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Manuskript zur Sendung >>> CSH_Manuskript_2017-2th-Nr-2

In dieser Cannstatt Study Hour-Ausgabe mit Andreas Buchholz geht es um das Thema „Ein unvergängliches Erbe“ aus den Petrusbriefen. Der Vortrag beleuchtet die Autorschaft und Inspiration der Petrusbriefe, die Adressaten als „Fremdlinge“ und „wiedergeborene Gläubige“ sowie die tiefere Bedeutung des Erbes, das Gläubige im Himmel erwartet. Es wird auf die Herausforderungen eingegangen, denen sich Christen gegenübersehen, und die Wichtigkeit betont, den Blick auf das ewige Ziel gerichtet zu halten.


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Serie: Cannstatt Study Hour 2017 Q2: Die Petrusbriefe

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Transkript

[0:00] Herzlich willkommen zu einer neuen Ausgabe der Cannstatt Study Hour. Wir besprechen ja in diesem Quartal die beiden Petrusbriefe und heute das zweite Thema lautet: Ein unvergängliches Erbe. Und nachdem wir letzte Woche etwas über die Person des Petrus gesprochen haben, wollen wir dieses Mal direkt einsteigen in das, was die Briefe denn letzten Endes aussagen. Wir wollen trotzdem natürlich erstmal einen kleinen Überblick verschaffen und uns ein bisschen den Kontext anschauen, in welchem Kontext sich diese Briefe überhaupt bewegen.

[0:47] Als erstes wollen wir uns die Frage stellen: Wer ist denn überhaupt der Autor der Petrusbriefe? Das müsste doch eigentlich der Petrus sein, oder? Klingt doch logisch, aber ist das denn das Selbstverständnis des Petrus gewesen? Was sagt Petrus denn über Inspiration? In dem zweiten Brief, in 2. Petrus Kapitel 1, die Verse 20 und 21 heißt es: „Dabei sollt ihr vor allem das erkennen, dass keine Weissagung der Schrift von eigenmächtiger Deutung ist. Denn niemals wurde eine Weissagung durch menschlichen Willen hervorgebracht, sondern vom Heiligen Geist getrieben, haben die heiligen Menschen Gottes geredet.“ Petrus sagt, alles, was wir in der Schrift vorfinden, ist von Gott eingegeben. Der Heilige Geist hat sie angetrieben, etwas aufzuschreiben. Sprich, Petrus sagt, die Schrift hat als Autor Gott selbst. Natürlich sind es menschliche Werkzeuge, die es umsetzen, aber Gott ist der Autor.

[2:02] Jetzt ist natürlich die Frage: Sieht Petrus denn auch die neutestamentlichen Schriften, die Schriften, die zu seiner Zeit geschrieben wurden, auch als Schrift an, als Bibel an, als Wort Gottes an? Wenn wir da ein bisschen weitergehen in 2. Petrus Kapitel 3, die Verse 15 und 16, da heißt es: „Und seht die Langmut unseres Herrn als Rettung an, wie auch unser geliebter Bruder Paulus euch geschrieben hat, nach der ihm gegebenen Weisheit, so wie auch in allen Briefen, wo er von diesen Dingen spricht. In ihnen ist manches schwer zu verstehen, was die Unwissenden und Ungefestigten verdrehen, wie auch die übrigen Schriften zu ihrem eigenen Verderbnis.“ Petrus sieht also schon die Briefe, die Paulus geschrieben hat, während der Lebenszeit des Petrus, als Schrift an. Und so können wir festhalten, dass der wahre Autor auch zu der Zeit der Petrusbriefe Gott selbst gewesen ist. Petrus ließ sich gebrauchen als Werkzeug, um diese Dinge aufzuschreiben.

[3:16] An wen wendet sich denn Petrus in seinen Briefen? Gleich in den ersten Versen des ersten Petrusbriefes spricht Petrus seine Zuhörer, seine Leser mit einem bestimmten Wort an. Das lesen wir direkt in Vers 1, aber es taucht dann beispielsweise auch noch mal in Vers 17 auf, wo es heißt: „Petrus, Apostel Jesu Christi, an die Fremdlinge in der Zerstreuung in Pontus, Galatien, Kappaduzien, Asien, Bithynien.“ Der gleiche Gedanke, dass es Fremdlinge sind, die er anspricht, finden wir in Vers 17, denn dort heißt es: „Und wenn ihr den als Vater anruft, der ohne Ansehen der Person richtet, nach dem Werk jedes Einzelnen, so führt euren Wandel in Furcht, solange ihr euch hier als Fremdlinge aufhaltet.“ Der gleiche Gedanke mit noch einem Zusatzwort taucht dann auch beispielsweise noch auf in Kapitel 2, Vers 11, wo es heißt: „Geliebte, ich ermahne euch als Gäste und Fremdlinge, enthaltet euch der fleischlichen Begierden, die gegen die Seele streiten.“ Petrus redet also mehrfach seine Leser mit „Fremdlingen“ an, mit „Gäste und Fremdlinge“.

