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In diesem Teil der Predigtserie „Die Krise und das Kreuz“ beleuchtet Christopher Kramp die Rolle von Aposteln und Gemeindeleitern in der frühen Christenheit. Anhand des Galaterbriefs wird die historische Krise in Antiochia thematisiert, die durch falsche Lehren ausgelöst wurde und zu einem Apostelkonzil in Jerusalem führte. Kramp erklärt, wie Paulus und Barnabas mit Titus nach Jerusalem reisten, um die Frage der Beschneidung der Heiden zu klären. Dabei wird die Bedeutung von Transparenz, Weisheit und der Zusammenarbeit mit der organisierten Gemeinde betont, um die Wahrheit des Evangeliums zu schützen und eine echte Reformation zu ermöglichen.


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Serie: Die Krise und das Kreuz (Predigtserie über den Galaterbrief)

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Transkript

[0:00] Gesegneten Sabbat! Ich freue mich, dass ihr heute da seid und dass wir gemeinsam den dritten Teil unserer Predigt-Serie über den Galaterbrief haben können. Wir wollen weiter studieren, die nächsten zehn Verse unter die Lupe nehmen. Wir haben ja bereits begonnen mit zwei Predigten, in denen wir zunächst einmal festgehalten haben, dass die Galater in eine Krise geraten waren. Die Galater waren in eine Krise geraten, weil dort Irrlehrer gekommen waren und das wahre Evangelium verfälscht hatten. Und Paulus schrieb einen Brief eigenhändig mit feurigem Ernst und rief sie zurück und sagte, kein anderes Evangelium. Könnt ihr euch daran erinnern, als er das Evangelium noch mal ganz klar zusammengefasst hat? Jesus hat sich für uns hingegeben, um uns aus diesem Weltlauf herauszuretten. Und dann haben wir das letzte Mal gesehen, wie Paulus seine eigene Erfahrung beschrieben hat, wie er selbst eine persönliche Reformation erlebte auf dem Weg nach Damaskus, als er entdeckte, wer er wirklich war, wozu Gott ihn geschaffen hatte und sein ganzes Leben sich auf den Kopf stellte. Und heute wollen wir sehen, dass er im Anschluss jetzt eine weitere Geschichte aus seinem Leben erzählt, weniger über seine persönliche Erfahrung, als vielmehr über die Erfahrung der ganzen Gemeinde. Unser Thema heute ist, die als Säulen gelten. Und bevor wir beginnen, möchte ich euch einladen, mit mir zu einem Gebet niederzuknien.

[2:09] Lieber Vater im Himmel, was für ein Vorrecht ist es, heute hier zu sein, anbeten zu dürfen und dein Wort aufzuschlagen. Dieses Wort, das die Welt erschaffen hat und voller Kraft ist, möchtest du auch in unser Herz sprechen. Wir möchten dich jetzt bitten, dass du alle Störende fernhältst, dass wir uns gut konzentrieren können und dass wir erkennen, was du uns heute sagen möchtest, dass wir etwas lernen über die Art und Weise, wie du mit Krisen umgehst. Wir möchten dich bitten, dass wir deine Stimme zu unserem Herzen hören, dass wir erkennen, wo wir gefehlt haben, wo wir falsch gedacht haben, wo wir vielleicht falsch Überzeugung bisher gehegt haben und dass wir eine Reformation unseres Denkens auch an diesem Punkt heute erleben. All das bitten wir im kostbaren und teuren Namen Jesu. Amen.

[3:17] Die Krise und das Kreuz, Teil drei, die als Säulen gelten. Schlagt mit mir auf, Galater Kapitel 2. Wir haben das erste Kapitel hinter uns gelassen und wollen heute die ersten zehn Verse des zweiten Kapitels studieren. Vielleicht ganz kurz als Wiederholung. Nicht jeder war vielleicht das letzte Mal da. Wir haben das letzte Mal gesehen, wie Paulus sehr detailliert seine Bekehrung beschreibt, wie er erklärt, dass er erkannt hat, dass Gott ihn ausersehen hat von dem Mutterleib an als einen Missionar für die Heiden. Wir haben auch festgestellt, dass er das Evangelium nicht von Menschen gelernt hat, sondern durch eine Offenbarung Gottes und als er von Gott zum Missionar gerufen wurde, er nicht erst mit Menschen mit Fleisch und Blut zur Rate ging, sondern dass er nach Arabien ging. Ich war für ungefähr drei Jahre und dort allein mit Gott das Evangelium richtig durchdacht hat und dann erst nach drei Jahren zum ersten Mal überhaupt die Apostel getroffen hat, zumindest den Petrus und den Jakobus in Jerusalem. Wir haben dort gesehen, dass er recht kühl aufgenommen worden ist und der Barnabas ihn dann erst eingeführt hat und dass er dann wieder zurückgegangen ist in seine Heimat nach Zilizien und viele Judenchristen in Palästina nur von ihm gehört hatten. Er war eigentlich mehr eine Legende sozusagen, ein Gerücht, als dass man viel von ihm gesehen hätte.

[4:51] An dieser Stelle nimmt der Galaterbrief die Erzählung auf in Galater 2, Vers 1. Galater 2, Vers 1, darauf. Nach 14 Jahren zog ich wieder hinauf nach Jerusalem mit Barnabas und nahm auch Titus mit. Paulus springt in seiner Erzählung 14 Jahre vorwärts, das heißt nach seiner Bekehrung waren drei Jahre vergangen, bis er das erste Mal in Jerusalem war und jetzt noch einmal 14 Jahre, das macht 17 Jahre nach seiner Bekehrung. Wir sind im Jahre 51. In der Zwischenzeit war viel passiert. Nur um das kurz zusammenzufassen, ihr kennt viele dieser Geschichten, dem Petrus war das endlich aufgegangen, dass die Heiden auch gerettet werden können. Ihr kennt die Geschichte, wo er unter der Mittagssonne die Vision hat und die dann zum Cornelius geschickt wird. In der Zwischenzeit war eine Heidenchristengemeinde in Antiochia gegründet worden und man hatte den Barnabas dorthin gesandt, um diese Heidenchristen zu organisieren und er brauchte einen Mitarbeiter und so erinnerte er sich, dass er diesen Saulus erkannte und er holte Saulus aus Zilizien zurück und gemeinsam mit Barnabas wurde Saulus jetzt, der dann Paulus später natürlich hieß, ein Mitarbeiter in Antiochia. Dort wurde er auserwählt vom Heiligen Geist gemeinsam mit Barnabas auf Missionsreise zu gehen und die erste Missionsreise hatte sich angeschlossen, wo sie Zypern und Kleinasien besucht haben und nachdem sie dort unter den Heiden gewirkt hatten, Gemeinden gegründet hatten, Leute getauft hatten, waren sie zurückgekehrt nach Antiochia, das alles 14 Jahre wie gesagt, geht jetzt relativ schnell, ein paar Sekunden erzählt, aber es hat 14 Jahre gedauert und dort in Antiochia verbrachten sie einige Zeit und dann traf die Krise ein.

[6:51] Schaut mal mit mir, ihr könnt euren Finger immer in Galata lassen oder so ein Bändchen reinlegen, wir werden heute oft zurückkommen. Schaut mal mit mir in Apostelgeschichte 15, eine Krise erschüttert die Gemeinde, Apostelgeschichte 15 und dort ab Vers 1. Apostelgeschichte 15 und dort Vers 1. Und aus Judäa kamen einige herab und lehrten die Brüder, wenn ihr euch nicht nach dem Gebrauch Moses beschneiden lasst, so könnt ihr nicht gerettet werden. Also Paulus und Barnabas, die kommen von der Missionsreise, die waren in Kleinasien, die waren auf Zypern gewesen, haben das Evangelium gepredigt, kommen zurück nach Antiochia, erzählen dort, was Gott alles Großes und den Heiden getan hat, verbringen dort etliche Wochen, vielleicht Monate, vielleicht sogar Jahre und dann merken sie, dass in der Gemeinde so ein Aufruhr ist. Auf Facebook werden Videos geteilt. Man trifft sich im Geheimen und früher oder später fängt man an, in der Sabbatschule zu erzählen, ich glaube, wir haben einen Fehler gemacht. Es gibt dort eine Lehre, die hat man uns bisher vorenthalten. Wir müssen beschnitten werden. Lehrer kommen und erzählen, was der Paulus euch erzählt, ist alles schön und gut, aber wusstet ihr schon davon? Und plötzlich fangen die Geschwister an zu überlegen, nee, da haben wir noch nie was von gehört. Was jetzt? Diese Leute waren nicht irgendjemand, sie kamen aus Judäa, es waren Juden, es waren zum Teil zum Christentum übergetretene Pharisäer, die kannten die Bibel und sie konnten viele Bibelstellen anführen. War nicht Abraham beschnitten worden, war das nicht das ewige Zeichen des Bundes, war nicht Isaac und Jakob, waren nicht alle beschnitten worden, war nicht Mose beinahe umgebracht worden von einem Engel, als er sich nicht hatte beschneiden lassen wollen? Das hat uns der Paulus nicht erzählt. Ist der Paulus vielleicht zu liberal? Ist der Paulus vielleicht ein falscher Lehrer? Plötzlich gab es Unsicherheit, Streit.

