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Sola Veritas – Die Wahre Chronik der Reformation

500 Jahre ist die Reformation alt: wird sie fortgeführt oder begraben? Wie verhalten sich Luthers Erben und was wird aus seinen (Wieder)entdeckungen? All das sind wichtige Fragen. Doch beantworten kann sie nur, wer das Reformationsgeschehen selbst gründlich kennt. „Sola Veritas – Die wahre Chronik der Reformation“ bietet weitaus mehr als die üblichen bekannten Zusammenfassungen und Anekdoten. Ausgehend vom Jahre 1482 wird alles chronologisch erzählt, was weltgeschichlich und biographisch (sowohl bezüglich Luther als auch vieler anderer, zum Teil sehr unbekannter Reformatoren) wichtig war. Tauchen Sie ein in die faszinierende Welt des Spätmittelalters, erleben sie das zaghafte Aufblühen von Wissenschaft und Kultur, verfolgen sie die Debatten um philosophische und theologische Streitfragen und entdecken sie Schritt für Schritt mit Luther und seinen Mitkämpfern befreiende biblische Wahrheiten. So wird Kirchengeschichte lebensnah und endlich gut verständlich…. Neue Folgen wöchentlich, bzw. wenn es die Zeit erlaubt. Ein Programm von www.joelmediatv.de

Dieser Podcast beinhaltet die folgende Serie:


In dieser Folge von Sola Veritas tauchen wir in die Jugendjahre Martin Luthers ein und beleuchten die prägenden Ereignisse zwischen 1499 und 1500. Wir erfahren von Luthers Zeit in Eisenach, von der entscheidenden Begegnung mit Ursula Cotta und wie diese Hilfe sein Leben beeinflusste. Darüber hinaus wirft die Folge einen Blick auf bedeutende weltgeschichtliche Ereignisse dieser Zeit, von Kriegen und Entdeckungen bis hin zu Geburten zukünftiger wichtiger Persönlichkeiten der Reformation.


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Serie: Sola Veritas - Die wahre Chronik der Reformation

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Transkript

[0:32] Herzlich willkommen zu Sola Veritas, die wahre Chronik der Reformation. Wir wollen heute in dieser siebten Folge weiter das Leben von Martin Luther und andere Reformatoren betrachten, die Ereignisse der Weltgeschichte dazu nehmen, um zu sehen, wie Gott diese Geschichte der Reformation vorbereitet und dann später natürlich auch ausgestaltet hat. Schön, dass Sie wieder eingeschaltet haben hier auf joelmedia.de. Wir wollen, wie wir es gewohnt sind, mit einem Gebet beginnen und dann direkt in diese Folge hinein starten.

[1:10] Lieber Vater im Himmel, wir kommen dankbar zu dir und möchten dich bitten, dass du jetzt mit deinem Heiligen Geist gegenwärtig bist, dass wir verstehen, was du uns lehren möchtest aus der Geschichte und dass wir erkennen können, wie du ganz gewöhnliche Menschen für außergewöhnliche Aufgaben berufen und ausgebildet hast. Du bei uns und sieh uns im Namen Jesu. Amen.

[1:42] Teil 7: 1499-1500 – Tage der Jugend. Martin Luther war etwa 15, 16 Jahre im Jahre 1499, je nachdem, welches Geburtsdatum man wählt, noch immer war er in Eisenach, wo er zur Schule ging und wo er einige Verwandte hatte, die sich allerdings auch nicht allzu sehr um ihn kümmerten. Um das tägliche Brot zu haben, musste er immer wieder, wie letztes Mal angedeutet, von Haus zu Haus gehen und betteln, etwas, was er schon in Magdeburg zuvor hatte tun müssen. Immer wieder sah es so aus, als ob er vielleicht seine Schule abbrechen musste und wieder zurück nach Mansfeld gehen müsste, um dort einfach als Bergbauarbeiter mit seinem Vater zu arbeiten.

[2:41] Einige Biografen erzählen, dass er irgendwann einmal sehr resigniert auf dem Weg nach Hause an einer Tür stehen blieb. Zu oft war er schon abgewiesen worden, zu oft hatte er gehungert. Die Zukunft sah düster aus, und gerade in dem Alter, wo immer mehr die eigene Identität sich herauszubilden beginnt, ist ein solches Erfahren natürlich äußerst niederschmetternd. Und just in diesem Moment benutzte Gott eine Frau, um Martin Luther wieder mehr Freude im Leben zu geben.

[3:21] Hier auf einem später gemalten Bild ist sie etwas älter dargestellt. Vermutlich war sie eine relativ junge Frau, die verheiratet war. Ihr Name war Ursula Cotta, eine geborene Haale. Ihr Mann Konrad Cotta war ein Vierherr, das heißt, ein Vorsteher eines Viertels, eines Stadtviertels in Eisenach. Und Ursula war aus gutem Hause. Ihr Vater Heinrich Scheibe war 1499 sogar Bürgermeister der Stadt Eisenach.

