitet und dass wir verstehen, wer er ist und wofür er da ist. In deinem Namen. Amen.

[1:13] Bevor ich in die Präsentation einsteige, möchte ich nicht unerwähnt lassen, dass ich zwei Material-Sammlungen als Hilfestellung genommen habe. Und zwar stammen beide von einem ATS-Symposium, das im Jahr 2007 stattgefunden hat zum Thema Dreieinigkeit. Und beim einen handelt es sich um einen Vortrag von Frank Hasel zum Thema der Heilige Geist, seine Göttlichkeit und Persönlichkeit. Und der andere Vortrag kam von Merlin Bird, der hieß Ellen White's Trinitarian Statements. Beide Vorträge und PowerPoint-Präsentationen kann man auf dem unten eingeblendeten Link auch erhalten.

[2:00] Einsteigen möchte ich mit einem Gedanken darüber, was der Heilige Geist für uns persönlich eigentlich bedeutet. Und dort gibt es eine schöne Aussage im Buch Der bessere Weg. Sie sagt dort: „Weil wir an Gott glauben und zu ihm gehören, wächst in uns die Kraft des Heiligen Geistes, ein neues geistliches Leben.“ Der Heilige Geist ist unfassbar wichtig für uns. Ohne ihn ist es uns nicht möglich, geistlich zu wachsen und Christus ähnlicher zu werden. Ja, wir brauchen dazu die Hilfe des Heiligen Geistes, um diesen Charakter Jesu zu entwickeln. Und das ist auch der Grund, warum Jesus so oft über den Heiligen Geist sprach, als er auf der Erde war. Ellen White schrieb in Für die Gemeinde geschrieben: „Christus, der große Lehrer, konnte unter einer Unzahl verschiedener Themen wählen. Doch das eine, auf das er am meisten einging, war die Gabe des Heiligen Geistes.“ Das ist eine interessante Sache. Jesus bereitete seine Jünger stetig darauf vor, auf die Zeit, wenn er nicht mehr da sein würde. Und er teilte ihnen mit, dass es da jemand geben wird, der seinen Platz einnimmt. Und wir wollen im Verlaufe der CSH noch weiter darauf eingehen.

[3:28] Nun ist die Frage: Ist der Heilige Geist eine Person? Gibt es Bibelstellen, die die Persönlichkeit des Heiligen Geistes eindeutig nachweisen? Das ist die Frage, um die es heute geht und die so viel Streit in manchen Gemeinden hervorbringt, leider. Da gibt es Menschen, die sagen: „Natürlich ist der Heilige Geist eine Person.“ Und dann gibt es Menschen, die sagen: „Nein, der Heilige Geist ist nur eine Kraft. Er ist keine eigenständige Person und auch kein Teil der Gottheit oder kein Gott selber.“ Bei alledem, was wir betrachten wollen heute, soll eine Regel gelten aus 1. Korinther 4 Vers 6: „Nicht weniger als das, was die Schrift sagt, und nicht über das hinaus, was geschrieben steht.“ Und dann diese kleine Regel, die aber so wichtig ist, wollen wir uns halten. Also wir wollen nicht weniger sagen als das, was die Schrift hergibt, aber auch nicht mehr. Also nicht unterinterpretieren und auch nicht überinterpretieren.

[4:51] Bei der ganzen Diskussion, ob der Heilige Geist eine Person ist oder nicht, ob er persönlich ist, möchte ich nicht versäumen, darauf einzugehen, dass die Bibel sehr wohl auch von den unpersönlichen Seiten des Heiligen Geistes spricht oder unpersönliche Bilder gibt, vielmehr, so müsste ich sagen. Und das ist zum Beispiel der Wind, der für den Heiligen Geist steht. Ruach oder im Hebräischen Pneuma oder auch Hauch oder Odem stehen für den Heiligen Geist. So zum Beispiel in 1. Mose 2 Vers 7, als Gott dem Adam Odem in die Nase bläst. Oder auch in Johannes 3 Vers 8. In Hesekiel 37 geht es um die toten Gebeine, die durch den Odem Gottes wieder zum Leben erweckt werden und die für den Heiligen Geist stehen. Auch das Wasser, ein unpersönliches Bild für den Heiligen Geist, in Johannes 7 Vers 38 und 39. Vielleicht schlagen wir das einmal auf in Johannes 7 Vers 38 und 39. „Aber am letzten Tag, am letzten, dem großen Tag des Festes, stand Jesus auf, rief und sprach: Wenn jemand dürstet, der komme zu mir und trinke. Wer an mich glaubt, wird, wie die Schrift sagt, gesagt hat, aus meinem Leib werden Ströme lebendigen Wassers fließen.“ Das ist schon diese Verheißung, dass der Heilige Geist kommen wird. Auch das Feuer ist ein unpersönliches Bild für den Heiligen Geist. Denken wir nur an die Feuertaufe mit dem Heiligen Geist und auch an das Pfingstfest und natürlich auch die Taufe Jesu. Als Jesus getauft wurde, kam eine Taube herab und wir schlagen einmal auf Matthäus 3 Vers 16. Dort finden wir den Heiligen Geist als Taube.