[9:12] Vers 2. Da nun Zwiespalt aufkam, und Paulus und Barnabas, und ich finde das schön, wie das der Lukas hier beschreibt, eine nicht geringe Auseinandersetzung mit ihnen hatten. Ich kann mir das ungefähr vorstellen. Das gibt es heute auch manchmal, nicht wahr? So nicht geringe Auseinandersetzung, ja? Das war nicht einfach nur ein theologisches Treffen am Sabbatnachmittag, wo man Positionen ausgetauscht haben, da ging es zur Sache. Die theologischen Ideen prallten aufeinander und meistens wird das ja nicht mit besonders theologischer Raffinesse ausgetragen, sondern mit Emotion, mit Leidenschaft, ja? Meine Meinung, eine nicht geringe Auseinandersetzung. Was tun? Die Gemeinde war in eine Krise geraten. Es heißt dort weiter, da nun Zwiespalt aufkam und Paulus und Barnabas eine nicht geringe Auseinandersetzung mit ihnen hatten, bestimmten sie, dass Paulus und Barnabas und einige andere von ihnen wegen dieser Streitfrage zu den Aposteln und Ältesten nach Jerusalem hinaufziehen sollten. Die Frage kann nicht geklärt werden. Die Gemeinde beginnt, sich in verschiedene Fraktionen zu spalten und man entscheidet sich, bevor wir total auseinanderbrechen, senden wir ein paar Delegierte zum Konzil. Das erste Apostelkonzil der Geschichte im Jahre 51. Eine Art Generalkonferenz sozusagen. Die Delegierten von all den Gemeinden würden zusammenkommen, um über diese Frage, über die Bücher geschrieben wurden, Traktate verteilt worden waren und wie gesagt, Videos gezeigt. Jeder hatte seine Meinung, aber jetzt sollte das ein für alle Mal geklärt werden auf dem Apostelkonzil.

[10:58] Vers 3. So durchzogen sie nun als Abgeordnete, also offensichtlich hatte man dort eine organisierte Struktur, die Gemeinden sendeten Delegierte. Die wurden gewählt und dann abgesandt. So durchzogen sie nun als Abgeordnete der Gemeinde Phönizien und Samaria, in dem sie von der Bekehrung der Heiden erzählten und allen Brüdern große Freude bereiteten. Also Paulus und Barnabas wurden als Delegierte bestimmt und zogen jetzt auf nach Jerusalem. Wir haben gelesen im Granaterbrief, der Paulus kam mit Barnabas. Was wisst ihr über den Barnabas? Wer war Barnabas? Wie hieß Barnabas wirklich? Weiß es jemand zufällig aus dem Kopf? Barnabas war ja nur ein Beiname. Nein? Auch nicht, Judas? Der Barnabas ist immer so im Schatten von den Aposteln. Aber der Barnabas war ein bedeutender Mann. Sein Name war eigentlich Joses. Könnt ihr nachlesen, Apostelgeschichte 4. Er war ein Levit aus Zypern. Ich vermute, dass er deswegen den Paulus auf der ersten Missionsreise erstmal nach Zypern manövriert hat. Ein wirklich bedeutender Mann. Erinnert euch, es war derjenige, der den Saulus, den Aposteln vorgestellt hatte und den Saulus, den Paulus dann in die Gemeinde integriert hatte. Der Barnabas, den erwähnen wir so nebenbei, aber in Wirklichkeit war er einer der ganz Großen der Urgemeinde.

[12:37] Schaut man mit mir in Apostelgeschichte, Apostelgeschichte Kapitel 13 und dort Vers 2. Ein kleines Detail, aber interessant. Apostelgeschichte 13, Vers 2. Als sie nun dem Herrn dienten und fasteten, da sprach der Heilige Geist, sondert mir Barnabas und Saulus aus zu dem Werk, zu dem ich sie berufen habe. Fällt euch was an der Reihenfolge auf? Wir sprechen mal von Paulus und Barnabas, oder? Paulus und Barnabas. So als wäre Paulus der Apostel und Barnabas wäre quasi sein Gehilfe, der die Bibel hinterhergetragen hat. Aber der Heilige Geist sagt nicht Paulus und Barnabas, der Heilige Geist sagt Barnabas und Paulus. Denn Barnabas war der offizielle Delegierte von den Aposteln für Antiochia. Er hatte den Barnabas als Mitarbeiter, den Saulus als Mitarbeiter. Und das haben übrigens auch die Heiden auf der Missionsreise so empfunden. Das kann ich euch zeigen. Schaut mal in Apostelgeschichte 14, als nämlich der Barnabas mit dem Saulus unterwegs waren, da kam es dann vor, als sie jemanden geheilt haben, dass die Griechen gedacht haben, die Götter sind vom Himmel gekommen. Und schaut mal, wie sie die identifiziert haben. Apostelgeschichte 14, Vers 12. Und sie nannten den Barnabas wie Zeus. Wer ist der oberste Gott im griechischen Pantheon? Zeus. Denn Paulus aber Hermes. Hermes ist der Götterbote. Als sie die beiden gesehen haben, haben sie gesagt, okay, der Barnabas ist der Leiter, das ist der Führer, das ist der Richtige. Und der Paulus ist so sein Bote, der erzählt ihm alles. Barnabas und Paulus.

[14:08] Also Paulus kommt und bringt diesen gewichtigen, bekannten, vom Heiligen Geist bestätigenden Apostel Barnabas mit sich. Aber er bringt noch jemand anderen mit. Zurück zum Galate. Galate 2 und dort Vers 1. Wie wir gesehen haben, darauf nach 14 Jahren zog ich wieder hinauf nach Jerusalem mit Barnabas und nahm auch Titus mit. Der Paulus war äußerst kühn. Um die Frage zu klären, soll man die Heiden beschneiden oder nicht, nahm er als Delegierten quasi, als Mitarbeiter einen unbeschnittenen Griechen direkt zum Konzil. Das hätte sich wahrscheinlich niemand sonst getraut, außer der Paulus. Von dem Titus wissen wir eigentlich gar nicht so viel. In der ganzen Apostelgeschichte taucht er nicht einmal auf. Nur aus den Briefen ist etwas über ihn bekannt. Vermutlich war sogar ein Römer, denn sein Name ist lateinisch. Was er bedeutet, weiß man nicht. Man weiß dann später, ist er in Korinth gewesen. Er ist sogar später Missionar in Dalmatien gewesen, in Kroatien. Und dann Bischof von Kreta geworden. Naja, der Paulus macht also diesen mutigen Schritt und nimmt einen unbeschnittenen, jungen Heiden mit aufs Konzil.

[15:46] Aber die Frage ist, warum ging der Paulus eigentlich? Schaut mal in Galater 2 und dort Vers 2. Ich zog aber aufgrund einer Offenbarung hinauf. Das Wort Offenbarung hatten wir schon mal im Galaterbrief. Könnt ihr euch erinnern? An welcher Stelle hatten wir schon das Wort Offenbarung im Galaterbrief gelesen? Nicht so schwer, weil wir bisher nur das erste Kapitel studiert haben. Wo war das Wort Offenbarung schon mal vorgekommen? In Vers 12. Da sprach es nämlich von der Offenbarung Jesu Christi, durch die Paulus das Evangelium direkt gelernt hatte. Nicht durch Menschen, nicht durch Lehrer, nicht durch menschliche Abhängigkeit. Durch eine Offenbarung hatte er das Evangelium kennengelernt. Und jetzt Achtung, es war eine Offenbarung Jesu, die zu ihm sagte, geh nach Jerusalem. Frage, hätte Jesus ihm in dieser Situation auch durch eine Offenbarung einfach die richtige Antwort geben können? Ja oder nein? Derselbe Jesus, der zu ihm sagte, ich bin dein Heiland, du brauchst nicht erst eine Bibelstunde bei Petrus nehmen. Du kannst das Evangelium von mir direkt bekommen. Derselbe Jesus, der zu ihm sprach, ich sende dich zu den Heiden. Du musst dich nicht erst mit Johannes beraten. War derselbe Jesus, der als eine Krise in der Gemeinde war, zu dem Paulus sagte, geht zu Johannes und Petrus und sprecht das mit ihnen durch. Derselbe Jesus, der den Glauben und die Mission von Paulus auf eine ganz individuelle Basis stellte, zeigte ihm, wenn es eine Krise in der Gemeinde gibt, wenn es da eine Krise der Lehre gibt, möchte ich, dass du das nicht alleine entscheidest, sondern dass du das mit allen Aposteln zusammentust.