[4:00] Und diese Ursula sah den jugendlichen Martin Luther dort auf der Straße, hatte ihn wohl des öfteren schon gehört, wie er gesungen hat. Manche Biografen nennen da das Singen von Haus zu Haus, um Brot zu erbetteln. Andere Biografen berichten auch davon, dass sie ihn vielleicht in der Kirche gehört haben mag. Martin war äußerst musikalisch. Sie hatte Mitleid mit ihm und entschied sich, ihm etwas zu essen zu geben und ihn so richtig aufzupäppeln. Ihr Mann Konrad Cotta war damit vollkommen einverstanden.

[4:28] Und nach mehreren Tagen entschied man sich, dass der junge Martin bei ihnen dauerhaft wohnen könnte. Und so wurde er quasi aufgenommen. Diese junge Familie, die selbst noch beim Vater, das heißt beim Heinrich Scheibe und seiner Großfamilie wohnte, so dass eigentlich der Martin in dieser recht begüterten und angesehenen Bürgermeisterfamilie dann sein Unterkommen hatte und sein Auskommen. Ein Bruder der Ursula, der Kaspar Scheibe, war ein paar Jahre jünger als Martin, und die beiden sind oft gemeinsam zur Schule gegangen.

[5:12] Diese Wohltat hat Martin später nie vergessen. Er wusste, wie wichtig, dass in diesem Moment seines Lebens gewesen war, dass er jetzt sichere Verhältnisse hatte. Die Ursula hat sich vielleicht gar nicht so viel dabei gedacht, es war einfach Barmherzigkeit, aber es war ein Akt der Barmherzigkeit, der die Weltgeschichte verändert hat. Jesus hatte schon gesagt in Matthäus 25, 40, dass im Endbericht Dinge, die wir für andere tun, eine viel gewaltigere Bedeutung haben werden, als wir uns das vorstellen konnten.

[5:45] „Und der König wird ihnen antworten und sagen: Wahrlich, ich sage euch, was ihr einem dieser meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan.“ Die Ursula ernährte einen armen, unbekannten Bauernjungen, der zur Schule gehen wollte, und tat nicht, dass sie damit die Weichen stellte für ein Jahrtausendereignis und tatsächlich etwas für Jesus getan hatte im allerbuchstäblichsten Sinne des Wortes.

[6:14] Das sogenannte Lutherhaus in Eisenach kann heute noch besichtigt werden, wo er dort gewohnt haben soll. Dort im Hause Scheibe ist er auch in Kontakt getreten mit dem Franziskanerorden, der von den Scheiben sehr begünstigt worden war. Die Franziskaner rühmten sich in Eisenach der Tatsache, dass die Heilige Elisabeth im 13. Jahrhundert Kontakt zu ihnen gehabt hat, und so wurde sie ganz besonders dort in Eisenach verehrt.

[6:50] Im Kloster Eisenach, im Franziskanerkloster, wurde auch Johann Hilten gefangen gehalten, von dem wir in der ersten Folge einmal angedeutet hatten, dass er seit einigen Jahren die Prophezeiungen der Bibel studiert hatte, unter anderem Daniel, einen Kommentar über die biblische Apokalypse geschrieben hatte, die letzten Ereignisse und einige sehr interessante Vorhersagen gemacht hatte, wie zum Beispiel das Ende der Welt für 1651 oder das Auftreten eines Gegners des Mönchtums im Jahre 1516. Und Martin Luther hat in jenen Tagen in Eisenach von diesem Johann Hilten gehört, der im Eisenacher Kloster von den Franziskanern seinen Mitbrüdern gefangen gehalten worden ist.

[7:44] Der Lehrer von Luther dort an der Georgschule, an der Parkschule an der Georgskirche, war ein gewisser Wiegand Güldenarm. Es ist nicht viel darüber bekannt, was genau Luther dort gelernt hat, welche Unterrichtsinhalte im Einzelnen durchgenommen worden sind. Aber was sehr deutlich ist, dass er diesem Wiegand Güldenarm sehr viel zu verdanken hatte. Er hat sich später immer sehr lobend über ihn geäußert, ein guter Lehrer, der ihn voranbrachte und gefördert hat.

[8:15] Insgesamt also eine äußerst glückliche Lebenssituation für den Martin, jetzt konnte er sich entfalten. Jemand, mit dem er auch engen Kontakt hatte, war der Weg am Marienstift, einer anderen Kirche, dem Mariendom in Eisenach. Dessen Name war Johannes Braun, und bei dem fand sich so ein regelrechter Zirkel zusammen. Verschiedene Schüler wurden von ihm betreut, aufgenommen. Man hat dort auch Musik gemacht, zum Teil sogar Musik geschrieben. In geselliger Runde ist man fröhlich beieinander gewesen, und auch das hat sich tief eingeprägt in die Erinnerung von Martin Luther, der hier wirklich unbeschwerte Jugendjahre jetzt gegen Ende seiner Schulzeit in Eisenach erleben konnte.