[6:52] 3 Vers 16: „Und als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser und siehe, da öffnete sich der Himmel und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf ihn herabkommen.“ Und auch das Siegel ist ein unpersönliches Bild für den Heiligen Geist. Aber nicht nur der Heilige Geist wird mit unpersönlichen Bildern in der Bibel dargestellt. Auch von Jesus lesen wir zum Beispiel in Lukas 1 Vers 35, dass Jesus hier als etwas Sächliches beschrieben wird, nämlich in Vers 35. „Und der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der Heilige Geist wird über dich kommen und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten. Darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden.“ Hier steht nicht „der Heilige“, sondern „das Heilige“ in dir. Also Jesus als das sächliche Heilige. Und so gibt es noch andere Beispiele in der Bibel. Auch Nebukadnezar wird als Baum bezeichnet. Josefs Brüder werden zum Beispiel als Sterne oder Himmelskörper bezeichnet. Also wir finden das immer wieder, dass die Bibel solche abstrakten Bilder auch für Personen verwendet.

[8:13] Wir wollen gehen zu Johannes 14 und dort Vers 16 bis 18. Johannes 14 und wir lesen dort ab Vers 16: „Und ich will den Vater bitten und er wird euch einen anderen Beistand geben, dass er bei euch bleibt in Ewigkeit. Den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie beachtet ihn nicht und erkennt ihn nicht. Ihr aber erkennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein. Ich lasse euch nicht als Waisen zurück. Ich komme zu euch.“ Hier haben wir zwei wichtige Worte: Wir haben den „anderen“ und den „Beistand“. Und wir wollen uns, bevor wir zu diesen beiden Worten kommen, einmal Gedanken machen, was das Kapitel 14 hier im Johannesevangelium denn eigentlich beinhaltet. Das ist seine Trostrede Jesu an seine Jünger. Also Jesus beginnt das Kapitel mit: „Euer Herz erschrecke nicht.“ Er möchte den Jüngern sagen: „Wenn ich einmal nicht mehr da sein werde, dann wisst ihr, dass ich im Himmel bin, um euch Wohnungen zu bereiten.“ Aber und so kommt er zum zweiten Teil des Kapitels: „Es wird jemanden geben, der mir nachfolgen wird und der euch trösten wird, der euch beistehen wird.“ Und damit ist natürlich der Heilige Geist gemeint, der hier das Werk Jesu fortführt bei den Jüngern, der den Platz Jesu bei den Jüngern einnimmt.

[9:42] Und dieses Wort „Parakletos“ meint so viel wie Tröster. Nun, wenn wir traurig sind und Trost brauchen, dann gehen wir zu Freunden, zu Familie oder zu Gott. Und wir suchen dort Trost. Wir suchen jemanden, der uns trösten kann, der Mitgefühl hat. Wenn jemand keine eigenen Gefühle hat, kann er auch meine Gefühle nicht nachvollziehen, kann mich nicht trösten. Jetzt, wenn der Heilige Geist nur eine Kraft oder ein unpersönliches Wesen wäre, wie könnte er dann Anteil an meinem Leid oder am Leid der Jünger nehmen? Eine Kraft, ein unpersönliches Wesen wäre nicht imstande dazu. Wir haben das Wort „einen anderen Beistand“, einen anderen Parakletos. Im Griechischen steht hier das Wort „Allos“. Und ich möchte einmal illustrieren, was dieses Wort „Allos“ bedeutet. Es gibt nämlich auch das Wort „Heteros“, was auch „anderer“ bedeutet. Und dieses Wort „Heteros“ – wir kennen das Wort heterosexuell – meint verschiedene Geschlechter. Ein Mann, eine Frau sind unterschiedlich voneinander. Aber das Wort „Allos“ meint einen zahlenmäßigen Unterschied, nicht so sehr einen qualitativen. Zum Beispiel habe ich zwei Buntstifte hier. Und ich habe den einen Buntstift und ich habe einen „Allos“-Buntstift oder ein „Allos“-Stift. Wenn ich jetzt aber sagen würde: „Ich habe einen Stift und einen ‚Heteros‘-Stift“, das müsste ich in diesem Fall sagen, weil das ist ein Kugelschreiber und das ist ein Buntstift. So ist das gemeint mit dem „Allos“ und dem „Heteros“. Ein Stift, ein „Allos“-Stift, ein Stift, ein „Heteros“-Stift. Also ein zahlenmäßiger Unterschied und ein qualitativer Unterschied.

[12:01] Und was bedeutet das nun in diesem Text? Wenn es hier sagt: „einen Allos-Parakletos“, einen anderen Beistand, dann meint das, dass der Heilige Geist im Sinne von Jesus kommt, ebenso einen Charakter hat wie Jesus, aber doch eine zahlmäßig andere Person ist, also unterschiedlich ist von ihm im Hinblick auf die Anzahl. Noch einmal zurück zu den Gefühlen, zu dem Mitgefühl, dass jemand braucht, der ein Tröster ist. Es gibt einen Vers in Römer 8, 26, der das eigentlich noch stärker ausdrückt. Dort heißt es: „Ebenso kommt auch der Geist unseren Schwachheiten zu Hilfe. Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie es sich gebührt, aber der Geist selbst tritt für uns ein mit unaussprechlichen Seufzern.“ Jetzt, wie kann man sich das vorstellen? Wenn wir beten, dann nimmt der Heilige Geist unsere Gebete, bringt sie vor Jesus, bringt sie vor Gott, den Vater, mit unaussprechlichen Seufzern. Er tritt sozusagen anstatt von uns vor Jesus bzw. den Vater und bringt mit unaussprechlichen Seufzern, mit unglaublich viel Mitgefühl, identifiziert er sich mit unseren Anliegen, mit unserem inneren Zustand, mit unseren Gefühlen und bringt sie vor Gott. Eigentlich auch nur etwas, was eine Person vollbringen kann, was keine Kraft, ein Wesen machen kann, was nicht eine eigenständige Person ist.