[4:38] Als erstes könnte man natürlich verstehen, dass er damit das meint, was in dem Zusammenhang in Vers 1 genannt ist. Naja, ihr seid Fremdlinge in der Zerstreuung in diesen verschiedenen Ländern. Aber ist das einfach nur das, dass sie vielleicht dorthin gereist sind, Fremde sind unter Leuten, die sie vielleicht vorher noch nicht gekannt haben? Ich denke, der Begriff „Fremdling“, den Petrus hier verwendet, hat eine tiefere Bedeutung und zwar, dass sie sich als Fremdlinge auf der Erde fühlen, dass sie, wie Paulus es beispielsweise im Epheserbrief beschreibt – nicht der Epheserbrief, sondern Philipper, Kapitel 3, dort Vers 20 – da spricht Paulus vom Bürgerrecht, das die Gläubigen im Himmel haben. Und ich denke, Petrus verwendet diesen gleichen Gedanken und sagt: Ihr, die ihr verstreut seid, ihr Gläubigen, ihr habt euer Bürgerrecht nicht hier auf der Erde, ihr habt euer Bürgerrecht im Himmel. Ihr seid hier Fremdlinge, ihr seid nur zu Gast, ihr habt ein Zelt, weil ihr auf der Durchreise seid, aber eure wahre Heimat, euer wahres Heim wird es erst im Himmel für euch geben. Ihr seid Fremdlinge hier auf der Erde.

[6:02] Das ist aber nicht die einzige Qualifikation oder Beschreibung, die Petrus über seine Leser macht, denn beispielsweise sagt er genauso etwas in 1. Petrus 1, Vers 3: „Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns aufgrund seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi aus den Toten.“ Der gleiche Gedanke der Wiedergeburt taucht auch noch mal im gleichen Kapitel in Vers 23 auf. Dort heißt es: „Denn ihr seid wiedergeboren, nicht aus vergänglichem, sondern aus unvergänglichem Samen durch das lebendige Wort Gottes, das in Ewigkeit bleibt.“ Petrus redet seine Leser als wiedergeborene Gläubige an. Sprich, sie haben auf jeden Fall schon eine Erfahrung. Sie haben schon eine Erfahrung mit Gott. Sie haben den Weg schon begonnen. Sie haben das Werk der Wiedergeburt in ihrem Leben schon erlebt. Sie sind also schon Jesus nachgefolgt, kennen ihn und sind auf dem Weg.

[7:22] Aber ist die Wiedergeburt etwas, was einmalig passiert und dann ist man heilig? Dann ist man vorbereitet für den Himmel? Dann ist man in allen Dingen liebevoll, gott-treu, gehorsam? Die Wiedergeburt ist der Anfang des Weges. Und diese Christen, die sich jetzt hier befinden, sie haben eine Erfahrung mit Gott. Sie sind gläubig. Sie kennen ihn. Sie sind wiedergeboren. Und trotzdem schreibt Petrus diese Briefe an sie, um ihnen etwas Besonderes mitzuteilen. Um sie, wie wir noch später sehen werden, zu ermutigen und ihnen Ratschläge zu geben, weil sie es auch nach der Wiedergeburt nötig haben, in der Lehre weiter zu bleiben und vielleicht einen Lehrer, einen Hörer wie den Petrus zu haben.

[8:08] Dann wird noch etwas über die Zuhörer oder die Leser der Briefe gesagt. Nämlich finden wir das in 1. Petrus 1, Vers 6. Dort heißt es: „Dann werdet ihr euch jubelnd freuen, die ihr jetzt eine kurze Zeit, wenn es sein muss, traurig seid in mancherlei Anfechtungen.“ Diese Anfechtungen werden ja auch noch in anderen Büchern der Bibel beschrieben. Jakobus spricht über die Prüfungen, Proben, die Anfechtungen. Und hier wird genau dieser Gedanke auch nochmal angesprochen. Und Petrus sagt: Ihr, die ihr das jetzt lest, ihr geht durch schwierige Sachen hindurch. Ihr könntet dadurch vielleicht traurig sein. Ihr könntet vielleicht sogar mutlos werden. Aber ich möchte, dass ihr den Weg weiter geht. Er möchte sie ermutigen. Er möchte Trost zusprechen. Die Leser brauchen offensichtlich das, was Petrus ihnen durch diese Briefe sagen möchte.

[9:09] Was ist nun der Grund für die Briefe? Warum schreibt Petrus sie? Und ich denke, ich habe es ja schon ein kleines bisschen angesprochen, diese Menschen gehen durch eine Erfahrung, die nicht leicht ist. Und so will er ihnen beistehen. Er möchte nicht nur, dass sie den Weg beginnen, sondern dass sie den Weg voranschreiten und dass sie an das Ziel kommen. Dass sie dieses unvergängliche Erbe in Anspruch nehmen. Dass sie es ererben. Dass sie wirklich zu Gott kommen, dauerhaft und in Ewigkeit leben können.

[9:42] Dann beschreibt er dieses Erbe ein kleines bisschen. Er sagt, worum es sich dabei handelt in verschiedenen Versen. Wir können es jetzt nicht im Einzelnen studieren, aber wenn wir die Petrusbriefe, die ja nicht lang sind, einfach mal am Stück durchlesen, dann fällt uns immer wieder der Gedanke auf, dass er etwas beschreibt, was unvergleichlich, was schön, was erstrebenswert ist. Und er möchte ihren Sinn darauf ausrichten. Er möchte, dass die Leser niemals dieses Ziel aus den Augen verlieren und sich nicht durch Schwierigkeiten oder sonst irgendwas davon abbringen lassen, auf dieses Ziel zuzusteuern. Und Petrus gibt, und dafür bin ich sehr dankbar, ganz, ganz viele praktische Tipps. Er sagt ihnen, wie praktisches Christenleben aussieht. Er spricht ganz konkrete Dinge an, von denen er denkt, dass es wichtig ist für seine Leser. Er sagt aber auch allgemeingültige Dinge, die für jeden Christen zu jeder Zeit wunderbar zutreffen und was auch für jeden eine Ermutigung sein kann. Und so redet er über Dinge, die, wie wir sehen werden, auch für unsere Zeit später noch eine ganz, ganz große Relevanz und Bedeutung haben.