[9:03] Sie haben all das vor sich gehen. Gab es natürlich auch bedeutsame Dinge, die in der Weltgeschichte passierten. Schon am 8. Januar 1499 heiratete der neue französische König, von dem in der letzten Folge berichtet hatten, Ludwig der Zwölfte, die Witwe des verstorbenen Königs an der Bretagne. Und dazu ließ er seine eigene Ehe, die bis dahin geführt hatte, annullieren, mit dem Segen des Papstes Alexander des Sechsten, so dass hier sich politisch die Macht, seine Macht verfestigen ließ.

[9:41] Ebenfalls im Januar brach der sogenannte Schwabenkrieg aus. Schwabenkrieg deswegen, weil hier die schweizerischen Eidgenossen sich gegen die Habsburger stellten, die um die Schweiz herum viele Besitzungen hatten, sowohl in Österreich als auch im Großgebiet von Schwaben. Und dieser Kampf war äußerst intensiv. Die Eidgenossen fürchteten um ihre Freiheit, die sie ja innerhalb des Heiligen Römischen Reiches doch außergewöhnlich genossen.

[10:11] Am 29. Januar wurde Katharina von Bora geboren, vermutlich in Lippendorf. Ganz klar ist, dass nicht in Kursachsen. Sie war also ungefähr 15 bis 16 Jahre jünger als Martin Luther, und die beiden werden später ja noch gemeinsam Geschichte schreiben.

[10:33] Am 22. März gab es das erste Gefecht in diesem Schwabenkrieg. Die Schweizer hatten einige Tage zuvor auf einer Trucksatzung, einer Versammlung, einer politischen Versammlung der verschiedenen Kantone beschlossen, dass sie keine Gefangenen machen würden. Die Schweizer waren so etwas wie die Spartaner des Mittelalters. Sie waren gefürchtet, ihre Krieger und Soldaten waren oft auch als Söldner in anderen Herren unterwegs.

[11:03] Es galt als äußerst schwierig, die Schweizer militärisch zu schlagen. Unter anderem hatten sie diese Angewohnheit, wirklich ja mit äußerster Brutalität auch vorzugehen. Und so konnten sie schon diesem ersten Gefecht am Bruderholz am 22. März einen Sieg erringen. So auch dann in der ersten richtig großen Schlacht, von der wir ja auch ein Bild haben, am 11. April im Salon, wo die Schweizer ebenfalls die Habsburger besiegten und sodann auch am 22. Mai in der Schlacht bei Calbe, wo die drei Bünde und die Eidgenossen gemeinsam den Schwäbischen Bund besiegten.

[11:41] Am 24. Juni 1499 wurde in der Reichsstadt Weil der Stadt Johannes Brenz geboren. Nachher wird er eine bedeutsame Rolle in der Geschichte der Reformation spielen.

[11:59] Großartige Nachrichten wurden im Juli in Portugal verbreitet. Am 10. Juli war das erste Schiff aus der Expedition von Vasco da Gama in Lissabon eingetroffen. Der Entdecker selbst, der Route nach Indien, war noch zurückgeblieben, weil auf einer Atlantikinsel sein Bruder erkrankt war, und er hat sich dort aufhalten lassen. Aber die Nachricht verbreitete sich jetzt in Windeseile, dass der lange gesuchte, mit viel Investition ja gesuchte Seeweg nach Indien endlich gefunden sei und damit der teure Gewürzhandel über Arabien deutlich vergünstigt werden könnte.

[12:43] Am 22. Juli gab es noch einmal eine große Schlacht, diesmal bei Dornach, und wieder siegten die Schweizer, die Eidgenossen, die so einen regelrechten Nimbus der Unbesiegbarkeit hatten.

[13:00] Derweil ging das Morden und Intrigen spinnen am päpstlichen Hof immer weiter. Dieses menschliche Monster Alexander der Sechste schreckte auch nicht davor zurück, wirklich den äußersten Nepotismus an den Tag zu legen, also die Begünstigung von Verwandten und Familienangehörigen. Unter anderem hob er seine Tochter Lucrezia, mit der ja, wie gesagt, einigen Gerüchten zufolge sogar geschlechtlichen Umgang gehabt haben soll, zu einer Herrscherin in bestimmten Teilen des Kirchenstaates und übertrug ihr diese Gebiete dort, was natürlich auch wieder eine regelrechte Skandal auslöste.

[13:48] Im August ebenfalls des Jahres 1499 entdeckt eine spanisch geführte Expedition den Golf von Venezuela, Aruba und die Küste Guyanas. Nach und nach wird die gesamte Topographie dieser Gegend in der Karibik und in Nord-Südamerika entdeckt und erobert.

[14:11] Ebenfalls im August kommt es zu einer gewaltigen Seeschlacht im Mittelmeer zwischen dem Osmanischen Reich und der Republik Venedig bei Lepanto. Das ist die erste Seeschlacht, bei der Schiffe mit Kanonen verwendet werden, und die Schlacht geht etwas unentschieden aus, je nachdem, ob man mehr strategisch oder taktisch das betrachtet, war der Vorteil entweder auf der Seite der Osmanen oder Venedigs.

[14:45] Venedig hat ja nicht nur im Kerngebiet in Italien große Besitzungen gehabt, sondern auch an der ganzen Art der Küste und dann auch im griechischen Ägäisraum viele Inseln, und da sind sie natürlich immer wieder den direkten Konflikt mit den Osmanen gewesen.