[17:59] Was wäre passiert, wenn in der Situation Paulus am nächsten Sabbat in Antioch aufgestanden wäre und gesagt hätte, liebe Geschwister, ich weiß, es gibt viel Streit unter uns. Ich hatte eine Vision. Gott der Herr hat mir gezeigt, wir müssen uns nicht beschneiden lassen. Hätte das das Problem gelöst? Seht ihr, als Protestanten und auch als Adventisten schätzen wir das Prinzip der eigenen Verantwortlichkeit vor Gott. Wir wollen uns in unserer Glaubensüberzeugung von keinem Menschen etwas vorschreiben lassen und das ist gut so. Wir wollen in unserer Mission uns von keinem Menschen einschränken lassen und das ist auch gut so. Aber es gibt Bereiche im Glaubensleben, unabhängig davon, was ich persönlich glaube und was ich persönlich von Gott gezeigt bekommen habe für meine Mission, wenn es um die Gemeinde als Ganzes geht und die Gemeinde in einer Konfusion ist, dann reicht es nicht aus, wenn ich sage, ich denke und deswegen ist es so. Wenn die ganze Gemeinde involviert ist, muss auch die Lösung auf einer Gemeindeebene bestehen. Derselbe Jesus, der eine direkte Beziehung zu Jesus förderte in Paulus, ein direktes Verständnis des Evangeliums, ließ ihn jetzt nach Jerusalem gehen.

[19:21] Ellenweit sagt sogar an dieser Stelle, es war die einzige Begebenheit, bei der Paulus sein eigenes Urteil aufschob zugunsten der Apostel, die über ihm standen. Mit anderen Worten, Paulus war bereit zu sagen, okay, ich gehe nach Jerusalem und ich bin bereit, die Entscheidung von Petrus und Johannes und Jakobus, wenn die alle zusammenkommen und vom Heiligen Geist geführt werden, dann bin ich bereit, ihre Entscheidung zu akzeptieren. Das klingt erstmal nicht so reformatorisch. Reformation würde doch mehr klingen wie, hier stehe ich und ich glaube, was ich will und das kann mir keiner reinreden, oder? Wir haben manchmal ein falsches Verständnis von Reformation. Reformation heißt dann nicht umsonst Reformation. Da soll etwas wieder zurück in eine Form gebracht werden. Bei aller Individualität des Glaubens und der Mission gibt es eine Form und eine Organisation und eine Struktur, die notwendig ist.

[20:40] Und dann schaut man in Vers 2. Habt ihr gesehen, dass er sagt, besonders den Angesehenen? Dieses Wort besonders meint, dass er ein Extra-Treffen hatte. Die Gute-Nachricht-Bibel ist an der Stelle mal ausnahmsweise ziemlich genau. Ich übersetze nach der guten Nachricht, ich ginge aufgrund einer göttlichen Weisung und trug dort vor, was ich als gute Nachricht bei den nichtjüdischen Völkern verkünde, das tat ich vor der versammelten Gemeinde und auch noch in besonderen Zusammenkünften vor ihren maßgebenden Leuten. Mit anderen Worten, er hat sich nicht nur mit der ganzen Gemeinde dort getroffen in Jerusalem, sondern er hat im kleinen Kreis mit den wichtigsten Aposteln die Sache durchgesprochen. Und Ellenweit geht sogar noch weiter. Schaut mal, was Ellenweit sagt. Er sagte, dass bevor er vor dem gesamten Konzil das besprochen hat, er zuerst ein privates Interview mit den drei führenden Aposteln Petrus, Jakobus und Johannes hatte.

[21:39] Also, da kommt der Paulus mit Barnabas und Titus nach Jerusalem zum Apostelkonzil. Am nächsten Morgen ist Apostelkonzil, alle Delegierte aus der ganzen Welt kommen, aber Paulus sagt, Petrus, Johannes, Jakobus, können wir mal ein geheimes Treffen haben am Abend zuvor? Ich muss mit euch reden. Das ist, was sie sagt. Und er hat mit ihnen gesprochen. Und dann sagt sie, schaut mal, das ist total interessant, ich bin total begeistert davon. Sie sagt, mit weit voraussehender Weisheit. Schlussfolger er, wenn er diese Männer für die richtige Position gewinnen könnte, wäre alles gewonnen. Hätte er erst die Frage vor dem ganzen Konzil präsentiert, dann hätte es eine Spaltung gegeben, verschiedene Meinungen. Manche von uns würden sagen, das ist Politik, ein politischer Schachzug. Inspiration sagt, es war eine weit vorausschauende Weisheit. Er wusste, wenn ich Petrus und Jakobus und Johannes auf die Seite ziehe, von der ich glaube, dass die Wahrheit ist und Gott es ihnen zeigt, wenn ich die drei schon auf meiner Seite habe, dann können wir etwas bewegen. Er wusste, dass es Momente gibt, da reicht es nicht einfach nur aus zu sagen, ich glaube, der Rest ist mir egal. Er wusste, es gibt Momente, wo es wichtig ist, die Leitung der Gemeinde auf der richtigen Seite zu haben, weil dann sich die ganze Gemeinde bewegt.

[23:30] Paulus wollte nicht vergeblich gearbeitet haben. Er sagt das an vielen Stellen. Ihr könnt das in den Briefen lesen, immer wie er sagt, damit ich vergeblich gelaufen bin, damit ich nicht vergeblich gearbeitet habe. Ich glaube, heute gibt es viele Menschen, die sagen, Hauptsache, ich mache das, was Gott mir aufgetan hat, ich mache das, was hier steht und der Rest ist mir egal. Soll doch die Gemeinde bleiben, wo sie ist. Wenn die nicht wollen, dann... Wisst ihr was? Wenn du alles richtig machst, aber der Rest der Gemeinde sich nicht bewegt, dann war das größtenteils vergeblich. Paulus wollte nicht einfach nur Recht haben, er wollte nicht einfach nur das Richtige tun und nach mir die Sintflut. Er wollte, dass die ganze Gemeinde sich in die richtige Richtung bewegt und das erforderte etwas Weisheit, Klugheit, ein bisschen Taktik und vor allem Zeit und Geduld. Er wollte nicht vergeblich laufen. Wie viele in den letzten 100 Jahren vielleicht auch in unserer Gemeinde hatten gute Ideen, gute Erkenntnis, gute Missionsmethoden, was auch immer. Es ist alles verpufft, weil man nicht bereit war, die Gemeindeleitung mit an Bord zu bekommen.

[24:52] Paulus wollte nicht vergeblich arbeiten. Er wollte, dass es dauerhafte Resultate gibt, nicht, dass er einfach nur sagen kann, was ich getan habe war gut, der Rest ist egal. Wenn wir arbeiten, wenn du etwas für Gott tust, hast du das Ziel, dass es dauerhaft ist, dass es einen langanhaltenden Effekt hat? Paulus wollte das, er wollte nicht vergeblich laufen und er war sich bewusst, wenn er predigt und er Gemeinden gründet, aber das Apostelkonzil sagt, wir können mit dir nicht zusammenarbeiten, das funktioniert nicht, dann ist es vergeblich. Er wollte nicht vergeblich laufen und er legte ihnen das Evangelium vor. Mit anderen Worten, er sagt nicht, hier bin ich, Paulus, ich habe schon mehr Gemeinden gegründet als ihr, jetzt hört mir zu. Er sagt, schaut mal, Petrus, Jakobus, Johannes, ich weiß, ihr seid die Angesehenen. Schaut mal, das habe ich bisher gepredigt, ist das okay so? Wann war das letzte Mal, dass du jemanden gefragt hast, das glaube ich, das habe ich bisher gepredigt, so arbeite ich, ist das okay so?