[10:59] Die Lektion spricht jetzt über verschiedene Themen. Und sie greift ein paar Sachen heraus. Und ich denke, es ist gut, wenn wir uns über jeden Gedanken, der angesprochen ist, ein kleines wenig Gedanken machen. Wenn es da beispielsweise geht über die Vorhersehung Gottes, dann mag es sein, dass manche Menschen unter Prädestination etwas verstehen, wovon ich überzeugt bin, dass es nicht biblischer Inhalt ist. Manche Menschen verstehen Prädestination als etwas, wo Gott willkürlich von vornherein, am besten noch vor Grundlegung der Welt, ganz genau festlegt: Ich schaffe diese Wesen, dass sie gerettet werden, und ich schaffe diese Wesen, dass sie verloren gehen. Sie sagen, dass Gott etwas festlegt und dass es dann ganz genau so ablaufen wird.

[11:58] Was sagt die Schrift aber selbst über diese Sache? Was sagt die Bibel uns? Und ich habe ein paar Verse rausgesucht, die ein bisschen Licht darauf werfen. Als erstes möchte ich mit euch aufschlagen 1. Timotheus 2 und dort die Verse 3 und 4. 1. Timotheus 2, dort die Verse 3 und 4. Da heißt es: „Denn dies ist gut und angenehm vor Gott, unserem Retter, welcher will, dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit kommen.“ Er möchte, dass alle Menschen gerettet werden und sie sollen Erkenntnis haben, sie sollen voranschreiten in dem, wie sie die Welt und alles verstehen. Sie sollen näher zu ihm kommen. Das ist sein Wille für alle.

[12:46] Dann heißt es beispielsweise, wenn wir wieder zurückgehen in die Petrusbriefe, in 2. Petrus 3, Vers 9: „Der Herr zögert nicht die Verheißung hinaus, wie etliche es für ein Hinauszögern halten, sondern er ist langmütig gegen uns, weil er nicht will, dass jemand verloren geht, sondern dass jedermann Raum zur Buße hat.“ Er will also uns alle erretten, das sagt der Timotheus-Text, und hier heißt es, er ist langmütig, weil er noch darauf wartet, dass doch jeder nach Möglichkeit sich noch umentscheidet, falls man noch auf dem falschen Weg ist. Und so denke ich, sind das nur zwei exemplarische Texte, die wir benötigen, um Gottes Einstellung dazu zu haben. Er legt nicht von vornherein fest: Ich schaffe dich für das Ergebnis und ich schaffe dich für das Ergebnis, sondern er sagt: Ich schaffe alle mit dem Ziel, dass sie ewiges Leben haben und ich bin langmütig, ich bin geduldig, ich führe sie, ich möchte sie dahin bringen, dass sie wirklich ans Ziel kommen.

[13:50] Natürlich dürfen wir aber nicht vergessen, dass Gott die Zukunft kennt und das macht natürlich diesen einen Punkt aus, wo manche Leute darüber stolpern. Wenn wir beispielsweise Jesaja aufschlagen, Altes Testament, der Prophet Jesaja und dort Kapitel 46, die Verse 9 und 10. Dort heißt es: „Gedenkt an das Frühere von der Urzeit her, dass ich Gott bin und keiner sonst. Und dann Vers 10: Ich kündige von Anfang an das Ende und von Vorzeit her, was noch nicht geschehen ist.“ Gott sagt also: Außer mir gibt es keinen Gott und ihr könnt mich daran prüfen, dass ich derjenige bin, der von Anfang an schon weiß, wie das Ende aussieht.

[14:49] Aber wir müssen ja diese Gedanken harmonisieren und ich denke, es ist nicht wirklich schwierig, sie zu harmonisieren, indem man sagt: Gott kennt zwar die Zukunft, aber er bestimmt sie nicht. Gott kennt sie, aber er legt nicht aus Willkür fest, wie er etwas haben möchte. Wir sind frei zu entscheiden und er lässt uns diese freie Wahl. Aber was drücken dann die Schreiber denn aus, wenn sie wirklich darüber sprechen mit Vorhersehung und diesen ganzen Dingen?

[15:13] Wenn wir beispielsweise in den Römerbrief gehen. Römer Kapitel 8, sehr bekannte Verse, wir wollen sie trotzdem kurz aufschlagen. In Römer Kapitel 8 konzentrieren wir uns einfach mal ganz kurz auf den Vers 29. Römer Kapitel 8, Vers 29 sagt: „Denn die er zuvor ersehen hat, die hat er auch vorherbestimmt, dem Ebenbild seines Sohnes gleichgestaltet zu werden, damit er der Erstgeborene sei unter vielen Brüdern.“ Gott hat etwas ersehen, er hat etwas erkannt. Er sieht es im Voraus, wie etwas sein wird. Er sieht, wie sich Menschen entscheiden. Er weiß es im Voraus. Er legt es nicht fest, aber er weiß, wie es kommen wird und über die Menschen, von denen er weiß, dass sie sich so entscheiden werden, dass sie wiedergeboren werden, dass sie den Weg des Lebens einschlagen, über die sagt er dann nämlich: Die hat er gesehen, die hat er ersehen und diese, die sich für ihn entschieden haben, die auf den Weg gehen, die wiedergeboren sind, die hat er vorherbestimmt, dem Ebenbild Gottes gleich zu sein, dem Ebenbild des Sohnes Gottes. Und das, denke ich mal, ist ein wichtiger Gedanke, dass wir festhalten wollen: Gott sieht die Entscheidung der Menschen, er sieht es schon im Voraus und je nachdem, wie man sich entscheidet in seinem Leben, dann bestimmt er vorher, wie dieser Weg weiterlaufen soll. Wenn es ein gläubiger Mensch ist, dann ist er vorherbestimmt, diesen Weg nicht nur anzufangen, sondern weiterzugehen bis ans Ende, bis er das Erbe wirklich, das unvergängliche Erbe in Empfang nimmt, bis er in der Heiligung vorangeschritten ist und dem Ebenbild des Sohnes Gottes gleichgestaltet ist, dass wir genau so lieben können, dass wir frei sind, allen Menschen gegenüber liebevoll zu handeln.