[13:43] Auch noch ein Römertext, der wiederum um die Gefühlswelt des Heiligen Geistes spricht. Hier heißt es: „Ich ermahne euch aber, ihr Brüder, um unseres Herrn Jesus Christus und der Liebe des Geistes willen, dass ihr mit mir zusammen kämpft, in Gebeten für mich zu Gott.“ Eine Person, die oder anders gesagt, Liebe kann eigentlich nur von einer Person kommen. Eine Kraft, irgendetwas Abstraktes, kann nicht lieben. Wenn ich mir einen Holzgötzen mache, kann der Holzgötze mich nicht lieben, er kann mich nicht trösten, er kann mich nicht umarmen. Aber eine Person, die kann lieben. Liebe ist eine Charaktereigenschaft, ein Wesensmerkmal.

[14:40] Wollen wir einmal darüber nachdenken, was das Wort „Person“ eigentlich bedeutet. Mit dem Ausdruck „Person“ meinen wir eine persönliche Eigenständigkeit. Und darum geht es, um diese Eigenständigkeit innerhalb des göttlichen Seins, die sich selbst mit dem Wort „Ich“ bezeichnet und von den anderen mit den Worten „Du“ und „Er“ spricht. Sie trägt Merkmale einer Persönlichkeit. Also der Heilige Geist, wenn er eine Person ist, und so verstehen wir das hier aus der Bibel, dann ist er eigenständig innerhalb des göttlichen Seins, innerhalb des göttlichen Trios.

[15:21] Im Folgenden wollen wir uns ein paar Bibelfersen anschauen, die über personenbezogene Eigenschaften des Heiligen Geistes reden. Und da gibt es viele, viele Bibelfersen. Wir werden nicht alle anschauen, nur einige ausgewählte. Und zwar gibt es vom Heiligen Geist viele Beschreibungen, was der Heilige Geist tut. Tunwörter, Verben. Und das ist zum Beispiel hier in Johannes 16, Vers 13 und 14 zu sehen: „Wenn aber jener kommt, der Geist der Wahrheit, so wird er euch in die ganze Wahrheit leiten. Denn er wird nicht aus sich selbst reden, sondern was er hören wird, das wird er reden. Und was zukünftig ist, wird er euch verkündigen. Er wird mich verherrlichen, denn von dem Meinen wird er nehmen und euch verkündigen.“ Lauter Tätigkeitsverben des Heiligen Geistes: Er leitet, er hört, er redet, er verkündigt, er verherrlicht und auch er nimmt. Und das sind alles Eigenschaften von Personen. Ebenso in Johannes 14, Vers 26, wo steht: „Der Beistand aber, der Heilige Geist, den der Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.“ Dann finden wir, dass der Heilige Geist in uns wohnt, dass der Heilige Geist bezeugt und auch, dass der Heilige Geist überführt. In Johannes 16, Vers 8: „Und wenn jener kommt, wird er die Welt überführen von Sünde und von Gerechtigkeit und vom Gericht.“ Er wird den Menschen deutlich machen, was richtig und was falsch ist. Er kann überführen, kann überzeugen, kann etwas deutlich machen.

[17:33] Weiterhin finden wir, dass der Heilige Geist angerufen werden kann, wie in Hesekiel 37, den Text hatten wir vorher auch schon einmal angeführt. Der Heilige Geist spricht zum Beispiel. Da können wir mal schauen in Apostelgeschichte 8, Vers 29. Und da gibt es so einige Verse, die angeführt sind, wo der Heilige Geist selbst redet. Sehr interessant, denn eine Kraft könnte eigentlich nicht reden. Das ist eine Eigenschaft einer Person.

[18:00] 8, Vers 29: „Da sprach der Geist zu Philippus: Tritt hinzu und halte dich zu diesem Wagen.“ Ja, der Heilige Geist, der ganz deutlich zu Menschen gesprochen hat. Der Heilige Geist ruft auch in den Dienst, nämlich hier Saulus und Barnabas in Apostelgeschichte 13, Vers 2, wo es heißt: „Als sie nun dem Herrn dienten und fasteten, sprach der Heilige Geist: Sondert mir Barnabas und Saulus zu dem Werk, zu dem ich sie berufen habe, aus.“ Der Heilige Geist ruft zum Dienst und er sendet. Im gleichen Kapitel, Vers 4, da nun diese nun ausgesandt vom Heiligen Geist, zogen hinab nach Siloikia und so weiter. Der Heilige Geist verbietet auch, und zwar in Apostelgeschichte 16, Vers 6 und 7. „Als sie aber Phrygien und das Gebiet Galatiens durchzogen, wurde ihnen vom Heiligen Geist gewährt, das Wort in der Provinz Asia zu verkündigen.“ Also man hat den Eindruck, hier in der Apostelgeschichte ist der Heilige Geist unglaublich aktiv, weil wir hatten ja auch das Pfingstfest, die Jünger sind voll Heiligen Geistes, sie sind gesalbt worden mit dem Heiligen Geist, getauft worden mit dem Heiligen Geist und so viel wie der Heilige Geist Tätigkeiten ausführt, wie in Apostelgeschichte, finden wir in kaum einem anderen Buch der Bibel.