[15:05] Am 8. September wurde Pietro Mariano Verrilli in Florenz geboren, als Sohn eines Schuhmachers, und auch wenn relativ unbekannt, werden wir auch ihn weiter verfolgen in dieser Reformationsgeschichte.

[15:19] Am 9. September war es dann soweit: Vasco da Gama kam in Lissabon an. Es wurde ihm ein triumphaler Empfang bereitet. Das, was viele Expeditionen gehofft hatten und gesucht hatten, war ihm endlich gelungen. Und nachdem also vorher die Spanier mit der Entdeckung des Westweges zu dem, was man meinte, Ostindien zu sein, durch Christoph Kolumbus, nachdem die Spanier also so einen gewaltigen Prestigeerfolg errungen hatten, war das natürlich jetzt Balsam auf die portugiesische Seele, die sich ebenfalls ja nach Weltherrschaft sehnte. Dass dieser Seeweg gefunden worden war.

[16:05] Am 22. September wurde der Krieg zwischen Habsburg und der Eidgenossenschaft, den Schweizern, beendet. Die Habsburger hatten keine Gelegenheit gehabt, sich wirklich hervorzutun. Die Schweiz hatten alle Gefechte mehr oder weniger für sich entschieden und konnten so in Frieden von Basel ihre Unabhängigkeit deutlich festschreiben, wenn auch nicht formal. Formal gehört sie immer noch zum Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation, mussten aber im Prinzip fast alle Institutionen, die es auch seit kurzem geschaffen waren, wie das Reichskammergericht und andere Dinge, nicht anerkennen. Sie waren also de facto mehr oder weniger selbstständig, unabhängig, auch wenn sie durch diesen Krieg keine neuen Gebiete gewinnen konnten, ist doch dieses Datum für die Schweizer Geschichte ganz entscheidend. Es sollte sich zeigen, dass dieses Experiment dieser freien Kantone ein langlebiges sein würde und erfolgreich gegründet worden war.

[17:06] Dann starb am 1. Oktober 1499 der bedeutende Florentiner Humanist Marsilio Ficino, von dem wir auch schon an anderer Stelle berichtet haben. Er, der sich vor allem um Platon, Platon wieder Platon verdient gemacht hat. Er hatte in den letzten Lebensjahren sehr viel Sympathien für Savonarola gehabt, war dann aber nach dessen Tod und nach dessen Ermordung ganz schnell wieder auf die andere Seite gewechselt und hatte den Savonarola als einen schlimmen Dämon bezeichnet und hatte sich bei den Kardinälen entschuldigt, dass man sich von diesem Satan hat verführen lassen. Er starb mit 65 Jahren und hatte eine ganze Epoche geprägt mit seinem philosophischen Verständnis, das den Humanismus geprägt hat.

[18:03] Im Dezember kam es dann zu schweren Randalen und Ausschreitungen, einer regelrechten Revolte in Granada. Die Araber, denen im Vertrag von Granada zugesichert worden war, dass sie weiter Moslems bleiben könnten, wurden in der letzten Zeit immer mehr zwangskonvertiert. Sie mussten sich taufen lassen, und dieser Vertragsbruch führte zu einer Rebellion, die dann allerdings die spanische Seite, die neuen Herrscher, als eigentlichen Vertragsbruch uminterpretierten und so kam Südspanien nicht zur Ruhe.

[18:41] Am 18. Dezember wurde in Fulda Justus Jonas geboren, und auch ihn werden wir weiter verfolgen.

[18:53] Genauso wie Jakobus Scheck, der in Polen-Litauen geboren worden ist und zwar als Mitglied des polnischen Hochadels. Sein Vater war Woiwode und hatte auch einen Sitz im polnischen Senat. Die Reformatoren kamen nicht nur aus verschiedensten Ländern, sondern auch aus den unterschiedlichsten Gesellschaftsschichten, und hier, wie gesagt, eine hochadelige, die für die polnische Reformationsgeschichte von großer Bedeutung sein wird.

[19:27] 1499 sei auch den neuen französischen König Ludwig den Zwölften wieder in Italien einmarschieren, so wie sein Vorgänger einige Jahre zuvor. Diesmal war sein Blick auf Mailand gerichtet, und auch wenn die Daten dazu nicht ganz klar sind, im Laufe dieses Jahres muss er Mailand, das ganze Herzogtum, bei der weniger eingenommen haben. Der Herzog von Mailand, Ludovico Sforza, mit Schweizer Beginn, zwar auch in der Armee des Königs von Frankreich dabei gewesen.

[19:56] Ebenfalls 1499 unternahm Clever die Tabulae oder auch Jakobus Vaters Tabulae, Landes, wie er mit seinem lateinischen Namen hieß, der berühmte Gelehrte von der französischen Universität, eine erneute Italienreise, wohl noch einmal die Humanisten traf und sein humanistisches Fundament festigte. Er hatte in den letzten Jahren schon etliche bedeutende Werke herausgegeben, vor allem verschiedene Kommentare zu Aristoteles, den er, und da war ein echter Pionier, nicht mehr so elastisch, das heißt, im mittelalterlichen Denksystem dargestellt hat, wo die Philosophie und Theologie zu einem Durcheinander vermischt waren, sondern mehr wissenschaftlich. Außerdem hat er verschiedene Werke zu Arithmetik und Musik veröffentlicht. Hier haben wir ein Beispiel dazu von so einem Werk über die Arithmetik und die Musik. Ein sehr weitblickender, gut gebildeter Humanist.