[17:20] Auf der anderen Seite gilt das natürlich genauso. Gott sieht nicht, weil er es festlegt, sondern weil er einfach weiß, was in Zukunft passieren wird, wie Menschen sich entscheiden. Wir können es nicht verstehen, wie das funktioniert, aber die Bibel spricht darüber und so sieht Gott auch, dass Menschen sich gegen ihn entscheiden werden, aus freien Stücken, nicht weil er es vorherbestimmt. Und wenn er sieht, dass diese Menschen sich gegen ihn entscheiden, dann sind auch sie leider vorherbestimmt für die Verdammnis. Nicht, weil Gott es festlegt, sondern weil er sagt: Ich sehe es voraus und ich wünsche mir natürlich, dass alle gerettet werden, aber je nachdem, wie wir uns entscheiden, wird dieser Weg voranschreiten. Man kann immer noch umkehren, man kann immer noch sowohl abfallen als auch zum Lebensweg hinzukommen, aber wir sind, wenn wir gläubig werden, vorherbestimmt, diesen Weg bis ans Ende zu gehen.

[18:25] Schauen wir uns nun diese Verse an, wie Petrus sie ausdrückt. Wenn wir dann beispielsweise in 1. Petrus Kapitel 1 schauen, dann spricht Petrus darüber. Und es sind ähnliche Worte, es sind die gleichen Worte, wie wir es gerade auch im Römerbrief gelesen haben. In 1. Petrus 1, der Vers 2, dort heißt es: „die er auserwählt hat, gemäß der Vorsehung Gottes des Vaters, in der Heiligung des Geistes, zum Gehorsam und zur Besprengung mit dem Blut Jesu Christi, Gnade und Friede werde euch mehr und mehr zuteil.“

[18:57] Brechen wir es ein kleines bisschen runter. Was sagt er hier? Er sagt auf der einen Seite, sie sind auserwählt. Sie sind auserwählt, nachdem Gott sie gesehen hat, wie sie sich entscheiden werden. Und die Gläubigen entscheiden sich für den Weg des Lebens. Und diese hat er auserwählt, dass sie zwei Dinge erleben. Zum einen ist das die Besprengung des Blutes Jesu. Was drückt es im Erlösungsplan aus, besprengt zu werden mit dem Blut Jesu? Das Blut Jesu reinigt uns von aller Sünde, von aller Ungerechtigkeit. Es hilft uns, fertig zu werden mit der Vergangenheit, wo wir in Sünde gelebt haben, wo wir falsche Wege gegangen sind. Das Blut Jesu reinigt uns. Es wäscht uns rein und wir sind vor Gott rein, durch das Blut Jesu. Das ist aber der erste Schritt.

[19:55] Und der zweite Schritt, der in dem gleichen Vers hier beschrieben ist, ist, dass wir uns in der Heiligung zum Gehorsam befinden. Was heißt das? Es heißt, dass nachdem wir gereinigt sind, das Blut Jesu hat uns gereinigt, dann möchte er uns natürlich auch davor bewahren, dass wir uns wieder verunreinigen. Er möchte ja nicht, dass wir immer und immer und immer wieder uns reinigen müssen. Natürlich haben wir es notwendig, hier auf der Erde immer und immer wieder zu Gott zu gehen für Reinigung. Aber er möchte nicht, dass dieser Prozess in aller Ewigkeit bestehen wird. Und so möchte er uns voranführen in der Heiligung zum Gehorsam, wie Petrus es hier anspricht, damit wir am Ende nicht mehr sündigen, dass wir am Ende nicht mehr uns verunreinigen, sondern das Ziel wirklich erreichen, dem Ebenbild Gottes gleichgestaltet zu sein.

[20:59] Den gleichen Gedanken spricht Petrus aber auch noch an anderer Stelle an, nämlich im zweiten Brief in Kapitel 1 und dort der Vers 10. Dort heißt es: „Darum, Brüder, seid umso eifriger bestrebt, eure Berufung und Auserwählung festzumachen. Denn wenn ihr diese Dinge tut, werdet ihr niemals zu Fall kommen.“ Wenn ihr diese Dinge tut, worauf bezieht er sich da? Wir werden es jetzt nicht im Einzelnen studieren, aber in den Versen davor ist die Leiter des Petrus, wie sie genannt wird, beschrieben. Es sind ganz praktische Dinge, wie wir vorankommen im christlichen Lebenswandel. Es fängt an mit dem Glauben und es endet mit der Liebe Gottes. Und er sagt: Wenn ihr diese Dinge tut, wenn ihr voranschreitet, wenn ihr Schritt für Schritt auf dieser Leiter voranschreitet, dadurch, wenn ihr das tut, dadurch macht ihr eure Auserwählung und eure Berufung fest.