[25:51] Er war bereit, transparent zu sein. Lasst mich euch etwas sagen, wenn euch jemand anspricht auf eine neue Lehre, ein neues Licht, euch zu einem geheimen Kreis einlädt, wo man das studiert und dieser geheime Kreis nie das Licht der Öffentlichkeit sucht, dann ist das wohl nicht die Wahrheit. Der wahre Apostel Gottes hatte kein Problem, seine Lehre offen, transparent der Generalkonferenz vorzulegen und sagen, schaut hier, entscheidet ihr. Das ist Mut. Recht haben kann jeder, aber die Lehre anderen vorlegen, das war mutig.

[26:47] Naja, wir lesen in der Postgeschichte 15, geht mal ganz kurz zurück, was passierte. Tatsächlich hat er mit diesen drei gesprochen, also nicht der Apostel, sondern der Gemeindeleiter, der Apostel Jakobus war schon tot, also Jakobus, dem Gemeindeleiter, dem Bruder von Jesus, Petrus und Johannes. Vermutlich hat er vielleicht sogar Johannes zum ersten Mal überhaupt gesehen, war schon 17 Jahre in der Gemeinde, hat vielleicht Johannes noch nie zuvor gesehen. Entsprechend über das Schicksal der Gemeinde und sie kommen zusammen und dann in der Postgeschichte 15, als dann das große Treffen kommt, dann seht ihr, wie Petrus aufsteht und sagt, schaut mal her, so ist es. Und dann kommen der Paulus und Barnabas und erzählen und dann kommt der Jakobus und alle stoßen wie ins selbe Horn und die Gemeinde nimmt die richtige Richtung. In Vers 12, da heißt es, da schwieg die ganze Menge und hörte Barnabas und Paulus zu, die erzählten, wie viele Zeichen und Wunder Gott durch sie unter den Heiden getan hatten. Und als aufgrund der klugen Strategie des Paulus die Gemeindeleitung versteht, was getan werden muss, ist es möglich, die ganze Gemeinde einstimmig zur richtigen Entscheidung zu führen.

[28:21] Schaut mal in Vers 24, da heißt es dann quasi im Generalkonferenzbeschluss der Urgemeinde, Jerusalemer Konzil, Vers 24, da wir gehört haben, dass etliche, die von uns ausgegangen sind, euch durch Reden verwirrt und eure Seelen unsicher gemacht haben, indem sie sagen, man müsse sich beschneiden lassen und das Gesetz halten, ohne dass wir sie dazu beauftragt hätten. Die Gemeinde distanziert sich von den falschen Lehrern, obwohl es viele gab, die ursprünglich wahrscheinlich damit sympathisiert hätten.

[28:59] Zurück zum Galater, Paulus fügt noch hinzu in Galater 2, Vers 3, aber nicht einmal mein Begleiter Titus, obwohl er ein Grieche ist, wurde gezwungen, sich beschneiden zu lassen. Man hätte ja sagen können, okay, wir machen einen Kompromiss. Generell nicht, aber jetzt den Titus als Bauernopfer, als Ausgleich. Aber die Apostel, als sie sich einmal entschieden hatten, standen zum Prinzip und nicht zu irgendwelchen Mehrheiten oder wollten nicht irgendjemandem jetzt gefallen. Das Apostelkonzil hatte gesprochen. Paulus und Barnabas waren jetzt sogar beauftragt, den Gemeinden diesen Entschluss weiterzugeben. Als also Paulus später hört, dass in Galatien dieselben Leute oder ähnliche Leute dieselben Sachen erzählen, könnt ihr euch vorstellen, wie sehr ihn das bewegt hat? Nachdem er alles schon mal durchgemacht hatte in Antioch. Also die Krise in Galatien war eigentlich nur eine Metastase, die hatte sich weiter verpflanzt.

[30:07] Und ich kann euch was sagen. Die Irrlehrer in dieser Welt, die sind schlimmer als Katzen, die haben mehr als 9 Leben. Die kommen immer und immer wieder. Manche Sachen sind einfach nicht tot zu kriegen. Als ich mich damals mit der Adventgeschichte beschäftigt habe, ich bin fast vom Stuhl gefallen, wie viele von den Irrlehrern, die heute so kursieren, damals schon kursierten. So typisches Beispiel. Jesus ist am Mittwoch gestorben, damit er dann drei Tage und drei Nächte im Grab war. Wird heute diskutiert. Hier, geheime Lehre und das. Wusstest du nicht? Haben die vor 150 Jahren schon diskutiert. Ist damals schon abgelehnt worden, dann bleibt das im Moment ruhig, bis alle tot sind, die noch davon wussten und dann kommt der Satan wieder an. Manche Sachen, wie mit der Dreieinigkeit, das hat schon fast einen 2000 Jahre alten Bart. Kommt mit jeder Generation immer wieder und immer wieder. Neues Licht.

[31:04] Der Paulus hat das gemerkt. Er hatte die Diskussion in Antioch erlebt. Man hat es geklärt auf dem Apostelkonzil. Eine Entscheidung war gefallen und er ist weitergereist, hat andere Dinge getan und ehe er es sich versieht, hört er in Galatien, dieselben Sachen, die kenne ich doch.

[31:19] War Paulus eigentlich gegen Beschneidung? Schaut mal was Interessantes an. Das ist total spannend. In der Apostelgeschichte 16 und dort Vers 3. Jetzt werdet ihr sagen, jetzt bin ich total verwirrt. Apostelgeschichte 16 Vers 3, da geht es um den Timotheus, noch so ein junger Mitarbeiter von Paulus und ein Halbgrieche. Da heißt es in Apostelgeschichte 16 Vers 3, diesen wollte Paulus mit sich ziehen lassen und er nahm ihn und ließ ihn beschneiden um der Judenwillen, die ihm in der Gegend waren. War Paulus gegen die Beschneidung? Nein. Paulus war sogar bereit, freiwillig Beschneidung durchzuführen, wenn das dem Evangelium half. Aber wenn jemand sagte, du musst dich beschneiden lassen, ansonsten kannst du nicht gerettet werden. Da hat er gesagt Stopp und er hat einen unbeschnittenen Titus mit zum Konzil gebracht und gesagt, diesen beschneiden wir nicht, jetzt geht es um das Prinzip. Und dann später, als er merkte, es könnte hilfreich sein, das würde das Vorurteil abbauen, da hat er den Timotheus beschneiden lassen. Aber wenn einer dort gesagt hätte, sonst kann der Timotheus nicht gerettet werden, richtig, dann hätte er sofort das Messer genommen und gesagt, nein, nein, nein, es ist keine Erlösungsfrage.

[32:47] Es gibt viele Dinge, die interessant sind, die gut sind, die nicht in sich verkehrt sind, aber die zu einem Problem werden, wenn sie zur Bedingung gemacht werden. Oh ja, das Armen war etwas schwach. Es gibt viele Dinge, die interessant und gut sind, aber wenn sie zur Bedingung der Erlösung gemacht werden, sagt Paulus Stopp. Falsche Lehre. Vielleicht gibt es ja auch heute Dinge, die interessant sind, wo man studieren kann, wo plötzlich Menschen kommen und sagen, also wenn du nicht glaubst, dass die 144.000 buchstäblich sind, dann mache ich mir Sorgen. Was, du glaubst, diese Ansicht über das Tägliche, da kannst du nicht gerettet werden. Um nur zwei Beispiele zu nennen und ich bin mir sicher, ihr könnt die Liste erweitern, um noch viele, viele Beispiele.

[33:50] Diese falschen Brüder, die waren dem Paulus ein echter Dorn im Auge. Schaut man fest in Galater 2 Vers 4 und 5. Galater 2 Vers 4 und 5, was aber die eingeschlichenen falschen Brüder betrifft, die sich hereingedrängt hatten, um unsere Freiheit auszukundschaften, die wir in Christus Jesus haben, damit sie uns unterjochen könnten, denen gaben wir auch nicht eine Stunde nach, dass wir uns ihnen unterworfen hätten, damit die Wahrheit des Evangeliums bei euch bestehen bleibe. Eingeschlichene falsche Brüder. Das könnten ja fast Jesuiten gewesen sein, wenn es sie schon gegeben hätte. Eingeschlichen. Das Griechische sagt Pseudo-Brüder. Leute, die eigentlich gar nicht wirklich Jesus nachfolgen, aber viel Unheil in der Gemeinde stiften und ich muss euch nicht viel erzählen, das war kein Phänomen zur Zeit von Paulus allein.