[21:09] Dieser Live 17 Jahre alt, Johannes Hueschen. Als dieser junge Mann nach Bologna ging, um dort sein Studium zu beginnen. Er hatte bereits sich einen Namen zugelegt, wie das damals durchaus Mode war, sich einen griechischen oder lateinischen Namen zu geben. Hueschen oder Hueschen war eine Form von Haus-Schein, und so nannte er sich Ecolampadius. Öko für Haus und Lampas für Lampe, also das Leuchten im Haus. Sein Vater war eigentlich ein recht engstirniger Mann, der wollte, dass der junge Johannes zu einem Kaufmann wird. Aber seine Mutter war sehr religiös, hatte eine sehr sanfte Art, und die hatte der Johannes auch geerbt.

[22:03] Er war bereits als junger Mann allseits geachtet. Seine Geschwister waren alle früh verstorben, und so war er der einzige Sohn der Familie. Noch die Mutter setzte sich durch, dass man ihm doch eine gute, gründliche Ausbildung zuteil werden lassen sollte. Er hatte ohnehin ein Faible für die Wissenschaften, hatte schon in der Schule gute Leistungen gezeigt, war dann in Heilbronn und in Heidelberg auf guten Schulen gewesen, hat er sich durch äußersten Fleiß und Wissbegierde ausgezeichnet, und sein besonderes Interesse galt der Poesie. Er verfasste schon mit zwölf Jahren lateinische Werke und hatte mit 14 seinen ersten Lehrer, Gregor Reisch, erworben, später noch einen Magister.

[22:52] Er hatte dann also diese freien Künste, sozusagen das mittelalterliche Grundstudium absolviert, schon in jungen Jahren, früher als andere, und war jetzt also in der Lage, das eigentliche Hauptstudium zu beginnen, und das sollte Jura sein. Er wollte kanonisches Recht in Bologna studieren, was damals ein Zentrum des Humanismus war, ein Zentrum des Fortschritts und der Geisteswissenschaften, eine der ehrenvollsten Universitäten überhaupt.

[23:23] Er ist dort allerdings nicht lange geblieben. Einmal war das Klima nicht besonders angenehm für ihn, er hat dort mit den Witterungsbedingungen zu kämpfen gehabt. Zum anderen kam Geld, das sein Vater ihm geschickt hatte, nicht an, sondern wurde auf dem Weg teilweise veruntreut. Außerdem war das Recht, das Studium des Korans, doch nicht so unbedingt seine Sache, und so kehrte er nach ungefähr einem halben Jahr wieder zurück in seinen Heimatort, Heimatort Weinsberg, wo er dann allerdings nicht lange blieb, sondern sich nach Heidelberg aufmachte, um dort jetzt Theologie zu studieren.

[24:08] Dort kam er mit den verschiedenen philosophischen Richtungen in Kontakt. Er interessierte sich vor allem für die Theologie und Philosophie von Thomas von Aquin, aber auch gerne am allermeisten interessierte ihn die biblische Theologie. Die Bibel hat es ihm angetan, und da vertiefte er sich hinein. Für vieles anderes, was so typisch steht, natürlich war, was wir auch dann bei Luther noch mehr erklären werden, wie z.B. die Scholastik, klassisches Denken, Scotus und andere, das war ihm fremd. Die Disputation, die damals an der Tagesordnung war, denen blieb er fern. Er hat sich mehr mit den alten Kirchenvätern beschäftigt.

[24:48] Und er war ein echtes, eine echte Begabung, psychologische Begabung. Und hier in Heidelberg, und dem Bild kann man die damalige Stadt Heidelberg sehen, begann er jetzt also sich ähneln, die biblische Theologie langsam hinein zu arbeiten.

[25:13] Im selben Jahr wurde Georg Burkhardt, der sich Spalletti nannte, mit 15 Jahren im Baccalaureus an der Universität Erfurt. Er hatte den ersten Studienabschnitt geschafft und den ersten Titel erreicht.

[25:29] Ein besonderes Schicksal erlitt Ulrich von Hutten, der als dritter Sohn auf einer Ritterburg geboren worden war und aufgewachsen war, wie in einer anderen Folge schon gezeigt hatten. Mit elf, als er elf Jahre alt war, entschied sich sein Vater, dass er nicht körperlich reif genug sei oder nicht stark genug, um ein Ritter zu werden, und dass man ihm am besten helfen könnte, wenn er einfach Mönch werde. Und so, mit elf Jahren, einfach mir nichts, dir nichts, in das Kloster Fulda gegeben, dass wir hier auch auf dem Bild abgebildet sehen. Er war zwar der Erstgeborene und Erbe, aber der Vater glaubte offensichtlich, dass der junge Ulrich ohnehin kein Ritter werden würde, und so sollte er diese geistliche Laufbahn einschlagen.