[21:55] Was sagt er damit gleichermaßen? Man kann sie auch nicht festmachen, man kann sie in der Luft hängen lassen oder man kann sie sogar verwirken. Aber er sagt: Macht eure Auserwählung und Berufung fest. Ihr seid auserwählt bis ans Ende zu gehen, ihr seid dazu berufen, diesen Weg ganz bis ans Ende zu verfolgen. Macht es wirklich fest, indem ihr voranschreitet, indem ihr nicht stehen bleibt, sondern voranschreitet und Schritt für Schritt auf das Ziel zuläuft, bis ihr das Erbe in Empfang nehmt.

[22:25] So viel erst mal zu dem Thema der Auserwählung und ich hoffe, dass es einigermaßen verständlich geworden ist. Aber studiert es selbst, studiert auch nicht nur den Petrusbrief, sondern die ganze Bibel und macht euch ein komplettes Bild über diese Thematik. Ich denke, die Schrift an sich kann man nicht missverstehen, wenn man sie im Kontext unter Gebet liest.

[22:56] Was wir dann jetzt aber noch weiter studieren wollen, sind ein paar andere Dinge, die Petrus anspricht. Es sind viele, wie ich gesagt habe, praktische Tipps, die er den Lesern gibt. Ich möchte einfach mal einen gewissen Themenkomplex herausgreifen, den ich als roten Faden immer wieder in den Petrusbriefen gesehen habe und einfach ein paar Verse mit euch zusammen durchgehen. Fangen wir an im 1. Petrus Kapitel 1, Vers 13. Da heißt es: „Darum umgürtet eure Lenden und Gesinnung, seid nüchtern und setzt eure Hoffnung ganz auf die Gnade, ganz auf die Gnade, die euch zuteil wird in der Offenbarung Jesu Christi.“ Ganz auf die Gnade zu vertrauen, auf das, was Gott für uns getan hat und tut und uns befähigt, auch in der jetzigen Situation, in der wir uns befinden. Gott möchte, dass wir wirklich nur auf ihn vertrauen, dass da nichts ist, wo wir denken, dass wir es irgendwie in unserer Kraft schaffen.

[24:04] Der nächste Gedanke ist ein paar Verse weiter in Vers 21. Dort heißt es: „die ihr durch ihn an Gott glaubt, der ihn aus den Toten auferweckt hat und seine Herrlichkeit gegeben hat, damit euer Glaube und eure Hoffnung auf Gott gerichtet sein.“ Nochmal der gleiche Gedanke: Eure Hoffnung soll nicht auf euch gerichtet sein, sondern auf Gott.

[24:26] Weiter lesen wir in Kapitel 2, Vers 12. Da heißt es: „und führt einen guten Wandel unter den Heiden, damit sie da, wo sie euch als Übeltäter verleumden, doch aufgrund der guten Werke, die sie gesehen haben, Gott preisen am Tag der Untersuchung.“ Petrus möchte ihnen sagen: Lebt euer Leben so, dass, wenn andere euch sehen, dass sie gar nicht anders darauf kommen, als sagen zu müssen: Ihr lebt euer Leben zur Ehre Gottes. Gott sei gepriesen, weil euer guter Lebenswandel uns wirklich beeindruckt, uns als etwas Positives in der Gesellschaft erscheint. Andere sollen das Leben sehen und Gott preisen. Also geht es nicht um meine tollen Fähigkeiten, um meine Leistungen, um sonst irgendwas, sondern wie wir vorher gesehen haben, auf die Gnade setzen und auf Gott hoffen. Darauf, dass er etwas in unserem Leben und für uns vollbringt.

[25:38] Dann schauen wir weiter in Vers 15, da heißt es: „Denn das ist der Wille Gottes.“ Und Petrus spricht das zwar nicht immer genau mit dieser Phrase, mit diesem Wort an, aber er drückt in diesen ganzen Briefen immer und immer wieder aus: Sucht nach dem Willen Gottes, fragt nach ihm, fragt nach dem, was er denn wirklich von euch will.

[25:59] Wenn wir in Kapitel 3 beispielsweise schauen, da wird es an einem Beispiel jetzt ganz praktisch. Es geht darum, wie die Frauen sich schmücken sollen, was ihr wahrer Schmuck sein soll. Und auch da sollen sie sich nicht nach dem richten, was um sie herum als schön gilt. Beispielsweise heißt es hier in 1. Petrus 3, Vers 4: „sondern der verborgene Mensch des Herzens in dem unvergänglichen Schmuck eines sanften und stillen Geistes, der von Gott sehr kostbar ist.“ Wenn wir nach dem Willen Gottes fragen, wenn wir danach fragen, was für Gott kostbar ist, dann werden wir bestimmte Lebensentscheidungen treffen. Dann werden wir die eine oder andere Sache anders machen als Menschen um uns herum. Und genau dazu will Petrus aufrufen. Er möchte praktisch ansprechen: Der Maßstab soll niemand anderes und nichts anderes sein als Gott selbst. Richtet euch nach Gott, richtet euch nach dem, was ihm gefällt, richtet euch nach dem, was zur Verherrlichung Gottes dient.