[19:21] Weiterhin heißt es hier auf der Folie: Der Heilige Geist legt Fürsprache ein, er offenbart, er erforscht Dinge und er weiß auch Dinge. Ja, er hat einen Kopf, mit dem er denkt. Der Heilige Geist heiligt, der Heilige Geist wirkt Wunder, er erneuert und der Heilige Geist versiegelt. Der Heilige Geist kann auch geschmäht werden, der Heilige Geist kann auch angelogen werden. So kennen wir das zum Beispiel aus der Geschichte von Ananias und Saphira. Der Heilige Geist kann auch versucht werden, gelästert werden und man kann ihm natürlich auch widerstreben.

[20:04] Besonders wichtig und hier kommt wieder der Aspekt, den wir vor einigen Folien hatten: Der Heilige Geist liebt. Ist wieder dieser Gedanke aus Römer 15 Vers 30, dass der Heilige Geist, die Liebe des Heiligen Geistes, ja, dass der Heilige Geist fähig ist, Menschen, andere Wesen, seinen Jesus und seinen Vater zu lieben.

[20:34] In 1. Korinther 12 Vers 11 möchte ich einmal mit euch hingehen. 1. Korinther 12 und dort Vers 11 heißt es: „Dies alles aber wirkt ein und derselbe Geist, der jedem persönlich zuteilt, wie er will.“ Der Heilige Geist hat einen Willen und er entscheidet aus freiem Willen und er hat einen eigenen Sinn. Nämlich sagt uns das Römer 8 Vers 27, dass der Heilige Geist einen eigenen Sinn hat. „Der hat die Herzen erforscht, weiß, was das Trachten des Geistes ist.“ Ja, der Geist trachtet nach etwas. Er hat ihm strebt nach etwas, denn er tritt so für die Heiligen ein, wie es Gott entspricht. Hier haben wir nochmal dieses Eintreten für, Sprache einlegen.

[21:19] Der Heilige Geist kann auch Gemeinschaft mit uns haben. So lesen wir das in 2. Korinther 13 Vers 13. Das ist der letzte Vers im Korintherbrief: „Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes. Amen.“ Also wir können mit dem Heiligen Geist in Gemeinschaft treten und wissen, dass er bei uns ist.

[21:55] Der Heilige Geist kann jedoch auch betrübt werden. So lesen wir das in Epheser 4 und dort Vers 30: „Und betrübt nicht den Heiligen Geist Gottes, mit dem ihr versiegelt worden seid für den Tag der Erlösung.“ Und dieses Betrüben ist auch ganz eindeutig wieder eine Charaktereigenschaft. Jemand, der traurig werden kann, der hat doch Gefühle. Also eine, ja, eine wirklich personenbezogene Eigenschaft, betrübt zu sein. Gegen den Heiligen Geist kann man natürlich auch sündigen. Das ist die Sünde gegen den Heiligen Geist.

[22:36] Eine besondere Textstelle, die ich noch mit euch teilen möchte, ist Galater 5, Vers 22. Dort finden wir die Frucht des Geistes beschrieben. Nämlich: „Die Frucht des Geistes aber ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung.“ Man kann mit einer Kraft einen Stromstoß erzeugen und dann geschüttelt werden. Aber man kann mit einem Stromstoß keine Liebe erzeugen. Aber das ist das, was der Heilige Geist tut. Also wenn der Heilige Geist nur eine Kraft wäre, dann könnte er durch diese Kraft ja keine Gefühle, keine Liebe erzeugen. Sanftmut entsteht durch Sanftmut, Freude durch Freude, Friede durch Friede, Langmut durch Langmut, Freundlichkeit durch Freundlichkeit. Und das sind alles Charaktereigenschaften. Nun ist ein Charakter einer Person eigen. Ein Wesen kann Charaktereigenschaften haben, aber ein undefiniertes Etwas, eine Kraft, etwas, was wir nicht fassen können, kann keine Charaktereigenschaften haben. Also muss der Heilige Geist einen Charakter haben. Und zuallerletzt steht hier das Wort Selbstbeherrschung. Wenn ich mich selbst beherrschen möchte, dann brauche ich ein Selbst, um mich beherrschen zu können. Und wenn der Heilige Geist kein Selbst hat, nicht eigenständig ist, wie könnte er sich selbst beherrschen? Das ist die Frage.

[24:19] Alle drei Personen der Gottheit, die finden wir in der Bibel Seite an Seite nebeneinander genannt in einigen Texten. Und diese Texte wollen wir einmal anschauen. Wir hatten eben gerade den 2. Korinther 13 Vers 13 und wir gehen dann nochmal hin zurück, weil das so ein schöner exemplarischer Text ist, um das zu sehen, dass dort drei Personen der Gottheit genannt werden, nämlich: „Die Gnade des Herrn Jesus Christus und die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes.“ Also wir haben hier Jesus, Gott den Vater und den Heiligen Geist nebeneinander genannt.

[25:07] Auch in Matthäus 3 Vers 16 und 17 haben wir so eine Stelle. „Und als Jesus getauft war, stieg er sogleich aus dem Wasser. Und siehe, da öffnete sich ihm der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube herabsteigen und auf ihn kommen. Und siehe, eine Stimme vom Himmel, die sprach: Dies ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ Wir haben hier ganz klar voneinander getrennt: Gott Vater, wir gehen rückwärts, Gott Vater, der in Vers 17 hier spricht, dessen Stimme aus dem Himmel erscheint. Wir haben Jesus, der aus dem Wasser kommt, und wir haben den Heiligen Geist, der in Form einer Taube auf Jesus herabsteigt. Ganz klar getrennt, drei Akteure sozusagen, wenn man das so ausdrücken möchte. Drei Akteure, drei Personen der Gottheit, die hier das Bild entstehen lassen.