[26:19] Ebenfalls ungefähr im Jahre 1499 vollendet der noch junge Michelangelo eines seiner berühmtesten Werke, die Pietà, als er zum ersten Mal Rom besucht und in der sich seine große Meisterschaft als Bildhauer ganz besonders zeigt.

[26:38] Ungefähr in diesem Jahr wurde auch Johannes Haß, geborene Liesa in Brandenburg, als Sohn...

[26:42] geborene Lisa in Brandenburg als Sohn eines Ratsherrn und Erasmus, jenes Genie, beendete sein Studium an der Pariser Universität der Sorbonne und er ging jetzt nach England, wo er immer mehr in das höfische Leben am Königshof eingeführt worden ist. Und aus dem Canonicus, das heißt, dem geistlichen zugewandten, wurde jetzt ein richtig weltgewandter Gelehrter, dessen Ruhm bald über die Grenzen Englands ganz Europa durchstrahlte. Erasmus wurde zu einem Vorbild für eine ganze Generation von Humanisten.

[27:31] Für Ulrich Zwingli war es an der Zeit, Toggenburg wieder zu verlassen, Wildhaus, die Gegend, er aufgewachsen war, nachdem er ja im Jahr zuvor von seinem Vater aus Bären zurückgerufen worden war, nachdem die Dominikaner ihn bei einer dort für ihr Kloster hatten gewinnen können. Der junge Ulrich sollte weiter studieren, war 15 Jahre alt und so wurde er jetzt nach Wien geschickt. Hier aus seiner Heimat nach Wien, wo er das Studium aufnehmen sollte an der dortigen Universität.

[28:08] Kommen wir, das ja, sie haben wir noch die Matrikel-Eintragung von ihm. Dort heißt es: "Huldrychus Zwinglius". Genau mit diesem Namen hat er sich in Wien eingeschrieben.

[28:25] Kommen wir zum Jahr 1500. Ein neues Jahrhundert sollte beginnen. Vielleicht sein kurzer Moment innezuhalten und sich umzuschauen, wie die Weltlage damals war. Die größten Städte der damaligen Zeit im Abendland: Paris mit 300.000, Venedig, Konstantinopel, Neapel, London und Mailand. In Asien, zwar in China oder Indien, gab es sogar Städte mit bis zu über einer halben Million. Insgesamt war also das Leben auf einem ganz anderen Niveau, als wir es vielleicht heute kennen.

[29:01] Das war natürlich auch technisch so der Fall. Es gab zu diesem Zeitpunkt ungefähr 220 Orte mit Druckpressen. Insgesamt waren seit der Erfindung des Buchdrucks mit beweglichen Lettern schon Ende ungefähr acht Millionen gedruckte Bücher erschienen und verteilt worden, verkauft worden. Insgesamt hat er schon 98 Auflagen der lateinischen Bibel, der Vulgata, gegeben.

[29:28] Dieses Jahr 1500 wurde zum Heiligen Jahr ausgerufen. Papst Alexander der Sechste führte damit eine Tradition fort, die seit etwa 200 Jahren bestand und ungefähr alle 25 Jahre eigentlich durchgeführt wurde. Zum ersten Mal wurde dieses Jubeljahr sogar mit einer Zeremonie, mit einem goldenen Hammer, eröffnet. Und diese Idee des Heiligen Jahres ist bis in unsere heutige Zeit erhalten geblieben. Dazu gab es also jetzt besondere Plätze. Es wurde ermutigt, nach Rom zu kommen, um dort auf der Pilgerreise besonderen geistlichen Segnungen zu erhalten.

[30:09] Dazu wurde sogar extra eine Reisekarte gedruckt, die sogenannte Romwegkarte. Das hat teilweise auf dem Kopf stehend Norden und Süden oben, so dass man nach oben sich den Weg nach Rom bahnen kann. All die wichtigen deutschen Städte und italienischen Städte, alle Straßen mit Entfernungsangaben sind darauf notiert, so dass man seinen Weg nach oben finden konnte. Und diesbezüglich führten tatsächlich alle Wege nach Rom.

[30:41] Am 17. Februar des Jahres 1500 fand die berühmte Schlacht von Hemmingstedt statt, wo die norddeutschen Bauernrepublik Dithmarschen gegen ein überstarkes Heer des dänischen Königs sich durchsetzen konnte. Und so dieser ganze Streifen in Norddeutschland, Dithmarschen, vor den Dänen verschont blieb und unabhängig liegt.

[31:08] Am 24. Februar bekamen Philipp der Schöne und seine spanische Frau Johanna von Kastilien ein Kind, das für die Reformationsgeschichte von immenser Bedeutung sein wird, nämlich Karl V., später als Karl der Fünfte, als Kaiser berühmt. Zu dem Zeitpunkt war aber noch nicht abzusehen, dass überhaupt eines ihrer Kinder Thronansprüche haben würde, weil Johanna nicht die Haupterben in Spanien war. Aber dazu später noch mehr.