[34:47] Paulus sagt später, das würde immer wieder kommen. Schaut in Apostelgeschichte 20. Apostelgeschichte 20 und dort Vers 29 und 30, denn das weiß ich, dass nach meinem Abschied räuberische Wölfe zu euch hineinkommen werden, die die Herde nicht schonen und aus eurer eigenen Mitte werden Männer aufstehen, die verkehrte Dinge reden, um die Jünger abzuziehen in ihre Gefolgschaft. Wisst ihr, warum es die Reformation gab? Deswegen, weil in der Christenheit Leute aufstanden und falsche Dinge erzählt haben und über Jahrhunderte die ganze Christenheit durchsäuert haben mit ihren falschen Lehren, bis dann der Martin Luther kam und sagte Stopp.

[35:33] Seit den Zeiten von Paulus bis heute gibt es immer wieder Leute, die von innen heraus das Evangelium verändern wollen mit falschen Lehren, die Gemeinde spalten wollen. Dabei treten sie in der Regel nicht auf als Hallo und herzlich willkommen, ich bin der Gemeindespalter, ich bringe dir eine Irrlehre. Hat jemand getroffen, der so kommt? Schaut mal, was der Paulus sagt in 2. Korinther, Kapitel 10, über diese falschen Apostel, die schon damals durch Kleinasien zogen. 2. Korinther 10 und dort Vers 13, denn solche sind falsche Apostel. 11, Vers 13, Entschuldigung. 2. Korinther 11, Vers 13, denn solche sind falsche Apostel, betrügerische Arbeiter, die sich als Apostel des Christus verkleiden, so gut wie alle Irrlehrer, die ich bisher getroffen habe und ich habe, ich weiß nicht, ob ich die magisch anziehe, ich habe schon mit vielen verschiedenen Richtungen zu tun gehabt, die behaupten alle, erstens, dass sie natürlich Jesus nachfolgen und zweitens, dass sie die lebenswichtige Botschaft für diese Zeit haben. Sie alle behaupten, dass sie Jesus nachfolgen als Apostel Christi.

[37:07] Na, ihr kennt den nächsten Vers nicht, weil selbst der Satan verkleidet sich als ein Engel des Lichts und doch war es der Satan, der durch eine falsche Lehre im Himmel den Himmel, die Gemeinde des Himmels gespalten hatte. Und Paulus wusste, Irrlehrer sind nicht einfach nur so ein Luxusproblem der Gemeinde. Irrlehrer sind nicht nur eine Kuriosität, wo man sagt, meine Güte, wer kann denn sowas glauben und manchmal hat man ja den Eindruck und sagt, naja, also so ein Unfug. Aber tut mir den Gefallen, selbst wenn Irrlehrer völlig absurd klingen, unterschätzt sie nicht. Irrlehrer sind wie die Strömung. Man glaubt, man wird davon nicht mitgerissen. Man glaubt, sowas kann niemand glauben und ich garantiere euch, es gibt für jeden Unsinn jemand, der das glaubt.

[37:52] Letztes Jahr im Sommer, wenn ich mal ein kurzes Beispiel zitieren darf, letztes Jahr im Sommer kam jemand zu mir und sagte, Christopher, hast du davon gehört, dass die flache Erde jetzt wieder präsentiert wird? Die flache Erde. Da gibt es Christen, Evangelikale, die sagen, die Erde ist flach. Und ich dachte, naja, also das ist zum Ende mal eine Irrlehre, die wird die Adventgemeinde nicht erreichen, oder? Und er meinte zu mir, nein, du musst ein Video darüber machen über die flache Erde und zeigen, dass die Erde rund ist. Was? Das kommt. Ich dachte, ich glaube das nicht. Quatsch, dass jemand das glauben könnte. Einige Monate später treffe ich viele gläubige, überzeugte Adventisten, die ich sehr schätze. Die plötzlich sagen, ja, bin mir nicht ganz sicher. Vielleicht ist das ja eine wichtige Sache. Vielleicht sind ja alle Satelliten, die wir sehen, nur von den Illuminaten da an den Himmel gebeamt. Verschwörung. Und plötzlich fängt man an zu wackeln. Und plötzlich redet man nur noch über die flache Erde. So ging das übrigens auch mit der Dreinigkeit los. Und mit vielen anderen Sachen, viele Beispiele geben.

[39:19] Paulus wusste, das ist eine Gefahr. Schaut man 2. Runde 11, Vers 26, ich bin oftmals auf Reisen gewesen, in Gefahren auf Flüssen, in Gefahren durch Räuber, in Gefahren vom eigenen Volk, in Gefahren von Heiden, in Gefahren in der Stadt, in Gefahren in der Wüste, in Gefahren auf dem Meer, in Gefahren unter falschen Brüdern. Also Paulus nimmt falsche Brüder und tut sie in dieselbe Kategorie wie Schiffsunglücke und Steine, die auf ihn fallen. Er hatte viel von solchen Dingen erlebt. In derselben Kategorie sind diese falschen Lehrer.

[39:56] Und jetzt versteh mich richtig. Nicht jeder, der das glaubt, ist ein falscher Bruder. Denn die meisten sind immer nur verführt. Die Galater, die das ja glaubten, dass man muss beschnitten werden, sonst kann man nicht gerettet werden, waren nicht die falschen Brüder. Die falschen Brüder sind meistens nur sehr klein an Anzahl. Es gibt immer nur ein paar wenige, die völlig neben der Kappe sind und andere verführen. Und da gibt es viele, die vielleicht aufrichtig verführt sind, in allen Bereichen. Wenn jemand jetzt zuschaut und wirklich glaubt, die Erde ist flach, das ist kein Grund zu verzweifeln. Keine Anklage. Aber es gibt interessante Bibelferse und vor allem interessante Ellenweit-Ferse. Wusstet ihr, dass Ellenweit darüber spricht? Falls ihr dann mal damit konfrontiert werdet. Ellenweit spricht von dem Globus. Falsche Brüder.

[40:47] Schaut mal, was der Petrus sagt. 2. Petrus, Kapitel 2, Vers 1 und 2. 2. Petrus, Kapitel 2, Vers 1 und 2. Es gab auch falsche Propheten unter dem Volk, wie auch unter euch. Falsche Lehrer sein werden, die heimlich verderbliche Sekten einführen, indem sie sogar den Herrn, der sie erkauft hat, verleugnen. Und sie werden schnelles Verderben über sich selbst bringen. Falsche Lehrer werden von Petrus in dieselbe Kategorie von falschen Propheten. Dann wisst ihr, eines der Hauptprobleme ist, falsche Lehrer haben Ideen und sind nicht bereit, sie anderen vorzulegen. Der Paulus war ein eifriger Prediger. Der Paulus hat manchmal kühne Sachen gemacht, aber wie wir gesehen haben, Paulus war bereit, sein Evangelium den erfahrenen Aposteln vorzulegen und zu sagen, ich erbitte euer Urteil. Wenn man dazu nicht bereit ist, wenn man nicht bereit ist, das, was man meint, herausgefunden zu haben, erfahrenen Brüdern oder Schwestern zur Vorlage gibt, dann sollte man gar nicht erst den Mund aufmachen und bitte erst recht keine Internetseite kreieren.

[42:14] Wir brauchen eine echte Reformation, nicht nur hin zur wahren Lehre von der linken Seite, von Leuten, die alles nicht mehr glauben, sondern wir brauchen eine wahre Reformation von Leuten, die immer nur neues Licht haben wollen und immer nur abstruse Theorien verbreiten. Wir brauchen eine Reformation zurück ins Glied, zurück zu der einfachen, klaren, offenbarten Wahrheit. Der Paulus spricht davon, schaut mal zurück in Galate, da sagt er ja, die hereingekommen waren, um unsere Freiheit auszukundschaften. Wir werden im Laufe dieser Predigee noch mehr über diese Freiheit sprechen. Es gibt viele Christen, die sagen, ah der Paulus, der, wenn er von der christlichen Freiheit spricht, dann meint er, dass wir frei sind vom Gesetz. Das ist so die klassische Auslegung vom Galater. Die falschen Lehrer wollten das Gesetz hochhalten, der Paulus sagt, nein, nein, nein, keine Knechtschaft mehr, Freiheit.