[26:13] Im Missionsbefehl in Matthäus 28 Vers 19 finden wir auch alle drei erwähnt. Am Ende des Matthäus Evangeliums heißt es: „So geht nun hin und macht zu Jüngern alle Völker und tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Dieser Taufbefehl sagt: Tauft, wenn ihr Jünger tauft, im Namen des Sohnes, des Vaters und des Heiligen Geistes. Wäre der Heilige Geist eine Kraft, hätte man sich auch das sparen können. Aber die Bibel sagt: Im Namen aller drei, jeder hat einen Namen, sollen wir taufen.

[27:06] Eine letzte Bibelstelle dazu ist in Offenbarung 1 zu finden und dort Vers 4 und 5. Dort geht es nämlich um die sieben Geister. Ich lese Vers 4: „Johannes an die sieben Gemeinden, die in Asien sind. Gnade sei mit euch und Friede von dem, der ist und der war und der kommt, und von den sieben Geistern, die vor seinem Thron sind.“ Ich bleibe mal bei Vers 4. Hier ist von sieben Geistern die Rede. Jetzt haben wir jetzt einen Heiligen Geist oder sieben Heilige Geister. Um diese Textstelle verstehen zu können, gehen wir einfach in Jesaja 11, denn die Bibel legt sich ja selber aus. Jesaja 11 und dort Vers 2. Dort haben wir nämlich zu stehen: „Und auf ihm wird ruhen der Geist des Herrn, der Geist der Weisheit, der Geist des Verstandes, der Geist des Rats und der Kraft, der Geist der Erkenntnis und der Furcht des Herrn.“ Sieben Geister, wenn ihr mitgezählt habt. Der Geist des Herrn, der Weisheit, des Verstandes, des Rats, der Kraft, der Erkenntnis und der Furcht. Alles ein und derselbe Geist. So wie Jesus verschiedene Namen hat, hat auch der Heilige Geist verschiedene Namen und Aspekte.

[28:27] Das Wesentliche der Dreieinigkeit lässt sich eigentlich mit folgenden zwei Sätzen ausdrücken: Jede Person der Gottheit ist in sich selbst Gott und jede Person der Gottheit ist mit dem Anderen unzertrennlich verbunden. Das ist schwer zu verstehen für uns Menschen. Es ist vielleicht eine Sache, die wir noch in der Ewigkeit erforschen müssen. Vielleicht auch eine Sache, die die Engel erforschen, immer noch und immer wieder und in alle Ewigkeit. Dass Gott aus drei Personen besteht und trotzdem diese drei unzertrennlich miteinander verbunden sind. Dass sie das Gleiche denken, das Gleiche tun, das Gleiche wollen.

[29:24] Die drei Personen in dem einen Gott haben also ein Wesen, einen Willen. Gott der Vater ist Gott für uns. Im Sohn ist Gott mit uns. Im Heiligen Geist ist Gott in uns. Der Vater ist der Urheber des Heils. Der Sohn ist der Verwirklicher des Heils. Er kam auf die Erde, um den Erlösungsplan Wirklichkeit werden zu lassen durch das Kreuz. Und der Heilige Geist ist der Vorbereiter des Heils. Er bereitet unsere Herzen zu. Und so wie wir im Eingangszitat gelesen haben, können wir durch ihn diesen Jesus ähnlichen Charakter nicht entwickeln. Und er ist der Vorbereiter des Heils.

[30:11] Der Heilige Geist ist weniger konkret vorstellbar als Gott der Vater und sein Sohn Jesus Christus. Das ist ganz klar. Das Wort „Geist“ assoziieren wir normalerweise mit etwas Unkonkretem, mit etwas Körperlosem, etwas, was man nicht fassen kann. Damit assoziieren wir das. Und genau dieser Aspekt bildet das ganze Dynamit dieser Diskussion. Aber ich werde im Folgenden und am Ende des Vortrags noch ein bisschen darauf eingehen.

[30:38] Bestimmte Aussagen der Bibel würden keinen Sinn machen, wenn der Heilige Geist nur eine Kraft wäre. Wir haben so einige Bibelverse, die das bestätigen. Zum Beispiel könnte von Jesus zum Beispiel berichtet werden, dass er in der Kraft des Geistes zurückkehrt. Wir gucken mal in Lukas 4 Vers 14. „Und Jesus kehrte in der Kraft des Geistes zurück.“ Wenn der Geist eine Kraft ist, dann müssten wir sagen: „in der Kraft der Kraft zurück.“ Aber das macht wenig Sinn, wenn das Wort „Geist“ einfach nur Kraft bedeutet. Der Kernpunkt dieses Verses liegt eben genau darin, dass der Geist und seine Kraft zwei verschiedene Dinge sind. Der Heilige Geist hat Kraft, aber er ist keine Kraft. Das müssen wir unterscheiden.