[31:44] Am 10. April kam es zu einer kuriosen Geschichte. Die Mailänder hatten sich der Spanier ergeben, die Franzosen, der Herzog, Schweizer hatte sich mit einem schweizerischen Heer größtenteils Mailand wieder zurückerobert. Als es dann zu einer Belagerung kam, die Belagerung von Novara, und die Schweizer Eidgenossenschaft sich einschaltete, weil sowohl auf Seite der Mailänder als auch auf der Seite der Franzosen Schweizer Söldner kämpften und man wollte nicht, dass Schweizer gegen Schweizer kämpften, so wurde ein Abzug der mailändischen Truppen vereinbart. Und während dieses Abzugs geschah es, dass ein Schweizer Söldner den mailändischen Herzog mit einem Zeichen verriet, der sogenannte Verrat von Novara. Dadurch ist der mailändische Herzog dann in französische Kriegsgefangenschaft gekommen und für die Schweiz war das eine große ethische, moralische Blamage.

[32:48] Am 10. April wurde der Reichstag in Augsburg eröffnet, eine der großen Städte des Heiligen Römischen Reiches deutscher Nation. Und hier wurde jetzt eine sogenannte Reichs-Exekutionsordnung erlassen, so dass die Urteile, die die obersten Gerichte, die in den Jahren zuvor auf anderen Reichstagen geschaffen worden waren, auch wirklich umgesetzt werden würden.

[33:11] Der Kaiser, König Maximilian, wollte durchsetzen, dass das Reich rechtlich geeinter wird und nicht mehr jeder gegen jeden so seine Fäden ausführen kann. Um die Rechtsprechung zu vereinheitlichen, wurde das gesamte Reich größtenteils in sechs Reichskreise eingeteilt: Franken, Bayern, Schwaben, Westfalen, Oberrhein und Sachsen. Später ist da diese Liste noch erweitert worden um einige Randgebiete, aber das waren so die sechs wesentlichen Groß-Einheiten des Reiches.

[33:48] Maximilian erhielt auch eine Reichsarmee, das heißt, eine ständige bewaffnete Truppe. Musste aber dafür zähneknirschend zustimmen, dass ein sogenanntes Reichsregiment gebildet worden ist. Das war quasi wie eine Art Regierungskabinett. Da waren 20 Fürsten und Vertreter verschiedener Städte anwesend, die sozusagen also Mitsprache haben wollten bei der Regierung des gesamten Reiches.

[34:19] Der Kaiser, König Maximilian hat das zwar erst einmal geduldet, hat aber dieses Gremium dann vollkommen ignoriert und kurze Zeit später auch de facto wieder abgesetzt.

[34:33] Am 22. April entdeckte eine portugiesische Expedition unter der Leitung von Pedro Álvares Cabral, oder Cámara, die ebenfalls einen Weg nach Indien, auf dem Weg nach Indien war, durch weites Ausholen nach Westen im Atlantik zum ersten Mal Brasilien. Und da dieses Land, das man dort fand, nach den Verträgen noch auf der Seite der portugiesischen Interessensphäre lag, konnte man das als portugiesische Kolonie in Beschlag nehmen, auch wenn man natürlich erstmal nur die Küste erstmals besetzt hatte. Ein Spanier war kurz zuvor auch an einer brasilianischen Küste gelandet, konnte aber aufgrund der Tatsache, dass das noch nicht zu Spaniens Einflussbereich gehörte, das nicht für die spanische Krone in Besitz nehmen. So war also der Beginn der Kolonisierung Brasiliens.

[35:33] Im Sommersemester 1500 wurde der 16-jährige Nikolaus von Amsdorf nach seinem Schulbesuch an der Thomasschule in Leipzig jetzt an der Universität in Leipzig immatrikuliert. Und wir werden ihn ein bisschen weiter verfolgen, so auch wie Alexander Aloysius, der am 23. April in Edinburgh in Schottland geboren worden ist.

[36:03] Am 29. Mai 1500 ereignete sich ein gigantisches, großes Drama, als ein ganzer Teil der Expedition von Cabral, die geradezu vor erste Brasilien entdeckt hatte, am Kap der Guten Hoffnung in Stürmen stirbt. Darunter auch Bartolomeu Diaz, der Jahre zuvor sich als Entdecker einen großen Namen gemacht hatte.

[36:25] Am 7. Juli 1500 promovierte dann Staupitz an der Tübinger Universität zum Doktor der Theologie. 35 Jahre alt war er und er hatte ein ziemlich gutes Verständnis vom biblischen Evangelium sich erworben. Wie gesagt, in Tübingen gab es einen Kreis, der ganz sanft und bedacht ein bisschen weiter dachte, als es die kirchliche Tradition normalerweise zuließ. Und Staupitz war Teil dieses Kreises, ein sehr frommer, gebildeter, gläubiger Mann, der jetzt, wie gesagt, sich Doktor der Theologie nennen durfte.