[43:19] Was bedeutet dieser Begriff Freiheit? Ganz kurz, schaut mal mit mir in Jakobus Kapitel 2 Vers 12. Was ist diese Freiheit, von der der Paulus spricht? Jakobus Kapitel 2 Vers 12 redet und handelt als solche, die durch das Gesetz der Freiheit gerichtet werden sollen. Ist das Gesetz Freiheit oder Knechtschaft? Die zehn Gebote Freiheit oder Knechtschaft? Wie gehen die zehn Gebote los? Ich bin der Herr, dein Gott, da ich dich aus dem Land Ägypten, aus dem Haus der Knechtschaft herausgeführt habe. Als sie am Berg Sinai waren, waren sie nicht Sklaven, sondern frei. Frage, gab es damals auch falsche Lehrer, die gesagt haben, lass uns doch wieder zurückgehen nach Ägypten in die Sklaverei? Paulus sagt, die Leute, die jetzt sagen, ihr müsst euch beschneiden lassen, sind genau so wie die falschen Leute damals, so wie Korach und die gesagt haben, zurück nach Ägypten. Die Galater kannten vielleicht die Geschichte von der Wüstenwanderung und sagten wahrscheinlich, sowas würden wir nie machen, oder? Aber indem sie diesen falschen Lehrern glaubten, taten sie genau das.

[44:37] Was ist die Freiheit? Johannes Kapitel 8 Vers 34 und 36. Johannes 8 Vers 34 und 36. Jesus antwortet ihnen, wahrlich, wahrlich, ich sage euch, jeder, der die Sünde tut, ist ein Knecht der Sünde. Wenn euch nun der Sohn freimachen wird, so seid ihr wirklich frei. Die Freiheit des Evangeliums ist die Freiheit von der Knechtschaft der Sünde oder so wie der Paulus das ausdrückt im Galaterbrief. Gehen wir noch schnell dahin, um das zu verstehen. Galater Kapitel 4 und dort Vers 3. Ebenso, Galater 4 Vers 3, waren auch wir, als wir noch unmündig waren, den Grundsätzen der Welt als Knechte unterworfen. Könnt ihr euch an die erste Predigt erinnern, die wir gehabt haben über die Welt und die Grundsätze der Welt, dass das Evangelium uns herausretten will aus den Grundsätzen der Welt?

[45:48] Warum waren eigentlich diese falschen Lehrer so sehr darauf erpicht, dass man sich beschneiden lassen muss? Warum sind die überall herumgegangen? Die hatten ja einen richtigen Feuereifer. Ihr müsst euch beschneiden lassen. Ihr müsst euch beschneiden lassen. Warum? Der Paulus sagt später im Galaterbrief, damit sie angesehen sind, denn wer beschnitten ist, gehört zu dem ausgewählten Volk der Juden. Er steht dann auf derselben Stufe wie die Sadduzeer, die Pharisäer und die Zerloten. Wenn du unbeschnitten bist, dann bist du vielleicht zu einer unbekannten Sekte. Sie wollten angesehen sein. Der Paulus sagt hier im Galaterbrief, Galater 2, diese falschen Lehrer wollten uns unterjochen. Sie haben uns ausgekundschaftet, um uns zu unterjochen.

[46:43] Es ist mal erstaunlich, was Menschen mit Menschen antun können. Ich erinnere mich an ein Bild, das sich bei mir tief eingeprägt hat. Ein Gemälde von der russischen Armee im Krimkrieg im 19. Jahrhundert. Da sind russische Soldaten dabei, eine Kanone zu transportieren. Die haben damit gegen das Osmanische Reich gekämpft. Sie kommen dort, als sie die Kanone über das Gelände fahren, an eine Stelle, wo das Gelände einen Graben hat. Da kommst du mit der Kanone nicht drüber. Wisst ihr, was sie gemacht haben? Das Bild zeigt, wie sie Soldaten befohlen haben, eine menschliche Brücke zu bilden, den Graben auszufüllen, oben schön abzudecken. Da hat man die Kanone über die Menschen drüber fahren lassen. Ich weiß nicht genau, was mit denen passiert ist. Wegen des größeren Gutes, die Kanone zu transportieren. Menschen sind so leicht bereit, andere Menschen zu erniedrigen und sich über andere zu stellen und auf anderen buchstäblich herumzutrampeln.

[48:09] Und kurioserweise ist das ein sicheres Erkennungsmerkmal falscher Lehrer. Egal, ob bei kleinen Sekten oder bei der größten Sekte aller Zeiten, das Papstdom, wo einer von oben alles diktiert, wo man unterjocht. Der Paulus erkannte das und er rief zu einer Reformation auf. Jedes das wahre Evangelium macht frei und wer das wahre Evangelium versteht, wird niemals andere unterjochen wollen. Niemals. Weil Gott ganz anders ist. Und deswegen hat Paulus nicht nachgegeben, wie es hier steht. Er hat gekämpft für das Evangelium. Der Judas sagt ja, wir sollen kämpfen für den Glauben, der uns einmal überliefert ist. Paulus hat, als er diese Gefahr gesehen hat, nicht gesagt, okay des liebensfriedenswillen machen wir einen Vergleich. Er hat sich an die Front gestellt und gesagt, diese Irrlehre kommt uns nicht ins Haus und hat sich eingesetzt.

[49:18] Falsche Lehren, egal ob von links, von rechts, von oben, von unten, egal ob sie neue Regeln aufstellen oder die biblischen Regeln auflösen, sind immer eine Gefahr und die Reformation lebt davon, nicht nur das Wahre wieder zu entdecken, sondern auch zu beschützen. Paulus wusste, wenn er kleinen Ball gibt, wenn er einfach einen Kompromiss sucht, dann geht es den Galatern schlecht. Wenn wir theologische Kompromisse machen, leiden immer auch noch andere. Deswegen ging Paulus nach Jerusalem. Weil er für die Wahrheit kämpfte, war er bereit, sein Evangelium der Gemeinde zu vorzulegen. Weil er so sehr für die Wahrheit war, operierte er gemeinsam mit der organisierten Gemeinde.

[50:34] Ich finde es kurios, heute gibt es viele Menschen, die erkennen, wo Dinge schieflaufen, die vielleicht bestimmte Akzente neu setzen wollen, die eine Reformation sich wünschen, aber mit einer gewissen nur schlecht verborgenen Verachtung die organisierte Gemeinde außen vor lassen. So, als könnte die Reformation niemals durch Gottes instituierte Gemeinde hindurchgehen. Nach dem Motto, wir haben die Wahrheit erkannt und jetzt machen wir es irgendwie. Gemeinde ist schon notwendig, dass man Gemeinde hat, aber Paulus hat anders gedacht. Um den Irrtum zu bekämpfen und zwar effektiv zu bekämpfen, wollte er die ganze Gemeinde auf die Seite der Wahrheit bringen. Man kann natürlich sagen, oh, ich glaube, hier gibt es einen Missstand, ich mache einfach mein Ding. Dann hat man vielleicht sogar richtig geglaubt, richtig gehandelt, aber der Gemeinde hat es nichts genützt. Wer wirklich für die Wahrheit ist und wirklich das wahre Evangelium, das ewige Evangelium in die ganze Welt bringen will und wer wirklich Reformation nicht nur für die Protestanten, sondern Reformation in der Adventgemeinde will, der wird es durch die organisierte Gemeinde tun wollen. Denn nur so kann es echte Reformation geben. Ansonsten gibt es nur weitere Absplitterungen.

[51:56] Paulus war ein echter Reformator. Er wusste, wann er sagen konnte, ich bin nicht mit Fleisch und Blut zu Rate gegangen. Als Gott mir meinen persönlichen Missionsauftrag gibt, habe ich niemanden gefragt. Ich predige, wann ich will und wo ich will und gründe Gemeinden. Ich brauche keine Erlaubnis von irgendjemandem, aber wenn es um die theologische Integrität der Gemeinde geht, bin ich bereit, zuzuhören. Ich bin bereit, mich unter die Apostel zu stellen. Ein echter Reformator.

[52:36] Vers 6 und 7. Von denen aber, die etwas gelten, was sie früher waren, ist mir gleich. Gott achte das Ansehen der Person nicht. Mir haben diese Angesehen nichts weiter auferlegt, sondern im Gegenteil. Als sie sahen, dass ich mit dem Evangelium an die Unbeschrittenen betraut bin, gleich wie Petrus mit dem an die Beschneidung. Denn der, welcher in Christus kräftig wirkte zum Aposteldienst unter der Beschneidung, der wirkte auch in mir kräftig für die Heiden. Das ist interessant. Der Paulus sagt, Gott sieht niemanden an. Und dann spricht er trotzdem von den Angesehenen. Das scheint ein Widerspruch zu sein, oder? Die Angesehenen und dann sagt er Gott, bei Gott gibt es kein Ansehen der Person. Gibt es bei Gott Ansehen der Person, ja oder nein? Bei Gott sind alle gleich. Die Bibel sagt das sehr deutlich im Alten Testament. Von Jesus heißt es, dass sogar seine Feinde ihm sagten, wir wissen, dass du die Person nicht ansiehst. Der Jakobus sagt uns, dass es in der Gemeinde kein Ansehen der Person geben sollte. Vor Gott sind wir alle gleich. Und manche sind auch nicht gleicher. Alle sind gleich, gleich, gleich.