[31:42] Dasselbe gilt für eine ganz Reihe anderer Verse in der Bibel, wie zum Beispiel Apostelgeschichte 10 Vers 38, wo steht: „Wie Gott Jesus von Nazareth mit Heiligem Geist und Kraft gesalbt hat.“ Also Gott hat Jesus gesalbt mit Kraft und mit Heiligem Geist. Nicht mit Kraft und Kraft, sondern mit Kraft und mit Heiligem Geist. Zwei verschiedene Dinge. Oder auch in Römer 15 Vers 13 heißt es: „Der Gott der Hoffnung aber erfülle euch mit aller Freude und mit Frieden im Glauben, dass ihr überströmt in der Hoffnung durch die Kraft des Heiligen Geistes.“ Und so gibt es einige Verse, die diesen Wortlaut haben: „Kraft des Heiligen Geistes“ oder „Kraft und Heiliger Geist“. Und das macht einfach deutlich, dass das nicht identisch ist. Aber dass der Heilige Geist natürlich Kraft hat. Sonst würden die Dinge nicht geschehen, die geschehen. Und auch Pfingsten wäre da nicht geschehen.

[32:49] Jetzt haben wir ganz viel in die Bibel geschaut, was die Bibel zu dem Thema sagt. Und ich denke, wir haben eindeutige Hinweise dazu gefunden. Und trotzdem möchten wir auch zum Geist der Weissagung gehen und schauen, was Gott ihr offenbart hat, was Gott Ellen White offenbart hat über den Heiligen Geist. Und das sind so einige Zitate, die man nicht ignorieren kann, die sehr deutlich sind. So heißt es im Buch Evangelisation auf Seite 543: „In dem himmlischen Trio sind drei lebende Personen.“ Bei diesem Satz alleine könnten wir Schluss machen, könnten sagen: „Wenn das der einzige Satz wäre, den Ellen White je zu dem Thema geschrieben hätte, wäre es sonnenklar.“ Sie hat aber noch ein paar mehr Sachen geschrieben. Aber allein der Satz würde reichen, um zu sagen: „Okay, wir wissen jetzt, woran wir sind.“

[33:47] Weiter heißt es in dem gleichen Buch, eine Seite später: „Wir müssen uns vergegenwärtigen, dass der Heilige Geist, der so wahr eine Person ist, wie Gott eine Person ist, über dieses Gelände geht.“ Sie hat hier eine Rede gehalten an die Schüler der Avondale School und sie sagt: „Ihr müsst euch vernünftig verhalten, wenn ihr über das Schulgelände geht. Jesus ist nicht hier, der Vater ist nicht hier, aber der Heilige Geist ist sehr wohl hier und er ist eine Person, sagt sie hier, der so wahr eine Person ist, wie Gott eine Person ist. Also verhaltet euch dementsprechend, als wenn Gott auf dem Gelände wäre, denn er ist auf dem Gelände.“

[34:33] Hier haben wir ein Zitat aus einem Manuskript 27a aus dem Jahr 1900. Und ich habe es immer hier auf Englisch und auf Deutsch für euch, dass ihr auch sehen könnt, dass das im Deutschen nicht anders übersetzt wurde oder auch nicht gefälscht wurde, sondern wir haben sozusagen den Urtext, den englischen Urtext. Und dort heißt es: „Drei unterschiedliche Wesen, der Vater, der Sohn und der Heilige Geist arbeiten gemeinsam für die Menschen.“ Drei unterschiedliche Wesen.

[35:09] Ich habe aus der Präsentation von dem Merlin Bird, den ich anfangs erwähnte, ein paar Folien mit eingebaut. Und zwar hat er original Abschriften oder auch hier in diesem Fall Schreibmaschinentexte, die unterschrieben wurden von Ellen White über den Heiligen Geist eingescannt. Und ich möchte einfach damit zeigen, dass alle Vorbehalte nichtig sind, die sagen, dass Ellen White an diesen Stellen gefälscht wurde oder dass sie keine Kredibilität haben. Ja, da möchte ich einfach zeigen, dass ihre Handschriften und ihre unterschriebenen Schreibmaschinentexte diese Sachen beinhalten, die über den Heiligen Geist sprechen, dass er eine Person ist und dass diese Dinge nicht gefälscht sind.

[36:01] Wir sehen hier in dem mittleren Kasten das Zitat, was wir gerade zuvor gelesen haben, nämlich „three distinct agencies“. Wir gehen noch mal zurück zu der Folie, die wir zuvor hatten. „Drei unterschiedliche Wesen, three distinct agencies“, und nämlich den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist work together for human beings, arbeiten zusammen, gemeinsam für die Menschen. Und hier geht das Manuskript weiter und ihr könnt unten rot eingeblendet die Unterschrift, die Handschrift von Ellen White lesen, dass sie diese Schreibmaschinentexte autorisiert hat. Hier haben wir sogar eine Handschrift von ihr. Und dort heißt es: „Ihre Handschrift ist nicht so einfach zu lesen, um ehrlich zu sein.“ Also das Versprechen von den drei Personen, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist, hier ganz deutlich zu lesen.

[37:01] Oder auch hier. Hier geht es vor allem um die zweite Zeile: „The Holy Spirit is a person, for he beareth witness with our spirit that we are the children of God.“ Das ist gar nicht so einfach zu lesen. Das Zitat stammt auch aus dem Buch Evangelism, Evangelisation, im englischen Seite 616 bis 617. „The Holy Spirit is a person“, schreibt sie in ihrer eigenen Handschrift, nicht gefälscht, sondern so, wie sie es halt geschrieben hat.

[37:45] „Der Heilige Geist ist eine Persönlichkeit“, heißt es auch wieder im Buch Evangelisation. „Sonst könnte er nicht unserem Geist und durch unseren Geist bezeugen, dass wir Gottes Kinder sind. Er muss eine göttliche Person sein, sonst könnte er nicht die Geheimnisse ergründen, die in Gottes Gedanken verborgen sind.“ Also sie sagt nicht einfach nur: „Der Heilige Geist ist eine Person“, sondern sie gibt hier die Begründungen. Es sind eigentlich zwei Begründungen: Denn sonst könnte er nicht durch unseren Geist bezeugen, dass wir Gottes Kinder sind. Und die zweite Begründung: Er könnte nicht die Geheimnisse Gottes ergründen.