[37:09] Im Juli 1500 wurde zum ersten Mal die Insel Mauritius von einem Europäer gesichtet, Diogo Diaz war das, der dann auch einige Wochen später, am 10. August, als erster Madagaskar fand. Also in diesen Jahren sind viele dieser Inseln und exotischen Gebiete zum ersten Mal entdeckt worden.

[37:32] Und es gab auch eine weitere Seeschlacht zwischen den Osmanen und Venedig, die zweite Seeschlacht von Lepanto. Diesmal konnten die Osmanen deutlich siegen und das war natürlich auch nur eine Zwischenetappe in dem ständigen Hin und Her dort im Mittelmeerraum, um die Vorherrschaft, vor allem auch über den Handel.

[37:54] Am 11. November gab es dann einen Vertrag zwischen den Franzosen und den Spaniern. Beide hatten ein Auge auf das Königreich Neapel im Süden von Italien geworfen und man einigte sich, gemeinsam gegen Neapel vorzugehen, um es dann aufzuteilen. Immer mehr setzte sich in den europäischen Großmächten wie Spanien, Frankreich und letztlich später auch dem Heiligen Römischen Reich deutscher Nation die Erkenntnis durch, dass die einzelnen italienischen Staaten zu schwach waren und dass man dort ja Länder gewinnen konnte und sich politisch durchsetzen wollte.

[38:40] Eine Kuriosität wird berichtet aus dem Jahre 1500. Und zwar wird aus dieser Zeit gesagt, dass der erste Kaiserschnitt durchgeführt worden ist, bei dem die Frau nicht gestorben ist. Kaiserschnitte waren eigentlich dafür bekannt, dass Frauen, die bei der Geburt bereits gestorben waren, dann noch aufgeschnitten wurden, um das Kind möglicherweise zu retten. In diesem Fall war es der Schweizer Jakob Nufer gewesen, der kurioserweise von Beruf Schweineschneider war, der an seiner eigenen Frau diesen ersten Kaiserschnitt, den seine Frau überlebte, durchgeführt hat.

[39:19] Und wie sich die Zeitgenossen das ungefähr vorgestellt haben, sah man auf dem Bild gerade eine trauriges Ende nahm die Geschichte vorläufig für Christoph Kolumbus, der wurde nach seiner dritten Entdeckungsreise von Hispaniola, der spanischen Kolonie, in Ketten zurück nach Spanien verfrachtet, weil der neue Gouverneur ihm Misswirtschaft vorwarf. Und so war plötzlich der Admiral der Weltmeere, der Vizekönig, der große Held, ein Gefangener.

[40:00] Er kam dann in Spanien an, wurde aber aufgrund des anhaltenden Protestes des Volkes schnell wieder befreit. Um 1500 ist dann auch der besagte Johann Hilde in Eisenach in Gefangenschaft des Franziskanerklosters gestorben. Leider sind seine Aufzeichnungen über das Buch der Offenbarung nicht erhalten, sonst könnte man sich einen genaueren Einblick noch verschaffen, was er dann genau gelehrt hat. Aber der junge Martin Luther wird davon Notiz genommen haben, dass diese umstrittene Prophetie-Prediger gestorben ist.

[40:44] Ebenfalls 1500 wurde Erasmus Alberus geboren in Bruchenbrücken in der Grafschaft Wiesenburg, Büdingen, als Sohn eines katholischen Priesters. Das natürlich nicht standesgemäß, aber auch er wird eine große Rolle noch spielen.

[41:02] Christoph Scheiner, der in Bologna studierte, war mittlerweile 18 Jahre und bekam regelrechte finanzielle Probleme, weil sein Vater in Nürnberg einen Großteil seines Vermögens verloren und damit war das Weiterstudium des Sohnemanns in Italien nicht mehr gewährleistet. Allerdings konnte er dann doch weiter studieren, weil Verwandte mütterlicherseits ihn unterstützten und er so seine doch weisungs volle Karriere weiter fortsetzen konnte.

[41:36] Ebenfalls um diese Zeit geboren wurde Andreas Althammer in Brands und Niklas Whitley in Northumberland, England. Er wird auch eine gewaltige Rolle in der Reformation noch spielen. Und ebenso John Rogers in der IT und ebenfalls in England.

[41:58] Für den jungen Martin ging langsam die Schulzeit zu Ende. Wenn man das Jahr 1482 als sein Geburtsjahr versteht und annimmt, dann ist er Ende 1500 18 Jahre alt geworden. Ansonsten 17. Und die Zeit hier in Eisenach neigt sich zum Ende. Es war eine wirklich schöne, aufbauende und prägende Zeit, ja, in seinen späten Jugendjahren hier erlebt hat.

[42:32] Von hier sollte der Weg jetzt in eine andere Stadt führen. Das wird allerdings dann der Inhalt der nächsten Folge sein, wenn es dann in Teil 8 heißen wird: "An der Universität 1501 und 1502". Werden schauen, wie Martin Luthers Werdegang weiter gewesen ist und natürlich auch der der verschiedenen anderen Reformatoren. Bis dahin wünschen wir Ihnen Gottes reichen Segen und freuen uns, wenn Sie nächste Woche wieder einschalten, wenn es heißt: Sola Veritas – Die wahre Chronik der Reformation.


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