[27:11] Schauen wir noch mal weiter in 1. Petrus 4, die Verse 10 und 11. Da wird das auch noch mal sehr, sehr schön ausgedrückt, wie diese Kette funktionieren soll. Welche Kette meine ich damit? In 1. Petrus 4, die Verse 10 und 11 heißt es: „Dient einander jeder mit der Gnadengabe, die er empfangen hat, als guter Haushalter der mannigfaltigen Gnade Gottes. Wenn jemand redet, so rede er als Aussprüche Gottes. Wenn jemand dient, so tue er es aus der Kraft, die Gott darreicht, damit in allen Dingen Gott verherrlicht wird durch Jesus Christus. Ihm sei die Herrlichkeit und die Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.“

[27:55] Was sagt er hier? Was immer ihr tut, was immer es ist, ob ihr redet, ob ihr dient, ob ihr sonst irgendwas tut, empfangt etwas von Gott, der es euch gegeben hat. Denn wenn ihr dienen könnt, wenn ihr Fähigkeiten habt, um zu dienen, dann sind diese Fähigkeiten von Gott und dann tut sie so, dass ihr Gott damit preist und dass Menschen es sehen und ihn preisen und nicht, weil du etwas Wunderbares getan hast. Wenn jemand spricht, dann sollen wir uns an Gott orientieren und Worte von ihm nehmen. Beispielsweise im Jesaja-Brief heißt es ja: „Gib mir Worte eines Jüngers, damit ich den Müden mit einem Wort zu erquicken weiß.“ Zur rechten Stunde die richtigen Worte reden, ist nicht etwas, was wir von Natur aus immer kennen und wissen, wie es funktioniert. Aber Gott ist da, der uns diese Weisheit geben möchte. Er möchte uns die Worte geben, die uns helfen, zur richtigen Zeit das Richtige zu reden. Aber dann nehmen wir diese Worte von ihm und geben sie weiter und derjenige, der sie hört und gesegnet wird, derjenige wird Gott preisen. Diese Kette wird immer wieder durchlaufen. Wir nehmen etwas von Gott und wir geben es weiter. Unseren Dienst, unsere Worte und alles, was wir tun. Und das sind diese Dinge, die Petrus ganz praktisch anspricht. Er sagt: Verlasst euch nicht auf euch selbst. Arbeitet nicht für euch selbst, nicht für eure Ehre, nicht für irgendetwas, was einfach nur euch Nutzen bringen würde, sondern alles zur Ehre Gottes. Das ist für mich der rote Faden, den ich immer und immer wieder in diesen Briefen gelesen habe. Petrus betont es in Theorie und in ganz praktischen kleinen Dingen.

[29:50] Studiert diesen Brief und fragt euch ganz praktisch: Was will Gott euch heute in 2017 dadurch sagen? Was möchte er, dass wir aus diesen Briefen nehmen? Ich möchte noch mal auf den Merkvers zu sprechen kommen. Der Merkvers steht ja in 1. Petrus 1, Vers 22. Ich finde den Text sehr schön, sehr passend und es ist gut, ihn sich ein bisschen mehr auf der Zunge zergehen zu lassen, darüber nachzudenken, was er wirklich für uns heute bedeuten kann. 1. Petrus 1, Vers 22 sagt: „Da ihr eure Seelen im Gehorsam gegen die Wahrheit gereinigt habt, durch den Geist zu ungeheuchelter Bruderliebe, so liebt einander erhaarlich und aus reinem Herzen.“

[30:41] Erhaarlich und aus reinem Herzen zu lieben. Brechen wir es noch einmal runter. Was sind die einzelnen Elemente dieses Verses? Zuerst heißt es erstmal, es ist offensichtlich notwendig, dass eine Reinigung stattfindet, dass wir offensichtlich nicht in der Lage sind, wahrhaft zu leben, ohne dass unser Herz vorher gereinigt wurde. Was spricht dieser Vers aber an, wie wir gereinigt werden? Wie unser Herz gereinigt wird, steht am Anfang: „da ihr eure Seelen im Gehorsam gegen die Wahrheit gereinigt habt.“ Petrus weiß das von seinen Lesern. Er kennt sie offensichtlich und er sagt: Ihr seid wiedergeboren, ihr seid schon auf dem Weg. Ihr habt schon diese Reinigung getan, ihr habt schon Gehorsam geübt, ihr habt schon diese ganzen Erfahrungen mit Gott gemacht. Durch den Gehorsam reinigen wir unser Herz und dann kann Gott offensichtlich glücklich durch uns wirken.

[32:02] Stellt euch das einfach ganz plastisch vor. Wenn wir zwar verstehen, worum es sich beim Christenleben handelt, wenn wir wissen, dass es um Liebe geht, aber da immer noch irgendwo etwas Reserviertes ist, ein Plätzchen, wo wir Gott vielleicht noch etwas vorenthalten wollen, wo wir uns noch nicht ganz ihm übergeben haben, dann ist es alles, was dann da am Ende dabei rauskommt, nicht reine Liebe, dann ist es nicht die göttliche Liebe, die wir ausüben. Und so sagt er: Fangt an mit der Reinigung eures Herzens. Das ist das wichtigste Werk, was ihr am Anfang tun könnt. Und dann, wenn ihr Gehorsam geübt habt, dann schreitet voran.

[32:57] Und Petrus sieht ja, dass seine Leser schon weit vorangekommen sind und trotzdem sieht er es wirklich für notwendig an. Er sieht es für so notwendig an, sie, wie er später sagt, immer wieder daran zu erinnern. Schlagt mit mir einfach noch mal ganz kurz den zweiten Petrusbrief vor. Zweite Petrusbrief und dort Kapitel 1, Kapest 12. „Darum will ich es nicht versäumen, euch stets an diese Dinge zu erinnern, obwohl ihr sie kennt und in der bei euch vorhandenen Wahrheit gegründet seid.“ Ihr habt schon vieles erlebt. Ihr seid schon ein ganzes Stück auf dem Weg. Und trotzdem will er sie immer wieder erinnern. Warum?