[38:38] Es gibt einige Gläubige, die behaupten, dass der Heilige Geist nicht nur Jesu Repräsentant ist, sondern sogar Jesus selbst, also sozusagen der Heilige Geist und Jesus deckungsgleich sind, eine Person sind. Dazu gibt es einige Aussagen und wir wollen das jetzt untersuchen, ob der Heilige Geist Jesu Repräsentant ist, so wie wir das vorher auch in den Bibelstellen gelesen haben, in Johannes 14, dass der Heilige Geist der Nachfolger ist von Jesus, der Stellvertreter bei den Jüngern, oder ob es tatsächlich so ist, dass sie dieselbe Person sind. Hier heißt es ein Zitat aus dem Leben Jesu, hier in der Angabe des englischen Desire of Ages, Seite 669.

[39:42] Was wir also lesen ist, als Jesus auf der Erde war, war er lokalisiert. Er war eingeschränkt dadurch, dass er menschliche Gestalt hatte. Er konnte nicht gleichzeitig in Samaria sein und in Judäa. Er konnte nur an einem Ort sein. Aber was sie sagt: Der Heilige Geist kann das. Der Heilige Geist kann gleichzeitig in Timbuktu und in Washington sein. Und das ist der Vorteil des Heiligen Geistes und das ist auch ein Grund, warum der Heilige Geist kommen musste, ja, weil er nicht lokalisiert ist, weil er nicht festgelegt ist auf einen Ort, sondern weil er überall auf der ganzen Welt an allen Menschen wirken kann.

[41:05] Dieses Zitat, was wir gerade gelesen haben, stammt ursprünglich aus einem Brief, dem Brief 119 von 1895. Und man hat dieses Zitat dann im Leben Jesu eingefügt, oder sie hat es dort eingefügt. Aber man hat einen Satz nicht eingefügt, der nämlich diesem Zitat folgt. Und dieser Satz, ich habe ihn hier auf Englisch gelassen, weil er wurde nie offiziell ins Deutsche übersetzt, wird oft von Antitrinitariern benutzt, um zu beweisen, dass der Heilige Geist keine eigene Person ist. Und da es keine offizielle Übersetzung gibt, möchte ich auch keine machen. Hier wird sozusagen die Idee vermittelt, dass der Heilige Geist Jesus selbst sei. Hier heißt es: „The Holy Spirit is himself, divested of the personality of humanity and independent thereof.“ Mit „himself“ ist hier Jesus gemeint. Es bezieht sich immer noch auf das Zitat davor. „The Holy Spirit is himself“, der Heilige Geist ist Jesus, „divested from the personality of humanity“. Also man kann das so verstehen, dass Jesus losgelöst ist vom Menschsein, von der Menschlichkeit und dadurch unabhängig ist. Und man kann dieses Zitat missverstehen. Das ist dort hineingelegt.

[42:39] Aber zum Glück legt nicht nur die Bibel sich selbst aus, sondern auch der Geist der Weissagung. Gott hat daran gedacht. Und daher möchte ich euch das folgende Zitat vorlesen: „Der Heilige Geist ist der Tröster in Jesu Namen. Er personifiziert Christus und dabei ist er dennoch eine andere Person.“ Also wenn du ein Problem hast mit dem ersten Zitat, wenn du der Meinung bist, der Heilige Geist ist Jesus, ist ein und dasselbe, dann ist es wichtig, dieses Zitat zu kennen. „Er personifiziert Christus, nämlich der Heilige Geist, und dabei ist er dennoch eine andere Person“, sagt sie ganz deutlich.

[43:23] Und hier haben wir dasselbe Zitat nochmal handschriftlich von Ellen White. Ich hoffe, ihr könnt es lesen. „Der Heilige Geist ist der Tröster in Jesu Namen. Er personifiziert Christus und dabei ist er dennoch eine andere Person.“ Also für alle nochmal, die da nicht ganz sicher sind, hier die Handschrift von Ellen White.

[43:58] „Obwohl unser Herr von der Erde zum Himmel aufstieg, wurde der Heilige Geist als ein Stellvertreter unter den Menschen eingesetzt.“ Ich bestätige euch, meine Brüder und Schwestern, dass die Gemeinde Gottes, so geschwächt und fehlerhaft sie sein mag, das einzige Augenmerk auf der Erde ist, dem Gott seine größte Aufmerksamkeit schenkt. Während er sich nach der ganzen Welt ausstreckt und jeden einlädt, zu ihm zu kommen und gerettet zu werden, kommt er persönlich durch den Heiligen Geist in die Mitte seiner Gemeinde. Der Heilige Geist ist sozusagen Gottes Entsandter als Person, der in die Mitte seiner Gemeinde kommt, um sie zu stärken, sie zu trösten, ihr beizustehen. Wie ein Botschafter, wie ein Diplomat, der in die Gemeinde kommt, um das Werk Gottes zu tun.