[53:54] Ja, aber warum gibt es dann die Angesehenen? Warum gibt es dann Leiter? Schaut, was der Paulus sagt in Hebräer. Hebräer 13 und dort Vers 17. Gehorcht euren Führern. Wow, steht in der Bibel. Vers 17. Gehorcht euren Führern und fügt euch ihnen. Denn sie wachen über eure Seelen als solche, die einmal Rechenschaft ablegen werden, damit sie das mit Freuden tun und nicht mit Seufzen, denn das wäre nicht gut für euch. Der Luther hat das mal so schön erklärt. Wir alle sind Priester, oder? Jeder von uns ist ein Priester. Das allgemeine Priestertum sagt, dass wir sind alle gleich vor Gott. Aber wir können nicht alle gleichzeitig entscheiden, oder? Das wäre dann ein Chaos. Deswegen gibt jeder freiwillig etwas von seiner Autorität ab und wir wählen aus unserer Mitte Leiter, die die Aufgabe haben, in Krisensituationen und der Führung Gottes die Gemeinde zu leiten.

[54:57] Paulus wusste, dass Petrus und Johannes und Jakobus nicht in sich besser waren. Schaut mal, was der sagt. Der Paulus war oft so kühn. Schaut mal in der 2. 1. Korinther 15, Vers 10. Nur, dass wir uns nicht missverstehen. 1. Korinther 15 und dort Vers 10. Da sagt der Paulus, wir haben das in der letzten Predigt kurz angesprochen, aber durch Gottes Gnade bin ich, was ich bin und seine Gnade, die er mir erwiesen hat, ist nicht vergeblich gewesen, sondern ich habe mehr gearbeitet, als sie alle. Paulus konnte sagen, ich bin zwar nur Teilzeit angestellt, ich werde nicht mehr vom Zehnten bezahlt, ich bin ein Zeltmacher, ein selbst unterhaltenes Missionswerk sozusagen, habe mehr gearbeitet, als alle die Zehnten bekommen und trotzdem sind sie die Leiter der Gemeinde und ich werde zu ihnen gehen und mein Evangelium ihnen vorlegen.

[56:06] Schaut mal, wie er das sagt in 2. Korinther 11. 2. Korinther 11 und dort Vers 5. Denn ich meine, dass ich jenen bedeutenden Aposteln in nichts nachstehe. Das sind doch schon ziemlich kühne Worte, oder? Er sagt, wenn ich mich vergleiche mit Petrus, Johannes und all denen, ich stehe ihnen in nichts nach. Wenn man nur den Vers hätte, könnte man fast denken, der Paulus ist ein bisschen stolz, oder? Aber schaut mal, selbes Buch, nächstes Kapitel, Kapitel 12, Vers 11. Ihr werdet sehen, wie das gemeint ist. Ihr werdet erstaunt sein. 2. Korinther 12, Vers 11. Ich bin töricht geworden mit meinem Rümen, ihr habt mich dazu gezwungen, denn ich sollte von euch empfohlen werden, da ich den bedeutenden Aposteln in nichts nachstehe, wenn ich auch nichts bin. Habt ihr das gecatcht? Er sagt, ich stehe dem Generalkonferenzpräsidenten in nichts nach. Ich habe mehr gearbeitet als er und ich bin nichts. Das ist das Geheimnis. Petrus, Paulus wusste, ich bin nichts. Petrus ist nichts. Jakobus ist nichts. Johannes ist nichts. Wir sind alle nichts. Was ich bin, bin ich durch Gottes Gnade. Und wenn Gottes Gnade mich zu einem Zeltmacher macht, wenn Gottes Gnade mich zu einem Generalkonferenzpräsidenten macht, wenn Gottes Gnade mich zu einem Prediger macht, zu einem Buchevangelisten, zu einem Handarbeiter, was immer, ich bin nichts.

[57:54] Und deswegen können wir, und nur so funktioniert Gemeindestruktur. Da gibt es meistens die zwei Extreme. Die eine, das katholische Denken, da gibt es einige, die sind mehr wert, die können mehr, die haben mehr studiert. Und weil die studiert haben und den Abschluss haben oder weil die ordiniert sind und deswegen jetzt der Klerus sind, deswegen können die mehr die Bibel erklären als ich und deswegen muss ich ihnen folgen. Gott behüte uns vor diesem Unsinn. Und vielleicht brauchen wir auch hier und dort eine Reformation unseres Denkens innerhalb unserer Gemeinde. Aber das andere Extrem ist genauso Unsinn, wo ich denke, naja, wenn wir alle gleich sind, kann auch jeder tun, was er will. Ich glaube, was ich will, du glaubst, was du willst. Und jeder verkündigt das frei heraus in der Gemeinde, so wie er denkt und es entsteht totales Chaos. Gott hat Leiter eingesetzt und er hat Lehrer eingesetzt.

[58:46] Und wisst ihr, da kommen wir jetzt zum Abschluss, Lesen wir die letzten beiden Verse in Galater, Galater 2 und dort Vers 9 und 10. Galater 2 Vers 9 und 10. Und als sie die Gnade erkannten, die mir gegeben ist, reichten Jakobus und Kephas und Johannes, die als Säulen gelten. Mir und Barnabas, die Hand der Gemeinschaft. Die rechte Hand war damals der Hand des Vertrages, damit wir unter den Heiden sind, wir den Heiden, sie aber unter der Beschneidung wirken. Sie galten als Säulen. Tatsächlich sagt die Bibel, dass die Apostel eine besondere Aufgabe haben. Die Bibel sagt, dass die Gemeinde aufgebaut ist auf dem Fundament der Apostel und Propheten, wobei Jesus der Eckstein ist. Die Gemeinde hat Jesus als das Fundament, den Eckstein, aber zum Fundament gehören auch Menschen, die Gott als Leiter auserwählt hat.

[1:00:10] Aber wisst ihr was? Wir alle können Säulen sein. Woher weiß ich das? Schaut mal in die Offenbarung. Offenbarung Kapitel 3 und dort Vers 12. Dort in Jerusalem, da galten Johannes und Jakobus und Petrus als die Säulen, die die Gemeinde trugen. Aber die Offenbarung sagt uns in Offenbarung 3 Vers 12, wer überwindet, den will ich zu einer Säule im Tempel meines Gottes machen. Also hier auf Erden gibt es einige, die gelten als Säulen, egal ob sie Petrus heißen oder Martin Luther oder William Miller oder James White oder Ted Wilson. Sie gelten als Säulen, aber im Himmel ist jeder einzelne von uns eine Säule, denn wir waren es ja eigentlich auf Erden auch schon. Denn wir sind nichts und sie sind nichts, aber Gott setzt bestimmte Menschen als Lehrer ein.

[1:01:21] Wusstet ihr, dass es im Himmel diese Unterscheidung immer noch geben wird? Selbst wenn wir im Himmel Säulen sind, werden die Apostel immer noch ein bisschen berühmter sein. Glaubt ihr nicht? Schaut mal, Offenbarung 21. Offenbarung 21, jetzt wird es interessant. Auf der neuen Erde, wenn es keinen Tod und keinen Schmerz und keine Sünde und keine Eifersucht und keinen Neid und keinen Egoismus und nichts davon mehr geben wird, dann heißt es hier in Offenbarung 21 und dort Vers 14. Und die Mauer der Stadt hatte zwölf Grundsteine und in ihnen waren die Namen der zwölf Apostel des Namens. Also wenn wir dann auf der neuen Erde einen Spaziergang machen, einen langen Spaziergang um die neue Erde, das dauert vielleicht ein paar Wochen, um die Stadt Jerusalem und wir kommen dann an den Mauern vorbei, wir sehen die Grundsteine der Mauern, dann steht da drauf, nicht Martin Luther und nicht Alan White und nicht Johannes der Täufer und nicht Mose, sondern Thomas. Also der Apostel Thomas. Thomas der Apostel, der gezweifelt hat. Ich hätte wahrscheinlich Mose draufgeschrieben, oder? Johannes der Täufer. Da gab es Leute, die hatten mehr Glauben als Thomas, der Apostel. Da gab es Leute, die waren schneller im Begreifen als Philippus. Leute, die mehr gearbeitet haben als Petrus. Paulus sagt, ich kriege zwar keinen Segen, aber ich habe mehr gearbeitet als ihr alle zusammen. Aber das spielt keine Rolle. Gott hat sie zum Leiter gemacht.