[33:42] Was heißt es denn weiter in 1. Petrus 1, Vers 22? Da heißt es, dass ihr beharrlich seid, dass ihr wirklich in dem bleibt, was ihr schon praktiziert. Und offensichtlich sieht Petrus Menschen in der Gefahr, dass, wenn sie zwar eine Erfahrung mit Gott haben, dass sie wiedergeboren sind, trotzdem vielleicht durch äußere Einflüsse, durch Schwierigkeiten, durch die sie gehen oder was es auch immer sein mag, dass sie abgebracht werden, dass der Feind vielleicht sie versucht einzufangen und vom Weg abzubringen. Und so erinnert er sie immer und immer wieder. Und er will nicht nachlassen. Er sagt im zweiten Petrusbrief ja, dass er bald sein Zelt abnimmt, dass er bald sterben wird. Und trotzdem will er, oder gerade deswegen will er vielleicht, nochmal wiederholen, was er ihnen die ganze Zeit schon gesagt hat, was sie auch angenommen haben, was sie schon praktizieren. Und trotzdem will er sie nochmal erinnern. Und nochmal erinnern. Und ihnen etwas Schriftliches hinterlassen, dass selbst wenn er nicht da ist, nicht mehr da ist, dass sie es wieder studieren können und nochmal nachlesen können und sich immer wieder daran erinnern. Damit sie es auch unter wirklich gar keinen Umständen vergessen sollten.

[34:56] Wir müssen dranbleiben. Wir müssen nicht einfach nur einen einmaligen Schritt auf Gott zumachen, sondern wenn wir wiedergeboren sind, dann ist das erst der Anfang eines mitunter noch langen Weges. Und Petrus will seinen Lesern ermutigen, dass sie auf diesem Weg bleiben. Und den Weg ganz bis zum Ende gehen. Dass sie immer weiter auf das unvergängliche Erbe zusteuern. Auf das Ziel hin, dass sie einmal wirklich bei Gott sind.

[35:32] Was hat nun die Petrusbriefe, um es heute zu sagen? Bislang haben wir mehr oder weniger, oder ich habe jetzt die Wortwahl so gehabt, dass sie gesagt haben, die Leser des Petrusbriefes. Was meinen wir da? Natürlich waren das damals physische Briefe, die geschickt wurden. Wir haben ja gelesen, wo sich die Leute befinden, die es lesen würden. Natürlich sind es damals reale Personen gewesen, die als Empfänger da waren. Aber es ist interessant, dass Petrus das nicht unbedingt als primäres Ziel gehabt hat. Indem wir uns beispielsweise den ersten Petrusbrief, Kapitel 4, den Vers 7 anschauen, da heißt es nämlich: „Es ist aber nahe gekommen das Ende aller Dinge. So seid nun besonnen und nüchtern zum Gebet.“

[36:37] Das Ende aller Dinge, sagt er seinen Lesern. Das Ende aller Dinge ist nahe herbeigekommen. Er sagt auch, dass die Propheten aus dem Alten Testament nicht unbedingt für ihre Zeit geschrieben haben, sondern der Fokus eigentlich auf eine ganz andere Zeit war. Beispielsweise Prophezeiungen auf Jesus hin. Oder viele Prophezeiungen, die sich wirklich bis ganz ans Ende der Zeit beziehen. Und so denke ich, ist ein primärer Fokus der Petrusbriefe, wenn er hier schreibt, auf die das Ende der Zeit gekommen ist, das Ende der Welt ist nahe, dann meint er damit in allererster Linie unsere Zeit, in der wir heute leben.

[37:22] Und wenn wir um uns herum schauen, dann sehen wir, dass sich Dinge verändern und nicht unbedingt zu besseren. Wir erkennen, dass sich Prophezeiungen nach und nach erfüllen. Wir erkennen, dass wir in dieser Zeit leben. Und ich denke deswegen können wir sicher sein, dass die Petrusbriefe, wenn wir sie jetzt in diesem ganzen Portal studieren, uns ganz persönlich in 2017 zum Segen sein kann. Dass Petrus ganz praktische Dinge für uns schreibt. Dass er vielleicht sogar uns als Personen gesehen hat in der Zukunft. Dass wir Anweisungen brauchen. Dass wir genau das, was er diesen Lesern damals geschrieben hat, auch für unser Leben ganz praktisch anwenden.

[37:55] Dass wir angesprochen sind als wiedergeborene Christen, als Gläubige, die den Weg mit Gott begonnen haben. Aber dass wir nach der Wiedergeburt erst am Anfang des wirklichen Weges als Christ sind. Aber er möchte uns, auch in unserer heutigen Zeit, darauf ausrichten, uns den Fokus geben, dass auch wir auf ein unvergängliches Erbe zusteuern. Dass wir ein Ziel vor Augen haben, was nicht diese Erde ist.

[38:32] Er spricht auch uns als Fremdlinge, dass wir nicht heimisch sind auf dieser Erde. Wir werden es ja in den verschiedenen Lektionen in den nächsten Wochen noch besprechen. Es gibt ja auch ganz praktische Anweisungen, wie wir uns gegenüber der Obrigkeit, gegenüber Königen und sowas verhalten sollten. Also es ist ja nicht so, dass wir einfach nur als Eremiten, als Fremdlinge irgendwo in den Höhlen hausen sollen, sondern wir sind zumindest jetzt noch Teil einer Gesellschaft. Aber unser Bürgerrecht ist nicht hier auf der Erde, sondern im Himmel. Wir sind Fremdlinge.