[45:09] Wir lesen hier, da ist nur das unterstrichene, ist ein Zitat aus dem Buch Auf dem Fußboden des großen Arztes. Dort heißt es: „Aber Gott will ebensowohl anerkannt werden, aufgrund dessen, was er nicht von sich offenbart hat, als aufgrund dessen, was unserem beschränkten Fassungsvermögen verständlich ist.“ Nun, was heißt das? Wir können eigentlich nicht viel verstehen von den himmlischen Dingen oder von den Dingen, die nicht sichtbar sind. Deswegen brauchen wir Glauben. Aber was sie hier sagt, ist: Gott möchte nicht nur für das geliebt werden und angenommen werden, für das, was er uns offenbart hat, sondern Gott möchte vor allem auch für das geliebt werden und ernst genommen werden für das, was er nicht offenbart hat. Und er hat uns zum Beispiel nicht geoffenbart, welche Materie der Heilige Geist hat. Wie das sein kann, dass er an so vielen Orten gleichzeitig ist. Und wie es hier so schön heißt: Wir haben ein beschränktes Fassungsvermögen. Und an dieser Stelle müssen wir Gott einfach Vertrauen schenken. Wir müssen sagen: „Lieber Gott, ich kann sehen, dass der Heilige Geist eine Person ist, in der Bibel, in dem Geist der Weissagung. Aber wie das dann letztendlich sich äußert, welche Materie der Heilige Geist hat, das kann ich nicht sagen. Das hat Gott nicht geoffenbart.“

[46:30] Und in dem Sinne ist auch das Zitat aus Das Wirken der Apostel: „Es ist für uns nicht wichtig, genau erklären zu können, was der Heilige Geist ist. Das Wesen des Heiligen Geistes ist ein Geheimnis. Menschen können es nicht erklären, weil Gott es ihnen nicht offenbart hat. Schwärmerische Meinungen mögen Schriftstellen zusammenbringen und auf ihnen einen menschlichen Gedankenbau errichten. Aber die Annahme solcher Ansichten vermag die Gemeinde nicht zu stärken. Gegenüber Geheimnissen, die für das menschliche Verständnis zu tief sind, ist Schweigen Gold.“

[47:05] Ich möchte auf den Anfang des Zitats nochmal zu sprechen kommen. Hier heißt es: „Es ist für uns nicht wichtig, genau erklären zu können, was der Heilige Geist ist.“ Wir können wissen, wer der Heilige Geist ist. Wir können wissen, dass er der Beistand ist, der Tröster, der mit uns mitfühlt, der Gottesbotschafter ist, Jesu Nachfolger, der Stellvertreter. Aber wir können nicht sagen, was der Heilige Geist ist, wie er zusammengesetzt ist. Und das möchte diese Aussage ausdrücken.

[47:39] Der Heilige Geist oder die Annahme, dass der Heilige Geist eine Person ist, hat nichts damit zu tun, dass man Mitglied in der Ökumene werden möchte. Die Bibel drückt ganz deutlich aus, dass der Heilige Geist eine Person ist. Der Geist der Weissagung drückt ganz deutlich aus, dass der Heilige Geist eine Person ist. Und bei beiden war das Streben zur Ökumene nicht gewollt. Und zu behaupten, dass unsere Gemeinschaft abgefallen sei, weil man sagt, der Heilige Geist sei eine Person, ist nicht korrekt. Denn wir sehen es in diesen beiden Quellen im inspirierten Wort Gottes ganz deutlich.

[48:23] Und zum Abschluss möchte ich ein Zitat eines wichtigen Mannes stellen, der in diesem Jahr ganz besondere Bedeutung hat. Und ich denke, mit diesem Zitat können wir diesen Vortrag gut abrunden. Der Herr Dr. Martin Luther sagte: „Hier spricht Gott. Ich höre, dass ein Gott ist und drei Personen. Wie das zugeht, das weiß ich nicht. Ich will glauben.“ Das drückt eigentlich in diesen wenigen Sätzen aus, worum es heute ging. Wir können sehen, dass es ein Gott ist und drei Personen. Das haben wir ganz klar gesehen heute. Aber wie das zugeht und wie das sein kann, das können wir nicht sagen. Und deswegen müssen wir glauben.

[49:19] Und ich wünsche euch, dass ihr dieses Thema verstehen könnt und dass ihr es aber auch an der richtigen Stelle Gott überlassen könnt, wo euer Verstand ausschaltet und dass ihr nicht in Streitgespräche verfallt mit anderen, sondern, so wie es vorher hieß, manchmal ist Schweigen Gold. Und ich glaube, das Wichtigste ist, dass man das Wirken des Heiligen Geistes an sich geschehen lässt. Weil der Heilige Geist ist der, der uns auf den Himmel vorbereitet. Er ist der, der uns den Charakter Jesus schenkt. Er ist der, der mit unserem Sein, mit unserem Wesen kommuniziert, der uns hilft, Sünde zu überwinden. Aber wenn ich den Heiligen Geist ablehne, wenn ich sage, er ist nur eine Kraft oder er ist nicht ernst zu nehmen als eigenständige Person, dann minimiere ich die Kraft des Heiligen Geistes. Und ich beschränke mich dann, die vollkommene Charakterreife aus Galater 5, Vers 22 zu erreichen. Und das möchte, denke ich, niemand. Denn jeder möchte sein wie Jesus, nicht wahr? Und ich möchte euch ermutigen, an der richtigen Stelle zu sagen: „Gott, ich überlasse dir die Geheimnisse des Himmels. Und ich möchte glauben.“ Das wünsche ich euch. Aus ganzem Herzen. Amen.


Lizenz

Copyright ©2017 Joel Media Ministry e.V.
Dieses Werk ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung - Nicht kommerziell - Keine Bearbeitungen 4.0 International Lizenz.