[1:03:13] Der Luther sagt sogar, das fand ich so interessant, er sagt, Gott beruft oft Leiter, die nicht perfekt sind, damit wir immer daran erinnern, dass wir nicht Menschen vergöttlichen. Wenn Gott immer nur perfekte Leiter berufen würde, dann würden wir die Leiter zu hoch setzen. Gott beruft oft Leiter mit Fehlern, damit wir uns immer daran erinnern, dass unsere persönliche Beziehung zu Gott entscheidend ist. Wenn also das nächste Mal du sagst, dieser Vereinigungsvorsteher oder Verbandsvorsteher oder Generalkonferenzpräsident oder wer auch immer, oder in der Gemeinde, dieser Leiter, der sollte da gar nicht hin. Vielleicht nach Martin Luther hat Gott ihn da bewusst hingesetzt, damit du was lernst. Und man könnte sich auch ihm unterstellen.

[1:04:00] Im Himmel wird es keinen Kommunismus geben. Ihr wisst ja, im Himmel werden einige mehr Sterne haben als andere. Da werden einige Namen auf dem Fundament stehen und andere nicht. Und ich habe mich lange gefragt, warum. Ich glaube, ich habe eine Antwort. Ich weiß nicht, ob es die richtige ist oder ob es schon die vollständige ist. Aber ich glaube, Gott wird das für alle Ewigkeit zulassen, um zu beweisen, dass niemand mehr eifersüchtig ist. Ist nicht der große Kampf entstanden, weil jemand eifersüchtig war? Und wenn Gott alle gleich machen würde, wenn alle genau die Anzahl an Kronen und Sternen hätten und wir alle harmonisch wären, dann wüssten wir nicht bis in alle Ewigkeit, ob wir nur deswegen harmonisch sind, weil Gott es allen genau gleich gemacht hat oder ob wir harmonisch miteinander sind, weil der Stolz und die Eifersucht vernichtet sind. Und es wird ein Zeugnis für die Ewigkeit sein, weil wir dann alle gelernt haben, dass ich nichts bin und du nichts bist. Und der Leiter auch nichts ist. Dass er also Leiter ist, verdankt allein Gott. Und dass ich etwas anderes mache, verdanke ich allein Gott. Ich tue meinen Teil, er tut seinen Teil. Und mit dieser Erkenntnis kann man plötzlich ganz entspannt sich wieder der Gemeinde zuwenden und mit ihr zusammenarbeiten. Denn ich bin nichts und sie ist nichts. Ich glaube, dass alle Gemeindestreitigkeiten und alle Eifersucht und alle Spaltung am Ende damit zusammenhängt, dass wir irgendwo glauben, ich bin irgendwas in mir selbst und ich müsste mehr Recht haben als der oder dies und jenes.

[1:05:53] Kommen wir zum Abschluss. Der letzte Vers im Galater 2, Vers 10. Eine Auflage gab es dann aber doch. Nur sollten wir an die Armen gedenken und ich habe mich auch eifrig bemüht, dies zu tun. Also nachdem alles gesagt worden ist und der Paulus und der Barnabas und der Titus, der immer noch unbestritten war und sich wahrscheinlich gefreut hat, wie sie sich auf den Weg gemacht haben nach Antioch, dann kommt vielleicht der Petrus und sagt, pass auf, aber eine Sache müssen wir euch doch auferlegen. Seid wohltätig. Und wahrscheinlich, wenn wir das gewesen wären, wenn wir dort im Paulus gewesen wären, ich vermute mal von mir selbst, ich hätte wahrscheinlich gesagt, ja, ja, klar, natürlich, logisch. Weiß den Herren, wir haben einen theologischen Sieg errogen. Ja, die Delegierten Tagung hat richtig abgestimmt, jetzt geht es voran. Ja, ja, das machen wir auch schon. Der Paulus sagt, ich habe mich eifrig bemüht.

[1:06:50] Als die Apostel ihm etwas auflegten, hat er nicht nur gesagt, ja, guter Gedanke, mal sehen, wann wir das umsetzen. Ich bin ein freier Mensch, ich kann ja tun lassen, was ich will. Als die Gemeindeleitung ihm einen Auftrag gab, hat er sich eifrig bemüht. Das kam gar nicht direkt von Gott, das kam von der Gemeindeleitung. So sehr, dass wir später lesen, dass er seine Reisepläne in der Missionsreisen geändert hat, weil er sagt, ich muss nach Jerusalem, ich muss dort Almosen überbringen. Ich würde gerne in das Land gehen, hier und das. Aber ich habe ja versprochen, meine Gemeinde zählt auf mich. Was wusstet ihr, dass, ich habe es schon mal erzählt, wusstet ihr, dass es bei Ellen White heißt, dass wenn der Luzifer Befehle gegeben hat, die Engel sich gefreut haben. Freust du dich auch, wenn du einen Auftrag bekommst von der Gemeindeleitung? Das wäre doch eine Reformation, oder? Wenn wir harmonisch zusammenarbeiten würden als Ortsgemeinde oder auf höher stehenden Ebenen, weil wir diese Prinzipien, die Paulus hier anspricht, verstanden haben. Nicht, dass einer wichtiger ist als der andere, sondern ich bin nichts, du bist nichts. Gott hat dir eine Aufgabe gegeben, Gott hat mir eine Aufgabe gegeben und wenn Gott dir die Aufgabe gibt, die Gemeinde zu leiten, dann bin ich bereit, auch Aufträge anzunehmen und dann werde ich sie nicht nur so halbherzig, so naja, ich werde das dann auch mal tun, wenn ich Zeit dafür habe, wenn alle anderen Sachen, die mir erstmal wichtig sind, abgearbeitet sind, so dann werde ich mal sehen, ob ich da auch was machen kann. Nein, ich werde das mit Eifer tun. Das wäre doch eine Reformation, oder? Da würde doch wirklich wieder etwas in die Form kommen, eine wahre Reformation.

[1:08:50] Heute ist der Aufruf simpel und ihr müsst auch nicht nach vorne kommen. Aber wer von euch möchte sagen, ich glaube, ich habe ein bisschen falsches Verständnis von der Art und Weise gehabt, wie Gemeinde funktioniert und ich brauche eine gewisse Reformation in meinem Denken. Ich verstehe jetzt, dass wenn ich mit der Gemeinde zusammenarbeite, dass ich dann nicht einfach politisch handle oder dass ich dann einfach meinen Glauben aufgebe, sondern dass ich dann erst wirklich effektiv für die Wahrheit arbeiten kann und dass ich dann durchaus auch gerne bereit bin, Aufträge anzunehmen und mit Eifer mich für die organisierte weltweite Gemeinde einzusetzen und ihre weltweit gefassten Beschlüsse auch achten möchte. Wer von euch möchte sagen, diese Reformation, die bräuchte ich auch noch.

[1:09:44] Lieber Vater im Himmel, wir haben heute etwas gelernt von dem Apostelkonzil, dass du, der du Menschen direkt erschienen bist, der du jeden Einzelnen von uns unterweisen möchtest und der du unser persönlicher Gott sein möchtest, dass du trotzdem auch entschieden hast, dass deine Gemeinde in Ordnung und mit Struktur vorangeht. Dass immer dann, wenn es Auseinandersetzungen und Streitigkeiten gibt, du möchtest, dass wir zusammenkommen und uns gemeinsam einander unterstellen. Es gibt so viele Dinge, auch in unserer Gemeinde, wo wir sehen, dass dieses Prinzip nicht umgesetzt wird. Wir möchten dich heute bitten, dass du uns nicht nur eine Erweckung schenkst, sondern eine wirkliche Reformation auch an diesem Punkt. Dass wir nicht nur in unserem persönlichen Leben reformiert werden und verstehen, was unsere persönliche Aufgabe in deinem Plan ist, sondern dass wir auch bereit sind, die Art und Weise zu kooperieren mit dir und mit deiner Gemeinde, wie du es wünschst. Dank, dass wir verstehen dürfen, dass es bei dir kein Ansehen der Person gibt, sondern dass ich nichts bin und dass all meine Geschwister nichts sind. Dass alles, was wir sind, nur deine Gnade ist. Und wir danken dir, dass wir wissen dürfen, dass du deine Gemeinde vorstehst und sie führst und sie leitest bis in die Ewigkeit hinein. Im Namen Jesu, Amen.


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