[39:15] Und die Frage, die ich dir heute Morgen oder jetzt in diesem Vortrag stellen möchte, ist: Willst du dich wirklich von ganzem Herzen als Fremdling auf dieser Erde sehen? Weil das macht einen großen Unterschied. Das macht wirklich einen großen Unterschied, ob wir uns hier heimisch fühlen, ob wir sagen: Ich bin hier geboren, alles, was um mich herum ist, das macht mein Leben aus. Ich lasse mich vielleicht sogar prägen von den Dingen, die auch mit einfließen, einströmen. Oder willst du sagen: Mein einziger Maßstab soll Gott sein. Mein Maßstab soll sein, dass ich auf die Zukunft hinarbeite. Nicht als bloße Jenseits-Vertröstung, dass man sagt: Hier ist alles schlecht und dann wird alles gut. Nein.

[40:05] Das Reich Gottes können wir schon auf dieser Erde hier und jetzt anfangen. Wenn wir wiedergeborene, gläubige sind, dann sind wir Teil von Gottes Reich, dann sind wir Gottes Kinder schon hier auf der Erde. Aber, wie Petrus es anspricht, die Vollendung dieser Dinge, das kommt natürlich erst dann, wenn Jesus wiederkommt und wir mit unserem Körper verwandelt werden, wenn wir wirklich mit Gott sein können, dauerhaft.

[40:34] Willst du ein Fremdling auf dieser Erde sein? Es wird Menschen geben, die damit nicht viel antworten. Es mag sein, dass du Feinde hast, dass du Freunde verlierst. Es mag sein, dass du vorher dein Leben vielleicht auf Besitz oder sonst irgendwas umbründet hast, dass sich viele Dinge in deinem Leben ändern. Aber ich möchte dich heute zusammen mit Petrus einladen, dass du, genauso wie ich, dass wir uns als Fremdlinge auf dieser Erde ansehen.

[41:14] Möchtest du, dass Gott dir beides in deinem Leben schenkt, so wie Petrus es beschrieben hat? Auf der einen Seite die Reinigung deines Herzens, deines Lebens, dass du wirklich frei wirst von dem, was in deinem bisherigen Leben vielleicht gewesen ist. Dass sein Blut, dass das Blut Jesu uns wirklich ganz rein machen kann. Wisst ihr, was das bedeutet? Das bedeutet, dass wir frei werden von Schuldgefühlen, von Schuld an sich natürlich. Dass wir mit der Vergangenheit, alles, was uns negativ belastet, abschließen können. Wirklich abschließen können. Dass wir frei werden können.

[41:58] Auf der anderen Seite diesen anderen Gedanken, den Petrus anspricht. Nicht nur die Reinigung durch das Blut Jesu, sondern willst du auch weiter voranschreiten auf diesem Weg? Wir werden ja noch ganz viele praktische Dinge sehen. Wir werden die Leiter des Petrus besprechen. Wir werden darauf eingehen, was er für praktische Tipps gibt, wie wir vorankommen im Leben. Bis wir dem Ebenbild Gottes, dem Ebenbild des Sohnes Gottes gleichgestaltet sind. Ich finde das als Paket etwas Wunderbares, was Petrus hier beschreibt. Mit der Vergangenheit wirklich abschließen zu können. Frei zu sein. Und uns aufrichten zu können auf das wahre Erbe. Auf unsere wirkliche Heimat. Dass wir Schritt für Schritt vorankommen und uns nicht wieder verunreinigen müssen.

[42:51] Willst du diese beiden Dinge, die Teile des Evangeliums sind, die Teile unserer Erlösung sind, heute gleich das erste Mal oder überhaupt wieder und wieder annehmen? Wir müssen uns täglich dafür entscheiden, dass wir Gott als wahren Maßstab in unserem Leben haben. Dass wir ihm zur Ehre leben wollen. Nicht irgendetwas Selbstsüchtiges in unserem Leben zu haben, sondern im Dienst für andere Gott verherrlichen. Ist das dein Wunsch heute?

[43:27] Und ich möchte dich auch noch fragen, ob du vielleicht aufgrund der Ereignisse, die um uns herum passieren, vielleicht noch eifriger sein möchtest als in der Vergangenheit. Ich möchte dich einladen, dass du dir überlegst, wie können wir, wie Petrus es sagt, vielleicht die Wiederkunft sogar beschleunigen. Nicht, dass wir einfach nur sagen: Naja, der Herr wird sowieso irgendwann kommen. Ganz zu schweigen von den Leuten, die, wie Petrus es beschreibt, als Spötter da sind und sagen: Naja, der Herr kommt sowieso nicht. Aber nicht nur einfach sagen: Naja, der Herr kommt schon irgendwann, sondern willst du dich vielleicht heute erneut dafür entscheiden, noch eifriger zu sein. Deine Berufung und Auserwählung so früh wie möglich richtig festzumachen und zu 100% im Dienst Gottes zu stehen. Dann lade ich dich ein, heute diese Entscheidung das erste Mal oder aufs Neue zu treffen.

[44:26] Dass wir durch unser Leben Gott verherrlichen, voranschreiten auf diesem Weg. Dass, wenn wir am Ende dieses Weges sind, der Herr glücklich über uns sein kann, froh mit uns zusammenleben kann. Weil wir die Prinzipien seiner Regentschaft in unserem Leben gelernt haben einzubauen, umzusetzen in seiner Kraft, mit seiner Hilfe. Das wünsche ich dir und mir für heute und die restlichen Tage, bis Jesus wiederkommt. Amen.


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